Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 98 (7.12.1934)
- Date
- 1934-12-07
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Franz Meyer über ״Cha-;1kkah beute - Svmhoi und t orderung״. Chamikkah wurde ־j11Lfc Zelt A'en1Lr beamtet. Lrst der Zionismus spürte die ״lionali'» *«•1, י".;111‘ .•]"» *ייer. Makkabäerzeit liege״, Damals *ic he!־ ' .. Ne Be״ litüC 01 ׳. ..־־ «י־־׳ Heute ddie das Juden« 11111 vor der gleichen Situation: sich Lieht vor Europa zu verschließen und doch eine eigene Form Jtr kuHurelU'ii und völkischen Existenz zu finden. Oberkantor Neu in a 11 ״ brachte eine Arie aus ״Samson“ ..״, H.imh'l '1,ul synagngalc Melodien eindrucksvoll zu Gehör. ״,,,״ crgrifl Rahh. I)r, Max Nu 15 ha um das Wort. 1111 ״Freikfitskam11 »11 ייןos 111 oitaer“ sei die Entscheidung gefallen über 1ic Existenz des jüdischen Volk« mul über die Existenz des Monotheismus. Die rabbinisclie Tradition habe die Bclrciungs- : I der Makkabäer jahrhundertelang wenig beachtet und das .jssive Wunder der Esther-Legende verherrlicht. Mit unseren fhalu/ini, die um eigenen Boden kämpfen, ist das Fest ,jeder zu einem nationalen Gedenktag geworden. Den Abschluß des Abends bildete der neue Sprechthor von Joachim Prinz und Bcrtliold O ol dsch midt, Pas Makkabiicrspicl“, das glänzend diszipliniert von den lungern ppen der BZV. vorgetragen wurde. Prinz hat IS Paraplirancrung der Makkabäerchronik schlaglichtartig die Zeit der Unterdrückung, die Erhebung der Hasmonäer und ihren Sieg dargestellt, um voll dramatischer Steigerung in Zwiegesprächen zwischen Volk uml Chronisten (i>r. Leo jjirczin sk i) zu zeigen, daß dieser Kampf zwischen Vor• 1a״ten und Tatkräftigen ewig durch die jüdische Geschichte plit und in unserer Jugend zugunsten des Makkahaertums entschieden ist. Die Musik von Bcrtliold Goldschmidt für zwei Klaviere steigert die Szenen des Textes zu packender Anschaulichkeit. Hans Nathan leitete die Aufführung. Großartig gestrafft hatte er Chor, Sprecher (Elans Samuel, Emst Herr m a n n) und die Musik (am Flügel: Paul Lichten- Bern, Rudolf Schwarz) in Zusammenhang gebracht und tiie einzelnen Stimmen gut verteilt. H. F. Chanukkah der Kinder Wie in j«lem Jahre, so erleben wir auch fn dieser Oiamikkali-Woclic wieder eine Hochflut von Vcranstaltungen fur Erwachsene sowohl als auch für Kinder. Da nun aber Chanukkah traditionelicrwei.se den Kindern gehört, 5« haben wir auch in diesem Jahre wieder einige Vcranstaltungen besucht, im Westen Berlins war das bedeutendste Kinder- |,st das von der B. Z. V. veranstaltete, zu dem sich im Brüder- «creinsliaus eine grolle Schar von Kindern und von Er- »jehsenen cingeftinden halte. Dr. Joachim Prinz erzählte die Clianiikl ahgcschichtc so lebendig, daß selbst die Kleinsten ihm Wort für Wort folgten und bei einer Stelle, die ihnen nicht ganz klar war, sogar ״warum?