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Jüdische Rundschau · 1920-11-12 · Heft 80 (12.11.1920) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 80 (12.11.1920)
Date
1920-11-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Es ist klar, daß tin1>׳' Form der ücldaufbriiigimg nicht von zwei verschiedenen Sammd/ciitrcu nebeneinander :tugewendet werden kann, da sonst die eine OrgaiiNation Mer andern Abbruch täte und sich so beide schädigen müßten. 1111 Inteiesse der allgemeinen großen Sache jvinl daher der Nationalfonds während der Dauer des Keren hujessod keinerlei Sainmelzweige, die sich auf der Be- Steuerung auibauen, propagieren,’) Andererseits aber ist von allen beteiligten Kreisen, besonders von der Lern• doucr Jahreskonfeieii/ die zentrale Bedeutung des J. N.-F. ausdrücklich anerkannt worden. Die Jalireskoiifercitz hat 11 a. folgende Beschlüsse gefaßt: ״Das Grundprinzip der zionistischen Hodc11|>olilik ist, den Boden, auf dem die jüdische Kolonisation! erfolgt, in das Gemeineigentum des jüdischen Volkes zu iiberliihren. Die Exekutive wird aufgefordert, alles aufzubicten, um diesen Grundsatz zur vollen Durchtülmmg za! bringe».“’ ״Der Träger der jüdischen Bodenpolitik in Stadt und Land ist der Jüdische Nationalfond*, Seine Ziele sind: durch Verwendung freiwilliger Volksspenden den Boden Palästinas in jüdischen Gemeinbesitz, zu überführen; den Boden ausschließlich in Erbpacht mul Erbbaurecht zu vergeben; die Ansiedlung mittelloser jüdischer sclbstarbeitcmler Elements.' zu ermöglichen; die jüdische Arbeit zu sichern; die ,Nutzung des Boden•* zu überwachen und der Spekulation entgegenzuwirkeii “ ״Die Kreditmittel der Zionistischen Organisation sollen in erster Reihe solchen Ansiedlern zugute kommen, die sich den Prinzipien des Jüdischen Nationalfoinls unterwerfen.•‘ Der Nationalfonds muß «Iso nach wie vor in der l äge sein, d,1s für die Nationalisierung des Bodens erforderliche Land in Palästina zu erwerben. Seine Sammlungen müssen unter allen Umständen, wenn sieh ihre Form auch vorübergehend ändert, in hren Grundlagen erhallen bleiben. Wir haben nun ein ausgezeichnetes Mittel, tun 11116 ner liureu den Keren Iräjessod gegebenen Situation .וnzupasse» und trotzdem die Organisation des Nationalirmus lebendig zu erhalten und aus.uibauen: Die Kleinarbeit. Sie war auch bisher schon die Grundläge unserer ganzen Sammeltätigkeit und ist noch imgeheuer ausbaufähig; denn sie konnte infolge der großereu Aufgaben des Jahres 1920 auch nicht annähernd ihren Möglichkeiten entsprechend durchgeführt werden. Wenn utiscrc Vertrauensleute dieselbe Energie, die sie 1 B. bei der Aufbringung des Landfonds entfaltet haben, nunmehr auf diese Kleinarbeit konzentrieren, daun wird zweifellos die deutsche NationalfonJs-Sammlung auch tut komineiulen Jahre sehr gute Erfolge erzielen. Um jedes Mißverständnis über das Verhältnis von Nationalfonds zu Keren hajessod zu beseitigen, erachten wir cs für notwendig, genaue Richtlinien für die Freunde und ein vollständiges Arbeitsprogramin für die Ver-!raiiensletite des J. N.