Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 57 (20.7.1937)
- Date
- 1937-07-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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jüdische Rundschau SCHAU Nr. 57, 20. JULI 1937 ״Die Czardasfürstin‘ 1■■*■*■׳m ZUR BÜHf Der Kulturbund brachte als ״Sommertheater" die Operette ״Die Czardasfürstin" von Kalman. Die Premiere fand am Montag abend, 19. Juli, statt. Wir werden eine Besprechung in der nächsten Nummer veröffentlichen. Hier bringen wir eine während des Spiels gemachte Szenenaufnahme. Foto: l*«ul Hnnmi» Jüdische Frühzeit wird lebendig Der Vortrag von Professor Sukenik Der angekündigte Gemeiiideabend am Donnerstag, bei dem Prof. Sukenik von der Hebräischen Universität Jeru- Salem über seine Arbeit sprechen sollte, hatte eine große Schar von Zuhörern in die Synagoge Priiuregentcnstraße gelockt, die den berühmten üast zu sehen und zu hören wünschten. Freilich wird maneher unbefriedigt wieder fortgegangen sein, denn die schwierigen akustischen Beliitigungen des Raumes machten es besonders in den entfernteren Sitzreihen sehr schwierig, dem Vortrag zu folgen, zumal ja auch der Gegenstand den meisten Anwesenden nur wenig vertraut war. Dennoch war das, was Prof. Sukenik über die letzten Ausgrabungen in Samaria berichtete, nicht nur äußerst spannenei für jeden, der sich in den Geist vergangener Zeiten zu versetzen weiß, sondern er bot auch wichtige neue Erkenntnisse. Nach einer hcrz.lidun Begrüßung durch Direktor Heinrich!Stahl berichtete Prof. Sukenik an Hand zahlreicher Lichtbilder von den Arbeiten, die er mit einer Reihe von Kollegen in den letzten Jahren in Samaria (dem bibiischen Schomron) geleistet hat. Ls gelang dort, die Reste eines '1 empels ausztigraben, den i terodes dem Augustus gebaut hat. Wir sahen im Bilde die noch erhaltenen Grundmauern des Khnigspalastes und au zahlreichen Photos zeigte Sukenik Manerreste, die aut eine sehr solide Bauarbeit der alten Israeliten schließen lasse. Man fand schließlich in der Stadtmauer ein ungewöhnlich konstruiertes Stadttor, das von nur einem Turm flankiert gewesen und für den Durchzug größerer Menschenmassen sehr unbequem gewesen sein muß. Ls gibt auch Lunde, die auf die Architektur des alten Schonnon schließen lassen. Man fand ionische Kapitale mit allerdings manchen eigenartigen Abwandlungen. Von Bedeutung sind ferner die Gräberfunde in Höhlen, in deren Vorkammern sich Vertiefungen fanden, wo man Tierknochen und ähnliche Dinge entdeckte, die darauf schließen lassen, daß diese Vertiefungen zu Totenkultzwecken gedient haben müssen — ein wichtiger Beweis für die Ausübung eines Totenkults in Samaria, gegen den bekanntlich die Propheten zu Felde zogen. Unter den ausgegrabeiien Scherbett fand man auch eine Reihe solcher, die der Astarte gewidmet waren; auch dies wieder ein Beweis für das Vorhandensein eines Totenkults, Im letzten Kapitel des 1. Buchs der Könige wird von dem elfenbeinernen Palast des Königs Achab berichtet, eine Angabe, die die Archäologen früher dahin deuteten, daß der Baustein ein elfenbeinartiges Aussehen gehabt haben muß. Jetzt aber haben sich eine Menge von Elfenbeinschnitzereien angefunden, von denen Sukenik einige großartige Beispiele zeigte. Es ist also die Angabe der Bibel keineswegs als völlig phantastisch von der Hand zu weisen. Wir sahen ferner Abbildungen eines Cherub mit Löwenkörper und Flügeln; der Gelehrte ist der Ansicht, daß so ungefähr die Cherubim des salomonischen Tempels vorzustellen sind. Diese Funde stammen wahrscheinlich aus der Zeit Jehus. Darüber hinaus hat man auch mit althebräischen Lettern beschriftete Scherben gefunden, die Sukeni-k nicht früher als vor dem S. Jahrhundert ansetzen möchte, also etwa der Zeit Jerobeams II. Andere Photos wieder, auf denen man Astarie-Figurcu mit Kindern auf dem Schoße sah, führen in den Bereich der Fruchtharkeitsritcii in altisraelitischer Zeit. Schön geformte Topfe und Kannen gaben einen Einblick in ein hochstehendes Handwerk. Zum Schluß