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Jüdische Rundschau · 1938-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1938) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1938)
Date
1938-10-14
Page
– (sequence 15)
Language
German
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N, 883 ל, U OKTOBER )938 — SPORT-RUNDSCHAU Turnlehrerausbildung in Palästina Die Zahl der Turnstunden an den jüdischen Schulen betragt im Durchschnitt etwa eine halbe Wochenstunde; an 5 0,0 der Schulen 3 Stunden, an 30 0,0 2 Stunden, an 40 1 ״ Stunde, an 25״״ existiert überhaupt kein Unterrieht. (Siehe Artikel nebst genauerer, Statistik über ״Leibeserziehung an palästinensischen Schulen־‘ in Nr. 20.) Es ergibt sich aus dieser Uebersicht, daß auch in der Lehr e r a u s b i 1 d un g die körperliche Erziehung wenig bcrücksichtigt wird, da der zukünftige Lehrer dieses Fach kaum zu unterrichten hat. Das Phänomen der völligen Körperfremdheit in unserem Lande, in unserer Zeit, ist besonders beunruhigend, da ir, allen andern Landern der Weit ״Leibeserziehung“ e ne sc wesentliche Rolle spielt. Lora und Turnen, Geist und Körper, harmonische Bildung des ganzen Menschen, war schon in früheren Epochen (irund'o den! ig der Erziehung. Um so erstaunlicher ist es, daß sich bisher dieser Gedanke in Erez Jisrael nicht durclizusctzen vermochte. Der palästinensische O.'rrmasT'Threr kommt als feitger Lehrer aus der G0I.1 oder erhält seine Ausbildung Turnen am Pferd an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Kein Pflicht*■ Sport, kein Turnen, auch nicht an der neugrgrür.detra pädagogischen Abteilung unserer Universität. . Der palästinensische Volksschu ldirer genießt seine zwei- bis dreijährige־ Ausbildung an den verschiedenen Lehrer- Seminaren Palästinas. An dem Seminar Misrächi existiert überhaupt nur eine wöchentliche Turnstunde für die werdenden Lehrer! Am Kinderga.teii-Lehreriimenseminar in Tel Avviw sieht die Situation■ etwas besser aus. Die jungen Mädchen erhalten dort im Laufe von vier Jahren wöchentlieh zwei Turnstunden, außerdem wird in der großen Pause allgemeines Turnen abgehalieii. In den oberen Klassen!er- —nwKgie im we^entlKnöD' '"5picfe'~und'' ״teäching 'praeftee“, י d. 11. die Grundbegriffe des ״Turnunterrichtens“. י An dem allgemeinen Lehrerseminar in Jerusalem-Beth- Hakereni gibt es in der Vorbereitungsklasse eine wöchentliehe Turnstunde, in den eigentlichen Seminarklassen zwei Wochenstunden. All diejenigen, die sich für Sport und Tur* nen interessieren, können an einem zweijährigen Kurs von einer zusätzlichen Stunde teilnehmen. Diese ״Sportinteressenten“ erhalten also drei wöchentliche Turnstunden im Laufe von zwei Jahren und erwerben nach erfolgreichem Besuch des Kurses und Examen ein Zeugnis, daß sie im Turnen an den unteren Volkssclmlklassen unterrichten dürfen. Eine wirkliche Fächle 11 rerausbildung gibt es in Palästina vorläufig noch nicht. Ein junger begabter Mensch, der Sportlehrer werden will, muß nach dem Ausland fahren, um sich auszubilden. Von den über 10)0 Lehrem und Lehrerinnen, die in Palästina Turnen, Sport und Gymnastik unterrichten, haben die meisten nur einen Kurs im Hapoel oder Makkabi mitgemacht, bestenfalls die Ausbildung am Lehrerseminar oder einen .dreimonatlichen Vorturnerkurs in Dänemark. Es gibt (gemäß der letzten Statistik von Dr. Ernst Simon) nur etwa 100 Fachlehrer, die eine wirkliche Ausbildung genossen haben. — Diese wenigen, Fachlehrer kommen aus Deutschland, von der Warschauer Hochschule und aus Dänemark oder Schweden. Die Verschiedcnheit der Methode, die sich auf der letzten