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Jüdische Rundschau · 1937-02-02 · Heft 9 (2.2.1937) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
42 (1937)
Issue
Heft 9 (2.2.1937)
Date
1937-02-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU M REICH Nr. 9, 2. FEBRUAR 1937 Künstlerisches und geistiges Leben vol k'ti Her Ii ii Bestes, b a u in M.. 1 )khtmi^en mit großem Lirfoig. h Knn/ert lies Kulturbundes hatte man Elbin}«. Die 3. KtiHurlnttKlveranstalttui,»- dieses Winters erachte mit dem Schauspiel „Inijcborfr" von Kurt (joet/ einen b'rfoltr. Die Mitulicdcr der Jüdischen Tournecbiiliiie jjabeii unter ReKie von Ernst R o s e n b a u m ihr Hervorgehoben sei in der Titelrolle Steffie U ose 11- sowie 1 l'-e Weinstein als Tante Ottilie. Gladbach. Am IS. Januar rezitierte Oho Bernstein (Dresden) ostjiulisel Heidelberg. Cur als Solistin ilif durch schonen Ton und sichere Technik aiisge/eichiieie 1 ranMnrter üe^crin Amne Steiger (Bet/ak) gewonnen, durch die Bralnns IKMoll-Sonate op. 108 zum Höhepunkt «V» Abends wurde. Neben ihr fesselte Oberkantor Julius K r a e in e r mit seinem iiepfle.Ljtcii Tenor durch zwei Roman/cii aus dem NachlalS Mendelssohns und eine stimimiivj-":efe l:ii;enkoinpo>ition „Das l.ied von der Sehechina". Dr. Willy S a 1 o ni o u (brankfurt a. M.) war ein feinfühlender Helfer am 1 lu;;el. -nn. Mannheim. Im ..liederkran/" errang Max Ehrlich mit seiner Revue „Vorhanc auf!" zweimal vor jeweils ausverkauften) Saale durchschlagenden Erfolg. Zionistisches und Gemeindeleben Stuttgart. Im C'hug lwri hielt Rabbiner Dr. H. Auerbach an mehreren Abenden einen hebräischen Vortrag über den neu gewählten Obenabbinrr von Jerusalem, Dr. Hertzog. An die Ausführungen .«-blossen sich lebhalte Aussprachen auf hebräisch an. Ankündigungen Dortmund: Z(KI.: Am 4. Februar Vortrag Dr. Fritz Ikenberg: „Konjunktur und Kri-c in Palästina"'. — Frankfurt am Main: Jüdisches I.clirhnu-. In den ,-Sams.l .lgs-Vorlfsungcu" spricht an Stelle der Hcircn Wim und <'.rigor Herr Dr. Adler über den „Aulbau der Gemeinde" am 6. Februar, 20.30 Uhr, Unterlindau 21. — Mannheim: Kund;a*lain^ des lieehaluz: „Wir weben den Weg*'. Redner: Dr. Edcetr Fieund, ISeilin; Arjeh Eeibmann, Betliti-Jcrusaleni. (Am 6. Febril. 11, 20.30 l hr, O 2, 16.) — Recktinghausen: ZOG. Am 3. Februar, 20.30 Ehr: Vortrag Dr. Fiiti Ikenberg, Düsseldorf: „Juden — Faiglander — Aralx't". Familien - Nachrichten Fiau Johanna < o 1 d > e h m i d t, Elberfeld, begeht am 2. Februar den 91. Geburtstajj. Herr Salornon Meyer, Weowciier (Kreis Düren, Rheinland), begeht am 6. Februar den 98. Gel)urt>tag. Frau Jeanetie Steinhardt, Krojanke, Grenzmark, begeht, am 6. Februar den 80. < '.cbui'Utag. Leipzig Mittwoch, 3. Frlirimr. 20,80 Uhr ItiitlcnlxTK-SiiiiI, Tmiehaer KtraOe I>r. Michael Traul» Das jüdische Volk vor der Königlichen Koniniisxion Der Yorntand der Israelit. ReliyrionNy;<'moiii<lp Leipzig: Ortskomitce der Je-» Agency Bar Mizwah-Termine Am 6. Februar (25. Sehwat): Lotar Neu berge r, -Sohn von Isack Neulwrgcr, Sennlcld (Baden). — Am 13. Februar (2. Adar): Adolf T ayer, Israelitische Watsrnanstalt, Frankfurt am Main, Röderbergweg 87. Gert. VV i 1 d m a n n. Sohn von Peter Wildinann, Stadtlengsfeld (Rhön). — Am 20. Febmar (9. Adar): 11 einrieSo/.wi Itip. paport. Sohn von Markus Rappaport, Dresden-A. 1, Albrechtstraße 19 II. nhure \. 1,1 . „Ed uiii: ni 11 \\ an in iIi ihrer let/.. 