Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXII (1927)
- Issue
- Heft 97 (6.12.1927)
- Date
- 1927-12-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Ephraim Moses Lilien 2× ep/1004392
- Max Brod 2× ep/1024844
- Ahad Ha'am 1× ep/1026162
- Alfred Nossig 1× ep/1035983
- Bertha Badt 1× ep/1028166
- Berthold Feiwel 1× ep/1020654
- Chaim Weizmann 1× ep/1009290
- Felix Weltsch 1× ep/1024145
- Jozef Israëls 1× ep/1026415
- Julius Rosenwald 1× ep/1005553
- Martin Buber 1× ep/1009258
- Max Liebermann 1× ep/1025314
- Sammy Gronemann 1× ep/1026100
- Sholem Asch 1× ep/1000021
- Stephen Samuel Wise 1× ep/1002817
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au Seite 680 Mi& Szold Ober die Aufgaben der neuen Palästina *׳ Exekutive Die Konferenz des United Ptlejtfne Appeal, «fte Code Oktober in Cleveland stattfand, bedeutete insofern ein Novum, als auf der Tagung einer Körperschaft, die nur zur Organisierung der Oeldsammlung für die verschiedenen Palästina-Zwecke geschaffen würde und die ihrem Wesen nach unpolitisch ist, diesmal grundlegende politische und. prinzipielle Fragen der zionistischen Arbeit erörtert wurden. Die Führer der amerikanischen Zionisten haben diese erste nach dem Kongreß sich bietende Gelegenheit benützt, um Ihre Anschauungen über die geschaffene Lage und die neuen Aufgaben einer größeren Oeffentlichkeit darzulegen.. Es muß auch berücksichtigt werden, daß die tausend Defegierten der U. P; A-Kanferenz gewissermaßen die Oeidgeber * repräsentieren, die ein begreifliches Interesse für die Art der Durchführung der politischen und praktischen Palästina- Arbeit haben. So ist auch die politische Resolution erkürlieh, die zum erstenmal auf einer derartigen Konferenz gefaßt wurde. Außer der politischen Rede Stephen Wise’s, die wir Schon behandelt haben, waren vor allem die Reden von Lipalcy und Miß Szold bemerkenswert, die jetzt — wie Oberhaupt ein genauer Verhandlungsbericht — in der neuesten Nummer von ״The New Palestiae“ im Wortlaut vorliegen. Llpiky wandte *ich gegen die übertriebene und zersetzende Kritik, die an der Palästina-Arbeit geübt wurde, würdigte gerecht das bisher unter schwersten Bedingungen Geschaffene, das darunter litt, daß Palästina immer wieder von der Diaspora im Stich gelassen wurde und seine Arbeit auf schwankenden, unregelmäßig einlaufenden Einnahmen aufbaute. Er«schilderte die durch die Verhältnisse notwendig gewordene Unionentierung und nannte die jetzt anhebende neue Epoche, die durch Anpassung an die Mittel, Konsolidierung und Vorbereiteng neuer Arbeit bestimmt Ist, den ״Dritten Vormarsch". Seine Rede war geeignet, viele Mißverständnisse aufzuklären, die über die Haltunjf der amerikanischen Zionisten im Umlauf waren. Von großer Bedeutung war die Rede von Mi$ Szold einem der drei Mitglieder der neuen Palästina-Exekutive, die aoebe« auch in Palästina eingetroffen Ist. Sie benutzte den Anlaß, um das Programm der Exekutive zu entwickeln und darzulegen, daß die Exekutive nicht aus Freude am Sparen die Einschränkungen durchführt, vielmehr sich der Härte und Qrausamkeit dieser Aufgabe, die man ihr aufgebürdet hat, bewußt ist Ja eindrucksvoller Weise machte sie klar, daß die Balancierung des Budgets nur die erste Vorbedingung zu neuem Vorwärtsschreiten der konstruktiven Aufbauarbeit ist Sie zeigte auch, daß sie wohl