Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 39 (1934)
- Issue
- Heft 50 (22.6.1934)
- Date
- 1934-06-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Inlernniionalos Boxmeciing dos Boxklub Mokkobl Am 3. Juli veranstaltet der Boxklub Makkabi Bcrlin einen internationalen Boxkamplabend, zu dem bisher schon drei Zusagen aus DiinemarK Vorlieben. Auch mitteldeutsche und wistdeu sehe Makkabiboxer werden kltmnfen, Die Veranstaltung wird im Garten des Saalbau Friedrichshain, bei ungünstiger Witterung Im Saalbau selbst, durchßetUhrt werden. Erfolge in Jugoslawien Wie aus Belgrad gemeldet wird, errang bei dem unter Protektorat des Ministers für Körperkultur Dr. Andjclinovic durchgefiihrten Turnier um die Meisterschaft Jugoslawiens im I echten Josef Stein vom Zagrebcr Makkabi die S t a a t s - M e i s t c r 8 c h n f t im S c h w e r t f c c 111 c n, Ing, Fröiilicli-Subofica wurde Zweiter im Säbelfechten, Josef Weiß vom Zagrebcr Makkabi Erster unter den Junioren im Scliwcrtfeclitcn, Ruth Midier wurde Zweite im Florettfechten. Au den Meixterschaftskämpfon hatten 8 Klubs, darunter 3 jiidisclie, und zwar Makkalti-Zagrcb, Hakoah-Subotica und Makkabi-Novisad teilgcnommcn. Fccht-Lündcrkanmf Palästina-Aegypten. Im Rahmen der sportlichen Veranstaltungen der Levantc-M esse fand ein Länderkampf 1 m Fechten /.wischen den Vcrtretern Aegyptens und Palästinas In allen drei Waffen statt. Aegypten gewann von 27 Kämpfen nicht weiiiger als 22. Der palästinensischen Mannschaft gehörten neben drei englische I'licgerofflzlercn die Makkablm Popper, Auer■ hach und Ben Aino an. %iß FuBballspcrrc Im Deutschen Makkabikrels. In Analogie nt einer Bestimmung des Deutschen Fullballbundcs hat der Deutsche Makkahikreis vom '2. Juli bis 15. August eine Spielsperrc für Eußhall erlassen. Bundesfülirerlagcr des Makkabi Hazair. Vom22 ׳. bis 21. Juni findet aut Gut Winkel bei Spreenhagen die diesjiihrigc B1111 d e s f ii 11 r c r t a g 11 n g d e s M a k k a b i Ha■ z a i r statt, auf der Vertreter aller deutschen Makkabi Hazair- Gruppen erwartet werden. Das Hauptreferat mit dem Thema: ״Der Weg des Makkabi Hazair“ hält l)r. Hans Fricdcntlial, Nord westdeutsche Bczirksmcisterschaften des Deutschen Makkabikreises am 8. Juli in Bremen. Am 8. Juli finden im Weserstadion zu Bremen die 1. Bczirksnicistcrsclinftcn für Nordwcstilciitsclilaiid statt. Fs ist mit großer Beteiligung zu rechnen, denn es haben bereits Kassel. Bielefeld, Hannover, Peine, Herford Osnabrück, Brakei, Hamburg, Stadtoldcn* dort, Auricli, Leer und Emden ihr Erscheinen zugesagt. Vom Bar Kochba Frankfurt und vom Bar Kochba Mannheim wird uns geschrieben: Die in einem jüdischen Blatt erschienene Mitteilung, daß die Makkabivercine Bar Kochba Frankfurt und Bar Kochba Mannheim ihren Zahlungsvcrpfliditimgeu gegenüber der ״Arbeitsgemeinschaft der jüdisehen Turn- und Sportvereine SüdwOstdeutschlands" nicht nnchgckoinnicn sind, entspricht nicht den Tatsachen. Im Gegenteil besteht eine Forderung des Bar Kochba Mannheim an die Arbeitsgemeinschaft, die bisher nicht cingclöst worden ist. iiiniiiminitHiiiiimiitiiiiiininiiiiiiiiiiiiuffliHiMimiiiiimiiiiiimiiiiniiiiiiiiiiiHiiiiitmiitiiiiiitHniiimii Der J. S. C. Haglbor hat eine Lciclilntlileiikableilung eröffnet. Jeden Dienst apr Siunng im Restaurant Sommer, Rosenlhaler Sir. 14, T ra i 11 i >1 g: Mitlrachs nb 18 Uhr, Grimewuht, Jüd. Sporlplnli. Amm’ld1111(;rn nn den Sitzung»• und 3 rainingsnbenden »0'vio bei W. Kurz, Berlin N'O 85, Jnblonskistr. 