Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1938)
- Date
- 1938-08-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seife 14 jüdische Rundschau Nr. 64, 12■ VIII. 1938 Seltsamkeiten Von S. M c i s e 1 s König Salomo spielt Sdiadi Das Alter des Schachspiels ist nicht genau festzustellen. Der Name Schach deutet auf einen persischen Ursprung hin. Nach einer alten Sage soll denn der persische König Koschru Anuschriwan der Erfinder des königlichen Spiels gewesen sein. Doch ist es sehr wahrscheinlich, daß das Schachspiel, in Indien erfunden, im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung von Arabern und Juden den Europäern vermittelt wurde. Jedenfalls sind die Beziehungen der Juden zum Schach sehr alt. Schon im Talmud wird das Schachspiel erwähnt, und in den älteren rabbinischcn Respousen wird die Frage erörtert, ob cs erlaubt sei, am Sehabbath Schach zu spielen, oder ob dieses Spiel jenen 39 Dingen zuzuzählen sei, die der Jude am Sehabbath nicht verrichten darf. Der jüdische Gelehrte und Schachspieler Ahron Alexandre (geh. 1766 zu Hohenfeld in Bayern, gest. 1850 in London) geht in seiner ״Encvclopedie des cchecs״ so weit, das Schach in '2. Sam. Kap. 2 hineinzudeuten, was ihm allerdings nur durch eine exegetische Spielerei gelingt. Auch zahlreiche Schachlegcnden und Schachanckdoien lassen erkennen, daß die Juden schon in frühesten Zeiten das Schachspiel gekannt haben. So gibt es ein höchst seltsames (iesclnchtchen von König Salomo und dem Schachspiel. Danach soll König Salomo das Schachspiel erfunden und auch fleißig gespielt haben. Natürlich war der Weiseste aller Menschen auch der hervorragendste Schachspieler seiner Zeit, und sein ständiger Partner, der Feldherr Benajahu, Sohn Jehujadas, konnte ihm keine einzige Partie abgewinnen. Einmal aber ließ sich Benajahu dazu verleiten, durch falsche Züge den Gewinn erzwingen zu wollen. Doch König Salomo kam dahinter, um! Benajahu fiel in Ungnade׳. Dieses reizende Ocschichtchen findet man in dem Buche: ״Jüdische Historien «oder Talmudisi'lK׳ wumlerbarlidu׳ Legenden. Tcutsch verferdiget, Uhristonliorum Helvicum Professorem in der Universität zu Gießen״. Das Büchlein ist gedruckt zu Gießen bei Caspar Chamlcin, im Jahre MIXIXII. I'.in ilirisflkher Chassid Ls dürfte nur wenigen bekannt sein, daß es auch Christliehe Ciiassidim gegeben hat, nämlich gute Christen, die in Zeiten der Not /um Wunderrabbi fuhren und sich von ihm Rat und Fürbitte hei Gott erbaten. Liner von ihnen wird in der Geschichte des (;itassidisinns mit Namen erwähnt. Es war dies der polnische Graf Miecmlaw Darowski, ein angesehener polnischer Schriftsteller und Freiheitskämpfer von 1831. Grat Darowski war ein großer Verehrer des berühmten Rabbi Mendel Torem von Rvinanow. Fr pflegte öfter von einem Wunder zu er/alilen, das der Heilige von Rvinanow an ihm selber getan hatte. Graf Miec/vdaw mochte acht oder neun ahre alt gewesen sein, als er schwer erkrankte und von den er! ihm testen Acr/tcn aufgegebcii wurde. Da riet eine Gutsnaelibarin seiner Mutter, zum Rabbi von Rvinanow zu fahren. Ais die Gräfin i )arowska heim Rabbi erschien, meinte dieser: ״Bin ich denn ein Zauberer, daß Sie zu mir kommen?" ״Nein“, erwiderte die Gräfin, ״aber Sie sind ein Marin, der durch seinen Lebenswandel Gott näher steht als die anderen und dessen Gebet darum eher erhört wird." ״Nun gut", sagte darauf der Rabbi, ״so will ich denn für das Kind beten.