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Jüdische Rundschau · 1938-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1938) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1938)
Date
1938-10-14
Page
– (sequence 8)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU °r. 82/83, 14 X 1938 Die H c ch sstel!ung der den Arzlberui ausübenden Juden Zu diesem Thema werden an maßgeblicher Stelle Ausführungen gemacht. Da.:ach .ist m't den jüdischen Ae zten, denen die Ausübung des Aer/teberuk’s genial! § 2 der 4. VO. z. Rbürgl i. v. 25. 7. 3S gestattet ist, neben den Aerzten und nichtnrzt 1־clien Krankenbehandlern eine dr tu 111 t der Heilkünde befaßte Gruppe geschaffen worden. Sie sind ircht mehr Aerzte, da ihre Bestaluing erloschen ist. Mit Rücksich aut ihre vollwertige Vorbildung sind sie aber auch den nichiaritllclieii Krankenbehandlern nullt gleichzustc'len. B:s zun! Erlasse behenderer Vorschriften durch den Reichsminister des Innern ist im Einzdfalle zu prüfen, welche Bestimmungen, die sich auf Aerzte beziehen, auf die bisherigen jüdischen Aerzte Anwendung finden. So werden die Vorschrieen über das Berufsgeheimnis, über das Verbot, bei Ausübung des Arztberufes keine Bezeichnungen zu führen, die auf eine früher von ihnen ausgeübte Tätigkeit Bezug habe 1, ferne die Bes riimung de; Zeugnis- Verweigerungsrechts und di-e Strafbestimmungen der P 277, 278 StGB, hinsichtlich der Ausstellung ärztlicher Zeugnisse auf die zugelassenen jüdischen Aerzte ohne weiteres für anwendbar erachtet. Was die T i t e 1 f ü 11 r u n g anlangt, so wird es für zulässig erachtet, den Titel Dr. med. weiter zg führen, und zwar auch bei denjenigen bisherigen jüdischen Aerzten, für die die auf Juden beschränkte weitere Betätigung nicht in Betfacht kommt. i Dal! die jüdischen Aerzte, die für die Behandlung M0n Juden zugelassen sind, den Titel Arzt führen dürfen, ergibt sich aus der Verordnung vom 25. 7. 38 nicht. In den angeführten Ausführungen wird als denkbar bezeichnet, daß eine ministerielle Genehmigung zur Führung des Arzttitels erfolgt, und zwar mit der Auflage der Führung eines Zu- Satzes, aus dem sich ergibt, dal! es sich um einen jüdischen Arzt handelt. Teilnahme von Juden an der kassenärztlichen Versorgung Der Reichsarbeitsmimster hat am 6. Oktober eine Ver- Ordnung über die Teilnahme von Juden an der kassenärztlichen Versorgung erlassen. Die Verordnung gibt die Möglichkeit, Juden, denen die Ausübung des Aerzteherufs nach S 2 der V.erleii Verordnung zum Rei chsbüigergesetz: widerruflich gestattet ist, an der kassenärztlichen Versorgung jüdischer Versicherter und deren jüdischer Familienangehöriger zu beteiligen. Ihre Beteiligung kann nur!tut Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlands (KVD.) erfolgen. Deren Genehmigung kann jederzeit widerrufen werden. Während der Dauer der Aus- Übung der behandelnden Tätigkeit unterstehen diese Juden der KVD. in gleicher Weise wie Aerzte. Soweit die besonderen Verhältnisse dies erfordern, kann die KVD. ihre Rechte und Pflichten jedoch abweichend von den allgemeinen Vor- Schriften regeln. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober in Kraft. Sie gilt zunächst noch nicht für das Land Oesterreich. ׳ ן t .KSstä David H. Popper: The Puzzle of Palestin«. New York 1938. Im Rahmen der von der amerikanischen Foreign Policy Associati-on herausgegebenen Headline Books erschien auch ein Band, der ״The Puzzle of Palestine־‘ behandelt. David H. Popper gibt in allgemeinverständlieher Form, unterstützt von Kartenskizzen und statistischen Bildern, eine Darstellung der Vorgeschichte des modernen Palästina und der Entwicklung des