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Jüdische Rundschau · 1938-10-14 · Heft 82-83 (14.10.1938) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 82-83 (14.10.1938)
Date
1938-10-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 82 83, 14 X 1938 JDDl SC HE RUNDSCHAU Seite 7 uns typische Paradoxon der Einseitigkeit und Einheitlichkeit erfuhr unter dem Dntfk unserer gcsichichtlicncn Ent- Wicklung eine sich häufig wandelnde Gewichtsverlagerung, und cs ist interessant, an dem Begriff des Judentums selbst diese Wechselbcwegung zu verfolgen. In früheren Jahrhunderten war der Begriff ״Judentum“ eine Einheit und wurde mit der ganzen luten itat unseres Temperaments von unseren Vorfahren als Einheit bejaht. Die These, es könnte jemand national, aber nicht religiös zu uns, oiler etwa religiös zu uns und national zu einem Volk draußen gehören, bestand noch nicht einmal in der Möglichkeit theoretischen Denkens. Da kam die moderne Welt und bewirkte, daß die ursprünglich untrennbare religiösnationale Einheit des Judentums mit aufklärerischer Oe- Walt auseinandergesprengt wurde. All die großen Vertreter des westeuropäischen Judentums — Geiger, Holtheim, Frankl, Samson Raphael Hirsch — hatten eine Tendenz: sic suchten aus der Totalität des Judentums die eine Hälfte heraus, und zwar •die rein religiöse, die man dem Leben des inoderneu Alltags angepaßt hatte. Und im Osten nahm eine ganze Generation hebräischer Schriftsteller ausschließlich die a n - dere Hälfte heraus: Achad Haain, Berdiczewski mit den noch bis in die Gegenwart herüberreichenden Dichtern Brcnner und Tschernichowski, sie alle interessierte nur die Volkhafte Zusammengehörigkeit •der Juden, auf Kosten der religiösen. Im Westen gab man die Parole aus: das Juden tum sei eine Konfession, und man zerbrach die Totalität, indem man Juden die Möglichkeit gab, religiös bei uns und national draußen zu stehen. Im Osten gab man die Parole aus: das Judentum sei eine Nation, so daß jemand national bei uns und religiös außerhalb des Kreises stehen konnte. Seit dieser Zeit gab es im Judentum eine Diskussion über das Wesen der jüdischen Seele, und mit der uns eigenen radikalen Ausschließlichkeit wurde Jede These extremistisch verteidigt. Aber je ernster die Zeiten wurden, je härter die Anforderungen waren, die sie an uns stellten, desto entschlossener schlug das Pendel wieder nach der anderen Seite aus, und heute hat diese Diskussion, so typisch sie für unseren Volkscharakter sein mag, für uns nur noch historischen Wert, Diese Konstatierung greift in eine Entwicklung ein, die noch nicht abgeschlossen ist, and sie enthält — wir bekennen es offen — eine Forderung. So objektiv wir geschichtliche Analysen zu geben versuchen und so wenig wir der jüdischen Seele einen Schraubstock anlegen wollen, um sie nach der einen oder der anderen Seite zu drängen, so fest s.nd wir auch davon überzeugt, daß der Weg von Einseitigkeit zu Totalität einen Weg nach oben bedeutet, und wir wünschen dringend, daß das uralte Paradoxon Einseitigkeit — Einheitlichkeit einmal mit einem Sieg der Totaltät für immer verstummen möge. Daß wir uns mit dieser Tendenz in der Linie der ganzen zeitgenössischen Geschichtsentwicklung befinden, beweist uns die Welt. Nach den Zeiten des Individualismus und der Zer- Splitterung wird jetzt der Wagen der Geschichte von kotlektivistischcn Begriffen angetriebcu. Sein eigentlicher Motor ist — und wird es mehr und mehr werden — der Begriff ״Volk“. Im Grund