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Jüdische Rundschau · 1928-06-01 · Heft 42-43 (1.6.1928) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXIII (1928)
Issue
Heft 42-43 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Doppebtammer 0,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, MeiaekeatraQe 10. Erscheint ieden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark■ %us׳ine1stbo11jnetx>«ots werdeo ia der Währ&utf der einzelnen Linder berechnet ^Nummer42/4^^^^^Ilerlin^^l^928 w₪₪₪₪₪₪₪m~*: zMfflwmrnmmmMmMmmmm iwns1 Anzeigen-Verwaltung Jüdische RundschauG.m.b.H.,Berlin W15, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Anzeigenpreis 3 ge«p®jLN60perefU«zeÜeör50G־־M.SteUnogest1elje 0,25 G.-M. Anzeigenschluß: D!«nst«g und *י reit«! oachmittag* 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 173Ü Für Österreich; Postsparkoaenamt Wie», Konto Nr. 156030 Für Tsehcchoalowakci: rosUparkaaaenamt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen: Postiparkassenamt Warschau. Konto Nr. 190708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. י״ג כיון. הרפ״ח | xxxm.Jahrg. ü>«8f tloaismu» entrcb» für da» Jüdisch« Volle Ule Schaffung •Inet öffentlich - mMllth gMldurHii HtlmillHt In Palästina. ״Basalar Programm." Der Breslauer Delegiertentag Die Eröffnungssitzung Der Delcgiertentag wird Sonntag, den 27. Mai, 11 Uhr 25 Min. vormittags, im Saale des Gewerksehaftshauses in Breslau durch drei Hammerschlägc eröffnet. Auf der Estrade haben die Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses Platz genommen. Der Präsident der Z, V. f. D., Herr Kurt Blumenfeld, führt den Vorsitz. 124 Teilnehmer und viele Gäste sind erschienen, die Galerien dicht gefüllt. Kurt Blumenfelds Eröffnungsrede: Seit einem Menschenalter arbeitet die Zionistische Organisation an der Verwirklichung ihres Programmes, an der Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Unser Werk ist schwierig, schwieriger vielleicht, als je ein Menschenwerk war. Ein Volk, das nicht einmal in allen seinen Teilen glaubt, daß es ein Volk ist, ein Volk, dem das Land fehlt, versucht, seine alte Heimat zu kolonisieren. Und dieses Werk vollzieht sich nun nicht unter allgemeiner Zu- Stimmung, nicht begleitet von der Sympathie aller Juden; es rang darum, Jahr für Jahr neue Menschen in seinen Bann zu ziehen, Mitarbeiter zu finden und Sympathien zu gewännen, aber noch ist es umkämpft und umstritten. Das Durchsetzen von Ideen ist schwierig, viele glauben noch, es handle sich um ein künstliches Unternehmen, um eine durch Propaganda erzeugte Sache. Ein Werk von solchem Ausmaß, zu dem so viele menschliche Kräfte gehören, kann nicht künstlich sein, es entspricht der inneren Notwendigkeit der Menschen, die das Werk tragen. Der Zionismus ist die Wiederaufnahme der Verwirklichung uralter Sehnsucht Er wäre als Idee vorhanden, auch wenn es keine Organisation gäbe, die dahinter stünde. Menschen kommen zu uns aus innerem Zwang, ihr Leben hat nur Sinn•״ dadurch, daß sie Zionisten sind. Und sie sind daran gegangen, etwas Gefährliches zu tun: eine Sache zu bauen, die man schjo, und a«w Imp, *fe .*•baffen .flifklleJttait, -Mjt .