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Jüdische Rundschau · 1938-06-10 · Heft 46 (10.6.1938) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 46 (10.6.1938)
Date
1938-06-10
Page
– (sequence 14)
Language
German
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!4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46, 10. VI. 1938 ״Die schone Helene ** / Premiere Im Kulturbund Dem unerhörten Reiz einer Premicrenaufführung wie der der ״Schönen Helena“, wie wir sie p <׳. .!. J erlebten, gehen ein bedeutender Aufwand an Arbeit voraus, froße Vorbereitungen mit dein Resultat des glanzenden clieins, flutendes Leben, Geist und Witz hineingcpmnpt in das von Offenbach bis zum Heißlaufen betriebene Räderwerk seiner Komödie, leuchtkräftige Farben, verschwenderisch ausgegossen auf Leinwand und Masken, der ganze homerische Zauber, soweit er den Amtsbezirk Kytherc bctrifft. Wie blendend mußte die Wirkung dieser Premiere gewesen sein, als ״Die schöne Helena■1 ־P6I das Rampcnlicht der Welt erblickte, als unmittelbar aus der Zeit heraus die schöpferische Inspiration Offenbachs aus dem idealen Text Meilhacs und Haievvs ihre Flinken schlug. Damals lächelte schmunzelnd Paris über sich selbst, applaudieite seiner eigenen Verderbten Moral oder mag es dabei Vorsä'7c zur Besserung gefallt haben, eine Version, die die Sachkenner O.fenhachs oft glaubhaft mach n. Wäre t Xfenbachs ״Helena" nur ein Zcitsai.'k gewesen, t üge sie n cht (len Atem der Unvergänglichkeit in sich, sie wäre uns wie viele andere abhanden gekommen. So blaut noch heute der antike Himmel über ״Helena“, schiebt Horner die Figurinen nach den von ihm gefundenen Regeln. Noch heute lebt die Satire, der Witz, in ihr, wenn er sich auch jeweils aktuell umkleidet. Jetzt orakelt Max Ich r lieh als Oroßaugiir dein Kultnrbundpubltkum. Fr muß viel Würze und pikante Sauce m den Weihrauch seiner Weissagungen hmeingießen, um das Publikum in Atem 711 halten, was ihm dank seiner seherischen Gaben auch gelingt. Die Stimmung wird hochgetragen. Man spurt die sich steigernde Heiterkeit im bes.hu!ngt dalünfegcnden Cancanstep, die Freude am Rettich, am Trubel 1111 al fresco der Bikhvirkung, in den sich belebenden f ärben des Orchesters, nicht immer hclldnnkrl abßesetzt, wie es das Offrnhachsche Orchester verlangt mit seiner koketten Prüderie, die es nur im Rausch turbulenter Steigerungen aufgiht. Ottenbach wendet die Mittel der Steigcrung bewußt an, bewußt fluchtet er aus einer musikgesättigten Phase in die Frivolitäten des Dialogs und von ihnen mit beinahe eleganter Bewegung wieder zurück in den musischen Bereich. Hin klassisches Beispiel der zweite Akt der ״Helena“. Im Zwielicht ihres Boudoirs, von Heinz. Cond e! 1 mit ockerfarbenen Gazen verhängt, eine nervös erregende Atmosphäre zeugend, entwickeln sich die Geschehnisse im Schwellen Offcnhachschcr Melodien zu einem Höhepunkt enttückter Verhaltenheit. Hier erreichen Rita A 11 a s z. und ihr Partner P.rttö Garav Gelöstheit des Spiels und Gesangs, wie wir sie bei Rita Atlasz in den ruhigen weitgezogenen Die ״grünen Jahre“ l’nfer dem Titel ״Aus den grünen Jahren“ sammelt man tn Amerika die Erlebnis-Berichte einstiger jüdischer Ein- Wanderer oder ,,Greenhorns“. Der folgende Bericht eines jetzigen Srivarkrr Handelsvertreters ist tvnhl von Interesse, nicht 1 veil er besondere Abenteuer enthielte, sondern weil er im Gegenteil für das durchschnittliche 1,eben von einst und jetzt bezeichnend ist; der heutige Handelsvertreter halte zu seiner /,eit alles, worum Hut Auswanderer von heule heneiden dürften; er ist in Palästina geboren und aufgeivachsen und hat Landwirtschaft gleich ron Grund auf gelernt, aber er konnte damals weder in seiner