zeigte Sukenik eine israelitische Inschrift, auf der nur das Wort אשר (der, welcher) zu lesen und die vielleicht als eine Bauinschnft zu deuten ot. Die Bedeutung dieses Fundes liegt darin, daß er uns beweist, daß sieh die alten jüdischen Gescluchts- Schreiber offenbar auf (ieschiehisqiiellen stütz.en konnten. Der Vortrag gab mir eine kurze Auswahl aus dem ganzen Reichtum der in Samniia gemachten Funde, und man darf aut eine Veröffentlichung gespannt sein, die uns mit diesem Ausgrabungwverk recht bald genauer vertraut machen wird. Der Abend fand seinen Abschluß in zwei Ansprachen von Dr. Paul Eppstein um! l)r. Konrad Kaiser, die dem Vortragenden den Dank fur seine Darlegungen aussprachen und die Zuhörer auf die• Bedeutung der Hebräischen Universität für ein jüdisches Kulturleben hinwiesen. N. Rücktritt Kareskis aus dem Gemeinde-Vorstand Am vergangenen Freitag ist der stellvertretende Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Georg Kareski, aus seinem Amt als Mitglied des Gemeindevorstandes ausgeschieden. Wie wir hören, wird noch in dieser Woche die Gemeindevertretung zusammenberufen werden, um Uber die Gründe Aufschluß zu erhalten ind die Ersatzwahl für den Gemeindevorstand vorzunehmen. Im Kunstsalon Marta Gärte! (Passauer Str. 2) ״•h es kürzlich gemalte modische Kleinigkeiten zu sehen. Sic /;Igt u. a. einen gemalten Seidenschal mit anmutigen Tenniss;.i:Lrinnen mit tänzerisch beschwingter Bewegung in hellen zarte 1 Farben. Der Kunstsalon seihst hat eine eigene Note. Modisch׳ Kleinigkeiten und neue Strandmäntel, elegante Bluseusclileifen, Taschen und Ansteckblumen in der Farbe zu den Handschuhen passend, finden sich in der Umgebung von gutem Porzellan, schönen Gläsern, Holztellern und tarbenscliöneu Decken für den Kaffeetisch. Irgendeine Einzelheit, wie solch ein kleiner Kragen aus irischer Häkelei auf einer weißen Sommerbluse, kennzeichnen den Gegenstand' als ein persönlieh gewähltes kleines Schmuckstück. Ein Lampenschirm mit einer aparten Ausschneidcarbeit, aus Glanzpapier herausgeschnittene Tierg, die anderen Seiten zeigen das farbige Papier in Blumen — ist eine Arbeit der Pianistin Eilen Epstein, die gleichzeitig in der Kunst des Silhouettenschneidens bekannt ist. R. M. Die Jugendalijah-Schulungskurse, Berlin N, Oranienburger Straße 31, nehmen am 2. August wieder den Unterricht auf. Schulentlassene Jugendliche, die beabsichtigen, nach Palästina auszuwandern, sollen vor Beginn ihrer Ausbildung in Jugendalijah oder Mittleren-Hachscharah eine Vorschulung im Hebräischen, in jüdischen und allgemeinen Fächern, sowie Werkunterricht erhalten. Die Leitung liegt in Händen von Dr. Elek Stern. Netianmekiungen am 30. Juli zwischen 10 und 12 Uhr in der! Unterrichtsräumen, sowie in der Sprechstunde am Mittwoch zwischen 10—11 Uhr. Die Berliner Ortsgruppe der Agudas Jisroe! hat folgende Kandidaten für die Delegiertenwahl zur ״Kncssio Gedaulo“ aufgestellt: a) als Delegierte: Jacob Levy, Rabb. Dr. Hermann Klein, Dr. phii. Maximilian Landau, Rabb. Dr. H. A. Golm, Fischl Gelernter, Josef Nagel; b) als Ersatzdelegierte: Markus Neuberger, Rabb. Dr. Michael Munk, Jakob Posen jun., Moses Feldmann. Der Todestag von Dr. Theodor Simon, Wannsee, jährt sich am 23. Juli zum zweiten Male. Dies gibt Veranlassung, wieder auf die bald nach seinem Tode im Verlag Kedem herausgegebenen ״Essays'‘ hinzuweisen, in denen die ganze Eigenart und liebenswerte Persönlichkeit des Verstorbenen aufbewahrt sind. Ankündigungen Fotogruppe T’munah. Am 21. Juli, 20.30 Uhr, Kantstr. 54, Kurt Strauß: Bildreportage (Vorführung von Theater- und Varietä-Aufnahmen, Streiflichter vom jüdischen Sport usw.). Der Kibbuz der Junggruppen der BZV. in Klar Saba benötigt dringend eine Bohrmaschine für 220 Volt, Wechselstrom, ferner Haushaltungsgegcnstände, sowie Werkzeuge, Bett- und Tischwäsche jeder Art, desgleichen Schallplauen und Musikinstrumente. Meldungen an. die Maskiruth der Junggruppen, VV 15, Meinekestr. 