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Jüdische Rundschau · 1937-05-04 · Heft 35 (4.5.1937) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 35 (4.5.1937)
Date
1937-05-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
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JDDiSCHE RUNDSCHAU BERLINER RUNDSCHAU Nr. 35, 4. MAI 1937 „Don Pasquale" im Kulturbund orina (Rita Atlasz). Es ist kein Zufall, daß sich die Oper in Italien zuerst in prunkender Blüte erschloß und insbesondere in der „Commedia dcll' arte" ihre eigenste Spielform fand: dieser Opernsrattung, der ursprünglich redende und singende Komiker: Buffo parlante und Buffo cantante den Namen gaben und unter diesem Namen beinahe 200 Jahre das Reservoire für echte Volkst)eiu>t.gung wurde, un „Barbier" von Rossini ihre Höchstform fand, um nach dem nochmaligen Aufflackern der Donizcttischcn Buffoopern völlig 711 versiegen. Erst jetzt in der jüngsten Zeit werden diese Faden wieder aufgenommen (Woiff-Ferrari). Doni/etti gab sein Bestes in den Werken, in denen das mclodicselige Italien mit seinen Menschen lebendig wird. Mit allen Vorzügen, aber auch allen Schwachen, die einem solchen Werk .iml'ch sind,schrieb er den Don Pasquale, einen Opernstoff verarbeitend, an dein sich Pegeln erfolgreich erproben; einem ehelüsternen Alten Heiraten gründlich zu verleiden., ihn in der eigenen Falle fangen, so da Li er an Leih und Seele übel zugerichtet allzu irdischen Freuden valet sagt. Da Donizetti die <ie>ang>part!ei! ilu-er Oper bestimmten Darstellern zudachte, seine Anforderungen in diesem Rahmen weit genug spannen konnte, nimmt ein registerreicher buffonesker üesang mit Teichen Vcr/icningsknnsten einen grollen Raum in seiner Partitur ein. Damit wird e^ klar, dal! bei allem Tempo und wirkungsvoller Straffung der Handlung das Wohl und Wehe der Aufführung von den gesanglichen Leistungen abhangt. Fs gelang dem Berliner Kulturbund bei der ungleichmäßigen Auswahl der Darsteller, eine eindrucksvolle Auffuhrung zustande/abringen. Die Aufführung versuchte in Bild, Bewegung und Spiel den Buffogcist zu beschworen, in den einzelnen Szenen austoben zu lassen. Fs gelang, soweit ihn Heinz Condell bildnerisch in Farben, in Kostüm und Maske festhielt, ihn auf die Räume der Drehbühne stilisiert aufteilte, wirksam und glaubhaft; soweit ihn Kurt Bau mann in der Regie zu bannen wußte, weniger im Ziisanitnenspiel, das wir uns gelockerter, naturlicher, einfallsreicher gedacht hatten, als in der Charakterisierung des Einzelspiels, der schauspielerischen Geste. Die Inkarnation des Buffogeistes: Don Pasquale füllte Gerhard Pech n er mit der Komik dieses Alten; fast stieg in uns Mitgefühl für diesen geplagten und seiner anmaßenden Wünsche wegen allzu gestraften Hahnrei auf; vielleicht hätte diese Figur mehr Stilisiertheit nach der komischen Seite hin vertragen. Doch entschädigte das Meiischlichiiberzeugendc, das uns Rechner mit viel Lebendigkeit, einem geschwätzigen aufgeregten Parlando — zwischendurch manch edellinige Kantilenc — mitteilte. Den Doktor Malatesta gab Wilhelm Out t mann auch alles in überlegener schauspielerischer Geste und überzeugender Beherrschung dieser heiklen Gesangspartie. In der ebenso dankbaren, wie gesanglich schwierigen Rolle der jungen Witwe Norina hell Rita Atlasz wieder alle Skalen ihres natürlichen Temperaments spielen, alle Register weiblicher Verführungskünste, wandlungsfähig von einer naiven, dummnasigen Landpomeranze bis zu einem von allen Furien angestachelten Weibsteufcl. Eine Darstellung, die sich im Laufe der Aufführung zu gesangliehen Höhepunkten steigern konnte. Ernst Krasso vermochte als Ernesto in einer Serenade hinter der Szene Verständnis für