Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 87 (1.11.1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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״C nachstehende Resolution angenommen durch Vertreter der anwesenden Gemeinde» die Unter- ArbettcrUirsorgestelle Königsberg tu Au>' wurde die die die jlüt/in',4 Ucr l>[f am 0. Oktober 1021 versammelten Vertreter dcr jüdischen Gemeinden Ostpreußens erkktren sich b<N St, in der Erkenntnis der dringenden Notwcnd U t einer produktiven Fürsorge für die ostjiidisdicn inpe sich bei ihren Gemeinden für eine UufmiiU י « •£ liehe b/.w. vierteljährliche Subventionierung ihr Arbeiter fiirsorgesteile Königsberg cinzusetzen. Der verband Ostpreußen wird gebeten, diese» , 7ur angeschlossenen Gemeinde» zu übermitteln uiul zur Durchführung zu empfehlen.“ bereits Besonders günstigen Eindruck rn.ichte das bereits erwähnte Angebot der OeniKniuie Eyd kii inwu i er Ar heitcrfiirsoniestelic m Königsberg einen Betrag von monatlich 300 M. für die Zwecke der Ostjudenfursorgo 1uzufuhren. Synagogen- Beschluß allen d er Eine Schuldebatle Rcpräscntantcn-Vcrsainmlung der jüdischen Gemeinde Berichterstatter) den Berliner (Von unserem ln der Sitzung vorn 25. September wurde von Herren Wölpe und Dr. Neu m a 11 n Auskunft über den mangelhaften Religionsunterricht cibcten. Anlall zu dieser Anfrage bildete eine im Oemeindeblntt kürzlich veröffentlichte Statistik, aus welcher sich ergibt, daß nicht mehr als 500t) jüdische Kinder in den Oemeindereligicuisscluilen unterrichtet werden, während schätzungsweise in Berlin etwa 20 000 jüdische Kinder vorhanden sind. Die an sieh recht schwach begründete Interpellation fand eine ebenso mangelhafte Erwiderung durch den Vertreter des üemeiudevorstandos, Herrn Dr, Freund. Er machte sich seine Aufgabe sehr bequem, indem er die Mängel zwar an sich zugab, aber alle Schuld auf das Elternhaus abziiwlilzen bemüht war, Mit großem Pathos appellierte er an das Pflicht* und Ver* aiitwoitliclikeiisgefühl der Eltern, die vor allen Dingen für religiöse Charakter* und Sittenbildung der Kinder Sorge tragen müssen, Die sehr ausgedehnte Diskussion über diese Frage, die ja nicht zum ersten Male in der Rrpriiscntantcn-Vcrsaminlung behandelt wurde, war wenig fruchtbar, Allgemein wurde zugegeben, dall mit dein verdünnten Lehrprogramm des gegenwärtigen Reli* gionsunterrichts, für den durchschnittlich zwei Wochen* stunden zur Verfügung stehen, nichts anzufangen sei. Es ist unmöglich, mit so beschränkter Unterrichtszeit Hebräisch und Geschichtsunterricht den Kindern auch nur in den gröbste» Umrissen beiziibriiigen. Die Sprecher der liberalen Fraktion schienen geneigt, mit einer mäßigen Erweiterung des Religionsunterrichts sieh zufiiedvnzugebcn, wenngleich sie auch stark unterstrichen, daß es unmöglich wäre, bei der sonstigen Belastung der Kinder ihnen eine intensivere Beschäftigung mit den jüdischen Gegenständen zuzumuten. Auch die Konscrvativen gingen nicht