Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-02-04 · Heft 10 (4.2.1921) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 10 (4.2.1921)
Date
1921-02-04
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652325--13760-2671515
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Europa, Amerika, Südafrika and Sonderverbände. Die ersten Berichte über den Verlauf der Arbeiten in zahlreichen Landesverbänden berechtigen zur Hoffnung auf einen sdiünen Erfolg der Schekel- Aktion, Schätzungsweise lassen sich jetzt schon eine Reihe von Zahlen auführen: Polen dürfte etwa eine Viertchnillion Schekalim absetzen. Laut Ziffernmäßigen Angaben vom vorigen Jahre, ist eine (ihnliehe Anzahl auch aus Amerika zu erwarten. Das zionistische Landeskomitec in der Tschecho-Slowakei hofft 25U00 Schckalitn zu verbreiten. Jugoslawien, das sich zunächst auf 10000 Schekalitn einschätzte, hat die Zahl bald verdoppelt. Im gleichen Sinne lauten die Informationen der Zio- /iiistischen Föderation in Südafrika, die die Vorbereitungen für eine besonders groß angelegte Schekel-Kampagne in der Zeit von Purim bis Pcssach getroffen hat, von ׳Kanada und ebenso von anderen Ländern. Mit besonderer Energie treten die Sonderverbände au die Schckcl-Kampague. Für diesen Zweck mobilisiert das Hauptbüro des Misraehi alle seine aktiven Kräfte, ln gleicher Weise rüstet das Verbandsbüro der Poale- Zion, wobei mit Genugtuung auf die Tatsache liingcwieäcn werden soll, daß die 15. Jahreskouferenz der englischen Poalc-Zion, die Ende Dezember vorigen Jahres in Manchester abgehalten wurde, eine Resolution gefaßt hat zugunsten einer energischen Durchführung der Schekelarbeit. Eine lebhafte Tätigkeit für die Schckclverbreitung entwickeln auch die Zentralkomitees der Zei'rc- Zion Palästina. Es sind alle Vorbereitungen getroffen, auch in Erez-lsrael in diesem Jahre eine Schekel-Aktion auf breiter Basis einzuleiten, ln jeder Stadt und in jeder Kolonie, sowie in jeder jüdischen Siedlung werden Sc 11 ekel-Komitees eingesetzt. Es erübrigt sich darauf hinzuweisen, welch hohe Bedcutung eine erfolgreiche Schekel-Kampagne in Palästina für unsere Sache besitzt. Die orientalische Judcnhcit. Eines der erfreulichsten und interessantesten Momente im Leben unserer Organisation ist die Wiedergeburt der sephardi sehen orientalischen Judcnheit, deren Entstehen und Fortschrciten wir im Laufe der letzten Jahre beobachten können. Die Balfour-Deklaration hat auch im geistigen Leben unserer sephardischen Brüder einen starken Umschwung hervorgerufen. Allem Anscheine nach stehen wir am Beginn einer neuen Epoche im Leben und Denken unserer orientalischcn Volksteile. Von Bagdad bis Persien, von den zerstreuten Gemeinden in Algier und Marokko, vom Balkan bis weit nach Nordafrika hinein, sehen wir das Werden und Entstellen einer tiefgehenden Nationalbcwcgung, das Erwachen schlummernder lebendiger jüdischer Volkskräfte. Insbesondere ist es die scphardische Jugend, die sich mit großer Begeisterung der jüdisch-nationalen Idee hingibt. Fast überall werden hebräische Schulen gegründet, hebräische Abendkurse und Diskussionsklubs, in denen die Probleme des neuen jüdischen Lebens, insbesondere des jüdischen Palästinas, behandelt und besprochen werden. Ucberall macht sich eine starke Tendenz fühlbar, sich mit den außerorientalischen Teilen der Judcnheit ideell zu verbinden und gemeinsam für die Sache des. jüdisehen Volkes zu arbeiten. Bedenkt man, daß diese Regenerationsbewegung weit