Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXV (1930)
- Issue
- Heft 74-75 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Srftt# 492 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 74/75, 19. IX. 1930 BiaUk• Vortrag 10 Berlin Am Sonnabend, dem 20. September, 8,30 Uhr abends, spricht Chaim Nachman B i a I i k in den Spichernsälen zu Berlin über das Thema; ״Palästina,Galuth und die Sprachenfrag e“. Vermischtes Am ersten Tag Rosch Haschanah begeht Herr M. Salomon, Vater des Rabbiners Dr. L. Salomon, das seltene Fest des 100. Geburtstages. Am 21. September, 12 Uhr mittags, wird in der Wohnung Herrn M. Salomons, Kuno-Fischcr-'Str. 19, in Gegenwart von Vertretern der Behörden und der Jüdischen Gemeinde eine offizielle Feier stattfinden. Berufsjubiläum. Am 6. September d. J. feierte der Oberrabbiner von Trier, Dr. Adolf Altmann, sein 25jähriges Berufsjubiläum. Gleichzeitig mit diesem Jubiläum jährt es sich zum zehntenmal, daß Dr. Altmann nach seiner Wirksamkeit als Rabbiner in Salzburg und Meran zum Oberrabbiner von Trier berufen wurde. Während des Krieges war Dr. Altmann Feldrabbiner. Der Jubilar hat auch eine reiche schriftstellerische Tätigkeit auf jüdisch historischem, halachischem, philosophischem und homiletischem Gebiete entfaltet. _ Kaplan Fahsel spricht am 3. Oktober, abends 8 Uhr, in der Philharmonie über ,,Augustinus oder die Leidenschaft des Geistes“. Kartenverkauf; Herder, Bote ft Bock, Wertheim, Karstadt, zu 3, 2, 1 M. Michael Taube eröffnet seine diesjährigen Kammerkonzerte tm 27. September mit einem Bach-Abend in der Singakademie. Die anderen Konzerte finden am 16. Oktober, 4. Dezember, 13. Januar 1931, 10. Februar 1931, 25. April 1031 statt. Solisten der Abende sind: Edwin Fischer, Bertram, Prof. Hindemith, Kulenkampff, Feuermann, Jülich, Schey, Ehlers, Wertheim, Prof. Strub, Freimuth. Hebräische Kindergärtnerin für einen Privathaushalt in Berlin zu drei Kindern bei freier Station und 70 M. Gehalt monatlich gesucht. Es kommen nur Angebote von Bewerberinnen in Frage, die sich schon in Deutschland, möglichst in Berlin, befinden. Z. V. f. D., Berlin W 15, Meinekestr. 10. Hebräischer Kindergarten. Die jüdische Schule Fasanen- Straße, Charlottenburg, hat die Möglichkeit, in allernächster Zeit einen hebräischen Kindergarten zu eröffnen. Ein schöner großer Raum mit Garten und Spielplatz steht zur Verfügung. Anmeldungen: jeden Montag, Mittwoch und Freitag, von 12—13 Uhr, bei der Schulleiterin, Frau Nathan, Fasanen- Straße 79/80. Gottesdienst der Berliner Zionistischen Vereinigung und des Misrachi. Wie alljährlich, findet auch in diesem Jahr in den Räumen der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, ein von der Berliner Zionistischen Vereinigung gemeinsam mit dem Misrachi veranstalteter Gottesdienst an den Hohen Feiertagen statt. Rechtzeitige Bestellungen der Karten zum Preise von 15, 10, 5 M. sind an das Büro der B. Z. V. zu richten. Biiroadresse des Kadimah: Nechemja Ginsburg, Berlin- Charlottenburg, Schillerstr. 