Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 67 (23.8.1938)
- Date
- 1938-08-23
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, 23. AUGUST 1938 BERLINER RUNDSCHAU Jüdische Gemeinden und Reichsverband Dr. Alfred Rabau in der BZV In der aktuellen Vortragsreihe ״Jüdisches Zeitgeschehen“ sprach am L\ August im BZV,-Heim in der l£antstraße Rechtsanwalt Nr. Alfred Rabau, Mitglied des \ orstandes der Jüdische» (temeimle nt Berlin, über die Probleme, die den juiii-elieii (jemeitideti utul ihrem Rvichsverband /ur Bcwältigütig;nifgegehen sind. Nie Aufgabe der Finanzierung erscheint als die eigentlich zentrale. Nie Veränderung der Verhältnisse in lim;( und Wirtschaft sowie die zunehmend ungünstigere I orm der Alterspyramide ruckt die Frage nach der V e 1 s o r g u 11 g der alt e 11 (1 e ti e r a t i o n in den Vordergiund des Interesse'. Welche finan/ieilen Aniordcrungen die Vorbereitung der .Auswanderung stellt, ist bekanrtt. Die Notwendigkeit, der Jugend eine gründliche und sorgfältige Erziehung und Berufstorbereitaug /U geben, ist ailgenui!1 anerkannt. An diesem Punkte darf so wenig wie möglich gespart werden. \ ergegettwartigt man sieh die Utlgeheute I jniie der aus alledem erwachsenden I inan/lasten, so gelangt man zwingend zu der Forderung, daß die verantwortliehen jiidisdu 11 Instanzen dafür Sorge trauen müssen, daß der ‘materielle Liqui1l.i;10!1.־-pr0/eß in der richtigen Weise mit dein personellen Schritt halt : d. h., es muß verirdeilen \s erden, daß sachliche Vermögenswerte illiquide werden, deren u eht/eii ige Verwertung die Vorbereitung der Ausw.nideiimg fotderii kutmie. Nachdem die Rer.hsvertretung in ihrer 11ea:1 10:1:1 V-. kh i.hs\ erband der jüdischen (tenteinde alle lein n.kgeii jmli hon Kräfte /iisaminengefaßt hat, muß der Id.!de.,es 1!eiml die In-iatiz st erden, die mit wirklicher Initiative \o;.!:upht und einer Losung aller Probleme des I;! p! . 1,01< 1: -!!: o/s' - n; ' lirn Weg \t emt. 1.1 ■kr 1 ):-h!1'..;on, du -ich aii-eh’iiü, berichtete Dr. I. 11 d w : g 1 ,1 :1 d .1 1: n 1h!־ Adrett zur Liquidation der khd'ic!; t 1■ :׳!׳.:! :!!: Ls-mi Lneh'iu.•11׳en Landesverband. Rechtsanu!11 Ko/(,., v!•!'!•1in et 1■!!׳•he1.־>!Hl1׳re 110er die kragen ,die .',,:1 d!r \;u;:l!! ikeung der A1!־/!c ergehen. Der Repräm :!:.!:!ז I 11!;.■!*׳t : n e :11;! n 11 iLhfete an den Referenten des AL! u-L o1 Worte■!!ml teun-due ihm. daß es ihm möglich sr1!׳ seih,, ..!״];■ Phnismit l'1n-:ei1t und I nergie innerhalb des ( u :11• ::!de tu■ -t.!n(h d;11eh/1!'e!/e:1. .Mit einem kurzen Schlußw 1 >:t u >:; 1 >r. L'.iii.iu \t unk• ehe gut gelungene V ersammlung Eine junge Malerin N!e iungc Malt ■ 1:1 II v a Mendelsohn, Sehü'erin von Lugen ■0;:.יך und log! I!1 .fstein, zeigt in der Bruckenallee 4 zum er -t-, 11 M de (itnuhlc •und Zeichnungen. Man bemerkt m hon 1 itzt eine ngi ne Note im malerischen Ausdruck, wie auch in her 1.1 beudigkt it der I iehtfnlirniig und der feintu hi :gm V, u-dergahe dep>t cho'ogi-chen Details. Das bewei't g lei, h t.!!n! gui/e Wand guter Porträts: die eckige und zu eh■;.di empfindliche Jugendliche mit rostro‘em Haar, da- ,Modellen 1111 geschwungenen Strohliut mit den etwas matten Augen, die unermüdliche ״Frau von der Landstraße‘• mit dem