Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 42 (1937)
- Issue
- Heft 15 (23.2.1937)
- Date
- 1937-02-23
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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JODISCHE RUNDSCHAU AUS DEM REICH Nr. 15, 23. FEBRUAR 1937 Künstlerisches und geistiges Leben Aachen. Bei einem Konzert für die Winterhilfe entzückte Paula Salomon-Lindherß (Berlin) die Hörer mit ihrer schönen Altstimme. Sie brachte deutsche und hebräische Gesänge?u Gehör. Oberkantor Alt (Aachen) bewies aufs neue in Sologesängen und in einem Iwrith-Duett mit Frau Lindberg seine reife Sangeskur.st. Das Orgelspiel von Herrn Dusch (Aachen) war vorzüglich. Augsburg. Am 7. Februar fand unter Leitung des Dirigenten Dr. Walter Tcutsch ein Konzert statt, in dessen Mittelpunkt vier Gemischte (-höre des Komponisten Hugo Kau der (Wien) standen. Der Synagogenchor löste seine Aufgabe mit beachtlichem Können. Edith B u x b a u m sang Lieder von Dvorak und Schubert, Frl. Lichtenaucr Arien und Lieder von Händel und Schubert und Dina Marx mit schönein Alt Arien von Handel und Gluck. Oberkantor Wilhelm Hcimann brachte Gesänge von Beethoven und Mendelssohn zu Gehör. Ferner spielte Markus Michlin die Sonate D-Moll für Vioünensolo; besonders der Schlußsatz gelang ausgezeichnet. Baden-Baden. In einem „Heiteren Abend" unterhielten Max Ehr Ii eh und Fritz Tachauer die Mitglieder des Kulturbundes mit köstlichem Humor und ernteten starken Beifall. — Das Leipziger Mendelssohn - Trio gab einen Kammcrmtisikabcnd (Mendelssohn, Mozart, Tschaikowsky) und hinterließ einen starken Eindruck. Bamberg. Am 7. Februar fand ein von den Winterhilfen Bayreuth und Bamberg gemeinsam veranstalteten „Bunter Abend" statt. Die Tänzerin Hede Kaufmann, Bayreuth "<Wigman-Schülerin), eine vielversprechende junge Künstlerin, gefiel sehr in ihren ernsten und heiteren Tänzen und Pantomimen; sie erntete stürmischen Beifall. Kantor Scheuerni a n n, Nürnberg, trug ebenfalls zum Gelingen des Abends bei. Die Darbietungen wurden von der bewährten Pianistin Klothilde L e v y, Nürnberg, am Flügel begleitet. Bonn. Anlaßlich des 1';5. Todestages von Moses Heß veranstaltete die Synagogcngemeinde eine Feier. Musikalische Darbietungen des Svnagogenehores, der Herren Winterb c r g und I. ö w e n s t e i n und der I )amcn Saß und Heu- UAMDIIDG Dienstag, den 23. Februar, 20.30 Uhr, nHifloUnU Gabriel-Rlesser-Saal, Oberstraß« 120 * /• KURT LOEWENSTEIN Schriftleiter der Jüdischen Rundschau LONDON - JERUSALEM Um die Zukunft Palästinas HAMBURGER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG m a n n - M a tn I o e k umrahmten die Feier, in deren Mittelpunkt die Gedenkrede von Rabb. Dr. Geiß (Mannheim) Stand. Im Anschluß an die Feier erfolgte die Enthüllung einer Gedenktafel, angefertigt von dem Bonner Bildhauer D r o n g, welche die Zionistische Ortsgruppe zu diesem Tage gestiftet hatte. Herr Ph. B u k i, der die Enthüllung vornahm, schloß mit den Worten: „Daß wir ihn ehren, ist nur eine Selbstverständlichkeit. Viel größer wird immer die Ehre sein, die die Gemeinde Bonn durch seinen Namen erhalten hat!" Braunschweig. Ein großer Erfolg im Braunschweiger Kulturbund waren die Aufführtingen der heiteren Singspiele „Das Mädchen von Eli/ondo" von Offenbach und „La' serva padrona" (Die Magd als Herrin) von Pergolesi. Dr. Fritz Berend hat das Verdienst, festgestellt zu haben, daß diese beiden Werke sich besonders zur Aufführung in kleinen Kulturbünden wegen ihrer geringen Ansprüche an bühnenmäßige Aufmachung und großes Orchester