Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 43 (1938)
- Issue
- Heft 30-31 (15.4.1938)
- Date
- 1938-04-15
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdische Rundschau AUS DEM REICH Nr. 30/31, 15. APRIL 1938 frankturt a. M. Ausklang der Wintersaison Von unseren Berichterstattern Wieder galt es Abschied zu nehmen von dem O! ehester der jüdischen Kulturbünde, das sich im Laufe des Winters unter Prof. P r ii w e r s Leitung 7u einem immer vollkommeneren Klangkörper entwickelt hatte. 15ו.ל letzte Konzert, zu dein auswärtige Blaser als Verstärkung hcrangc/ogen waren, zeigte sein! < cistungsfähigkcit im heilsten Lichte. Aleve! heers Ouvertüre zu ״Her Nord- Stern“ gab in einer gestrafften, fein ausgeieOe׳■ Wiedergabe den Auftakt. 7 schaikowskys 5. Symphonie in F-moll bil• dete den Höhepunkt. Priiwcr ließ' sie in eine: vornehmen Darstellung erstellen, ohne ihr etwas ton ihrem Gefühlsrcichtum und ihrer dramatischen Wucht zu nehmen. Solisfisch trat der Konzertmeister des Orchesters, Theo Rainer, hervor, der an La los ״Symphonie cspagnolc“ sein gepflegtes, technisch souveränes (kiyenspit 1 erprobte. Wilhelm (iuttmann steuerte neben eini gen < )pernstucken vier Lieder von Max Kowalski bei, die i!1 ihrer Innerlichkeit und ihrer formvollen musikalischen I laltung zum Besten gehören, was An harmon!Irrte vollen, hon und Musik gemischten, den wir Walther Herz- ■ 11 Beer-1 lofmann als cindrucksniuru. Paul M e y e r und W 111 y Debu-sv die 0"hkunstlerische Volksluldiin; ״Die jmlisc Heiligen (net. Aus' der Arbeit der^ ict/te־׳ rw .ihnen: ein Abend L'rankfurter Autoren, 11 er hach und [>r, Bernhard Hirsch ,Hm r (Y1111 m r) iim^ U'oifgang'^ l'/r c D d. 111 ׳ der '',,Gesellschaft 'für' jüdische :iciem Du YGllv Cohn, Breslau, ober ״Im hu•“, Carl Cohen über ״Das mo- Kantor U. lies hielt eine Weihestunde Die Autfuhrung des ״Boki/ar von Handel im Kultur- Bund in f rankflirt a. M , über die au diese׳• Stelle berichtet wurde, hatte einen s!, aiilU'iordentliehcn Erfolg, daß am TI- Marz zugunsten der \\ niterfiiife eine Wiederholung stattfand. Das Werk wurde von der Indischen Chorvereinigung und dein Orchester der jüdischen Kulturbünde unter der Leitung von I >r. Nathan (ährenreich wiederum in hervorragender Weise dargeboten, Audi das Solistenquartett stand aut der Höhe. Aufs neue ergriff lärna Groß als Nitocris durch ihren schönen, kultivierten, überaus beseelten Gesang; Hans Asscnheim (tiobrias und Daniel) imponierte durch Kraft und Glanz seines prächtigen Baritons; Richard Dresdner (Belsazar) wirkte durch bindriiiglichkeit des Vortrags. Julius I* e i s s a c 11 o w i t s c!1, Berlin, erwarb sich um die Aufführung schon dadurch ein besonderes Verdienst, daß er wenige Tage vor der Aufführung für den verhinderten Hermann Sehev die Partie des Cvrus übernahm; er bewältigte die schwierige und umfangreiche Aufgabe, für die er sich nur ganz kurze Zeit vorbereiten konnte, ausgezeichnet. Seine schöne und trefflich gebildete Stimme verfehlte ihren Eindruck nicht, und besonders das als L'inlage gesungene berühmte Arioso erzielte eine aulleiordcntliche Wirkung. Paul Meyer am Cembalo und Märtel S o m m e r an der Orgel trugen wieder zum Gelingen des Ganzen bei. Dr. Max Kowalski Barm hwah-Term ine. .Am tvg Am T!