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Jüdische Rundschau · 1916-12-15 · Heft 50 (15.12.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 50 (15.12.1916)
Date
1916-12-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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____■ 1 , ■ 1 1^11111111 1'WlUU'Unii W11-" lens sind. Ein zionistischer Schulrat in Warschau Dom Kuratorium der zionistischen Volksschulen in Warschau wurde ein Sc 11111 rat beigegebeti, der von den Lehrern dieser Schulen gewählt und vom Kuratorium bestätigt worden ist I>er Schulrat wird folgende Aufgaben hahen: 1. Herstellung eines einheitlichen Lehr- Programms, 2. Durchführung dieses Programms und 3. Aufsicht über die innere Ordnung der Schulen. Durch häufige Zusammenkünfte mit den Lehrern wird der Schulrat sich bemühen, die Laue der Schulen zu bessern, für die materiellen und geistigen Interessen der Lehrer Sorge zu tragen. I>cr Schulrat besteht aus den Lehrern O u 11 in a n n , J a I f e , Kaplan Und Rasvilowski. IHe jüdische Presse aller Richtungen hegrübt diese neue zionistische Hinrichtung. Von den Wahlen in Lublin Pie Wühler der Stadt Lublin, die sich in die Listen eingetragen li.ibcn, smd in folgender Weise auf die einzelnen Kurien verteilt: in der ersten Kurie 9 Juden und 1(18 Christen, der zweiten 4989 Juden mul 1180 Cliristeil, der dritten 220 Juden und 1815 Christen, der vierten 13S Juden und 027 Christen, der fünften 1521 Juden und 0050 Christen. Auf diese Weise können die Juden, die 08״/״ der Gesamtbevölkerung der Stadt ausmachen, nur auf die Wald von 15 jüdischen unter den 00 Ratmüiimru dir Stadt rechnen, und zwar; in der zweiten Kurie auf 10, in der dritten auf 1, in der vierten und fünften auf je 2 jüdische Ratmanner. Vorläufig gelang es nicht, eine Verständigung zwischen den nationalen und assimilatorischen Kreisen zu erzielen, Untcr den breiten Schichten der jüdischen Bevölkerung, die bei den gegebenen Verhältnissen wenig Hoffnung auf die Durchführung der Wahl ihrer nationalen Kandidaten haben, macht sich eine gleichgültige Haltung den Waiden gegenüber bemerkbar. Vom Hilfswerk im österreichischen Okkupationsgebiet Ende November fand in Lublin eine Beratung der jüdischen Kriegsliilfskomitces im österreichischen Okkupationsgebict statt. Pie Beratung hatte die Rcorganisation der Verteilung der aus Amerika geschickten (iclder zum Zweck. Es waren ungefähr 70 Delegierte anwesend. Als Vertreter der Wiener Allianz wohnte der Beratung Herr I>r. Kaminka bei. Trotz der groben Anzahl der Delegierten, die die |>o!nische Sprache nicht frei beherrschen, wurden die Reden mul Debatten aussclilieblich in polnischer Sprache geführt. Nach Anhormig aller Berichte wurde auf Verlangen des Herrn Pr. Kaminka den Delegierten, die sicli über die bisherige Tiitigkeit der Komi.ces äußern wollten, der Vorschlag gemacht, sich der jidiselien Sprache zu bedienen. Der Delegierte aus Pctriknu, Herr Rappaport hielt dann eine eingehende Ansprache, in der er die tendcnziöse Tätigkeit der Assiinilanten, die in den Verteihingskomitees tonangebend sind, einer scharfen Kri• tik unterzog. Er beschuldigte die Leiter der Gcldvcrteilung, daß sie die amerikanischen Gelder für assiinilatorische Zwecke benützten, und die Unterstützung denjenigen Wohltiitigkeitsgescllschaften verweigerten, dio von den nationalen Kreisen geleitet werden. Diese Beschuldigung, die mit Tatsachen belegt wurde, hinterließ bei vielen Versammelten einen tiefen Eindruck. Es wurde beschlossen, in Lublin ein zentrales Hilfskomitec nach dem Muster des österreichischen Jüdi- 4. La culturc de!’