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Jüdische Rundschau · 1926-10-15 · Heft 81 (15.10.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 81 (15.10.1926)
Date
1926-10-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Literatur-׳ Blatt Wir geben hier eine Probe au* dem soeben erschienenen *weiten B*nd der Bibelübersetzung ton Martin Bubet und Franz Rosenzweig (Das Buch Namen, Verlag Lambert Schneider, Berlin. Preis 4 Mk.) Mosche’s Lied Damals sang Mosche und die Söhne IHM dieses Lied, [Israels sie sprachen im Spruch: Singen will ich IHM, denn hoch stieg er, hoch, das Rots, seinen Reiter schwang er ins Meer. Mein Sieg und Saitenspiel ~~ JAH! er ward meine Freiheit. Mein Schutzgott der, ich echmücke ihn, meines Vaters Gott, ich erhebe ihn. ER ist ein Kriegsmann, Hie ER! sein Name. Pharaos Gefährte und Macht senkte er in die See, seiner Drittkämpfer Lese, sie tauchten ins Schilfmeer. Abgründe hüllten sie zu, sie fuhren in die Strudel wie ein Felsblock. Deine Rechte, DU, Hehrer in der Kraft, deine Rechte, DU, schmettert den Feind. Von deiner Hoheit Stand zerscherbst du die Empörer, du schickst aus deinen Brand, er frisst sie wie Spreu. Vom Anhauch deiner Nase häuften sich die Wasser, standen wie Staudamm die Strömenden, Abgründe gerannen im Herzen des Meers. Sprach der Feind: Ich setz nach, ich hol ein, austeil ich Raub, an ihnen ersattet mein Mut! ich zücke mein Schwert, an ihnen ererbt meine Hand! Du bliesest mit deinem Hauch, da hüllte sie das Meer, sie rollten wie Blei in herrische Wasser. Wer gleicht dir unter den Göttern, DU, ww gleicht dir, Hehrer in der Heiligkeit, Furchtbarer der Preisungen, des Entrückten Täter 1 Du streckst deine Rechte, die Erde verschlingt sie. Du lenkst mit deiner Huld dies Volk, das du erlöstest, leitest mit deinem Sieg zur Trift deiner Heiligkeit. Die Völker hören■ und erzittern, Taumel faßt die Sassen Philietiens, zusammenschrecken da die H&utlinge Sdoms, die Leitwidder Moabs sie fasst ein Beben, alle Sassen Kanaans wanken. Entsetzen und Angst stürzt auf sie, vor deines Arms Größe erstarm sie wie Fels. Bis hindurchschritt dein Volk, DU, bis hindurchschritt dies Volk, das du erkauftest. Du bringst sie hinein, du pflanzest sie ein auf den Berg deines Eigens, den Grund, den dir zum Sitz DU bereitet hast, das Heiligtum, o mein Herr, das gründeten deine Hände. König bleibt ER alle Ewigkeit 1 Der ״Golem" der Hablmah Theater am Nollendorfplatz. Das zweite Stück, das die ״Habimah“ nach dem in Berlin ״chon seit einigen Jahren bekannten ״Dybuk“ vermittelte, ist die*dramatische Dichtung ״Golem“ von G. Leiwik. Das Stück, dessen Dichter als eine der stärksten Begabungen der jiddischen Literatur Amerikas gilt, stellt unleugbar einen Fortschritt in der jiddischen ‘Dramatik dar und ist Zeugnis eines gewissen wenn auch noch nicht völlig ausgereiften Talents. Der Text, dessen Uebersctzer im Programm nicht genannt wird, hat Stellen von großer poetischer Schönheit, ist aber auch von Trivialitäten nicht ganz frei. Unverkennbar ist das Streben nach geistiger Vertiefung und die beabsichtigte Abkehr von der bloß theatralischen Wirkung, der wir im jiddischen Drama so häufig begegnen.! Der Dichter kombiniert die Legende vom Hohen Rabbi Löw und seinem Golem mit einem Messias-Motiv und einer Ritualmord-Bescliukiigungsgeschichte. Die