Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 102-103 (30.12.1926)
- Date
- 1926-12-30
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 102/103 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 751 'tarnen des Hauptvontaades der B. Z. V,, der der Orts- Sruppe für ihre weitere Arbeit vollen Erfolg wünschte. 1anach erhielt Herr Dr. S.oloweitschik zu seinem mit grobem Beifall aufgenommenen ,Referat über ״Zionistische Erziehungs- und Kulturarbeit im Galuth“ das Wort. Der Redner führte aus, wobei er sich besonders an die jugendliehen Mitglieder wandte, daß es in dieser geistlosen Zeit, in der die jugend nahezu keine anderen Dinge kenne als den Sport, Aufgabe der jüdischen Jugend sei, dieser allgenieinen Verflachung unserer Zeit und Umgebung zu widerstehen durch Beschäftigung mit,der jüdischen Vergangenheit uud durch Erlernung des Hebräischen, das sie mit der jüdischen üegenwart und der jüdischen Zukunft verknüpfen könne. Bereichert wurde die Feier durch die Rezitationen und Oesänge der Herren Olowinski und Stein, die auf drin- Senden Wunsch zahlreiche Zugaben gewähren mußten. — ie Versammlung war sehr zahlreich besucht, wie seit langem keine Veranstaltung der öruppe Süd. Aufgabe der Ortsgruppe wird es sein, einen Stamm von tätigen Zionisten zu ■sehgffen. Im Mittelpunkt der Versammlungen wird neben geselligen Veranstaltungen und kleineren Arbeitszirkeln die Beratung der Probleme stehen, mit denen sieh der nächste Kongreß zu befassen haben wird.! Düsseldorf. In einer von über 400 Personen besuchten I Versammlung der Jüdischen Volkspartei sprach Dr. Harry Epstein über Aufbau und Aufgaben der jüdischen Oerneinde. Nach einer geschichtlichen Untersuchung der Struktur der Gemeinde und nach Darstellung der Oesamtorganisationsbestrebungen der Juden in Deutschland wurde die; Notwendigkeit der Demokratisierung der Gemeinde dargetan. Der Redner bewies dann in eingehender Darstellung, daß ä , die in der' Düsseldorfer Gemeinde eingeführte Beschränkung des Wahlrechts der Ausländer dem. Staatsgesetz, dem * jüdischen Gesetz, dem einhelligen Beschluß des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, und dem Gleichbereehtigungsstreben der deutschen Juden widerspreche, daß die Schlechterstellung der ausländischen Juden auch dem | jüdischen Gemeindeleben abträglich sei. Sodann schilderte er die Aufgaben der jüdischen Gemeinde, deren Erfüllung auch j die Jugend der Gemeinde wieder näher bringen würde. Der j Gemeindevorsteher, Herr Felsenthal, suchte die Haltung der Gemeinde zu rechtfertigen; man gehe mit Erteilung der Gleichberechtigung schrittweise vor und habe die Ostjuden- Zahlung nur veranstaltet, weil Vorwürfe laut geworden seien darüber, daß es sich bei den Ausländern um fluktuierende Elemente handele. Auch Referendar Felsenthal suchte die Gemeindevertretung zu verteidigen. Dasselbe tat Herr M. Gottlieb, der als naturalisierter Ostjude seine Freude darüber aussprach, daß die Ausländer jetzt weniger entrechtet seien als früher: ״Was man hat, hat man“. Rechtsanwalt Dr. Gottlieb, und der Referent konnten leicht alle diese Einwendungen widerlegen. Die glänzend verlaufene Versammlung war «in bedeutender moralischer Erfolg der Jüdischen Volkspartei, die mit den besten Aussichten in den bevorstehenden Wahlkampf gehen wird. Mainz. Als Auftakt unserer Winterarbeit sprach am 27. September in einer Mitgliederversammlung Herr Jakob Herzberg, Frankfurt a. M., über das Thema: ־,Der Zionismus und die Freiheitsbewegung der Völker.