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Jüdische Rundschau · 1938-04-26 · Heft 33 (26.4.1938) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 33 (26.4.1938)
Date
1938-04-26
Page
– (sequence 10)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 33, 26. APRIL 1938 Prof. Hermann Straus 70 Jahre Der Direktor der Inneren Abteilung des Krankenhauses der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Cieheimrat Prof. Hermann Straus, begeht am 28. April den 70. Geburt $- tag. Das Berliner Jüdische Krankenhaus kann mit hesoliderem Stolz auf die Tat- Sache hinweisen, daß Prof. Straus in einer führenden Stellung an ihm tätig ist. Prof. Straus gehört zu der Reihe bedeutender jüdischer Wissenschaftler auf medi/inischem Gebiete, dessen 1111ermtuiiieher Arbeitskraft eine Anzahl wichtiger Entdeckungen zu verdanken sind. In der Arbeit am Krankenbett nicht weniger als im Laboratorium besitzt er die Gabe intuitiven Erkennen*, die der Arzt wie der Forscher überhaupt braucht, um in 11!!bekanntes Neuland vor/ustolim. I V> Hauptverdienste von Prof. Straus liegen auf den Gebieten der Nieren-, Magen-, Darm- und Stoff Wechsel-Erkrankungen. Seine Forschungen haben Weltruf erlangt und das Gebiet der Inneren Medizin stark gefördert. Seme Arbeiten sind in einer grollen Zahl von Rtichcrn und Monographien zusamnicngcfafit, bei deren Abfassung seine immense Arbeitskraft zum Ausdruck kam. Prof. Straus war!:!! rergangenen Jahre in Palästina, wo er von den Aer/tcn des I .־indes und besonders seinen zahlreichen ehemaligen Schülern, die heute im Lande leben, sehr gefeiert wurde. Sedcr-Abend der Chevvra Kadischa. Wie alljährlich veranstaltete auch diesmal die Cliewra Kadischa Scder-Abcndc in größerem Kreise. Der erste Seder im Bniderveremshaus war von über Rio Per-oncn besucht, die sehr rasch von der gemeinschaftlichen Atmosphäre dieses Abends erfaßt wurden. Die Leitung des Seders hatte Rabbiner Dr. Rnsciuvasscr, der in die Vorlesung der Haggadali crkl.irende Bemerkungen einschob; an der Ausgestaltung des Abends hatten ferner die Oberkanforen Waldmann und Leo G o 1 1 a n 1 11 reichen Anteil, (iollaniii sang in den Pausen während der Mahlzeit jiddische Pellaehlieder, die den stiirmischen Beifall aller Anwesenden fanden. Ziemlich unbemerkt von der Oeffentlichkeit hat so die Cliewra Kadischa allmählich ihren Aufgabenkreis erweitert: während sie Ursprunglieh nur für den Dienst an den Toten gedacht war, hat sie nunmehr dankenswerterweise ihre chantative Arbeit auch auf die Lebenden ausgedehnt, die ihre stille und rasche Hilfe zu schlitzen wissen. —!111. Ankündigungen Frauen *Arbeitsgemeinschaft für Palästina. \\:7■ S;\ i“.2 ::;׳rc April, 18.30 l kr, Rcgf!54>urL,G'r S*r, 28. Dr. AVwanGcr Br:wc! : ,,Neue Kormen drr Sir<׳;!{׳n^ in ikiU-f! na. — Dw* Iv7!e der Fr.vi in Hinze]•■ lind Gruppcndcdhin^“. — OiU£ iwri der 27. Ap!il. 10,30 l'hr. Rrgrn־bmger Str. 26. Dr. Hr׳'-cr: ״]>;<*!!D,r.ti--he Spi.u'he und die jüdische Frau“. Zu a'Rn Ve׳.cd׳- :;״•:! c,.tr uckk-ernnm. Hebräische Kurse. Die t:H־!.!