mehr als eine Mil- Hon sephardischcr Juden umfaßt, so ist leicht erkenntlich, welch geistiger und materieller Gewinn der zionistische Gedanke durch die!Wiedergebürt und den Anschluß dieser unserer seit Generationen von uns ferngebliebenen Brüder, zu erwarten hat. Die Exekutive hat es für ihre Pflicht gelullten, Schritte zu unternehmen, um mit unseren sephardischen Volksgenossen in einen engeren Kontakt zu treten. Es kann mit Genugtuung festgcstellt werden, daß mit der Abreise des Hern! Dr. Ariel Ben-Zion, der vor kurzem im Aufträge der Zionistischen Organisation eine Reise zum Besuch der jüdischen Gemeinden in Marokko, Algerien und Tunis angetreten hat, der erste vielversprechende Schritt unternommen worden ist. Tunis. Nachdem sich in Tunis eine Zionistische Föderation mit Genehmigung der Behörden gebildet hat, ist auch dort eine Schekel- Aktion eingeleitet worden. Marokko. Es hat sich als notwendig erwiesen, das Arbeitsfeld in Marokko in zwei Gebiete zu verteilen: a) Fraiuösisch-Marokko. Man hofft, daß die Schwierigkeiten, mit denen unsere üesiniiungsgciiossen im französischen M a - rokko hinsichtlich der Legalisierung ihrer Arbeit wegen der dort bestehenden Verhältnisse zu kämpfen hatten, allmählich abnehmen, so daß die in Marokko existierenden Ortsgruppen sich in eine G esa 1111- Föd e r ,11 io 11 werden organisicren können. Auf Veranlassung des Vorsitzenden der Exekutive, Herrn Naluini So ko low, hat der französische Oberkommissar in Tunis sicli mit den Behörden in Marokko zwecks Ermöglichung und Legalisierung der zionistischen Organisationstätigkeit in Verbindung gesetzt. Einstweilen müssen die Ortsgruppen jedoch einzeln und selbständig arbeiten. Es sind folgende Ortsgruppen mit Schekelbloeks versehen worden: Casablanca, Rabat, Mazagan, Mogador, Makiließ, Marakesch, Saffi und Fez, Ebenso ist die nötige Zahl der Schekelblocks bereits rn die zionistischen Vereine in Algier und Tanger geschickt worden. b) Spanisch-Marokko. in den unter spanischem Protektorat stehenden Teilen Marokkos existieren zurzeit folgende zionistischen Vereine, die mit Schekalim versehen worden Sind: Ccnta, Melilla, Larasch, Tctuan und Arsila. Zwecks Erleichterung und Beschleunigung der Arbeit ist es notwendig gewesen, mit der Zionistischen Föderation in Spanien sich dahin zu verständigen, daß diese die zionistische Propaganda in den erwähnten Orten wie unter den anderen jüdischen Gemeinden in Spanisch-Marokko übernehmen soll. Im fernen Osten. ‘ Die einzigen Punkte im fernen Osten, mit denen die Organisation in mehr oder weniger regelmäßigem Kontakt stellt, bilden die drei bedeutenden zionistischen Stadtkomitees in: Wladiwostok, Tschita und Charbin. Wegen der unsicheren Postverbindungen ist das zurzeit in Schanghai (China) befindliche Zentralkomitee der sibirischen Zionisten beauftragt, die zionistischcn Vereine im fernen Osten mit Schekalim zu versehen. Außer den drei erwähnten zionistisehen Gruppen haben sich wahrend der letzten zwei bis drei Jahre zionistische Ortsgruppen, großtcnteils aus russischen Juden bestehend, in Maimatchcn, Mandschurien, Tientsin und Mukdcn gebildet. 