Verständnis hat für die Imponderabilien der Bewegung und betonte zum Schluß, daß die Zionisten und säumigen Zahler es sind, die die Schuld «n der heutigen Situation trag». Ihre Rede wir in vielen Punkten eine Antwortauf, die' Kritik, die'■in ׳ manchen zionistischen Lageru aa den Beschlüssen des , Basler jfuiSgneuen , Wir geben aus der Rede der Miß Szold die 101genden Teile wieder: ia Basel — führte die Rednerin aus — haben die amerikanisehen Zionisten durch Ihre Delegierten einem neuen System Eingang verschafft Ihre Vertreter taten das ihrige, um die in Palästina im Laufe der vergangenen 10 Jahre vollbrachte Arbeit einer Kritik zu unterziehen und zu zeigen, wie. die Methoden unserer Arbeit, soweit sie rieh als fehlerhaft herausfesteilt haben, modifiziert werden sollen. Ihre Delegierten amen zu dem Beschluß, daß es notwendig sei, ein amerlkanisches System in der Administration einzuführen. Sie beschlossen, daß wir In Palästina eine kleine Exekutlve haben müssen, mit konzentrierter Verantwortu ng für alle Ihre Maßnahmen und nicht eine Exekutive, die anderen gegenüber verantwortlich ist. Wir haben damit den amerikanischen Plan akzeptiert, in einem großen und weitverzweigten Unternehmen die Verantwortlichkeit so weit als möglich auf wenige zu konzentrieren. Der Kongreß hat also zunächst die Idee einer kleinen, verantwortlichen, unparteiischen Exekutive akzeptiert. Doch Ist dies noch keine volle Beschreibung dessen, was die neue Max Brods neuer Roman (Max Brod, Die Frau, nach der man sich sehnt P. Zsolnay Verlag, Wien 1027.) Erstes Qefühl: Ueberraschung. Dies ist nicht der Brod, den wir kenn». Nicht der Mann, der mit Tycho Brahe leidvoll und noch Im Unterliegen siegend um seinen Gott kämpft; nicht Jener, der int Reubeni ein heroisch großes piUf aus der Geschichte Judas unter den Völkern vor uns ftufrollt Weg Ist alles, was du liebtest, Weg, warum du dich betrübtest, Weg dein Fleiß und deine Ruh... Felix Weltsch, wohl der nachdenklichste unter den kritisehen Freund» Max Brods, hat mit Recht in dem verwirrend vielfarbigen Schaff» des Künstlers zwei große Triebkrifte am Werke gesehen: das Judentum und Eros, den ״Unbesiegt» im ״Kampf‘ . . . wie ihn die griechische Tragödie kennt Nicht Amor, der lächelnde Knabe; dies ist die furchtbare Gewalt der alten Sage — oder aber jene Hebe, die gewaltig wie der Tod ist und hart wie das Grab, wie der Sänger des Hohen Liedes sie erschaute. . . . Und dies ist die Brücke zwischen den beiden Leb»sströmen für Max Brod. Di» Buch handelt von nichts als Liebe. Ein osterreichiscber Offizier (ein wenig Stiefbruder der Schnitzlerscjben Helden) opfert alles um der Uebe willen: Beruf, Familie, Arbeit, Zukunft —• ja selbst die Frau, die ihn liebte; und muß doch am Ende erkennen, daß ״wir es nicht aushalten, wirklich zu lieben — wir sind zu schwach“. So prägt es das eine Motto dieses Buches. Aber das andere Motto (ein Wort von Emil Strauß) fügt hinzu: ״Trotz allem Können wir ja nicht umhin zu wissen, daß nur absolute Lösungen menschlich anständig sind.