112, bei Großmann. Gute Niederlassungsmöglichkeit kann Hals-, Nasen- und Ohrenarzt nachgewiesen werden. — Einem Nervenarzt kann gute Assistentenstelle nachgewiesen werden. Auskunft erteilt das Präsidium des K. J. V. Hilfskasse der Rabbiner Deutschlands. Die im Jahre 1907 durch Professor Dr. M a y b a u m ins Leben gerufene Witwen-, Waisen- und Ruhegehaltskasse der Rabbiner Deutschlands ist Ende des Jahres 1929 aufgelöst worden. Die Kasse hatte durch die Inflation den größten Teil ihres Vermögens verloren, so daß sie nicht mehr imstande war, den von der Satzung bestimmten Vernichtungen nachzukommen und die vorgesehenen Pensioften, Witwen- und Waisengelder zur Auszahlung zu bringen. Der noch übriggebliebene Vermögensrest sollte satzungsgemäß zu einem ähnlichen Zweck Verwendung finden. Infolgedessen beschloß die letzte Mitgliederversammlung, dieses Restvermögen zur Begründung einer Hilfskasse zu verwenden, welche nicht mehr wie die frühere Kasse den Charakter einer Versicherung, sondern einer Wohlfahrtseinrichtung tragen sollte. Diese neue Kasse wurde unter dem Namen ״Hilfskasse der Rabbiner Deutschlands“ mit dem Sitze in Berlin nunmehr ins Leben gerufen. Zweck derselben ist die Gewährung von Beihilfen in Bedarfsfällen an Rabbiner in Deutschland sowie an ihre Witwen und Waisen. Mitglied der Kasse kann jeder Rabbiner in Deutschland werden, der einen Jahresbeitrag von 10 RM. entrichtet; andere Personen sowie Körperschaften als Förderer gegen einen Jahresbeitrag von 20 KM. Der Vorstandschaft muß ein vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und ein vom Vorstand des allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland bestimmtes Mitglied angehören. Zum Vorsitzenden wurde der bisherige Vorsitzende der aufgelösten Kasse, Herr Rabbiner Dr. Freudenthal, Nürnberg, berufen. Zum zweiten Vorsitzenden Herr Direktor Kareski, Berlin. Das Amt des Schatzmeisters übernahm Herr S. Schönberger, Bankier in Fa. S. Schönberger & Co., Berlin. Dem Vorstande gehören ferner Herr Handelsgerichtsrat Berthold Kirstein, Berlin, sowie die Herren Rabbiner Dr. Baeck, Berlin, Dr. Bergmann, Berlin, und Dr. Vogelstein, Breslau, an, die sämtlich bereits Mitglieder des Kuratoriums der früheren Kasse waren. Gesuche, die die Kasse angehen, sind an den Vorsitzenden, Zahlungen an die genannte Bankfirma unter Postscheckkonto Berlin Nr. 814 zu richten. Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend. Am 13. d. M. hielt der Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend in Berlin seine erste Versammlung im neuen Arbeitsjahr ab. Der Abend stand im Zeichen des hebräischen Liedes und der Entwicklung des Musikwesens in Palästina. 150 Chaweroth und Chawerim füllten die beiden Räume des Beth Am bis auf den letzten Platz. Nachum Levin eröffnete die Versammlung mit einer Anspräche; er gedachte einleitend unseres verstorbenen Freundes, Arthur Nathan, der so viel für unsere Bewegung getan hat. Nachum Levin führte dann aus, daß der Rat seine Arbeit wie bisher führen werde, außerdem aber seine Aufgabe darin sähe, in den einzelnen Jugendbünden selbst noch intensiver zu arbeiten, uni das Ziel, die völlige Hebraisierung der Berliner jüdischen Jugend, zu erreichen. Wie bisher werden die hebräisehen Abende am Schabbath, Chor und Studio, als alle Jugend- Bünde vereinigende Veranstaltungen diesem Ziel dienen. — Dann schilderte Herr Menasche Rabinowitz aus Tel-Awiw die augenblickliche Situation des palästinensischen Musiklebens, in interessanten Ausführungen zeigte er, wie das palästinensische Musikleben schon heute alles bietet, woran wir in Europa gewöhnt sind. Besonderen Wert legte er auf die Entwicklung des Volksliedes, wobei zu bedauern