Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 44 (4.6.1937)
- Date
- 1937-06-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 10 JOniSCHS RUNDSCHAU Nr. 44, 4. VI. 1937 Die Anleihe von Tel Aviv Von unserem palästinensischen Berichterstatter gl. Tel Aviv, 26. Mai 1937 Das schnelle Wachstum von Tel Aviv hat in den letzten Jahren bei allen Besuchern immer neue Verwunderung und Bewunderung hcrvorgeriifen. Entwickelte sich doch aus einem kleinen, reichlich provinziellen und engen Städtchen mit rasender Schnelligkeit die modernste und größte Stadt des Landes, die sich Jahr für Jahr ausbreitete und verbesserte. Cierade dieses reiliendc Wachstum jedoch hatte auch seine Schattenseiten. Insbesondere kam vielfach der leitende administrierende Apparat mit dem Wachstum nicht mit, und es fehlten dieser Stadt vielfach die technischen Voraus- Setzungen' für ihre sanitäre Beaufsichtigung, die Regelung ihrer Lebensmittelversorgung und die Erziehung ihrer immer wachsenden Kinderschar. Unter diesen Umständen mußte man Wege suchen, um die nötigen Mittel lür den Ausbau lebenswichtiger Dienste, wie Wasserversorgung, entsprechende Drainage, Markthallen und Schulbauten zu schaffe!'(. Da der Kredit der Stadt im Auslande gut war, fand sich auch für die Stadtverwaltung die Möglichkeit, entsprechende Anleihen -MAGISTER KIRSCH- Der gute Likör Maginter-LIkörfabrik, München VII. In (*•Hlnm bsiUtu durch dl• Wslngroßhandlung Bernhard Breuer, Burgilreße 3 / Ruf! 5143 40 ‘״■ra<v 1ווויחור *fl ־׳■ך*■ Lin rilm-Lxperiment zu bekommen. Die ״Prudential Assurance Company“ war bereit, der Stadt drei verschiedene Anleihen für die genannten Zwecke zu gehen, führ diese wie für alle finanziellen Operationen war jedoch nicht nur der Beschluß des Stadtrats, sondern auch die Bestätigung der Regierung notwendig. Seit sehr langer Zeit gehen bereits die Verhandlungen mit den Behörden um die Bestätigung der Anleihen, und immer neue Verzögerungen verhindern ihre Realisierung und damit die Ausführung der geplanten Arbeiten. In einer der letzten Sitzungen des Stadtrats legte der Bürgermeister einen Brief des D i s t r i k t s k o m - misse, rs vor, der sich mit dieser wichtigen Frage beschüftigt. Danach scheint die Regierung, bevor ihre Zustimmung erteilt wird, von der Stadtverwaltung einen genauen Plan zu verlangen, aus welchen Steuern sie die Anleihe zu verzinsen und zu amortisieren beabsichtigt. Es handelt sich um drei Projekte: eine Anleihe ftir zusätzliche Schulbauten, eine für die Errichtung einer neuen Markthalle und eine für I) r a i n a g c!1 n c! W a s s e r. Im ganzen wird die Anleihe 11!ו c r eine Million Pfund betragen. Alle diese Pl.'inc sind außerordentlich wichtig. Die Enge in den bestehenden Schulen ist groß, vielfach wird in zwei Schichten, vormittags und nachmittags, unterrichtet, weil die Gebäude nicht ausreichen. Eine entsprechende!Markthalle ist für die Aufbewahrung der Lebensmittel gerade in dem hiesigen Klima von großer Bedeutung, und was für die Stadt die Einfiih rting eitler modernen Drainage und entsprechender Wasserversorgung ausmacht, bedarf keiner weiteren Erklärungen. Es ist zu hoffen, daß das Verlaggen der Regierung nach einer genauen Angabe der Steuerqueilen, aus denen die Anleihe gedeckt werden soll, nicht