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Jüdische Rundschau · 1932-03-23 · Heft 23-24 (23.3.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVII (1932)
Issue
Heft 23-24 (23.3.1932)
Date
1932-03-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Heute! Judenfrage und Demokratie Doppelnummer 0,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Erscheint jeden Dienstag u.Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2,— Goldmark, vierteljährlich 5.75 Goldmark. Aualandsabonnements werden in dm Wihrang der einzelnen Lind«’ berechnet. Anzeigenpreis: H geap. Nonpareille*«{!# 0,50 G.M Stellengesuch# 0,25 G.-M. Redaktion, Verlag und Ameigen'Verwaltung: Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, MeinekeetrdO. Telefon: J1 Biamarck 7165-70. Postscheck - Koni «n; Berlin 17392, Baael V 9355, Belgrad 68032. Bröagei 39433. Budapest 59693, Danzig 1973. Haag 140470, Prag 59410, Riga 4155, Str8M.hu r16430 ״, Warschau 190708, Wie« 156 030 Baak - Konten; Darmstidter - und NaHonaJbank, Depositen - Rasse Berlin, KaiffirmadbatH 52; Ruzniaiache Kreditbank. Cemaati (Rumänien); Angln Paleatin* Co. in Haifa, ferasaleyn, Tel -Aviv Nummer 23/24 | Berlin, 23. III. 1932 Redakdonaachlufi Sonntag und Mittwoch nachmittag. ט״ו אדר עני תרצ״ב | xxxvii. Jahr*. P•» *lomaimi« antrebt »Ur da» |0cHaci1a Volk «llo Schaffung olnor «ffontHch. rachttkh gamlchartan Heimst■««# In Palästina. ״Basalar Programm.‘• Für nie Erhaltung der jüdbdieii Sdtule Eine Massenversammlung in Berlin Am 19. d. M. fand in den Berliner Musikerfestsälen eine von der Jüdischen Volkspartei einberufene Volksversammlung statt, in welcher über das Schulwerk der Berliner Jüdischen Gemeinde gesprochen wurde. Die liberale Mehrheit in der Berliner Jüdischen Gemeinde steht bekanntlich auf dem Standpunkte, daß das in der vorigen Legislatur-Periode unter dem bestimmenden Einflüsse der Jüdischen Volkspartei ausgebaute Schulwerk allmählich abzubauen sei. in Durchführung dieser Absichten sind bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, die sich schon heute einschneidend auf die Schulbedürfnisse der jüdischen Bevölkerung auswirken. Die Ankündigung der Massenversammlung unter dem Schlag- Worte ״Die jüdische Schule in Gefahr“ war also durchaus berechtigt. Dem Rufe der Jüdischen Volkspartei folgten ungefähr tausend Personen, hauptsächlich aus den Elternkreisen, die Gewicht darauf legen, daß ihre Kinder in jüdischen Schulen neben allgemeinem Unterricht auch die Grundlagen jüdischen Wissens erwerben. Dieser Wunsch ist um so mehr begreiflich, als die Wirtschaftslage es sehr vielen jüdischen Eltern unmöglich macht, ihren Kindern jüdischen Privatunterrieht erteilen zu lassen, was in früherer Zeit allgemein üblich war. Wenn jüdische Kinder die allgemeinen Schulen besuchen, so können innen, schon aus zeitlichen Gründen, nur sehr geringe Kenntnisse von jüdischen Dingen vermittelt werden. Die wenigen Stunden jüdischen Religionsunterrichts können keineswegs das ersetzen, was früher durch Privatunterricht den Kindern geboten wurde und was in einer jüdischen Schule durch stärkere Berücksichtigung der entsprechenden Lehrgegenstände dem jüdischen Nachwuchs gegeben wird. Die Versammelten folgten den Ausführungen der drei Referenten, Dr. Kollenscher, Rabbiner Dr. Freier und Dr. Alfred Klee mit gespanntester Aufmerksamkeit. Dr. Kollenscher, der langjährige Schuldezernent der Berliner Jüdisehen