über ihre alte Forderung auf Einrichtung jüdischer Volksschulen hinaus, während von den Vertretern der Volkspartei die Einrichtung eines vollkommen ausgebauten jüdischen Schulnetzes, von den hebräischen Kindergärten angefangen bis zu den höheren Schulen, verlangt wurde. Schließlieh wurde üblicherweise die Einsetzung einer Kommission beschlossen, und cs wird abzuwarten sein, welche Ergebnisse diese Beratungen zeitigen werden. Aus den Ausführungen des einen Sprechers der Jüdischen Volkspartei, Herrn Professor Dr. Locwc, sei eine Episode erwähnt, die für die zionistische Oeffcntlichkeit von besonderem Interesse ist. Vor einiger Zeit hatte die B. Z. V. den Vorstand um Erlaubnis ersucht, ein Plakat für die hebräischen Kindergärten und Spielnachmittagc in den Verwaltungsgebäuden und Synagogen der Gemeinde anbringen zu lassen. Im Vorstand wurden aus angeblich prinzipiellen Gründen die Vertreter der Volkspartci überstimmt, und cs erfolgte eine Ab Ichnun״ des Antrages. Die ״prinzipiellen“ Gründe lagen darin, daß man eine einseitige Bceeinflussung der Kinder in den hebräischen Kindergärten fürchtete, und diese Unternehmungen als Konkurrenz für die Rcligionsschulen und für die sonstige Unterrichtsfürsorge, auf die die Gemeinde trotz des moralischen und geistigen Bankrotts dieser Anstalten sehr stolz zu sein scheint, angesehen werden. Der Vorstand hat sich durch diese Ablehnung in eine etwas üble Situation gebracht, denn kurz darauf sahen sich dieselben Herren, welche für die Ablehnung gestimmt hatten, genötigt, einen Antrag des Zentral- Vereins auf Anbringung eines Plakats für die Opferwoche zur Bekämpfung des Antisemitismus ebenfalls — aus ״prinzipiellen“ Erwägungen abzulehnen. Büx«! Btrltnnr Stloslitlaih• VorotulgunR, Berlin C 19, 80y!10]»t». t TaUphon! toutrnin 8014/15 » f’oaUchtck konto No, 15008 Berlin NW 7, Ka*10nvorw»ttang i» B. Z. V. (־״־' '"י '1’י'”''•י-י“ מ mir1!׳ ־ וויו ׳ח!!»11״־־ ו ח •ן ־!וי־ ־־ ־־ < >r9|]1־i11*11miiwiuii! 1»n»ויו tm1n|f1n|nn 1nww11WW11»mt111׳n1w1ll1<B^1W(^| Ilobrälirlt« 1.8*011*11(» dp■ KuKur)0«6rnat• der B. Z, V.t Dragoner* »traßo 'JJ (II00• — GäftfTnot Montag, Mittwoch und Don* » erst r g von ß-10 Uhr, — Fant alle hohr&l*chon Zoitungem und MoneUhofio der W0H liogim auf). — Auakun(ta*tolle für hobr&tRch• AtigologonheitoD. — IlohrMuoho Lohrorrormlttlung. — TrofTpunkt _0110r Froundo dor hobt&U0h1*n Spracho. Eintritt frei, Mittwoch, den '2. November abend• 8 Uhr Gruppe UM, in den IUüo1)fJUod» G׳olr*wald0r8tr. (Sitsung0*׳al pt.) Vortrag von Herr! Oberlehrer Dr. Paul MIokaalta: ___ ״Modtrno Krtirhnn!t«problerne.41 Donnoratag, don U Nnvombor abend« 8 Uhr Uxtfppo Nord, Roeenlhaler RtraÖo 4 (IIopp•) (׳eicHipp» Helittnmenaofa mit Tan« Klntritt Mk. H.— vueüg'icb Mk. OCü 8tou״r. Karienvorkanf fimlot statt hoi: l)r. Max Ito«nah0Tg, Aloxnndor* ■ troßo UM (Alex b«92), Georg Hütow, lirkfmatkoDbaiidlnti«?, Burg- •traüa *47 (Hüruhaus Bdrso) (Norden 2*>Öl), A. Hpoiior, Zelitienickor btrnUe 13 (Noidou Joaef Landmann. Brunnrnatr. 