seine stimmlichen Vorzüge, den metallisch wohlklingenden Schmelz seines Organs zu wecken, doch hätte er sich, abgesehen von einer gewissen darstellerischen Gleichförmigkeit von inneren Unfreiheiten in konsequenter Selbstzucht zu befreien. Die musikalische Aufführung und die Einstudierung der Chöre lag in den Händen Berthold Sanders. Wer die künstlerische Feinarbeit Sanders an seinen Chören kennt, hätte auch in der Orchesterführung diese subtile Klangabtönung gewünscht. Bei der ausgesprochenen Musikalität Sanders müßte ihm das ein Leichtes sein. Die Chöre verrieten, von tonlichen Schwankungen in der Serenade abgesehen, im Gesinde-Chor, der, sehr wirkungsvoll, wiederalte das 2ii : den Achtung: Kinderl Heute ist der letzte Termin zur Ablieferung der Arbeiten, die euren Eindruck vom Palästinafilm „Hatikwah" wiedergeben sollen. Die besten Arbeiten werden in der nächsten Kinder-Rundschau zu Schawuoth veröffentlicht, und werden außerdem mit Büchern und Spielen prämiiert. Die Ablieferung muß jedoch noch heut e in der Redaktion der „Jüdischen Rundschau", Berlin W 15, Meinekcstr. 10, unter Angabe eurer Adresse und eures Alters erfolgen. •'»»triiJitirfiiisttiiitiiifitrffiifiJiiiittjiiiiiiMif ji)iiiijiifttJiitii;iJi)Jt)ttt>iiii]iiitiiji(iiiijifitjiitt*ifitiitii*iiiiiiii)iiiiittij)itit»C]in«-- „Hatikwah" vor Kindern Ruthchen konnte erst so hoch nicht gucken, Denn sie ist noch nicht so groß. Dann bekam der kleine Walter Schlucken. Ruthchen kletterte auf Mutlers Schoß. Endlich als zum letzten Mal die Klingel Bimmelle, da hört' Peter, der Schlingel Auf zu quasseln, und der Film ging los. Und der Film ging los. Mit einem Male Jeder kleine Mund still stand. Alle Kinderaugen aus dem Saale Starren wie gebannt zur weißen Wand. Bilder ziehn herauf: Kampf, Wüste, Steine Arbeit, Menschen, Juden, deine, meine Menschen, Juden: unser Judenland! Siehste, fing er endlich an, der Peter (Und wie gerne macht' er mit!), Siehste den Chaluz, da vorne geht er, Ist mein Bruder, ich erkenn den Schritt! Ruthchen in die Augen kam was Nasses. Wußte nicht genau, warum, vergaß es Und sang tahfer die Hatikwah mit. L. H. »rt iitiiiii(iM*iEtir(siiiiiiitii{(iiiiii!iitiiitf ■«■■iirii«i(itiiit»i(ifiiiiitiiiiiiitiiiMif ttiiiiiitiifiiitititiiitiiiiitiiiitttif Hilf itii(iiiiia<«M«>«n)t Dr. Malatesta (Wilhelm CuttmannJ; Don Pasquale (Gerhard Vtchner) und Ernesto (Krasso). Kotoi: 3Abraham holt werden mußte, die sorgsame Arbeit Sanders. Für die kleine Rolle des Notars traf Julius Kuthan die komische Pointe. Ein Sondcrbeifall nach der Ouvertüre für den Dirigenten Sander und das Orchester, viele Hervorrufe durch das begeisterte Publikum sprachen für den Erfolg des Abends. Dr. Jakob Schön berg Ankündigungen Durchwanderer in Berlin. Die Jüdische Gemeinde zu Berlin empfing in der vergangenen Woche Durchwandererbesuch aus Kowno, der sich für einen Tag auf der Durchreise nach Palästina hier aufhielt. Nach einem Empfang am Schlesisclicn' Bahnhof wurden die 30"Gäste nach jder Blumenstraße gebracht, wo sie im Namen des Gemeindevorstandes von Herrn Mose vi us begrüßt wurden- Sodann wurden die Gäste von Herrn Walter durch jüdische Stätten Berlins geführt.__ Familien« Nachrichten Herr Jonathan M i r h e 1 s o h n. Vetler des verstorbenen Nobelpreisträgers Professor Alber! Michelsohn in Kalifornien, (eiert in geistiger und körperlicher FrUrhe seinen 89. Geburtstag im Heim seiner Tochter. Frau Hedwig Salomen, Berlin NW, Lessing.ir. 36. Achtung! Aufführung des Hatikwah-Films für Jugendliche um! Erwerbslose. Des großen Erfolges wegen wird die Jugend-Veranstaltung am 5. Mai, 17.15 Uhr, im Iiiiidervercinshaus, Ktnfürstenstr. 