eignen. Während „La serva padrona" mit der originalen Begleitung eines Streichquartetts und eines Tasteninstrumentes aufgeführt wurde, stellt für „Das Mädchen von Elizondo" dieselbe Begleitung zwar einen Verzicht auf die Originalinstrumcntation dar, der aber vom Publikum durchaus nicht als Mangel empfunden wurde, sich im Gegenteil in dem zur WrhiLiiing stehenden kleinen Saal nur vorteilhaft auswirkte. Rita Atlas/ gefiel außerordentlich in den Rollen der Manuelita und Serpina, Richard Dresdner als Miguel, Kurt Rahmer als Vertigo und Vespone, und mit seiner schonen vollen Stimme Gerhard Rechner als Uberto. Die ausgeglichenen Leistungen der Sanger unter der hervorragenden musikalischen Leitung von Dr. Fritz Berend mit dem sich einfühlenden Streichquartett der Herren Klein, Makov. ..'.;y und Btlrchard und Fraulem Ursula Cale entfachten den ungeheuren Beifall des Publikums. Breslau. Die Theaterabende des Kulturbundes sind seit einiger Zeit an Zahl und Qualität bedeutend gewachsen, und wenn wir auch größtenteils auf Gastspiele fremder Ensembles angewiesen sind, so ist das Gesamtergebnis, auch im Hinblick auf das Stoffliche, doch weit befriedigender als vor Jahresfrist. Zu den besten Veranstaltungen der letzten Wochen gehörte der Kleinkunstabcnd „Der bunte Karren"; zum ersten Male seit dem „Ostjüdischen Bilderbogen" Eljaschoffs wurde hier ein Programm geboten, das in seinen Grundzügen das Streben nach jüdischer Kunst erkennen ließ. — Auf ganz anderer Ebene, aber mindestens so erfolgreich war die Aufführung von Molnars „Große Liebe". Das reizvolle Lustspiel und die sehr lebendige Darstellung, u. a. mit Jenny Bcrustein-Schaffer, Fried! M ü n z. e r, Klaus Brill und Fritz Melchior, waren die rechte Kost für das in Dingen des Theaters verwöhnte Breslauer Publikum. Martin H ausdorff Hannover. Das Kulturbundsorchester spielte unter der temperamentvollen Leitung von Richard K a r p die Iphigenienouvertüre von Gluck und das C-Moll-Klavierkonzert und die VII. Symphonie von Beethoven. Am Klavier John Mandelb r o d. — Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe gab Max Ehrlich seine Revue „Vorhang auf". Es gefiel besonders als das „Mädchen mit der Harmonika" Cläre Arnstein. — Durchschlagenden Erfolg hatte die Aufführung der kleinen Opern „Das Mädchen von Elizondo" von Offenbach und „La Serva Padrona" von Pergolesi unter Leitung von Dr. Fritz Berend in der ausgezeichneten Besetzung mit Rita A 11 a s z und den Herren P e c h n e r, R a h m e r und Dresdner. Leipzig. Wie allerorts steht auch in Leipzig der Kulturbund, der über einen eigenen Theaterraum verfügt, im Mittelpunkt des jüdischen Kunstlebens. Ein Blick auf die Veranstaltungen dieser Saison, über welche hier berichtet wurde, und ihre Resonanz beim Publikum zeigt neben den überall beobachteten Erscheinungen noch einige lokal gefärbte Züge. Für eine Großgemeinde wie Leipzig ist die Mitgliederzahl des Kulturbundes nicht gerade überwältigend, und sie ist zudem in dauernder Bewegung. Die zahlenmäßige Majorität der Gemeinde, das leider stark pauperisierte Ostjudentum, tritt im Kulturbund nicht in Erscheinung. Wie überall zerfällt das Publikum in Gruppen mit jeweils verschiedenen Interessengebieten; allen zugleich gerecht zu werden, kann kaum eine Veranstaltung erhoffen. In musikalischen Ding e n ist jene starke Schicht, die Generationen hindurch an dem reichen, in den Gewandhaus-Konzerten gipfelnden Musikleben der Stadt regsten Anteil nahm, ungewöhnlich kritisch. So ergibt sich, daß zu den meisten Veranstaltungen, sei es Orchesterkonzert