palästinensischen Heimat nrich mit der Landwirt schuft etwas anfangen. So haben sieh innerhalb dieses einen Lebensalters die Verhältnis se ge- U'nmielt. (Iled.) Sechs junge Leute warn wir, und wir hatten eben die vier hrig׳■ Ausbildung an der französischen Ag!kultm-whii'e ift Palästina hinter un«. Der Direktor gab jedem von uns fünf ״Napoleons25) ״ Dollar) und Schiftskarteii nach New York. Hnd da ich mich in ein Mädchen verlieht hatte, heirateten u ir, und ich nahm sie mit. Das war im Jahre 1 <>03. W ir kamen nach New York, konnten aber keine latuhvirtseit,ר ft liehe Arb ' bekommen. Fs gab da al'erditigs eine < Irgamsation. die uns aber nach Connecticut aufs!.and schicken wollte, für fünfzehn Dollar den Monat und freie Wohnung, aber das wollten die andern nicht annehmen und ich auch nicht. Und da wir andere Arbeit nicht bekamen, auch keine Verwandten in Amerika hatten, quälten wir uns sehr. Ich mietete drei Räume in der Stenton Street, wir nahmen drei von meinen Kollegen als Untermieter auf, und so plagten wir uns zusammen. Z.wci Monate später entdeckten wir einen Landsmann aus Palästina, er hatte eine Bettfcderiifabrik irt Hoboken und gab uns sofort Arbeit für fünf Dollar die Woche, Arbeitsstunden von sieben Uhr früh bis sechs Uhr abends. Aber langer a's zwei Wochen hielten wir cs nicht aus. Hs war Winter, die Fenster im Arbeitsraum zerbrochen, und cs war so bitterkalt, daß wir uns die Füß־■ mit Sacken umwickeln und Tücher um die Ohren winden mußten, sonst wären wir wohl erfroren. Und zu allein Ucbcrfltiß ließ uns der Boß bis elf Uhr nachts llebcrstmulen machen, so daß wir dann zu müde waren, vint Abendbrot zu essen, und morgens mußten wir schon tmi sechs Uhr an der Fahre sein und hatten noch eine halbe Stunde Fußweg bis dahin. Schließlich protestierten wir gegen die Ueberstiinden. da drohte man uns mit Entlassutig. Da gaben wir die Arbeit lieber selbst auf. Kurz, danach /״gen unsere drei Untermieter aus, und ich konnte ket; rulen. Nun ging ich mit meiner Frau zu der Organisation, die uns anfangs aufs Land schicken wollte, und bat um Bcschäftigung. Man schickte uns auf eine Farm unweit Woodbury in Connecticut. Die Farmcrsfrau war nicht übel, man konnte mit ihr auskommen. Aber der Mann wollte meine Frau auf keinen Pall als Landarbeiterin dulden, und mit Mühe setzten wir durch, daß sie Küchen- und Hausarbeit bloß ums Essen tun durfte. Unser Schlafraum war eine Bodenkammer, aber voller Fledermäuse; wir schliefen heimlieh in einem Raum, wo der Weizen aufbewahrt wurde. Nach vier Monaten kamen wir nach N'ew York zurück und hatten ein Vermögen von 5(1 Dollar in der Tasche. Dann wieder sechs Wochen arbeitslos, bis ich für je drei Tage in der Woche Beschäftigung bei einem Fleischer bekam. Es Kanfilencn kennen, bei Garav, wenn er den echten Ton der Empfindung findet. Wie weit entfernt ist die moderne Onerette mit den sentimentalen Überraschungen ihrer Höhepunkte von der Anmut dieser Szene. Wie wirksam und klug, dieses Traumerlebnis durch den Zugriff des unerwartet heimkehrenden Mcnclaus, ausgezeichnet in Maske und Spiel Julins Kuthan, in die Realität urnzubiegeri. Der Beherrscher von Kytherc, ein Trottel von Ehemann, von Offenbach im Auftrittslied des ersten Aktes mit wenig Strichen trefflich cmalt, spielt die bejammernswerte Rolle des Betrogenen, [übende Komik, tragisch im Endwinkel ihrer Seele, die auf dem Rasen Offcnhachschcr Bufforien wächst, eine Komik, wie sie plötzlich aufschießt in den beiden Ajaxcn 1 und 2, Walter Olitzki und Gerhard Pechner, schottisch kurz, gerockt, hellsträhnig, von denen der eine sich verpflichtet fühlt, die Klappe zu öffnen, wenn der andere sie schließt, zwei erheiternde Einfaltspinsel, oder bei