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Jüdische Rundschau · 1918-03-22 · Heft 12 (22.3.1918) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIII (1918)
Issue
Heft 12 (22.3.1918)
Date
1918-03-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12 >11׳ du iw■':, ז N1 ■׳n- ־c;'1 ׳■׳,, ‘ 1 ׳!,:■, U ig. cf׳: i;) -i-.'iie Iran!,. W \ { 11 i Da״, jii.Ü. jeder viluischeu VI. Al tr _!!;!! t i n!, Tele- IC 1 >,’ - hi* 10• fr;,;׳:• t’lsk■ Eh. 11• c miן fcM» tiv;׳w foii.cr 00 11• I;1* S Jo! Ni!• tenic* <FT ibiiii,! F Sion ־tikcl: sehen und י tung. zioiiis 1!)' MM.:!;- 1uf!»1' iY׳r• (it)fi jüde Un• ' den rusa- Leo V» f! ־ Igen* ״Zu ״h i־ s 11», sausc 11 ־ .eher; *hrtc «heb fei 01' lii« »ari.s Seile (i'l Irma durch «Ins cnglPdic Militär von der tiiZ-du*« Ke/riom11g besondere Bestimmungen getroffen wnreu, um die Rückkehr der Juden in ihr FleimaU.־mf »u erleichtern, lau(! Robert C (’ c i I antwortete: ״I ■!* Regie! ting 11:1! die ZioiiKtischc Oig.ini ation ermächtigt, eine Kein• inibStüU zu ernennfn, die die gegenwärtige l.«;fe der jüdischen Kolonien in Palästina studieren soll und wird deren Vorschläge mit Wohlwollen entgegcnndii!!«." 18. Februar fragte das Mitglied Richard 1. 3 in ■ Am braleidtiigt .isrtie I >ie bert den Staat v.ekretiir des Aeußeren, ob sri, die zionistische Kommission demn;iehst nach Palasiiir.1 zu eiiisende11 ,״ml wenn dies der Fall sei, was d׳׳!en Aufgaben seien und au» welchen Personen sie /n-nauneugesvt/t sei.!Icrr James ünlfour antwortete: ,,Oie Regie• me!. Seiner Majestät hat auf Frsnchvn der Zionistischen fh'gftiiisntiou in l'uglnnd gestaltet, «lall eine zioms Kommission in näclistcr Zeit Palästina besucht. Aufgaben der Kommission sind die Prüfung der gc- >:c»w,artigen Lage der jüdischen Kolonien in Palästina, die Organisiertiu!: des I lilfswcrks und die Wchmvaehnng der Wiialergiitmaclinug der Schäden, die dir /io- 11i>u»d1cn Kolonien während des Krieges erlitten kibcii, s!1 weit die Uinständc es gestatten. Die zionistische Organisation in England hat bereits־ die Herren Dr. Vf 1 i r. 111 a n n , Joseph! Co wen und Leon Simon Ihr die Kommission nominiert; es ist wahrscheinlich, daß noch andere Namen dieser Liste hiii/iigefiigt werden. doch i*t diese Krage noch in! Stadial« der Lr- WjigUlI״." Die Fortdauer der Pogrombewcgimg in Galizien die den ©sterrrirhpehea jud*11 rntisden. Naht tun ihre Freiheit kämpft diese Gruppe, f..v,uienv um die Macht, die b'reilieit der amleren iinterdnickcii zu können. F» in eine dringend׳* Notwendigkeit die Gctalir ab׳ aitlcukf », bevor er, an spät .wird.“ Die ״Z i c m i a L uliiBlu" zitiert aus der Krakauer Zeitung ״Nowj R e f u r m a“ folgende Nach• rieht aus T s 111 ׳ o!v (Cali/Jen) : ״Die Geheimorgaukalioa ״Schwarz«! Han d‘ .embu'ij und anderen Städten׳ Ostgali/jnis• t-dig hat jet/t auch unseren Kreis ergriffen. Wie mau von nußgrbcudcr Seite mittcilt, ist es in Kromzu anlLemitiVheii Ausschreitungen seitens der Bauernschaft gekommen.“ Im Zusammenbau!( hiermit!׳,vheiiil die Nachricht der in l.cmhfrg erscheinenden ukrainischen Zeitung ״Dilo“, zu stehen, die in einer Nummer der ״Iskra“ von! 10. März zitiert wird, «laß eine Gchcimoigani- «ation ״Seil warze Hand1', die sieb angeblich aus polnischen futelligenzkreisen rekrutiert, eine terroristiselie Propaganda gegen die Ukrainer führt. 