transzendente Welt spielt in die Handlung hinein, ähnlich wie in Arnold Zweigs ״Sendung Semaels“, die ja auch einen Ritualmord-Stoff behandelt (und die, nebenbei gesagt, das Interesse der Habimah , in hohem Maß verdienen würde). Das Unglück der Blutbeschuldigung zieht über Israel herauf, und zwei Mächte sind es, die Hilfe bringen wollen: auf der einen Seite (buchstäblich) der Messias, der unter Leitung des Propheten Elia durch die Welt zieht und auf seine Stunde wartet, auf der andern Seite der verantwortliche Volksfiihrer, der Hohe Rabbi Löw, der übermenschliche Kräfte aufwendet, um den Erlöser selbst zu erschaffen. Der Rabbi sieht freilich die Befreiung von dem drohenden Unheil in ganz irdischerWeise; er will einen Rächer machen, der die Feinde vernichtet. Der Golem wehrt sich gegen seine Beseelung; des Rabbi Kraft zwingt ihn, in die Wirklichkeit zu treten. Nun wird er abgerichtet und instruiert, und im ״fünften Turm“, wo die Bettler und Ausgestoßenen hausen, soll sich das Gericht vollziehen. Aber während der Golem mit seinem großen Beil im Versteck des Turms auf das Kommen der feindlichen Inquisitoren wartet, erscheint der Jüngling (Messias) mit dem Alten (Elia) inmitten der Bettierschar und bittet um ein Nachtlager. Die Wanderer werden von den Bettlern als zu ihnen gehörig gastlich aufgenommen. Als aber der Rabbi erscheint und den Messias erkennt, sieht er sein Werk gefährdet. In seinen, des Rabbi, Rettungsplan hat auch der himmlische Heilsplan nicht einzugreifen. In einer Szene, die den Höhepunkt des Dramas bildet, rebelliert der Rabbi gegen die warnende Weisheit des Propheten Elia und zornig vertreibt er den Messias, der klagend seine vergebliche Wanderschaft fortsetzt. Nun kann sich alles ungestört nach dem Plane des Rabbi vollziehen. Die Mönche kommen, 11m die blutgefüllten Flaschen mit den verräterischen Inschriften iit dem jüdischen Gemäuer zu verbergen, als Beweis für die von ihnen vorbereitete Blutanklage. Der Golem aber steht bereit in seinem Versteck, und verrichtet sein furchtbares Rächerwerk. Die Gemeinde ist vor dem Verhängnis bewahrt worden. Aber der Koloß, der einmal so unselige Arbeit getan, vermag nicht zu ruhen. Mit neugierigem Befremden beobachtet die Volksmenge dfen sonderbaren Holzhacker der Synagoge, In ihm aber, von seinem Schöpfer zu ganz bestimmtem Werk und Dienst berufen, erwachen menschlichtierische Instinkte, die ein unabhängiges Dasein führen. Er löst sich los von dem Willen des Herrn, der ihn leitet und Macht über ihn hat, er bricht aus und richtet in der Judengasse ein grausames Blutbad an. Erst der Rabbi vermag ihn zu zähmen; aber auch des Rabbi Gegenwart verhindert nicht, daß der Golem in wilder Begierde sich an des Rabbi Enkelin vergreift. Nun erst bricht der Rabbi zusammen und verzweifelt an seinem Werk. Er spricht die Zauberformel, die das Leben wieder aus dem Lehmkoloß weichen läßt. Er hat es nicht vermocht, den Retter zu schaffen. Die prometheische Vermessenheit des Menschen, der Gottes Boten verschmäht, und selbst göttliches Werk tun möchte, findet ihre fürchterliche Sühne. Der verrückte Tanchum spricht zum Schluß die ewige Frage wieder aus: Wer wird Israel erlösen? Mi jazil... Der Regisseur Werschilow hat dem Drama die stärksten Wirkungen abgewonnen. Besonders der zweite Akt, das Turm ge wölbe, bietet