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Jüdische Rundschau · 1931-04-01 · Heft 25-26 (1.4.1931) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVI (1931)
Issue
Heft 25-26 (1.4.1931)
Date
1931-04-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 251 ,26׳. IV. 1931 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 165 Neue Bücher Der erste Band der deutschen Ausgabe der ״Geschichte des Chassidismus“ von Prof. Simon Dubnow ist soeben fm Jüdischen Verlag, Berlin W 50, erschienen. (Preis 12 M.) Das Werk gellt auf eine filtere Arbeit Dubnows zurück, 1111t der er vor Jahrzehnten seine schriftstellerische Arbeit ber:.tnn. Damals veröffentlichte er eine Geschichte des Chassidismus in einer russisch geschriebenen Aufsalzreihe in der Zeitschrift ״Woschod“. Dubnow hat dann diese ihm lieb ge* wordenen Studien unterbrochen, da sich ihm sein Arbeitsfeld unversehens erweitert hatte, und in unermüdlicher Porscherarbelt und eiserner Energie hat er Ober allen Wechsel der äußeren Schicksale hinweg das Riesenwerk einer ״Weltgeschichte des jüdisehen Volkes“ vollendet, das nun ln der zehnbändigen Ausgäbe des Jüdischen Verlags vorliegt. Nach diesem etwa 30 Jahre beanspruchenden Intermezzo kehrt Dubnow, wie er selbst im Vorwort zu dem neuen Werk berichtet, wieder zu seiner ersten Arbeit zurück. Das Buch über Chassidismus, das er Jetzt vollendet hat, ist auch darum bemerkenswert, weil es das erste Werk ist, das der Verfasser in hebräischer Sprache ״eschrfeben hat, getreu einem Versprechen, das er einmal Achad Haa® gegeben hat. Schon diese Tatsache, daß ein Mann, der dm; Lebensarbeit der jüdischen Wissenschaft in einer fremden Sryaehe gewidmet hat, schließlich dazu gelangt, hebräisch zu sehreiben, ist ein Ereignis von großer Tragweite und charak* P'risiert die neue Wendung, die das Judentum des 20. Jahrhunderts nach den zentrifugalen Abschweifungen des 10. Jahrhundert» einschlägt Die ״Geschichte des Chassidismus“ gibt zum ersten Male eine zusammenfassende streng objektive und chronologische Darstellung der Bewegung, dle&isher von den Historikern meist tendenziös behandelt wurde und deren Bedeutsamkeit inzwischen — vor allem dank den Werken von Martin Buber — auch in Westeuropa erkannt worden ist. Es ist ein Zeitalter erbitterter Reügionskämpfe, dessen Quellen von Dubnow vielfach neu entdeckt wurden. Dubnow gibt ein Bild vom Leben und Wirken des Beseht, seiner Schüler und Nachfolger, sowie der einzelnen Phasen der antichasaidischen Reaktion. Im Anhang befinden sich eine ausführliche Quellenangabe, Dokumentensammlungen usw. Durch dieses Werk wird die zehnbändige ״Weltgeschichte“ Dubnows in der wirksamsten Weise ergänzt. Die Geschichte des Chassidismus, deren zweiter Band in Kürze folgen soll, wird noch ausführlicher gewürdigt werden. Das Buch ״üi e Bode 11 trage und der jüdische Aufbau in Palästina“ von Or. A. Qranowtky ist nunmehr in deutscher Sprache im Verlag C. Barth, Wien, erschienen. Das Buch befaßt sich in seinem ersten Teil mit den Bodenproblemen und Siedlungsmöglichkeiten Palästinas im An- Schluß an den Bericht von Sir John Hope Simpson, dessen Feststellungen und Urteile über Ausmaß und Kultivierbark eit des Bodens hier von einem der besten Sachkenner einer gründliehen Kritik unterzogen