Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 88 (4.11.1938)
- Date
- 1938-11-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653549-2653623--32842-2684593- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr 88, 4. XI. 1938 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 Tagung des Hechaluz Am 22. Oktober fand in Augsburg eine Moeza der in Süddeutschland auf Hachschara befindlichen Chawerim des Hechaluz statt, an der auch alle Leiter der Orts- und Landesverbände des Hechaluz in Sikldeutschland teilnahmen. Dieser Zusammenkunft kommt deshalb eine größere Bedeutung zu, als es sonst bei örtlichen Treffen der Fall ist, weil die süddeutsche Hachschara einen wesentlichen Teil der Gesamthachschara des Hechaluz in Deutschland umfaßt. In seiner Eröffnungsansprache wies Ludwig Stern eindringlich daraut hin, daß der Hechaluz in seiner jüdischen Umwelt heute mehr denn je das Bewußtsein verkörpere, daß der Sinn jüdisehen Daseins und die Kraft zum Leben auf der engen Verbindung 111 i t Palästina und der Vorbereitung auf das Leben dort beruhe. Das Andenken an die in dem Kampf um Palästina Gefallenen werde die jüdische Jugend zu neuen Anstrengungen und zu letzter Einsatzbereitschaft begeistern. Bevor man in die Besprechung der Fragen eintrat, die mit dem Alltagsleben auf Hachschara Zusammenhängen, führte ein Referat in die Betrachtung der allgemeinen Lage des Zionismus im gegenwärtigen Augenblick ein. Hierauf folgte ein Bericht über die Situation des Hechaluz, die gekennzeichnet ist durch einen starken Andrang zur Hachschara, dem infolge des Mangels an Arbeitsstellen nicht in vollem Umfange entsprochen werden kann. Den Abschluß dieses Berichtes bildete folgende These: ״Der Wille zur Berufs- Umschichtung erfaßt heute immer weitere Kreise und damit auch Altcrsschichtcn und Menschen, für die sich der Hechaluz seinem Wesen und Programm nach nicht einsetzen kann. Der Hechaluz sieht daher seine wesentlichste Aufgabe z. Zt. nicht auf dem Gebiet der Sozialarbeit, auf den! er bisher eine hervorragende Stelle eingenommen hat, sondern auf zionistisch-erzieherischem Gebiet. Der Hechaluz sieht sich in Anbetracht deT Lage der Hachschara in Polen gezwungen, bei der Auswahl seiner Chawerim strengere Maß- Stäbe anzulegen und höhere Anforderungen in geistiger und körperlicher Beziehung an sie zu stellen als bisher.“ Die einzelnen Hachscharapiätze erstatteten dann Berichte über ihre Arbeit, und es ergab sich Gelegenheit zu angeregten Diskussionen über die Normen des Alltagslebens der Hachschara. Hier standen folgende Fragen im Mittelpunkt der Aussprache: A aßstäbe für die Auswahl bei Neumeldungen, Alija und Ausschluß, Verschärfung der Anforderungen und Arbeitsbedingungen. Tarbutharbeit. — Bei der am Schluß geebenen Zusammenfassung des Besprochenen wurde vor allem etont, daß die Erlernung und Pflege der hebräischen Sprache im Hechaluz keine schöngeistige Liebhaberei oder vermeidbare Belastung darstelle, sondern mehr als je eine zionistische Forderung, da es sich gezeigt habe, daß das Hebräische die unumgängliche Grundlage jeder Bindung an die jüdische Kultur und das wichtigste Mittel bilde, um die Chaluzim mit dem Palästinawerk zu verbinden. Die Ausspräche stand durchweg auf einem erfreulich hohen Niveau und war von einer Frische und Lebendigkeit getragen, die kn Hinblick auf die Schwere der Situation besonders in Palästina manchen Teilnehmer überrascht haben mag. Alle Redner waren sich einig in dem Willen zur Verwirklichung der chaluzischen Idee. Troper Dr. BernhardKah n überitnmt nach 14jähriger