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Jüdische Rundschau · 1937-11-09 · Heft 89 (9.11.1937) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 89 (9.11.1937)
Date
1937-11-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89, 9. XI. 1937 Aus dem Reich Kölner Chronik Von unseren Berichterstattern Zionistisches Leben. Nach den Soiruiierferien begann die Arbeit der Kölner Zionistischen Vereinigung mit einer Sitzung <lcs Arbeitskreises, in der Kurt Birig über das Teilungsproblem sprach. Pr, Gerhard Buctow erörterte die Kapazität des projektierten Judenstaates. Bei einem KKL- Oneg zeigte Karl S t e i 11 \v e g den KICL-Liclitbildstreifen ״Hagalila“. Am 23. September sprach in einer Groß-Vcranstaltuiig Dr. Max Nußhaum über das Thema ״Der jüdische Staat — Ende einer Illusion oder neuer Anfang“. Am 30. Sep■ tembcr referierte in! Arheits- und Intensivkreis Arje Leib• man (Heclialu/.) über das Teilungsproblem. Die Misrachi• Ortsgruppe veranstaltete am 2. Oktober einen Oneg Schabbat, in dem Dr. Gerhard Buctow über das Thema ״A. D. Gordon" sprach. Am 7. Okt. hielt Dr. Lothar Rothschild (Saarbrücken) einen Vertrag über das Thema ״Juden in der Entscheidung“. Am 13. Okt. sprach Amtsgerkfitsrat i. R. Otto May über das Thema ״Mach dem Kongreß — Einwanderungs- und Wirtschaftsprableme des Judenstaatcs“. Am 26. Oktober hielt Kurt Go ldm a 11 n (Ncchaluz) einen Vortrag über ״Die Siedlungen in Palästina und das Leben der Landarbeitcr“. Eine rege Aussprache beschloß den Abend. Am U>, Oktober sprach Erich Lucas über ״Praktischen und politischen Zionismus״. Am 23. Oktober referierte im Ar- , beitskreis Karl S t e i n vv e g über ״Das Verkehrswesen im künftigen jüdischen Staat". In der Arbeitskreissitzung vom 28. Oktober erzählte Dr. Gerhard Bueto v von dem Er- Iebnis des Lehnit/er Seminars. Künstlerisches Leben. An der Spitze der Kulturbundverniisinltuugen im vergangenen Monat stand der Abend mit Alice K r i e g er-lsaac und Ruth K isch-Arndt. Die bekannte l’iaiii.-tin Kneger-Isaac vereinigt vornehmste Gestaltung und Beseeltheit des Klanges mit einer sauber durchgebildeten Technik, liire Programmfolg-t: umfaßte: Hartdels ״(irobschinied-Variattonen“, von Daqiiin ״Le Coucou“, Rameans ״Le rappel des oiseaux“, die ״Soiree de Vienne“, drei Marrlienhilder von Koriigokl und Chopins ״C-Moll* Prelude״. Auen als Begleiterin bewährte sich Frau Krieger- Isaac vortrefflich. Frau Kisch-Arndts große, schöne und geschmachvoll behandelte Stimme ist ebenfalls so oft gewertet worden, daß ihre Vorzüge nicht erneut festgestellt 7u werden brauchen. Nach Handels Xcrxcs-Aric, zwei altenglischen Liedern und einer italienischen Arie sang Frau Kisch jüdische und hebräische Lieder (von Heinrich Schallt, Julian (iuinpert, Herbert Fromm, I. Engel und Julius Chajes). Endloser Jubel im dicluheset/ten großen Saale des Gemeindehauses rang den beiden Künstlerinnen zahlreiche Zugaben ab. Der Abend, den Dcia Lipinskaja diesmal mit einem neuen Programm bestritt, zeigte wieder die Grazie und den Charme dieser unvergleichlichen Frau. Besonders gefielen die jüdischen Volkslieder, die russischen Batiernlieder, die Rechtfertigung der großen Amoureusen vor! Witt und der Brief einer verheirateten Frau von Fink. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß Stürme des Beifalls durch den Saal tobten. In der Begleitung, sowie in einigen stilistischen Darbietungen lernten wir in Walter Lazarus-Lajtai einen guten Klaviervirtuoseri kennen. Auch mit der Verpflichtung des Pianisten Erich Landerer hat der Kulturbund Rhein-Ruhr einen guten Griff getan. Länderer ist eine starke rhythmische Begabung. Sein wohllautender, fast singender Anschlag ist kernig, kraftvoll und plastisch in der Ausgestaltung. Er spielte Chopins Sonate H-Moll, die Fantasie F-Moll, mehrere Etüdc-n und Mazurkcn, Debussys ״Suite bergamasque“, sowie mehrere Werke von Ravel, Liszt und Liszt-Busoni. Ein weiterer Abend im Kulturbund stellte die noch junge Frankfurter Quartettvereinigung der Herren Drucker, Rainer, Karp und Edelstein vor. Im üesamtklang weist das Quartett einen überraschend schönen und clastisehen Ton und eine erfreuliche Differenzierung des Klanges aut. So kam Srnetanas E-Moll-Quartett zu ausgezeichneter Wirkung. Tochs interessante Spitzvveg-Serenade und Dvoraks prächtiges F-Dur-Quartett rundeten die Spielfolge ab. Nach längerer Pause veranstaltete die Jüdische Kunst gern ei 11 schaff einen Musiknachmittag, an dem sich Erna Mann-Salm und Ernst Drucker beteiligten. Mit viel Verve und starker Hingabe spielte Erna Mann zwei Preludes von Chopin und Drucker steuerte Tartinis Teufelstriller, die 12. Sonate von Paganini sowie mit Begleitung von Erna Mann Blocks ״Nigun-Baal Schein“ bei. Die Vortragsreihe des Jüdischen Lehrhauses eröffnete Rabbiner Dr. Eschelbacher (Düsseldorf) mit einer Rede über ״R. Akiba als Träger der mündlichen Lehre“. Frau Ottilie Schönewald (Bochum), die erste Vorsitzende des Jüdischen Frauenbundes, sprach über Geineinschaftsaufgaben, ihre Ziele und Grenzen. F. J. Ankündigungen Bamberg: Am 16. November, 20 Dir, ■spricht: Robb. Pr. Rothschild, Saarbrücken, über .,Juden in Palästina seit, Untergang des Staates". — Breslau: Hebräischer Sprachverein. Am 9. November, 20.30 Uhr, Restaurant Glogovvski, Schweidnitzer Stadtgraben 0■ .- Düsseldorf: ZOG. Art! 11. November. 20.30 Dir. G r,1׳!enlH־rger .Allee 18. Vortrag Pr. S. Wassermann: ״Pie gegen«״׳rtige wirtschaftliche und politische Situation in Palästina'־. — Makkabi. Am 13. November, 20 Dir, (irafenherger Alice 78, •Arbeitskreis zur Vorbereitung zur Makkabi- I.eistungsprüfung; Thema: ,Jüdische G f-chichte". — Gelsenkirchen: ZOG. An! 10. November. 20.30 Dir. There-ionstr. 5. Dr. S. Wassermann: ״Pie wirtschaftliche und politische Situation in Palästina". — Hagen: ZOG. Am 9. November, 20.30 Uhr, Gemeindehaus Potthoffitrnße. Dr. 8• Wassermann: .,Pie wirUehaft liehe Ural polnische Situation in Palästina“. — Hannovers Jüdischer Kulturbund. Am 13. und 14. November, 20.15 Uhr, Gerhard Ränder (Violine), in der Turnhalle, Bergstr. 8; am Flügel: John Mandelluod. — M.-Gladbach: Makkabi. Am 9. NovcmfxT, 20.30 Uhr, Uu<le!njert!Ar. 59, Vortrag Pr. Fritz lkenberg, Düsseldorf: ״Ansgewählte Kapitel aus dem Peel-Bericht". — Wuppertal: ZOG. Am 10. November, 20.30 Uhr, Gemeindehaus, im Intensivkrcis, Dr. Fritz lkenberg: ,,Au-- gewählte Kapitel aus dem Peel-Bericht1׳, Barmizwah-Termine: Am 13. November (9. Kislew): Wolff Möller, Sohn von Ivan Möller, Breslau, WiUniantistr. 