< Feist Keller- Brief aus Nürnberg Edith H errnstadt-Oettingen wird in Nürnberg *eit Jahren geschätzt; auch in diesem Winter wußte sie mit ihrer Kunst den seelischen Span innigen und Hoffnungen ihrer Hörer Ausdruck zu verleihen. Audi Otto Bernstein erwies sieh wieder als Meister der Vortragskunst. — Anneliese Landau führte mit einem Vortrag ״Ungetan/te Tänze, ein V'al/erabend“ in eine versunkene Weit der Besehwingtheit lind Beschaulichkeit, für die Wolfgnng!Lose am Flügel mit Feingefühl den musikalischen Ausdruck fand. Den Höhepunkt des musikalischen Lebens stellte das Symphoniekonzert des Kulturbund-Orchesters Frankfurt a. M. unter Leitung von Julius Priiwcr dar. Ludwig Grünbäum (Nürnberg) spielte (Ins Klavierkonzert E-M0J1 von Chopin und stellte damit seine hervorragende pianistische Begabung erneut unter Beweis. Auch Max Ehrlich und seine Kleinkunstbühne führten das Publikum für einige Stunden in das Land befreienden Humors. — In einer K11Itiirbiindvcranstaltung behandelte Rabbiner Dr. Heilbronn Gestalt und Tragik des Propheten Jeremia; er führte eine Vortragsreihe über das innere Leben der Judenheit durch das A\ittela!ter bis an die Schwelle der neuesten Zeit. 1111 zweiten Teil eines Vortrags über die gcopolitische Bcdeutung Palästinas erörterte Rabb. Dr. Andorn die Stellung von Ercz Israel in den großen geschichtlichen Bewegungen des Mittelalters und innerhalb der Probleme des Vorderen Orients in der Gegenwart. —- Frau Lticic Le v v Zobel hielt einen Elternabend über Fragen der Berufswahl für Schulentlassene ab. Die Mittclstclle für jüdische Erwachsencnbildung veranstaltete unter Leitung von Prof. Kantorowicz einen Jtigcnd-L'iihrcrkursus über Grundfragen der Gcscllschaftslchre; ihm ging ein Vortrag über Auswnnderungser/iehung vorauf, dem auch ein größerer Kreis von Erwachsenen beiwohnte. — Die Jugendkon/ertc der jüdischen Volksschule nahmen ihren Fortgang; besondere Erwähnung verdient eine Veranstaltung mit dem Untertitcl ״Von jüdischen Komponisten zur jüdischen Musik“. H, a. gelaugten Lieder und Volksliedhearbeitungen von Kantor Julius Kaufmann (Nürnberg) zum Vortrag. Der Keren Hajcssod veranstaltete eine Palastina-Kundgebung, bei der Dr. Fried ent ha! (Berlin) und Rahhiner Dr. Hahn (Essen) referierten. Die Leitung des Abends hatte der Vorsitzende des Gemcindevorstandes, Komm.-Rat Koscnz vs׳ e i g. _ A-n. Zionistisches und Gemeindeieben Gßppingcn. Am 5. April wurde der Tonfilm des Keren Thora w'A w.k 1:11״ 1־ezei״t, ׳ der, großen Beifall iand. Emleiiende Wol le Nürnberg. Her Film ,,Schulender Wille“ wurde hier gezeigt. meinde. Kommerzienrat' Rosenzweig, sowie R.-A.״ Landenbürge r. F. Pr.-Holland (Opr.). Ha die Gemeinde vor der Auflösung steht, dankte Lehrer''Wa-Jr^ir seine v1״ hiMhrhe Arbeit? Stettin. Die KKf.-Kommission halte ihre Mitarheitcr am 2. April Simation-Irericht über Palästina. Lehrer Lcvisohn Zeigte die Stuttgart. Am 20. M.trz vor.l.irb <ler Fegn’inder, Mit Verleger Wiesbaden. In der ZmnDD'hm^ Vcrcinigung^prach Dr. AVillv Problemen des I’eel-Beiirhts in gemeinsamer Aussprache Stellung zu Künstlerisches und geistiges Leben Beuthen. Am 26. März sprach im Kulturbund Max K o n i n s k i über das Thema ״Jüdischer Humor“, den er als eine Waffe gegen das den! Juden auferlegte Schicksal und als Selbstkritik definierte. In diesem Sinne traf er eine Auswahl, die er kraft seines Einfühlungsvermögens und seiner ausgezeichneten Sprachtechnik meisterhaft zu Gehör brachte. Chemnitz. Max Koninski gab einen Abend ״Jüdischer Humor“ in der Zionistischen