-iirt» ■ . W'lteiliii auf ״o mit*8t ׳«tartca» MeMtMtoSkift,' utn 1 über den Detail die Totalität zu sehen. Wir fingen an zu bauen, nicht Ausstellungshallen für den Augenblick, wir bauen von Grund auf. Die Bewegung mußte erst die geeigneten Menschen schaffen, die in das Land gehen können. Es handelt sich um eine radikale Umformung, nur umgeformte Menschen können es sein, die in einem Kolonialland unter großen Schwicrlgl.eiten von Grund auf ein neues Leben aufbauen. Da ist die Kritik leicht, denn es ist schwer für den Außenstehenden, über Grenzen hinweg zu blicken, die inneren Bedürfnisse und Wertverhältnisse einer fremden Weit zu begreifen, einer Welt, die im Werden ist Alle, die das Werk bekämpfen und vernlchten wollen, kommen und sehen Schwierigkeiten und bfcsonders in Zeiten, wo es Rückschläge, wo es eine Krise gibt, kommen sie in großer Zahl, um sich darüber klar zu werden, warum das Werk nicht gelingen kann. Alles wirklich Lebendige, alles Wirkende, erscheint aber im Werden außergewöhn־ lieh und unmöglich. Möglich erscheint und ist es für die, die daran glauben. Wer die Distanz des Ungläubigen hat, kann die Totalität unseres Werkes und seine inneren Triebkräfte kaum sehen. Freunde unserer Sache aber, die wir im Laufe der Jahre gewonnen haben, erhalten ihre tiefsten Eindrücke schon heute aus der Leistung, die in Erez-Israel vollbracht wurde. Sie kommen und sehen erstaunt, daß die neuen Menschen eine Realität sind und das neue Leben eine Realität obwohl sie das Werk mit allen seinen Unzulänglichkeiten sehen. Sie erleben die Echtheit unserer Sache dadurch, daß wir selbst mit Sorgfalt und Ernsthaftigkeit jede Schwierigkeit öffentlich erörtern. Das ist es auch, was unsere Tagungen so merkwürdig macht. Gläubige Menschen kommen zusammen, um ihre Kräfte der Sache zu widmen, und sprechen über alles, was diesem Werke fehlt; alles löst sich auf in einer Fülle von Einzelließen und Kritik, aber niemand verliert den Glauben. Das Schöne und Großartige zionistischer Tagungen liegt darin, daß Menschen sich der Verantwortung stellen, für das, was sie zu tun versuchen. Sie tragen diese Verantwortung, weil sie wissen, es gibt keinen anderen Ausweg für den jüdischen Menschen, Sie müssen diese Aufgabe erfüllen. Denn vor uns steht — und das ist der geistige Unterbau unserer Debatten — die Erkenntnis der allgemeinen Weltjudenfrage. Unsere Bewegung führt sich selbst immer wieder vor Augen, wie es um die jüdische Welt und die jüdische Zukunft bestellt ist Alles Jüdische außer Palästina hat bestenfalls Vergangenheit, aber weder Gegenwart noch jjlukunft. Diese Grunderkenntnis ist noch schwerer zu ertragÄ für die jüdische Welt als die Tatsache des PalästinaaufbaiJ. Die Konsequenz aus der unausweichlichen Einsicht zu ziehen, daß es ein Weltschicksal des Judentums gibt, ist oftfselbst für unsere Freunde schwer. Das Unerhörte will man am liebsten nicht hören. Man möchte gern eine Revolution des unbefriedigenden Lebens sieh vollziehen lassen, aber leise und unmerklieh. Man wünscht, daß das Außerordentliche wjrd, aber soll ohne Geburtswehen werden. Im Leben des Einzelnen kann medizinische Kunst alles Mögliche lindern und ändern. Im Leben der Völker entsteht alles nur unter furchtbaren Wehen und Qualen, sonst ist es nichts wert. Ist eine Sehnsucht echt und wird sie Tat, dann ist d:!3 nur möglich in der Form, daß die Träger der Bewegung iie ganzen Quälen der Ncuwcrdung erleben, daß jeder vom