8. — Am 20. November (16. Kislew): Hans Markewitz. Sohn von R..-A, Moritz Markowitz, Beuthm (O.-S.), Gartenstr. 17. ieA&pA&Ktyt ü* debk/etl Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Nr. 4. Walter Hirsch, Villa Pazzi, Pian dei Giullari (Fireine), Italien, sucht Emil Tennenbaum, zuletzt Palästina, vorher Hachscharah in Dänemark, früher wohnhaft in Hannover. Nr. 5. Mgr. iur. Benjamin M. Weinstein, Poznan (Poland), Marsz. Focha 27, sucht Aron und Leon Warmbad, Konin, dann Lodz, zuletzt Argentinien und mögl. USA. Jüdische Bezirksschule in Kreuzburg (O.-S.). Auf einer Beratung des Obersclilesischen Synagogengemeinde-Vcrbandes, die am 31. Oktober in Gleiwitz in Anwesenheit des Sachbearbeiters des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Max Birnbaum, Berlin, stattfand, wurde beschlossen, in Kreuzburg־ eine jüdische Bezirksvoiksscluile für die Orte Kreuzburg, Rosenberg, Gutteutag, Landsberg, Pitsehen und Konstadt zu begründen. Sobald die Auswahl des Lehrers getroffen ist, wird die Schule eröffnet werden. Die Firma Vortrupp, Jüdischer Bucliverlag, Berlin, bereitet eine aktuelle Schriftenreihe: ״Jüdische Wirklichkeit heute“ vor, von der die beiden ersten Hefte: Hans Joachim Sc hoeps: Zur jüdisch-religiösen Gegen wartslagc, undGünther F riedländer: Jüdische Jugend zwischen gestern und morgen, im Dezember erscheinen sollen. Autoren der^vveitcren Hefte sind: Hanns R e i s s n c r, Schalom Ben Chorin u. a. Sechs bis acht Hefte sind für jedes Jahr geplant. Das Einzelhcft wird 0,<)0 RM. kosten und aut dem Wege der Subskription bei Abiiahmeverpflidvtung auf die Dauer eines Jalires 0,75 RM. Moriz Seeler inszeniert für den Kulturbund Rhein- Ruhr die Komödie ״Achtung — frisch gestrichen!“ von Renfi Faire liois. Juden und Jüdisches iin Rundtunk. Am Mittwoch, 10. November: War.chau (1339), 21: (Tiopin-Kotizcrt, Dir.: <'׳. Fitdberg. — Am Sonnabend, 1.3. November: London Regimiul, 21.10: Franz, Osborn (Klavier) und Max Kostal (Violine) •.picien Sonaten von Beethoven, Pebussv und Schubert. ANTWORTEN DER REDAKTION Berliner Leser. Sie haben mit Ihrem Vorschlag recht. Die Jüdische Winterhilfe hat noch genügend Zeit, um bis zum 20. November ihren Wunsch, (i e s e 11 sc h a f t s to i 1 e 1t e bei der Premiere von ״Engen Onegin“ zugunsten der Winterhilf« anzulegen, zu widerrufen. Au.lt wenn mau sich derartige Ankündigungen vorher überlegen soll, mtiB man dafür Verständnis haben, daß iibcral! einmal ein derartiger Lapsus Vorkommen kann. C. Falk, Breslau. Ihre Idee, die Palästinafrage durch die Schaffung der ״Vereinigten Staaten von Vorderasien“ zu lösen, ist gewiß bemerkenswert. Dieser Gedanke wurde bereits wiederholt erörtert, aber die Dinge scheinen vorläufig dafür ebensowenig reif zu sein wie etwa für die Vereinigten Staa* ten von Europa. Dieses Ziel muß aber jedenfalls ange״ strebt werden. FRA N K FU ßT a. M. ELZE Persianer, Fohlen Süderiaense zu besonders günstigen Preisen Feinste Mößanfertigung u. Um/irbHtung Peii-Hosenbium Kiirsrhncrmeister er. 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