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Jüdische Rundschau · 1938-03-01 · Heft 17 (1.3.1938) · page 23

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
43 (1938)
Issue
Heft 17 (1.3.1938)
Date
1938-03-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU AUS DEM REICH Nr. 17, 1. MÄRZ 1938 Breslauer Chronik Von unserem Berichterstatter Gemeindeleben. Am 31. Dezember 1937 zählte die Breslauer Gemeinde 16 582 Seelen. — In der ׳letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde das neue zionistische Vor- Standsmitglied Ernst Tauber in sein Amt eingeführt, ln das Präsidium der Gemeindevertretung wurden RA. Manfred R o - senthal als Vorsitzender, Dr. Rosenstein, RA. Dr. Pinczower, Arch. Hadda und M. Grünberg als weitere Mitglieder weder bzw. neu gewählt. — Die letzten Gemeindeabende galten Erez Israel. Gemeinderabbiner Dr. H o f f m a n n gab einen Bericht über seinen Aufenthalt unter den Juden Erez Israels. Dr. G. Joseph st 11 al sprach zu den Eltern und zur Jugend über Mittlerenhachscharah. Anläßlich der Jahresfeier des Jüdisch-Theologischen Seminars sprach nach einem Tätigkeitsbericht von Doz. Dr. Lewkowitz Seminarrabbiner Dr. Ochs über das Thema ,,Meister und Jünger im talmudischen Schrifttum“. — Im Jüdischen Lehrhaus, dessen Halbsemester mit einem Vortrag von Prof. Dr. Franz Oppenheimer über ,,Jüdisches Schicksal im Mittelalter“ eröffnet wurde, sprach Dr. Eduard Strauß anläßlich einer Martin-Buber-Feier. Auch in den jüdischen Schulen und Vereinigungen wurde Buber durch Vorträge und Arbeitsgemeinschäften gefeiert; u. a. würdigte Dir. Dr. Abt •den Jubilar vom gesetzestreuen Standpunkt aus in einem öffentlichen Vortrag. Zionistisches Leben. Der auf Grund der nenen Statuten der Breslauer Zionistischen Vereinigung konstituierte Beirat wählte in seiner ersten Sitzung RA. Manfred Rosenthal zu seinem Vorsitzenden und AGR. a. D. Bildhauer zu dessen Vertreter. In einer Veranstaltung der Wizo sprach Jettka Le vy-Stein über ״Juden und Judentum in Arnerika“. Die BZV. trat mit einer ,,Gesprochenen Zeitung“ sowie einem Disktissionsabend über gegenwärtige zionistisehe Argumentation hervor. Dr. Hans Prinz und Dr. Spitzer waren die Referenten. — In zwei Veranstaltungen des Misrachi sprachen Dozent Dr. Urbach (,,Der religiöse Gehalt der neuen palästinensischen Literatur“) und Seminarrabbiner Dr. Ochs (,,Ost- und Westjudentum“). Kulturelles Leben. Im vorletzten Abonnementskonzert des Jüdischen Musikvereins, einem Orchesterkonzert, das Kapellmeister Berthold Sander, Berlin, leitete, wirkte Leo Rostal (Cello) mit. Im darauffolgenden' Kammerkonzert leitete Gertrud Wert he im am Cembalo ein sich aus Orchestermitgliedern des Jüdischen Musikvereins zusammensetzendes Kammerorchester in Werken des 17. und 18. Jahrhunderts. In Gemeinschaft mit der Cembalistin boten Elise Szephäzy (Violine) und Hans Loewe (Oboe) Solowerke dieser Stilrichtung. Zugunsten der Jüdischen Winterhilfe brachte Chor und Orchester unter der Leitung Werner Sand e r s ״Judas Makkabäus“ zur Aufführung. Die Solopartien waren im Sopran mit Lotte Kohn-Schlesskow. im Alt mit Susanne Löwen stein besetzt. In den Männerstimmen sang den Judas Alfred Rosbasch, dem sein Debüt als Oratoriensänger ein neues Arbeitsfeld eröffnet, und Leopold Alexander die Baßpartien. Erich Schaffer spielte an der Orgel der Neuen Synagoge. Der Aufführung war eine Ansprache des Vorsitzenden der Gemeinde vorausgegangen. — In einem Sonderkonzert sangen Ruth H e n n i g und Alfred Rosbasch Lieder und Duette. Der verdiente Beifall galt auch der ausgezeichneten Pianistin Lotte Schoeps. — Einen Tanzabend veranstaltete der Kulturbund mit Elsa Caro (Juana Manorska), die mit ihren fesselnden wie anmutigen Tanzschönfungen großen Beifall fand. F. G. Nathan Im Kulturbund führte das Hamburger Ensemble ״Romeo und Julia“ in der heimischen Besetzung und Ausstattung auf. Die Verpflanzung auf unsere Saalbühne war durch die an sich sehr gefälligen Bauten Sondheimers etwas problematisch; im übrigen funktionierte alles Technische auch diesmal tadellos. Der Stil der Darstellung war nicht so einheitlich wie bei früheren Klassikeraufführungen der Hamburger Künstler; dafür überragte manche Einzcllcistu \״ (Ruth Manheim er als Julia, Erna Cohn als Amme, Fritz Melchior als Mercutio) das gewohnte Niveau um ein beträchtliches. י Ein Abend zugunsten der Jüdischen Winterhilfe verdient Erwähnung durch die Qualität eines von Bruno Glitten tag verfaßten Spiels, das eine starke Werbung für das große Liebeswerk darstellte. Die Ausführcmlen waren Kinder von Mitgliedern