115-116, wiederholt. Eintrittspreis für Jugendliche bis zu 16 Jahren 0,40 RM. — Zu der gleichen Veranstaltung haben Erwerbslose und Wohlfahrtsempfiinger gegen Ausweis Zut in. Eintrittspreis 0,30 RM. Der Jüdische Kulturbund teilt mit: Die erfolgreichen Aufführungen der neuen Revue: „Bitte, einsteigen", von Willy Rosen und Max Ehrlich, werden in der Kleinkuiuthiihne. jetzt im Brüdervereinshaus, Kurfürsienstr. 115-116, mit Max Ehrlich am 6. Mai, 20.30 Uhr, wieder aufgenommen. Achtung! Hebräischer Anlängerkur« von Dr, Kalcko. Die Damen und Herren, die sich für den neuen hebräischen Anfängerkurs von Dr. Kalöko gemeldet J-.atten, werden gebeten, in den nächsten Tagcci ihre Adresse schriftlich oder telcphonisch bei der Kulturabteilung der BZV., "Meinekcstr. 10, Zimmer 79 (Tel. 91 90 31, Apparat 79), anzugeben. Kbruortver'egung. Der Lieder- und' Duett-Abend von Kammersängerin Ottilie Mctzgcr-Laltermann und Erbard Wechselmann in der Joseph- Lchmann-Schule, Joaehimsthaler Str. 13, findet nicht am 10., sondern am 11. Mai, 20.15 Uhr, statt. Bei der Trauerfeier für Dr. Max Kollenscher, die in der SyiKjoge Pestalozzistraße stattfand, trug Oberkantor Katz -Cohen mit großer Innigkeit das El mole rachamim vor. HATIKWAH Dokumente einer Hoffnung Der erste historische Palästina - Film Mittwoch, 5. Mal, 20.30 Uhr Brüder verein »haut, Kurf.ir<»fn^!rsHc 11 *> 11* Amptncfir : K.-A. Dr, Alfred Raubaa, Vm-sTfivflfnt fit-s DeuHchfn Makk.-.bikreise* KaMm nt UM O.fiO,! K»irfurst.Mldarmn ISS «traft* 1 l.!>n>7-!..vi H^^-K^n*)..!':•-' Apatit. S«S:nefr, V , 1 .'VI jiKÜM Kr Rundichüu, Mnnekestr. 10; Cafe L**on, Kufhh. Mn«.«. IV*t*|o77istr. IS; Kond, Schneider, Kleis!- ,-. T-Aulrnm:^r. '»; W. Kühwald. Wilm., Berhner Stt. ,r /*"- S*;/t*'ir V>; \Vn<kt T.tnnenws!d. Si«°^nuind«hof 15; f K.hn\%ür, 7-i; Zigarren - Kp*.trm. Jrru.vn'.emf r Str. 9 Ferner 17.15 Uhr: Sonderveranstaltung für Erwerbslos» gegen Auf weis «od jugendliche Arupr.it!.c: Harn Gärtner KflrVn 7» .11) Kpf. (für KrwerlisW); 40 Rpf. (für Juerrsrt'licJtf); 70 Rpf. (für Begleitpersonen) Judurh* Rundschn j. Memekestrnß* 10, und «n der Kam« Montag, 10. Mai, 20.30 Uhr Musiker-VereinHhauR, Kaiser - Wilhelm - Straß« 31 Ampr.nrhe: Dr. Han* Capell Karten zu RM 0.60, 0.M0. 1.— hei Salle«, Grrnadierstraflf .10; Adlwiiein, Alte Schönhauser Straße 5K; Kondit, Dohrin, Spnndnuer Brücke 7; Apoth. Sulinger, N*hic Komastr. 74; Buchhandlung Goruer, Oranienburger Str. 26; Buchhandlung Poppelauer, Neue Fnedriehstr. 59; Zijr«rren-£pstein, Jerusalemer Str. 9 Eintritt nur für Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft PALÄSTINA-FILMSTELLE DER ZVfD. VERMIETUNGEN AN G E BOTE Gepfl. Familienheim Kaiserallee 31a, hptr. rechts med. Komfort . Zimmer mit fließendem Waswi, mit Volt- oder Teilpeniion, auch (ür Chepaar, frei. 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Mal, 20.15 Uhr Jonchimsthaler Str. 13 (Aula der Joseph Lehmann-Schule) DR. DAVID SCHLOSSBER« ,,8inn nml üHöglichkeiten einer jüdi§chen Renai§ganceu Zutritt nur für Mitglieder des Jüdischen Kulturhundes mit göltig'em Au«, weis und Vortrajfsmarke Aditiingl Termliiverlegunal Mittwoch, 26. Mai, 20.30 Uhr, Muctlkor- Vereinsheus, Kaiser-Wilhelm-StrtBt 3t Theater-Abend der Kleinkunstgruppe des Bezirks DIE BEIDEN KUNELEMEL KemBdle naeh A. Qoldladen Rejrie: M. WIHelaohn Musik: W. Welntraub Techn. Ltjr.: F. Finder Krten tu RM 0,75—1,25 bei: Adleratem, Alte Schönhauser Strafl« 58; Kond. Dobrin, An der Spandauer Brücke 7; Buchhdly. Salle», Grenadier«tra8e 30; Wiener Cafe, Alte Schönhauser StraBc U : Reataurant Kimelfeld, Rosenthaler Str. 32; Buchdruckerei Lacher, Lothringer Straße 34-35 BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG / BEZIRK ZENTRUM-NORD

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