Gemeinde, schilderte den unter seiner Leitung in Angriff genommenen Ausbau des jüdischen Schulwerkes und arbeitete i!t klarer Weise die Grundsätze heraus, die die {üdische Vplksoariei veranlassen, in der Schaffung rnd-Erhaltüng jüdischer Schwen einen Hauptbamflöttfl der Tätig• keit jeder jüdischen Gemeindeverwaltung zu erblicken. Rabb, Dr. Freier sprach über die kulturelle Bedeutung jüdischer Schulen. Wer ernstlich die Erhaltung des Judentums will und Sorge zu tragen wünscht, daß die herwachsende jüdische Generation der jüdischen Gemeinschaft in Treue und Opferfähigkeit verbunden bleibe, der muß mit aller Kraft die Forderung eigener jüdischer Schulen vertreten. Dr. Alfred Klee berührte alle Fragen, die sich auf die Organisierung des jüdischen Schulwerkes beziehen und wies insbesondere darauf hin, von welcher Bedeutung jüdische Schulen für die Kinder jüdischer Staatenloser sind. Es ist in der Oeftentlichkeit viel zu wenig bekannt, daß Staatenlose, die sich nicht auf das Prinzip der Gegenseitigkeit stützen können, zur Leistung höherer Schulgebühren gezwungen sind. Für die Kinder der Staatenlosen, deren es leider in der jüdischen Gemeinschaft in Berlin sehr viele gibt, ist die jüdische Schule daher eine Lebensfrage. Die Jüdische Volkspartei erblickt 1n ihrem Schulprogramm eine der wesentlichsten Forderungen, die. sie im Namen der jüdischen Gemeinschaft erhebt. Die jüdische Schule ist nicht eine Parteiforderung, sondern erfreut sich der weitestgehenden Wertschätzung bei allen Sch ichten der jüdischen Bevölkerung. Wer die Beobachtung machen konnte, in welchem Grade die Kinder an der jüdischen Schule hängen, sollte verstehen, daß die jüdische Schule eine Herzenssache und eine Lebensnotwendigkeit der jüdischen Bevölkerung darstellt. Die Versammlung nahm nach den Referaten der drei genannten Redner mit großem Beifall nachstehende Resolution einstimmig an: ״Die auf Einladung der Jüdischen Volkspartei zu vielen Hunderten versammelten Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Berlins protestieren gegen den Beschluß des Gemelndevor- Standes auf Abbau des jüdischen Volksschulwesens und erwarten von der Repräsentanz energische Maßnahmen zur Wiederherstellung der Schulen mindestens in dem bisherigen Ausmaß, wenn nicht vermehrt und erstarkt, den wachsenden Bedürfnissen entsprechend. Die Versammlung weist insbesondere auf die großen kulturellen und politischen Gefahren hin, die aus der Zurückweisung staatenloser Kinder erwachsen.“ * Herr Emil David, Teilnehmer der Protestversammlung am 19. d. M., übermittelt uns einen offenen Brief an den Gemeindevorstand, in welchem unter Hinweis auf die KiiK'T guadc;Krlins, d... Stark an» Judentum hingen und ihre Kinder jüdisch erzogen sehen möchten, an die Mitglieder des Vorstandes appelliert wird, die getroffenen Abbau-Maßnahmen zu mildern. Herr David weist darauf hin, daß kleine und mittlere Gemeinden in Deutschland auch in der gegenwärtigen wirtschaftlich schweren Zeit die größten Opfer für die Erhaltung der jüdischen Schule bringen. Die Finanzlage darf darum nicht als Ausrede gebraucht werden. Wenn man den ernsten Willen hat, die jüdische Schule zu erhalten, dann wird sich auch ein Weg finden, wie man dieses Ziel erreichen kann. Erleichterung der Mittelstandseinwanderung Kapitalgrenze für bestimmte Kategorien auf 500 Pfand herabgesetzt Wie die JTA. mitteilt, ist die Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem nunmehr