Glück und der Tragik der Bewegung durchschüttert wird — nur wer das fühlt, wird sein Leben einer Sache widmen können. Das ist es, was unseren Tagungen den Charakter gibt Gewaltsam vollzieht sich das Durchsetzen von Wahrließen. Wahrheiten sind eckig, schwer zu fassen. Auch bei den eigenen Anhängern besteht das Bedürfnis, sie abzubiegen, ungefährlicher, harmloser zu machen. Man möchte gern der eigenen Wahrheit entgehen. Jede Idee ist zu stark und groß für die, deren Lebenssinn sie ist Zionismus ist die jüdische Sache, vor der die Person des Trägers der Sache klein ist. Der Idee wirklich genügen kann niemand, der ihr ernst dient so ist es überall und war es immer, auch in anderen Bewegungen, die der Erneuerung unseres Volkes dienten. Wir Zionisten lesen mit neuen Augen unsere alte Geschichte, wir begreifen die Zeiten der Umwälzungen und an den Gestalten unserer großen Führer können wir die Probleme der Um- Schöpfung studieren. In Ihrem Wirken sehen wir den Widerstreit von Idee und Wirklichkeit und immer wieder auch den Kampf der Führer mit den Freunden der Sache um die letzten Konsequenzen der Idee. Die ״Grenzen der Propaganda“ sehen wir auch in der Vergangenheit — auch die Geschichte lehrt uns, daß es immer nur einen begrenzten Kreis derer gibt, die die Umwälzung begreifen und ihre Träger werden, die aber dadurch das Volk repräsentieren. Von dieser Minorität stammt des künftige Volk ab Was Zionisten zu Tagungen zusammenführt, ist der Drang, die Judenfrage nicht nur zu verstehen, sondern auch die Kon- Sequenzen aus ihr zu ziehen und Lösungswege zu suchen, Rechenschaft abzulegen über den Weg, der zu gehen ist Hier liegt vielleicht ein Geheimnis der Schönheit und der Wirkung unserer Zusammenkünfte. Zionist kann man nicht allein sein, der Zionist ist ein Glied seines Volkes, Tagungen sind Gelegenheiten, dieses Volksgefühl zu empfinden, das den Kreis derer trägt, die ernsthaft der Sache dienen. Man stützt sich gegenseitig, die Tagung selbst gibt uns ein Stück jener Kraft, 4! יp», ׳.?fett :1וו*ו#1||!מ : zu entgehen. Die ZhmättisÄhe Organisation tot auf ihrem Wege dieser Gefahr immer ausgesetzt gewesen und ihr immer wieder entgangen. Jahr auf Jahr treten wir zusäütihen, belastet mit all den Sorgen unserer Sache, erfüllt mit allen Hoffnungen unserer Zukunft, und wenh wir auch heute wieder das Unzulängliche unserer Arbeit fühlen und es darstellen werden, empfinden wir am stärksten die Größe der Sache, der wir dienen. In diesem Geiste wollen wir unsere Verhandlungen führen. Ich eröffne den XXII. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. (Lebhafter Beifall.) * Es folgen die Begrünungen Vorsitzender Blumenfeld begrüßt den anwesenden Vertreter des Oberpräsidenten und des Regierungspräsidenten Regierungsrat Dr. Langenhagen, den Vertreter des Polizeipräsidenten, den Vertreter der Stadt Breslau, die Gemeinderabbiner Dr. Hoffmann und Dr. Vogelstein, den Vorsitzenden und die Mitgiieder'des Vorstandes der Synagogengemeinde Breslau, den Vertreter der Repräsentantenversammlung Justizrat Kalisch, Vertreter des schlesischen Provinzialverbandes der Synagogengemeinden, Rechtsanwalt Foerder, den Vertreter des Rabbinerseminars, Dr. Lewkowitz sowie der übrigen jüdischen Organisationen und Instutionen, sodann die Vertreter des tschechoslowakischen (Finzi, Dr. Kahn, Thieberger) und österreichischen (Dr. Morgenstern) Zionistenverbandes. Blumenfeld teilte ferner mit, daß das Mitglied der Exekutive, Herr Felix Rosenblüth erst am Abend eintrifft und in der Montagssitzung einen Vortrag halten will, Dr. Martin Rosenblüth teilt mit, daß eine Reihe von schrittliehen und telegraphischen Begrüßungen zionistischer Verbände und Einzelpersonen eingetroffen ist, von denen er hervorhebt: Die zionistischen Landesorganisationen in Bnlgarten, Jugoslawien, Litauen, Memelland, Polen, Lettland, Westgalizien, Schweiz, Frankreich, Ostgalizien, Holland, Ungarn; ferner Jugendverband Zophim; einer der ältesten deutschen Zionisten Lazarus Friedman n (Mainz); Dr. Klee und Dr. Kollenscher (zugleich namens der Jüdischen Volkspartei); Dr. Ö1 s c h w a n g e r (Südafrika), der mitteilt, daß dort die Keren Hajessod-Aktion bereits £ 80 000 erbracht hat Ferner ist eine Begrüßung eingelaufen vom Direktorium des Keren Kajemeth in Jerusalem. Der Direktor des Keren Hajessod, Dr. Hantke, telegraphiert aus Jerusalem: Ich bedauere, an dem Delegiertentag der deutschen Zionisten nicht teilnehmen zu können, um so mehr als ich in den letzten Wochen Gelegenheit hatte, viele Besucher aus Deutschland, Zionisten und Nichtzionisten, hier zu begrüßen und den lebhaften Wunsch empfinde, Ihnen ein Bild von den tiefen Eindrücken dieser Gäste in Erez-Israel zu vermitteln. Der unmittelbare Kontakt mit unserem Werke im Lande erweckt stets bei allen, die unvoreingenomtr.cn und guten Willens sind, auch die verschüttetsten jüdischen Energien und macht alle Augenzeugen unserer Arhält zu Freunden unserer Sache. Es ist zweifellos, daß gerade die nächsten Jahr! von allergrößter entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des jüdischen Palästina sein werden. Ich bin Überzeug» daß der Delegiertentag der deutschen Zionisten, dem ich zugleich namens des Keren Hajessod-Direktoriums einen erfolgreichen Verlauf wünsche, Im Bewußtsein dieser Sachlage seine Beratungen führen wird. Hantke. Der Präsident der Zionistischen Exekutive, Nahum Sokolow, telegraphiert aus Paris: Durch wichtige Besprechungen mit unseren Freunden vom Komitee France-Palestine in Paris festgehalten, bin ich verhindert, Ihrer Einladung, der ich gern entsprochen hätte, zu folgen, in mehrfacher Unterhaltung mit Herrn Emile Vandervelde, der hier einen begeisterten und begeisternden Bericht über seine Reise durch das jüdische Palästina erstattet hat, konnte ich wiederum feststellen, welch tiefen Eindruck unser Werk durch seine menschlich und jüdisch erhabenen Tendenzen auf gerecht und vornehm denkende Repräsentanten der Kulturmenschheit übt. Nehmen Sie zu Ihrer Tagung meine besten Wünsche entgegen. Die Organisation der deutschen Zionisten bedeutet für unsere Sache einen Stützpunkt, dessen Wert in der ganzen zionistischen Welt anerkannt wird. Schalom! S o k o 1 o w. Der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Welzmann, telegraphiert aus New York: New Y o r k, 24. Mai. Zu meinem großen Bedauern kann ich nicht persönlich an Ihrer Tagung teünehmen. Ich möchte jedoch, wenn ich Ihre Tagung begrüße, zunächst der schönen Tage gedenken, die ich In diesem Jahre mit den deutschen Zionisten in gemeinsamer Arbeit verbracht habe. Ich möchte nochmals meinen Dank für die herzliche und brüderliche A. fnähme, die mir fiberall l!t..Dbi1ih41ila!111 ' Das hohe gttotige Niveau und die gesunde Grundlage des deutschen Zionismus haben auf ׳nach ׳ ehrt!