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Jüdische Rundschau · 1929-01-04 · Heft 1 (4.1.1929) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIV (1929)
Issue
Heft 1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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r Seite 4 JUEDISCHE KUN0SCHAU Nr. I, 4.L 1828 Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina Eine von einem Komitee einberufene Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina in Deutschland wurde am 29. Dezember 1928 in Berlin im Bürgersaale des Rathauses in Anwesenheit von etwa 700 Personen eröffnet. Unter den Gästen befand sich auch der Vorsitzende der Z. V. f. D. Kurt Blumeiifcld und das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Felix Rosenblüth, ferner eine Reihe von Persönlichkeiten der sozialdemokratischen Bewegung. Die Mehrheit des Publikums bildeten Angehörige der zionistisch-sozialistischen Parteien und Jugend verbände. Den Vorsitz führte Fritz Naftali, der nach einer kurzen Begrüßung zunächst dem Vertreter der jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas (Histadruth), Josef Sprinzak, das Wort erteilte. Sprinzak hielt eine programmatische Anspräche in hebräischer Sprache. Er betonte, daß die jüdische Arbeiterschaft Palästinas in dem heutigen kritischen Zeitpunkt mit einer Forderung an die jüdische Oeffentlichkeit herantrete. Die jüdische Arbeiterschaft ringt um die Lösung eines Problems, das das Problem des ganzen Volkes ist, und niemand habe das Recht, dieser Bewegung gegenüber indifferent zu bleiben. Zwar behauptet die Arbeiterschaft nicht von sich, daß sie die Lösung der Judenfrage fertig mitbringt, aber sie glaubt auf dem rechten Wege zu sein, um morgen oder übermorgen diese Lösung zu finden, deren Grundgedanke nur sein kann; die Schaffung eines arbeitenden Volkes, dessen Lebensbasis Palästina bildet. Es gehe heute darum, alle Kräfte zu »pbilisleren, damit in kurzer Zeit aus den 30 000 jüdischen Arbeitern Palästinas 100 090 werden. Dies ist zu verwirkliehen durch neue Immigration, großzügige Kolonisation, Erlösung des Bodens, Fundierung der Aufbauarbeit im Geiste der Gerechtigkeit, Herstellung guter Beziehungen mit den arabischen Landesbewohnern, Verhandlungen mit dem öffentliehen und privaten Kapital, Festigung unserer Position in der internationalen Politik usw. Redner spricht zum Schluß den Wunsch aus, daß In dieser Konferenz und überhaupt in den der palästinensischen Arbeiterschaft sich nahefühlenden jüdischen Gruppen die schöpferische Unruhe entstehe, die die palästinensische Arbeiterschaft beseelt. In diesem Zeichen müsse die Bewegung in der Diaspora erneuert werden. Das Hauptreferat des Abends über das Thema ״Warum muß der Aufbau Palästinas sozialistisch sein“ erstattet Dr, Martin Buber. Bobers Referat Buber erklärt zunächst, die Formulierung des Themas sei ungenau, denn der Aufbau Palästinas muß nicht sozialistisch sein, er soll es nur sein. Im heutigen Augenblick kann er es gar nicht sein, sondern wir müssen nur den Sozialismus so zu realisieren suchen, wie es von den Gesamterfordernissen der jeweiligen Aufbausituation aus möglich ist Die Hauptpostulate sind: das Gemeineigentum an Grund und Boden, die Selbstarbeit und das freie Bestimmungsrecht der Siedler in bezug auf die soziale Form der Siedlung. Diese drei Hauptpostulate können aber im gegenwärtigen Zeitpunkt gar nicht ausschließliche Geltung beanspruchen. Denn der Aufbau Palästinas besteht aus zwei notwendigen Komponenten, die eine ist die der Volksinitiative, die andere die der fndividualinitiative. Wir können nur für die Volks- Initiative-Komponente eine zentrale Geltung der drei Postulate verfangen, wo sie freilich zum Gelingen notwendig sind. Den« der