1<H, Zijzarroa* lud.ua (Norden 47iö), U. Z. V., «eydoUtr, 6 (Zoatrum BbH/10). Donneviteg, den 8. Novombor (nicht Soanabond) ahend» 8 Ubr XInpool 1117,•Ir« in don bvophiensalen (IIanHß»aaI) H״phj.'nntr. 17 Vortrag von Chnwer Hort lilniiienlold t ״Ute l.*<» im ZlotMtmn»" fciouuobi'iid, den 6 Novomhor abend• 7 Ühr HTla»b*ll Im TiOgenhaua, KIolufcMr. Nähere• wird noch bekannt gepöben. f, Vorsitzender, ferner die Herren Dobrzyn*f<i Oisper, IÜ-A Martin Freund, Frl. AHcrthuffi, brl. Edith Sklanu Gruppe Südwestliche Vororte: Am Donnerstag, den 20. Oktober, fand die Generalversammlung der Gruppe Südwe»tliche Vororte statt. Dem hiesigen Vorstand wurde Entlastung erteilt, uie Wintcrarbcit wurde besprochen und die Gründung einer zionistischen Jugcndgrunpe beschlossen. Es wurde ein neuer Vorstand gewählt, bestehend aus dert Herren: Theobald Scliolem, 1. Vorsitzender, Dr. Meyer, stell▼. Vorsitzender, San.*Rat Laserstein, Kassierer, Dr.^Mareus«, Schriftführer, Moritz Lcvy, Keren Hajessod, Zkwüste*• Steuer, Frl. Marcuse, Nationalfonds Sprecbsaal (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Erwiderung Montag, üuu 1 NavimiW abunc;• 8 Ubr OollontHrhor Vortr1»?»״benti Im OtorUclitiial dor l’hllliarmonio, llornt.urger RtrnBo 27/23 Dr, Nchmari* Löwin; ״Dor Orlrat 110 Wellkrloro” Eintritt Mk. 6.— Korten Im Vorv!1׳k״ul «rli<llob Im Büro dor ll.Z.V., Noydolatr. I) u, I ul d. Kwor■ Buci.lrnndinng. K 110.01.nrk.tr. 61 /,־,&■ Mliiworh, den li. Nuroaibor »brnd» 8 Ulir 01Bp|1e ll»t in don Union.iilon, Oroif.wotdor Str.222 (Sitrung.nttal j>t.) Vortroy von Hoirn Llttmsnn-Unaonthi.) (bui illnlyslork); _,,1110 l,»go »Ml Au.iIcMon dor »loi'lotl.eho» Pownnui»'*_ Ilonuorvinir, don 10 Novombor «bvnd« 88. Ubr Oruppo Outtrlationl ure, int Knoinorontonront, Wllmoroduriorotr. löä Bofürot von llorrn Ilr. llarllt» Obor! Kri'« K«l1nj_״DI« Jodon »I» llkmo and kpliurrolk“. __ ])annoratn((, don 17. Novombor nliund« Ubr Urupii» Uharletttalniif; und Wrat, in dor Aut* dar K*i>or-E>iudriob• Belmlo, Kn*»ob»ok«trn.# H Vortrag von Horrn Dr. Fall( Tboilbtbori ״Bar Bntnr»»»* dar dautarlian Juilan". Klnoitt Mk. 2—. llokraUriiot klndrrguta* Haut, lluh, uatauton.ti. 4% bot Zoduk llontnz—Kroll«* von 10-I Ulir. MoldnnRon *n Er*s Ur. Uoaan• barg, AtteaburRor RtrivBe 17 (Storni i. IKTkU) odar an d*t Kultur• , deiornut dor B. Z. V., Hoydolntrul« 3 (Zontr. dtili/lB). Babr, SptalaarbailttoK Nord-Veal• Annoldutifoa *tnd iu richten *a 1/rau Zainory, Lotlneutr. 7 odor »n da« Kulturdaaaroat der 11, Z, V,, SoydeUtraÜa 8. UobrSI.flior Spli'lnadiinitliiir HUd. Ann.oUlunjon alrd CU rb'btod an Krl. M1 b ot b 11 ir » ob b« rOro8hoaron.tr*äo M iNullondoif biCT) odor au daa Kuhurdorornat dor B. Z. V., boydolitraöo 3. (Zantrum 18514/1*». Instruktoren gesucht Die ■zahlreichen, im Verlauf der letzten Jahre von oder mit Hilfe der Gesellschaft ״ORT“ errichteten Lehranstalten für technische und landwirtschaftliche Bildung in den Randstaaten