״ränge en Algier, von Trabut, übersetzt von Agronom Ecldmann. 5. Les Eukalyptus, von R. de Notcr, übersetzt von Agronom Feldmann. 6. 11 Carrubo, von Professor Francesco Castro, übersetzt von Agronom Wilkansky. 7. Düiigerlchn“, von Stutzer, übersetzt von Lehrer Auerbacli 8. Geflügelzucht, American Bulletin, übersetzt von M. Lewin.' b) Aktuelle Tages fragen (Sammclbuch): 1. Die Hauswirtschalt der Kolonisten, a) Die Bedeutung der Hauswirtschaft, Wilkansky. b) Die Milch in der I lauswirtscliaft, Wilkansky. c) Das Gemüse in der Hauswirtschaft, Krause. Mikweh- Israel. d) Das Gemüse in der Jordanebene, Frau Dr, Schoehat. c) Geflügelzucht in der Hauswirtschalt, Lewin, Benschemen, f) Bienenzucht in der Hauswirtschaft, Lifscliütz, Petach Tikwah. g) Obstliäumc in der Hauswirtschaft, Agronom Brll. h) Die rationelle Ernährung unter den gegenwärtigen Verhältnissen, Dr, Pickliolz, Petach Tikwah. c) Mitteilungen aus der auswärtigen Landwirtschaft: 1. Brii: über Orangcnkultur, Mandel-Baumwollpkurtnttionen in Kalifornien, 2. Krause: über Joliannisbrotkultur in Cypertt. 3. Wilkansky: über Oliven, Mandeln und Obst bäume in Italien. d) Monogra phien: f. Aharoni, Zoologe: Die Heuschrecke in Palästina. 2. Winnik, Chemiker: Die physikalische und chemische Zusammensetzung unserer Böden in Palästina. 3. Winnik: Düngerversuche, ׳rWn I - Vt I M/m 11 um je mit 1 cimbiui mis jvtivm tJt/UveriHnui'l wurde gewählt, die die Verteilung der aus Amerika einlaufciidcn 1 Iilfsgoldcr zür Aufgalie hat. Unfer anderem wurde auch beschlossen, die unter der Redaktion des Herrn Recht Schaft erscheinende jüdiselic Wochenschrift in polnischer Sprache ״Mysl Zyd«> ws kn“ vom 1. Januar in eine Tageszeitung zu verwandeln, die die Interessen der Juden zu schützen berufen seun wird. Die Ben-Awigdor-Feier An der anläßlich der 25 jährigen literarischen und verlege rischen Eiligkeit B c 11 - A w i g d o r 8 (A. L. Schalkowitsch) veranstalteten Jubiläumsfeier, die am <). Dezember im Lokal des jüdischen (iymnasiums von llurwitz in Warschau stattfaiul, nahmen die Vertreter der hebräischen und der jidischen Literatur, der zionistischen und der allgemein-nationalen, Oeifentiiclikeit sowie Delcgiertt• vieler jüdisch-kultureller und -professioneller Institutionen Warschaus und der poliiisduii Provinz teil. 111 seiner hebräischen Eröffnimgsrede stellte Herr F. Lac ho wer die Feier als Festtag der hebräischen Literatur dar, die durch die rastlosen Anstrengungen des Jubilars ihren heutigen Hochstand erreichte. Per Vorsitzende Herr M. J. Frcid, der Vertreter •der Zionisten I>r. K Tu m c 1 und der Schriftsteiler 1 ülel Z e i 11 i n schilderten die Verdienste Ben- Awigdors um das jüdische Verlagswesen und die Verfeinenmg des jüdischen literarischen Geschmacks. Im' Namen der jüdischen Schriftsteller sprach der hebräische Dichter Jakob K a 11 a 11. S. Stupuitzki und D. Zc- 111 a e 11 hoben hervor, daß um die Person Ben-Awigtlors, dessen I lebrnisnius außer Zweifel stehe, der aber gleichzeitig auch um die Entwicklung der jidischen Literatur große Verdienste habe, sielt Vertreter beider Sprachen der jüdischen Literatur scharen konnten. In einer eingehenden Rede gab Herr Nacltum Goldmann eine erschöpfende Charakteristik der Persönlichkeit des Juhilars. Die kurze, eindrucksvolle DnnkrOde Bcn-Awigdors, in der er von den Pllichten der jüdischen Ocffcntlicltkeit der hebräischen Literatur gegenüber sprach und die Meinung, die Entwicklung