Rucksack über 11 en Schultern und — mit das beste da- Porträt ״,Alte Dame״, die aus den früheren ragen ihre Vornehmheit bewahrt hat. Die Spiro- Schule' ist im Einfluß allerdings noch zu merken; davon zeugen einige naturalistische Porträts wie die grüne Dame oder ehe ..au-ruheiide alte Frau“, wo dasselbe Modell und dieselben Farin 11 wie bei Horst Moratz zu finden sind, nur i't diese ausruheude Frau bei Eva Mendelsolin von der Seite gesehen und priiniiher aufgefaßt, jedoch nicht weniger gut. Von Spiros Einfluß zeugend, aber 1111 vorigen \Vu!ter ent-t milcti, sind die scharf profilierten Gesichter der ״Akte vor dem Spiegel" und deebenfalls vor blau-grauem Hintergrum.l au-gi fulnteii sitzende» Frauenaktes. Neben den Portr.its ink-r.. "irmi am m!■i-teii ihre B 1 11 nt e n s t i 11 e h e n. Nie •hm '.mk'icmc'i" haben (lieht nur farbig eine große l. eilendIn 1t, che Bhitrnb!.!!teilen kruii-cln sieh wie lebenilige 1 1:1/1 Iw 1 scn. I!;! 1 .Nennenbliimc■* leuchtet nur mit pi'ibh: big!!11 1 du hi] Bhiti mam! hervor ans dem ohvgriinen Blat.vv erk, 1.1!:!■ -ehr;01(1• Arbeit. F\a Mendelsohn ist Tech- 10 111:01 auf c; 110 1 ׳ Art, zwar ln nutzt sie fertige Farben, aber sie 1:1 nutzt -:o bewußt. Sie versteht sich auf durchsichtige teile,,0 's-, hatten, -u li! ht tarbige Konturen, sie benutzt die Wiikau.; de; h ■ unplcmr;;t.irfnrben und vor allen Dingen m. c.-t׳. rt - 1■ loht and ''(,hatten. I );!s IL1rtr.it der alten N.voc! :11 fhmmei 11.L :! 1 iaht, darothaarige junge Mädchen in ri./v.ilh■!“ I aei.t w irkuug n!t t le-icht uml Bluse und vor ah! 00 ,:ad! 10: ne,:!! Akt. der noch eben in Arbeit ist, be-;■ :ße ß.e V.oßAv und da- Können der jungen Malerin au! iiee inhntr ihr 1.1, iitvv irkuug. Für das malerische >■. In ס i-t -u. um Natur aubegabt, ebenso wie für die Inußpo ■Jo ui, vervollkommnet hat sie die Differenzierung der I ailn ־!. I).!- ״.Marli heu mit dem geschwungenen Flut" und 1 : •1 M ul 111־ »köpf in hellen Farben zeigen auch Frau l.a-er-t: 1n~ I e. 1:111k, den Auftrag mit dem breiten Pinsel. >e׳hr rti/voll 1-t 11:1 Iv milerknpf. Ocl .auf Papier, — aber fa.-t mit Pa-tellu irkuniß Von einem neuen Zeiehenkursus in! Winter zeugen -ein m e Aktstudien, von denen einige neben der ver! infaelden Form und dem Zug zur großen Linie viel Anmut verraten. lian n a Schlesinger (Ruth M o r o! d) ״Der neue Weg" Ein neuer Palästina •Tonfilm Kol-Noa, das Institut für jüdische Filmarbeit, wird demnächst einen neuen abendfüllenden Tonfilm des Keren K a i e m e 111 L e j i s r a e I aktuellster Art über Palästina heraus!)nns5<־n. Der KKL ließ durch den Kameramann Axelr־>d in paia-tina das!Material für diesen Film aufnehinen, das in Berlin von Georg Engel zusammengestellt wurde, hur die Idee utul das Manuskript zeichnet Josef W e 1 it, für die I lerstellungsL. itimg Manfred E p s t e i n. Wacht und Auftu:1, Treue zum Werk, Wille zur Freiheit auf eigenem Bollen prägten diesen Film. — Die Unruhen mit all ihrer Schwere und Tragik leuchten auf. In den Zeiten schwerster Prüfung für Erez Jisrad sieht man die jüdische Jugend in der Arbeit v orvv artsstreben. Der Hafen von Tel Awiw ent'telit, die indische Kolonisation dringt trotz allem weiter vor in dablühende Cialil — tlas nächste Ziel des Bodenkauf». 