1s scheint sich liier um eine gleichzeitige Hetze gegen Riitlicnei) und Juden zu handeln, bei der eine Vertreibung der J 11 (1 e 11 aus dem C 11 o 1 m e r1 Zeitungen in 1 ist, uns 11 i k verschiedenen polnischen׳ pngiert wird. Lin charakteristisches gang auf das Verhalten Nach Rücksprache mit ü y 11111 a s i 11111 u sollten Purim frei bekommen, daß sie sich sämtlich Schule einfänden. Am Gebiet (wie tu angedeutet) pro• Lidvt wirft der folgende Vorder Polen gegen die Juden: der Leitung׳ des C ho 1111er die jüdischen Mitschüler zu Es war nur verlangt worden, morgens für kurze Zeit in der Purim-Morgen wurde den Scliü- Die Demonstrationen wegen des Bccrt-Litowskcr Friedens, «lie die!,ölen aus unergniiidbaieii Ursachen als Vorwand für Judenpogrome bcmit/ten, sind längst vorüber, aber die Pogroinhcwegung dauert fori. Die Vcileituidung, die Juden hätten in ihren Wohnungen jrroEe NahrimgsniiUelvorräte aufgospeidieri, veranlaßt!: die Plünderung der jüdischen Läden. Scharen poliüscher!־'rauen drangen, zumeist am Freitag, in die jiidisehen Häuser ein und plünderten alles, was sie voi'fanden. In Stryj nahmen diese eigenartigen ״Haus• Midiungeii“ den Charakter roher Gewalttätigkeit an. Am H. März. clurchzojJ hier ein Straßcn/ug von 200 Ponierfraueu die Hauptstraßen der Stadt, s.e. plünderten unter dem Rufe ״Schlagt die Juden!“ die jüdischen Gesdiafle, bewarfen die vorübergehenden Juden mit Steinen und schlugen in den.besseren jüdischen Häusern nsd Cafes die Scheiben ein. Die Poale-Zion Strjjs ©rgmiisierten schnell einen Selbstschutz, der die jüdischen Geschäfte vor den verwilderten Frauen und den sich iJiucn aiisdiließendeii Gassenjungen schützte. Bw 2 Uhr mittags, also 5 Stunden lang, unternahm die Polizei nichts. ״Wir erhielten keinen Befehl“, erwiderte die Polizei, an die sich die Juden um Schutz wandten. Erst später wurden einige Patrouillen entsandt, die die Hoh'gane nuseinanderjagten. Die Berichte, die über diese Vorgänge in der Wiener Presse erschiene״, sind .zum großen Teil von der Zensur gestrichen norden. Heber ähnliche Vorgänge wird dem ״Lcmbergcr Tagbiait“ aus Przcmysl berichtet. Die Lcmborgcr Artzeit er, die die Eisenbahnstrecke Prz.emysl-Msr.a11a zweimal täglich benützen, haben cs sich als Zeitvertreib »w-erschen, den jüdisdien Reisenden die Reisekoi'fer Wfgv.uiielimcii, die Gegenstände' aus den Fenstert) zu werfen und auf die Juden erbarmungslos loszusclilngen, Fine große Zahl von Juden wurden auf diese Weise verwundet Diese unerhörten, schamlosen Umtriebe dauern nun sdtoit zwei Monate lang an. J)ie Przemyslcr Juden schließen ihre Zuschrift an da* Lernborger Tagblatt, in der sie Namen und Zeugen .m*'d>׳n, mit der Frage: ״Wird sieh endlich jemand finden, der an die Regierung heran tritt um! sie um eine klare Antwort ersucht, was sie zu unternehmen gedenkt, tun das jüdische Leben und das jüdische Vermögen in Galizien zu sdüitzcn? Sind wir Juden Oesterreichs vogelfrei und ist unser Gut und Blut ungeschützt?