des Vereins der jüdischen Kinderreichen und einige Berufsschauspicler. Dem Stück ging ein Konzertteil voraus, den Lotte Kohn (Schlesskow) und Alfred Rosbasch mit Arien und Liedern sowie Erich Schaffer mit Klaviervorträgen bestritten. Martin H a u s d o r f f Die Breslauer Palästina -Amts -Tagung In Breslau fand unter der Leitung des Vorsitzenden der Breslauer Zionistischen Vereinigung, RA. Dr. Lux, eine Arbeitstagung des Palästina-Amts Berlin statt, zu der neben den Breslauer Teilnehmern Vertreter der nieder- und oberschlesischen Zionisten erschienen waren. Das Hauptreferat erstattete Dr. Franz Meyer über Palästinapolitik und -Wirtschaft. Er skizzierte die Lage nach der Veröffentlichung des Weißbuches und. behandelte einehend die jetzige Zertifikats- und Transfersituation. Eine esondere Berücksichtigung fand die Altersschichtung der aus Deutschland einwandernden Juden und ihre Auswirkung auf die Wirtschaftslage in Palästina; so wies er u. a. auf die finanzielle Belastung einzelner Kibbuzim durch die Anforderung der Eitern hin und beleuchtete die Gefahren, die eine Lfeberalterung der Einwanderer mit sich bringen muß. Am Schluß seiner Ausführungen wies der Referent besonders auf die Bemühungen hin, die mittelständische Siedlung von Juden aus Deutschland zu organisieren und zu fördern. Dr. Semi Spiro behandelte die ärztliche Betreuung der Palästina-Wanderung. Er schilderte die Tätigkeit der — MAGISTER KIRSCH- Der gute Likör Magister-Likörfabrik, München VII Vertrauensärzte, die Organisierung der Gesundheitsüberwachung während der Ausbildung und bei der Entscheidung über die Zertifikatsverteilung. Der Abend war den Fragen mittelständischer Ansiedlung in Palästina gewidmet. Die Grundlage der Aussprache bildete das Referat von Dr: Alexander Besser. Der Referent gab einen Uebcrblick über die bisherigen Bemühungen auf diesem Gebiet und über die persönlichen und finanziellen Voraus- Setzungen für eine Miftelstandsansiedlung. Einen besonderen Raum nahm die Darstellung der sogenannten Rexinger-An- Siedlung ein, die auf Boden des Keren Kajcmeth nördlich von Haifa eingeleitet wurde. Abschließend wurden O.g ui ti nsf.a;en des Pa!iistina:Amts erörtert. Dabei wurde immer wieder die Notwendigkeit betont, den Kontakt zwischen der Zentrale und den Provinzstellen zu verstärken und in den Dienst dieser Bemühungen auch den ״Juristischen Informationsdienst‘׳ und die ״Rundschreiben“ zu stellen. F.G. N. Zionistische Veranstaltungen im Februar Die ZVfD., ihre (iruppenverbäude und örtlichen Verein!- gungen haben im Februar eine lebhafte Veranstaltungstatigkeit entwickelt. In Schlesien sprach I )r. Walter Groß in Gl ei witz und im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Breslauer »Zionistischen Vereinigung in einer .,< iesprochenen Zeitung“. In Jastrow (Grenzmark) und Elbing (Ostpreufien) sprach in außerordentlich gut besuchten Gemeinde- Versammlungen Dr. Leo S e 11 e r e k, in Gotha und Meiningen Rudolf Abraham, dessen Vorträge einen beträchtlichen Mitgiiederzuwaclis für die zionistischen Vereinigungen an diesen Orten brachten; in Göppingen (Württemberg) fand ein Vortrag von Siddv G o i d s c 11 in i d t statt und in Wilhelminenhöhe bei Hamburg ein Schuluiigsseminar des Nordwestdeutschen Gruppcnverbandcs, bei dem die Orte Kiel, Lübeck, Hamburg, Bremen, Oldenburg und Emden vertreten waren; als Vertreter der Zentrale nahm an diesem Seminar Dr. Groß teil. Dr. Frieden thal sprach am 12. Februar in Regensburg und am 13. Februar in München auf einer zionistischen Stadtkonferenz, die auch von den Vereinigungen des Gruppenverbandes Bayern stark besucht war. Weitere Versammlungen fanden am 19. Februar in Dessau und am 24. Februar in Rostock statt. Eine Serie weiterer Veranstaltungen an vielen Plätzen des Reiches war der Hachscharah-Aktion gewidmet, durch die es gelungen ist, das Thema der Berufswahl der schulentlassenen Jugend in den Vordergrund der jüdischen Auseinandersetzung zu rücken. OSTDEUTSCHLAND Adolf Imbach & Co. BRESLAU 1 frjSKS: Transporte von Haus zu Haus und nach allen Ländern Genossenschaftsbank Iwria, Breslau E.G.ra.b.H. Tanentzlenstraße 3 Tel.: 24147 Ausführung aller bankgeschältlichen Angelegenheiten Reisebüro ®amen-und Mdch ermann wäm₪mm₪1₪₪₪Sä₪m₪₪B₪₪m₪m₪k— VresJöu l ße u sc h e s4-r 55/56 Mäntel«^ postume DAMEN-UND MÄDCHEN- MÄNTEL-FABRIK ג Rabbini | Breslau S ’ SehwoldnltzerStadtgraM, I.Et Hansa-Pension E. BRONIATOVBKI ■au• TaichmitriB• 25, dir, am Hiuptbtif. » Zimmer m. fl. w. u. k. Wn.ier, Zentralheil. Bekannt gute Küche . 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