־d. K;־׳• י k־n wieder ßjn; zu df-n u! ־>!; c! a ־!: Z; r׳'n _\>v.־r A k!rj;:1 \V. -n-n. \Yr- Es i't b<Mh5;< kTu je:i «׳.! 1!!!׳: •ו;־■ Lj!ז;;'.-.!״ <-:n- 'v^rflen ׳־יי־!!. Dr. I- ׳: fD.V-, .\n־!-־־׳.’״i־r:־׳״n und A׳Dc1n:w: Kultural/edur.- <L1 " LZ" W 1 \ \L : .׳Zc *r. IjMAjm. 75 u־A 701. Photogruppe T’munah. 2->. 2'׳!:{׳ז 13 ־, K׳<:rLr. 5». IuLh-: Chamnai;), Hebräische Lehranstalt der Jiid. Gemeinde zu Berlin. Gr. Ifarubm^er Str. 27 f''prt k,׳w: M-.׳;*./־ um! M.־־w ־h. 17.30—18.30 I kkn : K!n;wtnwk־-־r. 53 1 Sr־r־׳D./'v : v:vl V^uncrU 17.30 bis 18.30 Lhr), N*(׳uau1nakn:r*:k lur ׳i:•׳■ K,L\--<״n \׳on Anf-ir^ei n, M,!;- leren ur.d ׳kr, 0:1.״־• ״ u D;ו! ■ו־ן tur dd.r■ anbwhrn Kutse. Wir UT;-r־n b«'-־!•־׳!׳.:.־^ au! di‘־׳‘ I j^■־ L.;:-.c 5/wv;■־* auf <!׳׳׳“ S־>ndrrk1n;e Handels ״Saul“ 29 jähriges Bestehen des Kurt Slngerschen Chors Handels Oratorium ״Saul“ wurde im Berliner Kulturbund unter Leitung Kurt Singers in einer großartigen Form aufgeführt. Sollte man nicht von dem jubilierenden Auftakt sprechen, der heiteren Ausgelassenheit siegesfroh, heimkehrender Krieger, sich nicht an dem Glockenspiel ländlicher Reigen, dem Liebreiz entzückender Frauenstimmen _ erfreuen, in die der kräftige Miinnerchorus einfällt, sollten wir uns den machtvollen Gewalten des Chores: ״Weiche! hc'illgeborncr Neid!“, den ergreifenden Klageliedern, den zuversichtlichen Jubilationptt des Schlußchors oder den gesangvollen Arien im Däinijern südländischer Farben entziehen; zumal alle Mitwirkenilen, Solisten, der ״Kurt Singers Jüdische Chor“, der Opernclor und das Orchester des Jüdischen Kulturbundes, Instrumcntalistcn und Leiter mit spürbarer Hingabe dem Werk dienten. Ein Fluidum von Kraft ging von Singer aus. Ebenso umsichtig — gemäßigtere Tempi unterstützten diese Maßnähme — wie temperamentvoll im Zugreifen bei Stcigcrungen wurden die figurierten Einsätze klanglich und dynamisch geschickt den homophonen Sätzen »!!gegliedert. In den Mittelnun kt der Handlung gerückt, trifft Saul erst im dritten Akt liei der Hexe von Endor die niederschmetternde Wucht des tragischen Geschehens. Hier auf dem Hintergrund Handelschcr Tonmalerei gewann Wilhelm Guttmann die ganze Könnerscliaft des Gestalters. Von unheimlicher Gewalt geisterte die Stimme Samuels; Walter Ries sandte sie durch das Schallrohr, hohl, doch tonlieh gerundet. Im dunkel timbrierten ״Arioso“: ״Geister des Abgrunds“ beschwor die Hexe Anna Lipins’ den Geist Samuels. Diesen dunklen Farben der Gestalten wirkte die lichtumflutete Davids entgegen: Paula Salotnon (Lindberg) füllte ihn mit Gläubigkeit und 'dem wärmenden Timbre ihres Gesangs, ln lieblichem Zwiegesang mischte sicli ihre Stimme mit der Thea Bieber-Brandts, der Micha!, wohl mit einer der reinsten Eindrücke der Auffuhrnng; Thea Bicher-Brandt besitzt eine weiche schöne Stimme, die vor allem in den mittleren Registern von natiirlieber Ausgeglichenheit ist. Richard Dresdner als Jonathan, ein Säuger, der bei Ungezwungenheit seine Stimme sympathisch anwenden konnte; Kurt Kahn und M. Lexandrowitsch figurierten in kleinen Nebenrollen. Am Klavier: Gertrud Marcus: an der Orgel: Hermann Schwarz. Wir beglückwünschen Kurt Singer und alle Mitwirkenden zu dieser Aufführung als einer würdigen Leistung des ״Kurt Singerschen Chors“ anläßlich seines 25jährigen Bestehens. Dr. Jakob Schönberg Familien• Nachrichten Herr Jarnb P i n c u s, W 35, Kurft'irstensfr. 