von der Palästina-Regierung offiziell benachrichtigt worden, daß Landwirte, Kaufleute und Industrielle, die sich über den Besitz eines Kapitals von 500 Pfund (7600 M.) ausweisen können, nach Palästina einwandern dürfen. Bisher betrug der erforderliehe Mindestbetrag an Kapital für diese Einwanderungskategorie 1000 Pfund. Schon zur Zeit des letzten Kongresses wurde mitgeteilt, die Regierung habe eine allgemeine Herab- Setzung der Kapitalgrenze auf 500 Pfund zugesichert. Später ergaben sich jedoch wieder Schwierigkeiten. Es wurde erklärt, daß keineswegs eine allgemeine Herabsetzung der Kapitalgrenze beabsichtigt sei, vielmehr solle der Einwanderungs-Kommissar das Recht haben, in Ausnahmefällen schon bei 500 Pfund die Einwanderung zu gestatten. Die Norm aber müsse der Besitz von 1000 Pfund bleiben. Diese Interpretation hat in zionistischen Kreisen eine starke Verstimmung hervorgerufen und die Exekutive der Jewish Agency hat im letzten halben Jahr in London und Jerusalem mit allem Nachdruck immer wieder die Forderung nach einer allgemeinen Herabsetzung der Kapitalgrenze erhoben. Der neue High Commissioner hat sich bald nach seinem Amtsantritt persönlich mit dieser Frage beschäftigt, und man wird vielleicht vermuten dürfen, daß die jetzige Entscheidung auf sein persönliches Eingreifen zurückzuführen ist. Damit wird eine jüdische Forderung, die in weitesten Kreisen populär war, erfüllt, und es ist nicht zu zweifeln, daß dieser Erfolg auf die politischen Bemühungen der Agency - Exekutive zurückzuführen ist. Der neugeschaffenen Unterkategorie von Palästina-Einwanderern, die über ein Kapital von 5# bis 1000 Pfund verfügen, steht die Einwanderung unter der Voraussetzung frei, daß 1. der betreffende Einwanderungswilüge nicht einer Berufskategorie angehört, die im Lande keine Konkurrenz mehr vertragen kann; 2. daß das Kapital, über das er verfügt, zur Ausübung seines Berufes ausreicht; 3. daß er für den von ihm gewählten Beruf qualifiziert und körperlich geeignet ist. Die Entscheidung hierüber trifft der Chef des Einwanderungsamtes. Für die Einwanderer der Kapitalistenkategorie, die nicht den genannten Berufsgruppen angehören, bleibt die Kapitalgrenze von 1000 Pfund bestehen, doch kann auch in diesem Falle ausnahmsweise bis zu 500 Pfund herabgegangen werden. Die allgemeine Heraufsetrung der Kapitalgrenze auf 1000 Pfund war seit 1925 in Geltung, nachdem damals zuviel Kleinkapitalisten ins Land gekommen waren, die dort keine Dauerexistenz gründen konnten. Man ist jedoch der Ansicht, daß angesichts der völlig geänderten Verhältnisse nicht nur in Palästina, sondern auch in der gesamten Weltwirtschaft heute eine Neuregelung am Platze ist. Die kein Purtmfesi feierten Bei Siegesfeiern ist man leicht geneigt, über der Freude, daß man den Gefahren entronnen ist, diejenigen zu vergessen, die in Unglück und Kriegsnot zugrunde gegangen sind. Eine Siegesfeier ist eine Feier der Sieger und leider psychologisch ungeeignet, das Andenken der Besiegten in Erinnerung zu rufen. Das jüdische Purimfest ist die Siegesfeier der jüdischen Gemeinschaft, der es gelang, durch die schwere Gefährdung ihres Bestandes heil zu schreiten. Purim, welches sich an die Namen Mordechai und Esther knüpft, ist die Symbolisierung ailer derartiger Vorkommnisse im Laufe der jüdischen Geschichte. Die jüdische Gemeinschaft ist aber nicht nur von Haman, sondern oft von anderen mächtigen und weniger mächtigen