Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 67 (21.8.1934)
- Date
- 1934-08-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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-RUNDSCHAU JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 67, n. AUGUST!»34 f־Wl kaa/lit Selten jeta nur gehe ich in Bibliotheken, ich habe po ״fleciK* <» 'י'"«' Kurbeltet, in deutschen und in froimü-n [andern. Doch obwohl. da■ dreimal verlorrngegangcne Hand« hiWiothek, *״weit sie wissenschaftlicher Natur ist, einigermaßen sif der Höhe ist, fehlen mir doch die Judaica. — Allzuviel ijttc ich nie gehabt, ein paar Standardwerke, ein pnar jjrlic», die Freunde und Bekannte geschrieben und dedi/iert *’1*’1,(jestern machte Ich mich auf zur jüdischen Bibliothek öder Orani!iburger Straffe. — Ich beschädige mich ein! tfcnig niit der Geschichte meiner Familie und wollte eine ״stimmte grilliere Publikation;indischen. — Bibliotheken haben für mich immer etwas Feierliches, <jc erwecken ein beinahe religiöses Gefühl in mir, sind sie doch - ieh übersetze vielleicht ein wenig frei — die ״Bei« ,ctztmRCn der Bueher“ mul damit ja auch die der Gelehrten, jic sic geschrieben. Aber, das ist das tröstliche: ein Grift von knmliger I lanil, die Bücher erwachen wieder zum Lehen, die Schriftsteller, die sic geschrieben, die ganze Zeit um sie hemm wird_ wieder lebendig. So stand auch nach kurzem Suchen die Zeit so vor hundert Jahren wieder vor mir, die Zeit, da mein Urgroßvater Burg einer der Vorkämpfer fiir ({ic Anlage des ״neuen Lriedhofes“ au der Schönhauser Allee wr, die Zeit, da die jüdische Gemeinde, wohlhabend und reich, ihr erstes Altersheim gründete, die Männer ihre Erfahrung und rbeitskraft in den Dienst der guten Sache stellten. — jj, mein lieber H., Du schreibst mir aus Tcl-Awiw, wo Du (beii ai'gelangt bist, eine Karte mit der leicht ironischen frage: AV־s machen die Stammbaume?' Du hist jung und hast recht, ilah I>1» Dir in Palästina mit Deinen starken Armen eine neue* Zukunft zimmem willst. Aber bedenke, unsere Altvorderen taten damals schließlich dasselbe hier und auch sie haben für Dich Au (bauarbeit geleistet und für die, die zu alt pd zu verbunden sind, um umzusiedcln.“ — Ich werfe noch finen blick in das Buch mit den Bildern meines Urgroßvaters und Seines Bruders, mich sie waren damals Kämpfer! Meine Arbeit ist erledigt, ich sehe mir neugierig das Publikum an und fragte: was wird eigentlich so iin allgemeinen gelesen? Die Beamtin erzählt: Natürlich wird ein I p!t Teil ״geschmökert“. Leute, die früher ständige Gäste der :J Volkdiibliotliekcn waren, sind zu uns gekommen. Uebcri hvipt hat sich das Publikum gewandelt; während früher das IP1 m -;tjnf f ץ"״״ץ ך־־■ 11 fl יי1״ז! ריו״י י f ץ“־־־"/ ך ■•׳ L.J Ul m./ tk*Jb dir BZV und dos Miarachl an den Hohen Feiertagen Karlen von RM 1,50 bis 5,— Im Büro dor BZV, Meinekestraßa 10 י Tal.: d 1 Bismarck 7165, App. 44 fpj fr~f e m״f ךו_ \äJ ׳"-*.•וי •Ul *rn ■***־•» I*—*־' m Ml Am• w*0 m htm «ndon llohon PtlorUgon unmitiUti von d«r BERLINER ZIONISTISCHEN VEREINIGUNG lindibürfl or Str« 8? Vorverkauf Drogen» SnUn^r, Nett« Kotilgfir. 73 Preise der PUtre RM 1!50 bi* 4י•— lrD6Mllltr1B8 611 Vorverknuf im Heim, l»*i Hepner, Inselilraß« 8• timi bei Sillter. LoUirintrer Strnße 69 Preise der Platt« HM 1!