Gelegenheit für sorgfältig gestaltete Gruppierungen und ebenso abgetöntes wie effektvolles Zusammenspiel. In den Ensemble-Szenen des zweiten Aktes gibt er, als treuer Schüler Wachtangows, sein Bestes. Das Durcheinander der Bettler und Kranken, die Verzückungen des verrückten Tanchum, das Nebeneinander von Hoffnungslosigkeit und Glaubenseinfalt werden mit suggestivem Realismus dargestellt, und in diesen Szenen kommt auch das musikalische Element, das das Spiel in eine einheitliche Stimmung auflöst, besonders zur Geltung. Die Versunkenheit in die Melodie des alten Erlösungstraumes, während der Messias in eigener Gestalt — unerkannt, nur von dem Verrückten geahnt — schon am Wege ist, gibt eine Szene von nachhaltigem Eindruck. Auf den aus drei Bildern bestehenden Prolog, der unnötigerweise enthüllt, was aus dem Gange der Handlung viel wirksanier und dramatischer sich ergeben würde, könnte die Regie freilich verrichten. Hinter dem musterlichen Zusammenspiel treten die Einzelleistungen etwas zurück. Am besten war M e ß k i n als Golem, der, schon in Figur und Maske überzeugend, die rohe Tölpelhaftigkeit des Kolosses ebenso glaubhaft zu machen verstand wie das Erwachen seelischer Regungen in der einmal zum selbständigen Leben entbundenen Materie. Prudkin als Maharal fand starke Akzente, vermochte aber die letzte Tragik der Gestalt nicht auszuschöpfen. Die Hoheit des Rabbi, von dem übermenschliche geistige Macht ausströmt, ließ dieser routinierte Schauspieler doch etwas vermissen; man hatte die Empfindung, daß dieser Maharal mehr durch die Kraft seiner Nerven als durch die Kraft seines Geistes wirkt. Rühmende Erwähnung verdienen auch der wahnsinnige Tanchum des Herrn Ben Chaim und Herr Tretschik- Efrati, der dem Elia die Würde uralter Weisheit verlieh, während die Rowina die Worte des Messias zwar mit schöner, klangvoller Stimme und innerem Weh rentierte, dabei aber der Gefahr der Monotonie nicht ganz entging. Eine schöne Stimme ließ auch Herr Golland als Vorbeter hören. Die Episodenfiguren sind sämtlich in guten Händen. Auch die Bühnenbilder, für die I. Niwinski verantwortlich zeichnet, beweisen Phantasie und Stilgefühl und gaben der Aufführung, die eine außerordentlich Warme Aufnahme fand, den würdigen Rahmen. Die Darsteller wurden viele Male stürmisch genifen. Michael Walter. Zn Martin Bubers neier Lehre Von Dr. Felix Weltsch, Prag. In drei Vorträgen hat Dr. Martin Buber in dieser Woche zu den Pragern gesprochen, in zwei großen Vorträgen vor allgemeinem Publikum, in einem intimen vor der Jugend. Es ist bezeichnend für die Einheitlichkeit der Weltanschauung dieses Mannes, daß man die Lehren von drei Vorträgen, die von so verschiedenen Dingen handelten, wie Gandhi, die Bibel, das jüdische Leben in der Gäluth, Religion und Er- Ziehung auf ganz wenige Kardinal-Prinzipien bringen kann, welche die tragenden Gedanken bei der Behandlung all dieser verschiedenen Probleme wären. Folgendes sind die Grundprinzipien, welche In Bubers Vorträgen sondernd und zusammenfassend, kritisierend und aufbauend zur Geltung kamen: Einheit von Geist und Wirklichkeit tut not. Abstraktion trennt Geist und Wirklichkeit. Daher kommt es stets überall auf Konkretheit an. Wahres Handeln geschieht verantwortlich aus der Ganzheit der Persönlichkeit; wahre Beeinflussung geschieht durch Verschmelzung