ist, daß unsere Komponisten noch nicht in dem Maße, wie z. B. Toch und Hindemith in Deutschland, verstünden, wie wichtig die Schäftung von leicht sangbarer Schulmusik sei. Er schilderte, wie man die Jödesche ״Offene Singstunde“ in Palästina im Rahmen des Oneg Schabbath verwirklicht hat und wie sie dort durch dieses stärkere Fundament sich schöner ausvvirkt als hier in Deutschland. Die Ausführungen fanden den verdienten starken Beifall. Die Reden wurden umrahmt von Gesängen, die der Chor des J. W. B. und des Rates unter Leitung von Chawer S c h a - pi ro brachte. Besonderen Dank verdient Herr G o 11 a n d für seine schöne Deklamation des mul hajeschimon von Schlonski. Der Versammlung folgte ein zwangloses Zusammensein. Chanan Oppenheimer, Kl A.P I WCLTVÄQAND Makkabi -Festtage in Bulgarien Vom 27. bis 31. August stand das jüdische Bulgarien unter dem Eindruck der Tagung des bulgarischen Makkabiverbandes in Sofia. Der einzige Schatten, der auf die Festtage fiel, war das Ausbleiben des Delegierten der Weltverbandspräsidiums in Berlin, der im letzten Moment verhindert war zu kommen. Für den bulgarischen Makkabikreis, wie auch für das ganze bulgarische Judentum war dieses Fest eine der größten Demonstra* tionen, die das jüdische Bulgarien jemals erlebt hat. Am 27. August trafen die Provinzvereine ein und zogen geschlossen durch die Stadt in ihre Quartiere. Die meisten Teilnehmer waren in Privathäusern der jüdischen Bevölkerung untergebracht. Am 28. August begannen die offiziellen Feierlichkeiten mit einem Treffen der Vereine auf dem Sportplatz des bulgarischen Turn- Verbandes ״Junak“. Es nahmen zirka 2300 Turner und Turnerinnen im Sportdreß teil, ferner als Gäste eine Riege des bulgarischen Turnverbandes ״Junak“, zwei Teams des jüdischen Sportklubs ״Hakoah“ und einige andere Organisationen mit ihren Mitgliedern. Unter den offiziellen Persönlichkeiten befanden sich auch Vertreter des Hofes und der Regierung. Alle Organisationen, jüdische, bulgarische oder ausländische, sandten ihre Vertreter. Um 10 Uhr begann der Festgottesdienst mit der Einweihung der neuen Verbandsfahne. Der hiesige Rabbiner, Dr. H anale), hielt eine Rede, welche durch Radio verbreitet wurde und die Bedeutung solcher Feste für das jüdische Volk zum Inhalt hatte. Nach ihm sprach der Präsident des Konsistoriums, der höchsten jüdischen Institution in Bulgarien, Oberst Tadger und dankte der Regierung und der Bevölkerutig für die gute Aufnahme der jüdischen Gäste. Nach Beendigung des Gottesdienstes begann der Festmarsch durch die Stadt. Am Denkmal des bulgarischen Revolutionärs Lewsky, einer der Begründer der bulgarischen Turnbewegung, wurde ein Kranz niedergelegt. Der Zug bewegte sich durch das Zentrum der Stadt, durch alle Hauptstraßen und wurde im jüdischen Viertel beschlossen. Der Eindruck auf die jüdische und bulgarische Bevölkerung war sehr groß. Die Presse lobte einstimmig die glänzende Disziplin und das gute Aussehen der jüdischen Turner. Die Teilnehmer des Festzuges wurden von Juden und Nichtjuden mit großer Begeisterung begrüßt. Am Nachmittag.desselben Tages wurde eine Ausstellung des jüdischen Buches eröffnet. Auch hier waren zahlreiche offizielle Persönlichkeiten, Vertreter der Behörden, Universitätsprofessoren usw. anwesend. Die Ausstellung war außerordentlich interessant. Besonders erregten Werke aus dem 13. und 