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Jüdische Rundschau · 1937-11-26 · Heft 94 (26.11.1937) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 94 (26.11.1937)
Date
1937-11-26
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 94, 26. XI. 93? JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 17 Die WIZO-Arbeitstagung Wir erhalten folgenden Bericht: Am 15. und 16. November hielt die Wizo in Berlin eine Arbeitstagung ab, auf der alle Wizo-Gruppenverbände und die Mehrzahl der Wizo-Gruppen durch ihre leitenden Frauen vertreten waren. Der erste Tag der Tagung war allgemein zionistischen Fragen gewidmet. Benno Cohn, der die Wizo seitens der ZVfD. begrüßte, hielt ein umfassendes Referat über die gegenwärtige Lage im Zionismus. Er berichtete über die politische Entwicklung, die seit Erscheinen des Peel-Berichtes aut arabischer und englischer Seite vor sich gegangen ist, und sprach über die wirtschaftliche Situation in Palästina. Mehr als je braucht Palästina heute, wo es kurz vor seiner Staatwerdung steht, die Hilfe der Golah. Die Resignation, in der sich heute das Judentum, und besonders das Judentum in Deutschland befindet, muß und wird überwunden werden. Gerade heute kommt es darauf an, alle Kräfte zu sammeln. Die ZVfD. beobachtet mit Freude die Arbeit der Wizo, die gerade in der letzten Zeit sich überall stark zu regen beginnt. Die Wizo, als eine Organisation von Zionistitmen und Nichtzionistinncn, kann ein Stützpunkt für die Zionistische Organisation werden und Pionierdienste bei der weiteren zionistischen Arbeit leisten. Das zweistündige Referat Benno Cohns, aus dem trotz des schweren Ernstes bei der Betrachtung der gegenwärtigen Lage ein erfreulicher Optimismus durchklang, machte einen tiefen Eindruck auf alle Zuhörer und drückte der gesamten Tagung seinen Stempel auf. Am Nachmittag wurden praktische Fragen erörtert. Frau Dr. Wera Mahler, die das letzte Wizo-Vorbcrcitungslagcr in Wilhehiiinenhöhe geleitet und vor einigen Monaten einen Transport von Wizo-Mädchen nach Palästina gebracht hatte, berichtete über Vorbereitungslager, Wizo-Alijah und Einord״ nung unserer Mädchen i!n Lande. — In der darauffolgenden Aussprache ergänzte Joche v et h b a 111 Rachel (Hccha- Iuz) die Ausführungen von Wera Mahler, indem sie einige grundsätzliche Dinge zum Stand der Mädchenhachscharah ausführte und über die immer größer werdende Notwendigkeit des Aushaus der Mittlcren-Hachscharah sprach. Eva Stern berichtete in diesem Zusammenhang über die Ent- Wicklung der Jugcndalijah, und Dr. Spiro, der ärztliche Berater des Palästina-Amtes, teilte einiges über die Gesichtspunkte mit, die die Vertrauensärzte des Palästina-Amtes bei der gesundheitlichen Auswahl und Betreuung der auf Hachscharah befindlichen oder zur Alijah kommenden Chawerim und Chaweroth leiten. — Die sehr rege Diskussion zeigte, welch großes Interesse gerade diesen Fragen seitens der Frauen entgegengebracht wird, und wie wichtig immer wieder eine Information über alle Fragen der Hachscharah und Alijah ist. Im Mittelpunkt des zweiten Tages stand die Arbeit der Wizo selbst, Frau Großberger (Heidelberg) hielt ein Referat über Fragen der Organisation und Propaganda, und fab viele Anregungen zur Ausgestaltung der Winterarbeit. tärkeres Zusammenarbeiten der einzelnen Gruppen mit den Zionistischen Ortsgruppen muß an manchen Orten noch erreicht werden. Vom Wizo-Statut, nach welchem die Wizo Zicmistinnen und Nichtzionistinnen umfaßt, soll keineswegs abgegangen werden, jedoch wurde ein Beschluß angenommen, nach welchem die Vorsitzenden der Wizo-Gruppen Zionistinnen sein müssen. — An der sehr lebhaften Diskussion beteiligte sich u. a. Dr. David Schloßberg (Berl. Zion. Ver.), Dr. Jos. Weiß sprach über Zusammenarbeit zwischen KKL und Wizo und Dr. K a I e k o gab Anregungen für Kulturarbeit und Hebtaisierung. Nach kurzer Mittagspause nahm Frau Irene Tugendreich, die