Rußlands leiden allgemein unter dem Mangel an technisch und pädagogisch g e n ii g e t»d gebildeten Instruktore 11. Manche Abteilungen können bloß deshalb nicht eröffnet werden, weil keine Menschen vorhanden sind, die den hohen Anforderungen entsprechen würden, die an einen lnstruktor gestellt werden müssen. Es scheint daher dringend geboten, daß sich jüdische Fachleute auf dem Gebiete der Technik und der Landwirtschaft, die mit der Fachkenntnis auch pädagogische Begabung und Liebe zum Erziclierberuf verbinde», in ausreichender Zahl zu diesem Zwecke zur Verfügung stellen, über dessen Wichtigkeit für den Aufbau des jüdischen Erziehungswesens und der jüdischen Wirtschaft im Osten kein weiteres Wort mehr gesagt werden muß. Die Gesellschaft ״ORT“ bittet alle Fachleute der genannten Kategorien, die den angeführten Bedingungen entsprechen und entschlossen sind, sich dauernd oder zum mindesten eine längere Reihe von Jahren dem Erzieherbcruf zu widmen, sich mit ihrer Abteilung für Wirtschaftserziehung beim Büro der Zcntralvcrwaltimg in Berlin in Verbindung zu setzen. Derzeit kommen hauptsächlich in Frage: Instruktoren für Männer- und Frauensdmciderci, Schlosserei, Tischlerei, Schäftemachcrci. Es mögen sich aber auch Fachleute für Keramik, Korbflechterei, Leder Verarbeitung, Gärtnerei und KIcinlandwirtschaft, Elektrotechnik und Polygraphik melden, da man ihrer in der nächsten Zeit voraussichtlich, bedürfen wird. Alle näheren Bedingungen sind durch' die Abteilung für Wirtscliaftscrziehimg der Gesellschaft ״ORT“, Charlottcnburg, Bleibtreustr. 31/35, zu erfahren. Bczirkstaüang des Ortsgruppenverbandes Provinz Sachsen-Anhalt Der Orfsgruppcnverband tritt am Sonntag, den ^,November d. }., nachm. 3 Uhr, in Magdeburg (Gesellschaftsbaus ״Freundschaft“, Prülatenstr. 32) 'zu einer Tagung zusammen, zu< der sämtliche Gesinnungsgenossen aus den Regierungsbezirken Magdeburg, M erseburg sowie dem Freistaat Anhalt hiermit ei»- geladen werden. _ Tagesordnung: 1. Referat des Vertreters der f• v• f-P״ des Herrn Dr. Egon Rosenberg -Berlin, l?cr k1 'm Zionismus. 2. Kongreßbericht des Herrn Dr. Salit Hirsch- Halberstadt. 3. Organisationsfragen des Bezirksverbamles im Anschluß an ein Referat des Herrn Josef Hirsch- Halbcrstadt. 4. Anträge. ״ .,Abc1n,c|s H1'1findet in der ״Freundschaft“ eine öffentliche Propaganda-Versammlung statt. . -. ... Der Vorstand der Zionistischen OrtsgruppeMagdeburg, Berliner Zionistische Vereinigung. Gruppe Nord west: Die am 13. Oktober stattgefundene Generalversammlung der Gruppe N o r d w e s t wählte zum 1. Vorsitzenden Herrn Eisfelder. Ferner gehören folgende Herren dem Vorstand an: R.