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Jüdische Rundschau · 1933-03-07 · Heft 19 (7.3.1933) · p. Seite 94

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 19 (7.3.1933)
Date
1933-03-07
Page
Seite 94 (sequence 4)
Language
German
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Seite 94 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 19. 7. m. 1933 HECHALUZ Vor der neuen Hachsdmrah 330 Chawerim haben sich, wie aus den bisherigen Anmcldüngen hervorgeht, zur Frühjahrs-Hachscharah gemeldet, darunter etwa 110 Mädchen. Zirka 130 Jungen beabsich• ti~en sich landwirtschaftlich oder gärtnerisch auszubilden, 50 wollen ein Handwerk (Schlosser, Tischler, Bauhandwcrker u. a.) erlernen. Von den Mädchen wollen ca. 15 in der Land- Wirtschaft, 25 in Gärtnereien, 35 irn Haushalt, andere in Geflügelzucht und Kinderpflege arbeiten. ״Die Frühjahrsbesetzung“ muß in wenigen Wochen erfolgen. Die Anmeldungen zur Frühjalmhachscharah sind bei weitem noch nicht abgeschlossen, tagtäglich gehen neue Anmeldungen heim Hechaluz ein. Obgleich die Zahl der Nichtorganisierten, die zur Hachscharah gehen wollen, in diesem Jahr besonders groß ist (etwa 45 Jungen und 20 Mäddien), rekrutiert sich der größte Teil doch aus den Jugend- Organisationen (Habonim, Haschomer-Hazair, Noar-Owed, Makkabi-Hazair, Bar Kochha, I. P. D., B. J. P. u. a.). Es tst aber hervorzuheben, daß die Zahl der Organisationen, die in diesem Jahr eine größere Zahl von Chawerim auf Hachscharah schicken, sich erheblich vermehrt hat. Arbeitsstellen. Obgleich im Verlauf des letzten Halbjahres 89 Chawerim aus dem deutschen Hechaluz nach Palästina gegangen sind, darunter 29 Mädchen, und somit eine größere Zahl von Stellen fteigeworden sind, muß sich die Arbeit des Hechaluz heute in erster Linie darauf kon/entrieren. Stellen zu beschaffen, um den großen Anforderungen enügen zu können. Viele neue Wege der Hachscharah at der Hechaluz versucht (Eigenwirtschaften, Batej-Chaluz, Auslandshachscharah, Ausbau von Bauern-Zentren); dennoch werden wir der gegenwärtigen Aufgabe, junge jüdische Mensehen in produktive Berufe zu überfuhren, und für Palästina vor/ubereiten, nicht gerecht werden können, wenn nicht alle Zionisten dem Hechaluz bei der Beschaffung von Stellen behilflich sein werden. Soeben erschienen: ״Die Histadruth“, hebräisch, pttnktlert. Die Broschüre, die vom Welt hechaluz herausgegeben ist und sich zu Lernzwecken sehr gut eignet, ist /tun Preis von 0,25 M. beim Deutschen Landesverband, Berlin W 15, Meinckestr. 10, erhältlich. —- Preis ß Arbeit erbewegütig, II. Band. Auf unsere vorwöchentlichc Ankündigung dieser Neuerscheinung (Preis 1 M.) hat sofort eine außerordentlich starke Nachfrage eingesetzt, die zeigt, daß alle Besitzer des 1. (historischen) Bandes auch diesen II. (systematischen) Teil zu erwerben wünschen. Umgekehrt verlangen jetzt auch viele Bezieher des II, Bandes nachträglich das erste Buch. Fis sei aber hervorgehoben, daß jeder Band für sich ein abgeschlossenes Ganzes bildet. Todesfall. Aus Frankfurt wird uns geschrieben: Am 4. März ist Frau Adele Rosenzweig geb. Alsberg, die Mutter Franz Rosenzweigs, von langem und schwerem Leiden fm Alter von 66 Jahren durch den Tod erlöst worden. Mit ihrem um die Stadt Kassel hochverdienten Gatten Kornmerzienrat Georg Rosenzweig (gest. 1918), der seinerseits ein Enkel des aus der Aufklärungsgeschichtc bekannten Samuel Meier Ehrenberg war, hatte die nun Heimgegangene in Kassel ein schönes Heim begründet, den Mittelpunkt eines weiten und geistig hochstehenden Kreises. Frau Rosenzweig war eine ungemein gebildete und anregende Frau, sie wußte ausgezeichnet zu erzählen, besaß viel natürlichen Humor, viel Temperament und ein starkes soziales Empfinden. Mit ihr ist eine nicht nur um ihres einzigen Sohnes willen bemerkens- Frau dahingegangen; sie war selbst eine ausgeprägte Persönlichkeit, die geborene Repräsentantin einer bürgerlichjüdischen Welt, deren beginnenden Zusammenbruch sie tapfer und fast heiter mitansah. E. M, Vermischtes Palästina-Reise des K.J. V. Das K. J. V. teilt mit: Wir bitten die Teilnehmer, sich Donnerstag, den 9. März, freizuhalten. Eine kurze Zusammenkunft, die um 3/48 Uhr im K. J. V., Bleibtreustr. 50, stattfinden wird, soll sämtliche, noch evtl, vorhandenen Unklarheiten beseitigen. Wir bitten um pünktliches Erscheinen und darum, im Bekanntenkreis noch für unsere Reise zu werben. Am 5. April ab Neapel mit Dampfer ״Vulcania“. Es ist nicht mehr möglich, noch II. Kl.-Kabinen fest zu belegen. Dagegen können noch III. Klasse hin und zurück sowie 3. Klasse Kabinen hin und II. Klasse zurück fest belegt werden. Es ist auch eine Vorkehrung getroffen, den Reisenden III. Klasse auf der ״Vuleania“ die Gescllschaftsräume und die Verpflegung II. KI. gegen einen entsprechenden Aufpreis zur Verfügung 7.u stellen. Wir haben bereits jetzt über 30 feste Zusagen. Auf der Besprechung am 9. März soll das Reiseprogramm ab Berlin festgelegt werden. Evtl, soll die Abfahrt schon am Sonnabend, dem 1. April, oder Freitag, dem 31. März, abends, stattfinden und ein zweitägiger Aufenthalt in Rom vorgesehen werden. Das Präsidium des K. J.V. Palästinareise der Wizo. Die Wizo teilt mit: Wir bitten alle diejenigen, die sich dieser besonders vorteilhaften Reise anschlicßen wollen, die mit den versandten Prospekten erhaltenen Fragebogen möglichst schnell einzusenden, Mamit wir einen Ueberblick über die Teilnehmerzahl haben können. Die Reise beginnt am 5. April in Neapel auf dem 24 000 t großen Amerikadampfer ״Vulcania“. 23 Tage im Land sollen eilt mögliehst umfassendes Bild des heutigen Pa'ästina geben. Preis der Gesamtreise inkl. aller Besichtigungen II. Klasse 680 M., III. Kl. SSO M. Es ist auch möglich, sich nur an den gemeinsamen Schiftsreisen zu beteiligen. Um unseren Teilnehmern alle nötigen Bequemlichkeiten zu bieten, und sic auf dem Schiff und irn Land gut unterzubringen, müssen wir die von uns vorgenommenen Reservierungen in der allem ächsten Zeit endgültig sichern. Wir verlängern den Aumcldetermin bis zum 10. März, müssen aber darauf aufmerksam machen, daß die Kabinen I!. Klasse auf der Vulcania bereits ausverkauft sind. Es sind jedoch Vorkehrungen getroffen, um eine gute Unterbringung aller Passagiere zu sichern. Wir bitten um möglichst sofortige Anmeldung an unser Büro, Mcinckestraße 10, Bism. 7165. Jüdisches Abendheim der Frauen-Arbeitsgemein- Schaft für Palästina in Charlottenburg, Berliner Str. 27. Geöffnet jeden Montag und Donnerstag, abends von 7 bis 10 Uhr. Es ergeht besonders an die jüdische Jugend der Ruf. sich dort häufig einzufinden. Jüdische Schule Klopstockstraße 58 (eine Minute vom Bahnhof Tiergarten). Oster-Anmeldungen für Knaben und Mädchen für sämtliche Klassen und für den hebräischen Kindergarten nn allen Wochentagen von 12 bis 13 Uhr bei der Schulleiterin Frau Nathan. Kinder, die einen weiten Schulweg haben, können von den verschiedenen Sammelstellen ans regelmäßig in Begleitung von Lehrerinnen hin und zurück fahren. Frauen-Arbeitsgemeinschaft für Palästina. 13. März, abds. 8'/2 Uhr, Schulungskursus. Referent wird noch bekanntgegeben. fm Sitzungssaal, Meinekestr. 10. — Gruppe Neukölln: 9. März, abends 8.15 Uhr, Arbeitsgemeinschaff unter Leitung von Frau Dr. Heinrich: Achad Haam. Bei Frau Dr. Edith Goldschmidt, Köpenicker Str. 6 (am Schlesischen Tor). Gäste willkommen. Die Jüdische Volkshochschule veranstaltet gemeinsam mit dem Verein für Jüdische Geschichte und Literatur Donnerstag, den 9. März abends 8 Uhr, im Logenhai s, Kleiststraße 10, eine Bialik-Feier unter Mitwirkung von Alice Jacob - Loewenson und Gad S h e 1 a s o. Die Conference hat Emil Bernhard-Cohn übernommen. Der Arbeitsnachweis teilt mit: Wir suchen dringend bandwerkliche Lehrstellen für die zu Ostern zur Schulentlassung gelangenden Jugendlichen. Ferner haben wir eine Anzahl kaufmännischer Lehrstellen vorgemerkt, für die wir kaufmännische Lehrlinge suchen, ebenso suchen wir Lehrlinge für einige Zahntechniker-Stellen. Außerdem haben wir eine Stelle für eine perfekte Scliützenzuschneiderin vorgemerkt, Sprechstunden*: Knaben: Rosenstr. 2/4, Tel. D 1, Norden 6711, Dienstag und Freitag von 10—1 Uhr; Mädchen: Rosenstr. 2/4, Montag und Donnerstag von 10—1 Uhr; Knaben und Mädchen: Fasanenstr. 79, Donnerstag von 3—6 Uhr; für Schüler (Knaben und Mädchen): Rosenstr. 2/4, Montag, Dienstag, Mittwoch nachm, von!,41—5 Uhr. Weibl. gewerbliehe Abteilung (Handwerkerinnen, ungel. Arbeiterinnen): Täglich, außer Mittwoch, von 12—1 Uhr. Hamburg. Die Franz Roscnzwcig-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg veranstaltet Mittwoch, den 22. März, abends 8/4 Uhr, im Vortragssaale der Detaillistenkammer, Neue Habenstr. 27/28, einen Vortrag des Herrn Professors Dr. J. H. Heinemann (Breslau): ״Der Begriff der Menschenliebe im griechischen und im jüdischen Kulturkreise“. Unkostenbeitrag 75 Pf. einschl. Kleiderablage. Karten im Büro der Gemeinde, in den Buchhandlungen von M. Glogau jr., Bleichenbrücke 6, Dr. Camilla Weltsch-Weishut, Rothenbaum- Chaussee 127, Frau H. Gutmann, Oderfclder Str. 21, sowie im Logenheim, Oberstr. 140, oder gegen vorherige Ueberweisung des Unkostenbeitrages an das Postscheckkonto der Stiftung Hamburg 70 389. Gleiwitz. R.-A. Ehrlich sprach über ״Aktive und passive Judenpolitik“ im Anschluß an das Buch von Köllenscher. Nach einem Ueberblick über die historische Entwicklung seit der Emanzipation kam der Redner auf die gegenwärtige Lage zu sprechen. Das Referat wurde von den zahlreichen Zuhörern mit Beifall aufgenommen. Dr. E. H. Zwickau. (Verband Jüdischer Frauen für P a 1 ä s t i n a -A r b e i t.) Air. 22. Februar sprach Frau Henny Frank (Berlin) über ״Das jüdische Kind — die jüdische Schule“. Frau Frank behandelte eingehend die Aufgaben, die das jüdische Haus, besonders die jüdische Mutter, zu erfüllen habe. Im Anschluß an ihre Ausführungen fand eine rege Aussprache, hauptsächlich mit der Jugend, statt. ״Ein Vierteljahrhundert jüdischer Klaviermusik“. Auf Einladen״■ des Schalom-Alechem-Clubs hielt Alice Jacob- Loewenson einen Vortrag, in dessen Verlauf sie die Ent- Wicklung der jüdischen Klaviermusik in den letzten 25 Jahren schilderte und am Klavier vorführte. Der Beginn einer jüdischen Kunstmusik fällt zusammen mit der Gründung der ״Gesellschaft für jüdische Volksmusik“ in Petersburg im Jahre 1908. Die Begründer und ersten Propagatoren waren Joel Engel, J. Achron, David Scharr, Saminsky, Rosowsky, Milner, Gnessin, Alexander Krein usw. Ihr Ziel bestand in der Sammlung und Erforschung jüdischer Volkslieder sowie in deren Verwertung für eine jüdische Kunstmusik, deren