eine neue Ver* zögerung in der Ausführung der Arbeiten bedeutet. Nach den ersten Diskussionen 711 urteilen, wird in der Munizipalität noch auszumachen sein, ob die Hausbesitzer oder die Mieter für die neue Steuer haftbar gemacht werden, und dabei wird es vermutlich etliche Schwierigkeiten geben. Nicht nur die Projekte selbst verlangen jedoch ihre baldige Ausführung, sondern sie würden zugleich eine neue wichtige Arbeitsquelle bedeuten. Gerade jetzt, wo die Lage auf dem Arbeitsmarkte sich nach Abschluß der Orangensaison erheblich verschlechtert!nt, ist d'c״er Gesichtspunkt der baldige Beginn großer öffentlicher Arbeiten, von besonderem Gewicht. Im Zusammenhang mit der Diskussion des Drainage- Projekts hat einer der Stadträte, Felix Rosen bl ii t h, nocli die Frage aufgeworfen, ofr der Anschluß der Abwässer auch wirklich so eingerichtet wird, daß er ftir die Stadt keine Belästigung bedeutet. Nach seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß der Plan besteht, die Abwässer ins Meer hinauszuleiten, und zwar gerade an einer Stelle, die nach Verwirklichung des Gninbbitt-Planes zur Stranäentwickhmg als hauptsächlicher Badestrand gedacht ist. Wenn wirklich eine solche Gefahr besteht, daß bei einer derartigen Anlage der Drainage ein wichtiger — vielleicht der einzige verbleibende — Teil des Strandes auch noch unbrauchbar gemacht wird, so müßte dringend gegen eine derartige Gestaltung des Projektes protestiert werden. Fs ist eine sonderbare Tatsache, daß das Publikum in Tel Aviv über technische Projekte lebenswichtiger Art so lange im unklaren gehalten wird, bis es vor einer vollendeten Tatsache steht. Ein klassisches Beispiel für diesen Zustand ist der (inzwischen von der Regierung genenmigte — Red.) ״G r ii n b I a 11 - PI a n’׳, wo erst nach langem Schweigen eine Diskussion einsetz.te. Es muß dafür gesorgt werden, daß wichtige Projekte, die mit der Entwickriing der Stadt verbunden sind, vor ihrer Beschließung Gründlicher erörtert׳ und genruft werden. Es können dabei eitler vermiede׳:! werden, und zugleich wird das Publikum zur verantwortlichen Mitarbeit an praktischen öffentlichen Fragen erzogen und herangezogen. Ben Uris Horizontalfilme Wieder eine neue Alilah, diesmal — die chinesische. Die neuen Olim treffen in Haifa ein; sie können nur Chinesisch, aber im Zeitalter der Technik gibt es keine Sprach- Schwierigkeiten mehr. Die Technik hat eine eigene, internationale Sprache geschaffen, die Sprache der technischen Zeichnung und Formel. Palästina wird ein Sammelpunkt aller Sprachen der Weit; jeder Einwohner bezeichnet durch farbige Bändchen die Sprache oder die Sprachen, die er kennt. Jeder sieht auf einen Blick, mit wem er sich verständigen kann. Mitteilungen für die Allgemeinheit, Straßenschilder, Plakate sind aus Bildern und Symbolen zusammengesetzt. Die Flerzl* Straße macht der Kopf Hcrzls kenntlich, die Technikum- Straße eine Abbildung der Technikumsfront. Der Arbeitsanfseher verständigt sich durch leicht verständliche Schreie mit den Arbeitern, durch die Zeichnung mit dem Ingenieur; der Sekretär des Arbeitsnachweises jedoch muß ein Sprachgenie sein. Der chinesische Oleh Schim-On-T sc hing findet sich zunächst gut zurecht, obwohl er nur Chinesisch kann. Bald aber stößt er an die Grenzen