—» bi« 3»— NantttffiflO 54 Vorverkauf im Heim und im Büro der B.Z.V•• Metmke«traß« 10 Preise der PHiU« RM 1(50 bi« 5,— Ö«v V« r * 1 k « { h » t bereite begonnen ostjudisclic Clement vorherrschend war, stellen Jetzt Amte, Hechts,•mwaltc, ahgehaute Staatsbeamte ein wesentliches Kontuigent. In erster Linie treiben sic Famiiicnforschung und heschaftigen sich mit hisforisclicn Studien. Griitz. ״Geschichte der Juden‘• und Bamberger ״Ocschidite der Würzburger Ju- <lcn״ nsw. sind fast immer vergriffen. Rührend ist, wie ganz, alte Leute beginnen, wieder hebräisch zu lernen, mühselig und schwertällig, aber mit zäher Energie. Von lbitcrhaltungslektiire werden am mefsten Schalem Asch, Wassermaim, Brod und Flog verlangt. Zionistische Bücher sind imr schwer zu haben. Assimilanten, die sich mit dem Zionismus in aller Stille bekannfmacheri wollen, stellen zahlreiche Leser; eine gewaltige Zahl aber stellt die Jugend, die sich auf Palästina vorbereitet. Wie ieh noch plaudere, kommt ein großer, auffallend kräftig gebauter Jüngling, ungefähr IS Jahre alt, er will Bialik lesen. Er hat Glück, eben sind die ״Essays״ zurückgckommen. Die Schriften von I lerzl, Sokolow, i rumpeldor, Borochow und Böhm sind nur gegen langfristige Vormerkung zu haben. Ehen will ich mich verabschieden, da tritt ein kleines siebenjähriges׳ Mädchen ein. Sie will auch etwas zu lesen haben. Die Bibliothekarin versucht ihr begreiflich zu machen, daß sie eigentlich noch zu jung wäre und noch ein bißchen warten solle. Sie aber beginnt fürchterlich zu heulen, sic will auch lesen, ihre um sechs Jahre ältere Schwester liest auch. Also nmi ist guter Hat teuer, aber Frl. Lipmann ist eine durchtrannerte Bibliothekarin, Da findet sich wirklich etwas für die Siebenjährige: Biblische Geschichten aus dem Alten Testament von - Johann Peter Hebel!, meinem allcmannischcn Landsmann! Und schnell getröstet zieht Ruth ab. ... Da kommen ganze Klassen und wollen mit Lesestoff versorgt sein, und gerade hier liegt die große Schwierigkeit, denn die jtigcudhihliothck ist noch nicht so geordnet und so vervollständigt, um solchen Massenangriffen gewachsen zu sein. Jefzt ist die Büchersammlung, die die stattliche Anzahl von ca. 64 00p Bänden zählt, allgemein Ziel der Berliner Juden geworden. Während früher nur der Rabbiner oder der tal*!malisch geschulte Jude sic benutzte, strömen nun alle hin. Die durchschnittliche Zahl der Benutzer pro Tag hat bereits die stattliche Zahl von 150 überschritten. Dr. T. Simon, Wannsee. Berichtigung. In der Synagoge Fasanenstraße wurde gelegentlich der Trauerfeier fiir den Reichspräsidenten von Hindenlmrg nicht das El male Rachamlm gesungen, sondern cs wurde das Lied ״Herr, was Ist der Mensch?“ von Ober• kantor Davidsohn zum Vortrag gebracht, Kleine Nachrichten Synagoge Pasiauyr Straße. Herr Kantor Joseph Apfel, 'der bisher an der .Synagoge Alte Jakobstraßc tälig war, ist jetzt all Kantor an der Synagoge l’assnuer Straße beschäftigt. Jüdische Kindcrhllto c. V., Augnslstr. 14/18. Die RprcrJAlunden des Nervcnarzie* und der Krzicbiingslrerntungsslelle linden von jetzt ub unter l.eitmig von Frau Dr. Frieda Alexander am Üicntlag und Dotmrritag• von 3—4 Uhr, statt, Wahrzeichen für Handwerk und Mittelstand, Die Mit• glieder des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens e. V,, Berlin, und des Rcivhsvcrbandes des jüdischen Mittelstandes sind durch die nachfolgenden! gesetzlich gc* schützten Zeichen .kenntlich. Da» Sportteil de» Rclchiautsdumei der Jüdischen Jagendverbünde Das am Sonntag auf dem jüdischen Sporlplatz abgewickelte 1. Jugcndsportlcst des Rclchsausschussc» Jüdischer Jugendverbände gestaltete sich zu einem überragenden Erfolg der zionistischen Jugendbünde. Von den 3000 zum Aulmarsch versammelten Jugendlichen »teilten die zionistischen Bünde über drei Viertel. Dr. Brodnitz, der Vorsitzende des FUhrerrnts betonte In seiner Ansprache, daß für die jüdische Jugend Sport mehr sei als bloße Kürpcrbctütigung; Sport sei heute eines der wichtigsten Mittel der hündischen Erziehung geworden. Die Mehrzahl der sportlichen Erfolge waren erwartungsgemäß dem