ist jetzt ein Jude, der sich nicht zum jüdischen Volk bekennt, eine groteske Figur, wie etwa ein Neger, der behauptet, er sei weiß, oder wie ein Chinese in Amerika, der die Existenz eines chinesischen Volkes abstreitet. — Wir sind ja auch schon so weit vorgeschritten auf unserem Wege zur Volkwerdung, daß es für unser Land und für unsere Jugend, die ihre besten Kräfte hergibt, um den Staat zu bauen, gleichgültig ist, ob es irgendwo noch Opportunisten gibt, die sich aus egoistisehen Gründen nicht zu uns bekennen wollen. Die Frage ist entschieden, ob sie wollen oder nicht — entschieden nicht allein durch die Stimmen von draußen und durch unsere Antwort darauf, sondern auch durch die klingende Resonanz unserer von jeher auf diesen Ton abgestimmten Volksseele. Um aber den Weg von Einseitigkeit zur Totalität zu Ende und zur Vollendung zu gehen, dürfen unsere Menschen — sowohl die in der Galuth wie die jungen Wächter am Jordan — nicht vergessen, daß mit dem Bekenntnis zum nationalen Judentum allein wieder nur eine Halbheit getan ist. Das Urelement unseres Volkes ist religiös, und wer unser Ziel, den Begriff ״jüdisches Volk“, richtig versteht, der weiß, daß zu seiner Verwirklichung die Dualität von Religion und Nation wieder zu ihrer alten Einheit verschmelzen müssen. Da wir an diesen Schmelzprozeß glauben und ihn mit derselben Sehnsucht erwarten wie ein Goldschmied die Lauterung seines edelsten Metalls, so forschen wir in den Gesicntszügen unserer jungen Menschen und entdecken mit Freude klare Linien in dem vieldeutigen Antlitz, — noch etwas versteckt oft, noch überschminkt von den Farben der Galuth, aber für uns Sehende wird es doch beglückend sichtbar, daß die Bilder unserer Photomontage besser werden, heller und straffer, daß sich Verkrampfungen losen und Schatten verschwinden. Noch gibt es alle Typen auf unserem Filmstreifen, — vielleicht wird es sie auch immer geben, aber die Belichtung wird besser sein, da das Licht von unserem eigenen Himmel ausstrahlt. Und wir glauben, daß die Zeit naht, da als Prototyp des jüdischen Volkes nicht mehr jener alte durchgeistigte Jude des Galuth- Postens vor uns erscheinen wird, sondern das junge Gesicht eines starken, lebensbejahenden und jüdisch-bewußten Geschlechts, das in der Sanne unseres Landes aufgewachsen ist, und das in gesundem Instinkt und in heißer Liebe zu Gott und zur Nation die Totalität unserer jüdischen Welt erfaßt. Dann werden wir auch mit Stolz vor der ganzen Welt eine Photomontage des jüdischen Gesichts abrollen lassen könneu, weil sie uns, befreit von Schlacken, so zeigen wird, wie wir wirklich sind... Stockholmer Theater-Notizen Von unserem Berichterstatter H. R. Stockholm, 11. Oktober Als ״die größte Opernpremiere der Saison“ bezeichncte man die Neueinstudierung von Meyerbeers ״A f r i k a n e r i n“ der Köngl. Stockholmer Oper. Die musikalische Leitung war Kapellmeister Kurt Bendix an veitraut, dep seine Aufgabe mit gewohnter Präzision und musikalischer Sicherheit loste, die bei Publikum und Presse einstimmigen Anklang hervorrief. In Konscrtföringen trat — mit Fritz Busch als umsichtigen Dirigenten — Nathan Milstein als Solist in Paganinis D-dur - Violinkonzert auf. Durch eine große violinistische Virtuosität erspielte er sich'vor dem ausverkauften Hause einen ungewöhnlichen Erfolg. Die hier wirkende Sängerin Maria Spilga trat auch in diesem Jahre wieder bei aen Roinem-Festspielen in Visby erfolgreich auf. Einwanderung nach Kolumbien Dm n«u• Etowandarungageaatz