der Bildersprache: für seine Beziehungen zu einer freundlichen Bachurah reichen die technischen Formeln und Schreie nicht aus. In ihrem Kibbuz sieht und hört er nur Hebräisch und lernt die Zusammengehörigkrit kennen, die aus der Verständ:gungsmöglichkeit erwächst. Er wird in den Kibbuz eiutreten und Hebräisch lernen: ein Volk braucht eben doch eine gemeinsanie Sprache. Das ist in kurzem der Inhalt von ״Schim-On-Tsching, das Schicksal der Sprache im Zeitalter der Technik zur Zeit des Aufbaus des Landes“, des neuen Horizontalfilms von Ben Uri, dem Erfinder dieser neuen Darstcllungsform, der diesen letzten Film (den ersten farbig ausgefiinrten) im Aufträge der Haifaer Histadrutl! für deren Werbung zur Verbreitung der Kenntnis der hebräischen Sprache 11ergestellt hat. — Horizontalfilm, das ist eine Transparentlolie von 5,5 cm Breite, auf dein das Bild also mit 5,5 cm Höhe gezeichnet wird (Miniaturgraphik). Der Film enthält keine Einzelbilder, sondern eine durchgehende, nur gelcgentlieh unterbrochene Zeichnung, die durch horizontales Abrollen in der Apparatur, also von rechts nach links panoramaartig Vom Anfang bis zum Ende vor dem Zuschauer vorbeiwandert. Auf der Leinwand erscheint ein Ausschnitt der Zeichnung, deren Lauftempo durch verschieden schnelles Abrollen reguliert werden kann. Die Technik der Zeichnung ist etwa die einer sich drehenden Filmkamera: Landschaft und Menschen stehen je nach ihrer Entfernung groß oder klein im Raum, große Dinge im Vordergrund verdecken Nebensächlichkeiten im Hintergrund; wie mit der Filmkamera werden die Dinge in Großaufnahme herangeholt oder in der Ferne zum Verscnwinden gebracht, während das Band vorbeigleitet und so Bewegung in das an sich stehende Bild bringt. — Von besonderer Eindringlichkeit sind Ben Uris wuchtig herangeholte Köpfe, die ungemein plastisch auf der Leinwand stehen. Das Verfahfen des ״Horizontnifilms“ ist von Ben Uri aus der Technik der Laterna magica und aus der Kunstform der Friese, Bildreliefs, der chinesischen und japanischen ßildcrrollen und der Mcgillah entwickelt worden. Die ersten Anfänge 1922—1927 bestanden aus Zeichnungen auf Ölgetränktem Butterbrotpapier, an dessen Steile also heute ein spezieiles, durchsichtiges Material tritt. Die Themen der gezeichneten Geschichten waren ursprünglich Reproduktions-Bildaufsätze nach Wilhelm Busch usw., die bald durch jüdische Stoffe ersetzt wurden. Die erste Aufführung eines Horizontalfilms fand 1927 bei der Chanukkah-Fcier der .,Kadimah“ in den Spichernsälen, Berlin, mit den ״Feldzügen der Makkabaer“ auf einer normalen Kinoapparatur mit Vorsatzgerät statt. In den folgenden Jahren wurden u. a. produziert die Geschichte Esters, der Fall Chananiel, 3 Juden ziehen ln die Welt. 1936 erschien ״Das Erwachen des Volkes“ nach Esrah und Nehemia, 1936/37 ״Bajamim Hahem Bas’man Haseh1' (eine Satire auf die Assimilation in Form einer Wochenschau aus dem Jahre 170 v. Ch.) und als letztes ״Schim-On-Tsching“ mit palästinensischen Motiven. Alfred Markus, Haifa Der ״Geburtstag des Propheten“ Von unserem palästinensischen Korrespondenten g 1. T e 1 A v i v, 26. Mal 1937 Mit Feuerwerk, Fahnen und Prozessionen feierten die Moslems in Palästina in diesen Tagen den ״Geburtstag des Propheten“. Während ein paar Tage