nationale Aufbau muß jede Bodenspekulation verhüten, ermaß ferner auch die Nachkommen der Siedler an das Land fttyeto und er bedarf dritten» eines gleichmäßigen ׳ yt>h43׳׳halaeinv:4, h. יי ist notwendig»,-die ,sotial#. AttrAivitit dieser Arbeit zu erhalten. Aber auch die Oeslchtspunkte des nationalgesinnten Unternehmers sind in Palästina nicht dieselben wie in anderen Landern, denn dieser Unternehmer ist interessiert an der menschlichen Qualitat seiner Arbeiter und er wird auch wissen, daß die soziale Spannung keinen Höhepunkt erreichen darf, wenn sie nicht das ganze Kolonisationswerk gefährden soll. Eine solche Durchbrechung des sozialen Gesetzes ist natürlich nur möglich, wenn es einen jüdischen Kojonisationswillen gibt, der sich in der ganzen Breite der Realität auswirkt. Durch ihn kommt zwischen die beiden Pole des ״Rentenhungers“ und der ״Rentenaskese“ ein Drittes, nämlich spezifische Verantwortung, die der Prüfstein des Kolonisationswillens ist. Buber geht dann auf die grundsätzlichen Fragen über, die sich für den Sozialisten aus den erwähnten drei Postulaten ergeben. Die Frage sei, ob diesen Postulaten eine tatsächliehe sozialistische Verwirklichungstendenz innewohnt. Dies gelte insbesondere von dem dritten Postulat, das in seiner äußersten Zuspitzung das Problem der Kwuzah ist. Redner betont, er persönlich sei nicht überzeugt, daß die Kwuzah die Realisierung des Sozialismus ist. Diese Frage könne nur durch das Experiment beantwortet werden. Jedenfalls sei die Auffassung, es genüge, eine starke Arbeiterschaft nach Paiästlna zu setzen, die dann auf dem Wege der Reform, des Klassenkamnfes oder der Revolution den Sozialismus verwirkliehen werde, geradezu für verhängnisvoll. Die Frage des Sozialismus ist m Wahrheit die nach dem Zusammenleben der Menschen in Gemeinschaft, und gerade in diesem Punkt versagen die üblichen sozialistischen Programme. Es ist ein Aberglaube, daß die Realisierung eines Zweckes unabhängig ist von den angewandten Mitteln. Die Rückwirkung der Mittel auf den Zweck ist eines der herrschenden Gesetze der Geschichte. ״Meine Befürchtung geht dahin, daß, wenn nicht jetzt und hier verwirklicht wird, soviel wir vermögen, es kein Dann und Dort der Verwirklichung geben wird.“ Als Beispiel für diese These bespricht Redner dann den bolschewistischen Zentralismus, der die Parole der Ab- Schaffung des Staates ausgegeben hatte, und geht dann über zur Betrachtung des wirtschaftspolitischen Hauptproblems, nämlich der Entwicklung des Weltmarktes, die mit Notwendig- Reit zu einer Intensivierung der Landwirtschaft in allen Ländern führen muß, die nur in gemeinwirtschaftücher Form möglieh sein wird. Dann wird sich zeigen, daß die Fragen der landwirtschaftlichen Genossenschaft, die heute in Palästina so aktuell sind, von größter Bedeutung für die ganze Welt sind, so daß in Palästina ein experimenteller Vorposten der großen abendländischen Entscheidungen besteht Dasselbe gilt für die Fragt der Arbeitsform des Menschen Innerhalb der modernen Technik, wo es sich nicht darum handelt, auf Rationalisierung der Wirtschaft zu verzichten, sondern darum, diese zu vermenschlichen. Dieses soziale Pioniertum Palästinas ist drittens zu erweisen an dem Problem von Zentralismus und Dezentralismus. Wenn Sozia’ismus wirkliche Gemeinschaft zwischen Menschen bedeutet, dann müssen die miteinander lebenden Gemeinschaften eine Autonomie erhalten, die so weit geht, wie die Anforderungen der Gesamtheit es erlauben. Die Grenze Ist nicht in prinzipiellen Formulierungen festzusetzen, sondern es ist eine -Frage der Abgrenzung der tag* liehen Verwirklichung der Dezentralisation, eine Frage der täglich neu zü ziehenden Demarkationslinie. Hier haben wir wieder das Problem der Kwuzah. Wir