“ Diese bango Frage der Prr.cmyslcr Juden wird in der gesamten Judenheit, wohin nur die erschütternde Kuude dieser Vorgänge gelangen wird, ein Echo finden. Die jüdische ״Wiener Mo rge 11 zc i 1 u 11 g“ schreibt über diese verhängnisvollen Ereignisse in ihrem Leitartikel vom 15. März:׳ ״Ueber die kleinen und großen, sicherlich von füllrrnder liand organisierten Pogrome wollen wir schreien und Proteste gegen sic erheben. Wir ersuchen und bitte« die Zensur, diesen unseren gercd1(eu Schrei nicht zu unterdrücken. Wir hetzen nicht gegen ei« Volk, wir wollen niemanden gegen niemanden' aufreize«. , . Wir wollen das Unglück abwehre״, das sich tfoc* unsere Brüder in Galizien; zu entladen droht. W«־ müssen in der ()Öffentlichkeit sdircien, damit die Progromstifter ihre Taten nidit mehr verheimlichen könneu,“ ״Zuerst daditen wir, es seien bloß vereinzelte FäJle und zufällige Ereignisse. Es stellte sich aber heraus, daß es sich liier un» einen systematisch organi« sierten Uebcrfall auf alle Juden in einem großen Teile Galiziens handelt . . Der Bcridvt von Stryj ist bloß eine Illustration. Dasselbe geschieht jetzt fast überall , . . Da! Schrecklichste kann noch kommen . . . Wir erküren, .da polnische Volk ist eia friedliebendes und riAigc* Element, aber ein gewisser Kreis der Intelligenz, die madiüos kt, um sich an der österreichische« lern jedoeli von Seiten der Lehrerschaft erklärt, daß «ie in Polen seien und nur die■ polnischen Festtage zu feiern hätten. Wer die jüdisdien Feste feiern wolle, solle nach Palästina gehen. Hier sei Polen. Die Schüler der ersten (VI.) Klasse!iahen ah; Antwort gemeinsam mit ihren christlkUcii Mitsdiülern daraufhin gestreikt. Pogrome in der russischen Kriegszone Dem ״Jüdischen Preßbüro“ in Stockholm wird aus Peter«bürg telegraphiert: Während des Rüdkz.uges der russischen Truppen fanden in einer ganzen Reihe von Städten blutige Judenpogrome statt, fn der Frontzone ist eine jüdische S el bst scli ut *o rg* n i s at i o 11 in» Entstehen begriffen. Landrabbiner Dr. Gronemann •«!•t, ״Snweit, mibereden zu schreiben, Bünde zu schließen, Vorstand zu sie zog es vor, im Stillen zu schaffen und zu und ihre Hin- Die Nachridit von dem Dahinschcidcn des Herrn Lamlrnbbiner Dr. G ro 11 e in a 11 n wird in! weitesten Kreisen aufrichtigste Trauer licrvorgcrufen haben. Def Dahingeschiedene war nicht nur ein mit reichem Wissen ausgestatteler geistiger und religiöser Führer, sondern vor allem auch ein edler guter Mensch voll uiiermiiü• liehen Wirkens für die Annen und Enterbten. Dabei war er eine kraftvoll!• Persönlichkeit, die. völlig im Judentum wurzelte und keine Konzessionen machte, wenn cs die Erhaltung jüdischer Art galt. Dr. Groucmann wurde in Flötensteiu i. Westpreußen geboren. Er verlebte seine Kinderzeit zumeist in Gartz a. O., ehe er mach Könitz, kam, wo er das Gymnasium besuchte und absolvierte. Die Gartzcr Eindrücke im Hause seines Stiefvaters Rafael Karger, eines alten Ciiowew-Zion und treuen Anhängers Rabbi Elias Gutmaclicrs, waren bestimmend für seine Lebensrichtung, Der Geist edler brüderlicher Wohltätigkeit und treue• stcr Zionsliebc, der Karger beseelte, ist auch auf seinen Pilegesolui — Dr. Gronemaim hatte sdion ah Kind von 6 Wochen seinen eigenen Vater verloren — über־ gegangen, Nach dem Verlassen des Gymnasiums kam der junge Student nach Breslau und war hier Lieb• liiigsscliüler Zacharias; Frankels und üractzf. üifenbar unter Graetzcns Einfluß! hat er dann schon als junger Student in Breslau im studentischen Kreise eine jüdisch-nationale Rede gehalten. Der junge Rabbiner amtierte zuerst in Straßburg in Westpreußcn, dann mehrere