“ Streben nach der absoluten Lösung dieser unendlichen Frage und die endliche Einsicht von der ״Gebrechlichkeit aller menschlichen Anstalt»" — das ist das Thema des Exekutive sein toll ׳ Man hat dem Kongreß auch erzählt, was sie nlebt seht sotL Sie soll keine Exekutive von Experten sein. Die Aufgabe der neu» Exekutive soll es sein, geeignete Sachverständige heranzuziehen und ihre Arbeit m beaufsichtigen und zu fiat». Doch ist es nicht die Aufgabe der Exekutive, selber Experten In d« versehiedraen Zweigen unserer Arbeit zu sein. Die neue Exekutive hat die Aufgabe, alte Pflichten und Details unserer vielfältigen organisch» Arbeit, die Sie in Palästlna tun, in ihrer Hand vereinigen und am Ende des Jahres zu Ihnen zu kommen und Ihnen zu sagen: Innerhalb derjenigen Mittel, die Sie uns zur Verfügung gestellt haben, haben wir so und so Bewirtschaftet. Wir haben diejenigen Fehlbeträge gedeckt, deren Deckung Sie von uns verlangt hab«; das Budget ist ausgeglichen; doch wir kommen zu Euch auch mit einem methodischen Plan für konstruktive Arbeit in der Zukunft Wenn wir bei Beendigung unserer Arbeitsperiode nur mit einem baianciertenBudgetzu Ihnen kommen würden, hur mit dem Lob, daß wir sparsam waren — wobei wir sehr empfindlich in das Fleisch des lischuw zu schneid» hatten — dann würden Sie das Recht haben zu sag»; Ihr wäret nicht gute Verwalter unserer Fonds. Wir müssen weitergeh«. Wir müssen Sie in den Stand setz» auf Grund der Erfahrungen, die wir aus unserer Tätigkeit mit einem balanciert» Budget geschöpft haben, einen neuen konstruktiven Plan auszuarbeiten, wobei wir hoffen, darin dieHilfeder Experten zu finden, die kürzlich das Land bereist haben, und die als Resultate ihrer Reise uns bald ein» Bericht vorlegen werden, uns und unseren neuen Freunden in der Judenheit, die zusammen mit uns an unserer Arbeit teilnehmen werden. Sie sollen alle wissen, was dieses Budget bedeutet, dessen Einhaltung Sie von uns fordern. Dieses Budget heißt nichts anderes, als daß wir auf hören müssen, uns zu rühmen, daß wenigstens ein Land noch fürden wandernden Juden geöffnet ist. Kein Land der Welt, auch nicht unser Palästina, hat seine Tore heute für den wandernden Juden offen. Das also bedeutet ein balanciertes Budget. Miß Szold ging dann zu den Verhandlungen mit den Flügel- Parteien in Basel vor der Wahl der Exekutive über und betonte, daß die neue Exekutive es ablehnte, irgendwelche Versprechen zu geben und daß sie absolut unabhängig nach Palästina gehe. Auf die Schwierigkeit« der Arbeit eingehend, berichtete Miß Szold darauf von den telegraphischen Nachrichten über eine Intervention Dr. Weiztnanns zugunsten der Arbeitslosen in Tel-Awiw und drückte ihre Verwunderung darüber aus, daß Dr. Weltmann eine Entscheidung ohne vorherige Beratung mit der Palästina-Exekutive getroff» habe. (Auf diesen Vorwurf hat Dr. Weizmann bekanntlich in seiner Berliner Rede geantwortet Siehe auch unsere Ausführung» fm Leitartikel von Nr. 94. — Red. ״J. R.״) Sie fährt dann fort: Ich habe schon ausgeführt, daß es eine unserer Aufgab« Ist, die technisch geschulten und leistungsfähigen Minner zu finden, die die Leitung der Departements zu übernehmen haben, soweit solche noch nicht vorhanden sind. Um dies wirksam durchzuführen, werden wir in jedes Deoartcment gehen müssen und zu prüfen haben, ob seine Grundlage mit den durch uns bestimmten übereinstimmt Wir werdm vielleicht Arbeitszweige ausmerzen müssen, vielleicht andere hinzuzufügen haben; auch dies, wird ein Teil unserer Aufgabe sein. Auf der Exekutive liegt eine schwere Pflicht Wir müssen den rechten und den Haken FfQfef Ober- Wien»,' daß unser . Besiretii»», Leistnngrt'hlgkelt. herw.ffer Wir müssen beweisen, und müssen dabei Ihre Unterstützung hab», daß Leistungsfähigkeit, Sachkunde, Beherrschung der praktischen Fragen des organischen Lebens in Palästina, nichts zu tun naben mit, am allerwenigsten im Gegensatz steh» zu unserem Wunsch, die Ideale zu verwirklichen, die ln der zionistisch« Bewegung verkörpert sind und deren groß« Beltrasr zu dem modernen jüdischen Leben bilden. Nachdem Miß Szold die politischen Aufgaben der neuen Exekutive in Palästina gestreift hatte, ging sie zum Schul- Problem über und berichtete von d» zahlreichen Telegrammen, die sie in dieser Angelegenheit in Palästina erhalten hat; sie sagt: Was heißt es nun, sich innerhalb der Grenz» des Budgets zu halten? Heißt es, existierende Dinge zu zerstör»? Ein bitteres Beispiel ist gerade das Erziehungsproblem. Um die uns auferlegte Aufgabe der Reduzieruhg des Erzlehungs-Budgets einzuhalten, mußten sofort 73 Lehrer entlassen werden, wir von der neuen Exekutive fühlt», daß wir ein Messer in lebendes Fleisch stoßen, in etwas, das die Bewegung geschaffen hat Ja, das Erziehungs- System Ist älter als unsere Bewegung. Sie ist die Schöpfung der. erst« Pioniere, der Cbowewe Hem. Sie ist auch die Schöpfang des Lehrers, der monatelang kein Gehalt bekam und noch auf 10 ״/» dieses nicht erhaltenen Gehaltes verzichtete. Und was sind denn die Lehrergehälter in Palästina? Sie beginnen mit £ 9 monatlich und steigen innerhalb von 17 Jahren bis auf £ 18 monatlich. Wir alle lauf« die Gefahr, an ein Erziehungssysteta zu rühren, das mitBlutundNerven aufgebaut worden ist Doch haben wir keine Wahl. Wir haben die Aufgabe übernommen und müss» die Grausamkeit begehen, innerhalb des zu balancierenden kleinen Budgets Körper von Seele zu trennen. Die 75 Lehrer haben nun aas Heer der Arbeitelosen vermehrt. Und ich möchte Ihnen sagen, daß diese Lehrer in Palästina keine andere Arbeit finden werden; denn Palästina ist klein, und es gibt keine anderen Möglichkeiten. In dem Bericht über die Einnahmen des United Palestine Appeal haben Sie eine Sache nicht erwähnt: Die uneingelßsten VerpfUchtungserkllrungen» die sich nach vorsichtiger Schätzung auf U/s Ws 2 Mill. D0B, belaufen. Lösen Sie diese uneingelösten Verpflichtung« ein, und wir können unser Erziehungswerk aufrechterhalten. Geb» Sie mir die Gelder dieser uneingelöst« Verpflichtungen, und untere Arbeitslosen können zu konstruktiver Arbeit überführt werden: auch neue A nsiedlung können wir damit durchführen; geben Sie mir diese uneuigeiösten Verpflichtung«, die Tore Palästinaskönnen sich unse rem Volke wieder öffnen. Sie werden mir erwidern, ich könnte von Ihnen nicht die Einlösung nicht eingehaltener Verpflichtung» anderer verlangen. Doch betone ich, daß Sie Ihre Pflicht nicht voll getan haben. Ich wende mich an die Frau« in dieser Tagung: Gehet hinaus und bestehet auf Einlösung der Ver• pflichtungen. Damit allein könnt Ihr unsere Schande tilgen. Unsere finanzielle Lage bringt unserer Chaluz-Bewegung Entmutigung. Es ist unsere wichtigste Bewegung, in der sich junge Männer und Frauen aus Ost- und Mitteleuropa! auf ein Leben der Arbeit in Palästina vorberdtea. Alles was sie im Lande wünschen ist Arbeit Können Sie nicht versteh«, daß, wenn wir in diesem und im kommenden Jahre keine neue Ansiedlung vornehmen und wenn wir uns