26. Die Kultur-Abteilung dci J. S. C. Haßlbor Berlin eröffnet Ihren Vortragszyklus am 28. Juli mit einem Referat (Iber! ״F.xbU'iu• nu">|di1 hkeiieii in Palästina“ im Sitjungslokid ücrimnin Restaurant, Jiigrrslr. 10. Beginn 9 Uhr. Ernte Berliner jUdincfte Scltachn1cl»ter«chaft. Die Khibriiume wurden am 18. Juni in das Sport lokal Hermann, Jiigcrstr. 18, l'Vko F'riedrie11 si’r.tlic, verlegt. Dort Spielalrcndc Jeden Montag und Sonnnbend ab 20.30 Uhr, außerdem wird täglich mich Irci gespielt. — Stand dci Turniers 111111 der am 12. Juni beendeten 9. Rundet 1. Klasse: Winit/ki 0Henkii, Braun, Ecxamlrowil sch und Kreis• l)crg je 7, Dr. Prober 0yä Punktei 2. Klasse! Alster 9, Dt. Albert 8'/«,' Schwalb 7, l’latow fl''־ Punkte. Generalversammlung der Hakoah K#ln. Die 1. ordentliche Gencralver- Sammlung des Kölner Mnkknhi-Khths am 14. Juni wnr stark besmdit. Dr. Ilans Capell (Düsseldorf) sprarh zum Thema: Der F.inhritsgedanke im Zioniamis. Der (icschäftstiihrer der Hakoah gab einen Rechcnsehnfubericlit über das erste Jahr der Tätigkeit, Sehottck erstattete den Beliebt der Kassenrevisoren, Turyn gab den Kassen■ 1>e1 lebt. Dem Vorstand wurde einstimmig Knllasiimg erteilt und Cad Ualm einstimmig zum 1. Vorsitzenden wicdcrgrwiihlt. Per AUkla• malion wurden Dr. It. Marx nl.1 2. Vorsitzender, Kiesenfcld ab terh. niseher t.eitcr, Fcwinsohn all fiesidiüflsfiihrer, Turyn ab Schatzmeislcr. Berkowiez, ah Jugeml- und Orlsgruppenleitcr rlci J. P. D, Makkabi-Hazair ttad Teitlcr als Referent für Tnrbuih-Arbcil gewühlt. Bar Kochba Frankfurt. Tennis: Zwecks Fest Stellung der Kampt* mnnuschaften iiir die demniiehst statttindemlcn Klubkiimpfc beginnen die Ausiehcidnngikiimptc. Auf unseren Tcnnispliilzm in der Hügel- Straße Spiclmöglichkeit zu jeder Tageszeit. Auskunft: Max Flörsheim, Mauerweg 22: Tel.: 4-32-03. Box-Club ״Makkabi". Am 24. Juni Dampferfahrt ttaeli Wolters- Dörfer Schleuse. Abfahrt 8,30 Uhr früh JatmowiUbritekc (Märkische• Ufer); Rückfahrt 19 Uhr. BERICHTE AUS DEM REICH (Von unstrn Berichttrstatttrn.) Andernach Zum ersten Male seit Jahren trafen sielt die Zionisten des Südrhein• und Mosclgcoietes und des Wcstcrwaldes auf einer gut besuchten Kreistagung. Sic wurde durch ein Referat von Dr. Neu berge r, Düsseldorf, über: ״Palästina und die deutschen Juden“ eingeicitet. Am Nachmittag refe- י riertc Dr. Capell, Düsseldorf, über: ״Deutscher Zionismus ' 19ii — unsere praktischen Aufgaben“. Die Aussprache zeigte, daß ein starker zionistischer Arbeitswille vorhanden ist. Durch die Tagung ist es gelungen, eine Reihe netter Menselten in die Arbeit cinzube/iehen, die wertvolle Stützpunkte ftir unsere Bewegung darsfcllctt. Der Abend vereinigte nochutals die Teilnehmer zu einer zionistischen Kundgebung. Dr, Neubörger und Dr. Capell, Düsseldorf, sprachen über ״Das deutsche Judentum vor der zionistischen Enticlicidung". Leipzig In der Zionistischen Ortsgruppe sprach am 12. Juni Dr. Ernst Simon (Haifa) vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über ״Religiöses Leben in Ercz. Israel“. Er zeigte die geistigreligiösen Strömungen in Ercz Israel auf, symbolisiert durch Brenner, Acltad Haain und Bcrdyczewsky; der letztere gewinne mit seinem Postulat der ״Heroisierung der Bibel“ und dem Kampf gegen einseitige Vergeistigung mehr und mehr an Einfluß. Dr. L, Stettin Die iieugcgriiiidete Wizo-Gruppc Stettin trat mit vier Vortragsvcranstaltungcn im letzten Monat an die Stettiner (־)Öffentlichkeit. Der erste Abend behandelte das Thema ״Die Fran im Aufbau Palästinas", cs referierte Dr, Peritz. Am zweiten Abend sprach Rabbiner Dr. EI k über ״Die Frau und ehe geistige Wiedergeburt“. Frau Dr. Moses sprach über das Thema ״Der Weg der jüdischen Frau“. Den Abschluß der ׳ Vortragsreihe bildete ein Vortrag von Fräulein Margarete Bloch (Berlin), die über ״Das jüdische Kind in Palästina“ referierte, Wiesbaden Am II. Juni fand ein Elternabend statt, auf dem die Gründling einer jüdischen Volksschule in Wiesbaden, die der Vorstand der Gemeinde bereits grundsätzlich beschlossen hatte, vollzogen wurden. Die Hauptrcfcrate hielten: Rahb. Dr. L a z a r u s, Dr. L c s c h n i t z c r-Berlin, Schulrcfcrent der Rcichsvcrtrctimg der deutschen Juden, und Dr. O 01 d * stein- Wiesbaden. AhUü4tdi#UHg&t Kulturelles Leben in den Gemeinden In Köln veranstalteten Gabriele Speyer-Sander (Sopran) und Hanna Locwen (Alt) mit Ella Conrad als Begleiterin ein Fiauskonzert, bei dem u. a. Dvorak vorgetragen wurde. — Der jüdische Kulturbund veranstaltete ein Konzert mit dem Boris Kroyt-Quartctt. — Der jüdische Frauenbund in Köln richtete Arbeitsgemeinschaften für seine berufstätigen Mit- Rheder ein. — In M a n n it e i m wurde Hugo Adlers biblische Szene ,,Balak und Biliam“ wiederholt. Lilli Koppel (Klavier), Emmi Joseph (Sopran), Josef Lcvi (Bariton), Max Upmann und Franz Oppenheimer (Rezitation) machten sich um das Gelingen der Aufführung verdient. — In München veranstaltete der Kulturbund am 24. 5. ein Symphoniekonzert unter Leitung von Erich Erck und unter Mit- Wirkung von Annie Stciger-Betzak. — Otto Bernstein (Dresden) gab einen Rezitationsabend, bei dem er u. a. Beer-Hofmann und Wassermann vortrug. — In Neuwied berichtete Moritz Sternfeld vor der Gemeinde über seine Palästinarcise, die er als Nichtzionist unternommen hatte. — In Norden, wo die staatliche jüdische Volksschule aufgelöst worden war, ist dem dortigen Lehrer Klein die Erlaubnis zur Errichtung einer Privatschule erteilt worden, so tiaß die jüdischen Schüler wieder eine jüdische Schule besuchen können. ~ In Stuttgart fand am 31. 5. das letzte Konzert der ji'idischcti Kunstgeineloschaft statt, bei dem Else Rypinskl (Harfe), Ernestine Färber, Max Lipmann und Poidi Sperling-Donath nutwirkten. Breslau! Zionistische Vereinigung. Krakau-Reise. Au» technisehen Gründen inuB der zunächst fcstgesetite Termin der Krakeu- Reise verschoben werden. Neuer Termin wird nach festgesetit. — Si InilMiig-ktirnis <h׳r Ziouistis-clicn Vereinigung, Am 27. Juni, «1)111(11 8.30 l'lir, |m i'aliUliiia-ltiiri), Gnrtcilxlf. 