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Jüdische Rundschau · 1921-07-19 · Heft 57 (19.7.1921) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 57 (19.7.1921)
Date
1921-07-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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y4* ton Cd« erg ׳•et'• M.! & er- K >a: V., tu 10 u.!rs A. Kt rin 1. tx rd * rf Nr. 57 J U E Dl SCH E RUNDSCHAU Seite 409 eine Entspannung, eine Auseinandersetzung herbeiführci»? Kann ein Kongreß, der aus solchen Wahlen hervorgegangen, verjüngende, reinigende, befruchtende Wirkung üben? Wird nicht vielmehr, ebenso wie die Wahlen ztt einem Techtelmechtel zwischen den alten Parteitaktikern degradiert werden, auch ein so gewählter Kongreß nur die Aufgabe zugewiesen bekommen und erfüllen, zu allem, was unsere Führer in den letzten Jahren getan, oft in autokratisclicr Willkür (ich erinnere nur an das Abkommen Weizmnnns mit Jabotinsky betreffs der Legion), Ja und Amen zu sagen? Der Kongreß sollte die große Aufgabe haben, unsere Bewegttng 7.u verjüngen, Kritik zu üben, alte, veraltete ,,Größen‘1 zu beseitigen und die Bahn frei zu machen für junge Kräfte. Durch solche Wahlen, wie sic in Deutschland durchgeführt werden, wird dies alles von vornherein vereitelt, und der Kongreß könnte daun* fürchte ich, das werden, was die Jahreskonferenz war: eine Reunion der alten Leute — zu denen auch leider viele Junge zählen —, die im alten Geleise weitertrotten, ohne Impulse, ohne Ideen, ohne Mut, steril׳ und nutzlos im Ergebnis. Es ist sehr zu bedauern, daß die deutsche Landsmannschaft, die berufen wäre, durch ihre geistige Differenzierung vorbildlich zu wir- Ren — numerisch wird sie ja "bedeutungslos sein — ein solches Beispiel übelster Wahhnctlioden gibt. Die Autorität des Kongresses wird durch solche Wahlen nicht erhöht; der Ruhm der deutschen Landsmannschaft auch nicht. Nachum Gold mann. Ueber das palästinensische Parlament Aus Jerusalem wird dem J. C. B. mitgetcilt, daß sowohl in den arabischen wie auch in den jüdischen politischen Kreisen Einzelheiten über das geplante Parlanient mit großer Ungeduld erwartet werden. Verscliiedenc Gerüchte wollen folgende Einzelheiten als feststehend betrachten: Erstens die Zahl der Mitglictler der neuen Körperschaft wird größer sein als die des bisherigen Advisory Council (eine in Berlin weilende, in der palästinensischen Geschäftswelt bekannte Persönlichkeit nennt die Zahl von 30 Mitgliedern — A. d. R.), Zweitens, die neue Körperschuft wird von der gesamten Bevölkerung Palastinas gewählt werden, während das Advlsorv GouncU aus ernannten Mitgliedern bestand. Der Wahlmodus ist noch gänzlich imbestimmt. Drittens, über den Charakter der neuen Körperschaft zirkulieren verschicdene Gerüchte. Manche meinen, daß diese Körperschaft einen gesetzgebenden Charakter haben wird, andere dagegen glauben, daß sic nur eine beratende Funktion ausüben wird. Jedenfalls werden ihre Befugnisse weiter reichen als die׳ des Advisory Council.!!■■■■■■■■!)■■■■■ס■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ ■ ■ Bl Bf S Bewahrt die g s ■ Keren F)ajessod Die Legalisierung des Keren Hajessod in Rumänien Bekanntlich hat der Keren Hajessod in Rumänien unter verschiedenen politischen Schwierigkeiten zu leiden gehabt. Dr. Schwarzmann und f)r. Wilenski, die im Aufträge de; Direktoriums die Keren. Hajessod-Arbeit in Rumänien leiten, wurden beim rumanischen Minister des Aeußeren, Take Jonescu, wegen der Schwierigkeiten, die ihnen in Rumänien in den Weg gelegt wurden, vorstellig und ersuchten, bei den zuständigen Ministerien zugunsten de; Keren Hajessod zu intervenieren. Sie überreichten dem Minister ein ausführliches Memorandum über die Ziele und Aufgaben des Keren J lajessod und dessen Arbeitsmethoden. Der Minister versprach die Beseitigung dieser Schwa«- j rigkeiten und gab den Herren ein Empfehlungsschreiben i an sämtliche Behörden, in dem diesen nahegelegt wird, j die Herren Schwarzmann und Wilenski nach Möglichj keit zu unterstützen und auch nach deren Abreise die Keren Hajessod-Arbeit nicht zu stören. Keren Hajessod in Rumänien Bukarest, •1. Juli. (J. C. B.) Der in Galatz jüngst versammelte Kongreß der rumänischen Zionisten verpflichtete sich, noch vor dem Zusammentreten des allweltlichen Zionistenkongresses in Karlsbad die erste An- Zahlung von 3 Millionen Lei an die Keren Hajessod- Zentrale in London abzuführen. Keren Hajessod in M&rokkö Wie aus Larachc telegraphisch gemeldet wird, hat Dr. Benzion dort mit großem Erfolg für den Keren Hajessod Propaganda gemacht. Es wurde ein Keren Hajessod-Komitve gegründet. 