“ Die gut besuchte Versammlung dankte d«m Referenten durch reichen Beifall für seine interessanten Ausführungen. Am 3. November folgte die Generalversammlung, in der sich der Vorstand neu zusammensetzte. Dank dem Entgegenkommen des Herrn Rechtsanwalts Dr. Paul Simon, Mainz, gelang es uns, zwei große öffentliche Versammlungen einzuberufen. Die erste außerordentlich gut besuchte Versammlung fand am 15. November statt, in der Herr Dr. Simon über das Thema: ״Warum bin ich kein Zionist?“ referierte. Der Redner sieht Erfüllung der jüdischen Mission nur in der Aufrechterhaltung des Galuth, auch kann er den Zionismus von seinem Standpunkt als Deutscher nicht anerkennen. Dagegen tritt er wann für die Unterstützung- Palästinas ein. Herr Dr. Landsberg, Wiesbaden, widerlegte in der Diskussion die Ausführungen des Herrn Dr. Simon vom zionistischen Standpunkt aus. In der zweiten Versammlung, in der Herr Jakob Herzberg eine Antwort auf den Vortrag des Herrn Dr. Simon gab und dessen Thema lautete: ״Warum sind wir Zionisten?“, ergriff Herr Dr. Simon in der Diskussion das Wort. Auch diese Versammlung hatte zahlreiche und interessierte Zuhörer. Oberhausen. Am 23. November sprach Herr M. Waldmann, Berlin, in einer^auch von Nichtzionisten gut besuchten Versammlung, die einen glänzenden Verlauf nahm, über ״Das Kulturproblem im Zionismus". Line Diskussior. fand nicht statt, da auch Gegner, wie sie ausdrücklich sagten, nichts gegen die Ausführungen einzuwenden hatten. Am 8. Dezember fand unsere diesjährige Generalversammlung statt. Folgender Vorstand wurde gewählt: 1. Vorsitzender: Dr. Nüssenfeld; 2. Vorsitzender: N. Fuchs; 3. Vorsitzender: Frieda Fischbein, die zugleich das Amt des Schriftführers übernimmt. Als N.-F.-Kommissare fungieren Herr Fuchs und Frl. Frieda Fisc h b ein. Für die Jugendarbeit wurden gewählt: Frieda Fischbein und Walter Bein. Für die kulturelle Arbeit sind verantwortlich: Ch. Horowitz und Frau Bit ko wer. Mit besonderem Bedauern sehen wir aus dem Vorstand Herrn Bernh. Horowitz scheiden. Die Ortsgruppe spricht ihm für seine Arbeit ihren Dank aus. Geschäftliche Mitteilungen Unseren Lesern wird das Cafe Kutschers, Charlottenbürg, Bismarckstr. 109, am Schillertheater, bestens empfohlen. Herr Heinrich Lentschner, Seniorchef der bekannten Speditions- und Möbeltransportlirma A. Schäfer, Berlin-Wilmetiaorf, die kürzlich ihr 75 jähriges Geschäftsjubiläum feiern konnte, ist zum Konsul der Dominikanischen Republik ernannt worden. Die Kanzlei befindet sich in Berlin-Wilmersdorf, Wilhelmsaue 36; Sprechstunden von 11—1 ■Uhr; Fernsprecher Amt Pfalzburg 4565, 4566, 4567. raiasiina-Qrundionus (Keren Haieseod) l V. Berlin W 15, Meinekestr&fle 10. Bankkonto: Dannst&dter und Nationalbank, Dopos.-Kasse 50, Kurfüretendamm 52. Postscheckkonto: Berlin Nr, 104951. t ץי־ Max Schlesinger Edith Schlesinger geb. Bier VermÄhlte Köln Köln Kameke»tr. 31 Brabanleritr. IS Amsterdam X Januar 1927 Sadtsen Welmariaan 39 f-ץ Dr. med. Paul Hirsch Margot Hirsch geb. Herzberg Vermählte r Die glückliche Geburt eines gesttnüen Jane a u zeigen an Emma Weidenbaum geb. Hamlet Erld» Weidcnbaum Es s 0n - E u h r, Kurtstraße 44. ץ" 7allwa11ti K־>t darchtfebiMet. all *■ * * C■ I * Assistent nach Dresden gesucht. Angebote mit üblichen Ang. an Zahnarzt Dr.neriowliz, Dresden, Stephaniens־ raßc 50. 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