25. spricht K1lg.tr Freund über 111(1״ jüili-ili-mahiiclic Problem“, 2. Teil. — Darmstadt! Zio• n!s! ix'lie Vereinigung. Am 24. Juni, nhrnlis 8,30 Uhr, in den Räumen, Uarmäaih, Sunds! rallc 10: Zionistische Feierstunde. —- Am 2. Juli Vortrag von i)r, l’omcranr, Frankfurt n. M., über ״Hie zionislisrlie Idee —- Wandlung und Entwicklung"; am 10. Juli spricht Dr. Pomcranr, Frankfurt a. M., über ״l)cr Kampf mit der Jiidcnhcit »iml die Ditrilnotztmg mit der Idee. — Zionistnm und Assimilation." — Frankfurt t. M.1 ״Cltttg Iwri", Am 24. Juni, tthcmls 8 Uhr! Vortrag von Herrn KtlnfUi ״Die Griio.rn von l,!rt'*.brncl nach den alt jüdischen Quellen." -— Hamburg. Zionistische Vereinigung. ״Cltng Iwri“ an jedem Sabbat-Ausgang im Jugendheim, Solmsallcc 84: Beginn 8.30 Uhr. — Jüdischer Kulturbund Rheln-Ruhri Vortrag mit 1.11 litliililern von l»r. Max O.dmrn, Berlin: ״Alte und neue Kunst in l’alii-tinu". In Köln: am 25. Juni, 20.30 Uhr, Uhcinlandlogc. ln G c 1 s c n k i r <׳h c n: mit 28. Juni, 20.30 Uhr, Luge, In Keck• I i 11 g h a u s c tu um 27. Juni, 20.30 Uhr, Jiid. Gemeindehaus. In Essen: mit 23. Juni, 20.30 Uhr, f.ogc. Familien ־ Flachrichten Frau Jenny EcIh'iiImiiiii, gib. Sehcrlcl, llscnhurg a. Harr, begeht am 29. Juni den 70. Gchurlstug, Marianne Berger, Mannheim, R 7, 10, begeht um 28. Juni den 75. Geburtstag, Gruppenvcrbandsiafjung Baden «Württemberg in Mannheim Der Gruppcnvcrbflnd Baden-Württemberg hat am 10. Juni seine zweite außerordentlich gut hesnehte Tagung abgohaiten. Nicht weniger als 30 Ortsgruppen mit zirka 250 Teilnehmern waren vertreten. Nach Eröffnung durch l)r. S t e i 11 f c 1 d - Mannheim referierte Dr. Franz M e y c r - Berlin über ״Die Situation des deutschen Judentnm.s und die Aufgaben der zionistischen Bewegung". Er spraelt vom Zweifrontenkrieg, den die Bewegung gegen den Revisionismus und die Neonssimilation zu führen hat. Seine positiven Forderungen sind: Eroberung des jüdisehen Menschen durch geradlinige Politik einer starken Zionistischen Organisation, Erfassung der Jugend in einer vom jüdischen Geist geführten Schule, Erringung aller Positionen, sowohl der wirtschaftlichen wie kulturellen, zur Gestaitung unseres Lebens im Sinne gesamtjüdischer Verantwortung. Im Verlaufe der Diskussion wurde ein Antrag auf Erhölutng der Zionistcnstcucr zwecks Stärkung der Arbeitsfähigkeit der Organisation gestellt. Der Antrag wurde vom Plenum angenommen. — Der Nachmittag war ausgefüllt mit Arbeitssit/ungen. Die Kommissionen für Ortsgruppenarbeit und die für Schule, Jugend- und Landarbeit wurden zusatmnengelegt und tagten unter der Leitung von I)r. Benno Colin und Dr. Grünewald. Dr. Cohn entwickelte Formen und Inhalt zionistischer Propaganda, die den Forderungen der jeweiligen politischen Situation immer wieder angepaßt werden müsse. Dr, Grünewald betonte die Bedeutung unserer Arbeit nach zwei Richtungen hin, der extensiven und intensiven, und versuchte so eine Diago* nale zwischen den politischen Forderungen des Tages und weltanschaulicher Durchdringung der Einzelpcrsönllchkeit herzustellen. Dr. Ucko-Offcnhurg erstattete ein ausführliches Refc- , rnt über ״Die erzieherische Situation in Palästina". In anschntiliclicr Weise hob der Redner die Licht- und Schatten• seiten dieses Problems hervor. Die Jugcn,d tendiere zum, Radikalismus auf