davor, während der Krönungsfeierlichkeit für den englischen König, die Araber sich von allen Feiern zurückhielten, ihre Viertel im Dunkel hielten, sich nicht an den Illuminationen und Zcremonien beteiligten, hot der moslemische Rat am Gehurtstag des Propheten alles auf, um ihn zu einem möglichst glänzenden Fest zu gestalten: Illuminationen, Feuerwerk, Aufzüge, besondere Gottesdienste in den Moscheen, In der Omar-Moschee auf dem Tempelpiatz in Jerusalem las der Mufti selbst den ״Maulid“ ,die Geschichte des Propheten, und der eindrucksvolle Gottesdienst wurde durch spezielle Arrangements zum ersten Male im Jerusalemer Radio durchgegeben. Diese Feiern hatten jedoch, obwohl sie bei einer rellgiSscn Gelegenheit stattfanden und von einer religiösen Institution, nämlich dem Obersten Arabischen Rat, arrangiert wurden, nicht nur einen religiösen, sondern ebenso sehr einen Politischen Charakter. In sonstigen Jahren wird dieser eiertag bei den Moslems nicht in so stark demonstrativer Art begangen. Und außerdem hörte man auf den Straßen die bekannten politischen, nationalen Losungen und Schlagworte, und der Schmuck der arabischen Viertel bestand neben Lichtern und Flaggen aus den Bildern europäischer Staatsmänner, zugleich mit dein Anführer der Rehellengruppen des palästinensischen Aufstandes, Fauzi el Kankji. Damit war den Veranstaltungen eine politische Note gegeben, die auch von bestimmten arabischen Zeitungen klar unterstrichen wurde. Die Polizei hat in diesen Tagen wie immer bei solchen Gelegenheiten in Bereitschaft gestanden, jedoch die verschiedenen Veranstaltungen mit großer Vorsicht und Nachsicht behandelt, und unter diesen Umständen ist der Geburtstag des Propheten ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen, ein Faktum, das bei der heutigen Stimmung im Lande besonders zu vermerken ist. Union der Chaluzverbände Auf Veranlassung der Immigrations-Abteilung der Jewish Agency wurde ein Vertrag zwischen dem Hechaluz, dem Hechaluz Hamisrachi und den beiden Hechaluzverljfinden der Allgemeinen Zionisten zwecks Errichtung einer Union aller Hcchaluzverhände unterzeichnet. Die Tätigkeit dieser neuen Union soll in folgendem bestehen: gemeinsame Vertretung innerhalb der Zionistischen Organisation und den Institutionen, die sich mit Hachscharah beschäftigen; Regelung aller finanziellen Angelegenheiten; die Errichtung gemeinsamer medizinischer Hilfsinstitutionen; gemeinsame Regelung aller Hechahiz-Angelegcnheiten; die Errichtung einer Arbeitsvermitthingsstätte und regelmäßige Zusammenkünfte, um die Probleme der Chaluzbeweguttg gemeinsam zu studieren. Die Vertretung der netigegrfmdefen Vereinigung hat in Ihrer ersten Versammlung b״sch!ossen, eine Delegation aktiver Arbeiter aus der Kihhtiz-Rcweguntr zwecks Stärkung der Hachscharah in den Kibbuzim der Diaspora nach Europa zu entsenden. __ Kurse palästinensischer Wertpapiere. Am 27. Mal hatten die wichtigsten palästinensischen Wertpapiere in Tel Aviv folgende Kurse: Allgemeine Hypothekenbank 5 e'olge Pfand* briefe 39/55 98*6 ״'״ige Pfandbriefe 34 54, 6 °41ge kum. Vorzugsaktien 11214, gewöhnliche Inhaberaktien 118*4, P. L. D. C. gewöhnliche Inhaberaktien 91, 6 ״׳״ige kum. Vorzugsaktien 93' , Keren Kajemeth Leiisrael 2>,5 ",öige Pfandbriefe 69 Bizur Ltd. 