-A. Auernach, Georg Freund, Schindler, Zainory. Für den Keren Hajcssod wurden gewählt die Herren Zamory, Bestermann, Fricdländcr, Nationalfondskommisskm: Herr Hamburger. , Ferner veranstaltet die Gruppe während des Winterhalbjahres jeden zweiten Montag, abends lfß bis 10 Uhr, einen Bibelkursus, den Herr Rabbiner Dr. Liebermann halten wird. An dem dazwischenliegenden Montag soll ebenfalls 14 tägig ein hebräischer Kursus stattfinden. Anmeldungen sowie Auskunft bei Herrn Friedländer, Holsteiner Ufer 21, Telephon Moabit 5147, statt. Je vierwöchentlich abwechselnd 14 tägig wird ein. Vortrags- und Diskussionsabend veranstaltet. In Kürze findet ein geselliger Abend mit Vorträgen und anschließendem Tanz statt. (Näheres Vcrsammlungskaiender.) Gäste zu allen Veranstaltungen willkommen. Gruppe Charlottenburg: Am Donnerstag, den 20. Oktober fand die Generalversammlung der Gruppe Charlottenburg statt. Dem bisherigen Vorstand wurde mit Dank Decharge erteilt Der neue Vorstand setzt rieh wie folgt zusammen: Herr Dr. Bab Zu der ״Tatsächlichen Berichtigung“ des Herrn Dr. J. Zoilschan in Nr. 85 der ,Jüd. Rundsch.“ mödifü ich nur folgendes bemerken: Die ״krassesten Unwahrheilen“, die Dr. Zoilschan mir in der ״ihm eigenen ,Weise“ vorwirft, bestehen darin: 1. Die kurze Fußnote irn Umfange von zwei Zeilen, in der Zoilschan in seinem ״Rasseuprobtem“ zwei so wesentliche Beweisstützen der Weismannschen Theorie wie die Entdeckung der ״Mutationen“ durch de Vries und die Meivdclschcn Regeln ״erledigt“, findet sich auf Seite 251 der ersten Auflage. Meine (beiläufige) Bemerkung gellt im übrigen auf die im ״Archiv für Rassen- und Geseilschaftsbiologie“ (10. Jahrgang, 6. Heft) erschicnene Kritik zurück, in der Seite 801 von der ״Nichtbe-achtung eines großen Teils der großen Arbeiters Weisinan ns und der modernen Vcrerbimgsforsdter“ durch Zoilschan die Rede ist. Aus der gleichen Kritik sei hier noch zur endgültigen Charakteristik der ״Wissenschaftiehett“ Zuverlässigkeit von Dr. Zoilschan der folgende Passus wiedergegeben: ״Zoilschan zitiert oft große Ab* seknitto aus den Werken seiner Gewährsmänner, ohne durch Anführungszeichen darauf aufmerksam zu machen .... Empfindliche Leser könnten recht peinlich berührt sein." 2. Die Zurücknahme der Vorwürfe Karl Kautskys gegen Zollschans Theorie vom Vorzug der Rassen׳• reinheit ist in der erst vor wenigen Monaten erschiene* nen 2. Auflage von Kautskys Schrift ״Rasse und Judentum“ nicht zu entdecken. Seite 07 findet sich dort da▼ schon in der 1. Auflago, Seite 83, geäußerte leider nur zu berechtigte Urteil: ״In dieser antisemitisch-zionistisehen Bastardierung der Qtambcrlain-Zollsclunsche» Rassenrcinheit erkennen wir nichts als einen sinnlosen Wortschwall, in dem nur eines klar zutage tritt, das Absehen von aller Anthropologie.“ Dr. Zoilschan hat mit seinen Gesprächen offenbar wenig Glück. Die Leser der ״Jüd. Rundsch.“ erinnern sich wohl ivoch an seines Behauptung, daß der Präsident des Prager Jüdischen Nationalrats ihm bestätigt habe, die Terminologie der Pariser Minoritätenschutzverträge, in denen nicht von nationalen, sondern nur von ״ethnischen“ Minderheiten die Rede sei, gehe auf ihn, Dr. Ignaz Zoilschan, zurück. 