sehen in der heutigen Weltpoiitik zwei Versuche, über die Politik des falschen Parlamentarismus, die ein Leben *1מי der Hand ln den Mund Ist« hinauszukommen, nämlich Moskau und Rom. Auf der einen Seite die ideologische Diktatur, auf der anderen Seite die antiideologische Diktatur. Die große Frage, die vor uns steht, ist: Olbi es in diesem Sinne ein ״Jerusalem“? Ist das, was wir dort mit lächerlieh geringen Mitteln unternehmen, ein Einsatz in der Welt• fesrfuchte? Der wirklichen Weltgeschichte, die nicht von rfolgen, sondern mit geheimen Zeichen geschrieben wird, aber einmal aufleuchtet und sich erweist? Und vielleicht erweist es sich weltgeschichtlich, daß alles, was man in der Sprache der heutigen Politik ״Erfolg“ genannt hat, in Wahrheit Mißerfolg war, Maskierung des wirklichen Mißerfolges, des Scheiterns dessen, was gemeint war. ln diesem Sinne stellen wir die Frage, ob es ein Jerusalem gibt, das man nicht neben jene Städte stellen kann, sondern ihnen gegenüber. Die Arbeit in Palästina steht unter einem anderen Zeichen als die in Rom und Moskau, und zwar in dem Punkte, daß hier die Idee ein lebendiges Bild ist und wirkt Nicht eine Ideologie, die jenseits des Landes und Volkes konzipiert worden ist, sondern herausgeholt aus der Wirklichkeit des Sobeschaffenseins dieses Landes und dieses Volkes. Jene drei Postulate des palästinensischen Sozialismus sind alle drei nicht ideologisch konzipiert, sondern aus einer Begegnung der unsterblichen Idee Israels mit der Wirklichkeit des Aufbaus dieses Landes entstanden. Es ist falsch, wenn man den Aufbau Palästinas einfach ״dem Leben überlassen“ will, ohne ideelle Beschränkung. Aus einem solchen Zionismus kann nichts werden. Man will unsere Anschauung oft dadurch lächerlich machen, daß man sagt, wir stellten diesem Lebens- Zionismus, diesem ״S i m s o n - z f o n I s m a 8", einen ״Kultur- Zionismus“ gegenüber. Kultur ist aber nicht etwas, was man sich vomimmt, sondern ein Nebenprodukt eines rechtschaffenen Volkslebens. Nicht Kultur-Zionismus fordern wir; sondern Werk-Zionismus, Aufgaben-Zionismus, Verwirklichungs• Zionismus. Es gibt etwas, was von Israel verwirklicht werden will; es ist immer noch das Eine, wenn es auch heute In den Sprachen unseres Tages neue Begriffe gefunden hat. Verwirklichung aber gibt es nur in der ganzen Breite und Fülle der von den Menschen gelebten Gemeinschaft In diese« Zusammenhange müssen wir erkennen, daß die Arbeiterschaft der wahre Träger des Zionismus ist. Und die Arbeiterschaft muß erkennen, daß sie an dieser zentralen Stelle die wahre Verantwortung für den Aufbau hat. * fm Anschluß an Dr. Bubers Referat sprach Josef Baratz (Daganniah) über die Probleme der Kwuzah. Wir, werden in einer der nächsten Nummern eine« Auszug des Referates wiedergeben. Damit war die Abendsitzung geschlossen. In der Sonntag-Sitzung führt« Arnold Zweig den Vorsitz. Das erste Referat über sozialistische Wirtschaftspolitik in Palästina erstattete Fritz KaftalL Er setzte zunächst auseinander, warum ein jüdischer Sozialist, auch wenn er an dem sozialistischen Kampf im eigenen Lande aktiv teilnimmt, zugleich verpflichtet ist, das Aufbauwerk der palästinensischen Arbeiterschaft zu unterstützen. Der jüdische Sozialist hat gewissermaßen an zwei Fronten des Sozialismus zu kämpfen, innerhalb seines Landes und innerhalb seines Volkes. Uebergehend auf die Aufbauprobleme Palästinas, betont der Redner, daß die Arbeiterschaft stets für eine Verbreiterung der Basis des Aufbaus eingetreten ist, auch wenn dies wirtschaftlich unvernünftig schien oder wenn die eigenen soziale« Ideale dadurch bedroht sind. Als Sozialiste«, sagt Redner, bejahe« wir den Wert des Kapitals für Palästina und sind dafür, daß möglichst viel Kapital ins Land strömt, wobei wir jede« Tag ringen wolle« am das Maß sozlaistteh«f״Verwlrkli.eW^,-.