Jahre in Danzig, bis er Ende Dezember 188 > als Nachfolger des damals verstorbenen Landrabbiners Dr. Meyer als Lindrabbi- 11er in Hannover eingeführt wurde. Das Amt als Landrabbiner hat der Verklärte 3*1■ Jahre lang in Treue verwaltet. Dabei hatte er trotz des großen Umfanges der mit der Staatsstellung! verbundenen verwaltiuigstechnischen, Arbeiten,■ die mit ständigen Insjiektionsreisen verbunden sind, ausreichende Muße für wertvolle wissenschaftliche Arbeiten gefunden. Erwähnt sei, außer einer Arbeit aus der Geschichte der ltcbräischeu. Gramatik, sein Buch! über die Jona- 111 an sehe Pentateuch Übersetzung, seine für praktische Ritualbcdiirfnissc bestimmte Arbeit ״S i m cho Schlom im“, ein Band geistvoller Prc* digien, vor allen Dingen aber?■ine Reibe gcnca« logischer Studien, die für die Geschichte der Juden Deutschlands von wert toller Bedeutung sind. Ganz besondere soll daran erinnert werden, mit welch regem Verständnis! und treuem Wohlwollen Dr. Gronemann von Anfang an der zionistischen Bewegun״ gegenüber gestanden hat. Unvergessen bleibt ihm, daß er unter Einsetzung seiner ganzen Persönlich*, lichkeit uad Autorität im Mai 1893 auf der Rabbiner konf eren 5 zu Berlin Protest einfcgtc gegen die Annahme jener bekannte®!, de» Zionismus verurteilender) , Resolution. Dr. Oroaeme.sa hatte vrSffend «einca g&3zts Wir■ ke«s, besonder«?,her!:!teil •dt Krlc^sbegls», 6«la ÄKgcn׳ merk dm von der al'.ivt!ni iiH'f. WohliahiUptl1 ,;e lutni, vernschlasjijden auslämlisehe״ Juden gewidmet, l.r su־.a ihnen mit Rat und Tat Nur Sei 10 und war bcsoiukis dm Kr!«״״•»:)״«)?;!.׳!)־! ein vätertieher Freund «<״d IK־׳‘ rat er. Lamlr.ibliincr Dr. Grom'inanu war emer v<m den geschlossenen, echt jinli'-il»>'1t PatriareliengestaUen, ■111!innen das deutsche Judentum leider keinen Ueherin!■ hat. Audi in uneemii Kreise wir«l das Anden, on den *iifrecliteii Main' und warmlu r/igeii l'ieu־׳ I ׳!•״ 8erer Siche nidit crlö!«he!1. ✓!da Goitcfii (/ti ihrem sieh/gsten (icbuitstag) ln diesen l agen feiert l r.m Fla (j o i t e i 11 ihre« siebzigsten Geburtstag. Uw Mmuihvinwr Oitsgnigpe ließ sie zum Zfidicn dankbarer Ge*■iniiung in das Goldene Buch des Jüdischen Nalioiialfomis eintr.igeii. Wenn Wir Jtulcn aber ein Volk wären, das Aiut und \V1nde11 zu vergehen hat, so würden wir ihr heute einen Ehrentitel schenken. Und lauten müßte er: ״Mutier m Israel."' An ihr allerpcrsönliclistcs Lehen will ich ganz f:uel1tig nur rühren. Es hat ihr tiefstes Gluck gespendet und viel zu früh war ihr der strahlende, schöne Mann — Habbincr in Karlsruhe — gerauht worden. Und dieser grauenvolle Krieg hat ihr den Abend ihres Lehens zerstört, denn er nahm ihr den einzigen, prachtvolle» Sohn. Doch kein Mensch, der diese seelcnstarke Frau in ihrem Kummer sprach, hörte ein verzweifeltes oder anklageiules oder gar arbeiismüdes Wort. Die Liehe zum Judentum hielt sic aufrecht. Um des Volkes willen blieb sic stark. Ein jüdischer Dichter schrieb in einem seiner besten Dramen: ,,Solange es eine Kunst ist 08 wert, zu leben“. Sie sagte und fühlte: lange es Arbeit für mein Volk gibt, .ist cs zu leben." Einem größeren Kreise ist diese seltene Frau kamtt. Sie überließ es anderen, öffentlich zu mul sein leisten und durch ihre Persönlichkeit gäbe fiir ihre Ideale zu werben. Sic ist eine ausgesprochen so/iale Natur, der das Vcrantsvorüiclikeitsgcfiihl ״koi Jisrael awerim י^,, La •ge angeboren ist. Dieses Gefühl und ihr feines Vorstandnis für den Wert und die Psychologie des ösdieheu Juden muß sie sehr früh, noch ehe Herzls bestrickende Persönlichkeit erschien, zur Ziomstin gemacht haben. Sic stand allein, denn der Zionismus war damals in Siiddcutsehlnnd und besonders in der orthodoxen Umgebung, in der sic lebte — für seine Bekenner gleich einer ״heimlichen Liebe, von der niemand nix Weiß.