werden, wobei eine ganze Anzahl von Behauptungen Simpsons sich als unhaltbar erweisen. Der zweite Teil des Buches behandelt die Frage der ״Unangreifbarkeit des Bodenbesitzes“. In diesem Teile werden die Gesetze über Beschränkung von Bodentransaktionen, die in einzelnen Ländern in Geltung sind, erörtert und ihre Anwendbarkeit auf Palästina untersucht. Das Buch als ganzes ist eine überaus eindrucks* volle Antwort auf den Bericht Simpsons. Es wird noch Gelegenheit sein, auf Einzelheiten zurückzukommen. fjo nächsten Monat erscheint 1m Frankfurter Societäts-Verlag. Frankfurt a. M., ein neues Buch von Hans Kohn ״Nationalismus und Imperialismus Im Vorderen Orient“. Das Buch gibt eine genaue Darstellung der äußeren und Inneren Entwicklung der Länder des arabischen Kulturkreises. während .40“. letzten, fccbn Jahre,: Behandelt'wetden Aegypten, Syrien, Palästina, Transjordanieh, ifak urid das Wahabltenreich. In dem Palästina-Kapitel wird die Entwicklung der zionistischen Politik der letzten zehn Jahre und das Problem des jüdisch-arabischen Konfliktes behandelt. Im Verlag von Georg Stillte, Berlin, erschien ein Buch ,,Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden“, eine soziologische Untersuchung von Dr. Alfred Marcus (184 S., 6,50 M.l. An der Hand reichen statistischen Materials wird die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden dargelegt, wobei besondere Wirtschaftszweige wie Metallhandel, Bankwesen, Textilwirtschaft, Getreidehandel in e'genen Kapiteln behandelt werden. Ein besonderes Kapitel erhält auch das Berliner Judentum. Der Verfasser kommt zu ziemlich pessimistisehen Resultaten bezüglich der gegenwärtigen jüdischen Wirtschaftsstruktur und betont die Notwendigkeit einer Berufs- Umschichtung. Eine ausführliche Besprechung behalten wir uns vor. In der von uns kürzlich {®gezeigten Sammlung ״Langenscheldts fremdsprachige Lektüre“ erschien als 10. Band ein gerade unsere Leser besonders interessierendes Büchlein ״England Overseas“ (Preis 1,50 M). ln leichter und angenehmer Form kann man sich hier viel Wissenswertes über englische Kolonialpölltlk aneignen, nebst dem dazu gehörigen Vokabularium, dessen Kenntnis die Lektüre ähnlicher Texte sehr erleichtern wird. Das Buch ist vorbildlich zusammengestellt und enthält auch einen Abschnitt über Irak von Prof. Arnold Toynbee, worin er u. a. die Geschicklichkeit rühmt, mit der Sir Gilbert Clayton im August 1929 die durch die Unruhen in Palästina entstandene schwierige Lage meisterte. Im Verlag C. L. Hirschfeld in Leipzig erschien eine sehr interessante Arbeit von Irma Ooltein ״Probleme der Gesellschaft und des Staates bei Moses He ß“. Obwohl es sich darin nicht um die spezifisch ׳.zionistische Leistung von Heß handelt, so ist doch Moses Heß für uns Zionisten eine So wichtige Figur, daß es auch lohnt, der Verfasserin dieser Arbeit auf Ihrem, Wege der geistesgeschichtliehen Analyse des Wirkens Heß’ zu folgen, die die Periode seines idealistischen Sozialismus vor seinem Anschluß an den Marxismus behandelt Die Eigenart von Heß im Gegensatz zu Marx, die *ich auch in der verschiedenen Beurteilung der Judenfrage und überhaupt in der menschlichen Verschiedenheit der zwei Figuren manifestiert, tritt dabei deutlich hervor. Schon früher