80000 Francs wurden gezeichnet, von denen der fünfte Teil sofort eingezahlt wurde. (L. B. Z.) Mitteilungen des Keren Hajessod New-York Eine Anzahl Städte wie Chicago, P i 11 s b u ז g, Boston haben über beträchtliche Beträge in bar berichtet, welche in dortigen Banken während der Eriüllimg der selbstau!erlegten Quoten zur Verfügung gehalten werden. Die Popularität, welche der Fonds in Verhältnismäßig kurzer Zeit erlangt hat, wird am besten illustriert durch die Verschiedenheit der Plätze und der Verhältnisse, unter welchen Zeichnungen erhoben werden. In einer Reihe von Fällen spendeten jüdische Fabrikarbeiter in New׳ York ihren Verdienst eines ,oder mehrerer Tage. Manchmal haben die Fabrikbesitzer den gleichen Betrag wie den von ihren Angestellten gespendeter» hinzugefügt. Jüdische Soldaten im Lager Pike bei L i 111 e Rock, Arle, beriefen eine Versammlung ein, auf weither Qeld für den Keren Hajessod gesammelt würde. g Sie dlont als * » ■ 3 Ausweis bei den Kongreß-Wahlen! S a m m m ■aHBHBnaaaaaaaauDauBBEauDBeaBBaaanio■■■■■■■ Viertens, die Kompetenz dieser Körperschaft wird nur auf gewisse Gebiete beschränkt bleiben. Insbesondere werden durch die Verfassung die Interessen England s sowie die Intcressen des jüdisch-natio• n a I e n Heimes gesichert sein. Es wird angenommen, daß im Laufe des August alle mit der Vertretung Palästinas zusammenhängenden Fragen geklärt sein werden. Der Wirtschaftsausschuß (Board) für Palästina eingetragen Der Wirtschaftsausschuß für Palästina ist minmehr als eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ohne Aktienkapital eingetragen worden. Sein Zweck ist, bei der Entwicklung Palästinas in Uebereinstimmung mit den Vorkehrungen des Palästinamandates oder auf andere Weise zu helfen, die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte und die Entwicklung der Interessen der jüdischen Bevölkerung Palästinas zu fördern im Zusammen Schluß mit der Zionistischen Organisation oder einer anderen geeignetem jüdischen Vertretung, welche von dem genannten Mandat anerkannt ist oder anerkannt werden wird. Die Unterzeichner des Gesellschaftsvertrages sind: Sir Alfred Mond, Sir Robert Waley Cohn, S. J. Belisha, W. H. Samuel, James A. de Rothschild, W. S. Cohen und H. Hirst (Vorsitzender der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft). Die Präsidenten der Zionistischen Orga nisation und der Ica sollen jeder das Recht haben, je zwei Personen in das genannte Komitee zu ernennen. (J. C. B.) Deutschland Gesetz über die religiöse Kindererziehung Im Reichstage wurde der Gesetzentwurf über die religiöse Kindererzichung beraten und die Vorlage nach kurzer Debatte angenommen. Das Gesetz legt fest, daß über die religiöse Erziehung eines Kindes die freie Einigung der Eltern, die für das Kind zu sorgen haben, bestimmt. Die Einigung ist jederzeit widerruflich und wird durch den Tod eines Ehegatten gelöst Besteht eine solche Einigung nicht so sollen die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches entscheiden. Jedoch kann während der Ehe von einem Elternteil oline die Zustimmung des anderen das reiigiöse Bekenntnis des Kindes nicht geändert oder das Kind vom Religionsimtcrricht abgemeldet werden. Bei mangelnder Zustimmung kann die Entscheidung des Vormundschaftsgerichtes beantragt werden. Bei Vollendung des 14. Lebensjahres entscheidet das Kind selbst über sein religiöses Bekenntnis. Berichterstatter Abg. Dr. Barth (Do.), Chemnitz, führte u. a. aus: Die Notwendigkeit der rcichsgcsetzlichen Regelung war dringend. Wir haben auf diesem Gebiete in Deutschland dreißig verschicdene Rechte, die zum Teil antiquiert sind und aus früheren Jahrhunderten, ja sogar aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges stammen. Der Rcchtsausschu ß ist vom Prinzip der G e w i s s e n s f r c i 11 c i t und der Gleichberechtigung von Vater und Mutter ausgegangen. Die bayerische Volkspartei beantragte, im Ausschuß auch das sogen turnte Vertragsprinzip