-F. auf/.iistcllen. Dieses Programm, das in Uebcrciiistimrnimg mit der deutschen Leitung des Keren hajessod abgefaßt ist, berührt die Sammluiigcu »irr diesen Fonds in keiner Weise, es kann und 11111" — also völlig unabhängig von Um» resth>s dui'cligeführt werden. |l 6W י A. Kontingentierung , Entsprechend dm ganz konkreten Aufgaben des B öden Laufs und der Aufforstung, die der Nationalfonds in Palästina zu erfüllen hat, muß er von jctl-em Lande ein seiner Leistungsfähigkeit angepaßtes Minimnm an jährlichen Einnahmen erwarten. Es ist. daher unbedingt notwendig, daß auch im Jahre 1921 jede Stadt Deutschlands ein bestimmtes Kontingent aufbringt. Dies Kontingent wird diesmal natürlich unter Berücksiclitigung der Keren hajcssod-Aktion, ferner unter Zugrundclegun;; der bisherigen Jahrcssnrnme, der Anzahl der vorhandenen Zionisten und der jüdischen Steuerzahler festgesetzt. Die so errechncte, durchaus •auch erreichbare Summe muß unter allen Umständen eingebracht werden, wenn der Nationalfonds den immer dringender werdenden Anforderungen in Palästina geniigen, wenn also das Gelingen unseres großen Zieles nicht ernsthaft in Frage gestellt sein soll. Die Wege zu ihrer Aufbringung werden im folgenden gezeigt. B. Propagierung der ständigen Sammelmittcl 1. Sammelbüchsen Das Hauptmittel der Kleinarbeit bilden unsere Sammäbuchsen. Sie sind nicht nur unsere populärste Einriehtuiig, sondern siclicrn auch dem Nationalfonds über- *) Es ist selbstverständlich, daß alle bisher für da. Landfonds gezeichneten und noch, nicht bc zahlten Beträge nach wie vor für den Jüdischen National- Fonds einzuziehen und an Ihn ahzuführen sind. all, wo sie aufgestellt sind, eine ständige sich erfalmmgsgemäß von Jahr zu Jahr erhöhende Einnahmequelle. Zum Beweise führen wir nur au, daß die Büchsen midi im Jahre 1915 im I Jiirdi'.diniti •t M pro Leerung ergaben, während sie im laufenden Jahre bereits den Durchschnitt von 15 M. pro Leerung erreicht haben. Bedenkt man, daß cs sich liier um klärte und kleinste Spenden handelt, die jeder zu geben in der Lage ist, so zeigt dies, daß jede neu aufgestellte Büchse die Wirkungsnüjglichkeit des Nationalfonds in Palästina um einen testen’ jährlichen S.1־tz erhöht. Die Ergebnisse! können ferner noch um ein Vielfaches vermehrt werden, wenn die Anzahl der Leerungen im Jahre steigt. Es ist klar, daß durch jede neue Leerung der Inhaber wieder an die Büchse erinnert wird und daß in eine oft geleerte Büchse sehr viel schneller Cieki hineinkoinmt, als in eine, die selten und unregelmäßig geleert wird Es ergeben sich also für den Ausbau der Büchsen zwei 1 lauptforderiingen: 1. möglichst viele Neuaufstellungen, 2. möglichst häufige und regelmäßige Leerung. Zu 1. Es muß zu erreichen sein, daß jede jüdische Familie jedes von Juden bewohnten Ortes eine Büchse in ihrem Hause aufstellt. De Zentrale hält das für diese:« Zweck erforderliche Propagandamaterial an Flugblättern, Postkarten usw, bereit. Ein Weg dazu ist z. B., daß jeder Biicliscniuliahcr veranlaßt wird, neue Adressen für die liüehsenaufstelhmg anzug-eben. Unsere beiden neuen Bi'1 c h s cn f lugblii 11 c r, das eine an noch nicht interessierte Familien, das andere an nikbscninliabcr gerichtet, werden diese Arbeit wesentlieh fördern. Auf Wunsch werden auch besondere Benadmciiiigtmgcn über das Erträgnis der einzelnen Leerung verschickt. Zti 2. Es ist eine alte Forderung unserer Leitung, daß die Büclisenlccrutig viermal im Jahre stattfinden soll. Bis jetzt ist dies an den allerwenigsten Plätzen diirchgcfülirt. Da künftig׳ aber besondere große Aktionen, die die Zeit unserer Vertrauensleute sehr in Anspruch nahmen, bis auf weiteres nicht in Frage kommen, mul! eine erhebliche Besserung Ikerin erreichbar sein. Ls hieße auf sichere Einnahmen verrichten, wollten wir darin nicht bis an die äußerste Grenze des Möglichen gehen. 