Turnlehrertagung besonders deutlich zeigte, ist nicht so wesentlieh, wie man es sich im allgemeinen in Palästina selbst vorstellt. Im Grunde paßt jeder vernünftige Lehrer sein ״System“ den Verhältnissen des Landes an und macht sich die herrsehende Turnterminologie zu eigen. Unter diesen Lehrern und Lehrerinnen sind verschiede ne ausgezeichnete Kräfte, die wohl imstande wären, eine! Fachlchrerausbildung in Palästina zu leiten. . , Das Bedürfnis nach solchen Fachlehrern: wird aber erst j dann wirklich dringend werden, wenn die tägliche Turnstunde., an allen Volks- und Mittelschulen Palästinas eingeführt wird. Aus einer solchen grundlegenden Umstellung de״״יו-*'•»•!” ־ strhtiüphrnläne ergäbe sich dann von selbst: •jyiiinuslm Foto», M«kk«W Arekiv ■ ■י\ ' T '• ' Einführung des Sports als Fach an der Universität, Erhöhung der Turnstundenzahl an den Lehrerseminaren, Einrichtung von Plätzen und Räumen für Spiel, Turnen und Wehrsport. Dr. E1 ly Wittkower (Jerusalem) Wieder zwei Jahre Makkabi Zur 17. Kreistagung in Berlin Als 1936 die letzte Kreistagung des Makkabi stattfanil, .ltschloß man sich, die Arbeit des Makkabi in jeder Hin• Acht w־eiterzuführen und zu vertiefen. Man beschloß, so gut es ging, den Standard des Spitzensports zu erhalten, man beschloß, die gesamte Erziehung der jüdischen Jugend wieder mit den Mitteln eines neuen Turnsysteins auf eine disziplinäre Grundlage zu stellen und man beschloß, die zionistische Arbeit des Makkabi und die beruflich Umstetlung der Makkabim zur Vorbereitung der Alija zu intensivicren. Auf allen Gebieten konnte in den letzten zwei Jahren die Arbeit glücklich f u:geführt werden. Der 17. Kreistag; de., . Makkabi, der am 21. Oktober in Berlin stattfindet, wird sich Rechenschaft über die Arbeit ablcgen und wird die Richtlinien für seine Arbeit in der Zukunft geben. spTr» Trotz der Abwanderung /!ehr vieler Spit7e!1snoTI״r und sehr vieler Funktion׳ :״? fa־׳cl der Makkabi irr den letzten Jahren im״,*er wieder neue ־'c׳־e, um mit großen Sportdec /?. Hm&tapmfy des Berlin, den 24. Oktober 103S Turnhalle des Bar Kochba-Hakoah Berlin Halrnse״, Kurfürstendanun 118 119, Ecke Nedlitzer Straße. v.Jl Uhr. Haus Friedenthal: ״Der Weg des Makkabi im Zionismus־' , 9.45 Uhr: S'cld G 0 I d s c h m i 111: ״Umformung und Veubegirm — Zukünftige Arbeitsmethoden‘־ 10.15 Uhr: Kurt Lew in: ״' cibesiibimgen — Sport — Breitenarbeit — Altes oder neues System?־' 10.40 Uhr: Hans Kuhn: ״Das Makkabi-Grundsystem“ 11.00 Uhr: Hardy Swarsenski: ״Die Jugendarbeit im Makkabi“ 11.20 Uhr: Bericht der Kassenrevisoren und Entlastung 11.30 Uhr: Aussprache 13.30 Uhr: Mittagspause 15.00 Uhr: Kommissionsberatungen a) Permanenzkommission, b) ’ Sportkonimission, c) Finanzkommiss'on. 17.30 Uhr: Berichte und Beschlüsse der Kommissionen — Anträge — Neuwahlen festen vor die Oeffentlichkeit treten zu können. Das größte Ereignis war die Reise des palästineiisisciimi Handballmeisters Makkabi Awschalom, Petach Tikwah, im Sommer 1937. dem in vielen Städten kombinierte Makkabiinannschatten gegenübertraten. Von gleicher Bedeutung war die Fußballreise des Berliner Bar Kochba-Hakoah nach Erez Jisrael im Frühjahr 1937. Um den Ausfall der vielen konkurrenzfähigen Sportler wettzumachen, kam der Makkabi auf die Idee, auf >e neu großen Sportfesten, die Kundgebungen für seinen Gedanken waren, die verschiedensten Sportarten in aus gewählten Darbietungen vorzuführen. Die Sportfe te des Deutschen Makkabikreises ״Die Besten am Start'1 und/ des JSK. Berlin sowie vor allem das Hallenspor,fest in Frankfurt a. M. im Winter IQ3ö 37 waren mustergültige Leistungen. Diesen