ist im selben Verlag eine interessante Arbeit von Georg Lukaes ״Moses Heß und die Probleme der idealistischen Dialektik“ (Preis 1,80 M.) erschienen. DI« jung« Schauspielerin Don Dymant rezitierte dieser Tage mit starkem Erfolg vor der Schwestern-Vereinigung zweier Berliner Logen. Sie las *us Werken Heinrich Heines, BOrries von Münchnausens, eine Novelle von Peres und hebräische Texte. Aber unvergeßlich ist die Rezitation aus dem ersten Teil des Jesajas und aus dem fünften Kapitel des Höhen Liedes. Die Laute unserer Sprache erhalten im Mund der Dora Dymant einen herrlichen Klang. Die Wiedergabe des Jesajas war in einer archaisierenden Form großartig wie alte Fresken aus vergangenen Zeiten. Wie Dora Dymant das fünfte Kapitel des Hohen Liedes nicht sprach, sondern eigentlich sang, das wird von allen Zuhörern jenes Abends sobald nicht vergessen werden. Demgegenüber mußten die deutschen Vorträge verblassen. Unter ihnen war von besonderem Reiz das Werk eines unbekannten Dichters ״Lied vom hohen Rabbi Löw־“, da• mit einer erstaunlichen Mischung von Ernst und Charme zum Vortrag gebracht wurde. Hana Rosenkranz. Stockholmer Brie! Von unserem Korrespondenten. Fl, R., Stockholm: Ende MIrz 1931. Auf einem sehr stark besuchten Vortragsabend, den der hiesige jüdische ״Akademische Klub“ gemeinsam mit ״Judisk Ungdom“ (ehemaliger Blau-Weiß) veranstaltete, sprach der auch über Schwedens Grenzen hinaus bekannte und geschätzte jüdische Dozent (z, Z. an der Upsalaer Universität) Dr. Hugo Valentin über das kritische Thema: ״Die Zukunft der schwedisehen Juden“, welche, wie die Dinge heute liegen, nach Dr. Valentins und der allgemein herrschenden Ansicht wenig hoffnungsvoll aussieht. Der Referent verstand durch seine fesselnden Ausführungen die Zuhörer mitzureißen, und es entspann sich eine Diskussion, wie man de in ihrer temperamentvollen Lebhaftigkeit hier schon lange nicht mehr erlebt hat Man wandte sich — besonders Herr Daniel Br ick — vor allem gegen die jetzigen Vorsteher der Stockholmer Gemeinde, die ZIONISTISCHE WERBEAKTION IM SOKOLOW MONAT / IS. MÄRZ BIS 30. APRIL 1031 / ERWEITERUNG DER ZIONISTISCHEN PERIPHERIE DURCH: Grosse Versammlungen Zionistische Werbe-Zirkel Schekelverkauf Abonnentenwerbung für die Jüdische Rundschau Neue Zeichner und erhöhte Zeichnungen für den KH Aufstellung von 10.000 neuen KKL-BOchsen Orangenpflanzungen, private BodenkBufe und Investments jeder Art In Erez Israel bestrebt sind, hundertprozentig schwedisch zu erscheinen und sich alle« JüdLchen im öffentlichen Leben giekhsam schämen. Herr Brick forderte zur Gründung einer zionistischen Partei auf, denn auch hier, wie überall, würde es nur dem Zionismus ge* lingen, das Judentum w1־fem.U1rte^|t >״ diesem Wunsche gipfelten auch die Ausführungen des Herrn BiumenfhaL Sämtliche in dieser Richtung gehenden Ausführungen wurden von den Zuhörern mit starkem Beifall aufgenommen. Man darf hoffen, daß dieser Abend entsprechende Früchte trägt Das zweite bedeutungsvolle Ereignis der letzten Zeit war wiederum ein großer Sieg für die zionistische Bewegung in Schweden: Der Kere n Kaiemeth hatte unter seinem sehr aktiven Vorsitzenden in Stockholm, Dr. Josef Zacharias, zu einem großartig vorbereiteten Bazar, für den die Oemeinde ihren Saal bereitwilligst