der jidischen Literatur sei eine ticiahr für das Gedeihen der hebräischen, als Vorurteil kennzeichnen׳, wurde von den Versammelten mit langaiihaltendem Beifall begrüßt. Unter den vielen Begrüßungen, die verlesen wurden, waren auch Begrüßungsschreiben vom Zion i s t i s c 11 c n A k t i o n s - K o rn i t e c, von der ״LI 4 - stadrutli“ zu Berlin, vom Warschauer Zionis t e 11 k o 111 i t e e , vom Verein jüdischer Literate 11 und J o 11 r n a 1 i s t c n in Warschau, von vielen jüdischen Redaktionen usw. Der Jiiliiläums-Ausscliuß, der aus 22 Mitgliedern, Vertretern der verschiedenen Richtungen der jüdischen Literaturwelt besteht, beschloß anläßlich des Jubiläums einen Fond für die hebräische Literatur auf den Namen des Jubilars zu gründen. Adresse für Geldsendungen; Bankhaus D. M. Schcrcschcwski (für den Ben-Awigdor- Fond), Warschau. Vom Jüdischen Nationalfond Die Spendciicinnahmen des Jüdischen Nationalfonds betrugen int Monate November 58047 M. Folgemle Länder haben hierzu beigestcuert: Oesterreich 17 006 M. (davon 2831 M. aus dem besetzten Gebiet), Deutschland 10 934 M. (davon 2180 M. aus dem besetzten Gebiet), Nord-Amerika 9921 M., Ungarn 3196 M., Holland 3101 M., England 2503 M., Belgien 1208 M., Schweiz 1143 M., Süd-Afrika 987 M., Südslavischc Län- 4. Wilkansky: Düngungsvcrsudie und Bodcnbcarbeitimgsmctliodcn. e) Schöne Literatur: 1. Hermann und Dorothea, von Goethe, übersetzt von Sdi. IScn-Zioii. 2. Zincha Snolbaaeken, Björnson, übersetzt von A. Barasch. 3. Aus lettres de mon nioulin, A. Daudet, übersetzt von J, Slcinberg. 4. Siebenschläfer, Jensen, übersetzt von Tcmkin. 5. Anna und ihre Kuh, Jensen, übersetzt von Teinkin. 6. Sonntagsruhe, Jensen, übersetzt von Tcmkin, 7. Mackars Schlaf, Korolenko, A. S. Rahinowitz. 8. Altvätcrl, Gutsbesitzer, Gogol, übersetzt von Posnansky, 9. Romeo und Julia im Dorfe, Keller, J. Rahinowitz. 10. Kanada, Holitschcr, übersetzt von J. CI1. Brenner. 11. Kleine Geschichten, Björnson, übersetzt von M. Wik kansky. Das erste Buch det Bibliothek ist bereits erschienen. Es handelt über die Hauswirtschaft des Kolo* nisten. Die Beiträge hierzu stammen von Herrn Agronom Wilkansky, Herrn Agronom Krause, Direktor der Ackcrbmischule in Mikwch-lsracl, Herrn Agr, Bril, Vertreter der J. C. A., Herrn M. Lewin, Leiter der Bienen- und Hühnerzucht in Bcnschenien, Heran Sch. L i f s c h ü t z, Leiter der Bienenzucht und Lehrer in Mikweh-Israel sowie von dem Leiter der landwirtschaftliehen Mittelschule in Petach-Tikwah, Herrn Dr, Pickholz. Das zweite Sammelbuch wird über die Arbeitak ü c 11 e n handeln. Die Sanimelbüchcr sollen nicht nur den Zwcdk verfolgen, aufzuklären, sondern auch In Verbindung mit späterer praktischer Arbeit gebraucht werden. Dies ist im Einleitungsaufsatz zum 1, SammeW buch von Herrn Wiikan3ky besonders betont worden. "cifenia 11(1' (S.W)f!TKT) 32 ־V M~, Frankreich1 ) ־ums) 297 M, 1 Rußland 193 M. ' I Anläßlich der bevorstehenden Chanukkahtagc wy. I den in den meisten Ländern besondere Sammlungen *g. I gunsten des Jüdischen Nationalfonds sfattfinden. Her- 1 vorgehoben sei der in den Vcrcinig:en Staaten von I Amerika nunmehr zu einer ständigen Einrichtung ge- I wordene National f o!1 d-Flaggcntag anläßlich Chamikkah, der sicherlich dazu beitragen wird, du׳ jg den letzten Monaten zurückgcgangcncn Einnahmen jg Amerika wieder auszugleichcn. '! Zu dem minimalen Resultat des Natiorialfonds Bei. t träges aus Rußland muß ergänzend bemerkt werden daß /.war größere Geldsummen in Rußland gesammelt worden, diese