Achilles des Siegfried Urias, dem fersengefährdeten Heros. Ruth Lehnberg gab den jünglinghaften Orestes mit spielerischem Elan; Orestes’ Freund war der zahmere Wolfgang Rernstein, Orestes’ Vater, ein aufgeschlossener jovialer Herr Agamemnon, Wilhelm Guttmann, der ruhende Pol in der Erscheinungen f lucht. Kleine Nebenrollen der donnerspendende Philocomus des Hans Liip schütz und der donnerreparierende Sclilosser Emil Nothmann, Gina Priedmann als Bacchis, Helenas Vertraute, und Kate Weinlaub und Marianne Silbermann als Gespielinnen des Orestes. Der Chor Berthold Sanders Von links; Ruth I.ehn hrrg (Orestes) — Julius Kuthan (Menclaus) — Max Ehrlich (Kolchos) F otoi AbraHtra war vorzüglich vorbereitet. Kurt Singer unterstand die Gesamtregie, die auch diesmal Verve und schmissige Einfälle zu verzeichnen hatte, die Leitung des Orchesters Kapellmeistcr Rudolf S c 11 w a r z, das unter seiner temperamentvollen Stabführung eine respektable Leistung zuwege brachte. Die Farb-Schmalfilme sind Alfred Lichtenstein und Condcll zu danken. Der Beifall war stark. Dr. Jakob S c h ö n b e r g war kein Leben, wir schuldeten zwei Monate die Miete und wurden nur nicht auf die Straße gesetzt, weil meine Frau der Tochter des Hauswirts französische Stunden gab. Meine Frau konnte dies Dasein nicht mehr aushalten, und wir beschlossen, nach Palästina zurückzukehren. Ich schrieb nach langem Zaudern meinen Eltern die volle Wahrheit, wie es uns ging, aber als ich den Brief abschicken wollte, kam die Rettung, nämlich die Tochter unseres Hauswirts mit einem Herrn, der sagte: ״Sie sprechen doch französisch? Ich kann Ihnen eine Stellung in der Garderobe des Französischen Clubs verschaffen, zwölfDollar die Woche, und später können Sie Karriere machen.“ Es wurde mir licht in den Augen, ich dankte der Tochter des Hauswirts, bekam de Stellung und verdiente schönes Geld durch Trinkgelder der Clubgäste. Nach zwei Jahren nahm mein Boß mich zum Partner, fünf Jahre darauf konnte ich ein Zwei-Familien-Haus kaufen, von dem ich fünf Zimmer für 60 Dollar monatlich vermietete, dazu einen Garten, in dem meine Frau alles Gemüse und Obst für den Hausgebrauch zog und ich einen Soringbrunnen und eine Sukka baute. So lebten wir 25 Jahre hochanständig, ich konnte ein paar tausend Dollar für die Erziehung unserer drei Kinder ansgeben, und plötzlich ging es bergab. Mein Partner wurde krank und mußte nach Kalifornien, ich zahlte ihm 4000 Dollar aus und hatte das Geschäft allein. Drei Monate danach war die Bank des Clubs bankrott und meine Kaution von 1500 Dollar verloren. Der Club, der in einem Hotel war, wurde geschlossen, ich blieb aber noch Verwalter der Hotelgarderobe. Vier Monate später wurde aus der Garderobe ein Mantel von 1 HX) Dollar Wert gestohlen, ich haftete dafür mit meiner Kaution von 1000 Dollar, konnte keine neue Kaution beibringen und verlor die Stellung. Mein Mieter zog aus, ich nahm eine Hypothek auf mein Haus auf, konnte die Zinsen nicht zahlen und wurde gerichtlich gezwungen atiszu/ichcn. So war alles wieder verloren. Nur mein Auto behielt ich, zirn O'iiek, und so bin ich mm Handelsvertreter geworden. Gott sei Dank sind wir alle gesund und — man lebt. Besser als in den ersten .,grünen Jahren“. Ankündigungen aus dem Reich Aitcnhurg-Mcusclwitf: ZOV. Am 15. Juni Rahh. Dr. OstfeM (Döttin^rn): ..Krcz JUrarl — Ycr^Tsigenhrit —י (;<*genwart — Zukunft.“ — Offenburg 'B.: /< >\\ Am 26. Juni, Synagoge, 16.30 Uhr. Rahb. Ru׳h?cr (MAnnlifim): ..Zioni'׳i־che IHrcn in unserer Zeit. Die kul* tutfile Bedeutung Krez JhracU für das jüdische Volk.