14. Jahrhundert allgemeines Aufsehen. Die ganze bulgarische Presse hat sich sehr anerkennend über die Ausstellung und die ausgestellten Antiquitäten geäußert. Am 30. August abends fand Im Theater 4״ Schauturnen statt, das in jeder Hinsicht glänzend verlief. Im Anschluß daran wurde ein interner Vereinsabend abgehalten, an dem Herr W eiß berg als Vertreter des rumänischen Makkabikreises und Herr Kohen als Vertreter des Makkabi Saloniki das Wort er* griffen und über die Makkabiah und die Arbeit des Weltverbandes sprachen. Am Sonntag, dem 31. August, dem Jahrestag der blutigen Ereignisse in Palästina, fand in der Zentralsynagoge ein Hesped statt. Viele Leute konnten wegen Ueberfüliung keinen Einlaß finden. Außer dem Rabbiner Dr. Han an ei sprach der Vorsitzende der Zionistischen Organisation in Bulgarten, Herr Albert Romano. Nachmittags um 3 Uhr begann das Tum- und Sportfest aut dem Stadion des ״Junak“. Es wurden absolviert u. a.: Wettläute über 100 m, 110-m-Hürdenlauf, 75-m-Lauf für Damen, 4 x 50-m-DamenstaffeI und 800-m-Lauf. Am Schauturnen beteiligten sich über 1500 Turner und Turnerinnen. Durch Spezial- Übungen taten sich besonders die Makkabi vereine von Sofia, Rustschuk und Plovdiv hervor. Ehe vorgeführten Uebungen bewiesen, auf welch hoher Stufe das Turnen in Bulgarien steht NEUES LAND, FRIEDLICHER AUFBAU! Zar Rosdi Hasüianah-HKfion Kundgebungen der Verbände und Parteien IV. Die Ansiedlung auf nationalem Boden in Erez-Israel ist eine Bedingung für das Bestehen der Chaluzbewegung. Es ist kein Zufall, daß die zionistische Jugendbewegung von den ersten Anfängen an mit dem Keren Kajemeth aufs engste verbunden ist. Das Siedlungswerk der Arbeiterschaft ist ohne den KKL nicht denkbar. Für die Arbeiterschaft Erez-lsraels ist der KKL der Fonds des sozialistischen Aufbaus. Chaiuzim, junge Zionisten, stellt Euch dem Keren Kajemeth zur Verfügung! Seine Zukunft ist Eure Zukunft! Hechaluz Deutscher Landesverband v. Mutter Erde — Mutter Land — Mutterland! Land der Mütter, Land der Väter — Vaterland! Hunger nach Land, Gier nach Landbesitz führen im Staate zu Unterdrückung und Ausbeutung, Im Völkerleben zu Imnerialismus, zu Blut und Krieg. Friedlicher Bodenerwerb sichert dem Volke die Grundlage für nationale Kolonisation, für nationale Kultur; pöndtration pacilique führt zur staatsrechtlichen und völkerrechtlichen Anerkennung. So werden die Zelte Jaakobs, die Wohnstätten Israels wieder geschaffen. Auch der Bodenerwerb muß unter dem Zeichen planvoller, politischer Arbeit stehen. Eine Gefahr ohne Garantien privatrechtlicher und öffentlich-rechtlicher Art — wird er zum nationalen Segen, wenn er mit der Verbreitung der Rechtsgrundlage fortschreitet. Schaffet Rechte und erwerbet Boden! Dann wird der Boden zum ewigen Besitze — Keren Kajemeth — des jüdischen Volkes werden! Max Kollensdier Unabhängige Allg. Zionisten Äße Programmnummern wickelten sich In voller Ordnung ab und wurden mit großer Pünktlichkeit und Genauigkeit vorgeführt. Die anwesenden Pressevertreter und die Delegierten des Turnverbandes ״Junak“ gaben wiederholt ihrer großen Zufrkdenheit Ausdruck. Alle Behörden ließen sich vertreten. Minister Danailoft vom jetzigen Kabinett Liaptscheff war bis zum Ende der Spiele anwesend und drückte wiederholt seine große Begeisterung über die schönen Leistungen aus. Mehr als 20 000 Zuschauer waren anwesend und folgten mit stürmisehen! Beifall allen Darbietungen. Am Schluß des Programms marschierten alle Vereine geschlossen im Stadion auf, und der Vorsitzende des bulgarischen Makkabikreises, Albert Kiosso, hielt eine zündende Ansprache, welche durch Megaphone über den riesigen Platz verbreitet wurde. Als er mit den Worten endete: ״Auf Wiedersehen im Jahre 1932 zur Makkabiah in Erez-Israel, zusammen mit unseren Turnbrüdern und Gesinnungsgenossen aus der ganzen Welt!