1 in Höhepunkt des Films zeigt die Landnahme der neuen Siedlungspunkte, die man in ihrer ganzen Draniatik und nüchternen Schlichtheit miterlebt. Der Tonfilm, der wegen seiner .Aktualität und seiner überzeugenden Ehrliebkeil der Ciestaltuug die weitesten Kreise des jüdischen Publikums interessieren wird, wird an! 17. September im Saal des Jüdischen Kulturbundes Berlin uraufgeführt werden. Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die für die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktion zu adressieren. Ankündigungen Jüdische* Lehrhau* Berlin, Frei« Jüdische Volkshochschule e. V., Sekretariat: Berlin W 50, Marhurger Str. 5/1 IT, Tel. 24 55 87 (10—12 t/bi). Kaufmann. Englisch! (Für Teilnehmer mit guten Vorkenntnissen), je einmal pro Woche li 2 Std. Unterricht, l>ün.-G«h. pro Monat RM 4.—, Beginn: 6. September. — Spanisch für Antanger: Dienstag und Donnersrag 18—19.30 Uhr, R v k e s t r. 53, Beginn: Donnerstag, den 1. September. — Englisch für Anfänger: Montag und Mittwoch 20—21.30 Uhr. Marhurger Str. 5. Beginn: Mont ag, den 5. September. — Abend-Intensiv• Kursus für Englisch: WTnacker Str. 3. Mo. bi< Do.. 19—22 Uhr. Unterricht in Phonetik, Grammatik, Phraseologie; mündl. und suhrittl. Uehungen, Konverdationsitumien, tägliche Vorträge durch englischen Lektor. Y־or־ kenntni»e erforderlich! Honorar pro Monat RM. 25.—. Einige Teilnelimer können no<h mitgenommen werden. — Anmeldungen — nur per^'mlich im Sckreta1i.it am: Montag, dem 29. August, von 10 bis 12. oder von 17—19 Uhr, und Dienstag, dem 30. August, nur von 10—12 Uhr. KuPu'hund-Spielplan der Woche« Theater in der Kommandanten• *trabe 57: 28. August. 15 Uhr: .,Arm wie eine Kirchenmaus*‘, (Abt. 50 und 60S; 28. AipmO, 20 Uhr: ״Arm wie eine Kirchenmaus“ (Abt. 22 und 32. Ahr. 16: 16 750.16 799); 29. AuguM. 20 Uhr: Orchester• Konzen; 30. Augu>r. 20 Uhr: ..Arm wie eine Kirchenmaus“ (Abt. 27 und 37); 31. Ai.igU'-t. 20 l'ln: ..Ami wir eine Kirchenmaus“ (Abt. 24 und 34. Abt. 16: 16 8^0 -16 850), letzte Wanoalfung für August. — KuHu hundsaal. Kom!r11m<lanten-.tr. 58 59: 31. August. Vorirag Julius Balt: ,.Shakespeare, Bedeutung und Bu. ,!־׳!׳ngestal t1 :״. September: ./i«-pcn>ter” (Abt. 44 und 54): 3. September: ״Gespenster“ (Abt. 42 und 52), Kurt Singer* Jüdischer Chor nimmt am 6. September seine Probenarheit wieder aut. Die Proben finden jeden Dienstag Abend in «der S\nagoge Pi inztegentenstralj« >mtr. F!ir eine konzertmaß'ge Auf• iuhrung wird ein^tudiert: ..Acis und Galathea’* von Handel, außerdem von dem Be!!hier Komponi-ten Frich Weiner .. Psalmen der Um• kehr־‘ (Urauttührung). .Vetiamnahmcn nimmt der Vorstand jeweils vo! jeder f-’cih.:• entgegen. Solu iltüche Anmeldungen an die Ge• schat0"telh% Berlin SW 68. S!alUrhreibetstr. 44, per Adr. Reichs• verband der JüdU<d1en Kulturhü nde in Deutschland. ״Die Chalurim.“ Die deut»־he d extbearix'itung der Juhxthen Oper von Ja!■׳)!.! Weinberg ,.Die Ghahizim“. die unter der muMkatisclien Teilung von Chvmjo Winawer in konzertanter Form am: 4. Se p t e m h e r, 20 Uhr. in der Svnag׳»ge Prinzregenten-ti al’e als Sonder• ver.m-taltuiig des JüdUrhcn Kulturbundes autgelührt wird, •dämmt von Mascha Kaliko- W i n a w e r. Hauskonzerl: 1. September, 20.15 Uhr. bei Dr. Kurt Bali. Schon«• heig, Wexstr. 