‘‘ Der Rabbi zog sieh in einen Winkel des Zimmers zurück und verweilte dort eine volle Stunde im Gebet. Daun sagte er zur Gräfin: ״Ihr Sohn wird genesen, und wenn er wieder völlig gesund ist, bringen Sie ihn zti mir, damit ich ihn segne.“ Und so geschah es. Seither verehrte Graf Darowski den Heiligen von Ryntanosv als einen Mann Gottes. Noch als achtzigjähriger Greis kam einmal Graf Darowski in Begleitung seines Sohnes nach Rymanow, um das Grab Rabbi Mendels zu besuchen. Nach chassidischcr Sitte legte er ein Quittcl auf das Grab nieder. (Der gelehrte Chassid Ahron Marcus, der Augenzeuge dieser Begebenheit war, berichtet darüber ausführlich in seinem Buch über den Chassidismus.) Das in polnischer Sprache abgefaßte ״Quittei" batte folgenden Wortlaut: ״Betet, Ihr Seelen der Propheten Abraham, Isaak und Jakob, für die Seele des verewigten Mendel Torem. Und Du, Mendel, wenn Du bereits 1111 Angesichte Gottes bist, bete für Israel mul Polen, bete auch für mich und für meine Kinder und Enkelkinder. - Mieczvslaw Darowski, Sohn der Viktoria." Also vollkommen nach chassidischcr Sitte, auf den Quittein der! Namen der Mutter zu erwähnen. Jugendpsychologie עלים לחנוך ולתורת הנפש, שורת החקירות, יד׳ ל ע׳י דיר מאיר Foha Paeda- קראום, חבר־מחקר של האוניברסיטה העברית gogiea et [Nvchoiogica. Seriös of Research Works, edited bv Stephon Krauß Pb. D., .M. D. Part I Jerusalem 1937. Part II Jerusalem l'HS. Die beiden vom i feransge her verfaßten Hefte eröffnen eine schone Perspektive: /mit ersten Male ׳ wird in Erez. Jisracl und in der hebräischen Sprache auf dem Gebiet der J 11 g c n d ק s v c h o I o g i e w issenschaftlich gearbeitet. Die pädagogische Forschung in Palästina erfährt durch diese Studien KrauII’ ihre notwendige Grundlage; der Lehrer, der es mit der Erziehung der ihm anvertrauten Kinder ernst meint, findet hier ein ,Material, das ihm bisher nicht Zuganglieh war, und schließlich bedeuten diese Studien auch für die hebräische Sprache selbst eine wertvolle Bereicherung, da viele pädagogisch-psychologische Begriffe erst vom Verfass er exakt geprägt würden. Das erste Heft beschäftigt sich tnit den psychologischen Kriterien, die die Voraussetzung für die Schulreife des Kindes bilden. Krauß gibt eine genaue Analyse der Entwicklungsstadien des Kindes auf seinem Wege zum Schulalter und hringt eine Fülle interessanter Teste aus den Gebieten der sozialen Einordnung des Kindes, des kindliehen Fassungsvermögens, der Ausdauer usw. Gerade in Erez Jisracl, w0־ noch immer neben dem modernen Schulwesen ein weil verbreitetes ״Chcder“־Schulwerk steht, ist diese grundlegende Forschung Krauß’ von hoher Bedeutung. Im zweiten Heft setzt sich der Verfasser mit den mannigfachen Methoden psychologischer Diagnostik auseinander. Zum ersten Male erscheinen in der hebräischen Sprache