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Jüdische Rundschau · 1937-04-23 · Heft 32 (23.4.1937) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 32 (23.4.1937)
Date
1937-04-23
Page
– (sequence 15)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU SPORT CHiV Nr. 32, 23. APRIL 1937 Berliner Fußballer in Palästina Die letzten Spiele Dte beiden letzten Spiele auf ihrer Palästinareise absolvierte der Berliner Bar Kochba-Hakoah am 7. und 10. April in Tibcrias und Haifa. In Tiberias fand an Stelle des vorgesehenen Spieles pegen Makkabi ein Spiel gegen eine starke englische Militär-Auswahlmannschaft statt. Der Platz war hart und steinig und ließ ein körperliches Spiel wegen seiner Gefährlichkeit nicht zu. Die englische Mannschaft setzte sich Max Baer entscheidend geschlagen Der halbjüdische Boxer Max Baer, der vor nicht langer Zeit in überraschendem Anstieg die Weltmeisterschaft der Berufsboxer im Schwergewicht erobert hatte, ist, nachdem er durch seine Niederlage im Weltmeisterschaftskampf gegen Braddock weit zurückgeworfen worden war, bei dem Versuch eines cotne back so entscheidend geschlagen worden, daß seine Laufbahn damit erledigt sein dürfte. Auf Grund seines Namens war ihm in London der junge Halbschwergcwichtsmeistcr Großbritanniens und des Empire, Tommy F a r r, entgegengestellt worden. Tommy Farr beherrschte Max Baer wahrend des ganzen Kampfes überlegen und erlangte einen haushohen Punktsieg. ausschließlich aus routinierten Spielern zusammen, die hervorragende technische Leistungen boten und die aufopfernd kämpfenden Berliner systematisch zermürbten. Bis zur Pause war das Spiel völlig ausgeglichen, und Korn im Berliner Tor ließ nur einen unnaitbaren Ball passieren. In der zweiten Halbzeit machten sich die Anstrengungen des vierten Spieles innerhalb einer Woche stark bemerkbar, so daß die Engländer alimählich das Heft völlig in die Hand nehmen konnten und durch drei weitere Tore den Berlinern mit 0 :4 das Nachsehen gaben. In Haifa gelangte das letzte Spiel gegen Makkabi nim Austrag. Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden, die auch einen packenden Kampf zu sehen bekamen, den die Berliner Gäste mit viel Pech nur 1 :1 gestalten konnten. Sie lieferten eines der besten Spiele der ganzen Tournee, zeigten die technisch besseren Leistungen und kämpften mit seltener Hingabe, um das Schlußspiel siegreich zu beenden. Aber das Schicksal wollte ihnen den verdienten Sieg nicht lassen. Ein reguläres Tor kurz nach Beginn wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt, weil ein Stürmer angeblich „die Hand im Spiele" gehabt haben soll. Ein Elfmeter in der letzten Spielphase wurde von Rohrstock zwar placiert geschossen, vom Haifaer Hüter aber in famoser Manier gehalten. Trotz allem ließ sich die Mannschaft nicht entmutigen, und verbissen kämpfte sie bis zum Schlußpfiff um den Siegtreffer, der aber ausblieb. — Die beiden Tore fielen bereits kurz nach Beginn. Im Anschluß an einen Strafstoß konnte Czupper den Ball mit Bombenschuß ins Toder Gegners senden, aber schcm_fiiae, Minute später glich der famose Haifaer.. Mittelstürmer mit unhaltbarem Schrägschuß aus. Ein Rückblick Spieler und Begleiter blieben noch bis zum 19. April in Haifa, um sich von den Strapazen zu erholen und dantt die Heimreise antreten. Es lohnt sich, einen kurzen Rückblick über die in Palästina verlebten Tage zu geben, die so reich waren an interessanten Erlebnissen und die allen Beteiligten einen AN6EBOTE Erl. Kindergärtnerin mit Nähkennln., nachmittags 3—8 Uhr, per 1. 