1111 Zentralkomitee der sibirischen Zionisten in Schanghai mußte letztens eine Reorganisierung vorgenommen werden. Das Palästina-lnformations- und Immigrations-Büro, sowie das russische Preßorgan unserer sibirischen Gesinnungsgenossen ״Sibir-Palästina“, sind nach Charbin verlegt worden. Zwecks Führung der laufenden Geschäfte ist Gesinnungsgenosse Gubernik in Schanghai /״. rückgcbliebcn. Die Gesinnungsgenossen 1111 fernen Osten sind von der Exekutive auf den Beschluß des zionisti. sehen Stadtkomitees in Wladiwostok hingewiesen, wonach der Verkauf der Schekalim nicht gegen Rubel, sondern gegen japanische Währung erfolg und cs ist ihnen empfohlen worden, diesem Bei. spiel überall zu folgen. Georgien. Unser Verkehr mit dem;i0. iiistischen Zentralkomitee in Tiflis erfolg! durch Vermittlung von Konstantinopel. Die letzten Nachrichten, die aus Georgien ein. gegangen sind, gaben folgendes Bild von! dortigen zionistischen Leben. Im ganzen existieren ungefähr 30 zionistische Ortsgruppen. Der Einfluß der Zionisten auf allen Gebieten des jüdi. sehen Lebens ist ein enormer, im Nationalrat vier georgischen Juden gehören 40"״ der Sitze den Vertretern der Zionistischen Organisation. Noch bis vor kurzem konnten zwei zionistische Zeitungen in russischer Sprache erscheinen. Zuerst erschien ״Die jüdischen Nachrichten aus dem Kaukasus‘• und später ״Die Jüdische Freiheit‘•. Die Berg, juden, deren Zahl im Kaukasus .sieh auf etwa 00OM belauft, sind fast durchweg Zionisten und bc• künden das größte Interesse für die Wiedergeburt Palästinas, während die georgischen Juden, die etwa 40000 Seelen zählen, eine starke Neigung zur Assimilation mit der georgischen Kultur Ix■• künden. Der Einfluß der Aschkenasim, d. h. der aus Rußland cingewandcrtcn oder geflüchteten Juden, deren Zahl in der letzten Zeit wesentlich gestiegen ist, ist ein sehr starker. Wegen Nler Unsicherheit des Po-dvcrkchrs wurde von einer Scliekelseiulung nach Tiflis Ahstand genommen und das dortige zionistische Zentralkomitee beauftragt, die erforderliche Zahl der Schekelbloeks dort verfertigen zu lassen. Nach Beratung mit Gesinnungsgenossen, die mit den Verhältnissen in Georgien vertraut sind, ist der Preis des Schekels dort auf 500 georgische Rubel festgesetzt worden. Neubildung von Schekel •Komitees für die Zionistischen Flüchtlinge aus Rußland. Infolge der Ereignisse der letzten Jahre, haben sich in einer Reihe von Zentren zahlreiche Grup• picrungcu von zionistischen Flüchtlingen aus Ruß• land gebildet. Um nur auf einzelne solcher Orte hinzuweisen, sollen hier Schanghai und Konstant!‘- nopel erwähnt werden. Aber auelt in den curopiiischen Zentren bildeten sich in der letzten Zeit ähnliche lose und uiizusamtncnhängcncie Gruppen, die aus verschiedenen Gründen keinen Anschluß an die dort bestehenden zionistischen Zentralen finden können. Wir machen unsere Gesinnungsgenosser. darauf aufmerksam, daß es zionistische Pflicht ist, diese Elemente, die sich in ihrer Heimat größtenteils zionistisch betätigt haben, in ihren Zufluchtsorten zu organisieren und die nötigen Formen zu schaffen, damit diese üesinnungsgenossen der zionistischen Aktivität nicht verloren gehen. Am geeignetsten hierzu erscheint uns die Bildung von Schekel-Komitees für die zioiiistischen Flüchtlinge aus■ Rußland. Diese Komitees werden dafür zu sorgen haben, daß den zahlreichen oft nach vielen Tausenden zählenden Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben wird, ihre zionistische Pflicht zu erfüllen. Diese Schekel-Komitees unterstehen der betreffenden zionistischen Landesorganisation. Die Initiative zu ihrer Konstituierung niuä von den Ortsgruppen und Vertrauensleuten ausgehen. Kuf gesicherten Heira.t&tte tOr du jüdlcche Volk In PaÄ e״״״bj, ’uhli den sthekeי‘״'" ־ י61‘““”0 “8״

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.