oder Kammermusik, Solistenabend oder Schauspiel, jeweils nur immer ein mehr oder weniger großer Sektor des Mitgliederbestandes erscheint. Die allgemeine Müdigkeit, die auch im 1. e h r Ii a u s stark in Erscheinung tritt, hat zur Folge, daß Vorträge vor leerein Hause stattfinden. Es ist bezeichnend und muß nachdenklich stimmen, daß die einzige Veranstaltung dieser Saison, zu der die Mitglieder fast vollzählig erschienen, der Kleinkunstabend der Diseuse Dela LHnskaja war. Daß der Kulturbund nicht für das Entspannungsbedürfnis des Einzelnen allein da ist, sondern daß die Zugehörigkeit zu ihm eine Willenserklärung des jüdischen Menschen bedeutet, zum Ganzen streben zu wollen, nämlich: im gegebenen Lcbensraum der Juden in Deutschland sich zu einer möglichst geschlossenen Einheit zusammenzufinden — das ist manchem Mitgliede und den vielen noch abseits Stehenden immer noch nicht aufgegangen. Ein weites Arbeitsfeld liegt hier noch offen. — Für den Kunstbetrieb im Reiche stellt Leipzig eine starke Mannschaft. Zwei Pianistinnen von Ratig und Rui wohnen hier: Tanja Ury-Z unser, ein musischer Mensch von schlichtem Adel, und Hella Chitrik, Kammerpianistin voll Temperament und Brillanz. Letztere ist Mitglied des Mendelssohn-Trios, in dem Leo Schwarz, früher Konzertmeister am Gewandhaus, die Geige spielt. Das Ehepaar Musja und Frieda Gott lieb bildet ein Duo für Geige und Klavier. Im Collegium musicum besitzt Leipzig ein Kammerorchestcr von achtunggebietendem Stand, mit dem sein Leiter Barnet Licht die vorklassische und klassische Literatur für Streichorchester pflegt. Endlich ist Leipzig die Heimat der Kleinkunstbühne „Der bunte Karren", der sich mit seinen stilechten Szenen aus dem ostjüdischen Kulturkreis einen Namen gemacht hat. Sein Leiter ist Friedwald, vorzüglicher Darsteller jiddischer Typen, und in dem Bariton Sonini (Sonnabend) besitzt das Ensemble einen der besten Interpreten des ostjüdischen Liedes. Dr. R a b i n o w i t z. München. Justizrat Dr. J. Magnus sprach auf Einladung des Lehrliauses über „Jüdisches Kulturleben in Palästina". — Als Gast des Kulturbundes konzertierte die Berliner Pianistin Grete Sultan Das Programm (Schumanns C-Dur-Phantasie, drei Klavierstücke Arnold Schönbergs, die II Bagatellen [op. 110] und die 6 Bagatellen |op. 126] von Beethoven und seine Es-Dur-Sonate [op. 81 a|) war etwas zu lang und zu schwierig. Dennoch war der Abend ein hoher Genuß. H. L. Wuppertal-Elberfeld. Die Winterhilfsorganisationen der beiden Wuppertaler Gemeinden veranstalteten gemeinsam ein Konzert, für das sich in großzügiger Weise Paula S a 1 o m o n - L i n d b e r g und Oberkantor A I f (Aachen) zur Verfügung gestellt hatten. Als Begleiter am Flügel bewies Kurt Heinemann seine Meisterschaft; zwei von ihm gespielte Orgelsoli vervollständigten und bereicherten die Vortragsfolge. H. I. MÜNCHEN Sonnabend, 27. Februar, 20.1 X Uhr in der Houpisynagoge, Herzog-Max-Str. 7 Ansprachen: Dr. ALFRED NEU MEYER Rabbiner Dr. LEO BAER WALD Dr. ALFRED PERLMUTTER Dr. MICHAEL TRAUB Palästina vor der Untersuchungs-Kommission Israelitische Kuttusgemetnde München Jcwish Agency und Heren H&jessod, Ortsausschuß München ■ Z.ihnar zt Dr. A d l c r im n.rnrcirs dei Keren llrrjcsocl- Zionistisches und Gemeindeleben Hildesheim. Aus Anlaß der Amtsübernahme des neuen Landrrrhbiners Schwarz Lind auf Veranlag-ung des Preußischen Landesverbandes am 7. Februar eine Weihe stunde slalt, in der Dr. Gallincr und Lamliabbiiicr Schwan über das Thema: „Gemeinschaftsarbeit im Jiiiknium" sjH.ieliei). Im AtiM-iiluB an die Feier fand in der Aula der jüdischen Volksschule ein geselliges. Zusammensein der Ver treter der (äcmeindeu des I.aieh a!