5. g-esucht Telefon. 97 60 29. 9-10 und 4-5 Junger mann, top Expedition srwjnet, bevor*, bis 25 Jahre, gaeatht. Sonnabends Beschlossen. M. KanfmAnn, Dirk«enstr.45.Vorstcll. auch ScmntagiKMUhr Perf. Hausangestellte för Komiort. Haushalt jjesueht. Hilfe vorhanden. Frau Boa., Wilm., KaUaralle« 301 Für 2-Pers.-Hsush. m. 2 jähr. Knaben suche ich p. »oi. 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Die Gäste wurden herzlich empfangen, aber schon nach zwei Tagen begann die sportliche Tätigkeit und damit die erste Enttäuschung und Ueberrascbung. Die 1:7-Niederlage gegen Makkabi Tel-Awiw und die folgende 0: 7-Schlappe gegen Makkabi-Abschalom Petach-Tikwah deprimierte die Mannschaft so stark, daß es längere Zeit bedurfte, bis sie sich wieder auf sich selbst besann und ihr Selbstvertrauen wiederfand. Dann allerdings wurde sie ihrer sportlichen Aufgabe vollauf gerecht und absolvierte die weiteren Spiele mit dem nötigen Ernst und ohne Hemmungen. Die Spielergebnisse lauteten: 20. 3. in Tel-Awiw gegen Makkabi 27. 3. in Petach-Tikwah gegen Makkabi 2. 4. in Ness Ziona gegen Makkabi 3. 4. in Rechowoth gegen Auswahlmannschaft 5. 4. in Nataniah gegen Makkabi 7. 4. in Tiberias geg. engl. Milit.-Auswahlmschft. 0:4 10. 4. in Haifa gegen Makkabi 1:1 In 7 Spielen 2 Siege, 2 Unentschieden und 3 Niederlagen, das ist das Ergebnis des sportlichen Teils der Heise, und es wirft ein Licht auf das starke Spiclniveau des palästinensischen Fußball, der allerdings unter ganz anderen Verhältnissen als in Mitteleuropa gespielt wird. Der MannschaftsfUlirer orzflhlt: Doch lassen wir den Mannschaftsführer Hans Ringel selbst seine Eindrücke schildern: „Zunächst möchte ich feststellen, daß wir nicht mit der besten Mannschaft reisen konnten und daher von vornherein geschwächt die Spiele bestreiten mußten. Wir hatten eine schwere Ueberfahrt, alle Spieler waren seekrank, und schon am zweiten Tage nach unserer Ankunft mußten wir gegen den schwersten Gegner, Makkabi Tel-Awiw, antreten. Man bedenke, wir kamen aus dem Winter in den Sommer, mit geschwächter Mannschaft, ohne Zeit zu haben, uns zu akklimatisieren. Es war ein Fehler, uns gleich den besten Gegner vorzusetzen. Dazu kam, daß man in Palästina nur auf Sandplätzen spielt, die teilweise sehr weich sind. An solche Plätze muß man sich erst gewöhnen, und es bedarf großer Ausdauer und Energie, um auf solchen Plätzen ein Spiel von zweimal dreiviertel Stunden durchzuhalten. Die Tel-Awiwer Makkabi-Mannschaft verfügt über hervorragendes Können. Wir waren über ihre Spielstärke sehr überrascht. Unter diesen Umständen mußten wir das Spiel hoch verlieren; vor solchem Gegner muß man Achtung haben. Gegen Makkabi Petach-Tikwah spielten wir schon bedeutend besser, und bis zur Pause konnten wir das Spiel sogar leicht überlegen gestalten. Als aber kurz nach dem Wiederanpfiff 3 Tore in kurzen Abständen in unserem Netz landeten, war es mit den Nerven unserer Spieler vorbei, und so niufiten wir wieder eine hohe Niederlage einstecken. Aber Petach-Tikwah ist der vorjährige Pokalsieger, der alle palästinensischen Mannschaften zur Strecke brachte und auf eigenem Platz kaum zu schlagen ist. ' In Ness Ziona endlich konnten wir unseren