41, begeht am 1. Mai den 70. Geburtstag. _ Barmizwah-Termine. Am 30. April: Lothar V it tenberg, Sohn von Georg Wittenberg, Berlin, Rodenberg-tr. 37. — Am 7. Mai (fi. IRrl: Ludwig P ״ s n e r, Sohn von Siegfried Po-ner. W 15. Pariser Str. 13. — Am 14. Mai (13. Ijar): Felix Meyer, .Sohn von R.-A. Dr. Michael Meyer, Charlhg. 4. Niehuhr.-tr. 6. ״Idl mit’n Fidl“ Ein jüdischer Spielfilm Die jüdische Oeffentlichkeit in Berlin wird Gelegenheit haben, diesen Film, der viele Monate mit großem Er• folg in Amerika, England, Frankreich u n\d Polen gelaufen ist, zu sehen. Es ist hier der Versuch gemacht worden, jüdisches Leben der Guhith, und zwar des polnischen Kleinstadtmilieus, auf die Leinwand zu bringen. Moliy P i c o n, ein in Amerika und England wohibekanntcr Star, spielt die Hauptrolle dieses Films, der gar nicht Mollp Picon und M. Bocvk, die beiden Hauptdarsteller des Films Foto: Kol Ko• INK ■*'*;-•5יי' anders als in jiddischer Sprache aufgenommen Werden konnte, da die Gestaltung des Milieus des Städtchens in künstlerischer Form nur in der heimischen Sprache ihren wahren Ausdruck finden kann. Und es ist gar nicht seltsam, daß die Handlung des Filmes, die durch die mitreißende, cinfühlcnde Musik von E 11 s t e i n (nach jüdischen Volksliedern) illustriert wird, trotz oder eben wegen der jiddisehen Sprache einem nur Deutsch verstehenden Zuschauer auch verständlich wird. Die Uraufführung findet zugunsten der jüdischen Alters• heime am 2. Mai statt. Direktor Heinrich Stahl und Dr. Kurt Singer werden die Emfülmingsrcdcn halten. Die weiteren Aufführungen finden vom 3.—12. Mai (außer Freitags) beginn in den neuen Anfiingerklassen: Große Hamburger Straße am 25. April, 20.30 t'hr, KlopstoekstrnRc am 26. April. 20.30 Uhr. Die Altistin Else Horwitz (Jansen) singt am 28. April. 2015 Uhr, im Käubhoim, Marburger Str. 5. Lieder cm!behmkem -kv. Gretwhanimiff, Kail Wiener and Arllmr Wolf!, Afion '1״n!!,׳)ende], Puccini und Verdi. Dr. Arthur Wolff begleitet und spielt lvlavienvet ke von Debit-m, Toeh, Rarhn1a!1m׳>!T 11. a. Paula Salomon (Lindberg) und Kurt Rahmcr d!•ge!1 tn einem Hausknn/er: 1101 Wei--H in. Kurdurmendumm 103 164. am 27. April. 20.15 Uhr, Lieder, Aikm und Duette. Am Finge!: übe R,dimer. Warum lügst du, Chßrie? Am 30. April. 20,15 Uhr. letzte Auftah:ut:g in der i nszentemng von Max l'.hrüeh. nut Max Lhihrh und (Irr ein Jen PretnirrcnbcseGung im Kulturßund-aal, Kommandantenstrafte 5B 59. Die bbhengen Auftühnntgctr watet: am-voik;(1:[!. Die Snndcrveranstaltung des Palästina-Schauspiels ״Das Gericht“, ehe am 4. Mai für den Keren Haje.