>bnia!sbi'/.irks stall, bei dein alle die (h-incinden iiiteies.ivieiideii Kl .igen bcpnxhen und namens des Prvtiß. Landesverbandes durch Galliner und den Generalsekretär des Laude-Verbandes, Herrn Birnbaum, beam wol let wurden. Gemeindevorsteher Iii. H e i g l>cj.;rul'.Ie die au-warl igen Gaste. Hindcnburg (O.-S.). Am 31. Januar land die die-jährige Kcrcn Ilajcssod-Vc! anstaltung statt, bei der Auftrage der Syna^cc;eur;eincin.ie u Kommission das sehr zahlreich cischicncne Publikum begrüßte. Or. Joachim Prinz sprach über das Juden .cbicksal in unserer Zeit; seine Ausführungen liiinorliellen eine lirle Wirkung. Schon am Nachmittag halte Herr Hr. Prinz in einer Jin;ei)-lvei.n.-!aliun>; gesponnen, dir von über 100 jungen Mcn.se'uen besuch» war. — Am 28. Januar hielt die Wizo eine ('hanii-eha a-sar li'Si liwal leier ab. Es sprachen in deutscher Sprache Flau Dr. Victor. Ilin.lciiburg, und in hebräischer Sprache Heir S e h k e d i. Gleiwhz. Lotte Schwarz.- Knscnliaiiiii brachte Rezitationen jüdischer Werke in geschmackvoller Auswahl zum Vortrag. Königsberg i. Pr. Die seit 2 Jahren existierende Schule beging eine 15. Sclruat.Feier, in der Aula drängle sich ein große-» Publikum. Der Alltag der Kinder, erlüllt im Sehnlichen, wurde dargestellt: Hinblick in den Unterricht und seinen Stoff. Vom hebräischen und auch deutschen Lied gab es ein paar hübsche ProIren, die sogar ins Gebiet der Mehrstimmigkeit führten. Das Hebräische stand durchaus im Vordergrund. Hebräische Szenen aus der Welt des Tenaeh erregten allgemeine Bewunderung. Auch das Hnglische kam zu seinem Recht. Sprechszenen l>e/eug!eii die geleistete Arbeit. Und eines der entzückendsten Dinge: Ost jüdische«, darunter der Rcbbc Hlimclcch, der mit seiner Fröhlichkeit alle Ircgeistei n\ Julius Barinbaum Ankündigungen Bielefeld: ZOG. Am 25. Februar, 20,30 Uhr, Vortrag Dr. Fritz Ikenberg. Düsseldorf: .,Wanderung nach Pakistina — Wanderung nach l'ebeiscc''. — Düsseldorf: ZOG. Am 23. Februar Intensivkreis; Leitung: Georg Guthmann. — Euskirchen: ZOG. Am 25. Februar, 20.15 Uhr, (iemeindezimmer Annaturinstr. 16: Musikalischer Abend mit dem Thema „Jüdische Volksmusik''; Schallplatlen. Pegleitvoiirag: Dr. Buctow. Köln. - Mülheim-Ruhr: ZOG. Am 23. Februar, 20.30 Uhr, spricht im Gemeindehaus, Löhstr. 53, Dr. Wassermann iiln-r: „Die Untersuchungen der Kg!. Kommission — Vor der Knt Scheidung". — Oppeln: ZOG. Kundgebung am 25. Februar, 20.30 Uhr. im Logenrauin. Oderstrafie. Ri.Irrer: Georg Joel. Breslau: „Juden suchen eine Heimat"; Mauiicc Hirschteld: „Juden als Kolonisatoren". Familien - Nachrichten Frau Natalie Ii 1 a u, Breslau, Antonicnstr. 36-38, beging am 22. Februar den 70. Geburtstag. Herr Ferdinand Schlesinger und Frau Lina, geb. Haas, Meiningen, hegeben am 2. Marz die goldene Hochzeit. Bar Mizwah-Termine Am 27. Februar (16. Adar): Frust Trepp. Sohn von Albert Trepp und Frau, Wilkenhausen (Bezirk Kcd). Am ß. Mirrz (23. Adar): Sigmar Dagobert. 1, e w i n. Sohn de, Kantor Isidor I.ewin, Konstadt (Oberseldes.), Schlol'str. 7. ....... Jost T a n n e n b e r g, Sohn von Salli Tannenberg. Halbor-tadt. Sedan-tr. 45. —- Am 13. März (1. Xi>sanj: Seen- Karo, Sohn von Moritz. Karo, Altona, Wohlersallee 34. _ Geschältsjubiläum. Am 1. März begeht die Firma Ph. N" r iisr fr ii I r r Nach f. Josef E U I a U in Rh,innen (llun-rrnkl ihr 50jalrrige.s Geschaüs-Ju! ülatim. FRANKFURT a. M. 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