Vereinigung. Sein Programm fand freudige Aufnahme bei dem zahlreichen Publikuin. Düsseldorf. Wie bereits berichtet, ist Dr. Max Eschelb ach er am 3. April 23 Jahre als Rabbiner in Düssei• dorf tätig gewesen. Aus diesem Anlaß fand in der Synagogc eine Feier statt. Eine besondere Ehrung erfuhr der Jubilar dadurch, daß auf seinen Namen von sämtlichen jüdischen Organisationen Düsseldorfs ein Dr. Max Eschelbachcr-Gartcn in Erez Israel gestiftet wurde. Einen Höheminkt der Feier bildete die IJeberreichting des vorläufigen Diploms über diese Gartcnstiftung, die im Aufträge des Oeincindevorstandcs und aller jüdischen Organisationen von Herrn Siegfried Falk vorgenommen wurde. Dr. Eschelbacher, der zu den treuen Freunden des F’alästina-Aufbau* gehört, war durch diese Ehrung sichtlich gerührt. Mannheim. Einen ungewöhnlich großen Erfolg, so daß cs dreimal nach der Premiere wiederholt werden mußte, erzielte der Kulturbund mit Offenbachs ״Pariser Leben“, das er neu eingerichtet als Revue-Operette gab. Dabei wurde das unter Max Sinzhe imers temperamentvoller Fiihrung tnitspielende Orchester des Kulturbunds an zwei Flügeln von Ilse Lion und Otto Reppert voll Elan unterstützt. Letzterer hatte auch die zahlreichen, von starker Begabung zeugenden - Einlagen komponiert. Neben den vier gesanglieben Spitzenleistungen von Ilse Reis, Leo Kronenb e r g e r, der aparten Trude Kanter (Frankfurt a. M.) und ■Max Lipmanns, traten besonders Richard Hirsch uno Georg Reiß wirkungsvoll hervor. Befriedigend in kleineren Aufgaben Eriedel Neu, Hcnny Hoff mann und Erna Marianne L ö b, die besonders tänzerisch stark interessierte. Haupterfolgsfaktor dieser Offcnbachschen Neueinrichtung war im Grunde überhaupt der Tanz, mit dem die lebensvolle, einfallreiche szenische Gcsaintlcitung von Ernst Rudolf Mayer dem Ganzen immer erneuten Auftrieb gab. Von den Girls, die ihr Möglichstes taten, bis zu den beiden Solotänzerinnen, der charmanten, vielseitigen Annemarie Fuß und der Frankturterin Lnlu Neu mann, die vor allem iin Grotesken wahre Beifallsstürme erntete. Da hierzu die ebenso viel Stimmung wie Stil in sich bergenden Bühnenbilder von Erich Marx aut der Drehbühne und die aparten, von Lore M c y e r entworfenen Kostüme kamen, war cs kein Wunder, wenn fast alle Tänze da capo verlangt wurden, und am Schlüsse dankender Jubel alle führend Beteiligten immer wieder an die Rampe rief. —nn. Oppeln. Am 24. März veranstaltete der Kulturbund einen Liederabend des Sängers Leopold Alexander (Breslau), Lily Liebrecht begleitete rnit Können und Geschick. Wiesbaden. Der Lchrhaus-Zyklus des Winterhalbjahres ״Führende Geister im zeitgenössischen Judentum“ wurde vor einer überaus zahlreichen Zuhörerschar beschlossen durch einen Vortrag von Rabbiner Dr. Lazarus (Wiesbaden) über ״Volk und Persönlichkeit in der jüdischen Geschichte“. Ankündigungen Hatberttadt: Zinn. - ArUrii s*jjcmci!w!1ait. Am 19, April Lehrer James IVigilcrow it5׳ h (Hannover}: ,.Jüdische Hafen — einst und jetzt; politisch ge^hrn", _ Familien-Nachrichten Frau Dr. Eppenstein (früher Briesen, Wpr. - Berlin). Leipzig, M'ettinerstr. 15 a, b. Dr. Oppenheimer, begeht am 24. April den 70. Geburtstag. INFORMATIONSREISEN Billiges weißes Gebrauchsporzellan Jenaer Duraxglas zum Kochen und Backen. Direkt vom Feuer m ■ Radio - Photo Schallplatte!! EHRENFELD | Frankfurt a. 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