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Jüdische Rundschau · 1920-02-10 · Heft 11 (10.2.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 11 (10.2.1920)
Date
1920-02-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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-וזח. ..;;i טי41 מ:׳< "*DO >VvH) .... ׳ a. >aä e»W־As0» umi Vertag W.!5, Sltdtsliche Str. 8. Krauheint }׳*<!«* i>Wn»Utf und Kreit•g. Abonnement bei der F,*p־׳dition und de» i'üaUmtrra vie»te־-j*itrlich M. 6, - und 25 % Trn1ert1ne«n»fu-hlo׳״ m De»Ud»l»od, AtuSmi«״lmnnm1ent tu eiitaprrdtrmter VFührti4g. Nummer 11 Berlin, 10. 11. 1920 Ami■! v o 1s - V c rv; a 11 u n jj: Welt-Verlag־, Berlin NW. 7, DoroUieenitrAÜe 3S. Telephont Amt Zentrum 4814 u< 4815, Anzeigenpreis iur die amha^iMpnltane NonparmUczeil# 1.50 M., and *U*i Tcuöruntreui.hUg■, Anzeigenschluß: Ditnstag und Freitag nachmittag« 4 Uhr. u dm Telephon: Amt Uhtand 845 und 846. KosUdhcckitontot Berlin Nr. 17 392. Für Oesterreich: Pofttiparkaifcenamt Wien, Koöt• Nr. I5n(HO. Kür T*rh<*rhodow*kri: Poalüpark*«1enamt Prag, Konto Nr 156 030, HrdaktionaschlnQ Sonntag und Mil lwa<fi nariimittag. —י ■■ n ׳• mwia—Biaig■■ 21. Sch׳bat 5680 XXV. Jahr:׳. Dur r.l«niR1aaa enibrc'it für dnn jüdl(jc!»a Volk die Schaffung׳ einer öffentHch-rechtllcU ge»S«11®rten Hetroat&tt® In PnlüaUnn. ״Baader Programin“ A!) >14 3Ü3 סחר 1 (;')׳:0! 5700 7.0) 5C'0 0:׳' ״ 0‘. , vO'J' v'O 333 um 2ro 200 0״D ro׳ 200 UQ• 003 5101 (,'׳5 lOU 1200 '׳/.;I 11.0 HO) m 303 00־: 200 00,0? 12000 300 300 W 4Ctt 3000 20000 500 3000;11:11. t;u:h 1 Orlt 11:11 ier- One , heu 1 keil :;er des :!׳u' Zum Beginn der A.-C.-Tagung Wenn diese Nummer der ״Jüdischen Rundseli׳»־" in die I Sünde dev Leser gelangt, hat verniutlicl! in Loud.m die Sitzung des Großen Acutus- (Joimics bereits begonnen. Seit Schluß des Krieges ist in;illcn zionistischen Landsmannschaften und Föderationen der Wunsch laut geworden, daß die he:iilemii Körperschaften unserer Bewegung in diesen entscheidenden Monaten zusammentreten sollen, um in autoritativer Fcun der zionistischen Politik die Richtung zu weisen. Die zionistische Tagung die im Frühjahr vorigen Jahres in London staTtt.mil, ermöglichte nicht allen Landsmannschäften die Teilnahme. Aber auch aus inneren eirunden Konnte sie nicht den erforderlichen entscheidenden Charakter haben. Denn damals war der Augenblick noch nicht gekommen, wo die Einzelheiten des Mandats Großbritanniens und der Berechtigungen der zionistischen Organisation festgestellt werden konnten. Es ist bekannt, daß dam; die Jahreskonferenz einberufen wurde, daß aber die Leitung schließlich gezwungen war, sie abzns.igcn. Die Gründe für die Verschiebung lagen damals einerseits in der Unmöglichkeit für vcrschiedene wichtige Landesorganisationcii, zum fest* ge-cUta! Termin in gebührender Weise vertreten zu sein, vor allem aber in dem erwarteten Beginn der definitiven politischen Verhandlungen über das Mandat. Der Termin, der für die Jahreskonferenz ange-et/t war, ist längst vorüber, ohne daß die Mandatsfrage irgendwie gefordert worden ist. Die neuesten Nachrichten sind widerspruchsvoll. Einerseits hörten wir, daß der Rücktritt CI einen* ccjus eine neue.Verzögerung in den Mandutsver* haiHÜungen mit sich brächte. Andererseits wurde gerade in diesen Tagen initgcleilt, daß zur nächsten 'ihm»!