Tätigkeit als europäischer Direktor des American Joint Distribution Committee in Paris das Amt eines Vorsitzenden des europäischen Rates des Joint mit dem Sitz in New York. Sein Nachfolger in Paris ist Mr. Morris C, Troper, der seit zwei Jahrzehnten mit der amerikanisch-jüdisehen Wohlfahrtsarbeit, insbesondere auch des Joint und namentlich ihrer Geldaufbringung eng ver* bunden ist und europäischjüdische Fragen aus zahlreichen Reisen kennt. Er hat im amerikanischen Berufsleben hohe Ehrenämter in den Verbänden der öffentlieh zugelalsenen Bücherrevisoren bekleidet. — In Paris tritt er neben den verdienten Finanzdirektor des Joint, Mr. David Schweizer. ־Wiener Notizen Von unserem Berichterstatter Wien, 1. November In der Zeit vom 16. bis 22. Oktober hat die Auswanderungsabteilung der Israelitischen Kuitusgemeinde 493 Personen abgefertigt. Insgesamt sind bisher 11078 Personen mit Hilfe der Auswanderungsabteilung ausgewandert. Die Zahl der von der Beratungsstelle für Berufsausbildung und Umschichtung geführten Kurse beträgt gegenwärtig 476. Die höchste Zahl aer Teilnehmer — insgesamt 6770 — weisen die Kurse für Bekleidungsfach und Lebensmittelerzeugung auf. Es folgen dann die Kurse für Metallarbeit, Gesundheitspflege, Haus- und Gewerbepersonal, Leder-Industrie, Chemische Industrie, Baufach, Dekoration, Graphisches Gewerbe, Landwirtschaft, Haus- Industrie und Musik. — Das Spital der Israelitischen Kultusgemeinde wendet sich an die auswandernden Mediziner mit 3er Bitte, Instrumente und Medikamente, sowie belletristische und wissenschaftliche Werke dem Spital zu spenden. Der 16jährige Salomon Schlifke, der Sohn armer jüdischer Eltern, rettete ein achtjähriges Kind vor dem Ertrinken. Das Kind war mit seinem Fahrrad in den Donaukanal gestürzt und wurde fortgetrieben. Der zufällig des Weges kommende Junge sprang ihm kurz entschlossen nach und es gelang ihm, obwohl das Wasser an der Stelle stark in Bewegung war, das Mädchen aus Ufer zu bringen. Herbst in Jerusalem Von Schelom Ben-Chorln Du bist In diesen Merken nicht das alte, Das kindveTfraute rot und gelbe Fest: Hier bist du nur der plötzliche und kalte Verwegne Angritf, der verhallte Vor eines *üben Sommers Rest. Hier bist du kaum: vielleicht ln goldnen Stunden, Die unverhofft der frühe Mittag schenkt Ist das Erschreckende verschwunden, Das ״Sommer — oder — Winter" überwunden. — Und wenh die Sonne sich zu Tale senkt Ist manchmal auch ein herbstliches Erröten Aul schrolte Zinne zörtlich htngelegt, Das rasch die rauhen Wfnterwinde töten. Dann spürt dein Herz ein rieselndes Veröden, Darin die ungesungne Trauer schlügt. Jüdische Jugend in Argentinien Für Jugendliche ohne festen Charakter ist das Leben in Argentinien eine Gefahr. Jugendliche ohne festen Charakter und Beruf soll man unter keinen Umständen allein auswandern lassen. Die für südamerikanische Auswanderungsländer in Frage kommenden jungen Juden müssen fachmännisch und erzieherisch geprüft werden. Sie müssen nicht zuletzt darum eine gute Schule durchmachen, weil der jüdische Jischuw Argentiniens keine einzige Fachschule zur Heranbildung von Jugendliehen besitzt. Man weiß das hier, man bedauert es sogar, aber man tut nichts, weil Fachschulen für die jüdische Jugend keine gewinnbringenden Einrichtungen sind. Jugendliche, welche mit dem Vorsatz nach Argentinien auswandern, sich hier als Landwirte auszubilden, seien gewarnt. Denn die jüdische Kolonisation in Argentinien besitzt keine landwirtschaftliehe Schule, um junge Juden als Kolonisten auszubilden. Auch das weiß man, auch das bedauert man