zur Verfügung stellte, eingtladen. Diese Veranstaltung brachte dem Keren Kaiemeth einen Reinertrag von 3303 Kronen. Der Bazar war in den größeren Stockholmer Tageszeitungen annonciert worden mit der Bemerkung, daß , auch Nichtjuden herzlich willkommen seien“. (Wenngleich sich auch hier ein ״importierter Antisemitismus“ bemerkbar macht, so ist doch Skandinavien noch nicht so wie andere Länder; der beste Beweis hierfür ist wohl das Einreiseverbot des Herrn Adolf Hitler, der hier auf Einladung der Nationalistischen Partei Vorträge halten sollte.) Im Bazar konnte man für billiges Geld schöne und nützliche Dinge kaufen: Bücher, Kunstgegenstände (u. a. Originale aus Palästina), Spielsachen, Stickereien usw. Auch eine sehr gut auigestatteie Tombola war vorhanden. Sämtliche Gegenstände (auch die käuflichen) waren von Mitgliedern der Gemeinde gespendet worden. Besonders zu erwähnen ist das große Interesse, das auch seitens der Nichtzionisten zum Ausdruck kam. Hier zeigte rieh vielleicht schon der Erfolg des oben erwähnten Vortrag; abends. Der Bazar, der Sonntags von 1 Uhr mittags bis 11 Uhr abends geöffnet war, wies einen außerordentlich zahlreichen Besuch aus allen Kreisen auf. Entzückend die jüdischen jungen Damen, die in ihrer blau-weißen Kleidung Erfrischungen servierten. Es wurde an allen Ständen flott verkauft. Wieviel Arbeit eine solche Veranstaltung bereitet, kann jeder ermescen. Der Leiterin des Ganzen, Frau Debora Biumenthal, und ihren Mithelferinnen sei hierdurch der herzlichste Dank aurgesprochcii. Auch das n i cht jü disc 11 e Publikum scheint sich rege für Palästina zu interessieren. Die vornehmste Tageszeitung Schwedens, ,.Svenska Dagbladet“, hat eine ihrer besten Mitarbeiterinnen, Fräulein Mättha LIndquist (Pseudonym Quelquane“), nach Palästina entsandt. Wer die glänzende Feder Frluiein Lindruiit’s kennt, darf ihren Reiseberichten mit großem Interesse entgegensehen. Zeitschriften schau Die Zeitschrift ״Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozial* Politik“ hat zum Ged&ehtnU Eugen Caaparya, 4« Begründers und Vorsitzenden der Zentraiwohlfahrtsstelle der deutsehen Juden, der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge und des Wohlfahrt*- und Jugendfürsorgeamtes der Jüdischen Ge* meinde Berlin, ein soeben erschienenes Doppelheft (März- April) herausgegeben. Es enthält eine Gedächtnisrede.von Rabb. Dr. Baeck, Aufsätze von Eugen Caspary, eine Schilderung seines Wirkens und einen ausführlichen Bericht über ״Fünf Jahre Wohlfahrt•־ und Jugendfürsorgeamt der Jüdkchen Gemeinde zu Berlin“. Der Erörterung einiger besonders wichtiger und aktueller Fragen dienen ein weiterer Aufsatz von Dr. Kreutzberger über die ״Notwendigkeit einer jüdischen Sozialpolitik“ und ein Artikel über ״Jüdische Darlehnskassen“, dem ein Verzeichnis der ln Deutschland befindlichen Darlehnskassen beigefügt ist. Eine vielseitige Umschau ergänzt das Heft. — Probehefte unentgeltlich durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Charlattsnbwg 2, Kantsir. 