“ Familien •Nachrichten Herr Richard G o I d m a n n und Frau Adele, geh. Bn־ch, Leipzig, Montbfsir, 9. begehen am 14. Juni den 40. IIochzeiistag. Herr Max Port je und Frau Minehen. geh. Steinweg, Brambauer bei Dortmund, begehen am 12. Juni die goldene Hochzeit. Barml/wa-Tertnine. Am 11. Juni (12. Siwan): Herbert Münz,• Sohn von Jakob Münz, Ilmenau (Thür.). — Am 18. Juni (19. Siwan): Siegfried R e u 11 i n g e r. Sohn von Frau Johanna Reutlinger, geb. Hamburger, Pforzheim, Kronprinzenstr. 25. Geschäfts Jubiläum Die Firma Carl Helft, mechanische Weberei. Bleicherode (Inhab«־ Hermann Helft), begeht am 11. Juni ihr 75jähriges Ge-chäftsjubilaum. Henriette Fürth ist am 1. Juni im siebenundsiebzigsten Jahre von uns gegangen. Mit ihr schied, viel betrauert von Schülerinnen und Freunden, eine ungewöhnlich arbeitsfrohe und ideenreiche Frau. Die junge Henriette Katzcusfein aus Gießen wandte sich schon früh geistigem Schaffen zu; sie sehr eb Novellen und Gedichte und wurde eite der Vorkämpferinnen der Mutterschutzbewcgung. Ihre Bücher über sozial-pädagogische und sozial-wirtschaftliche Fragen werden sehr geschätzt; ganz besonders wertvoll wurden ihre Studien zum Budget des Mittelstands-Haushaltes. — Von der allgcme'nen Frauen- Bewegung kam sic schon in den neunziger Jahren zur jii d i - selten rraucn-Bcwcgung und hat besonders in den Reihen des Centralvereins tätig mitgearbeitet. Daneben aber stand diese unermüdliche Frau einem großen und stets gastlichen Hause in Frankfurt a. M. als immer heitere und liebenswürdige Wirtin vor und hat Vielen im Laufe der Jahre sachkundigen Rat und bereitwillige Hilfe gewährt. Ihre zahlreichen Kinder tragen das überragende Bild der Mutter im Herzen. Eine ihrer Töchter wurde die Gattin des Rabbiners Dr. Laupheirncr, der auch diesen Blättern kein Fremder ist. Zum Segen werde das Andenken an diese wahrhafte ״Mutter in Israel“! B.B.-St. Tagung der Vereinigung jüdischer Kantoren. In Berlin fand eine Mitgliederversammlung der Vereinigung jüdischer Kantoren (des früheren Kantorcn-Vcrbandcs) statt. Unter der Leitung des Vorsitzenden Leon K o r n i t z e r, Hamburg, wurde ein arbeitsreiches Programm abgewickelt, das in der Hauptsache der Frage galt, wie die Arbeit der Vereinigung, vor allen! auch die Aufrcchtcrhaltung des Fachorgans ״Der jüdische Kantor“, zu bewerkstelligen sei. Als Ergebnis der Beratungen kam der Wille der Mitglieder zum Ausdruck, die Arbeiten der Vereinigung auch unter den erschwerten Umständen fortzufiihren. Die Aufrcchtcrhaltung des Fachorgans dürfte mir durch Zuschüsse aus zentralen Mitteln, um die verhandelt wird, möglich sein. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Oberkantor Lampe), Leipzig, über ״Die alten Tonarten und ihre Verwendung in der Synagoge“. Ein Antrag von Rainowitz, Stettin, mit den zuständigen Steilen Verhandlungen aufzunehmen, um Vakanzen im Ausland zur Kenntnis bringen zu können, gelangte zur Annahme. Die Neuwahl des Ausschusses (Vorstandes), aus dem Gutmann (Potsdam), Kaiser (Berlin) und Gollanin (Berlin) ausschieden, erg ib: 1. Vorsitzender: Leon K o r n i t z e r, Hambürg; Stellvertreter: Magnus Davidsohn, Berlin; Schriftfiihrer: Bernhard Alt, Aachen; Stellvertreter: James Rainowitz, Stettin; Kassierer; Berthold Friemann, Berlin. Als weitere Mitglieder gehören dem Ausschuß an: Eschwege, Würzburg: Lampel, Leipzig; John (Jakobsohn), Berlin, und Mendel, Bochum. Eine Ueherleitung des bisherigen österrcichischen Kantorenvcrhandcs in die Vereinigung jüdischer Kantoren in Deutschland ist in die Wege geleitet. Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrkräften. Die Scliulabteilung der Reichsvertretung weist darauf hin, daß in den neuen Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrkräften noch einige Rewerber aufgenommen werden können. Der Kurs findet an dem Orthopädischen Gyninastisehen Institut von Frau Alice Bloch in Stuttgart statt. Dauer des Lehrgangs ein Jahr. Nach Abschluß Erlangung eines staatlichen Zeugnisses, das zur Lehrtätigkeit an jüdischen Schulen und Vereinen berechtigt. Aufnahmebedingungen: Zeugnis der mittleren Reife resp. Versetzung nach Ober- Sekunda, Nachweis besonderer sportlicher Befähigung, polizeilichcs Führungszeugnis, sportärztliches Zeugnis, vollende-, tes 19. Lebensjahr. Der Meldung ist ein Lebenslauf beizufügen. Schulgeld monatlich 50 RM. In begründeten Ausnahmefällcn können Stipendien gewährt werden. Meldungen können nur dann noch Berücksichtigung finden, wenn sie umgehend in doppelter Ausfertigung erfolgen an die Schulabteilung der Reichsvertretung, Berlin-Charl., Kantstr. 158. Der ״Selbsthilfebund jüdischer Körperbehinderter in Deutschland“ beschloß bei seinem letzten Bundestag eine Resolution, die folgende Forderungen enthält: 1. Schaffung eines Heimes für jüdische Körperbehinderte im gemeinsamen Wirken mit allen maßgeblichen Stellen, damit die Frage der Unterbringung geistig reger jüdischer Körperbehinderter geregelt ist. 2. Schaffung einer jüdischen Krüppelfürsorge innerhalb der jüdischen Gesundheitsfürsorge im Zusammenwirken mit der jüdischen Wohlfahrtspflege und der jüdischen Kriippelsclhsthilfc. 3. Intensivere Prüfung und Fördc’img der Auswanderungsmöglichkeiten für auswanderungsfähige jüdische Körperbehinderte durch die zuständigen Stellen unter Hinzuziehung des Selbsthilfebundcs jüdischer Körper* behinderter. Der jüdische Frauenbund hat einen Aufruf ״Jugend nach Palästina“ erlassen, worin mitgeteilt wird, er habe die Aufgabe übernommen, für die Ausrüstung der Jugendliehen mit Sorge zu tragen. Der Gesamtvorstand des Jüdisehen Frauenbundes hat auf seiner Tagung in Lehnitz, vom 27. bis 30. März beschlossen, die Einkleidung der Jugendliehen für Palästina als vordringlich anztischen. In den Nähstuben und Haushaltungsschulen soll die Anfertigung von Bettwäsche und Kleidungsstücken übernommen werden. Auch die jüdischen Haushaltungssdnilcn. Schneidercifach* schulen und Mädchenvorlehren werden dazu aufgerufen» daß in den nächsten Monaten in allen Kursen für die Einkleidung der Jugendlichen genäht wird. Hebräische Sommerschule in der Tschechoslowakei. Die Tarhuth-Organisation in der Tschechoslowakei errichtet ihre V. hebräische Sommerschule vom 1. bis 28. August in Gänovce bei Poprad (Hohe und Niedere Tatra). Hebräisch-Unterricht in An'ängcr- und Mittclku־sen, Kursen für Fortgeschrittene und in Kinderkursen. Ständige Möglichkeit zur hebräischen Konversation. Unterkunft: 29,50 Kronen inkl. .Abgaben, für Jugendliche 16 Kronen. Untcrrichtsheitrag 3 Kronen pro Person und Tag, für Mitglieder jüdischer Jugendorganisationen 2 Kronen. 50״״ Bahnermä ßigung. Schriftliche Anmeldungen: Tarbuth-Organisation Praha XV, Doudova 16. Die ,,Hande,sbank Iwria“ in Leipzig kann, wie aus ihrem soeben veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht, für das ahr 1937 einen Reingewinn von 14 9S8,41 RM. buchen, )er Umsatz, zeigte im ersten Semester eine 15 "״ige Steigerung gegenüber dem Umsatz des Vorjahres, ergab jedoch im zweiten Semester einen Rückgang, der sieh aus der Schrumpfung der jüdischen Wirtschaft erklärt. Die Flüssigkeit der Bilanz für 1937 beträgt 90 ״׳״, so daß die Bank auch den stärksten Ansprüchen gewachsen ist. Kundgebung für den Palästina •Aufbau STETTIN Dienstag, den 14. Juni, 20.30 Uhr in der Synagoge, Rosengarten 9/10 Rabb. Dr. MAX WIENER, 8ERLIN Unsere nächste Zukunft STETTINER SYN AG O G £ N. GE M EI N D E ORTSKOMITEE DER JEW1SH AGENCY FOR FAIESTI NE Rita Atlasz (Helena). — Ernö Garay (Schäfer)

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