-#a*»»lt»';«ftrili^«a,--,«dlgttAl. ist. Die Formen der sozialistischen Verwirklichung werden sich Indem, wenn mehr Kapitalisten komme«. Der Redner umreißt dann im Einzelnen die Gebiete der sozialistischen Wirtschaftspolitik. Er führt aus, daß auch weiter eine positive Landwirtschaftspolitik Im Vordergrund stehen muß. In bezug aut Gewerbe und Industrie meint er, daß wir in nächster Zeit keine Großindustrie haben werden, sondern höchstens mittlere Betriebe. Die einwandernden Kapitalisten seien kein reiner Kapitalistentyp, da sie aus außerökonomischen Motive« ins Land kommen. Solange der Sozialismus nichts anderes bedeutete als Begeisterung für die Kwuzah, waren fast alle Zionisten Sozialisten. Wenn es sich aber um nüchterne Dinge handelt, wie Anerkennung der Gewerkschaft, Arbeitsgesetzgebung, dann kann man sich auf die Zionisten, die nicht Sozialisten sind, nicht verlassen. Darum Ist heute eine Organisierung der Sozialisten erforderlich. Redner erklärt seine Zustimmung zu Bubers Forderung, daß es auf die Verwirklichung ״jetzt und hier“ ankommt. Auch darin stimmt er mit Buber überein, daß es aut die Mittel ebenso ankommt wie aut das Ziel; man könne z. B. nicht mit dem Mittel der Gewalt eine sozialistische Gesellschaft aufbauen. Doch unterscheide er sich von Buber in der Ein- Schätzung dessen, was Verwirklichung ist. Arbeiterschutz, Regulierung der Arbeitszeit, neues Arbeitsrecht, neue Betriebsformen usw. sind auch Elemente sozialistischer Verwirklichung; darum sehe ich, erklärt Naftali, in der Welt der Gegenwart nicht nur in Moskau und Rom neues Werden, sondern auch In dem, was in Europa und Amerika dazwischenliegt. Das Schema des Klassenkampfes Ist nicht aus anderen Ländern auf Palästina übertragbar. Palästina ist ln einer besonderen Position schon dadurch, daß die Arbeiterschaft die Klasse, gegen die sie kämpft, benützt, um die Mittel zum Aufbau zu bekommen. Dies Ist notwendig, aber wir müssen auch wissen, daß hier ein Sond c rf all vorliegt, und als Marxisten dürfen wir nicht einfach Formeln übertragen, denn Marxist sein heißt, überall aus der besonderen Lage der Verhältnisse die Taktik des Kampfes ableiten. Bei unserem sozialistischen Aufbau um Palästina handelt es sich darum, dem Gemeinschaftsgeist und der Schätzung der Arbeit im sozialen Leben Geltung zu verschaffen. Es gibt keine Gleichwertigkeit zwischen Kapital und Arbeit, sondern nur einen Primat der Arbeit. Das ist es, was das Palästina werk zu einer Kraftquelle für das Judentum und zu einer Quelle der nationalen Erneuerung macht. * Nach Naftali hielt Reraez ein Referat über die ko 10nisatorische Tätigkeit der Arbeiterschaft in Palästina, in welchem er darlegte, daß sich aus der Forderung jüdischer Arbeit beim Aufbau des Landes alle anderen Fordenmgen ableiten lassen. Nach Remez wurde die Debatte eröffnet, an der sich eine große Zahl von Rednern beteiligte. Hervorzuheben Ist die Rede von Julius Kaliski, der davor warnte, Theorien aus Deutschland zu übernehmen und eine Massenimmigration in Palästina fordert. Ein Klassenkampf sei in Palästina unmöglich, man müsse mit allen Mitteln den Aufbau des Landes beschleunigen. Im Gegensatz dazu konzentrierte sich Dr. S t e!' n b e r g, der die prinzipiell wichtigste Rede der Debatte hielt, auf die Problematik der ganzen Frage, die nach seiner Meinung darin besteht, daß die zionistischen Sozialisten mit den Mächten der heutigen Gesellschaftsordnung paktieren müssen. Der Zionismus sei heute nicht titopistlsch genug. Die führenden Menschen im sozialistischen Zionismus stellen sich nur einen Abklatsch europäischer Lebensformen als Ihr Ideal vor. Redner faßt seine Einwendungen