nur auf Konsoiidierung beschränken, sie ihren Mut verlier« und aufhören werden, sich auf Palästina vor»bereiten? Wir müssen die Tore Palästinas für sie öffnen. Wenn nicht, so wird dieses Ideal aus ihrem Gesichtskreis schwinden. Miß Szold verabschiedete sich von dm amerikanischen Zionisten mit einem warmen und dringenden Appell und mit der Forderung, der neuen Exekutive über das angenommene Budget hinaus die Möglichkeit zu neuer konstruktiver Arbeit zu gewähren. Sie betonte, daß die Exekutive vor harter, trockener Arbeit stehe; doch daß diese nicht weniger Idealismus fordere,als die Periode der romantisch« Poesie und der ersten Begeisterung. Jalimversamnlnng des American,Jewish Committee N e w Y o r k, 18. November. (J. T, A.) Aq» letzten Sonntag wurde unter dem Vorsitz von Louis Marshall die 21. JahresvfeF- Sammlung des American Jewish Comm ittee int Hotel Astor abgehalten. Mehr als 50 Mitglied« des Komitees an• verschiedenen Teilen der Vereinigten Staat« hatten stdr.at den Beratungen eingefunden. Zum Präsidenten wurde Louis Marshall wiedergewählt. Vizepräsidenten stad Dr. -Cyflir Adler und Julius Rosenwald, Schatzmeister tat Isaac M. Uilmarm. Marshall veriäs einen ausführlichen Bericht üb» die .taffe der / ״ Juden in allen Ländern und über die Tätigkeit dfeS-'AiJii^'titeU/: 2. B. in Amerika wegen der önwanderungsgesetze und in Ru- Exzesse interveniert hat Marshall sprach Sodann *ufef über' die Mission der auf Grand MfocrA&OtaÜriii' mit Dr. Welzmann gebildeten Jewish Agency-Kommisslon 'tun teilte mit, daß die von dieser Kommission ernannte» Sachverständigen, die alle Palästina bereits braucht hab«, Voraussicht* lieh bald ihren Bericht tertiggestellt haben werden. Auf Grund dieses Berichtes werden dann die Mitglieder der Jewish Agency-Kommission, die Herren Altreß Mond, Oskar Wassermann, Felix M. Warburg und Dr. Lee K. Frankel, eine Basis für die künftige Arbeit in Palästina feststeilen. t Steigen der Orangen-Preise Der zweite Transport der Palästinaoranfes wurde in Eng« land für 14—15 sh pro Kiste abgesetzt gegenüber nur 9—12 sh, die die erste Smdung erzielt hatte. Seit Beginn der Saison wurden nach Englaacf gegen 150000 Kisten Jaffaorangen verschickt, die zu einem Durchschnittspreise von 13—15 sh pro Kiste abgesetzt wurden. Da die Preise weiter ansteigen, konnte die letzte S«dung von 7000 Kisten palästinensischer Orangen in Liverpool zu einem Durchschnittspreise von 15—17 sh verkauft werden. Buches. Ein — Im Grunde — philosophisches Anliegen, das hier in einer Reihe von glänzend gesehenen Bildern aus Paris, Berlin, Lugano, Rom — nicht erledigt, sondern immer wieder in Angriff genommen wird. Hierin offenbart sich ohne Zweifel zum Teil große und bewußte Kunst des Schauens sowohl wie der Wiedergabe: ein neues ״Tempo“ der Darstellung, das schon allein wohl dem Buche zu einem groß» Erfolge auf dem Büchermärkte verhelfen wird. Schon wird man in Amerika auf diesen neuen Brod aufmerksam, der dem Verständnis des Publikums vielleicht rascher entgegenkommt als der schwerflüssige David Reubeni. Es gibt eine dunkle Stelle in unserm ״Lied der Lieder“, um dessen deutsche Uebertragung sich ja auch Brod gemüht hat. ״Gäbe einer die ganze Fülle seines Hauses um die Liebe — man würde ihn verachten und verspotten.