Grund ihrer rationalen, »religiösen Ein- ■ Stellung, sie sei verständnislos für die Galuth-Politik: und nur eingestellt auf ihr Land und seine Interessen. ein jüdischer Musiker unserer Zeit Zur Aufführung seines Gotieiüicmtoratoriumi Frncsl Bloch ist einer von den wenigen jüdischen K0m. ponisten, die nicht g;mz in der Atmosphäre attlgeheti, in sie gerade leben, sondern die in ihrem Werk ihre Abst1w. mutig manifestieren. Er vermag natürlich keinen jitdtscheti* hebräischen Stil zu schreiben: er spricht die Sprache seiner Umwelt; aber er versucht, viele seiner Werke mit jüdischem Geist zu dtirclitränkni. Bloch vertont nicht nur bi bl i seit e Texte (drei Psalmen׳ ״Awodass hakodcsch"), er schreibt auch symphonische!)ich tun gen, wie die Israel-Symphonie, die drei PoöIlcs jnifs, die Scliclomo-Rhapsodic für Cello und Orchester, (j,n(| c h a 5 8 i d i s c h c Studien fnr Violine mit dem Titel ן3נ11״ Sehern", einzelne hebräische Cellostiickc. Er vermeidet, Volkstnelodicu ztt panphrasiercii oder zu variieren. ״Ich will j)Jr nicht den Versuch einer Neukonstruktion der jüdischen Mudi; 111:icbcn und meine Werke auf mehr oder weniger authontnehc Melodien basieren. Ich hin kein Musikhistoriker. Ich halte für das Beste, gute und ernsthafte Musik zu schreiben, Wjs mich mehr interessiert, das ist der jüdische Geist, »liCWT vielfältige, feurige, erregte Geist, den ich in der Bibel!ן1י|ןן Die Kraft und die Weisheit der Patriarchen, das Ungcstiuij der Bücher der Propheten, die wilde Gerechtigkeitdiebe des jüdischen Volkes, die Verzweiflung der Reden Salomonis, die Trauer und die Erhabenheit des Buches Hiob, die Sinnlich• keit des Hohen Liedes. ... Das ist cs, was ich in mir a! erwecken und in meine Musik zu übertragen suche — heiliges Gefühl für mein Volk.“ Das Bekennen liegt Bloch besonders gut; er läßt sie! meist von gedanklichen Themen inspirieren. Wegen dieser stark literarisch betonten Haltung ist er mehr zu einer älteren Generation von Musikern zu rechnen. Zur Ultramcxlernc gehört er seinem Stil nach nicht, und er will auch gar nicht dazu gehören. Er hat viel von den französischen ■ linprcssionisten übernommen: das feine Klangcmpfmdcn, überhaupt die betont klangliche Einstellung, einzelne harmonische Elemente — auch einiges von den Russen, von Mttssorgskt besonder», Den Elan seiner Thematik und seiner architektonischen Steigerttngen hat er mit Gustav Mahler und Richard Strauß gemein• sattt. Einzelne kühne Akkorde, kompliziertester Satz, beweisen, daß er das Werk Arnold Schönbergs kennt. Aber imisikantisch gelöst wie die Jungen kann er nicht sein; er liebt einet nur zu ahnenden Sinn (er schreibt oft ״mistico“ vor). Er ist schwer, ernst, ittelancliolisclt. Heiterkeit kennt« nicht, nur Jubel und Ekstase. Immer sich verschwenden, auch bis zum Krampf! Bloclts Musik ist eine A ti s d r tt c k s k unst par cxcclleucc. 11t ihr fühlen wir breit dahinströmende Gefühle, himmclstürmcndes Ueber-sich-hiiiaiis-drängcn, morgcnländisch« Sichvcrscnken und -verlieren, Größe, die alttestamcntarisch anmutet (besonders im 22. Psalm). Bloch ist im Formale# nicht immer konzentriert — oft gedehnt, additiv, mit Wieder- Itolungctt schon einmal Gesagtes bekräftigend (Quartett) und rcliefartig hcrausarhcitcud. Von heutigen kompositorische# Standpunkten aus ist einiges an ihm auszusetzen, was keines• falls verschwiegen werden soll. Da ist zunächst die 11111!!