3. Mein Hinweis auf den Reichtum der Literatur über die Nationalitätenfrage erfolgte Anfang 1920 bei Gele>- genbeit einer Diskussion, zu der Dr. Zoilschan den füdisehen Nationalrat in Prag einlud, und in der ersten öffer.tliehen Versammlung des ״Binjan Haarez“ in Berlin im Frühjahr dieses Jahres. Vielleicht unterstützen die damals Anwesenden cfas schwache Gedächtnis des Herrn Dr. Zoilschan, dem die* ״durchaus nicht erinnerlich" ist. 4. Wenn die von mir angeführten Autoren Herrn Zoüsdun ״nicht unbekannt“ waren, warum hat er sie in der ״Revision des jüdischen Nationalismus“ nicht zitiert? Und wenn Zoilschan behauptet, daß die Ae »de« runger* der meisten dieser Autoren mit seinen ״Auvfiihrungen gar nicht im Widerspruch stehen“, dann bieibt keine andere Annahme übrig, als daß Dr. Zoilschan die von mir gebrachten Zitate nicht verstanden hat oder ich Urteile wie diese nicht verstehe: ״Wissenschaft* lieh betrachtet und nach den hierfür allein zuständ i gen soziologischen Kriterien bewertet, handelt es sich im ׳Falle der Diasporajuden nicht um eine Nation .. .“ ״Heute die vorhandene Nationalität behaupten ist eine noch größere Lüge, als die Zusammengehörigkeit leugnen zu wollen• cs ist ein Verrat an der Pflicht der Wahrheit.“ (״Revision des jüdischen Nationalismus“. 2 Auflage S. 146/1 ■17. — Sperrungen von mir. K.) 5. Zum Schluß nur noch zum Punkte der Wahrheitsliebe zwei Belege, die ich aus den zahlreichen anderen als besonders eklatant, weil mathematisch nachweisbar, hcTausgreife: Seite 16 der ״Revision“ heißt cs über die ersten Parlamentswahlen nach dem Kriege in Wien: ״Nicht, wie das Berliner Hauptorgan der Partei berichtet hat, durch die überwiegende Anzahl der Wiener Jude«, sondern nur mit 7600 unter weit über 100 000 Stimmen wurde ein Zionist gewählt.“ Auch die 2. Auflage verschweigt, daß der Zionist nur in zwei Wahlkreisen kandidierte und bei der zweiten Wahl im Jahre 1920 20000 Stimmen erhielt. Seite 167: ״Der mit großen Hoffnungen in der Tschechoslowakei unternommene Versuch, in den Pnrlamentswahlen eine nationale Vertretung der Juden durchzusetzen, hat mit einer durchgreifenden Ablehnung durch die Majorität der jüdisehen Bevölkerung und mit einem absoluten Mißerfolg in allen Wahlkreisen geendigt.“ Nach der Statistik des Deutschen Albin Oberschall (״Die Wahlergebnisse in die Nationalversammlung der tschechoslowakischen Republik im Jahre 1920“ — Ed. Strache, Warnsdorf 1020) erhielten die Nationaljuden 79 903 Stimmen. Die Zahl der jüdischen Einwohner in den 21 Wahlkreisen, einschließlich der 2, in denen die Zionisten niehlkandidierten betrug 271 172, die Zahl der W ä h I e r (es herrscht Wahl! Pflicht) schwankte für die einzelnen Kreise, in Prozenten, yon der Einwohnerzahl berechnet, zwischen 38,2 bis 54,2 % Demnach hatten also ungefähr 135 000 Juden 2e\va%. hiervon zirka 80000 jüdisch national, bei Bes rucksichtigung der beiden erwähnten Wahlkreise eigent• lieh noch mehr. Das also ist die ״durchgreifende Abc 6ftMm dMCmdlo1Ma^0nt£,t 'üdischcn Bevölkerung“! Berlin, 23. 10. 21. Dr. Siegmund Kaan«Uo£ f I