AI a k k a b 1 Ha za Ir besdiledcn, der damit den für die Gesamtwertung bestimmten Wanderpreis der Reich «Vertretung der Deutschen Juden an sich brachte. Auch die Preise der Z V f D., der ״JUdlsehen Rundscha u“, des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, der Jüdischen Gemeinde Berlin und viele andere Ehrenpreise wurden eine sichere Beute der jungen Makkabisportlcr. An zweiler Stelle folgte der Bund deutsch-jüdischer Jugend. Aber auch die Sportler des Habonlm und des Haschomer Hazair und der Hcrzlia spielten eine nicht unbeträchtliche Rolle. Am Schluß des Aufmarsches wurde spontan die Hatikwali angestirnmt. Familion - Ncchrlchlon Herr Sally Fuchs und Frau Jenny, erb. Eiwnstäcl(, SD 16. Runge» «traße 20, II (trüber Wongrowitz), begehen am 26. August die «ilberne Hochzeit, Bai Mizwah-Termine Am X. SeptrrrNr — 31, Elut! Divid Steinbock, Sohn von Selig Steinbock, Courbifrestr, 10, \/(>UiHUÜHcUQUHfrl Or. Ernst Mschnir Mit neuesten Lichtbildern Mittwoch, den 29. August 1934, 20H Uhr, Kammers&le, Ceclllensaal, Teltower Str. 1 BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIQtf NQ Boxlrksgrtippo Krausbarg > Tampalhof Sprechstunden der juristischen und wirtschaftlichen Beratung(- stelle der ״Jüdischen Rundschau“ Montag und Donnerstag von 17 bis 18.30 Uhr In unserem Büro, Berlin W15, Mclnokestr. 10. Bel Besuchen sind Abonnements-Quittungen mitzubringen. Bol allen schriftlichen Anfragen sind die letzte Quittung und ein freigemachter Briefumachlagod. ausreichendes Rückporto beizufügen K M J. I '«!■l'lll *"י ■ <—«II . ■III . _ .ן t j Altpapier Her&efft d©!361 MlnNWlO, ffclrlcEiraflo 20/31 Sammcl-Nr. C 5 Hanta 6216 L Auto fhl ,y Drogerie 1|p«n ROSesMtmerpi.1 _H 3 Rhcinyau 711« ParUimerion — Foto — Sdircibwarea Uefenmy frei Hau* 110 ־ UJorHsiall sHmtHrher itbfiktlc tm Schustor j, , *hchicDjdlonst — Lichtdienst!*•>11» SW 2», lilli.hcr.trulle 32 1 '*(»״•. t 6 5HI,«/1U,U V 6 3771 Cj Buchbinder f H!ümeiideisohh I «V-Charlby״ Frlolbrroatr. 29, I r. I Wüom J 3 Wo.li.ml 1823 X *•* /. 0 m 33 דד 1 *>31,! jjMlcherr vlsor J Inr1un» ׳׳ HHanion ✓ Stcuop |tyRT WEIL, HALENSEE **■Lg, 0, kurfürstenoamm 103 | J Z Hoohmtittar 68*0 Bürobedarl ' \ 50 ״," Au, J Bav. 0 KcmohlJph 1,י י. k i' asburgor SIoaB» *3 0*4 3. / Druclisactum, wntouuciiar, Karteien, Stempel - 1° •tunendecken { ,?SW»issf»Ä i Alu n u ט'**מ*'י D«un»nd«ckf» J 1 •a wercJon hu Aufyoarbeitat Dckora1fture nr-atjerla W angenhclm 1>\ Bayoi’tichor PI, 9 B6, 1109 ParlUmari•» / Foto /WlrtactmM•- *rttk«l / Ualaruog bat H«oa Juv/ellor ULM JßCOQIUS 7| ColtlarRmtaitnrnotatorln , y PlalJburooc Stc.7.1 2 Oliv« 4957 V Schmuck u. 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D 4, 4609 *־ךי" Tischlorolon J.SZARVAS Titchiarti f. «imti.Titehlerarbttitcn BFRLIN SO 36, Mantru(fci*tr. 58 Frrn*pr«ch*ri F 8 Obrrbaum 6467 jsüEZIXZ] e1cn03B3c3cnaHW.Grls.it Urgrünrkt 189h Töpf״rmrMrr , cnsrioticntjurB «. üiiSBroamm 4; Fnro«pr«*chr־r1 C4 Wilhelm 336Q Ofrnhau FUe«rnhtv*fUhrun«־׳ CthfirloUenbiirg 4, Nl«buhratrnlla 69 J I Biimarck 5633, Mitgl. d. jüd. Handw.*V (W) Töp!c»m«Ut*r Berlin WS7, Wi״trrfo!cI*4tr. 24 Telefon: B 7 Pallaf» 3297 l״״. I Uhrmacher j , UHREN - Vetrkaul — Bapbraturan 11», (»litachriltl. C7,rantla) Verkauf-»t, 'יי■ d. WUrtt. Matatl,.Fabr. Ma* Bernetein, UhtwechertneKtar, W15,Uti.»cld״rl*rS1r,!4 12,2ISO .... •ach Del■* Ubt nVIlKHtC narl Wllmeradorfer Str. 80 (a.dSybcittr•) .1 Rayantu-VMUliR wasche Reparatur und Anfertigung Oberhemden Schlafanzüge Salden• wlache Betlwaache Monojratnme Tulalnnt J6 Blclbiren 783» KAISER, CUarlbg., DroyaenatraRe R T WSschorel /äSC Trocknen Im Freien Bclchaatr. 50 / J 9, 2932 Kooemcs ___ . 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