Feinden auf das schwerste bedroht worden, und tatsächlich gibt es neben dem für die jüdische Gemeinschaft allgemein verbindliehen Purimfeste auch noch in vielen Teilen der Welt lokale Purimfeiern, die sich auf Erlebnisse der betreffenden jüdischen Gemeinschaften beziehen, von welchen eine glückliche Fügung schwere Gefahren abgewendet, hat. Nun sind aber im Laufe unserer Geschichte über manchen Teil unserer Gemeinschaft auch schwere Unglücksschläge gekommen, aus denen keine wunderbare Errettung die Heimgesuchten erlöste. Man erinnere sich an die schrecklichen Tage des Bogdan Chmelnitzki, man gedenke der furchtbaren Pogrome im zaristischen Rußland und in der Ukraine während der Petljura-Herrschaft. Es sei einmal am Purim auch ihrer gedacht, denn neben glücklichen Errettungen aus schwerster Gefahr hat unsere Geschichte leider auch Vorkommnisse zu verzeichnen, bei denen ganze Zweige des jüdischen Stammes vernichtet wurden. Immerhin ist es begreiflich, daß das Purimfest in der Mentalität des jüdischen Volkes eine besondere Stelle einnimmt. Es ist der Ausdruck des jüdischen Lebenswillens, der trotz aller Gefahren und aller Schwierigkeiten zäh und unentwegt bestrebt ist, sich durchzusetzen. Die jüdische Gegenwart ist wenig erfreulich. Wie kaum in irgendeiner anderen Epoche unserer Geschichte rütteln die Vorgänge in der Welt an den Grundlagen unserer Existenz. Eingedenk unserer Vergangenheit, eingedenk der vielfachen Gefahren, denen wir im Laufe der Jahrtausende zu begegnen verstanden, legen wir auch heute das Bekenntnis unverminderten Lebenswillens und der Bereitschaft ab, alles dreinzusetzen für die Erhaltung unserer Gemeinschaft und unserer Art. Hierbei denken wir mit Stolz und Freude an die werdende jüdische Gemeinschaft in Erez-Israel, die schon heute aus innerer Knechtschaft erlöst, im rein jüdischen Tel-Awiw den Purim als wahres Volksfest begeht. Wegen der Arbeitsruhe an den Feiertagen kann ln dieser und in der nächsten Woche nur je eine Doppelnummer der ״Jüd. Rundschau“ erscheinen. Die nächste Nummer erscheint Freitag, den 1. April. Produktiver Optimismus Von Julias Berger, Jerusalem. Was dem, der aus den verworrenen Verhältnissen Europas und insbesondere Deutschlands nach Palästina kommt, am meisten auffällt und ihn am stärksten den Unterschied der Situation von hier und drüben fühlbar werden läßt, ist der Optimismus, dem er in Palästina überall begegnet und der in einem so krassen Gegensatz zu dem verheerenden Pessimismus steht, der das ganze europäische, und vor allem das deutsche wirtschaftliche Leben vergiftet. Nicht als ob man sich in Palästina der Unsicherheit der ganzen Weltwirtschaft von heute oder der Zuspitzung aller politischen Verhältnisse nicht ebenfalls bewußt wäre, nicht als ob man auch nur einen Tag die besondere Kompliziertheit der politischen Probleme des Landes und ihrer eventuellen Rückwirkung auf seine Wirtschaftslage vergäße. Im Gegenteil, mit wem immer man spricht, wird er seine Unzufriedenheit und seine starke Besorgnis über die unverändert unfreundliche Haltung der Verwaltung äußern, an der jedenfalls bis jetzt auch der neue High Commissioner nichts geändert hat, obgleich man von ihm bisher nur günstige Eindrücke empfing. Aber das Entscheidende ist, daß der Zukunftsglaube der palästinensischen Juden, ihre ungebrochene Ueberzeugung von den großen Möglichkeiten des Landes im allgemeinen und seiner jüdischen Siedlung im