Von unserem Berichterstatter Cali, 1. Oktober 1038 Die Einwanderung nach Kolumbien war in den letzten ähren relativ leicht. Das Land hatte eine sehr liberale dandhabung der Einwanderung. Für zahlreiche Juden aus Deiitschlana war infolge des geringen Vorzeigegeldes von 250 Pesos die Uebersjedlung nach!Columbien ein willkontmener Ausweg aus den bestehenden Wanderungsschwierigkeiten. Irn Laufe der letzten Monate war jedoch bereits eine Tendenz bemerkbar, die immer mehr anwachsende Einwanderung abzudrosseln. In den letzten 14 Tagen wurden in Cali zahlreiche Flugblätter herausgebracht, in denen gegen die jüdische Einwanderung protestiert wird. Viele A11- Forderungsgesuche wurden von der Regierung in diesen Tagen abgelehnt, und die Einwanderungssituation blieb völlig unklar. Nunmehr ist heute endlich das neue Immigrationsgesetz verkündet worden, das den Zustana der Ungewißheit beendet, wenn auch leider in wenig erfreulieber Weise. Der erste Artikel dieses ״Decreto sobre Inmigracion y Extranieria“ bestimmt, daß die kolumbianischen Konsulate ohne besondere Genehmigung keine Visa erteilen dürfen ״an Personen, die ihre Staatsbürgerschaft verloren haben oder deren bürgerliche und politische Rechte derartige Be- Schränkungen erfahren haben, daß ihre Rückkehr Ul ihr Heimatland erschwert oder gestört ist, sowie an die Personen, die gemäß Art. 11 des Gesetzes 114 vom Jahre 1922 besonderen Bestimmungen in Kolumbien unterworfen sind“. In hiesigen Kreisen besteht die Befürchtung, daß diese Be- Stimmung auf Juden allgemein von den Konsulaten ange* wendet werden könnte; doch darf man eittftweilcai noch hoffen, daß• die Konsulate bei ihrer bisherigen Visapraxis bleiben werden. 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Vom Standpunkt der auswanderungsbedürftigen Juden in Deutschland ist diese Erschwerung der Einwanderung nach Kolumbien zweifellos eine große Enttäuschung. Die Hoffnungen Vieler werden vielleicht hierdurch zunichte. Es muß aber, festgestdllt werden, daß das Land sich irn Augenblick in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Die Geschäfte gehen zur Zeit sehr schlecht, und die Folge ist, daß die Emigranten noch schwerer ihren Lebensunterhalt verdienen können als in guten Zeiten. Jede neu hinzukommende Familie bedeutet in der augenblicklichen Situation eine große Belastung, weil die wirtschaftlichen Möglichkeiten — besonders für Mittellose — sehr gering sind. Freilich kann man in kolumbianischen Kreisen auch einen gewissen Optimismus wahrnehmen, der der Meinung ist, daß die Krise jetzt allmählich wieder abzuflauen beginnt. Hoffen wir, daß diese Meinung recht behält. N. Neuregelung: des holländische« Fremdenrechts Von unserem Berichterstatter RL Den Haag, 11. Oktober 1938 Der holländische Justizminister teilte der Zweiten Kammer mit, daß mit der baldigen Einbringung des Gesetzentwurfes über die Neuregelung des Fremdenrechts gerechnet werden könne. Die Zulassung von ausländischen Arbeitnehmern, die unter die für Europäer geltenden Vorschriften fallen, in Nieder- I ä n d i s ch -1 n d i e n ist ab 1. November insofern unter verschärfte Bedingungen gestellt, als diese nicht mehr, wie bisher, vorläufig zugelassen werden, wenn die Anträge auf Erteilung einer Arbeitsgenehmigung sich noch in Bearbeitung befinden. Einwandernde Arbeitnehmer müssen in Zukunft den Einwanderungsbehörden einen Auszug aus der dem Arbeitgebet־ für den fraglichen Arbeitnehmer erteilten Arbeitsgenehmigung vorlegen