1 1 Genaue . Informationen über die technische Neuj gestaltimg der Biichsenprupaganda werde» den einzelnen : Ortsgruppen noch gesundere zügelten. Zur allgemeinen Information sei 1111!geteilt, daß zurzeit in . Deutsch• latul etwa 12 000 Büchsen — eine lächerlich geringe Zahl - aufgestcllt sind, die sich u. E. mit Leichtigkeit schon im Jahre 1921 um weitere 20 000 Stück vermehren lassen, wenn jeder Vertrauensmann auf unsere diesbezüglichen Intentionen esiigeht. Das würde bei einem Durchschnitt von 15 M. pro Büchse und hei dreimaliger Leerung allein aus Büchsen einen Ertrag von ca. 1 000 000 M. im nächsten Jahr ergeben. Schon aus dieser Aufstellung ersieht, man, welche ungeheuren Möglichkeiten die Büchsenarbeit bietet und wie wichtig daher ein großzügiger Ausbau dieses Sanmielzwciges ist. 2. Das Spendenbuch Eine große Rolle in der Kleinarbeit spielt auch das von uns bereits vor längerer Zeit neu herausgegebene S p e 11 d c n b u c 11. Das Spendenbuch ist dazu bestimmt, bei allen festlichen Gelegenheiten von einem unserer Vertrauensleute ©der Freunde den Gästen zur Eintragung größerer Spenden vorgelegt zu werden. Zur wirksamen Verwendung muß sich jede־ Nationalfonds• Kommission dauernd über alle derartigen Ereignisse in ihrem Bezirk auf dem Laufenden halten, sie muß sich die einschlägigen Daten ständig von unser» Oesiaiiuugs■ genossen, vor allem aber von ihrer G e in c i 11 d e oder ihrem Standesamt beschaffen. Wird dieses Material gut bearbeitet, so werden sich aus diesem Spenden• zweig ganz• erhebliche Einnahmen erzielen lassen; dem! bei derartigen Festlichkeiten bedarf es erfahrungsgemäß nur der cntspreclwiulen Anregung, um z. B. Gesamleintra• gungcu für das Goldene Buch oder solche für einen ganzen Garte» zu erzielen. Im Spendenbuch haben wir daher ein sehr gutes Mittel, utn auch weiter größere Beträge zu erhalten. Wir erwarten, daß jede Ortsgruppe, die es bisher unterließ, sofort ein Speiulejibudt bei uns bestellt. Eine genaue Instruktion über die beste Verwendungsart sowie Begleitbriefe für die einzelnen Anlässe stellt die Zentrale zur' Verfügung, 3. Der Spcndenquittungsblock Für die dauernde Klcinpropaganda ist der Spendenquittungsblock, den fast alle Ortsgruppen bereits in Gebrauch haben, ebenfalls sehr notwendig. Jeder Vertraucnsmnnn muß ständig einen solchen Block bei sich tragen, um überall Spenden für den NaliunalfomJs ordmmgsgcmäß quittieren zu können. Jedenfalls bitten wir aufs strengste darauf zu achten, daß immer eine genü• gende Anzahl von Blocks in jeder Nationalfonds-Kom• mission vorrätig ist. \ 4. Blankospeudcn und Spendcnbenachrlchtigungcn Um dem einzelnen Spender die Aufgabe von Spanden zu erleichtern, werden wir sogenannte Blankospenden herausgeben, die in Blocks von je zehn, das Stück mit 20 M. verkauft werden. Die künstlerisch ausgeführten ßlankctts können vom Spender mit einem entsprechenden Text entweder fiw das Goldene Buch oder für einen Baum ausgefiillt und bei privaten Au• lassen dem, zu dessen Ehrung die Spende bestimmt ist, überreicht werden. Die Blocks sind so eingerichtet, daß glcichzcit'g der Zentrale oder dem Vertrauens• mann ein gicichlautciider Text zur Veröffentlichung über• sandt wird. Die Karte kann also d.rekt als Geschenk verweudet werden, der Spender spart außerdem die zeitraubende Einzahlung bei der Bost, die aus technischen Gründen auch meist eine verspätete Veröffentlichung zur Folge hat. Die ebenfalls geschmackvoll ausgestatteten Spc»• d e b be n a c U r i cli t i g vi 11 gc n sollen diejenigen, denen die S|0en1le zugedacht ist, von der er• folgten Veröffentlichung in Keimtuis setzen. Sie werden auch einen kurzen Text über die Bc• deiituug des Natämaffonds erhalten u.:d so besonders in nichtzior.istischen Kreisen das lnteres»e für den Nationalfonds wecken. Bedingung ist, daß die Spender uns jedesmal nuUcilcu, oh und an wen eine Benachrichtigung, die de» vollen Text der Spende trägt, gesandt werden soll. Beide Einführungen ent• sprechen einem von vielen Seiten geäußerten Wunsch und werden ebenfalls, wie wir hoffen, zur Popularität des Nationalfonds beitragen. Näheres darüber wird noch veröffentlicht werden. 