“ Sie aber hat eine Generation von Zionisten licrangebildet, und sie, die mit frommer, aber so leichter Hand säte, sieht heilte die Saat ihres Ackers in voller, reifer Ulüthc stehen. Ihr Er/.!elm11gspri!1/ip war vollkommene seelische und geistige Freiheit, ihre cigcneu Anschauungen sollten durch die Kraft ihres lebten Beispiels wirken und das taten sie auch, viele der Freunde ihrer ,Kinder!!lieb cs eine leben»- längliche Lehre, wie sie ohne Worte das 4»eld seiner Herrschaft beraubte und einer ideal gesinnten Jugend bewies, daß der Erwerb innerlicher, geistiger Werte ganz und׳ gar nicht von Besitz bedingt sei. Von sehr d doch kulturlosen Häusern kam man in ilu־ puritanischen Heim, «las, beinahe asketisch, keinerlei Geräte-, Möbel- und Klddungskomfort enthielt, nichts von jener äußeren Kultur, die zu viele Juden mit ir Kultur verwechseln; doch jedes wertvolle alte oder neue Buch, jede Erscheinung geistigen und kirnstlerisclic» Lehens fand dort einen Widerhall. Unvergeßlich bleiben die Abende in ihrem Klause für alle, deren Kindheit mit der Kindheit der Goitcüischcn Kinder eng verschwistert ist. Weit ihrer Zeit voraus, war schon damals ihr ganzes die rein ehnritative Hilfe für die Arme in geordnete soziale Tätigkeit zu verwandeln. Ihre stille und stete 1 lilisbcreitschatT, mit der sic immer das übernahm, was kein anderer tat, bewies immer aufs Neue ihre tiefe jüdische Mütterlichkeit. Ihr Ulealismu» setzte sich niemals in Worte um, immer in Taten. So vvar ihr, als sic später ihrem zionistischen Ideal in Heidelberg und Mannheim freier leben konnte, keine Arbeit zu gering, wenn sie dem Volkswohl geweiht war. diesen Städten der Jüdische Nationalfond a» zusanimenbraclitc, ist und war ihr alleiniges ihrem fast naiven Glauben an die angeder Menschen konnten auch die Oberflädiliehen und Lauen kaum widerstehen. Unermüdlich wußte Helfer für ihre jüdische Arbeit zu . zionistischen Tätigkeit war sie Begründerin einer ■■*־ ־* ' ־׳ nuistergiltig organisierte. Sie ist Mitbegründer«! Jüdischen Fxaucnvcreiniguiig in Mamiheü ge- Für Streben, eine Was tu Spenden Verdienst, bornc Güte sie Freunde und finden. Neben ihrer .״. ..... jüdischen Brockensaminlung, die sie ־ .. der .. in Mannheim und der Mannheimer Kinderstube, die selbst im Krieg viele jüdisehe Kinder tiigbth speist, ־" ‘ Geiste zu erfüllen sucht. Was wären wir und wo wären wir denn, wenn wir nicht solche Mütter besäßen, mit solch unchrgcl/iger, unirdischcr und ganz dem Erdendasoirt anderer gewidmeter Mütterlichkeit. Daa Individuum war Id* Goitein immer Glied des Ganzen, wie sie sich seSwt nur als Dienende •in Bauwerke de« Volksdaseins betrachtet. Heute, wo ihr Solu! m Iv spreche« fl L י' «!•■ '־- Pflegt und mit jüdischem »nd (Luken keine käst Worte juch! für die mibe-

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