“ dazwischen riefen. Im übrigen wurden die Darbietungen auf dieser Veranstaltung fast nur von Jugendlichen bestritten. Die 7. Klasse der Schule Kaismlamm führte (wenn auch mit einigen Hindernissen) ein Oumikkahsnicl auf, das, da es aus dem Lebenskreis der Kinder entnommen war, bei allen ״Sachverständigen“ lebhafte Anteilnahme erweckte. Das Spiel ״Die Arche Noah", das - die 3. Klasse der gleädicn Schule zum besten gab, blieb Inder in doppelter Hinsicht fragmentarisch: es gab die Geschichte von Noah nur sehr bruchstückweise wieder und cs mußte auch bereits nach dem 3. Bild wegen der vorgcschrittcsen Zeit abgebrochen werden. Es gal) weiter noch ein Kinderordiwtcr, das neben der bekannten Kindcrsymphonic von Haydn auch eine Komposition von Herbert Brün vortrug. Schließlich muß man noch den Zauberer Bcrger-Ballan nennen, der durch seine verblüffenden Kunststücke wie auch durch (eine haiicliredncrischen Unterhaltungen mit seinem Begleiter ,Wehen" alle Anwesenden in Staunen und Entzücken verletzte. Am gleichen Abend gab der H a b o n I in noarcliatuzi In Bezirk Jannowitzbrucke für die Eltern seiner Bundesmi'glicdcr ein fröhliches Qiaiiukkalifest, zu dem sich ebenfalls Erwachsene wie Jugendliche in großer Zahl eingefunden hatten. Man führte u. a. nach Scholem Alejehem eine Art jC* ' f\ X» ¥ ׳ \ % . •־ * . «i , m ך״״—׳- | _ \ f . ^. t. Dr. Joachim Prinz erzählt die Chanukkah-Gesehiehte hei der Kinderfeier der fl, 7,, V. im Brßdcrvercinshaus. — 2. Sprcchchnr hei der Makkabäer feier der li, V. und den Mahltahi in der Singakademie. — 3. Chanuhhah-Fcsl des Kimlcrspielhreises der Gruppe JannowilzhrOcke der B.Z.V, — 4. Chanukkah-Feicr des Mahhabi llazair. — 5. Chanukkah- Aufführung der Schule Große Hamburger Straße. 1,2. 4 H«.* iw: % 5 /. Posse ״Oilom Habbo“ auf, deren Inhalt nicht immer restlos befriedigte, die aber dafür mit einer erstaunlichen Frische und Darstellungskunst wiedergegeben wurde. Ein Sketch in 4 Bildern mit dem Titel ״Tcl-Äwiw — so oder so?“ gab einen karikaturistischen Durchschnitt durch gewisse unertreuliche Nebenerscheinungen des Aufbauwerks und führte mit einer starken Eindrucksmachtigkcit zu dem Sckhißbild, das den Arbeiter in den Mittelpunkt des palästinensischen Lebens stellt. Sprech- und Singchöre legten von der systematischen Schulung auf diesem Gebiet Zeugnis ab. N. tf»«o IrltlS*■ 11• tö* ikbt•* »01»*•■ *־יי IIA (K<ch* ״(i*r *ז• " Der Rclchsbund Jüdischer Frontsoldaten veranstaltete am ersten Chaiiukkah-Tagc in der Synagoge Prinzregentenstraße eine Gcfailcncn-Gcdcnkfeier. Bei diesem Anlaß wurde ein Buch ״Kriegs briete gefallener deutscher Ju• den" der Ocffcntlicbkcit übergeben. Das erste Exemplar wurde Rabbiner Dr. Bacck, dem Präsidenten der Rcichsvertrctnng der deutschen Juden, ausgcfolgt, der darauf mit einer längeren Ansprache antwortete. Weitere Ansprachen hielten das Mitglied der Bundesleitung des R. J. F. Dr. Fracnkcl und der Vorsitzende Dr. Leo Loewenstein. Der letztgenannte Redncr befaßte sich ausführlich mit den Einwendungen, die im ... ... .. ״Festmit eigener Hand gedeckt und Famiiienbesitz an Schalen, Büchsen und geziert hatten. Es war ein großer Einsagte im Verlauf des Abends Emil Bernhard bdi. •f‘, , D«»״' mH••״‘ ‘ JL-m•״* ißt (U* | eu»*־ Wiedersehen mit Großvaters Sederschussel Gleich muß ich bekennen: cs ist nicht mein Groß- *wr, vor dessen Scdcr-Schiisscl ich mit vielen anderen im hogenhause bei der Cbamikkah-Feicr der ״Frauen-Ar- ״tits ge mein schaff für Palästina“ bewundernd un(l eriiiiicrtmgsreich stand. Irgendein jüdischer Groß- — sicher ein sehr kunstverständiger Großvater —- ״ättc die! Wunderwerk aus getriebenem Metall, mit zierlitben Näpfchen für Moraur und Karpas und die »«reu notwendigen Dinge am Sederabend, auf seinem Seder- ״che stehen. Diese seltene Freude bereitete uns die hiesige * י zo, deren Mitglieder mit viel Liebe und Mühe den “Ästisch im jüdischen Hause“ ™,allerlei altem «ehern herrlich ״'״eh. so sagte .... .