Würdigungen der Arbeiten von Kraepclin, Kretschmer, Rühlcr lind anderen Forschern auf dem Gebiet der praktischen Kindcrpsychologic. Krauß warnt den palästinensischen Lehrer vor einer gewissen Einseitigkeit und Enge auf dem Gebiet der psychologischen Analyse und stellt dem Lehrer mit dem Motto Daniel 12, 3 die verantwortungsschwere Aufgabe: Erneuerung des ganzen Menschen auf dem Boden der Heimat. Um di« Folia hat sieh der ״Merkaß Ha-Morim“, die alästincnsische Lehrervcrcinigung, großes Verdienst erworen. Man darf den weiteren Heften mit Interesse entgegensehen. Kurt Wilhelm (Jerusalem) Die Regierung Nordrhodesiens hat in einer amtliehen Verlautbarung erklärt, daß die Mitglieder des Gesetzgebenden Ratc-s gegen jede Einwanderung jüdischer Emigranten seien. Der Regierungsvertreter sehe sich daher nicht sn der Lage, dein Außenminister anzuraten, die Angelegenheit gegenwärtig weiter zu behandeln. Bei den Festspielen in Mal vorn (England) wurde Shaws ״Heilige Johanna“ mit Elisabeth Bergtier in der Titelrolle aufgeführt. Aus der Wirtschaft Die Firma Frank, Sperling & Co,, Fabrikation von Manteln und Kostümen, Berlin, ist in arischen Besitz übergeleitet worden. — Das Kaufhaus A. Abraham, Arnswalde (Neuni.) wurde von Werner Rogowski erworben. — Die Firmen Wallach, Haus für Volkskunst und Tracht, tind Max Wallach Komm.-Gcs., Handdruckcrci und Färberei, München, sind in arischen Besitz übergegangen. — Die Großhandlung für Kurz- und Spiclwaren Adler ft Co., Inh. Julius Kauffmann und Feodor Cohn in Halle, ist in arischen Besitz, übergegangen. — Die Firma Central-Kaufhaus GmbH, in Freiburg (Br.) ist in arischen Besitz übcrgcleitet worden. — Aus den Strick- Warenfabriken Bernhard Altmann in Wien sind die jüdischen Firmcninliaber ausgeschieden. — Die Firma Max Scefeldt, Herstellung von Hosenträgern und Gürteln, Berlin, ist in arischen Besitz übcrgcleitet worden. — Das Modehaus Felix Ehrlich in Bad Kissingcn ist in;irischen Besitz übergegangen. — Das Textil- und Damenbeklcidungshaus Hugo Schütten in Beiithen ist in den Besitz von Karl Jürgens ft Co. übergegangen. — Das f )amcnmodetiltatis Martin farrasch in Düsseidorf wird in arischen Besitz übcrgcleitet. — Die Firma A. F. Pctersen, Herren-, Knaben- und Berufskleidung in Kiel, hat das Spezialgeschäft für Herren- und Knabenbeklcidüng der Firma Tannenwald in Kiel erworben. — Die Firma Finesse GmbH, in Köln ist in arischen Besitz übergegangen. — Die Schuhfabrik Heimann ft Cie., Nürnberg, in der die Medicus- und Fortsrhritt-Schlihe hergestcllt werden, wurde von Wolfgaiig Schmohl erworben. - - Der Schuhvertricb Leo Aufhäuser (Schuhhaus Concentra), Karlsruhe, ist von Adolf Rieß übernommen worden. — Das Möbelhaus Emil Eben, München, Schwanthaler Str. 9, ist in arischen Besitz übergegangen. Aus der Lederwarenbranche. Im Einvernehmen mit der Wirtschaftsgruppc Einzelhandel ist kürzlich die ״l.EUA Gesellsebaft zur Förderung des arischen Leder- und Galanteriewarcncin/elhandcls mbH.