besonderen nie von den Sorgen des Tages erschüttert wird. Und während die übrige Welt sich mehr und mehr einer pessimistischen Einstellung hingibt, die wie eine wachsende Fäulnis auch das zu ergreifen droht, was bisher politisch und wirtschaftlich noch gesund geblieben ist, blüht Palästina wie eine Oase des Optimismus inmitten einer Wüste von Unglauben und Verzagtheit ■Und ds»s ,ist keineswegs ein naiver Kindercrlaube, e|* Sich-Hinwegsetzen über objektive Tatsachen, eine Luft blase der Selbsttäuschung oder der Spekulation, ganz ira Gegenteil: Auch der strenge Kritiker, der nüchternste Beurteiler, muß zugeben, daß zumindestens bisher die tatsächliche Entwicklung die zuversichtliche Hoffnung nicht enttäuscht hat. Es gibt eine Menge von Gründen, die es erklärlich erscheinen lassen, daß Palästina nicht so rettungslos in das Chaos der Weltkrise hineingezogen wurde wie andere Länder: Seine Kleinheit, die allzu große und daher der Krise eine breite Angriffsfläche bietende Unternehmungen noch nicht aufkommen ließ; seine wirtschaftliche Unentwickeltheit, die noch Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen vorhanden sein läßt; die, wenn auch beschränkte, so doch andauernde Einwanderung, insbesondere auch kapitalskräftiger Elemente, die die wachsende Unsicherheit draußen, und nicht zum wenigsten der steigende Weltantisemitismus nach Palästina treibt; ja man kann sogar manche Umstände als Begünstiger wirtschaftlichen Fortschrittes anführen, die unter anderen Gesichtspunkten zu beklagen sind. So z. B. hat die Verminderung der Fondseinnahmen, die auf der einen Seite so betrübliche und der Entwicklung des Landes abträgliche Erscheinungen gezeitigt hat, auf der anderen Seite eine weit strengere Kontrolle in der Verwendung der Mittel, eine Einschränkung alles Experimentierens, eine Samm- Jung aller Anstrengungen auf die eigenen Energien und eine Zurückdrängung ideologischer und parteipolitischer Betrachtungen erzeugt, die sich wirtschaftlich zweifellos günstig bemerkbar machen. Vor allem aber ergibt sich die positive Wirkung einer wirtschafts-optimistischen Einstellung, zeigt sich, in welchem Ausmaße Glaube und Zuversicht auch im wirtschaftlichen Leben treibende und aufbauende Faktoren sind. An einigen Beispielen aus der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas der letzten Monate sei dies näher dargelegt. Nichts ist bezeichnender für den Unterschied in der pessimistischen Auffassung auch der palästinensischen Verhältnisse, denen man immer wieder draußen begegnet, und dem ruhigen, seiner Sache gewissen Optimismus, den man in Palästina immer wieder findet, als die Ein- Stellung zu den Aussichten der Orangenindustrie Palästinas. Daß es heute noch eine landwirtschaftliehe Industrie geben soll, die nach einer nunmehr fast ein Jahrzehnt ununterbrochenen Periode glänzender Prosperität immer noch 12—15 °/0 Reinertrag vom investierten Kapital bringt und keine Furcht hat, daß diese hohe Verzinsung In absehbarer Zeit wesentlich kleiner werden wird, ist etwas, das draußen auch da nicht geglaubt wird, wo man sonst den Möglichkeiten Palästinas zuversichtlich gegenübersteht. Man spricht von der drohenden Ueberproduktion auf dem Orangenweltmarkte, von der sinkenden Kaufkraft der Konsumländer, von den drohenden Zollmauern usw. usw., um die Auffassung zu begründen, daß die Welle des Großertrages auch für

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