In drei Punkte« zusammen. Seine erste Forderung wir* daß die ziotilstische Arbeiterschaft sich vom Zionismus loslöst, die zweite Forderung ist unbedingte Verständigung mit den Arabern und die dritte Forderung ist eine Verknüpfung des Palästina- Aufbaus mit dem ganzen Volksleben durch das Medium der, Lehre. Mit Recht konnte der nächste Debettenrcdner, Alfred Berger, hervorbeben, es sei ein eigentümlicher Vorzug dieser Konferenz, daß sie Männer so verschiedenartiger Anschauung wie Kaliski und Steinberg vereinigt Die Debatte wurde tun Nachmittag fortgesetzt und durch ein Schlußwort Von Dr. Buber, der sich vor allem mit Steinberg auseinandersetzte, abgeschlossen. Vor Bubers Schlußwort hieß noch Rubaschow ein Referat über die Weltkonferenz für das arbeitende Palästina, sowie über die Notwendigkeit einer intensiven propagandistischen und organisatorischen Arbeit der Liga. Im Anschluß hieran wurde folgende Resolution angenommen: Die Konferenz nahm folgende Resolution an: Entschließung. ״Die am 30. Dezember 1928 In Berlin tageade, tos «Ile« Teilen Deutschlands beschickte Konferenz der Freunde des arbeitenden Palästina begrüßt den Ruf der jüdischen Arbeiter* schaft in Palästina zur Sammlung aller jüdischen Kräfte in der Welt, die das Werk des Aufbaus In Palästina in »adaüsti-1 schein Geiste zu fördern gewillt sind. י Der Aufbau ln Palästina ist nicht nur eine allgemeine! jüdische Aufgabe, sondern auch eine Aufgabe von aflgemei«; sozialistischer Bedeutung. Es gilt hier produktive Kraft« zu entfalten in neuen sozialen Formen, es gilt das Beispiel einer nationalen kolonisatorischen Arbeit zu geben, die sich frei hält von der Ausbeutung und Unterdrückung der Bevölkerung anderer Nationalität, es gilt innerhalb aer neuen jüdischen Heimstätte die Kräfte der Arbeiterschaft gegenüber ander* gerichteten sozialen Kräften zu unterstützen. j Die Konferenz, überzeugt von der notwendige« V*f•j bind un g der nationalen und der sozialen Er-! neuerung im Palistlnawerk, erklärt Ihre Bereit» schaft zur Mitarbeit an dem Werk der Vorkämpfer in Palistina. Sie will zu diesem Zweck die Vorbereitungen für eine, Weltkonferenz der Freunde des arbeitenden Palästinas fördern und zunächst die Gleichgesinnten organisieren. Solidarität mit der palästinensischen Arbeiterschaft will die Konferenz bekunden, innere Anteilnahme an der Aufbau* arbeit in Palästina In sozialistischem Oeiste sriB sie In mög- Hebst Weiten Kreisen erwecken.“ Resolutionen des % Bundestages des Zelre-Mlsradd Mr Deutschland 1. Abänderung da! 1. Artikels der Leipziger Verfassung. Der Zeiro-Miarachi ist dk Organisation im deutschen Misrachi, deren Monschau das Thora-Gesetz des jüdischen Volkes als für sieh verpflichtend anerkennen und entschlossen sind, sich als Träger des Ideals Thora «va Awodah haraasubilden und ihr» ganze Kraft für dio Verwirklichung dieses Ideal• im Aufbau Eros-Israels «insuaetses• 3. Der Bundestag de» Zeire-Misrachi billigt di« Eraehuagsarfceit der Zentrale, die sie durch die Errichtung das Brith liaooarschel Zeire-Misrachi k die Weg« geleitet hat, und beauftragt dis Leitung, die Organisation dm Brith Uanoar weiter austubauen. ־ 3. Der 3. Bundestag des Zeire-Misrachi erkennt di« Leistung des Po#l Uamitracbi an und verspricht, ihm tatkräftige Unter- Stützung un •einem schweren Kampf in Erez-Jisrael. 4. Das Prinzip der Selbstbesteuerung wird für dh Mitglieder äm Z**r#־MI1ra*|jI anerkannt mit der Maßgabe, daß in mm von «1m Zentrale festnuetiendeu Frist der Landasausscbuß zur Prüfling »einer PurchfQiirinrkeit. Zusammentritt. §.?