sehr, aber auch landwirtschaftliche Schulen scheinen unrentable Unternehmen zu sein. Es gibt genügend Jugendliche hier, die sich als Landwirte ausbiiden möchten und nicht können. Für viele junge Juden, welche gewohnt sind, zu arbeiten und zu schaffen, sind Wohltaten ein Unglück. Sie brechen ihre Kraft und schwächen ihren Mut. Junge, gesunde Mensehen darf man nicht allzu lange mit Geld unterstützen. Jungen, gesunden Menschen muß man Arbeit verschaffen. Man Morr?» C, Morris C. Troper Archiv Peake Pascha Man hat ihn einen zweiten Lawrence genannt, einen neuen, lind meinte damit, er werde in der jetzigen Krise der vorderasiatischen Völkerbewegung seinem Lande, England, schnell helfen, wie der, mit dem man ihn verglich, und der gar einst »ein Kriegskamerad gewesen war. Aber solche Vergleiche stimmen immer nur sehr bedingt, sowohl infolge der allgemeinen zeitlichen und räumlichen Verschiedenheiten, als auch vor allem der persönlichen. Heute ist Peake der Führer!einer seltsamen Polizeitruppe in Transjord.anien; es wird später von ihr zu sprechen sein. Im letzten Kriege aber War er einer von der Handvoll junger, kaum dreißigjähriger Kerle, die mit Lawrence und unter dessen Führung den!Türken im Rücken ihrer eigentlichen Armee das Leben schwer machten, indem sie die Araberstämme aufwiegelten und führten, bis schließlich die türkische Macht zusammenbrach. Ja, es war in den durch die Gestalt und das Wesen des einen berühmten Lawrence schon fast mythisch gewordenen Tagen, da Frederik Gerald Peake mit seinen anderen engiischeu Kameraden zusammen jenen für sie halbsportlichen Kleinkrieg führte und seine Laufbahn begann. Jung waren Sie alle, jung und abenteuergierig auch er. Plötzlich taucht sein Name auf. Es ist während der Geschehnisse und Operationen, die sich um den wichtigen Ort Maan an der Hedschasbalm abspielen, im Frühling 1918. Danials hatte er eine Art Pionierfnnktion; mit einigen Leuten sprengte er an vielen Stellen die Bahnlinien und die Brücken, Oie für die türkischen Truppen und ihren Nachschub notwendig Waren, mit dem Erfolg, daß schließlich eine Verteidigung vor! Medina, das nicht nur aus strategischen, sondern auch aus religiösen Gründen für sie wichtig war, unmöglich wurde. Das begab sich in den Landstrichen, die heute zum Gebiete des Emirs Abdullah gehören, dessen Hauptstadt Amman jetzt eben das Standquartier Peakes ist. Er ging nach dein Krieg nicht dauernd in die Heimat, blieb in Arabien und hat sich im Laufe der zwanzig Jahre seitdem eine Legion gebildet, die zum Hauptteil aus Arabern der Stämme besteht, zum anderen aus Kurden und Türken, auch Tscherkessen sollen darunter sein, die alle mit großer Treu« an ihm hängen. Und von seinen Taten und seinem Wesen weiß man überall in jenen Landstrichen, so sehr er selbst — eine blonde, eindrucksvolle Gestalt — voller Abneigung gegen alles Sich-in-Szene-setzen, ja, gegen alles Offizielle ist. Die englische und auch andere Presse hat in letzter Zeit Manches über ihr! berichtet. Selbstverständlich vertritt er die Interessen seines Landes; aber er tut es unter Schonung der Gefühle seiner Freunde, der Araber, und setzt so eine Politik — wenn man das so nennen darf — fort, die wirklich Lawrence eingeleitet hat. Denn es hat zwar den Anschein, als gehe er genau dessen Zielen nach, die den Arabern Freiheit versprochen hatten; doch sind seine Ziele viel schwieriger und zum Teil andere geworden mit der Ent- Wicklung der neuen nationalen Gebilde Vorderasiens. Lawrence nämlich hatte , cs nur mit dem einen geraden Plan zu tun, die türkische Herrschaft