“ Dies Buch ist nichts als die Antwort auf diesen Vers. ״Soll Ich es bedauern, daß ich um der wahr« Liebe willen meine Familie, meinen Beruf, meine Ehre, mein Lebensglück verspielt habe? Habe ich zu viel getan? Nein! Nie um Liebe zu viel!" so ruft der arme Held am Schlüsse aus. Und wir hören durch seinen Mund die Ueberzeugung seines Dichters, der einst in der Liebe das ״Diesseitswunder“, die Krone des Lebens, erblickte — und all« Gewalten zum Trotz: heute noch erblickt. Bertha Badt-Strauß. 25 Jahre Jfldlscher Verlag Der Jüdische Verlag in Berlin wurde im November 1902 als Gesellschaft mit beschränkter Haftung ins Berliner Handelsregister eingetragen, nachdem, bereits seit 1901 vorbereitende Arbeiten erfolgt waren. Die Begründer des Verlags sind Martin Buber, Berthold Feiwel, E. M. Lilien und Davis Tri et sch. An den Vorbereitungen waren außerdem Leo Mozkin, Dr. Alfred Nossig und Chaim Weizmann, der heutige Präsident der Zionistischen Orfanisation, beteiligt. Der Jüdische Verlag hat als erster ep Typus des modernen; jüdischen Buches in vorbildlicher künstlerischer Ausstattung geschaffen. Er begann seine Verlagstätigkeit mit dem ״Jüdischen Aimanach“, der führende jüdische Dichter und Künstler des Ost- und west- Judentums vereinigte, und der Broschüre ״Eine jüdische Hochschule“, der ersten literarischen Anregung zu der hebräischen Universität Jerusalem. Es folgten deutsche Uebertragungen au|gewählter Essays von Achaa Haam und von Erzählungen des ostjüdischen Dichters J. L Perez, der Sammelband ״Jüdische Künstler“ (Monographien über Jozef Israels, Max Liebermann, E. M. Lilien, L. Ury, Jeh. Epstein, S. J. Solomon), die Sammlung jungjüdischer Lyrik ״Junge Harten“ usw. Als ״Bücher der jüdischen Rraaissance“ hab« die damaligen Leiter des Jüdisch« Verlag« ihre erst« Publikationen, literarische Zeugnisse der neu« Bewegung fm Judentum und der geistigen Wiedervereinigung von Ost» und Westjuden, bezeichnet. In d» nächst« Jahren er: schienen im Jüdisch« Verlag u. a. die Zionistischen Schrift« Theodor Herzls und Max Nordaus, die soziologisch« Schriften Arthur Runpins, Uebersetzungen von Ch. N. Bialtie, D. Pinski, Schalom Asch, die hebräischen Werke S. J. Agnons samt deutschen Uebertragungen, Werke der modernen Palästina-Literatur, Bücher von Buber, Bergelson usw. 1920 wurde die von Buber begründete Zeitschrift ״Der Jude“ in den Jüdischen Verlag übernommen. Seither erschienen u. a. die ״Denkwürdigkeiten der Glück#!! von Hameln“ (18. Tausend), die hebräische und deutsche Gesamtausgabe der Schriften Achad Haam s, eine deutsche Ausgabe der Werke des ostjüdischen Klassikers M«de Mocher Sforim, die große dreibändige Ausgabe der Tagebücher Theodor Herzls, die Tagebücher und Briete Josef Trumpeldors, Bia• liks Essays, zwei, humoristische Bücher von Sammy Gronemann, der Bibelatias. ״Die Welt der Bibel“ von Max Soloweits chik, biographische Werke, jüd. Jugendliteratur und vieles andere. Wohl als Höhepunkt der bisherigen Verlagsproduktien dürfen zwei Monumentalwerke bezeichnet werden, die im Erscheinen begriff« sind: die zehnbändige, etwa 5000 Seiten umfassende ״Weltgeschichte des jüdischen Volkes“ von Prof. Simon DuBnow und das vierbändige Jüdische Lexikon, herausgegeben von Dr. Herlitz und Dr. Kirschner unter Mitarbeit von über 230 jüdischen Gelehrten und Schriftstellern. Beide Pubtikationen werden Ende des Jahres 1928 vollständig vorlieg«. % f.י