ersten Sieg erringen. Die Aufnahme war hier besonders herzlich, die Organisation vorbildlich. Wir hatten die beste Stimmung, aber die Hitze an diesem Tage war erdrückend, es wurden etwa 40" gemessen. Besonderen Dank gebührt dem Vorsitzenden des Makkabi, Herrn Arnstein, und dem Herrn Bürgermeister Boxer, der seine Räume uns als Treffpunkt für alle Angelegenheiten zur Verfügung stellte. STELLENMARKT Säuglingsschwester Klaiarfrfutalfl od. besondere geeij. Fräulein, befähigt Jahr altes Kind zu pflegen, für ute Dauerstellung?es. An?eb. unt. : 980 a. Ani-Abt. d. JOd. Runds*.. Berlin gesucht per sofort, die in Buchhaltg- Erfaliruny hat, auBerh. Berlins. Offerten mit Bild erw. unt. R 996 an Anz.-Abt. d. Jüd. Rundschau, W15, Meinekestr. 10 ifill StlCtl6 >um alsbaldigen Eintritt eine nerfaict. stenotvvistin die Stenographie und Schreibmaschine völlig beherrscht. 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Wieder überraschte uns der angenehme timpfang; besonders hat sich der frühere österreichische Langsfreckenmeistcr Walter F ran kl um uns bemüht. Auf sehr schlechtem, harten Matz mußten wir uns mit einem 2:2-Unentschieden zufrieden geben; aber mit etwas weniger Pech hatten wir auch hier den Sieg erringen müssen. Von Nataniah fuhren wir über Haifa nach Tiberias. liier war ein besonderer Empfang für uns vorbereitet. Makkabi Hazair bildete bei unserem Fin/ug Spalier, eine Musikkapelle spielte zum Fmpfang und viele Menschen standen auf den Straßen, um lins freundschaftlich zu begrüßen. Das Spiel gegen die englische Militär-Auswahlmannschaft verloren wir hoch mit 0:1, der Gegner war aber wirklich hochklassig und unsere Spieler waren zum Schluß stark ermüdet, denn wir spielten das vierte Spiel im Laufe von sechs lagen! Unsere letzte Etappe, Haifa, erreichten wir am 9. April. Die Aufnahme war hier wieder recht, herzlich, die Organisation aber etwas schleppend. Wir spielten bei großem Sturm, und nach dem Spiel setzte ein wolkenbruchartiger Regen ein, der einen KäJteeinbruch zur Folge hatte. Nach dem Spiel waren wir bei einem Neschef im Makkabi-I leim mit künstlerischen Darbietungen der jungen Makkabi-Mitgliedcr. Als Oesamteindruck möchte ich zusammenfassen, daß das sportliche Niveau sich seit der letzten Makk.ihiah außerordentlich gehoben hat. Die palästinensischen Fußballer sind große Kämpfer, ausdauernd und flink und dabei auch technisch gut durchgebildet. Ls ist reicher Nachwuchs vorhanden, und der Sport hat hier eine große Zukunft. Wir müssen noch viel an uns arbeiten, wenn wir bei ihr kommenden Makkabiah ein ernstes Wort mitsprechen sollen. Die P!atmrh:iltni«RC sind allerdings noch «ehr schlecht und auch die Organisation läßt viel /u wünschen ulnig. Wir harten den Eindruck, daß es an den kleinen Plätzen viel besser klappt, ab in den grollen Städten. Dort ist der Gegensatz, der Vereine zu groß und die Fuhrer nicht stark genug, um den Sport mit System in die richtigen Hahnen zu lenken. Hoffentlich wird es in dieser Beziehung mit der Zeit besser werden, denn bei dem vorhandenen Material wäre eine Zersplitterung ein Schallen, der nicht aufgewogen werden kann. Jedenfalls haben wir alle die Feststellung gemacht, daß es in Erez Israel im Sport mit Riesenschritten vorwärts geht." _ Kurt B e n j a in i n Makkabi Tel-Awiw gesperrt Die durch ihre Amerikarelse schnell berühmt gewordene Fußballmannschaft des