können. Sind sie hierzu bei ihrer Ankunft nicht in der Lage, so wird innen die Zulassung verweigert. Die J ü d i s c h e F r a u e n v e r e i 11 i g u n g f ü r p r a k - tische Pa 1 äs t i n a- A rbei t (Wizol hielt am 28. September ihre Jahresversammlung in Utrecht ab. In ihrer Eröffnungsrede wies die Vorsitzende, Frau Vromen-Snapper, auf die Bedeutung Palästinas für die Behebung der Judennot hin. In der Aussprache über die Arbeit im kommenden Arbeitsjahr stand die Frage der Aufbringung der Mittel für die Wizo-Institute in Palästina sowie aie Kulturarbeit im Vordergrund. ln der Gesellschaft für Niederländische Literatur sprach in Leiden der Groninger Hochschullehrer Prof. Dr. Leo Polak über ״Sinn und Glanz des unverfälschten Buches Hiob“. Wiener Notizen Von unserem Berichterstatter Wien, 12. Oktober In der Zeit vom 24. bis 30. September hat die Auswanderungsabteilungder israelitischen Kultusgemeinde (178 Personen zur Auswanderung verholten. Die Kultusgemeinde fordert in einem Aufruf alle Gemeindemitglieder auf. für ihre beginnende Wfnterhilfsaktion Beiträge zu leisten. — Der Hilfsverband der jüdischen Kriegsopfer ersucht alle Kriegsopfer, sich dem Verbände anzuschlicßen. Zum zweitenmal fand sich in einem Wiener Gotteshaus eine vielhundertköpfige Zuhörerschaft zusammen, um Abschied von Wien zu feiern, die demnächst den Weg nach Erez Jisrae! antritt; diesmal war es die Mlsrachi-Jugend, die zum erstenmal eine größere Zahl ihrer Chawerim entsendet. Die große ״Polnische Schul“ in der Leopoldstadt war überfüllt von Jugendlichen, denen skh viele Erwachsene, besonders die Eltern der ausreisenden jungen Leute, anfeschlossen hatten. Die Jüdische Gemeinde war durch die errate Dr. Orenstein und Dr. Landau vertreten. Rabbiner Dr. Gottlieb, der an der Hachschara der jungen Leute hervorragend beteiligt ist, hielt die Festrede. An die Ansprache eines Mitgliedes der Misrachi-Hachschara knilnfte Rabbi״״.■ Rosemann herzliche Absehiedsworte. Die Flüchtlings-Konveatioti tritt in Kraft Der bisherige High Commissicmer beim Völkerbund für Emigranten aus Deutschland, Sir Neill Malcolm, teilte mit, daß die Konvention vom 10.2.1938, die den Status der Emigranten aus Deutschland betrifft, am 26.9.38 von der britischen Regierung ratifiziert worden ist. Die Konventian wird am 27. Oktober 1938 in Kraft treten. Sie regelt bekanntlich das Recht der Niederlassung in den Ländern, die an der Konvention beteiligt sind, die Frage der Dokumente sowie die Probleme der Arbeitsaufnahme, des Erziehungswesens üsw, Ein Zusatzprotokoll, das demnächst von den Regierungen angenommen werden soll, wird die Maßnahmen der Konvention auf diejenigen Emigranten, die aus dem österreichischen Gebiet stammen, ausdehnen. Einwanderung nach Chile. Bei Elternanforderungen nach Chile muß der etile Elternteil über 60 Jahre alt sein (nicht, wie in Nr. 69 irrtümlich angegeben war, unter 60 Jahre). Einwanderung nach Australien Nach Mitteilungen aus Canberra haben zahlreiche Juden Rückreisefahrkarten nach Australien gebucht mit der Absicht, die Erlaubnis zur dauernden Niederlassung zu erlangen. Das Innenministerium erhält jeden Monat Tausende von Anträgen von Juden, die den Wunsch haben, in Australien einzuwandern. Demgegenüber wird im Hinblick auf die Fassungskraft Australiens erklärt, daß nur einem geringen Teil dieser Gesuche stattgegeben werden kann. Das Innenministerium hat die Schiffsgesel 1 schalten angewiesen, keine Passagen an ausländische Juden nach Austrafien ohne