2 Iil. Mitwirkende: Das Max-R'oenthal• Quartett (Romenthal, Coper. Klein. Maivozvk). Am Fiügel: Tutte Ball. Jüdischer Religionsverein der nördlichen Vororte. Sonnabend, den 27. Augiot, 20.30 Uhr, Svnagoge Hernodort, Falkentaler Steg 16, N ortrag David Hcinunn: ..Notizen einer Amerika* reise.“ Mudka'isrhe Umrahmung durch Herrn Kantor S i 11 i g. Hansa: Mittwoch, 24. «August. 20.15 Uhr. Konditorei Hansa, Flensburger Str, 19. Dr. Hubert Po Hack: Evian und Palästina- Wanderung. Steglitz-Schmargendorf: Mittwoch, 24. August, 20.15 Uhr, Friedenau, Moselstr. 4 (Wohlfahrtsamt). Rudolf .Abraham: Der Jude in der Welt der Gegenwart. Spandau: Mittwoch, 24. August, 20.15 Uhr, Spandau, Lindenufer 12. M .ulrice II ir sch leid: Palästina und die jüdische Welt,. * •beitskreissitjungen: Südost: Dienstag, 23. August, 20.15 Uhr, Brückenstr. 9. Georg Kopydlowskir Palästinawirtschaft; Schöne her g: Dienstag. 23. August, 20.15 Uhr, Goltzslr. 21. Franz Kuhn: Ursachen der jüdischen Wanderungen; Friedrichsha in: Mittwoch, 24. August, 20.15 Uhr, Landsberger Str. 87. Jose! Engel; Die erste Besiedlung des Ostjordanlandes; Zentrum-Xord: Donnerstag, 24. Augu-t, 20.15 Uhr, Rosentaler Straße 44. Hans Löwen b erg: Die Aufgatzen des Zionismus in dieser Zeit; \V i 11 e n b <* r g p 1 a t z: Donnerstag, 25. August, 20.15• Uhr, BZV.-Heim, Goltz-tr. 21. Dr. Max Hey mann: Geschichte «der Juden in Spanien: Charlotte 11 bürg: Donnerstag, 25. August. 20.15 Uhr, BZV.-Heim, Kantstr. 54. Dr. Hans Klee: Die zionistische Politik an vier Wende. Hebräischer Nachmittagsintensivkurs: Der hebräische Nachmittags- Intensivkurs beginnt wieder am 1. September. Der Kurs findet täglich von Montag bis Donnerstag am Nachmittag statt (vier Stunden). Es werden folgende Fächer unterrichtet: Sprache. Literatur, Grammatik, Gegenwarts- und Palästinakunde, Konversation. Kursgebuhr monatlich 20 RM. Neue hebräische Kurse lür Anfänger! Kantstr. 54. Rosentaler Str. 44, Brückenstr. 9. Die Kurse werden Anfang September beginnen. Anmeldungen an die Kulturabteilung der BZV., W15, Mcuxke- Straße 10. Tel. 91 90 31, App. 75 und 79. חוג עברי צפון• Sonnabend, 27. August, 20.15 Uhr. BZV.-Heim, Rosenthaler Str. 44. חוג עברי חוג עברי שרלוטננורג Sonnabend, 20. August, 20.15 Uhr, BZV.-Heim, Kantstr. 5t. ולרצאה עברית Photogruppe T'muna! Dienstag, 23. Augu.-.t. 20.15 Uhr, BZV.-Heim, Kantsti. 54. Dr. Paul Kno'che: Chemie des Photographen. Gottesdienst der BZV. und des Misrachi tu den hohen Feiertagen in den Raumen der ZVfD. Meinekestr. 10. Karten zu 1,50, 2.50, 4,— und 5.— RM., ab Freitag, 26. August, bei der Anteigenannahme der ,.Jüdischen Rundschau", Meinekestr. 10 (10—12 und 16— 18 Uhr). Die ״Gespenster“ im Kulturbund. Die nächste Premiere des jüdischen Kulturbundes Berlin bringt Henrik Ibsens Drama ״Gespenster". Regie führt Fritz Wisten, Bühnenbild: Hans Brandt. Die fünf Rollen sind besetzt mit: Jenny Bernstein, Gina Friedmann, Walther Herz, Martin Brandt und Alfred Berliner. Neue Geschichten von den CheJmer Naronim Warum die Chelmer Narren sind Wie man weiß, hat jeder Engel im Himmel sein festumrissenes Arbeitsgebiet, und kein Engel ist in der Lage, zwei verschiedenen Sendungen