« des VülUerbundrates die türkischen Delcgürten Ungeladen werden sollten, damit die Prohlemc der Türkei behandelt werden können. Jedenfalls tritt die Sitzung des Actions-Gomites, die erste aus allen Ländern besuchte zionistische Tagung sch Kricgsbcginn, rechtzeitig genug zusammen, um den gesamten Problemlvomplex, der mit der Mand a t s e 1׳ t e i 1 u n g und den jüdischen Rechten im Lande zusamincuhängt, zu erörtern und auf die von unserni Vertretern z.u stellenden Forderungen Einfluß zu nehmen. Ohne Zweifel wird auf dieser Sitzung die Opposition sich geltend machen, als deren Organ bisher der ,,Jewisli Chronicle“ erscheint, der freilich gerade in neuester Zeit sich in bemerkenswerter Weise dem Stand- - punkt der Leitung genähert hat. Wir hoffen, daß die Verhandlungen vom festen Vertrauen auf unsere gerechte Sache, das ehrliche Wort Englands und die bewährte Arbeit unserer Führer getragen sein werden und daß sie dahin streben werden, dem jüdischen Palästina alle diejenigen Bedingungen z.u sichern, die den Aufbau Palästinas als der Heimat des Judenvolkcs sicherstellen. Eine genaue Tagesordnung der Sitzung des Actions-Coinites ist bisher nicht veröffentlicht worden, Aber auch ohnedies zeichnen sich die Probiente klar ah, die in London einer Lösung nähergebracht werden müssen. Immer stärker macht sieh der Wunsch nach einem klar ausgearbeiteten Programm für die Aufbauarbeit in Palästina geltend. Die Finanzierung ebensowohl des Aufbauwerks wie der Organisation als solcher werden ernstester Beratungen bedürfen. Einen wichtigen Teil der Tagesordnung wird sicherlieh die Kulturfrage ausmachen. Unser verhältnistnäßig großes Schulwerk in Palästina bedarf weiteren Ausbaus, und gerade die Amsterdamer Misrachi-Konferenz hat gezeigt, wie akut heute diejeuigen Fragen sind, die die Erziehung der heranwachsenden Generation des Jischub betreffen. Auel! die Anpassung Ider zionistischen O r g a n i - sation an die veränderten umfangreicheren Verhältnissc, der Ausbau der Organisation zur Verfassung, wird ohne Zweifel die Tagesordnung beschuftigen. Man sieht, daß das Programm reichhaltig genug sein wird und man könnte es um ein Bedeutendes erweitern, wenn man zum Beispiel des ganzen Komplexes der Galutharbeit gedenkt. Emigration, Hilfswerk, nationale Autonomie, kulturelle Arbeit im Galutli, Schutz vor Pogromen und Boykotts: das alles sind Gebiete, die heute in den Bereich zionistischer Tätigkeit gehören. Wichtiger aber als alle Diskussionen und Be- Schlüsse erscheint uns die Tatsache, daß mit dem Beginn der heutigen Actions-Goinite-Silzung der demokratische Charakter unserer Bewegung wiedcrhcrgestellt worden ist. Wir hoffen, daß es die Sitzung für eine ihrer wichtigsten Aufgaben halten wird, diesen demokratischen Charakter dadurch sicherzustcllen, daß die baldige definitive Einberufung des Kongresses, mindestens aber der Jahreskonferenz, erfolgt. Wir grüßen die Tagung unserer Leitung und hoffen auf eine wesentliche Förderung unserer Arbeit in allen Gebieten. F. L. Zur Actioiis-Comitc-Sitzui!