“ wollten der Jubel und die Hedad-Rufe kein Ende nehmen. Nach dem Rückmarsch durch die festlich belebte Stadt, die ganz unter dem Eindruck dieser jüdischen Kundgebung stand, wurden im Hofe der jüdisehen Zentralschule die Preise verteilt. Den 1. Preis bekam Makkabi Sofia in Gestalt eines wertvollen Bechers, den das mazedonische Nationalkomitee gestiftet hatte, den zweiten Preis erhielt Makkabi Rustschuk, gestiftet vom Verband der Zionisten-Revisionisten, den dritten Preis bekam Makkabi Plovdiv in Gestalt einer silbernen Menorah vom Konsistorium, den vierten Preis Makkabi Varna in Gestalt einer Fahne, gestiftet von der Zionistischen Organisation in Bulgarien, und den fünften Preis Makkabi Pleven von der Sofioter Jüdischen Gemeinde. Die anderen Vereine erhielten kleinere Geschenke. Der beste Turner, Nissirn Pardal vom Makkabi Rustschuk, und der Sieger in der Leichtathletik, David vom Makkabi Sofia, erhielten als Geschenke je eine wertvolle goldene Uhr. Am gleichen Abend fand ein offizielles Bankett statt, an dem außer vielen bekannten Persönlichkeiten Minister Danailof t als Vertreter der Regierung teilnahm. Ebenso waren alle jüdischen Institutionen vertreten. Die Zahl der Teilnehmer am Bankett betrug 220. Unter den Festrednern befanden sich Chaim Farchy, Mitglied des Aktions-Comites und Ehrenpräsident des Makkabi in Sofia, die Vertreter vom bulgarischen Turnverband ״Junak“, van der bulgarischen nationalen Organisation ״Kubrat“, sowie von allen jüdischen Institutionen und Vereinen. Um 1 Uhr nachts wurde das Bankett in feierlicher Stimmung geschlossen. Die bulgarische Presse bezeichnete das ganze Fest als außergewöhnliches Ereignis und lobte besonders die einwandfreie Disziplin des Makkabiverbandes. Einige Zeitungen gingen sogar so weit zu erklären, daß niemand den Juden in Bulgarien so etwas zugetraut hätte und daß die Resultate alle Erwartungen übertroffen hätten. Ein seriöses Blatt schrieb sogar, daß die Vorführungen auf jedem europäischen Stadion mit Ehre bestehen könnten, da sie in bezug auf Kombination und Ausführung als glänzend bezeichnet werden könnten. Das Tagesgespräch unter den Juden und einem großen Teil der Bulgaren ist das Turnfest des Makkabi- Der Makkabiverband ist durch diese Festtagung so populär geworden, wie er dies sonst nur nach jahrelanger Arbeit hätte erreichen können. Auch für die ganze jüdische Bevölkerung ist dieses Fest von sehr großer Bedeutung gewesen. Im wesentlichen war es eine große Demonstration für die zionistische Idee. Eine bekannte Personlichkeit äußerte: ״Wenn das bulgarische Judentum Hunderttausende von Lewa ausgegeben hätte, wäre es nicht möglich gewesen, die ganze Presse zu bewegen, in solcher Weise über die Juden zu schreiben, wie dies durch das Turnfest des Makkabi gelungen ist“ J e r o h a m. Palästina. Der Makkabi Erez-lsrgei veranstaltet zurzeit einen fünf Wochen dauernden Vortornerkursus in Tel-Awiw. An diesem Kursus, der von guten Fachleuten geleitet wird, nehmen. 