gerecht zu werden. Da nun Gott in jedem Jahr für jedes Städtchen einen neuen Narren erschafft, ist ein besonderer Engel beauftragt, im jeweiligen Bestimmungsort die neue Narrenseele zuzustellen. Da geschah es einmal, daß der Engel, der mit einem Säckchen neubackener Narrenseelen gerade Chelm anflog, vom Wege abirrte. Eos ist bekannt, daß Chelm im Tale liegt und rings von Bergen umgeben ist, der Zugang ist also etwas unübersichtlich. So konnte es geschehen, daß der Engel an einem unvermutet auftauchenden Berghang ausrutschte und vor Schreck sein Säckchen losließ. Da fielen alle Narrenseelen hinunter auf Chelm, und damit ist die Uebcrschrift erklärt. Hie man in Chelm Minjan mnrfit Wollte man im Chelmer Bejs-medresch wissen, ob ein Minjan zum Dawnen vorhanden sei, so zählte mar! nicht die anwesenden Personen, sondern verfuhr folgendermaßen: an der Türe stand ein Kasten mit Sand, und jeder Anwesende mußte einen Finger hineinstecken — dann zählte man die Löcher. Einer war aber dabei, der den Sinn der Handlung nicht begreifen konnte und jedesmal alle fünf Finger der Hand in den Sand stieß. Ais man dahinterkam, daß auf diese Weise ein exaktes Resultat nicht erzielt werden konnte, berief man eine Gemeindeversammlung ein, und die beschloß, daß fortan jeder Anwesende seine Nase in den Sand zu stecken habe. So geschah es auch und geschieht noch bis heute. Die Treppe Es geschah einmal in Chelm, daß die Treppe, welche in die Mikve (Tauchbad) hinunterführte, so baufällig geworden war, daß man sie durch eine neue ersetzen mußte, und ein Tischler wurde beauftragt, die alte Treppe abzubrechen. Er begann seine Arbeit von oben nach unten, und so kam es, daß er, als er alle Stufen abgebrochen hatte, unten im Wasser stand und nicht wieder hinaus konnte. Das war eine schlirnme Geschichte gewesen und hatte die Chelmer viel Gehirnschmalz gekostet, bis sie den Tischler glücklich wieder oben hatten. Darum wurde beschlossen, zur ewigen Erinnerung ins Gemeindebuch einzutragen: sollte es einmal nötig werden, eine Treppe auseinanderzunehmen, so muß dies von unten nach oben geschehen. Nun traf es sich bald danach, daß die Treppe zur Weibersclml ungangbar w׳urde und einer neuen weichen mußte. Der Tischler, ein gebranntes Kind, zögerte nicht einen Augenblick, die Stufen von unten nach oben abzubrechen, und als er oben mit der letzten Stufe fertig war, saß er in der Weiberschul und konnte nicht wieder hinunter. Man sagt, er säße heute noch dort. Das Schwein Eines Tages verirrte sich ein Schwein auf den Chelmer Markt und fand an der neuen Umgebung so großen Gefallen, daß es keine Anstalten machte, die interessante Gegend wieder zu verlassen. Chelm geriet in eine schreckliche Aufregung, und man berief eiligst eine Gemeindeversammlung ein, welche beraten sollte, wie man das Schwein aus der Stadt entfernen könne. Aber keiner konnte eine Möglichkeit finden denn man durfte doch das Schwein nicht anfassen, um sich nicht 2u verunreinigen, und damit war jede Voraussetzung für ein tatkräftiges Eingreifen genommen. Nach langem Sinnen kam der Row auf den Gedanken, man müsse dem Schwein ein Seil ums Bein werfen, so, daß es halte, und dann das Schwein zur Mikwe schleppen und darin ertränken. Das ist auch nach langen Mühen gelungen. Doch als man das Schwein endlich in die Mikwe hineinstieß, legte es sich quer über die Treppe und quiekte entsetzlich. Der Tumult in der Stadt wurde noch größer, denn nun getraute sich kein Mensch mehr in die Mikwe, aus Angst vor dem Schwein. Bis die Chelmer auf einen schon früher erfolgreich erprobten Ausweg kamen und die Mikwe anzündeten, so daß sie niederbrannte und das Schwein unter den Trümmern begrub. Da war die Freude groß; denn, wenn es auch etwas umständlich und kostspielig gewesen war — das Schwein war man los. Der Friedhof Chelm verhandelte wegen Ankauf eines Platzes für einen neuen Friedhof, man konnte sich aber nicht darüber einigen, wie groß die Fläche sein solle. So berief man die Gemeinde- Versammlung, und die beschloß, daß alle Einwohner von Chelm, ohne jede Ausnahme, in geschlossenem Zuge sich nach dem Grundstück begeben, und dort, in Reihen nebeneinander sich niederlegen sollen. Auf diese Weise wurde einwandfrei festgestellt, wie groß die benötigte Fläche sein müsse. Das Urteil An einem schönen Freitagmorgen ging der Chelmer Gemeindevorsteher auf den Markt und kaufte einen schönen lebenden Karpfen. Den Fisch steckte er mit dem Kopf nach unten in die Brusttasche seines Rockes, dergestalt, daß die geschwänzte Hälfte heraus ragte. Auf dem Heimwege begann der Fisch, sich sehr unbehaglich zu fühlen und wischte dem Gemeindevorstand mit dem Schwanz eine gewaltige Ohrfeige übers Gesicht, Der Geschlagene schrie auf, Leute liefen zusammen, und bald wurde die Gemeindeversammlung einberufen, welche nach langen Beratungen das Urteil sprach: weil der Fisch den Oemeindevorstand geschlagen hat, wird er zum Tode des Ertränkens verurteilt. Das Urteil wurde auch sogleich vollstreckt: der Stadt-Schammes nahm den Karpfen, trug ihn zum Teich und wart ihn erbarmungslos hinein. Die Ziege In allen Chelmer Häusern wird man in den Wohnräumen eine Ziege herumlaufen sehen, und das hat folgenden Grund: Einmal saß ein Chelmer in großer Verlegenheit am Tisch: er wußte nicht, an welcher Seite er das Brot anschneiden solle. Während er sich so den Kopf zerbrach, lief eine Ziege am Fenster vorbei. Da beschloß er, die Ziege hereinzuholen und ihr die Entscheidung anheimzustellen, an welcher Seite das Brot anzuschneiden wäre. Die Ziege beschnupperte nach Ziegenart erst das Brot rundum und biß dann an einer Stelle zu — somit war die Frage gelöst. Seither hält sich jedes Haus für diesen Zweck eine Ziege, und von einer Fehlentscheidung ist tatsächlich bis auf den heutigen Tag nichts bekannt geworden. Gesammelt von Dr. Rabinowitz-Leipzig Dr. A. Schaiit מס, ירושלים) המשטר הרומאי בארץ ישראל ספריה לידיעת ארץ ישראל, ראובן» schildert die Entwicklung der römischen Verwaltung in Erez Jisrael historisch und rechtlich, eine Arbeit, die die Kenntnis römischer Provinzialverwaltung überhaupt und der Reste der Urkunden dieser Art im besonderen voraussetzt. Von diesem Buch fällt manches neue Licht auf diese Zeitepoche. Dr. A. P. Der Pianist Erich Länderer wird am 30. August, 20 Uhr, von Prag II das Es-dur-Klavierkonzert von Beethoven im Rahmen eines Orchesterkonzerts spielen und im September vor seiner Uebersiediung nach USA. einige Konzerte in der Schweiz geben