1 1 e t 'n < i o i n . V ' i oio- > I i ,1. t D hur . [<,. . I, .ei. ■ 1 I \ I orst. \ i (jJ!e"aeil. Enkeniordl Iseihiti'i. harl-niK 1 I- ., v i. u I lu'n (;,.!„ I D ■n 'i \ 11 .ni. \-, r e u /t >h D a i de,.,,., 1 I 1 1 . 1 Wim st.;'" U rn \oi, it 1 iir'ui hei) poitbihe und Ii. Vor I iruU- . .11 /i h;. i. i i i d i in iU i Uik m Fr 7. ha n f Ii di i Abend mit ii di ul Ia n ( t. \ut ( h i '.hl ü.it .1,- l.i' d ni. ulxr Wie »eslsiliV ifh den S c Ii aI»I»aI? Für Schabbat, 6. Februar Wochenabschnitt: „Mischpatlm" (II. B. M., Kap. 21-25) Unser Wochenabschnitt enthält fast die gesamten Grundlagen des jüdischen Rcchtswcscns. Zur Einführung empfehlen wir den umfassenden Artikel: „Recht, Jüdisches" im „Jüdischen Lexikon'', der einen ausgezeichneten Ueberblick gibt. Aus Kap. 23, 6: „Du sollst nicht das Recht eines Bedürftigen bei seinem Streite beugen" wird abgeleitet: Kommen zwei Parteien vor den Richter, von denen die eine als rechtschaffen gilt, wahrend von der anderen feststeht, daß sie im allgemeinen unrecht tut, so darf der Richter nicht sagen, ich werde das Urteil über den Bösen aussprechen, da ja der eine nicht gewohnt ist, sein Wort abzuändern, der andere jedoch im Rufe eines Lügners steht. (Das Wort „Bedürftiger" wird hier von der Tradition interpretiert als „bedürftig an Mizwoth". Daß man einen Armen in seinem Recht nicht benachteiligen darf, wird aus einem anderen Schriftvers abgeleitet.) Aus Kap. 23, 7: „Und einen Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht erschlagen" wird gefolgert: Der Gerichtshof darf nicht nach gefühlsmäßiger Abschätzung sein Urteil fällen, sondern nur auf Grund von Zeugen, die wirklich den Tatbestand gesehen haben. Haben z. B. die Zeugen den Angeklagten jemanden, verfolgen sehen, haben ihn verwarnt, dann ihre Augen angewandt, sind dem Angeklagten in eine Ruine nachgestiegen, finden einen Erschlagenen röchelnd und ein bluttriefendes Schwert in der Hand des Angeklagten, so darf der Gerichtshof, da die Zeugen die eigentliche Tat nicht gesehen haben, kein Todesurteil auf Grund dieser Aussage fällen. (Wenn nur irgendeine Möglichkeit besteht, ihn als Unschuldigen zu betrachten, so geht der Schluß hier, darf der Angeklagte nicht verurteilt werden.) Zum letzten siehe auch den Kommentar von S. R. Hirsch zur Stelle, der für diesen Wochenabschnitt besonders fruchtbar ist. I. E. Die Entwicklung der Aggadah (I) Vom Wesen und Anfang der Aggadah Wenn wir uns nach den Anfängen und dem Alter der Aggadah fragen, so wollen wir vorerst eine Grenze zwischen der Aggadah im weitesten Sinne und der mehr speziellen Aggadah ziehen, ohne zu verkennen, daß die Grenzen flüssig sind und oft ineinanderlaufen. Während wir zur ersteren jene große Literaturgattung zählen, in der echtes Volksschaffen wie kunstvolle Dichtung zum Ausdruck kommt, sehen wir in der sog. speziellen Aggadah die volkstümliche Bibelauslegung und den Midrasch. Die Aggadah im weitesten Sinne ist zeitlich kaum zu begrenzen, zumal ihre Anfänge, «benso wie bei anderen Völkern, jenseits der hintcrlassenen Literaturdenkmäler liegen und sich von der vorbiblischen Zeit über das biblische, talmudisch-niiclraschische, mittelalterliche und neuere Schrifttum bis auf unsere Tage in Kunst und Dichtung, in Wort und Lied fortsetzt. Dagegen sind wir in der Lage, die Entstehung der anderen Art der Aggadah zeitlich zu fixieren und ihre Anfänge etwa in das 2. vorchristliche Jahrhundert zu