5. Goldenes- Buch und Caumspe&de In der obigen Propaganda zum Teil schon eilthalten sind unsere altbewährten Speudeuzweirge ,,G o I denes Buch“ und ״Bau ni spc nd e“. IXc Eintra• gun״ ins Goldene Buch kostet vom 1. Januar 1921 ab 100ü M., der Bat an 20 AL Die Erhöhung der Baum• spende entspricht den gesteigerten Unkosten und Löhnen in Palästina Wie sclion erwähnt, sollen lysomters bei festlichen Gelegenheiten ganze Eintragungen für das Goldene Buch sowie für tlärten erzielt werde» 6. Thoraspenden •Sehr wichtig für die Steigerung der Einnahmen sind auch die beim Aufruf in der Synagoge übliche■ Thorasptndcn. l'ebeiall, wo unsere Freunde zu solchen Spenden amegten, sind die Erfolge sehr gut• Wir erwarten daher, daß besonders unsere Vertrauen»•!eilte immer wieder an Sonnabenden imd Feiertagen Tlioraspendrt! für den N -I'. sammeln. Dadurch wird in den jüdischen Gemeinden sehr viel für die Popularität des N'ationali'oiuls erreicht. 7. Lichtbilderuni andere Vorträgs Wie bisher legen daß in kleineren und s wir auch weiter Wert daraut,;rößeren Znkeln regelmäßig Vorträge und Lichtbikiervorführungen über den Nationalfonds, und zwar über seine Organisation sowie über seine praktische Palästinaarbeit, veranstaltet werden. Solche Veranstaltungen berühren den Keren hajessod nicht, sondern diene« lediglich da,11׳׳, das Verständnis für den Natiuiulfouds zu steigern. Bei den Vorträgen soll selbstverständlich auch durch Sammelbüchse» und Spcndcnquittungsblocks für den Nationalfonds Se־ sammelt werden. Das erforderliche Material an Infonnationen wie an Lichtbildern stellt die Zentrale zur Verfügung. C. Gelegenheits-Sammlungen Nach wie vor bleibt es Sachedes Nationalfonds, zu Purim, zu Mcrzls Todestag, zu Rösch Hase 11 anall und Chauuka'li Sammlungen in mögliehst vielen jüdischen Kreisen zu veranstalten. Inshes,)»• dere ist daran gedacht, die Purim- und Uunukal!-Aktion durch Kinder durdtiführen zu lassen. Auel» soll im nächsten Jahr wieder, »her aut wesentlich breiterer Basis, die B ä d e r p ro p a g a n d n während der Reisezeit aufgenommen werden. Die Erfolge der letzten Rusch I iusehau.ih-Aktion, die in der Hauptsache auf schriftlichem Wege, d. h, durch Versendung von Aufrufen und Zählkarten, einen Betrag von etwa I2UÜ0Ü M. ergab, zeigen zur Genüge, wieviel bei entsprechender Unterstützung unserer Vertraucnstcutc hierbei künftig zu erreichen ist. Vor jeder Aktion werden wir rechtzeitig die erforderlichen Informatkmen erteilen. D. Innere Arbeit 1. Bildung von N.-F.־Kommissionen Die itn vorigen Jahre beschlossene Bildung vo» Nabonalfonds-Kommissionen ist erfreulicherweise in einer Anzahl von Orten straff durchgeführt worden. Sie ist gerade für die jetzt bevorstehende Kleinarbeit von ganz besonderer Wichtigkeit. IK-nn eine Kleinarbeit läßt sich erfolgreich nur durchführen, wenn sie technisch gut vorbereitet und eingetcilt wird, und d;s kmu» nur durch sicher funktionierende N.ationatfords-Kommissianen erreicht werden. Solche Kommissionen sind in allen Orte» mit wenigstens 50 Zioiüsten zu bilden; wo eine Ortsgruppe besteht, müssen sie von deren V0rstand gewählt werden. Die Wahl der Kcmmisson sowie jede etwa cintretcnde Adressen- oder Personen- Änderung ist der Zentrale jedesmal sofort mitzuteilen, und die Kommissionen müssen in

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