Freignisäeli an die Seite zu stellen war das internationale Tennisturnicr des Tennisklubs Bar Koch ha Berlin im Sommer 1937, das Schwimmfest des Breslauer Makkabi-Vereins sowie die Box-Turniere der Box-Clubs Makkab: in Köln und Berlin. Neben diesen Spitzensportfesten wurden das Stand.ge Rundenspiel und der Pokalwettbewerb der Bezirksmannschaffen des Makkabi im Handball und Fußball weiter 'äu'sgebä ut. Jugendsportteste Besonderen Wert legte der Makkabi hauptsächlich im letzten Jahre auf Veranstaltungen für seine Jugend. Große Jugendsportfeste fanden in Frankfurt a. M., Königsberg, Leipzig und Hamburg statt, die ihre Krö- Sin den ״Jugendmeisterschaften“ in Berlin :n. Diese ,großen Sportfeste bestätigten, was man aus den lokalen Sportfesten schön wußte: "eine so lcistungsfähige, disziplinierte Jugend wie in diesem Jahre hatte der Makkabi noch nie. Turnen Das Turnen wurde in der Arbeit des Makkabi wieder mehr in den Vordergrund gestellt. Aber es ging nicht mehr darum, einen Kampf zwischen Turnen und Sport auszufechten. Der Makkabi hatte erkannt, daß beide Möglichkeiten der körperlichen Schulung notwendig waren, um den Typ eines jüdischen Sportlers zu erziehen. Der Makkabt versuchte, sich ein Turn svstem als Grundlage seiner körperlichen Erziehung zu erarbeiten, das auf Grund dtr־־Erfahrungen der Turiimtistersehaften, verschiedener Vorturnerkurse und einiger Seminare von dem Turnwart des Makkabi, Dr. Hans Kuhn, zum Makkabi-Grund- System zusammengefaßt und zur Grundlage der Arbeit gemacht wurde. Seminar« Wie in zier früheren Arbeitszeit faßte auch in dieser Periode der Makkabi viele seiner vorzüglichsten Mitarbeiter zu einem Seminar im B r ö i ta 1 h a u s zusammen, in dem den wichtigsten Mitarbeitern die Grundlage für ihre weitere Arbeit gegeben wurde. Daneben gab es eine große Anzahl örtlicher Seminare, die sowohl kulturelle Arbeit als auch die Arbeit von Vorturnerkursen leistete Die Haclischara Den Notwendigkeiten der Zeit und der inneren Ent- Wicklung des Makkabi entsprechend wuide 111 der Berichtszeit die Umschichtungsarbeit der Makkabim gefordert. Im Zusammenhang mit der Jugendbewegung des Makkabi Hazair schuf der •Makkabi sich eine ganze Reihe von eigenen \ u s b i 1 d u n g s s t ä 11 e n zur Vorbereitung der Auswanderung seiner Mitglieder. Die drei Mittleren Hachschara-Kibbu/im des Makkabi in Ahrensdorf, Gut Winkel und Halbe und die beiden AeUeren-Hachsehara- Kibbuzim!11 F r eitnstii 11 und I!;1 v e 1 b e r g legen Zeugnis für diese Arbeit a!1. Einen besonders interessanten Versuch unttrn.i 11:11 der .Makkabi im Herb-t 1938, in dem er unter Führung von Hin- Kuhn ein.; Reibe sehr bekam!- Hachsehant-Kibb'i/ in ‘ S i! i!1 g t 1 ״ zusaiumenfaßte. Zwei Hachscliara-Zentren in Schweden und zwei Haclischara- Zentren in U..1 n e merk wurden 1:11׳ Laufe der lei,Ten Jahre zur lindwiitschaftlicbeii Au-bildum; der .Makkabim geschaffen. Auswanderung 111 groß, m Maßsta Welt aufm hat 1 ׳ Folge 1 Hebe Makkabim aus I )eiiTchlami n e 11 e M a k k a b i - vereint gegründet werden konnten, die unbeirrt an dem Ideal der sportlichen und :geistige:: l.i/ieluing jüdischer Jugend Weiterarbeiten. Vor allem alur gelang es, in Erez Jisrael eigene Siedlungspitukte de־ .Makkabi in Verbinilting mit dem Makkabi Lfa/air zu schaffen. Neben die Kwuza Kfar Ha makkabi trat im Sommer 1938 die Kwuza des Makkabi Hazair aus Deutschland Maajart in S i c^h- Makkabi als Plugoth Awodah in R;1 n a!1 a 11 und in dem früheren Punkte der Kwuza Maajan bei Kfar Bilu, sowie eine Gruppe ehemaliger Jugend-Alija aus Deutschland K inrot h in Chedcra. Eine grölte