durch Vernichtung ihrer Armee zu unterhöhlen und zu stürzen durch Aufwiegelung und Führung der nomadisierenden Araber. Ihm aber, Peake, liegt es ob, zwischen immer fester werdenden neuen staatlichen Formen zu lavieren und doch dem Interesse Englands zu dienen. Er tut es, indem er sieh nur auf seine Freundschaften stützt und scheinbar nicht im Namen Englands auftritt, das ihm freilich alle seine Hilfsmittel zur Verfügung stellt; er hat sowohl berittene Leute, Kamelreiter aus den Beduinenstämmen, als auch motorisierte und gar die modernste Hilfe der Beherrschung, das Flugzeug. Dabei muß er das Vertrauen der Nomaden Transjordaniens, der alten Freunde, bewahren, die an ihn glauben, muß verhindern, daß sie den palästinensischen Aufständischen Zuzug bringen und zugleich verhüten, daß soleher aus Syrien und dem Irak kommt, und andererseits die Agitatoren aus Palästina selbst überwachen. Ihm ist es wohl zu verdanken, daß die vom Irak durch Transjordanien laufende Öelieitung noch nie beschädigt wurde, während das bei dem palästinensischen Stück der Leitung ja schon oft geschehen ist. Peake hat einen Ruf als wohl bester Kenner der gesamten Verhältnisse jener Gebiete; er wird oft von der englischen Regierung und der militärischen Leitung in Palästina gehört, vor allem bei der Lösung von Fragen, die das Wesen des arabischen Menschen befreiten. Er ist nun wenig über fünfzig Jahre alt; noch manches Wort wird er wohl bei der Entwicklung der Dinge zu sprechen haben. ' P. Die Verheißungen an Abraham Zum Wodhcnabschnitt Lcdi ledia Im Midrasch rabba (Bemidbar r. 2) findet sich folgende Aggada zu der göttlichen Segensverheißung an Abraham ,So mögen deine Nachkommen sein‘ (1. Buch Mosche 15,5); R. Levi sagte im Namen des R. Jochanan: Es befand sich einmal ein Wanderer zehn Tage auf der Reise, und er sah während der ganzen Zeit weder eine Stadt noch eine Herberge, nicht einmal einen Baum noch Wasser noch irgendein Lebewesen. Und nachdem er zehn Tage gegangen war, konnte er von der Ferne einen Baum erkennen und er sprach: Vielleicht findet sich dort auch Wasser. Als er näher hinging, wurde seine Vermutung be- »tätigt, er bemerkte neben dem Baume eine Quelle, er staunte die Schönheit des Baumes an und freute sich über die Süße seiner Früchte und konnte sich auch davon überzeugen, wie seine Zweige angenehmen Schatten spendeten. Er setzte sich unter den Baum und kühlte sich ab, er aß von den Früchten und trank von dem erfrischenden Quellwasser und erholte sich von den Anstrengungen der langen Wanderung. Als er aufgestanden war, um weite*- zugehen, redete er den Baum mit folgenden Worten an: Womit könnte ich dich segnen und was soll ich dir wünschen? Etwa, daß dein Holz gut sei, es ist gut, daß der Schatten, den du spendest, angenehm sei, er ist angenehm, daß deine Zweige schön seien, sie sind schön, daß deine Früchte süß seien, sie sind siiß, daß ein erfrischender Wasserquell unterhalb deiner Wurzeln entspringe, auch dies hat sich schon an dir bestätigt, was kann ich dir also noch wünschen? Nur eines: alle deine Ableger mochten so gut und schön sein wie du. So hat auch Gott gehandelt. Als der Heilige, gelobt sei Er, die Welt geschaffen, lösten zwanzig Generationen einander ab, ohne daß ein Gerechter in diesem Zeitraum gelebt hatte, ln der einundzwanzigsten Generation erblickte der Heilige, gelobt sei Er, den Abraham im Lande der Kasdim, und sagte zu ihm: Du sagst, daß du dir zutraust, dich bewähren zu können. Als man ihn sodann in den Feuerofen geworfen, heiligte er den Namen des Heiligen, gelobt sei Er, und er