6 ״״ige Pfandbriefe 99. Zum angeblichen Ueherfall auf den Mufti Angesichts der Kommentare, die ihre früheren Meldüngen über den Zwischenfall hervorgerufen haben, in dem der Mufti und jüdische Autoreisende die Flauptfiguren waren, hat die Polizei eine weitere Meldung veröffentlicht. Sie erklärt, nunmehr die Gewißheit zu haben, daß die Passagiere des Autos keinerlei Ueherfall auf irgend jemanden beabsichtigten. Der Vorfall scheint sich folgendermaßen abgespielt zu haben: Jüdisehe Ausflügler, die im Auto nach Jerusalem zurückfuhren, hatten kurz vor der Stadt eine Panne; der Chauffeur machte sich an die Reparatur, während die Passagiere ebenfalls ausstiegen. In diesem Moment fuhr der Wagen des Mufti vorbei und gleichzeitig ertönte ein Schuß, den die luden ftir das Signal zu einem Ueherfall auf sie hielten. Die Begleiter des Mufti faßten den Verdacht, daß die Juden geschossen hatten; es wird jedoch angenommen, daß der Schuß von Arabern abgefeuert wurde, die sich versteckt hielten, um einen Ueberfail auf den Mufti auszuführen. (S. auch Seite 1.) Ein großer Bodenprozeß Vor dem Bezirksgericht in |affa begann einer der {größten Prozesse, die in Palästina geführt worden sind. Es handelt sich um die Klage der Erben des Sultans Abdul Hamid, die für sich den gesamten Grundbesitz in Palästina in Anspruch nehmen, der auf den Namen des Sultans registriert war. Zunächst wird ein Spitzenprozeß über 4500 Dun am des Dorfes Muharka bei Jaffa geführt. Dieser Prozeß hat eine lange Vorgeschichte. Er wurde zunächst beim gemischten Schicdsgcrichtshof im Haag anhängig gemacht. Der Haager Gerichtshof erklärte sich jedoch ftir unzuständig. Wegen der großen Bedeutung des Prozesses wurden von den Parteien große Vorbereitungen getroffen. Die Palästlnaregierung wird von zwei Rechtsanwälten aus London vertreten, die besondere Sachkunde im türkischen Recht besitzen. Wie wir hören, werden auch Vertreter verschiedener Nachbarländer Beobachter hierher entsenden, da sie an dem Ausgang des Prozesses Interessiert sind. Das Oericht beschloß, daß die Regierung den Nachweis zu erbringen habe, daß die Erben des Sultans das Eigentumsrecht an den Sultans- Ländereien verloren haben, obwohl sie im Besitze gültiger Kuschane sind. Von der Woche Eine Deklaration wurde vom Obersten Arabischen Komitee veröffentlicht, in welcher energisch auf den^ arabisehen Forderungen bestanden wird. Ganz besonders wird der Opposition gegen eine Teilung Palästinas Ausdruck Verliehen. In der Deklaration heißt es ferner, daß Palästina einen Teil der arabischen Länder darstelle. Aus arabischer Quelle erfährt ״Dawar“, daß auf die Protesttelegramme und Protestschreiben des Mufti an die arabischen Fürsten wegen der letzten S c h e d u I e nur eine einzige Antwort eingetroffen sei, nämlich ein nichtssagendes Telegramm des Königs Ibn Saud. Von den anderen Fürsten ging überhaupt keine Antwort ein. Das angebliche Antworttelegramm des Imam Yahvah vom Jemen sei erfunden. Das Oberste Komitee sei nicht in der Lage gewesen, den Text dieses Telegrammes nach Jaffa zu übermitteln. Im Aufträge des Obersten Arabischen Komitees in Palästina ist Dr. Izzat Tannous in den Vereinigten Staaten zu Propagandazwecken eingetroffen. Er erklärte, den Juden Palästinas drohe die Gefahr eines