Anzahl von Jugend- Alija-Gruppcn des Makkabi Hazair sind daneben ständig ins Land gegangen, die geschlossen arbeiten und sich nach Beendigung ihrer zweijährige» Ausbildungszeit den Oruppen des Makkabi Hazair anschließen werden. Während dieser Zeit verließen eine Reihe der Besten den Makkabi in Deutschland, die fast alle an anderer Stelle ihre Arbeit wieder aufgenonnnen haben. Unter der großen Zahl können wir hier mir einige erwähnen. So führen z. B. Dr. Robert A11 .1 s z und Fritz Lew ins 0)1 11 in Tel Awiw die Arbeit des Makakbi weiter. Schick, der frühere Vorsitzende des ‘Tr Kochba Frankfurt, arbeitet in Paris, Flörsheim, der frühere Handballreferent des Deutschen Makkabikreises, in London. Viele der ältesten Mitglieder des Makkabi in Deutschland, wie Karl Soberski, Martin E x i n e r, Martin H enni g, Fritz Enge 1, Theobald S cholern, Martin S i e d n e r, sind in dieser Zeit fast alle nach Palästina ausgewanderi Der Sportler, die ebenfalls so viel für die Entwicklung des Makkabi getan haben und nun in anderen Ländern wirken, sind so viele, daß wir ihrer unmöglich an dieser Stelle gedenken können. Wir wollen nur noch das Andenken der kleinen Makkabi.1׳h־S:eperin Elli Kendziorra erwähnen, die in diesem Frühjahr durch einen tragischen Unglück «fall starb. 40 Jahre Bar Kochba In diesem Monat begeht der Rar Kochba Berlin sein ■tOiähriges lubd.iu.m. Vor 40 (ähren fanden ־ich die ersten jüdischen Turner zusammen, um ihre Arbeit für die Rcgenerntion des indischen Volkes aiit/uneiimen. Aus Anlaß dieses Festes wird der Verein, der immer noch mit großer Stärke und Aktivität seinen Aufgaben dient, mit einer Reihe von Veranstaltungen vor die judisciic Oeifentl chkcit treten. Falle in der Großen Hamburger Straße ein feierlicher Eröf (nun gsabend mit geladenen (!asten st ui. Neben den Vertretern der jüdischen Körperschaften v iul Für. Hans F r i e d e n f h a 1 die Fc-frede halten. Die Feier wird von musikalischen Darbietungen eine־ Streicluiuarfetts und des Goklbergschen Chors umrahm־. Am Sonntag, dem 23. Oktober, vereinigen sich die besten Handball- und Fußbad- Spieler des Deutschen Makkabikreises zu je einem Wettspiel zwischen einer Berliner Mannschaft und einer Auswahlmannschaft aller Makkabivercine des Reichs. In den Pau .11 wird eine 25\TO:!-m-Staffe! allsgetragen, außerdem wird die gesamte Bar Kochha-Jugend Ausschnitte aus ihrer sportFchen Arbeit zeigen. Am Donnerstag, dem 24. Oktoher, findet in der Turnhalle des Bar Kochba in Halenscc ein Schauhirnen statt, das dem Nachwuchs Gelegenheit geben soll, Proben seines Könnens vor einem größeren Kre se unter Beweis zu stellen. Der Abend erhält sein besonderes Gepräge durch die Ansprache von Dr. Alfred Klee. Schon Umfang und Auswahl dieses Programms zeigen, daß der Bar Kochba allen Schwierigkeiten zum Trotz unverzagt sich seinen Aufgaben widmet. Rundblick auf die Sportplätze Makkabim als Spielmeister Bei den soeben abgeschlossenen Verbandsspielen des ״Spielansscliusses jüdischer Sportvereine Südwestdcutschlands“ errangen die beteiligten Makkabivercine die meisten Meistertitel. Während die Makkabimannschaftcn in der Gruppe Rhein-Neckar nicht erfolgreich abse'־ :itten, gewannen sie in der Gruppe Main nicht weniger als fünf Meisterschäften, und zwar in! Fußball bei den ersten Mannschäften von Bar Kochba Frankfurt, bei der Jugend von Bar Kochba Offenbach, bei den Schülern von Hakoah Frankfurt, im Handball bei den ersten Mannschaften und bei der Jugend von Bar Kochba Frankfurt. W.« PE:LZ.]B־K A£i USKI ptRS1«N(t « Nima w s 0

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