״ fahren aus Deutschland die Herren Prof. Warburg und Dr. Jacobsoii vom E. A.C., ferner die Herren Dr. Klee (A. C.), Struck, Dr. Ru pp in, wahrscheinlich auch Justizr.1t Dr. Boden heime r. Unsere Finanzen Von Richard Lichtheim, Leiter des Finanzressorts der Z. V. f. D. Ucber die Notwendigkeit der Geldbeschaffung für zionistische Zwecke ist seit Begründung der zionistischen Organisation in unserer gesamten Presse viel geschrieben worden. Der gute Zionist kennt die zahlreichen Aufrufe für unsere Fonds, Institutionen und gelegentliche Sammlungen. Wenn ich zu diesem Thema heute das Wort nehme, so geschieht cs, um allen deutschen Zionisten in kurzen Zügen darzulegen, wie unsere Finanzpolitik für die nächste Zeit aussehen soll, was wir erreichen müssen und w,׳. der Einzelne zu leisten hat. Daß die Anforderungen, die wir in Zukunft an uns stellen müssen, alles weit übersteigen, was bisher von uns aufgebracht wurde, ist klar. Wenn wir nicht wirklich Opfer bringen, d. 11. uns selber ganz empfindlich zu Gunsten zionistischer Zwecke besteuern, so werden wir am Aufbau Palästinas nicht ernstlich mithdfen können. Wir wissen, daß schon iin ersten Jahrzehnt Hunderte von Millionen Francs erforderlich sein werden, um das Kolonisationswerk in Palästina zu beginnen, ln welcher Form diese Gelder aufgebracht werden sollen, steht noch dahin. Unsere oberste Leitung wird erst dann zu bestimmten Vorschlägen hierüber gelangen, wenn die politische Lage völlig geklärt »nd durch Abmachung mit der englischen Regierung festgelegt ist, auf welchen Wegen und in welchem LJmfang die Kolonisation in nächster Zeit vorwärts gebracht werden soll. Man kann schon heute voraussagen, daß die bisher angewandten Methoden nicht ansrcichen werden, daß große Finanz-Institute geschaffen werden müssen, die wiederum nur zustande kommen können, wenn die gesamte jüdischc Welt und vor allein! die Finanzwelt Amerikas und Englands sich an der Gründung solcher lnstitutc beteiligt. Die Zeit, die noch verstreichen wird, bis eine solide finanzielle Basis für das große Kolonisationswerk gelegt ist, müssen wir als eine Uebergangszeit betrachten und die Lasten dieser Uebergangszeit liegen vollständig auf den Schultern unserer bisher in der zionistischen Organisation geeinten Anhänger. Es handelt sich darum, für die nächsten ein bis zwei Jahre einige Millionen Pfund aufzubringen, damit unsere schon bestehenden Institutionen Weiterarbeiten und ihre Arbeit wenigstens so weit ausdehnen können, wie die dringendsten Erfordernisse des Tages dies verlangen, ferner damit unsere Organisation, unsere politische Leitung, unsere vorbereitenden Komitees in London und Palästina Weiterarbeiten; können. Es ist klar, daß angesichts der heutigen Gcldveihältnissc die Hauptlast von den Zionisten Amerikas, Englands und Südafrikas getragen werden muß. Rußland, wo der Zionismus zur Zeit der Kerenski- Regierung einen so gewaltigen Aufschwung nahm, ist durch die Kämpfe und Revolutionen, die mit dem vorläufigen Siege des Bolschewismus endeten, als finanzieller Faktor für uns gegenwärtig kaum noch zu rechnen. Deutschland und Oesterreich können selbstverständlich bei den jetzigen GclUverliällnisscn auch nur einen kleinen Teil zu den Leistungen der Gesamtorganisation beitragen. Aber das hier gesammelte Geld kann bei geschickter Verwendung (insbesondere Warenankauf für PaUistina) doch sehr nutzbringend ve! wendet werden. Vor allem ist es uns ein moralisches Bedürfnis, an der Palästina-Arbeit der Organisation durch Beteiligung au ihren finanziellen Leistungen teil/;!