-sod im Kulturbund staltiuiden sG'te, muß aus betriebstechnischen Gründen auf Sonnabend, den 7. Ms:, verschoben werden. Beginn 20.30 Uhr. Die für den 4. Mai rn:■׳■gegebenen Karten behalten ihre Gültigkeit. In dom Kinderheim Ahawah ist gegenwärtig ein Vorberritungdager zur Auswahl der Kinder im Gange, die im Juni na׳’h Palästina ’■:ber-iedcln sollen. F.s besteht noch dte M ׳ igln'hkeit, eine beschränkte Anzahl von Jugendlichen von 14 bis 16 Jahren, die den Ihlrgesatz zu zahlen bereit sind, aufzunehrnen. Sofortige Anmcldangen im Kinderheim Ahawah, Auguststr. 14:15 (Tel.: 4113 11). statt. Die Mosaiken von Perl! Pelzig. In der Ausstellung der Jugcndalijah, die im Kulturbund-Theater schon seit über vier Wochen Interesse findet, hängen zwei große Mosaiken, genauer gesagt zwei riesige schmale, farbige Rechtecke, die als Vorlagen zur Ausführung dienen soljen. Das eine, ״Thorah“ genannt, stellt :Mose dar, das andere, ״Arbeit“ genannt, einen Arbeiter, beide aber zeigen eine nicht gewöhnliche seelische Vertiefung und keineswegs landläufige Auffassung der Motive. Mose jedenfalls ist nicht der strenge Gotterfüllte, Ilalhgottiihnlichc des Michel Angele. Auch der ״Arbeiter“ ist besonderer Art. Er ist ein Uiiiscliichtler, dem Aussehen nach, einer der mittleren Generation, ein versorgter Mann, der schwere Arbeit noch nicht gewohnt ist. Dieser Arbeiter ist mit starker sicherer Gestaltung hingesetzt, ohne daß die malerische Auffassung vernachlässigt wurde und mit großer Reife, die bei der Jugend nur die künstlerische Intuition so vorausgeben kann, Mose, er hält eine Schriftrolle, ist breiter angelegt. Die Farben sind hell, vorherrschend weiß und helle* Blau beim Arbeiter, der sich von goidheilem Hintergrund abhebt. Mau fragt sich: wer ist Perli Pelzig? Und glaubt es nicht, daß ein Achtzehnjähriger der Schöpfer dieser Mosaiken sein soll. Hanna Schlesinger (Ruth Morold) In Hermsdorf sprach am 23. Dr. Hans Klee über das T hema ״Marantien in Vergangenheit und Gegenwart“. Dr. Rosen bäum dankte dem Referenten;Rabbiner Dr. Klein, Hermsdorf, hielt eine kurze Ansprache. f Foto; Archiv Bezirks-Veranstaltungen der BZV Wllm.redorf A1nfurirJ:f 27. April, 20.15 l'hr Mnnckeifr. ]0 Dr, Han« Capell; ,,Die Besetzung von Chanuta". Vorführung der neuen Palfistina-Monatnachau. (Bilder von Chnnula) Friedrlchehnln Mriin’orh, 27, April, 20.15 Uhr BZV-Hfim, Landsberger Sir, 87 Arbeitskreis, Ltg.; Hugo Wolfermann WI70 TEE-NACH MITTAG, Dienstag, 26. April, 16.30 Uhr WW ■■> v WIZO-Heirrt, fiegeneburger Straß• 26 Dp. AUxattdftr Bester N«u• Formen der Siedlung in Palä»tln• Die Rolle der Frau In Einzel- und Qruppeneiedlungen Monatelang ein Sensationserfolg in London, Paris, Warschau und New York Der erste jüdische Spielfilm Idl mit*n Fidl Täglich vom 3. bis 12. Mai, 19 u. 21.15 Uhr (außer Freitag), Sonnabends nur 20.30 Uhr im Kulturbundsaal, Kommandantenstraße 59 Karten v. RM 0,90 bis 1,50 in den bekannt.VorYerk.-Stellen. Eintritt nur gegen Vorzeigung der gültigen KB-Karte, R־Kart® oder besondere Film-Ausweiskorte (20 Rpf.). Benutien Sie rechtzeitig den Vorverkauf. KOL NOA / Institut fUr Jüdische Filmarbe!» Jüdischer Kulturbund Berlin e. V. 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