verlegen. Gewisse Spuren dieser Aggadah nehmen wir bereits in manchen biblischen Büchern wahr, so z. B. in den Büchern der Chronik und Daniel, wo manche Geschehnisse aggadistisch interpretiert werden. Auch die apokryphen, nicht in den Kanon aufgenommenen Schriften, haben viel Aggadisches aufzuweisen; so z. B. die Zusätze zum Esterbuche in der Form eines Gebetes von Mordechai und Ester, ebenso Zusätze zum Buche Daniel, Esra usw. Auch das große Geschichtswerk des ITavius Josephus, „Jüdische Altertümer", ermangelt nicht, wenigstens in seinen Anfängen, mancher aggadischer Züge. In der Hauptsache finden wir aber die Aggadah im talmudisch-midraschischen. Schrifttum vertreten. Ebenso wie die Halachah ist die Aggadah des Midrasch auf dem Boden des biblischen Schrifttums entstanden und nahm von der Interpretation der Bibel ihren Ausgang. Ihr Unterschied liegt im Inhalt und Zweck, den sie verfolgen. Das Irrationale der Aggadah hat dem Volke weit mehr entsprochen als die streng rationelle Konstruktion der Halachah. Neben der religiös-ethischen Interpretation der Bibel, wozu die Aggadah sich oft alter Ueberlieferungen, geschichtlicher Legenden und Erzählungen bediente, um die Menschen zu erbauen und die Gemüter in Zeiten äußerer Not durch Trost und Hoffnung aufzurichten, erstreckte sich ihre Tätigkeit auch oft auf das Gebiet der Apologetik, der Verteidigung und des Kampfes um die Reinheit und Wahrheit der jüdischen Lehre. In ihren polemischen Sätzen wandte sich die Aggadah sowohl gegen die Sektierer und Gnostiker als auch gegen die christologischen Bibeldeutungen. Die Bibel und die geschichtliche Vergangenheit lieferten für den Aggadisten zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten für ethisch-religiöse Ermahnungen, In der Tat erlangte die Aggadah große Volkstümlichkeit, besonders in düsteren Zeiten, wo die Kraft des Studiums zu erlahmen schien. Eine talmudische Stelle sagt hierüber folgendes: „In früherer Zeit, als die Thora alles galt, bemühte man sich, Mischna und Talmud zu hören, jetzt aber lauseht man nur auf das Wort der Aggadah." Aehnlich heißt es: „In früherer Zeit, als das Geld häufig war, wendete man sich der Halachah zu, jetzt aber, da das Geld selten geworden und man durch Leiden geschwächt ist, hört man nur die Segens- und Trostsprüche der Aggadah." Literatur: Dubnow, Geschichte III; §41, Grätz, IV S. 17, 177 und 364; Enc. Jud. Bd. I unter „Aggadah", J. M. Das neue Heft der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" wird durch einen Aufsatz von Albert Lewkowitz über „Religion und Existenzphilosophie" eingeleitet, in dem sich der Verfasser mit Karl Jaspers auseinandersetzt. Ein interessanter Beitrag von Peter Gradenwitz behandelt die „Musik des Ghetto"; und von besonderem volkskundlichem Wert ist eine Zusammenfassung von B. Heller über „Neueres Schrifttum zur jüdischen Sagen- und Stoffgeschichte". Einige kleinere Beiträge und Buchrezensionen vervollständigen das Bild dieser einzigen jüdisch-wissenschaftlichen Zeitschrift in Deutschland. Jakob B. Brandeis j Brestati 1, Karlstrane 7 Die I ü ti i * c h e BuehhamHum; Augengläser tl Optiker Garal WBreslau, Albrechtstr. 4. I>i»5«.e "I «ilei <:rs«dr»clnt an Jedem Htenslag $5SSa$ V . FRAN KFU RT a. M. Auch Ihr Rundfunkgerät von Heinz BaruQhsus Breslau 13, HGfcItenitraBe 59, Huf SO 936 Teilzahlung bis 10 Momtt Peßach in Palästina! 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