*• losigkeif, das ״Programm“, eine theatralische Aufgeregtheit, eine Verschwommenheit im Charakter vor allem bei ״ntyshsehen'* Stellen, schlecht verarbeitete Einflüsse. Was sich aber behauptet, das ist »lic Expressivität — die, nach manche# radikalen musikalischen Mitteln beurteilt, Expressionismus ist — die wenig alltägliche, bizarr-deutliche Gestik, wie sic auch die Kunst des Malers Chagall und die der llaW/mh• truppe aus/ciclinct. Das Oottcsdicnstoratorium Awodass Itakodcsch, das am 25. Juni in der Berliner Synagoge Oranienburger Straße seine deutsche Uraufführung erleben wird, ist da! jüngste Werk des Komponisten. Es ist eine, textlich gekürzte, Sonnabcndvorinittagslittirgic, im Aufträge amerikanischer Rc• formsynagogen geschrieben. Der Komponist zeigt keine neuen stilistischen Merkmale; die Cliorsätze sind meist einfach und, wie die Melodik, fnpitlnr; das Orchester, eine ungewohnte Erscheinung Im Gottesdienst, dient nicht mir als harrtiouische Stütze, sondern ergänzt, ähnlich wie in einer Oper, den Gesang mit eigenen charakterisierenden Motiven. Kritisches über das ganze Werk soll erst nach der Aufführung gesagt werden. Dr. Hans Nathan.!M ״Jwd UmmsmxU" ™'tiT,1';™ Dlt hfiond^r» wirkun״tvolie Lirhthitd Reih« mit tlnMUndem Vortr*f ״Tozercth Haarez**• Die jüdische Industrie in Paläitin• Erstaufführung! Berlin•?6. Juni umf 27. Juni frieh« An teig«) Dntizlu• 23, Juni, 21 Uhr, Am Sumte I . K6ln (wi»Krfnd der FsUi»Hn#-AuMtrUunf\ BrriUilraB« lilntlenburg, 28. funi, Beuthen, 25. Juni Weilar« Vorführungen her*it• In den nichtltn Tagen in Brot«»« DaraaUdl, Etaen, Frankfurt, Heilbronn, Herford, Leipittf und Marttowat«•* ׳.«׳•)#׳.! 1.01«׳,I Dt *i.h'iiö i0־ -t0Il(*s;1.*G Sckc^t B@de*v m l&wd durd) Spenden für den Jüdischen Nntlonallonds fferen Ifafemcltt leßsrael U| Berlin W15, MeinebCSir.lO Postscheck2824? fTg| ZÖ. 5694■ Harxl lobt, (!in סוויית zionimi»» l>e Broechüf« . Das Hertlgcdenkbudi, Semmetechrift . י י - Der 20. Tammtii, Mat rriilirn'ammlunK Dan Hcrtllblid, Hertl an der Rheinbrücke . Corelik, H<»r7.l in «einen Tagebüchern . Theodor Horxl, <ler Judcnetaat , 0,19 R* , 1,50 8* . 0,75 8* , 0,7S 8* 0,30 8* , 0,90 8* Zionlsfiicha Vsroinigung für Deulichland , _ .. ״״! At'trUiioR Lttcrmurvrr.aml — i’o.t.check-Kontoi Berlin Koren Kajomolh LB|jsraol {JQd. Nalionnllond■ ovV.) 247@ ״ ן Berlin W15, Meinekntr. 10 — Post.iheik-Kto.! BrateHunpon regen Vornifte^ndunp des Betragen »an Pnfto Pootoohookkonto: BoHln Nr.10498! Bankkonto: DroadnorBonk, Dopoiltonkaata KwrfOrotanda יייחז^ JÜDI C sehr in Zu der Bat# wend als n weite tung war mit j 1 fuhrt׳ sehen der Bcisp grapl sehen zügle hafte exakt das I lichei gehet keitei wend aber als e in < I chen Ein« dem Citin! ״Yuk lerlu an Ul voll« Vielt äuget nisch fcr,־at in d< k ^3 Afekt Chor wurd Ryke I-eHH Afttt niatet verti stra, baumj gen« simgil inner! ״Ve ׳ Madi lyi» Sv Bi! Rah») miTl* J״gi Hie יי ״«> Hllfi I)as •torH Da« daUj,i Tu# hmi Karg laset 18 mi la Ja!!: la Hi la ura la L81 la Rif la au . «I Ham![ ׳11101 ׳ LANDS IniM