“ gegründet worden. Die Gesellsebaft will als Treuhänderin entweder die Ueherführung jüdischer Leder- und 'G a I a 111 e r i c w a r e n g e - schäfte in arische Hände oder die Liquidation jüdischer Geschäfte durchführen. Die Mieträume jüdischer Aerzte. Nach § 7 der 4. Vcr- Ordnung zum Reichshiirgergeset/ vom 25. Juli 1938 können Hausbesitzer Mietverträge über Räume eines j ü d i s c 11 e n Arztes, die dieser für sich, seine Familie oder seine Berufsatisübung gemietet hat, spätestens bis zum 13. August 1938 mit Wirkung zum 30. September 1938 kündigen, wogegen dem Mieter ein Widersprueli nicht zustchi Der Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzer vereine E.V. richtet an die Vermieter von Mieträumen an jüdische Aerzfe die Aufforderung, von dem Kündigungsrecht Gebrauch zu machen und den jüdischen Aer/ten die Kündigung ordnungsmäßig bis zum 15. August 1938 spätestens zuziistcllcn. Der Bund ersticht die Vermieter von solchen gekündigten Räumen jüdischer Aerzte, umgehend die freiwerdenden Räume zu melden, damit eine Neubesetzung dieser Mieträume durch arische Aerzte seitens der Aerztckammer erfolgen kann. Aerzte In Australien. Die gesetzgebende Versammlung in N e 11 - S ü d w a I e s (Australien) berät gegenwärtig über einen Gesetzentwurf, der die Zulassung fremder Aerzte nach Neu-Siidwales erheblich cinschränken soll. Nach den! Entwurf werden nur Graduierte der Universitäten Australiens, Großbritanniens, Irlands, Neuseelands und eventuclf anderer britischer Dominions ohne weiteres anerkannt, während Graduierte ausländischer Staaten ohne Rücksicht auf ihre fachliche Befähigung die Prüfung[ für das 4., 5. und 6. Jahr gemäß den Vorschriften der Universität Sydney absolvieren müssen, was sie jedoch nur dann tun können, wenn auch die Universitäten des Herkunftslandes dieselben Möglichkeiten australischen Aerzten bieten. Es wird berichtet, daß sich gegen diesen Gesetzentwurf eine starke Kritik im Lande geltend!nacht, wobei besonders darauf hingewiesen wird, daß im Hinblick auf das Refugicproblcm eine 1 i b e - ra I er c Zulassung wünschenswert gewesen wäre. Der Gesimdheitsminister antwortete darauf, daß der Stand der atisfralischcn Medizin genügend hoch sei und man den Zufluß ausländischer Aerzte nicht brauche. Dagegen könne ein Spital, das einen Ausländer zu Forschungszwecken anstellen will, sich mit einem diesbezüglichen Gesuch an das Gesundheitsamt wenden, doch wird ein solcher Einwanderer keine Privatpraxis ausüben dürfen. Offene Auslandsstellen (genehmigt durch das Landesarhcitsamt Brandenburg). Für Peru werden gesucht: a) ein jüdischer Schuh modcllcur für Damen-, Kinder- und Herrenschuhe, der längere Tätigkeit in einer modern und gut geleiteten Schuhfabrilc nachwcisen kann. Der Betreffende muß nicht nur selbständig entwerfen können, sondern auch befähigt sein, zuzusehneiden. Kauflcutc mit zeichnerischen Fähigkeifen kommen keinesfalls in Frage, sondern nur wirkliche Modelleure mit entsprechender Ausbildung und Praxis; b) ein jüdischer Techniker für feinere D a ni e n s c h u h e mit argentinischen Absätzen, fn Frage kommt nur ein erster Fachmann, der die vollkommensten Kenntnisse der Fabrikation besitzen muß und über langjährige praktische Ertahrungen verfügt. — Eine Firma in