des Erlebten mit dem Ganzen; wahre Entwicklung kann nie Zurückschraubung zum früheren Zustande sein, sondern nur schöpferische Bewältigung. * Schon wie sich Buber der Persönlichkeit Gandhis gegenüberstellt, entspricht diesen Prinzipien. Gandhi will uns nicht direkt beeinflussen, wir können ihm nicht einfach nachahmcn. Die wahre Nachfolge überhaupt ist diese: ״Die Ganzheit eines Menschen in sich aufnehmen und mm aus der Ganzheit des eigenen Lebens die Entsprechung hervorztibringen; nicht Gefäß, sondern Schmelztiegel sein.“ Am lehrreichsten an Gandhis Leben und Taten, die Buber chronologisch mit jeweils anschließender klarer und einleuchtender Kritik darstellt, erscheint das wirkliche Verhältnis von Idee und Methode, also die hohe Einheit von Geist und Wirklichkeit. Den einzelnen politischen Anordnungen Gandhis steht Buber kritisch gegenüber. Der Weg zur Erlösung führt nicht zurück aus unserer fürchterlichen Welt der Maschinen, der Technik und der Kriege, sondern nur durch diese Welt hindurch. Nicht Rückkehr und Flucht, sondern B e w ä 11 i - gung dieses Chaos, Umschmelzung zu höhercu besseren Formen. Aehnlich beurteilt Buber das System der G e w a 11 - losigkeit. Nicht einfache Negation der Gewalt ist der wahre Weg; sondern statt Gewalt: Verantwortung. Darum darf sich auch der Mensch der Politik nicht entziehen; er muß sich einstellen in die politische Welt und dort unter höchster Verantwortung wirksam werden. Gandhi selbst ist für Buber ein religiöser Mensch von höchster Wirkung, der vor unseren Augen den neuen indischen Menschen schafft, aber er ist gerade darum als Politiker zur Erfolglosigkeit verurteilt. ~ * Auch im Verhältnis des Menschen zur Bibel ist Konkretheit und Ganzheit das wesentliche Erfordernis. Die Bibel ist nicht ein Buch der Erhebung oder der Erholung, sondern ein Buch, zu dem der Mensch aus der Ganzheit seines Wesens in einer wirklichen, konkreten Beziehung steht. Die Religion, so führt Buber aus, ist keine Angelegenheit des Geistes und auch kein Lückenbüßer der Wissenschaft; sie unterscheidet sich von der philosophischen Einstellung zur Welt dadurch, daß sie es nicht mitd^m Allgemeinen zu tun hat, sondern mit dem Konkreten. Es sind immer ganz bestimmte Ereignisse im Leben des lebenden Menschen, von denen aus sich die religiöse Wirklichkeit auftut; und die Bibel ist die Urkunde, welche die Dokumente dieser religi- Ösen Konkretheit, der konkreten Begegnungen mit Gott enthalt. In wunderbarem Aufbau und schöner, oft erschütternder Exemplifizicrtheit an seiner eigenen Bibelübersetzung zeigte nun Buber die Konkretheit der Begegnungen mit Gott in den drei großen Stadien des Weltgeschehens, welche die Bibel darstellt: In der Weltschöpfung, Offenbarung und Erlösung. Die Schöpfung ist in der Bibel nicht ein Akt des Geistes, sondern der Wirklichkeit, in der sich die Tat Gottes und die Tat des von Gott zum Tun eingesetzten Menschen begegnen, eine Wirklichkeit, welche Geist und Welt vereinigt. Daß diese Einheit bis ins Sprachliche dringt, zeigt Buber überzeugend an seinen Beispielen aus seiner Bibelübersetzung. Dieselbe Einheit von Geist und Wirklichkeit, dasselbe Zusammenwirken göttlicher und menschlicher Tat zeigt die Offenbarung. Auch sie ist nicht eine Handlung des Geistes oder ein Ausfluß von oben, sondern eine äußerlich gegenseitige