10, Zimmer 1® (91 90 31, Apparat 19), ab 16 tJhr. Juden und Jüdisches im Rundfunk Mittwoch, 21. Juli: M.-Ostrau (270), 18: Lieder von Gustav Mahler. — Paris (432), 20.10: U. a. Mendelssohn; Schallplatten Fritz Kreisler, Jeh. Menuhin. — Bukarest, 20.30: Klavierkonzert Sofie Selzmann. — Donnerstag, 22. Juli: Brünn, Deutsche Sendung, 18: Felix Langer: £esellschaftsstil und seelische Form. — Bern, 18.40: J. Kühl spricht über Palästina. — Beromünster (540), 19.30: Walther Victor: ״Warum man Picht weiß, wann Heine geboren ist!“ — Paris (1648), 20.30: ״Messias“ von Händel. — Lyon (322), 20.30: La Perichole von Offenbach. Die Jüdische Buch-Vereinigung erinnert ihre Mitglieder daran, daß die Auswahlkartcn, aie der letzten Veröffentlichung der Jüdischen Buch-Vereinigung beigelegen haben und auf denen die Mitglieder angeben sollen, welches Buch sie int September zu erhalten wünschen, bis zum 20. Juli in der Zentrale der Jüdischen Buch-Vereinigung eingegangen sein müssen. Mitglieder, die bis zu diesem Zeitpunkt die rote Karte nicht .ausgefüllt haben, erhalten das Memoirenwerk von Professor S. Dubnow ״Mein Leben“. Die erste Ergänzung zum ״Sozial- und Wirtschaftsrecht, ausgewählt und bearbeitet für die Bedürfnisse der Juden in Deutschland“, von Ministerialrat a. D. Fritz Wittelshöfer — Nr. X der Schriften der Zentralwohlfahrtsstelle und der Abteilung Wirtschaftshilfe bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland — ist erschienen. Die 40 Blatt starke Lieferung (Preis 1,50 RM.) geht den früheren Beziehern in den nächsten Tagen zu; Neubezieher erhalten das Buch einschließlich der Ergänzung zum bisherigen Preis von 3,80 RM. _ Das A u s s i g e r Stadttheater hat zwei Bühnenwerke des in Berlin lebenden Komponisten James Rothstein, die heitere Volksoper ״Die Brautschau“ (Text von Ernst Huldschinsky und Friedr. Zelnik) und das einaktige musikalische Lustspiel ״Jasmin“ (Text von Leo Heller und Rieh, Wurmfeld) zur Aufführung (bzw. Uraufführung) für die nächste Spielzeit in Aussicht genommen. Prof. Sukenik Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV Hanea Mittwoch, 21, hti, 20.30 Uhr Konditorei Hansa, Flensburger Straße 19 Rudolf Ahraham: Unsere Stellung zum PeeUBerJcbt, Kritische Analyse des Bericht* der fCönigl. Kommission, Frledrfchshain Mittwoch, 31. Juli, 20.30 Uhr B'/.V-Heim, Landsberger Straße 87 sifhf Anzeige. SUdost Donnerstag, 22. ftili, 20.30 Uhr BZV-Heim, Brückenstr. 9 Walter Schwarz: Der Bericht der Königlichen Kommt!* sion — Kritische Analyse L0tzt8rTag der schekel-AKtion Die Schekel-Aktion wird heute — Dienstag — unwiderruflich beendet. Alle noch im Umlauf befindlichen Schekelblock« müssen bis ׳Dienstag, dem 20. Juli, 12 Uhr, im Büro der BZV, W 15, Meinekestr. 10, Zimmer 75, abgerechnet und die gesammelten Beträge abgeliefert sein. Später eingehende Blocks und Beträge können beider Mandatsherechnung nicht mehr berücksichtigt werden. Die strikte Einhaltung dieses Termins ist deshalb dringend erforderlich. BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Mittwoch, den 21. Juli, 20.30 Uhr BZV-Hilm, Lind.btrg.r StrlB« 87 DR. 0EORQ JOSEPHTHAL DR. DAVID SCHLOSSBERQ Der Bericht der Königlichen Kommission. Unsere Antwort BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIQUNQ OfTO TOTO MAX RIEGEL Lief. d. Krankenk. ,"1"^ Mitgi.d. j.Hdw.-V. Pariser Str. 28 29 JOlivaer Platz» Ruf 925582 Benutzen Sie bitte unseren Schnelldienst für Famiilennachrichien und QaleganhelUanzeigan. Auf An• ruf 91 90 31, Apparat 89, werden Sie besucht und fachkundig beraten Anzeigen - Verwaltung 7 Pf. an 37 Mod. Opel M, Kadett, Olympia, StB 4ft OZA 1 2 Ltr. lui-Kabr.'lifn. Caurbiftrtitraßi 18, Eck• Klsiststr. «■1*^ j UNTERRICHT Kinderheim michentiori d.bbnm 1 elefon: Michendorf 304 — Bin. 925J34 Spanisch Enal lach Saragossa, Oxford, Staat!, geprüft, preisw. (auch Schnellkurse), Marg. Stafnberg, Berlin. Ruf: 91 54 25 Englisch Franz. / Ital. Ueberaetzangen Individuell. Unterricht. Ella Hlnzelmaan, ehemal. Lektorin im Ausw. 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