״״,״, .. -., cohn, nicht nur die gedeckten Tische zu betrachten, sondern auch die Gesichter der Betrachtenden: mancher,?,cnc״ all diese Bilder etwas Neues bedeuteten, das sie inren Kindern mitgeben wollten, nachdem es ihnen in ihrer kmclhcit vorcnthaltcn worden war; und vor allem der anderen, enen diese festlichen und liclitstrahlcndcn Tische längst- Mgessene Erinnerungen hervorriefen. Hier sah mail den fi!üZc1L ffol,en Rhythmus des jüdischen Jahres -r" 3״spielen: vom Seder-Abend an bis zu dem “«fstromend lustigen Purim-Tisch. Etfride 1'זI'l-Oroncmann fügte zu all dieser «eniust cilJ Wort der Besuinlichkcit: sie erdi/r01 ״3״'ic «1er Rcl'K'0", v [unter diesen Feiertagen steht. Fmi! r״n Worten fügte Rabbiner [1.J Bernhard Cohn, der am "״ rtes Abends schon die Meehe*” FJJrtündet hatte, noch manv schone Ergänzung, wenn er in der jüdischen Frau de, 'e8cf Welt die vor allem anb«dtunr,h<iFc M'feabe der ״Vord|e,LrUl$ oezcichnctc und von besivla. mßrenzun5 dann zu den F״»"fer!‘n Aufgaben der Wizo- Idtl״ Lande Israels über- Abfla. שיט Darbietungen des Kkän*t. wirdcn eingcrahmt von a»itr Btethovenscher Musik, die Fra« Margarete Moses und Herr Silber• stein, der bekannte Cellist des Klingler-Quartetts, ausgezeichnet Wiedergaben. Frau Moses wies am Anfang und ain Schluß des Abends in die Ziele der Fraucn-Arbeitsgeinciiischaft für Palästina hin. Während liier die Lichter brannten — so hatte Elfride Bcrgcl ihre Worte beschlossen —, leuchtet von der Irijah in Tcl-Awiw die Menorah: als ein Wahrzeichen für alle, denen ein großes Wunder geschah — nicht nur in den Taf׳cn der Makkabäer, sondern wie cs in den alten Bitten immer heißt, ״in unsem Tagen, in dieser Zeit“. Eine großc Kundgebung der jüdischen Frau für Pa• lästina. •bs- ׳ן eindrucksvollen Worten auf f ■״־ מי Oktober 1033 hi der deutschen Presse gegen die vorn R. J.F. angesehenen Zahlen der jüdischen Gefallenen im Weltkrieg erhoben worden sind. Auf Grund jener Veröffent• liehtmecn habe der R. J.F, bei den zuständigen Behörden eine Nachprüfung beantragt, die kürzlich statt gefunden habe. Von 10 285 Namen sind 2200 als Stichproben nacligcprüft worden, wobei sich ergeben habe, daß «Mt,2 ״/<! einwandfrei jüdische Kriegsopfer darstclicn, während bei 6 ׳״« keine genauen Unterlagen hinsichtlich der Religionszugehörigkeit, aber auch nicht fiir das Gegenteil, ermittelt werden kann• ton. Demnach, so erklärte der Redner, dürfen auf Grund der amtlichen Nachprüfung 07 ״/» der in dem Ciedenkbuch ver• zeichneten Gefallenen einwandfrei als jüdischer Religion bc« trachtet werden, während die strittigen restlichen 3 0״ über• liaupt nicht ins Gewicht fallen. Ueber den ,Jüdischen Menschen in der Problematik unscrer Zeit“ hielt in einer Versammlung des C.