Makkabi Tel- A w i w ist vom Makkabi Erez Israel gesperrt worden; zwei Spieler der Mannschaft wurden auf Lebenszeit, die übrigen auf zwei Jahre disqualifiziert. Anlaß zu dieser harten, aber notwendigen Maßnahme war das Verhalten der Mannschaft anläßlich eines Spieles, das sie In Tel-Awiw gegen den griechischen Fußballmeister „Ares" 'austragen sollte. Die Spieler der Mannschaft, die der Ansicht waren, daß die Leitung des Vereins nicht genügend für ihre Unterbringung im Wirtschaftsleben gesorgt hätte, versuchte, durch Nichtantreten und durch Verteilung von Handzetteln an die erschienenen Zuschauer ihre Forderungen durchzusetzen. So bedauerlich die Maßnahme an sich ist, durch die die stärkste Fußballmannschaft Palästinas außer Gefecht gesetzt wurde, so erfreulich Ist es, daß die Leitung des Makkabi Erez Israel die Wahrung des sportlichen Ethos über den Gesichtspunkt augenblicklicher Erfolge gestellt hat. Wliwe 55 J., jr«iund, iJrtabhSngiy, die «.«Ibiinndi? den Haushalt Seiten kann, sacht in f>«umloiem Haushalt oder hm etrmln. Herrn, wo etw. Hilf* vnrh Stellnny. An«, u. R.R.1ÖÜ an WESTAG, Dortmund, fWr Crilian 20 KorsBttbranche Dan.*, 34 J„ in leitender Stell, in größerer KorMttfnbrtk, F.lnk., Kalk., firm in Zuiamrn«nfieHurtf einer cntkl. Kollrktinn, prrt in tämtl. Bßrearb., sucht «ich ><■ verändern, Ino. Auii., Holland u. Schweix bev. Angeh. unt. R 873 a. die An*,.Abt. d. Jüd. Rundlich. Sine ShMHpfticUl ht es für jtden Arbeitgeber, Zeugnisabschriften, Bilder utw. sofort wieder an die Bewerber zurückzusenden. Den Stellun^i ii chendfn empfehlen wir jedoch dringend, keine Originalzeuynime oder snnitis;e wichtige Unterlagen, sondern nur Abschriften ihrem ßexotrbungnchreibtn beizufügen und diese auf der Rück* «elf« mit Namen und genauer Adresse zu versehen. oanhiöGsieilier Abitur, njlhrif» GroßbanktMijkeit, sucht paaatnd* Batüflgung Slaich welch«- ßr&Rche. Angebote unt, [ 066 an Hia Anz.'Abt. d«r Judischsn Rundschau, Berlin W 15, Kcinitlwatr. 10 •MMÄhl-« Hfcri*! pjte frsni. uid rnjl. Sprachk.. sucht Stallama; a. rCormsf... gute Alli.-Bild«;., treu u. »uv»rlSisi(f.Off.u. R 972 an d. Ans-Abt. rl.Jfld. Rdsch.. Meinelculr. 10 Sprachgew. Hamburger Jurist Mitt« 40, mit lang. Anw»)t*pr«». u. I* Raf.. i. pate. w,rkunf«kr«ii in Hamb arg, evtl. mit spät. Anjreb. unter R 957 an eile An?.. Abt d. jQd, Rundschau, M«in«k««tr. Langjährig i* r, m ibslnndijff r Geschäftsführer der Scfiuhbranche, deun, Auf»»» 30. ««cht % ntutn Wlrkungikrtlt. la Rpfcrcn/^ti und Z.hi/ü^.* v ^Knni-icn. Anüfb.,., R 955 ... Am- AV. Jü.L K„nd«l..vu Hausangestellter sucht per biddljrnt Stellung, evtl, tfsjfeo Kost und l.oifl«, 7. Zt. Rheinland. Anjfeb. unter R S89 sn die Art/eitffm - Abtei!un| der jüd. Rundschau, W 15, Meinekestr. 10 Sprechstundenhilfe perf. in div. $p«.-F«ch., Zahnarzt, s. Stell». «of. otl. spät., KnM*n.,br»-eiig.. Schmbmaich. HfttB*, Grunew., Xftnigt&lfe» 11 a. Tel. 97 26 52 Her-DeKoraieur jader Brancha mit la E m pleh I u n g s » chr-a Iban ist noch einig« Tage frtl Erich Kahn Eschwega fWerra) / t.i. 2042 Perl. Hausdiener ■uchHauagehilte,ni(M?.. 1. 5. Stell, fr. Zurkof, Btrlln, Llttrenüurger Str. »3,1. Et;., b. Boa« Nach Ahtolviara. einer HaushflHunjrsschule u. 1 Jahr Arbeit im Haush suche ich per 1. Juli er. Posten in der Küche eine« Großbetriebe», mtigHehit rituall. 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