viel heftigeren Araberaufruhrs als cs der frühere war, wenn die jüdische Einwanderung nicht eingestellt wird. Aus arabischen Kreisen laufen bei der Polizei zahlreiche Anzeigen wegen erhaltener Drohbriefe und verübter Diebstähle ein". Auf das Haus des Scheich Al-Khatib in Haifa wurden zum zweiten Male Schüsse gefeuert. Vor drei Tagen drangen Terroristen ins Haus, um beim Scheich Geld zu erpressen; es gelang ihm jedoch, ihnen zu entgehen. Die arabischen Droschkenkutscher von Jaffa haben beim High Commissioner um eine Audienz angesucht, um ihm ihre Forderung nach Wiederherstellung ihres Rechts auf Befahren Tel Avivs zu unterbreiten, Die Entziehung dieses Rechtes, die aus verwaltungstcchnischcn Gründen erfolgte, beraube sic ihrer Existenz. Das Erscheinen der arabischen Zeitung ״Fe lest in“ wurde von den Behörden auf vier Tage verboten. Man glaubt, daß dies auf einen Artikel zurückzuführen ist, in welchem die Regierung angegriffen wird, weil sie illegale jüdische Ein• Wanderer freigelassen hat, anstatt sie zu d'eportieren. An der Feier aus Anlaß der Einbringung der ersten Ernte der neuen jüdischen Siedlung Massada haben etwa 100Q Menschen aus den umliegenden Siedlungen teilgenommen. In Massadah und Ejn Ha kor eh, den im Jordan• tal mit den Mitteln des Arlosoroff-Fonds gegründeten Sied• lungen, fanden am Donnerstag aus Anlaß des vierten Todes• tages Arlosoroffs Gedenkfeiern statt. Martin Buber ist in Palästina eingetroffen, um seine im nächsten Semester beginnende Lehrtätigkeit an der Universität Jerusalem vorzubereiten. Die jüdischen Flüchtlinge, die während der vor• jährigen Unruhen Jaffa verlassen mußten und vorüber• gehend in Ri sc hon le Zion untergebracht worden sind, naben vor dem Stadthaus in Tel Aviv eine stürmische Kundgebung veranstaltet. Sie versuchten, in das Gebäude einzudringen, um eine endgültige Regelung ihrer Unterbrin• gung zu verlangen. Die Demonstranten wurden von der Polizei zerstreut. Drei Personen wurden verhaftet. (Siehe unserc heutige Umschau ״Soziale Arbeit“, Seite 11.) In Verfolg der Vereinbarung zwischen der Histadruth und der Organisation revisionistischer Arbeiter wurde in Tel Aviv ein gemeinsames Arbeitsamt eröffnet, das die Besetzung von Arbeitsstellen im Baugewerbe und bei öffentlichen Arbeiten zur Aufgabe haben wird. (Vgl. Umschau ״Arbeiter-Fragen““, Seite 11.) Die erste bedeutende Landung von Passagieren seit den Unruhen wurde am 1. Juni in Jaffa vollzogen, als der Dampfer ״Strathmore“ 650 Touristen aus England ausschiffte. Chanoch Sprey, ein 23jähriger Arbeiter aus Deutsch• land, kam infolge "eines Unfalls beim Sprengen in einem Steinbruch hei Menachemia ums Leben. Ein anderer Arbeiter wurde leicht verletzt. Das erste Budget der Stadtverwaltung Pefach T i k - wah zeigt, daß die Einnahmen sich auf £ 33 000 beliefen und die Ausgaben auf £ 31000. Die Teilnehmer an einem von den Allgemeinen Zionisten, Gruppe B, in Tel Aviv einberufenen Massenmeeting haben eine Entschließung gefaßt, in der sie sich für die Abhaltung des nächsten Zionistenkongresses in Washington aussprechen. Die Wahlen zum XX. Zionistenkongreß werden in Palästina am 7. Juli stattfinden. AeuOerste Preise (Or Teppiche - Gardinen - Läufer TEPPICHHAUS ZENTRUM Berlin C 2, Spandauor Strafte an der Königsiraße