Bulgarien sucht für ihre Wäschefabrik, Produktion von Kragen, Hemden, Pvjamas einen jüdischen Zu schneidemeister, der die Zu- Schneiderei, Näherei, Wäscherei, Plätterei selbst führen kann. Nur Fachkräfte mit nachweislich entsprechender Vorbildung erwünscht. — Eine Firma in Mandschukuo sucht: a) einen jüngeren jüdischen Konditor (nicht über 30 Jahre), der Spezialist für Wiener Gebäck ist. b) einen jüngeren jüdischen Scho koladen-Fachmann (nicht über 30 Jahre), der die Herstellung von der Bohne an beherrscht. — Eine Familie aut den Philippinen sucht zu ihrem 2jährigen Töchterchen ein jüdisches junges Mädchen bis 22 Jahre, solide und bescheiden. Es wird ein Monatsgehalt von 25 Pesos und freie Garderobe geboten. Der Vertrag wird zunächst auf 1 Jahr fest abgeschlossen. — Firma sucht für Australien einen jüdischen Architekten bis zu 30 Jahren. Der Betreffende erhält einen 12-Monatsvertrag. Das Gehalt beträgt 5 £ wöchentlich. Der Bewerbung soll eine Zeichnung oder ein Bild einer geleisteten Arbeit beigefügt werden. Landing Pcrmit wird gegebenenfalls sofort besorgt. Ausführliche Bewerbungen nur auf Ltiftpostdiinnpapier, Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Paßphoto werden ausschließlich durch die jüdische Gemeinde, Berlin SW 68, Lindenstr. 48—50, weitergeleitet. Bewerbungen auf gewöhnlichem Papier werden nicht mit Luftpost betördert. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Verschiedenartigkeit der Einreiscbestiinmungeii in jedem Fall an/ugeben. Familien - Nachrichten Herr Tugen Schani (früher Maricnwerdcr/Wcstpr.), Paris 9, 13 ruc Richer, begeht am 14. August den 70, Geburtstag. Barmte wa-Termlne. Am 13■ August (16. Aw): Manfred M o!' s e, Sohn ■von Frau Betty Aloise, geh. Wirth, Braimschweig, Hagen• brücke 5—7. — Joseph Rosenblum, Sohn von M. Rosenblum, Halberstadt, Westendorf 15. Schach Bearbeitet von J. Miese■ Studie Von R. Schwarzschild, London X •# Hi « i X ’ s Ä ׳׳ ' ־ a # 5 3 t.i ' ' : Weiß am Zuge gewinnt. Der Verfasser dieser elrenso geistreichen, wie eigenartigen Studie lebte bis vor einigen Jahren in Berlin und gehörte hier zu den besten Spielern, obwohl sein Hauptinteresse der Problemkunst galt. Sehr groß freilich ist die Zahl seiner Kompositionen nicht, aber er hat durchweg Meisterwerke ersten Ranges geschaffen. Die Lösung der obigen Studie werden svir in einer der nächsten Nummern bringen. Partiestellung Schwatz: Najdorf äliil &!־ «Här Weiß: List In der Partie List — Najdorf, die im April dieses Jahres au Margate gespielt wurde, kam cs zu obiger Stellung mit Weiß am Zuge. Der Führer der weißen Steine erzwang nun folgendermaßen in wenigen Zügen den Sieg. 1. Lc3xgs fexgs 2. S d3XcSf L g7Xc5 3. H 3״Xe5 S b7—d6 4. T h2—h6 S d6—c8 Die Drohung T J16Xd6f ist nicht anders zu parieren. Falls 4.D f8—b8, so 5. I) c5—c6f usw. Falls 5. . . . Kd7—d8, so 6. T h7Xe7, und Weiß gewinnt. 