- nehmen. Es erschcüit daher im gegenwärtigen Augenblick als unsere dringendste Pflicht, durch Förderung des P a 1 ä s t i n a ־ A u f b a u f o 11 d s, dessen Gelder ausschließlich für palästinensische Zwecke bestimmt sind, unser Schcrflcin zum Palästiuawerk beizutragen. Es wurde schon gesagt, daß die Kolonisation _ in Zukunft natürlich auf ganz andere Grundlagen gestellt werden muß. In der Uebergangszeit, in der wir uns befinden, bleibt aber kein anderes Mittel, als durch Sammlung in allen Ländern die Beträge aufzubringen, die jetzt sofort, heute und morgen, für Palästina erforderlich sind. Wir haben ja dort 40 landwirtschaftliche Siedlungen, wir haben ein Schulwerk mit über 300 Lehrern und 9000 Schülern zu erhalten, dringende sanitäre Verbesserungen sind unaufschiebbar. So mögen dam alte unsere Freunde und Gesinnungsgenossen in Deutschland sich darüber klar sein, daß die seit einigen Monaten in Deutschland cingcleitete Saturnhing für den Palästiua-Aufbaufonds, die bekanntlieh auch von nichtzionistischcr Seite gefördert wird, in den nächsten Wochen energisch dm-dhgeführt werden muß. Wenden wir uns nun von diesem d! iiigcudstcu Erfordernis des Augenblicks zu den Crundzügfn zionistischer Finanzpolitik, wie wir sie speziell in Deutschland in der Zukunft zu befolgen haben. Wir nehmen, wie schon gesagt, an, daß die Finanz.ierung des palästinensischen Kolon isations- Werkes künftig in ganz anderer Weise erfolgen wird, als cs heute im׳ Ucbergangsstadium mit Flijfe des PrJüstina-Aufbaufonds geschieht. Sicherlich ',erden unsere Freunde in Deutschland dann an der Beschaffung der Mittel für die zu gründenden Inetitutionen (mag cs sich um1 eine Nationalanleihe, mag es sich um große Aktien unternchniti ngen oder dergleichen handeln) nach Maßgabe ihrer Mittel und Kräfte teilnchmen. Höchstwahrscheinlich wird es sich dabei um einmalige größere Zeichnungen handeln. Daliehen aber werden wir ständig laufende S a m m 111 ״ g e n und B e i t r ä g 1• haben müssen, um das Kolonisationswerk zu fördern und die Organisation zu erhalten. Hier nun ist der Punkt, wo zeitgemäße Reform notwendig ist und eigentlieh schon eingesetzt hat. Mit Recht haben die Zionisten aller Länder bis jetzt darüber geklagt, daß zu häufig neue Sammhmgsfonnen eingeführt, zu viele Spezialfonds geschaffen worden sind, wodurch eine gewisse Verwirrung und Snminlungs- Verdrossenheit entstand. Eine gesunde Finanzpolitik wird daher darauf ausgehen müssen, die zionistisehen Sammlungen und Beitragszahlungen so einfach und übersichtlich wie möglich zu gestalten. Für Deutschland ist auf Initiative von Herrn Dr. Hantkc dieser Weg bereits besehritten worden. Die frülier üblichen Beiträge für der! Zentralfonds des A. C., Misclunar, Kriegsbeitrag usw. sind abgeschafft und durch eine einheitliche Zionisten- Steuer ersetzt worden. Für die Zukunft müssen wir uns bemühen, dieses System1 einheitlicher, übersichtlicher Beitragsleistnng immer deutlicher zu gestalten. Als Leiter des Finanz-Ressorts der Zionistischcn Vereinigung setze ich es mir zum Ziel, die Zionisten Steuer in ganz Deutschland so du rch zu f ii h ren , d a ß jcd e r 0rga - uisierteZionistdenscinen Vermögens- Verhältnissen entsprechenden .Steuersatz bezahlt. Einschätzungs-Kommissionen und sonstige staatliche Machtmittel stehen: uns nicht zur Verfügung, aber wir können annehmen, daß das Gefühl moralischer Verantwortlichkeit für die zionistische Sache heute in jedem wirklichen Zk>- nisten stark genug ist, um ihn zur rcgelmäßigen Zahlung dieser Steuer zu veranlassen. Der Mindestbetrag von 60 M. jährlich Ist bei den heutigen üekiverhältnissen in Deutschland so gering t; 1 1 j : I i 1 d 1 i t H Vf! ■!י 1!<3 i j! '■ I ' : I C; ■ : c

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