©*»-' a% Bundeittg. de» Zrim-Miträdii *eriäsft *fee« außer- «deniib•* PiWertsntag^ des •«kutsch« Miw»«ht «tack* י»ו14*1#יrang dkl in ■ Frankfurt gefaßten Beschlusses hör, Umwandlung dar %. V, ft D. in eine territoriale Arbeitsgemeinschaft. Er biti diesen für schädlich. § Der a. Bundestag dm Zeire-Misrachi webe darauf hl*, daß jeder Misraehist •einer Pflicht gegenüber dem Karen Ilajessod nachzukommen hat, ן. Der 3. Bundestag des Zeire Misrachi betont die außerordentliehe Bedeutung des Keren Thora wa Awodah und verlangt von all« Mitgliedern aktive Mitarbeit. 8. Der 3. Bundestag des Zeire-Misrachi erklärt, daß •Be Chewerim und Quweroth, soweit möglich, zur Mitarbeit am K. K. L. verpflichtet sind. Die Gruppen werden angeregt, die Nachbarorte ihrer Städte bei den Aktionen mitzuerfassen. 9. Der *. Bundestag des Zaire Misrachi erklärt, daß die Resultäte der Danziger Konferenz, soweit sie sieh mit dm Verhältnis der Brith Olamith zum Misrachi haklali befassen, durchaus unbefriedigend sind. Weder ist in dem dort auf gestellten Budget di« im Prinzip anerkannte Gleichstellung der misraciusiischen Hauptarbeitsgebiete, nämlich Hitjaschwutb weawoda, Qsiaueh and Iniane Hadath zur Durchführung gelangt, noch ist es der Konferenz gelungen, einen Merkas zusainmenrustcllen, der da• Vertrauen der im Gesamtmisrachi vertretenen Richtungen besitzen kann. Er begrüßt als positives Ergebnis dieser Konferenz di« Besetzung eines unabhängigen Wirtschaftsressorts' durch einen selbständigen Leiter. Dio seit der Dtnriger Konferenz gemachten Erfahrungen be- »tätigen vollauf die Bedenken und Befürchtungen, die die Brith Olamith sowohl wegen der Zusammensetzung des gegenwärtigen Merkas als auch wegen der Wirkung der Danziger Beschlüsse auf die Gesamtbewegung bereit* *um Ausdruck gebrecht hat. Der Bundestag erwartet im Interesse der Gesamtbewegung vom bald einxuberufenen Waad Haroschi klare Beschlußfassuogen über die Stellung der Brith Olamith innerhalb der misrachistischen Weltorganisation, Der Bundestag erklärt lieh solidarisch mit der Hanhalah der Brith Olamith in ihrem Kampfe gegen die Verständnislosigkeit des Merkas Olamt für die Forderungen der Jugend und die innerhalb des Merkas Olaroi zutage tretende Gegnerschaft gegen den Poel Ilamisrachi, di« auch die Existenz der Gesamtbewegung gefährden. Der Kampf der Brith Olamith gegen den Merkas Olami^ dient nicht nur den Lebensinteressen der organisierten Arbeiterschaft in Palästina, sondern auch der Einheitlichkeit und der gedeihlichen 'Entwicklung de« Gesamtmisrachi. 10. Der 3. Bundestag des Zeire-Misrachi hält die straffe Organisation der Brith Olamith für unbedingt notwendig. Er betrachtet den Brith Olamith •chel Zeire-Hechaiuz Hamisrachi für die einzig legitime Vertretung der gesamten misrachisiiechen Jugend. Er dankt den kämt liehen Führern und Beamten der Brith Olamith für ibro aufopferungsvoll« und erfolgreiche Arbeit. Der deutsche Zeire-Misrachi verspricht der Brith Qiunith seine treueste Gefolgschaft and eifrigste Mitarbeit. n. Der 3. Bundestag des Zeire-Misrachi erachtet die Kenntnis där hebräischen Sprache als Voraussetzung der Verbundenheit!oft Erez-Jtsroel und als Voraussetzung für eine wabrtmfto Erfassung des jüdischen Kulturgutes. Es ist darauf zu dringen, daß jedes Mitglied entweder durch die Sprachschule *eines Ortes oder in anderer Weise tunlichst innerhalb der Gruppe Gelegenheit zur Erlernung das Hebräischen bat. Maß- *ahmen zur konsequenten Durchführung d es« Beschlusses sollen mit bindender Kraft von der Leitung angeordnet werden, 13. Der Sitz der neuen Zentrale ist Hamburg. Der Zentrale gehören an die Chawerim: Erich Michaelis aJs Vorsitzender, Emanuel Schorescbcwsky, Salo Weißberg, Chawera Paula ßealtiel. Ein fünftes Mitglied kann von der Zentrale kooptiert werden. 13. Der s. Bundestag des Zriro-Misracht erteilt dem Keren Thtof wa Awodah Dücharg».

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