Leiterin der Tagung, das Wort zu ihrem Referat über: ״Aufgaben der Wizo in Palästina; Aufgaben der Wizo hier׳‘. Sic berichtete, welch großes Werk die Wizo teils allein, teils gemeinsam mit den Moazoth ha poaloth in Palästina aufgerichtet hat; landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Ausbildungsstätten für Mädchen, Anfänge einer Gewerbeschule. Abendschulen für orientalische Mädchen, Kindergärten, Tageskrippen, Säuglingsheime und Fürsorgestellcn, Ausbil־ dungsmoglichkeiten für Säuglingsschwestern, — das große Werk der Instruktion, das heute in Palästina nicht mehr weggodaclit werden kann, und noch vieles mehr. Wir können uns nicht oft genug klarmachen, sagte die Rednerin, was alles von der Wizo in Palästina geleistet wird, und wenn wir uns dann fragen, was steuern wir — Wizofrauen aus Deutschland — zur Unterstützung dieses Werkes bei, dann müssen wir verstummen. Die Rediierin berichtete weiter, daß die Wizo in Deutschland sich für verpflichtet hält, auch ihrer• seits mit einer größeren Summe sich an einem bestimmten Arbeitsgebiet der Wizo in Palästina zu beteiligen, und deshalb — wenn es die Umstände erlauben — im Einverständnis mit den großen zionistischen Fonds für die nächsten Monate einen Wizo- Drive plant. Sie fordere darum schon heute alle Gruppen auf, sich mit ihrer ganzen Kraft in den Dienst dieser wichtigen Sache zu stellen. — Tn der darauffolgenden Aussprache gaben alle Gruppen ihre Zustimmung zu diesem Plan und betonten ihren stärksten Einsatz. Die Tagung,• an der ungefähr 60 Frauen teilnahmen, wurde mit der Hatikwah beschlossen. Die beiden Abende dienten mehr geselligem Zusammensein, zu dem auch die Berliner Frauen in größerer Zahl geladen waren. Am ersten Abend fand eine sehr interessante Tenacli-Arbeitsgemcinschaft unter Leitung von Dr. Grünewald (Mannheim) statt; der zweite Abend — als Abschluß — war ein bunter Abend. Bei Tee und Kuchen fanden sich die Frauen im Wizo-Heiin — das auch als Tagungsraum gedient hatte ~ zusammen. Frau Jettka Lev y- Stein hielt einen Vortrag über Wizo in aller Welt, der einen Einblick in die Wizoarbeit, aber auch in die Judenheiten anderer Staaten, besonders Nordamerikas, gewährte. — Danach fand eine Singstunde unter Leitung von Erwin Jospe statt, bei der in fröhlichster Stimmung auch die Unmusikalischsten hebräische Lieder und Kanons lernten. Der Kontakt zwischen Provinz und Zentrale, der bei dieser Tagung hcrgestellt wird, wird sich fruchtbar für die gemein- Same Arbeit auswirken._ S. C. Ein neues Lehrgut. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Vor kurzem ist eine weitere, von der Reichsvertretung unterhaltene jüdische Berufsausbildungsstätte eröffnet worden. Es handelt sich um das mit Genehmigung der staatlichen Behörden gepachtete jüdische Lehrgut Eilgut 11 •Steina 11 (Kr. Falkenberg, O.-S,). Die dort geschaffene neue landwirtschaftliche Ausbildungsstelle soll der Erstausbildung von Menschen im Alter von 15—18 Jahren dienen. Das Gut wird etwg 80—100 Jugendliche aufnehmen und ausbilden können. Offene Auslandsslellen. (Genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg.) Es werden gesucht: 1. Für die Filiale einer Londoner Firma in Jamaica (Haushaltungsgegenstände) ein jüdischer junger Mann von ungefähr 25 Jahren, der die Branche kennt und befähigt ist, das Geschäft selb* ständig zu führen. Der Betreffende muß über beste Referenzen verfügen. — 2. Für Litauen ein jüdischer Textilfachmann als Leiter für eine Streichgarnspinnerei sowie für Kamm- und Streichgarnweberei. — 3. Für Polen ein jüdischer Zuschneider für feine Maßarbeit für Herrenanziige. — Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Le• benslauf, Zeugnisabschriften, sowie Paßphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Ocmeinde, Berlin SW 19, Lindenstraße 48/50. Sonnabend, 27. November, 20 Uhr im Henriette-Schie-Saal Dresden Kundgebung der Jexvish Agency und des Keren Hajessod Dr. Michael Iraub Von der Balfour - Deklaration zum Judenstaat Musikalische Umrahmung durch das Orchester des Dresdener Kulturbundes Jewish Agency jor Palesiine Zionist. Ortsgruppe Ortskomitee Dresden Dresden Ankündigungen aus dem Reich Beulhen 1 Am 8. Peziniber, 20 30 Uhr, Schmalfilm .,Weg in die Wirklichkeit". ״- Breslau: Am 0. nozrniher. 20.30 Uhr, Schmalfilm ..W 111 die iikciFrankfurt am Main! CIiujj Iwri, Jugendheim. Am 27. INovemIkr, 16 Uhr. Ssicha (Leitung: Messerer). — Gkiwilz: Am 9. Di-it-mber. 20.30 Uhr. Schmalfilm ״Weg in die Wirklichkeit". Hamburg! ZOG. Am 27. November, 20.30 Uhr, llcimliucfcr Str. 70, .•4|1;i> hl im ״Zioni■Ui.-1'hen Akademischen Club" Hans Gärtner (Berlin) über: ..Piohlcine der jüdischen Jugend und die Aufgabe der S-itnle“. — Kftln: ZOG. Am 29. November: Der Vortrag von Kurt. GnMin.inn über: ״Pas Beruf.satBbüdungswerk der jilili! hen lugend" wird vc:..■hoben. — Am 2. Dezember: Arbeitskreis «I'. i i: .1. . -• Leipzig: Zionistischer tiruppenverband Mitteldeutschfand. Am 28. November Gruppenverbandstaß, Dresdener Straße 7. Um 11 Uhr Eröffnung: Dr. Hans f'ricdenlhal (Berlin): ״Die gegenwärligc Lage‘‘. f.GD. i. R. Altcrthum (Leip/ig): ״Unsere Winterarbclt'*, Um 15 Uhr: Kommissionen. Um 17 Uhr: Berichte über die Kommissions Sit/ungen. Chanukkah-Feier. Stuttgart! ZOG. Am 29. Xovcmbei, 20,311 G,u:c1!s!r. 30, tui 1 rt Lelner J. Makuwsky zwei Li. hibih H!:1 ::,1:׳ v ■r. di«׳ lu*br;i1«׳h erläutert werden. Familien-Nachrichten Frau Ulrike G i I 1 i s, Bi’ulhci! (Obt 1s■ n!e״lc!,), begeht am 3. Drzcmher dun 80. (lcburt.;t־ig. Herr Max II o f m a 1111, (״.:-.::״'״Je bei Pia!e (Mecldcr.burgj, begeht am 27. November den 70. Geieern״׳-. lleir B. I, e v; mul!neu Sophie, geh. David. Eberl ■ach (Bader») bet;mo,,n 15 10״. Nevuitvi׳ die goldene Hochzeit. Krau Sophie L1■ v v. ״eh. David, Eherbach (Baden), begeht am 2. Deaember den 75. Gebminag. Herr Nkuh.ni N a 1 h n, X׳.!;•e.ek 11, begeh: am 1. Dezember den 80. GehnrMag. BarmiiVsah Termin: Am 4. Dezember (30. KLIew): Walter K r i e - ü <■!. Sohn von Bern am Krieger, Mainz, Fladismarktstraße 34. — Norbert Simon Biek, S״lm von Arno Bick, Darmstadt, Bismarck* Straße 57. Juden und Jüdisches Im Rundtunk, Am Freitag, 20. November! .Mailand (369), 21: Siinomekonzcrt, Dir.: Bruno Walter. — Am Sonntag, 28. November: Radio Kairo (über den europäischen Sender): Alexander Bodanoif (Bariton) singt Lieder von Schumann, Schubert und awei Arien aus Opern von Lortzing. — Am Montag, 29. Noveniber: Wien (507), 18,50: Vortrag von Professor Dr. Egon Welle**. — Am Mittwoch, 1. Dezember: Monte Ceneri (257), 21: Komödie von Franz Molnar. Df• Chanukkah-Ausgabe des ״Mussa! Iwri“ erscheint in der kommenden Dienstag-Nummer. כ ü DIS CHE HEIRATSG ESUCHE Rechtsanwalt u. Notar Id Großstadt Amerika• wohnhaft, u Zt. in Deutschland, Anfang 30, mit guter Praxis, wünscht Heirat mit hübscher Jüdin ftwohlhah. Haus© Frau Cohn Wegesanda 96 Internationale Eheanbahnung Bmaiaischiii mit junger, hübscher, wirklich eiegantcr, jüdischer Dame, sucht zwecks spät. Ehe, Itttelilgenter, gutaussehend. Mann, Mitte dreißig, in erster ß«r- Üner Position. Bildzuschriften utit. T 827 nn Anz.-Abt. der Jüdisch. Rundschau, ßerlin W, Meinekcstr. 10 Jüdischer Xahnarst f, Einheirat entweder in ZahnpraxU oder Sn irgend ein guten anderes Unternehmen. Symp. Damen nur als Selbßtrcfl. mögen •Ich mit Bild melden, mchtanonym« Ea kommt nur Holland, Schweiz, Schweden- Norwegen, Belgien in Frage. Off. u. T 810 S. d. Anz.-Abt. Jüd. Rundschau, Berlin W 15 Amerikanerin Hudln), zur Zeit in Litauen, 30 Jahre alt, groß, schlank, danket, sucht einen Mann zwecks Heirat, mit Beruf od. Kapital, aus guter Familie, nach New York. Schrift!., evtl. m. Bild, an Frau 8. 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Hirsch. Berlin. Prtnzrsgenlsnstr. 75 bei Baer / Telephon» 8628 54

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