Aufbaus des Landes durch die Juden, um mit einer Skizzierung der gegenwärtigen Situation und der Möglichkeiten einer Lösung der Palästinafrage zu schließen. R. L. Briefe an die Redaktion Die Hebräische Realschule in Haifa ind Tag Hochachtui Heinrich J Aber bald!and Die Judengesetze in Italien Eheverbot — Wirtschaftliche und politische Beschränkungen — Einwanderung: nach Abessinien Der faschistische Großrat hat in Rom am 6. Oktober 193S eine Erklärung zur Rasscnfrage beschlossen. In den Vorschriften, die vom faschistischen Großrat erlassen wurden, wird ein Verbot der Heirat von Italienern und Italienerinnen mit Angehörigen der hamitischen, semitischen oder anderen nichjarischen Rassen ausgesprochen. Der große Rat des Faschismus beschließt, daß, abgesehen von einzelnen umstrittenen Fällen, welche der Untersuchung der beim Ministerium des Innern errichteten Kommission unterbreitet werden, die Ausweisung fremder Juden nicht stattfinden wird in folgenden Fällen : a) wenn sie ein Alter von über 65 Jahren haben; b) wenn sie eine Ehe mit einem Staatsangehörigen italienischer Rasse vor dem 1. Oktober 1938 geschlossen haben. Der Große Rat erläßt folgende Richtlinien über die Zugehörigkeit zur jüdischen Rasse: a) Von jüdischer Rasse ist jeder, dessen beide Eltern von Juden abstammen. Als Jude wird betrachtet, wer von einem jüdischen Vater und einer nichtjüdischen Mutter fremder Nationalität abstammt. b) Als von der jüdischen Rasse abstammend wird betrachtet, wer zwar aus einer Mischehe stammt, aber sich zur jüdischen Religion bekennt, c) Als nicht von jüdischer Abstammung ist ein Jude anzusehen, wenn er aus einer Mischehe stammt und sich zu einer anderen Religion als der jüdischen bekennt, und zwar vom Stichtag des 1. Oktober 1938 an. Keine Unterscheidung wird -— abgesehen von dem Unterricht in Schulen aller Art — hinsichtlich der Staatsangehörigkeit von Juden angewandt, welche folgenden Gruppen angehören: 1. Familienangehörige von Gefallenen der vier von Italien in diesem Jahrhundert geführten Kriege: dem libyschen Krieg, dem Weltkrieg, dem ahessinischen Krieg und dem spanischen Krieg; 2. Familienangehörige von Kriegsteilnehmern dieser Kriege; 3. Familienangehörige der genannten Kriegsteilnehmer, die mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet worden sind; 4. Familienangehörige der für den Faschismus gefallenen Faschisten; 5. Familienangehörige der Verletzten und Invaliden der Faschistischen Revolution; 6. Familienangehörige von Faschisten, die sich in die Partei in den Jahren 1920 bis 1922 und im zweiten Halbjafhr 1924 eingetragen haben, und solche der Legionäre von Fiume; 7. Familienangehörige von Faschisten, die sich besondere von einer Behörde anerkannte Verdienste erworben haben. Die italienischen Staatsbürger jüdischer Rasse, die nicht zu den obenerwähnten Kategorien gehören, können in Erwartung eines neuen Gesetzes, das den Erwerb der italienischen Staatsbürgerschaft regelt, folgende Funktionen nicht ausüben. a) Sie können nicht In die Nationale Faschistische Partei eingeschrieben werden; b) sie können nicht Besitzer oder Leiter von Unternehmungen irgendwelcher Art werden, welche mehr als 100 Arbeiter beschäftigen; c) sie können nicht Besitzer von mehr als 50 Hektar Land sein; d) sie können weder im Kriege noch im Frieden Militärdienste leisten. Die Ausübung der einzelnen Berufsarten wird Gegenstand weiterer Verordnungen sein. Der Große Rat des Faschismus verfügt darüber hinaus folgendes: 1. Den aus öffentlichen Stellen entfernten Juden wird das normale Pensionsrecht zuerkannt. 2. Jede Art der Ausübung von Druck auf Juden wird strengstens unterbunden. 