-V. das Mitglied des Präsidialausschusscs der Rcichsvertrctung, Dr. Rudolf Callmann, Köln, einen mehr als 1 י •stündigen Vortrag, der einen gcistesgcschichtlichcn Ucberbliek über die Entwicklung der Menschheit seit der Antike zu geben und unsere heutige jüdische Situation in diesem Zusammenhang zu beleuchten versuchte. Der Mensch, so war die Grundthese des Vortragenden, wird vor allem durch das Milieu, in dem er lebt, geformt. Obwohl das auch für die Juden zutreffe, so dürfe man doch nicht verkennen, daß die actitsehen Juden im Gang der Geschichte innerhalb des deutschen Milieus gewissermaßen ihr Spezial-Milieu gehabt haben und so stets eine Menschenklasse sui gcncris gewesen sind und daß trotz allem Hineinwachscn in die Kultur des Landes ein Fremdheitsgefühl zwischen den Juden und der Umwelt bestanden tiat. Der Redner betonte zum Schluß, daß der C.־V. sowohl jüdisch als auch deutsch positiv bleiben werde. .'^"ריז■ \ ,'‘**•U \f I ....?ך / '״N, ' Ob«n. Sedertisch Lin ki: Chanukkah(Ud» Fe 10• Herbert Zur Aufführung von Handels ״Samson“ (am 11. Dezember in der Neuen Synagoge, Oranienburger Str. 30). Der Text des ״Samson“ wurde von Ncwburg Hamilton nach dem ״Sam« son Agonistes“ von Milton geschrieben. Der historische Ablauf der Handlung, wie er uns in der Bibel überliefert ist, wird nicht vollständig übernommen, Handels Textdichter läßt die Handlung erst mit den Geschehnissen am Ende des 16. Kapitels des Buches der Richter beginnen. Er setzt voraus die Kenntnis des Geheimnisses der Geburt des Gott• geweihten Samson, der Proben seiner Kraft, seines Streites mit den Philistern. Die Spannung Samson-Daliia stellt er keineswegs ins Zentrum. Daliia ist bei ihm zunächst die reumiitige und liebchciscliendc Gattin» die gar nicht als Sü1׳« derin erscheint, weil man ihr Verbrechen nicht erlebt hat. cs nur andeutend nennen hört, und ihre Schuld daher nicht recht ermessen kann. Dalila ist eine Episode, ebenso wie der Riese liarapha (keine Gestalt aus der Bibel), der Samson prahlerisch herausfordert. Im Mittelpunkt des Oratoriums steht der Mensch Samson, groß in seinem Leid, in seiner tragischen Ohnmacht wie in seinem Oottvcrtraiien. Int Mittelpunkt des barock ausladenden, nicht psychologisch gefeilten Szenariums lagern noch mehrere Kräfte, die der Musiker Händel besonders ausgeprägt zu formen wußte. Hier, wo kein ausgewogener Schwerpunkt ist, steht nicht nur eine Person oder ein Schicksal» sondern ein Prinzip: ״das Kolossale“, das ins überlebensgroße Oesteigerte, das1 in den Chören Oestalt findet. Die Klagen um das Los! Samsons, die Lobpreisungen Gottes, das Flehen der Israeliten,1 der Philister — all dies Ist ein eigenes selbständiges Eie• ment. Dr. H. N. < Todesfall. Hermann Aron, eine bekannte Persönlichkeit in( Berliner jüdischen Ocmcindelebcn, Vorsitzender mehrerer Humanitätsvereine, der sich insbesondere für die Ausgestaltung der Darlehnskasse und im Wohlfahrtsamt Charlotten• bürg Verdienste erworben hat, ist am 2. Dezember nach kurzem Leiden verschieden. " 1H, 1t'1 ' 1 J ׳ ן; f h ' ־! \ »f ü tf ■ f L׳. 1: V׳ in? י' . 1f;**JE *•" r tiy1! ,:.׳'׳ rii , ׳, .כ: •1 > t! ,*1!,IS uV. .t ׳׳■': 1! 1 •e .1• ׳•■ ר ,'i! t: “ L* m i:C, I .1, r; % Fi zi :1 ח י 1 ן*| i d ■f; i ß.,r 1.s M *׳ i » י ri r ־ '?; י i 1, H י ־׳ s r'A r i 1 ’11 ].זי;h! 1 rs 1! ׳ ni , 8׳ זי m 1 U US f '-Q i h '• ir j '1 1 m ■h y ic I! nt'; u 1 י hi b •-r