Kornponenteil sowohl traditionelle» als auch zeitgenössischen Charakter haben sollten. Dir' Rednerin analysierte das neue Klanggcftihi, das zu modernen jüdischen Kompositionen geführt hat. Der Klangwille der Gegenwart hängt mit der Krisenverfassung der heutigen Psyche zusammen. Dissonanzen geben die Kampfstimmung der gegenwärtigen Jugend wieder und der Schönheitsbegriff hat sich auch in musikalischer Hinsicht von dem der Klassik und Romantik abgewandt, Als Beispiel neuer jüdischer Klaviermusik spielte die Vortragende Werke von Wolfsohn, Stutschewsky. Achron, Wcprik, Vredenburg und Edward Moritz, die ein Bild von der Vielfalt der Kompositionsart jüdischer Komponisten in Deutschland, Oesterreich, Rußland, Holland und Amerika boten. Voran ging eine historische Einleitung, die durch Schaliplattenvorträge illustriert wurde. Die Vorführung Tand große 'Aufmerksamkeit und starken Beifalf. Geschäftliche Mitteilungen Die Buchhandlung ״Kedem", Berlin-Charlottenburg, Dahlmannstr. 8, hat die dankbare Aufgabe übernommen, Bücher, die als Bar-Mizwah-Geschenke geeignet sind, in einem Sonder- Verzeichnis zusammenzufassen. Eine Zusammenstellung der Bar-Mizwah-Literatur fehlte bis jetzt, und wir empfehlen, dem beiliegenden Verzeichnis die größte Aufmerksamkeit zu schenken. ץ---- Eva Hamtnerstein Dipl.'Ing. Leon Obstfeld Verlobte Potsdam Berlin J UND BLUMENSPINDEN Ufst man ab durch Nationalfonds Ttifgramvut und Baumspenden für Palästina! T«I«grammf tu 50 PJgh« allen VertraueniUufen. Ein Baum kostet 6 Math, wir senden auf Wunsch eine Benachrichtigung an die aufgtgebme Adresse. KEREN KAJEMETH LEJXSRAEL BEB LIN W 15. MeinekestTa&e JO. Telefon : | 1 Bismarck 7165. Postscheck •Konto: Berlin 28247 Selbsthtlle erwerbsloser jüdischer Jugend Berlin NO 41, Am Friedrichshain 34■ Telefon: E3 Königstadt 9527, Für <ten Vertrieb «in neuen zugkrH tl^pn »ehr preiswert. indischen Familienhuches 1, י :.Vertreter Herb Familien gesucht. Zuschriften unter E 284 an r]i. indische Rundschau, Berlin W 15. Meinekestr. 10 Eine Anzeige in dieser Größe kostet 5.- Mk. für Abonnenten nur "3.75 Mk. 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Barth, Orthodoxie und Zionismus ........ 0.50 Literaturverzeichnis zum Fragengebiet: ״Zionismus und Palästinaaufbau“.0.30 Die jüdische Idee und Ihre Träger, Beiträge zur Frage des jüdischen Liberalismus und Nationalismus.0.60 Sch. Gorelik, Herzl in seinen Tagebüchern.. . 0.50 Dokumente zur Palästina-Politik 1929/30 . 1.— Das englische Weißbuch Ober Palästina (1930) . . , . 0.50 Dr. Leo Plnsker, Autoemanzipation.0.30 Dr. A. Ruppln, Bauern und Pflanzer ......... 0.40 Zu beziehen gegen Voreinsendung des Betrages durch: Jüdische Rundschau, Berlin W15 Melnekestrafte 10. Postscheck •Konto: Berlin Nr. 17392 ־ Denken Sie daran rJ*S Tausande junger Menschen erwerbslos *snd, daß Arbeitsbeschaffung schwieriger ist als je daß Arbeit die beste Hilfe ist junge Menschen haben sich susammen^eichlcMsen, «m kollektiv ihren Lebensunterhalt auf genossenschaftlicher Basis zu verdienen. 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Porto durch die Zionistische Vereinigung tar Deutschland Barl ln W 15, Meinekestraße 10 Poeticheckkonto: Berlin Nr. 8091 VanntwarffidMr R*d4ktMreDR Gm«, Lud•«■) Berfa •WäoNndeft Ver!*r:Jii<UrehtRu11d»d]««G,«,b.H.. Berlin W15. Vtrintwartlidi f&r des loMr.lentea,- 8. Smgtä, Btrita-'t/äamdort Aax..Vcrww J6<li**0 KmkUA» Bwtia W1A MuG.lc.atr• 1° Drude vsa SieffM Sdraitat Berfa. SdiSacb«!■.

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