158. Kleine Nachrichten ״Jewish Chronicie“ behauptet, erfahren zu haben, daß Rolonieminister Lord Passfield endgültig seine Demission eingereicht hat. Die offizielle Verlautbarung seines Rücktritt werde für den Monat Juni erwartet. Sein Nachfolger werde der gegenwärtige Staatssekretär für die Dominions J. H. Thomas sein, während er selbst zum Gencralzahlmeister ernannt werden und Kabinettsminister bleiben soll. ״Times״ berichtete aus Jerusalem, daß in der Nacht von Sonntag auf Montag bewaffnete Räuber auf der Straße zwischen Jerusalem und Haifa Automobile aufgehalten und die Passagiere beraubt haben. Den Räubern soll insgesamt ein Betrag von etwa 1000 Pfund in die Hände gefallen sein. Außerdem beraubten sie sämtliche Ueberfalletien ihrer Schulte. Es gelang ihnen, vor dein Eintreffen der Polizei zu entkommen, rtm Unterhaus wurde diese Nachricht vom Unterstaatssekretär Dr. Shiels dementiert. — S. an anderer Steile des heutigen Blattes.) Das Komitee zur Feier des 70. Geburtstages von Mayer Dizengoff, Bürgermeister von Tel-Awiw, hat beschlossen, zu Ehren des Jubilars einen neuen 50 Dunam umfassenden Stadtpark in Tel-Awiw anzulegen und ihn ״Gan Mayer“ zu benennen. In der hebräischen Presse Palästinas ist ein Aufruf jfldischer Schriftsteller und Wissenschaftler veröffentlicht worden, der sich gegen die Entweihung des Sabbat durch Sportveranstaltungen u. I. wendet. Unterzeichnet sind: Ch. N. Bialik, Prof. J. N. Epstein, S. Asaf, A. Ahnalijah, Zalrnan, Epstein, Ascher, Barasch, Rabb. Benjamin, Sch. Ben-Zion, Mordethai ben Jecheslael, Dr. A. J. Braver, Dr. J. L. Baruch, Jakob Beman, Hugo Bergmann, M. Giückson, S. L. Gordon, J Grazowskv, A. Gulak, M. Dinaburg, Mordethai ben Mille! Hakohen, Chaooch Jelun, Daniel Jcliin, Abraham Kahana, A. M. Lipschifz, P. Lahower, Dr. J. Lurja, Dr. J. Mirfcin, M. Z. Segal. §, J. Agnon, Prof. A. FrankeL Jakob Fichraann, Dr. A. Ziproni, Prof. S. Klein, Prof. Josef Klausner, J. Ch. Rabnitzki, D. Schimonowitz, Hermann Strack, S. Schwarz, Pinchas Schifman. Der Maler Marc Chagall hat die Kolonien ״Rischon Lezion“, ״Mikweh Israel“ und ״Petach Tikwah“ besucht und überall mit jüdischen Arbeitern Fühlung genommen. Die Stadt Tel-Awiw veranstaltete zu Ehren Chagalls ein große* Bankett Die palästinemische Presse widmet Chagall lange Begrüßungsartikei und Abhandlungen. Die ״Piks“ stimmte dem Projekt zu, ein Arbeiterviertel ln ״Pardes Ghana“ zu schaffen. In aller Kürze sollen 25 Häuser für die Arbeiter der Plantagen von Dr. Brünn und Kaufmann und 10 Häuser für die Arbeiter der ״Pika“ gebaut werden. Nachdem die von der Regierung auf dem Boden von Kfar Tabor durchgeführten Wasserbohrungen ein posttlves Ergebnis hatten, werden jetzt alle Vorbereitungen zur Erbauung der jüdischen Landwirtschaftsschule aus dem Kadoorie-Vermächtnls von der Regierung gemacht (JAB) In Jerusalem fand eine Probeaufführung des von der Gesellschaft ״Paramount״ aufgenommenen ersten hebräf sehen Tonfilms statt, aer Bilder aus dem Leben der Jugend und Reden von Kisch und Ussischkin enthält (JAB) ln Jerusalem ist in diesem Sommer mit starkem Wassermangel zu rechnen. Der Professor an der Jüdisch-Theologischen Lehranstalt zu Wien, Dr, A, Aptowitzer, eine hervorragende Autorität *ut dem Gebiet der Ag#d*h-Forschung, feiqrte dieser Tage ::׳«einen״W. Geburtstag.. . .:.:./;.