die Vorzeigung von Landungscrlaubnis&en oder anderen Zulassungsdokumenten auszugeben. Antijtid’sche Zwischenfälle in Frankreich Von unserem Berichterstatter K. Paris, im Oktober ln den letzten Tagen ist es in verschiedenen Stellen in Frankreich zu antijüdischen Zwischenfällen gckomme|^HP|ese Vorfälle waren in der Mehrzahl örtlich in den Zentren der französischen jüdischen Siedlung in Frankreich, d. h. im Elsaß und in der Pariser Region konzentriert. Besonders schwerwiegend waren die Zwischenfälle in Straßburg und Mülhausen, wo im Rahmen von Manifestationen der rechtsradikalen Jugend jüdische Passanten angegriffen und teilweise auch jüdische Ladenfenster zerstört wurden, ln Paris sind nur einige kleinere Zusammenstöße auf den Haupt- Straßen zu verzeichnen. Zwei weitere Zwischenfälle, die in Lille und Dijon gemeldet wurden, sind von rein lokaler Bedeutung. Die Bürgermeister verschiedener Ortschaften im Elsaß haben Aufrufe an die Bevölkerung erlassen, in denen auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, Ruhe und Ordnung aufrcehtzucrhalten. Persönliches. Vor einigen Tagen verließ Julius Stern, Mitarbeiter der Schuhabteilung der Reichsverreiiing, Deutschland, um nach Erez Jisrael auszuwandern. Julius' Stern war einer der ältesten zionistischen Lehrer der jungen Generation. Bevor er sein Amt in der Schulabteihmg der Reiclisvertretung übernahm, war er mehr als 10 Jahre an der Volksschule Rykestraßc tätig, die zu den ersten zionistischen Schulen Berlins gehört und die sich schon vor 1033 um eine jüdische Durchdringung des Unterrichts große Verdienste erworben hat. In seiner Mitarbeit in der Reichsvertretung setzte sich Stern für die Neugestaltung der Lehrpläne der jüdischen Schulen ein und widmete sich ganz besonders der Hcbraisierung. Er versuchte durch Lelirerfortbildungstagungen und -ktirse die für diese neuen Aufgaben erforderlichen Lehrer heranlind fortzubilderi. Auch um dis Zustandekommen der im August veranstalteten hebräischen Konferenz hat sich Stern große Verdienste erworben. Wir wünschen Herrn Stern alles Gute in Erez Jisrael und hoffen, daß es ihm möglich sein wird, die in Deutschland erworbenen pädagogischen und organisatarischen Fälligkeiten dem Lande nutzbar zu machen. Auf der Generalversammlung der Jüdischen Jugendföderation (Joodsclie Jeugdfederatie), in der alle zionistischen Jugendverbände Hollands zusammengeschlossen sind, wurde Ernst Cal vary, vom Makkahi Hazair, in den Vorstand gewählt. Dem Verband gehören 34 Jugendvereinigungen an. Der Violinist Nathan Milsfein gab in Kopenhagen zwei gut besuchte Konzerte im ״Großen Saal“ des Konzert- E' ' _ Au» der ״JÜDISCHEN RUNDSCHAU׳ 10.1913! Am 26. September veröffentlichte das türkische Gesetz• Matt die Ernennung von Yeeheskel Sassoon Effendi, dem früheren Abgeordneten von Bagdad in der türkisehen Kammer, zum Unlerstaalssckrelär im Handels- und Aekerbauministerium. Er ist der erste Jade, der diesen hohen Posten bekleidet. Am 19. Oktober wird in London ein Blumen t a g zugunnten des jüdischen N at i 0 nal-Fonds ver anstaltet. Eine große Anzahl junger Damen, die sich frehvillig gemeldet haben, wird in den Straßen blauweiße Sträußchen verkaufen. Es wird mit Genugtuung bemerkt, daß sieh die jungen Damen aus jüdischen Familien, die frühere Blumentage für alle möglichen Zvaetche gefördert haben, aber für jüdische Zwecke wenig leisteten, fetzt auch in den Dienst einer jüdi■ sehen Sache stellen.

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