3. Hinsicht'ich der freien Ausübung des israelitischen Kultus und der Tätigkeit der jüdischen Gemeinden gemäß den geltenden Gesetzen wird den Juden keine Beschränkung auferlegt. 4. Zusammen mit den Elementarschulen wird die Errichtung von Mittelschulen für Juden angeordnet. Der Große Rat des Faschismus schließt nicht die Möglichkeit aus, eine kontrollierte Einwanderung europäischer Juden in bestimmte Zonen Abessiniens zu genehmigen, um die jüdische Einwanderung von Palästina abzulenken. Diese Möglichkeit und die anderen Bedingungen, die den Juden gestellt werden, können aufgehoben oder erschwert werden je nach der Haltung, welche das Judentum gegenüber dem faschistischen Italien einnehmen wird. Die vor einiger Zeit durchgeführte Judenzählung in Italien ergab eine Gesamtzahl von 70 000 Juden. Der italienische Minister für nationale Erziehung hat die Abschaffung aller Schulbücher angeordnet, deren Texte ganz oder auch nur zum Teil von jüdischen Autoren verfaßt sind. Die Anordnung tritt mit dem neuen Schuljahr, das am 16. Oktober beginnt, in Kraft. Sie zählt 114 jüdische Autoren auf, die davon betroffen werden. (/£4«ft4U% (Ul Wett Die Jüdische Rundschau hilft Adressen suchen Da die Zahl der täglich eingehenden Anfragen außer■ ordentlich groß ist, muß sieh die Veröffentlichung etwas verzögern. Der Abdruck der Anfragen erfolgt in der Reihe des Einganges, und wir bitten, von Mahnungen abzusehen. Die Einsender werden gebeten, Namen deutlich (falls nicht mit Schreibmaschine, dann in Blockschrift) zu schreiben, damit Irrtümer vermieden werden. Leser, di« über die Ge• suchten Auskunft geben können, werden ersucht, sich 211 melden. (Red.) Nr. 1150. Geschwister Sali und Rosa Kochane, ausgewaadert von Berlin 1921 über Rotterdam nach Cleveland (Ohio), USA., zu ihren Geschwistern, letzte Adressen: Friedman, 11509 Northieid-ave, Cleveland, Tenzer, 6816 Franklin-ave, Cleveiand, und Sali Kochane, 10 624 Amor-av. ElOSstr., Cleveland, gesucht von Leo Schönherz, Berlin NO 43, Neu»e Königstr. 60. Nr. 1151. Kinder des Juda Wigdorsky und seines Bruders (genannt Wiktor) und Kinder der Frau Schwebelblit, geb. Wigdorsky (genannt Schwebel), beide Familien 1914 aus Warschau kommend, 8 Tage bei der Tante Beile Wigdorsky, Berlin, Hohenstaufenstr. 52, gewohnt, von dort nach New York-Brook!yn ausgewandert, gesucht von der Cousine Lily Steller, geb. Wigdorsky, Berlin N 54, Lottumstr. 10. Nr. 1152. Salomon Lorge, geb. 1878 in Spangenberg (Bez. Kassel), ausgewandert nach New York im Jahre 1898, dort Besitzer mehrerer Großmetzgereien, gesucht von Max Meyerfeld, Köln, Gilbachstr. 18. Nr. 1153. Nachkommen der Familien Malsch aus Barchfeld a. d. Werra und Walldorf bei Meiningen, ca. 1850 bis 1860 nach dem Staate Utah (USA.), wahrscheinlich nach der Stadt Salt Lake City, ausgewandert, gesucht von Ilse Abraharn, geb. Malsch, M.-Gladbach, Schillerstr. 12c (Tochter von Dr. Julius Malsch aus Walldorf). Nr. 1154. Richard Schäfer, ausgewandert vor 30 Jahren nach USA., Sohn des Isidor Schäfer, Buchbinder in Wien, und dessen Frau Gisela, geb. Spitzer; Söhne oder Nachkommen von Zacharias Löwenstein, wohnhaft gewesen in Wien, geboren in Rechnitz (Ungarn), ausgewandert nach USA. vor ca. 55 Jahren, gesucht von Eugenie Gottlieb, München, Germanistr, 7'I. Nr. 1155. Herbert G. Fuchs, Sohn von Heinrich Fuchs aus Frankenstein i. Schlesien (ca. 1880 nach USA. ausgewandert); letzte Adresse 1901: East Orange N. V.; ferner Kinder von Erich Fuchs aus Frankenstein i. Schlesien, gleichfalls ca. 1880 nach USA. ausgewandert, Beruf Apotheker in Philadelphia oder Brooklyn, gesucht von Kurt Poser, Hambürg 13, Klosterallee 331, bei Walter, früher