Berührung des Göttlichen und Menschlichen; eine Umschmelzung des Göttlichen im Menschen. Aber auch die Erlösung geschieht durch die Berührung von Gott und Mensch. Gott will den Menschen brauchen zu seinem Werke der Schöpfung und Gott will nicht ohne die Tat äes Menschen seine Welt erlösen. ״In allen großen Stadien des Weltgeschehens, der Schöpfung, Offenbarung und Erlösung sagt uns die Bibel immer das gleiche: Es kann nicht und es darf nicht Geist und Wirklichkeit getrennt werden, wenn der Mensch sich nicht gegen sein Eingesetztsein durch Gott, gegen seine Ebenbildlichkeit vergehen will. Diese Ebenbildlichkeit bedeutet, daß der Mensch in seiner Brüchigkeit und Zerrissenheit, in all seiner Sterblichkeit und Bedingtheit dennoch soll und kann nachbilden die Ur- Einheit von Geist und Welt in Gott.“ * In seiner Besprechung mit der Jugend war Buber am konkretesten. Sein Vortrag war improvisiert, an die Fragen angeschlossen, die ihm Prof. Viktor Freud verdolmetschte und die um das Problem der Möglichkeit wirklichen jüdischen Lebens in der Galuth zentriert. Buber erweiterte vorerst die Frage auch auf Palästina, wo das Problem auch offen, wenn auch günstiger liegt, und stellte in seiner Antwort, welche für seine Anschauung am aufschlulireichsten war, das religiöse Moment in den Mittelpunkt des jüdisch-nationalen Lebens. Das Grundübel unseres Lebens ist die Zerrissenheit von Volkstum und Religion. Solange diese Einheit nicht wiederhergestellt wird, sieht Buber keine Möglichkeit wahren jüdischen Lebens. Er sieht die Lösung ebensowenig in einem einfachen Zurückgehen auf unsere alten jüdischen Formen, noch iit einem vollständigen Abtun der Religion, und sei es auch nur in dem Sinn des Rückzuges der Religion ins Abstrakte. Wenn eine solche Einheit nicht hcrgestellt wird, und wir wissen nicht, wieviele Generationen uns für diese Aufgabe noch zur Verfügung gestellt sind, dann wird wohl das jüdische Volkstum in der Diaspora zugrunde gehen. * Der neue Buber, der jetzt zu uns sprach, hat sich ein wenig geändert; aber es ist nicht schwer, in ihm den alten Buber wiederzuerkennen. Ja, mehr als das: Der neue Buber ist ein in der Buberschen Richtung weitergegangener alter Buber. Seit je stand bei Buber die *״Realisierung“ gegen die ״Orientierung“; Wirklichkeit gegen Abstraktion; die verantwortliche Tat des Mensehen gegen nachahmendes und mechanisches Tun. Das zeigt ja genau den Weg zur Konkretheit und zur Einheit von Geist und Welt an. Nur ist Buber insofern weitergegangen, als er in seiner Lehre noch intensiver die Bedeutung des Konkreten betont, und als er diese Grundlehre nicht mehr systematisch ausbaut, sondern — in einer Art strenger Askese gegenüber aller Abstraktion — ausschließlich am Konkreten darstellt. Ich habe vorhin die einzelnen Grundprinzipien der Bubersehen Weltanschauungen abstrakt formuliert. Ich gehe in diesem scheinbaren Sakrileg noch weiter und versuche sic auf eine einzige Formel zu bringen, welche die einzelnen Prinzipien in sich enthält. Sie lautet: Intensivste Erlebnis-Einheit. Das heißt ja: Konkretheit, Einheit von Geist und Welt, Verwirklichung, Erleben aus der Ganzheit der Persönlichkeit, Ernst-machen: Die Zweiheit von Ich und erlebtem Gegenstand in höchster Anschauung überwinden und zur Einheit

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