35 ausgewählte und besonders geeignete Mitglieder aller Palästinensischen Makkabivereine teil. Die Teilnehmer wohnen in einem eigenen Zeltlager. Die Disziplin ist musterhaft. Gelehrt werden: Turnen, Leichtathletik, Schwimmen, Boxen und Jiu-Jitsu. Alle Fächer werden praktisch und theoretisch unterrichtet. Außerdem finden Kurse in Pädagogik und Anatomie statt. Der Kurs wird durch Prüfungen beendet. Die Absolventen erhalten Diplome. Vom Kongreß der U. U, J. J. in Genf. Der dritte Kongreß der Union Universelle de Ia Jeuness Juive faßte den Beschluß einer möglichst engen Kooperation zwischen der U. U. J. J. und den Französischen und Schweizer Gruppen des Makkabiweltverbandes. Wenn durchführbar, sollen an den verschiedenen Orten die leitenden Menschen Mitglieder beider Organisationen sein. Schweiz. Bei den Schweizer Leichtaihleten-Meisterschaften wurde der Jüdische Turnverein Zürich im Schweizer Makkabikreis beim Hochsprung Sechster mit 1,70 m. Der Erste sprang nur 1,77 m. Die Meisterschaften wurden in Baden ausgetragen. Beim städtischen Spiel- und Stafettentag in Basel wurde der Jüdische Turnverein Basel Zweiter in der 4 x 100-m-Staffel. In der 10 X 80-m-PendeIstaffe! wurde der J. T. V. Basel Vierter unter 28 Teilnehmern. Deutscher Kreis Bar Kochba-Hakoah Berlin. Fußball: Hakoah I gegen Cimbria I 5:3. Letzten Sonntag stand unsere I. Mannschaft im Verbandsspiel dem S. C. Cimbria gegenüber und konnte einen Sieg von 5:3 herausholen. Wir mußten auf einige bewährte Kräfte wie Kestenbaum, Fuß und Weiß verzichten, stellten jedoch in dem Juniorenspieler Gelernter und weiter in Fink und Horowitz recht tüchtigen Ersatz ein, welcher sich auch sehr gut bewährte. Die erste Halbzeit stand vollkommen im Zeichen unserer Ueberlegenheit, was sich auch in dem Halbzeitresultat von 4:1 für uns auswirkte. Je zwei Tore, von Hilkowitz und Gelernter erzielt, gaben unserer Ueberlegenheit Ausdruck. Nach Halbzeit versuchte der Gegner mit aller Macht und auch durch unfaire Spielwcise Tore aufzuholen. Nachdem uns noch ein fünftes Tor durch Wachs geglückt war, machte sich die scharfe Spielweise von Cimbria geltend. So waren wir gezwungen, den Rest der Spielzeit mit 10 bzw. 9 Mann durchzuspielen. So gelang es unserem Gegner, durch einen Elfmeter und ein weiteres Tor das Resultat etwas günstiger für ihn zu gestalten. Die 1. Juniorenmannschaft konnte wiederum durch einen überlegenen 8: 0-Sieg über ״Falke“ ihre führende Position behaupten. Auch die 1. Jugendmannschaft konnte einen 5:1-Sieg über Favorit erringen. Ebenso waren die Schülermannschatten weiterhin sehr erfolgreich. Am Sonntag, dem 21. September 1930, spielt unsere I. Mannschaff gegen Concordia-Wilhelmsruh in Berlin-Rosenthal, verlängerte Niederstraße. Spielbeginn: 3,30 Uhr. H. R. Bar Kochba Hamburg. Hockey: Bar Kochba 1. Damen gegen H.S. V. 1. Damen 3:2 (1:1). Die Damen spielten über alles Erwarten ganz hervorragend; man merkte, daß während der Sommermonate eifrig trainiert wurde. Das Stellungsspiel ist gut, auch stocksicherer ist die Mannschaft geworden. Sehr schnell ist der Sturm, der jede sich bietende Gelegenheit ausnutzte. Die H. S. V. 1. Damen sind technisch sehr gut, ihre Läuferreihe war der unsrigen etwas überlegen. — Die Mannschaft trat in folgender Aufstellung an: