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Jüdische Rundschau · 1938-10-28 · Heft 86 (28.10.1938) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 86 (28.10.1938)
Date
1938-10-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
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jüdische Rundschau BERLINER RUNDSCHAU Nr. 86, 28 OKTOBER 1938 Neue Männer in der Gemeinde Auswanderung und Alija veranlaßt™ kürzlich in den leitenden Körperschaften der Jüdischen Gemeinde 7.u Berlin einen u!nfnn״r riehen Wechsel der Mitarbeiter, In den Vorstand rückte an Stelle von Dr. Joset Schm cid ler Herr Dr. Moritz Landau ein, der schon bisher als Repräsentant der (icnieicdearbcit verbunden war und auch dem Präsidialausschuß der Reichsvertretung der Juden in Deutschland angehört. Dr. Landau ist Mitglied der Misrachi-Landcszentrale. Die Veränderungen in der Repräsentanten - Ver- Sammlung sind umfangreicher. Die Zionistische Arbcitsgemeinschaft hat nicht weniger als fünf Herren verloren, nämlich R.-A. Martin Exilier, Isaak Kornfeld, ־Adolf Locker. B. Bender und Dr. A. i'-adger. An ihre Stelle treten nunmehr die Herren Jacob Dr. M. Lümluu Archiv Stiebet und R.-A. M e i 0ner (bisherige Ersatzrepräsentauten) sowie Dr. 1.11 dwirr J a e o b i, Kammergerichtsrat i. R. Dr. brich der echt er und 1 )r. Paul Gottstein, ln der religiös-liberalen f׳rak:ien wurde der durch das Ausscheiden von Bankier Willy I )reifuß freigewordene Platz durch Buchdruckembesit/er Max Lichtwitz neu besetzt. Autorenabend Die Jüdische Kunsiierhiife widmete ihren ersten Autorenabend im bwf-aal der Joseph-Lehrnann-Schule Martha Wertlicimer und Werner ßukofz e r. Wer den Roman dieser Künderin des Hoheitsglanzes von Altisrael durch die Budivereimgung bereits kennengclernt hatte oder erst bei dieser Veranstaltung Bruchstücke aus jenem farbenreichen, szenenbumen und spannungsvollen Werk kennenlernte, durfte ihren ״Dienst auf den Höhen“ gewiß aued! als Teuipeld.'enst auf den Holten jüngster jüdischer Erzählungskutiht empfunden haben. Daher folgte man hier Taniar, der von ihrem Halbbruder Ammon verführten Tochter Davids, auf der Stiche nach den echten Sühnen Israels und zum armen Schuster Bilha gern und ließ sidi von der Wunderkraft ihrer Gläubigkeit hinreißen. Durch stark anschauliche und lebhafte Schilderungen voll sprachlicher Zucht und sorgfältiger Komposition wurde auch die Werbung der Dichterin für ihr Romanmamiskript: ״jenseits der Flut“, in dem Noahs Söhne, Sern, Ham und Jätet, sich zur VerteidigTing gegen die kriegerischen Gelüste der Götzendiener zusammensehließen, erfolgreich. Einige von der Dichterin mit vibrierender Inbrunst vermittelte Szenen aus ihrem preisgekrönten, durch Aufführungen nicht unbekannten, Drama ״Channa" bestätigten abermals ihre Eindruckskraft. Neben einer so gereiften Könnerin erschien der junge, sehr sympathische Werner Bukofzer in Versen und Novellen auf der Suche nach einem unverkennbaren Eigenton. Sowohl seine Lyrik (״Herbstliche Sichel“, ,.Zum Tode eines Dichters״ u. a.) als auch seine Skizzen (״Zwiefache Welten“, ״Erprobung■', ״Malka") erweisen die Neigung eines Elegikers zu romantisierender, unverbindlicher Schwermut und zu Grübeleien. Daher wird der Fluß seiner Erzählungen oft durch hemmende Reflexionen unterbrochen. Bukofzer las iibrigens bezwingend. —t. In der Synagoge Passauer Straße dankte am Schabbatt! B'reschith Herr l >r. Steinitz Herrn Geheiinrat Heinrich Stern anläßlich seines 83. Geburtstages für seine aufopfernde Tätigkeit für das Judentum, insbesondere in der Berliner Jüdischen Gemeinde. Gleichzeitig verabschiedete Dr. Steinitz eine Anzahl Kinder der Svnagoge Passauer Straße, die mit der Jugend-Alija nach Lire/ JinracI fahren. Ankündigungen nd Wi Das Kinderheim ״Ahawa", [(,>:!•:! X 4. A'igu-ntr. 14/15, bittet um UcberUia, ״!•::.!•• KI.iV.t• < 1,0k.״lin.’p|,at.11es. Tel.: 4113 11. Schiffsverbindungen ah Konstan.-a. Die am 16. N ,vember ab Kon- ״Donna Diana11 Theater der jüdischen Schulen Im 17. Jahrhundert hatte das spanische Drama und Theater bereits eine große Tradition. Lope de Vegas ungeheure Fruchtbarkeit, Calderons geniale Größe hatten einen Boden ( Von links J: Stella Ehrlich, Dietrich Mondschein, Franziska Okmiansky, Werner Bukofzer, Simon Sainsky, Fritz Grttnne, Steffi Rosenbaum. (Oben): Erna Cohn, Werner Hinzelmann. geschaffen, der aufgelockert schien für alle Möglichkeiten der dramatischen Kunst.. Diese Möglichkeiten ergaben sich aber nicht; die Kräfte waren anscheinend aufgezehrt; Wesentliches, Neues entstand nicht mehr. Einen aber gab es noch in jenem Jahrhundert: Moreto; er schrieb mancherlei, das vergangen ist, dieses Lustspiel aber, ״Donna Diana“, ist geblieben; cs hat sich das Theater der Welt erobert und immer wieder taucht es, auf dieser oder jener Bühne, auf. Es ist ein munteres Spiel, es hat gar keine Hintergründe, es ist eben nur ein Spiel und weiter nichts. Es ist die in der Bühnenliteratur in unzähligen Variationen immer wieder auffauchende Geschichte von der Zähmung der Widerspenstigen. Vier Frauen und vier Männer stehen auf der Szene — die Katastrophe ist am Schluß nicht mehr aufzuhalten, am Ende sind alle miteinander verlobt. Es gibt da nämlich einen!anz tollen prinzlichen Sekretär, Perin’ heißt der Bursche; Jer wirbelt mit behendem Witz und gewandter Zunge soange alles durcheinander, bis es zu dem besagten Ende;ommt. Für die jugendlichen Zuschauer war das eine Quelle un-;etrübter Freude, und ihre Empfänglichkeit quittierte jeden!(reich mit schallendem Gelächter. Und das ist der Beweis iafiir, daß die Aufführung gut und wirksam war. Mit den infaehsten Mitteln und dem größtmöglichen Effekt war die Bühne von dem begabten jungen Hans Brandt hergcrichet, eines seiner Bühnenbilder holte sich sogar einen Extratpplaus. Geleitet wurde das Spiel von dem geschickten und :infallsreichen Werner Hinzelmann, der zugleich in der tolle des Perin sein Publikum in dauernd munterer Laune liielt. Die Prinzessin Donna Diana aber war Steffi Rosenbäum, amüsant in ihrer Sprödigkeit, rührend und mitleiderregend in ihrer hilflosen Verliebtheit. Ihre Freundinnen und Gespielinnen Donna Laura und Donna Fenisa waren Franziska Okmianskv und Stella Ehrlich (Hay), und lie ihnen angemessenen Kavaliere Werner Bukofzer und der trottelhaft komische Heinz Dietrich Mondschein. Floretta, das derbe und unzweideutige Kammermädchen, ewig aut der Jagd nach ihrem Perin, war Erna Cohn (Lorenz) und Don Diego, souveräner Graf von Barcelona, Donna Dianas Vater, eine Randfigur aus dramaturgisch-technischer Not- Wendigkeit, Simon Sainsky. In der Rolle des Don Cesar, des schwer verliebten Prinzen, der durch alle fünf Akte hindurch Gleichgültigkeit zur Schau zu tragen hat, debütierte auf der Schauspielbühne Fritz Oriinne, den wir bereits in der Kleinkunstbühne sahen. Eine wohltuend angenehme Erscheinung von nicht unbeträchtlicher Hübschheit, nur noch nicht genügend gelockert, aber zweifellos begabt. Es gab aber noch etwas besonders auffallend Schönes in dieser Aufführung, nämlich eine Stockowsky-Schallplatte, die ein paar Szenen mit wunderbarer Musik von Lully akkompagnierte. M. M. HAUSSAMMLUNG DllDISCHE WINTERHILFE DER. JÜDISCHEN GEMEINDE ZU BERLIN ״ "דפים"» חוברת ג׳Dap!m“, Heft 3, Hebräische Lese■ und Lernhefte, herausgegeben von Dr. S. Kaleko. Das dritte Heft der ״Dapim“ ist soeben erschienen. (Verlag der ״Jüdischen Rundschau“, Jüdischer Buchvcrlag und Buchvertrieb). Es enthält neben einem Chronik-Teil und aktuellen Notizen aus dem jüdischen Leben eine Reihe von Aufsätzen, Erzählungen, Gedichten usw., wie ״Zwei Helden“ von Dawid Frischmann, ״Seefahrts-Hachschara in Gdingen“ ״Hafen-Arbeiter“ von J. Harari, ״Im neuen Park“ von Rabbi Jaakow, ״Die Sage vom Chule-Tal׳* von Elkana, ״Die arbeitende Mutter“ von Riwka, ״Der Wächter-Scheik“ ״Auf dem Hofe von Tel-Chai“ von Asuschkin, Gedichte von Sch. Schaloin, Jakob Cohn, Chanania Reichmann, Anekdoten über die hebräische Sprache sowie Aussprüche von Hcrzl, Ussischkin und Bcn-Gurion. Bestellungen an das Tarbuth-Dezernat der ZVfD., Berlin W 15, Mcinckestr. 10; Zusendung gegen Voreinsendung des Betrages von 0,30 RM. pro Heft, zuzüglich Porto. Gottesdienst-Nachrichten Schabbath: na Schabbath-Ausgang: 17.28 Abküriuagen: Fr s* Freitagabend. SchF 5» Schabbath-Frühgottesdienst. SchH Schabbath-Hauptgottesdieast. M » Schabbathmincha. J =2 Jugendgotteadiensi Pr Predigt. Sch, ־» Schrifierklerung. L Lehrvortrag OSa>, An.chlieBen. Oneg Schabbat. Wa «־ Wochentag-Abend. Wm Wocbentag-Morgen. Gemeindegynagogen Synagogen mit altem Ritas 1 Alte Synagoge 1 Fr 16 45 / SchH 9.00 Z M 16.45 Z Wa 16,30 / Wm 7.00 SUdoat Ahawaa Reim! Fr 16.45 Z SchH 9 / M 16.45 l Wa 16.30 / Wm 7.00 Peatalowl.tr.1 Fr 16.45 / SchH 9.00 / M 16.45 f Wa 16.30 Z Wm 7.00 MOnchener Str.! Fr 16.45 / SchH 9.00 / M 16.45 / Wa 16.30 / Wm 7 00 Kalaer.tr. 1 Fr 16.45 / SchH 9.00 Z M 16.45 / W. 16.30 / Wm 7.00 Ryke.tr.! Fr 16.45 Pr Zimet Z SchH 9.00 / M 16.45 Z Wa 16.30 / Wm 7.00 Grunewald! Fr 16.45 / SchH 9.00 Z M 16.45 Z Wa 16.30 / Wm 7.00 Synagogen mit neuem Ritus 1 Llndcn.tr., Fr 16.45 / SchH 10.00 Pr Hirsch Z M 17.00 / Wa 1630 / Wm 7.30 Friedenstempel: Fr 16.45 / SchH 10.00 Pr Warschauer / M 17.00 / Wa 16.30 Z Neue Synagoge! Fr 1800 / SchH 10.00 Pr Jospe Lütiowatr,! Fr 18.00 / SchH 10.00 Pr Rautenberg / M 17.00 / Wa 16.30 Z Wm 7.30 Faaanen.tr.! Fr 18.00 / SchH 10,00 Pr S.lomon.ki / M 17.00 / Wa 16J0 Z Wm 7.30 Leret1uw.tr. t Fr 18.30 / SchH 10.00 Pr Lewkowitz Z M 17.00 / Wa 16.30 / Wm 7.30 Schmargendorf! Fr 18.30 / SchH 1000 Prin1regenten.tr.! Fr 18.30 Z SchH 10.00 Pr Maybaum / M 17.00 Z Wa 16.30 / Vereins-Synagogen Adaaa Jakob, Holt« l! Fr 16.45 Z SchH 9.00 / M 17.00 Z Wa 16.45 / Ahawath Zion, SchBnhau L Engel / Wa 16.00 / Beth Schalom, Markgraf r. 11-12! Fr 16.45 / SchH 9.00 / L 16.1 Jüd. Rcliglonagemelnde Charlottenburg, Schul.tr. 7! Fr 16.45 / SchH 9.30 Pr Adler Jüdischer Religlon.vereln Neu-Tempelhof, Mu»»ehl»trafie SchH 10.00 Pr Wre.1yo.ki / M 16.45 L Jüd. Reil gionaverein Friedenau-Stegliti, M י ״ ׳ ־ ־ SchH 9.00 Z M 16.45 L Winter Z Sonnt 8 L!ppmaan.Tau...Synagoge, Friede Singermann Z M 16.40 L I Wa ״ Minjan Iwri, Ro.enthaler Str. 4 Synag. Agudatb Achim, " SchH 9X0 Syn. Beth Zion, Brunne a 16.30 Fr 16.45 Pr Winter / SchH 8.30 Z J 15.30 16.50 / SchH 9 i Pr Ohrenstein Z 3: Fr 16.45 / SchH 8.45 Z J 16.30 / OSch Lan- Wm 6.45 enallee 87! Fr 16.45 / SchH 9.00 / Sehr Alt״!״• t Wm 7.00 ler Steig 16! Fr 18 30 t L Klein / SchH 10.00 Z Wa 16.45 / Wm 7!r Str.! Fr 16.45 Z SchH 9 Schi 16.45 L Z Adaß Jhrod-Gemrinde Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren. Famllien-Nachricht Herr M. Kaufmann, SO 36, Lausitzer PL 12. Rehfeld, begeht am 3. November den 70. Geburtstag. Jüdischer Kulturbund Berlin KLEINKUNSTBÜHNE Künstlerische Leitung! Max ihrlich Kulturbundsaal, Kommandantenstr. 58-59 (Tel. 17 69 43) Die neue Rosen-Ehrlich-Revue MAX EHRLICH und die Pramierenboaetzuno spielt ab Sonntag, den 27, November! jeden Sonnabend und Sonntag Karten RM 1.10 bi* 3.- bei Kult״, Zahlstelle Aachaffenburpr Str _ 18. Eintritt aadt für Mch ml:f!H«dc i io Stucke gebe . . . d und täglichen Abendkassen (17 69 43! """־©ח© MitgU-i.Hdw.-V. Pa riaar Str. 28/29 (Oliraar Plati) Ruf: 92 55 67 SEPP GUNIA ־*-% V Af1 *'׳׳>״ and spielt MM M Bf Barbetrieb M\. XjL 1 Tf JLt ermißigte Preise BERLIN-WILMERSDORF Kaiserallee 47, EckeWilhelmsaue V»y Telefon: 1 Minute vom Atrium. 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