bewährte sieh in der Stunde der Versuchung. Sofort führte ihn der Heilige, gelobt sei Er, nach Erez Jisrael, er baute sich eine Herberge und erwies den Wanderern Gastfreundschaft, er lehrte den Geschöpfen <ien Glauben an den einzigen Gott und erzählte ihnen von seiner Herrlichkeit. Da sagte zu ihm der Heilige, gelobt sei Er: Was soll ich dir noch wünschen, und womit soll ich dich noch segnen? Etwa, daß du gerecht vor mir lebest oder daß deine Frau eine gerechte sei, gerecht bist du und deine Frau, oder soll ich dir wünschen, daß die Angehörigen deines Hauses gerecht seien, auch sie sind gerecht, womit soll ich dich also segnen? Nur eines kann ich dir wünschen: Alle Kinder, die von dir abstammen, seien so gerecht wie du! E. St. muß den jungen, fleißigen Menschen Arbeit geben. Hunderte Stellen könnten in Buenos Aires freigemacht werden, wenn die jüdische Gemeinschaft einmal dieses Problem richtig anpackte. Hier harrt ein für die neu einwandernde Jugend entscheidendes Problem der Lösung. Moses Katz, Buenos Aires Kleine Nachrichten Mosche Sehertok und Isaak Ben-Zwi sind in London eingetroffen. Am 7. November findet in London eine Massenkundgebung der zionistischen Jugend Englands statt, auf der Mrs. Edgar Blanche-Dugdale (die Nichte Balfours), Masche Sehertok, Colonel Josiali C. Wedgwood, Berl Locker und H. F. Schild sprechen werden. Dr. Jakob Orn stein, einer der bedeutendsten jüdisehen Juristen in Oesterreich, der auch im jüdischen Gemeinde- und Organisationslebcn mannigfach hervorgetreten ist und zahlreiche Ehrenämter bekleidet, beging seinen B. NEUMANN PIANOS|RAD IO 80. Geburtstag. Ihm wurde beim Gottesdienst in der Wiener Hauptsynagoge eine Ehrung zuteil. Die Pierrotlieder von Max Kowalski wurden kürzlich im Rundfunk von London übertragen. In New York starb Bar lieh Charney Via deck, einer der bekanntesten jüdisch-amerikanischen Arbeiterführer. Er war Präsident des amerikanischen Ort, Direktor der Hias und Mitglied des Exekutiv-Comitös des Joint. In New York starb Frau Hedwig Brodnitz, die Witwe von justizrat Julius Brodnitz. Jüdische Patentanwälte scheiden aus Entsprechend den für die jüdischen Rechtsanwälte getroffenen Maßnahmen bestimmt eine sechste Verordnung zum Reichsbürgergesetz, daß die jüdischen Patentanwälte zum 30. November 1938 ebenfalls ausscheiden. Demnach werden im Altreich wie auch im Lande Oesterreich die, jüdischen Patentanwälte ausnahmslos gelöscht. Soweit es sich um Frontkämpfer handelt, können den ausscheidenden Patentanwälten Unterhaltszuschüsse gewährt werden. Eine gleichzeitig ergangene Verordnung über Angelegen* beiten der Patentanwälte in Oesterreich bestimmt, daß dort jüdische Mischlinge aus der Patentanwaltschaft im gleichen Umfange ausscheiden, wie dies die Gesetzgebung des Jahres 1933 im Altreich bestimmt hatte. Aus der Wirtschaft Folgende Firmen gingen in arischen Besitz über: S. Laqueur N’achf. Bock & Go., Inh. Max Kornberg, Papier- und Pappengroßhandlung, Berlin 0 17. — Brau, :iburgcr Möbelhaus (Inh. Felix Bürger), Brandenburg a. H., Stein- Straße 8. — Aus der Berliner Bankfirma A. E. Wassermann ist Dr. Sigmund Wassermann ausgeschieden. — E. Bendheim Nachfl., Inh. Hans Baumann, Herren- und Knaben-Bekleidung. — Eugen Fuhrmann, Strumpfu. Trikotagengcscliäft. — Richard Hirschfeldt, Herrenu. Knaben-Beklek.ung, samtlkh in Wittenberg. — Batnberger & Hertz, Köln. •— Trikot- Warenfabrik Julius Schmidt & Cie., Stuttgart. — Tuchg 3- Handlungen J. Z. Mosbacher und Brüder Gattmaiin, iüintgart. — Georg Kaempf-Benno Ebert, München, Blumen- Straußu. Fedem-Fabrikation.