anzunchmen, wonach auch zukünftig Kinder- Erziehungsverträge mit rechtlicher Wirkung abgeschlossen werden können. Der Ausschuß jedoch hat dieses Prinzip abgclchnt, weil in jeder Bindung durch Vertrag ein gewisser Zwang liegt. Er hat auch durch eine Uebcrgangsbestimmung die Kindererzieliungsvcrtriige für gültig erklärt, die bis zur Verkündung dieses Gesetzes abgeschlossen sein werden, jedoch mit dem Zusatz, daß ein solcher Vertrag auf Antrag beider Elterntcile oder eines überlebenden Eltcrnteiles durch formalen Beschluß des Vormundschaftsgerichtes aufgehoben weiden kann. Wenn eine Einigung der Eltern nicht zustande kommt oder wieder auseinandergeht, 9011 die Norm des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht gelten, daß der Wille des Vaters den Ausschlag gibt, sondern es soll das gleiche Recht der Mutter zur Geltung kommen; eventuell 9011 das Vormundschaftsgericht entscheiden. * Das Reisen ins schlesische Grenzgebiet, insbesondere in den Kreisen Frankfurt a. O., Brieg, Namslau und Umgegend, ist nach Mitteilung des Ersten Landesgrcnzpolizeidircktors im Ministerium des Innern für Ausländer gefährlich, da die Landeskriminalpolizei- Behörden zur scharfen Uebcrwacliung aller in der Nähe der Grenze sich aufhaltenden Personen, insbesondere Ausländer, angchalten worden sind. Wir machen insbesondere Gewerbetreibende darauf aufmerksam, daß sie zweckmäßigerweisc Reisen nach diesen Gebieten unterlassen. Technische Ausbildung von Chaluzim Während man bisher tür die Ausbildung in landwirtschaftlichen Berufen wenigstens annähernd genug getan hat, ist es mindestens so wichtig, eine Aus- Bildung von Menschen in handwerklichen und technischen Berufen für Palästina zu schaffen, die vernachlässigt wurde, trotzdem gerade Deutschland mit seiner hohen lndustriccntwicklung alle Vorbedingungen für eine gute Ausbildung bietet. Aus diesen Gesichtspunkten heraus hat der Zionistische Arbeiter- und Handwerkerbund die Ausbildung von technischen Chaluzim energisch in die Hand genommen. Es braucht nickt gesagt zu werden, daß für den Aufbau Erez-lsraiüs technisch ausgcbUdctc Leute dringeiul erforderlich sind. Aus diesen Gesichtspunkten hat der Z io nistische Arbeiter- und H a n d w e r k e r b u n d zunächst den Anfang mit einer Schlosserei gemacht. Die C h a 1 u z- Schlosserei, geleitet von Herrn Schlosscrmcistcr Braun, ElisalK-tlistr. •15, untersteht einem Sachvcrständigcu-Kuratoriiun, das vom Verband jüdischer Ingenieure eingesetzt ist. Die Schlosserei ist für jede Art Kunst- und Bau- Schlosserei, aber auch neuerdings für Herstellung von Massenartikeln eingerichtet. Sic ist verpflichtet, nur Chaluzim nuszubüden. gehen 50 Prozent in das Eigen- Arbeiter- und Handwcrkcrbundes wird vertragsmäßig zur Enveite- und zur Unterstützung der beverwendet. Es sollen »n dieser Werkstatt in der Mehrzahl ostjüdische Leute, die bisher durch die unglücklichen Verhältnisse in Polen nicht in der Lage waren, ein technisches Fach zu erlernen, ausgebildet werden. Die Ausbildung ist aber abhängig von der Arbeitsbeschaffung. Es ist klar, daß eine solche Werkstatt ohne genügende Aufträge nicht bestehen kann. Es handelt sich hier nicht um eine Radimanuth-Angelegenheit, sondern um eine prompte, sichere und billig ausführende Schlosserei, wie jede andere Privatsdtlosscrei. Wir richten an alle Zionisten den dringenden Appell, ihre Schlossereiarbeiten durch die Cnaluz-Schlosserei ausführen zu lassen. Schlossereiarbeiten und Vergitterungen jeder Art werden gut ausgeführt. Zionisten, unterstützt durch Aufträge die Chaluz- Schlosserei! Unterstützt durch tätige Mithilfe schon hier im Galuth die Aufbautätigkeit für Erez-Israel. Misrachi-Konferenz Gelegentlich der Tagung des Großen Actk>r»s-Comites wurde eine Sitzung der in Frage kommenden Mitglieder der Misrachi-Exekutive abgehalten. Es wurde beschlossen, eine Misrachi-Weltkonferenz nach Karlsbad einzuberufen, welche am 28. August beginnen wird. Am 19. August wird im Schützenhaus in Karlsbad ein Büro zur Vorbereitung dieser Konferenz errichtet werden. Vom Reingewinn tum des Zionistischen über; dieser Gewinn rung der Werkstatt treffenden Giaiuzim eder ßaum für den JjerzlwalB bringt die jfiufforstung ]Palästinas der Durchführung näher!

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