Breslau, Neffe bzw. Vetter der Gesuchten. Nr. 1!56. Lerpo'd Kayser, Stukkateur, oder dessen Nachkommen (3 Kinder), ausgewandert ca. 1880 nach Cincinnati (Ohio), USA., gesucht von Julius Wagner, Düsseldorf, Straße der SA. 30. Nr. 1157. Siegfried Markowitz, bis 1933 wohnhaft in Berlin, snäter Paris, jetzt angeblich Südamerika, gesucht von Georg Feldmann, Greifswald (Pommern). Nr. 1153. Nachkommen von Frau Ab־aham (Ab:), geh. Graetz, ausgewandert nach USA., gesucht von Helene Bloch, geb. Graetz (Enkeltochter von Heinrich (Hirsch) Graetz), Breslau, Hochwaldstr. 22. Nr. 1159. Moses (Molsche) Fruchtmann, Bruder der 1925 in Magdeburg verstorbenen Frau Leie Bratt, geb. Herscheiifeld, und dessen Frau Blima Fruchtmann, vor ca. 30 Jahren von Lemberg (Gairfen) nach New York ausgewande t und . dort a s BiD'er (P'älter, Presser) niedergelassen, oder deren Kinde־: Jen'e. Mali und Abescn Fruchtmann, gesucht von der PI .■ .e'0:hter der Prau Leie Bratt, Frau Chawe (Ewa) Lewniowski, geb. Dru-ker, früher Lemberg, jetzt Mägdebürg, Jakobstr. 23. Sir Herbert William Emerson der neue Hochkommissar des Völkerbundes für Refugies. AusUndUfoto Nr. 1160. Dr. med. Jenö Steinberger, geb. in Sz4tma-N6metv, früher Ungarn, jetzt Rumänien, letzte Adresse Detroit, Michigan USA., gesucht von Leopold Mantel, Brno (CSR), jäna Masi 23, früher in Trient. Nr. 1161. Ehepaar Israel und Rosa Dembina, geb. Jaffe, zuletzt London N. W., Bethnal Green (im Besitze eines Herrenmodegeschäftes, Green Street), angeblich vor ca. 10 bis 12 Jahren ausgewandert nach Johannisburg, gesucht von ihrer Jugendfreundin Frau Bertha Nomberg, Frankfurt a. M,, Allerneiligenstr. 40. Nr. 1162. Meier und Jacob Lewicki, Söhne des Hirsch Lewicki aus Kalisch (Polen) oder deren Nachkommen, die vor ca. 40—45 Jahren zu ihrem Onkel Leib Louis Lauffer nach San Francisco ausgewandert sind, gesucht von Josef Kober, Leipzig CI, Hindenburgstr. 60, früher Kalisch (Polen). Nr. 1163. Mendel Spann und Moritz Spann, geh. in Kolomea, vor ca. 20 Jahren nach Südamerika ausgewandert, Alter Ende der Dreißiger, bzw. etwa 55 Jahre, gesucht von Jacob Bernstein, Dresaen-A., Schnorrstr. 29. Nr. 1164. Sohn und Tochter (Joe und Dorris) von William und Jannete Levy (geb. Kahn) aus Aschenhausen bei Kaltennordheim, letzte Adresse von William Levy 1905, Levy 8: O’Brien, Brick Manufaetures in Haverstraw, N.Y., gesucht von Minna Nußbaum, geh. Kahn, Tochter von Moses Kahn, wohnhaft in Kaltennordheim. Nr. 1165. Nachkommen von David und Samuel Rosenthal um 1889 aus Grebenroth bei Bad Schwalbach (Hessen- Nassau) nach USA. ausgewandert, gesucht von Lisette und Lina Stern, Köln-Sülz, Lechenicher Str. 31 (Großcousinen der Gesuchten). Nr. 1166. Zuche Ber Weinblüm, ausgewandert 1890 aus Rawa (Polen), und Nachkommen, letzte Adresse: Toronto Ont. (Canada), gesucht von Heinrich Selkowitz u. Frau Lea, geb. Weinblum, Forst (Lausitz), Karlstr. 15. Nr, 1167. Nachkommen von Hermann Heimbach aus Laes, Bez. Münster (Westf.), wohnhaft Chicago, Vater zirka 1876 nach dort ausgewandert, gesucht von Siegfried Heimbach, Osnabrück, Wiesenstr. 11. Nr. 1168. Nachkommen von Abraham Siegel, geh. in Osterath bei Krefeld, 1865 ausgevvandert nach Philadelphia, später Atlantic City, gesucht von Anni Marcus, Werne (Lippe), Lünenstr. 14. Nr. 1169. Robert, Jacob und Albert Husch, 1888 von Wreschen i. Posen nach Brook'yn b. New York ausgewandert; ferner Frau Sa־a Baas, geb. Soiiener aus Ostrowo i. Posen, nach Boston verheiratet, oder deren Nachkommen, gesucht von ihrer Schwester Cäcilie Ascfter, geb. Soiiener, Breslau, Fnedrich-Wilhehm-Str. 81, bei Ascher.

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