י' י Regierufigsrat §r. KafI Nörd 1 ing e r, der frühere PrMdent des Israelitischen Oberrats Württembergs, ist nach lingerem Leiden gestorben. Die ״Deutsche Liga der freien Wohlfahrtspflege“, in der auch die Zentraiwohifahrtsstelle der deutsehen Juden vertreten ist, versendet einen Aufruf, ln welchem die Not der Erwerbslosen dargestellt und tatkräftige Hilfe gefordert wird. Die Bevölkerung Deutschlands wird aufgefordert, überall zur Speisung, Erwarmung Und Bekleidung der Notleidenden durch Geld- oder Materialspenden beizutragen. Es ist zu hoffen, daß dieser Aufruf, zu dessen Begründung wohl nichts gesagt zu werden braucht, in allen Herzen ein warmes Echo finden werde. Hebräische!“ Musikabend des Brlth-Haoltei. Die Ortsgruppe Berlin des Brith-Haolim (J. J. W. B.) veranstaltete am Sonnabend, dem 21, März, in der Aula der Jüdischen Knabenschule, Gr. Hamburger Str. 27, einen hebräischen Musikabend anläßlich der Rückreise von Schmuel Schapiro nach Efez-lsrael. Uebet 500 Erwachsene und Jugendliche waren erschienen, eine Menge, die der Saal kaum zu fassen vermochte. Dies kann als ein Beweis dafür angesehen werden, daß der Chor des Brith« Haolim, der wiederholt Proben seines großen Könnens ab* gegeben hatte, ein starkes Ansehen genießt. Außer dem Chor unter Leitung von Schmuei Schapiro wirkten noch mit fehuda Tschertok (Geige) und Rajah Chawiwi (K’avier). Das Programm enthielt u. a. Kompositionen vbn Engel (Chor, Geige, Klavier), Achrön (Geige), Händel (Chor) und Milet (Chor). Der Vortrag des von Engel komponierten Bettler• tanze* aus dem ״Dybuk“ löste beim Publikum besöndere Begeisterung aus. Im Mittelpunkt des Abends stand unbestritten der Chor. Wenn man bedenkt, daß es sich um den Chor eines Jugendbundes handelt, so muß man konstatieren, daß er eine ganz prachtvolle Leistung bot, die an Durchbildung und Exaktheit nichts zu wünschen übrig ließ. Der Chor kann zweifellos eine Mission im jüdischen Leben Berlins erfüllen, und es wäre nur zu wünschen, daß recht viele die Gelegenheit, ihn zu hören, ergreifen. Schmuel Schapiro kam vor etwa zwei Jahren mit einem reichen Liederschatz, den er während seit»« fast 20jährigen Aufenthaltes in Palästina gesammelt hatte, 21* uns nach Deutschland und verband durch Lied und Niggun weite Kreise der zionistischen Jugend mit dem Gesehene« im neuen, bauenden Palästina. Nicht zuletzt Schapiro Ist es zu danken, daß das neue hebräische Lied Überall — auch in Kreisen nichtzionisti-cher Jugend — Eingang gefunden hat und so Brücken geschlagen wurden zum schaffenden Erfct- Israel. Der hebräische Tal des vom Makkabi-Weltverband im jüdischen Verlag herausgegebenen Makkabi-Liederbuches ist vornrfjmlich ein Werk Schmuel Schapirös. Die Leitung de* Chores des Brith-Haolim wird nach Schapiro* Abreise ein anderer befähigter palästinensischer Chawer übernehmen. Das ״H a n d e 1 s b I a d“ (Haag) schreibt über eine jiddisch^ Vorführung: ״Wieder hat man konstatieren können, daß die plastische Kraft von Sonia Alomis und Alexander Asro noch ebenso mächtig ist wie früher. Sowohl der Rabbi von Asro, wie der ekstatische Schüler der Alomis in ״Die Kabbalisten“ von Peretz waren wieder Vollkommenheit Und vor und zwischen der Handlung spielte träumerisch die mystische nachdenkliche Musik von Israel Gladstein. Wir tauchen völlig in ein« mystische Sphäre von Halbbewußtsein unter. Es war ein ergreifender Eindruck.“

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