« _ ׳|®rffhv:fSt* druck gemacht, und ich bin überzeugt, daß die von ihm ausgehende: belebende Kraft eine ständige aufsteigende Entwicklung der moralischen und materiellen Energien zur Folge Haben wird. Unsere Bewegung steht heute am Vorabend einer neuen Periode. Ich kann — nicht ohne eine gewisse Befriedigung — heute darauf hinweisen, daß Wir die Hauptschwierigkeiten der Krise überwunden haben, dank unserer eigenen Selbstbeherrschung, aber auch dank der bewundernswerten Ausdauer und Initiative unserer Arbciierschaft, sowie dem Selbstvertrauen des Jischuw und der Hilfe der Regierung. Die Aufgabe, die jetzt bei uns llc״', ist eine sorgfältige Vorbereitung des Bodens für neue produktive Tätigkeit auf einer gesunden Basis in einem größeren Ausmaß; wir müssen zunächst fortfahren in der Konsolidierung unserer Finanzen und unserer Kolonisation, gestützt auf den Rat der Experten und den Belstand der Jewish Agency-Kommission, die demnächst in London Zusammentritt. Die Exekutive ist mit allem Nachdruck bemüht, den Beginn einer Periode neuer Schöpferrischer Arbeit zu beschleunigen, indem sie neue finanzielle Quellen auf Grund systematischer Wirtschaftspläne zu erschließen sucht und zugleich unsere politische Position befestigt. Ich bin überzeugt, daß der Ruf zu erneuter Anstrengung auf allen Gebieten eine adäquate Antwort bei den deutschen Zionisten finden wird. Es ist mir schließlich ein Bedürfnis, meiner besonderen hohen Wertschätzung für Blumenfelds Führerschaft und ihre Erfolge Ausdruck zu geben. Schalom! W e! z m a n n. Das Wort erhält sodann Regierungsrat Dr. Langenhagen: Namens der Provinzial־ Staatsverwaltung und des Regierungspräsidenten danke ich Ihnen für Ihre Einladung und überbringe Ihrer Tagung die besten Glückwünsche. Ihre Tagung wird dazu dienen, Ihre Sache in der Oeffentlichkeit auch unserer Stadt in höherem Maße bekanntzumachen. Es handelt sich darum, für Ihr Volk eine Heimat zu schaffen, ohne welche die ehrwürdige Tradition des Judentums nicht bestehen kann. Dieser Aufbau ist eine schwierige Sache, die Zielsicherheit und Geduld erfordert Sie wird dadurch gefördert, daß die Probleme des modernen Judentums, deren vorzüglichstes der Zionismus ist der Oeffentlichkeit, auch der nichtjüdischen bekannt werden, damit dem Judentum die ihm gebührende Anerkennung und Billigkeit nicht vorenthalten bleibe. In diesem Sinne wünsche ich ihrer Tagung bestes Gelingen. Blumenfeld dankt für die Worte der Sympathie und betont, daß der Zionismus immer das Interesse der Oeffentlichkeit gesucht hat, weil er weiß, daß durch ehrliche und aufrichtige Aussprache die Lösung der Judenfrage günstig beeinflußt wird. Stadtrat Ziegon überbringt die Grüße des Magistrates der Stadt Breslau una des Oberbürgermeisters, der nicht in Breslau anwesend ist. Redner gibt der Freude Ausdruck, daß die Zionistische Vereinigung Breslau als Konferenzstadt ausersehen hat und hofft, daß sie mit der Gastfreundschaft Breslaus zufrieden sein wird. Ein großes Kulturziel kann nur mit großen Opfern und Anstrengungen erreicht werden. Redner vranseftt

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