5. T!16—1-6 . S c h w a r z gab auf. Aus jüdischen Sdiadivereinen Schach In Hamburg. Die Scluichabtcilung ״Blau-Weiß“ im Hamblirger ״Bar Kocliba" beendete im vorigen Monat ihre diesjährigen Klubmeisterschaftstnrniere. In der ersten Klasse errang S c h a i n o w s k i I den ersten Preis. Er gewann alle Partien bis aut die mit Griinwald, die remis würde, und erzielte somit 1.31V Zähler. Zweiter Preisträger wurde Griinwald (12','»), den dritten und vierten Preis teilten mit 10 Zählern Feuer und Schainou.ki III. In <1 c v zweiten Klasse ging Frankel mit 12•׳, Zählern als erster Sieger hervor. Den zweiten und dritten Preis gewannen gemeinschaftlich Arnold Colin und Keigler (12), der vierte Preis fiel an Käthe Henschcl. in der dritten Klasse teilten Bund 11c im 11ml Weltmann mit 8' a Zählern die beiden ersten Preise. Dritter Preisträger war Wolf (8), den dritten und vierten Preis teilten Schild und Schlesinger. Die Ergebnisse in der vierten Klasse waren: Bcrtcntlial (12) erster Sieger, llirschfcld (9'i) zweiter, Georg Cohn und Maschke (8',1) gerneinschaftlich an dritter und vierter Stelle. Briefe an die Redaktion ״Schibusdi“ Wien, 7. August 1938 Sehr geehrte Redaktion! In seinem Aufsatz ..Agnnn und die Westjuden•‘ (״J.R“ Nr. 62) liilirt Ernst. Simon den Umstand. derten Stadt den Manien ״Schi• husch“ (Makel) beilegt, als Bcweis dafür, daß er zu Beginn Ironie Mendcles dm cltscirlrnmern läßt. und Simon bezeichnet Schibhusch als Zwillingsbrudcr der Städtenamen Mendcles: Kissalon und ßatalon. Demgcgenüber sei darauf hingewiesen, daß wählend die erwähnten Städtenamen Mendcles erdachte Manien -sind, durch deren hebritischen Sinn Mcndelc tatsächlieh die Orte der Handlung charaktcri-icren und ironisieren wollte, das Schibbusch Agnons in Wiiküchkcit der umgcstellte ncr ristgalizi-ühen Geburt sstadt Burma i-t. die jidrli-ch B i t s c h «1 t s c h genannt wird also Bischusch — Schibusch). Schalom M. H c n i s c h Englische Pfadfinder in Palästina. William A. Sibly, Direktor des Wycliffe College, bcriclitete, wie gemeldet wird, in einem Brief an den Herausgeber der ״DaMy Telegrapli“ und ״Moruing- Post“ über Erfahrungen und Erlebnisse, die er mit einer Gruppe von 30 englischen Touristen und Pfadfindern itn letzten Jahre in Palästina gehabt hat. Die Gruppe durchstreifte das ganze Land und wurde von Arabern wie Juden freundlich aufgenommen. ״Nach Gesprächen mit allen Schichten der Bevölkerung, darunter vielen britischen, arabischen und jüdischen Angehörigen der Palästinapolizei, und nach einem Aufenthalt in den jüdischen Siedlungen Degania und Natania, wo Bewässerung, wissenschaftlich geplante Arbeit und hingebungsvoller Mut die Wüste buchstäblich zu einem blühenden Rosengarten gemacht haben, kamen wir zurück voll tiefer Be wunderung für die Leistungen des jüdischen VoIkes und in dem Glauben an die Möglichkeit einer wunderbaren Zukunft. Die Araber scheinen Wissenschaft, Hygiene und Zivilisation noch gering zu schätzen und möchten einfach das Land so pflügen und in den Dörfern so wohnen, wie vor 2000 Jahren. Viele Araber freilich würden mit den Juden für das Glück des gemeinsamen Landes zusammenarbeiten“, so erklärte Mr. Sibly, ״wenn sie nicht durch den Terror abgeschreckt würden. Der Engländer mag ein tmheilbarer Gefühlsmensch sein, aber in diesem Falle gehen Sentimentalität, Ehre und Interesse Hand in Hand.“