alaer aus technischen Gründen bisher nicht in den Besitz des Nationaliorids-] lauptbureaus gelangt sind. Trotz der schweren Zeiten bemühen sich die Palästinafreuiide in Rußland, wie übrigens auch in den besetzten Gebieten von Polen, dem jüdischen Volk», schätze ansehnliche Beiträge zuzuführen. Die Landspende des Jüdischen Nationalfonds Der in der heutigen Nummer veröffentlichte Artikel über die A u f g;1 b e n unserer Land• spende, dessen Verfasser, Herr Agronom I. Oe ttinger, über eine reiche fachmännische Lrf.ih• rung auf dem Gebiete der palästinensischen Kolonisation verfügt, zeigt jedem unserer Gesinmnigsgenossen von neuem die außerordentliche üedeutung dieser Landspende. Er beweist zugleich, daß es sicit hier um eine wohldurchdachtc, auf gesunder realer Basis aufgebaute Aktion handelt, die bei ge* nügender Unterstützung durch unsere Freunde einen sicheren Erfolg verspricht. Es bedarf keiner Erörtcrung darüber, was die Verwirklichung des Oettingerschen Planes, die von Jahr zu Jahr wachsende Ansiedelung neuer H u n d e r t f a m i I i e n* kolonien in Palästina für das jüdische Volk und int besonderen für unsere östlichen Brüder bedeutet, die in erster Reihe als Kolonisten in Frage kommen. Daher richten wir an alle Freunde die dringende Bitte, dem Beispiel unserer Gesiiinungsgenosisen in Ocsterreich-Ungam zu folgen, die in riehtiger Erkenntnis der Bedeutung unserer Landspende schon nach wenigen Monaten über 100000 Kronen dafür aufbrachten, und unsere Landspende, das augenblicklich wichtigste Saiiiuielmittel des Jüdischen Nationalfonds, zu unterstützen. Für jede Spende von 40 M. kann der Nationalfond einet» Du na nt Land (920 qm oder etwa ־., Morgen) er* werben, jeder neu gestiftete Dunnm bringt das große Werk der Erfüllung näher. Schnellstes Han* dein tut hier not, damit der Nationalfond die großen, in naher Zukunft ilm erwartenden Aufgaben crfüllen kann. Nur wenn der Landspende wirklich namhafte Summen zuflicßen, kann der üettingersehe Plan zu fruchtbarer Wirklichkeit werden und die Ansiedelung immer neuer Hundertschaften in Palästina ermöglichen. Darum gedenke jeder unscrer Freunde der Landspende für Palästina! Jüdischer Nationalfond, Zentrale für Deutschland. Das lieft Nr. 1 «1er I. Abt«hing ist ebenfalls bftrcits im Druck. Es handelt über die Dünger lehre und erscheint In kurzem. Literarische Mitteilungen 75 Jahre ״Jcwlsh Chronide“ Die Redaktion des ״Jewish Chronide" hat mm 28. Marchcschwan 5(177 anläßlich des 75 jährigen Be- Stehens der Zeitung eine Jubiläumsnutnmcr herausgc* geben. Ueber die Entwicklungsgeschichte des Jcwish Cfironiclc, der heute das angesehenste und gdescuste jüdische Blatt in England ist, entnehmen wir dem Artikel der Jubiläumsnummer ״Die englisch-jüdische Presse“ üßgende Daten: L>cr Jcwish Chronide ist nicht die älteste jüdische Zeitung Englands. Jüdische Prcßorgane finden wir seit dem Jahre 1823, als sich einige anonyme Sdiriftsteiler zusammentaten und den ״Hcbrcw Intelligenccr“ begründeten. Bald aber mußte die Zeitung ihr Erscheinen cinstcllcn und wurde von der ״Hebrew Review" abgclöst, die 1834 ihre erste Nummer hcrausgab.!ימי bedeutendste Vorläufer des Jcwish Chroniclc erschien jedoch erst 1840, als Jacob Franklin die ,,Voiec 0• Jacob“ publizierte. Am 28. Marchesdiwan 5602 kam die erste Nummtf des ״Jcwish Chronide“ heraus, die von dem Buch• drucker Isaac Valentine ins Leben gerufen war. Zu־ samtnen mit Rcv. Bamctt Abrahams gründete er die ,Jcwish Association for tiie difftision ot Refigioui Knowledge“ die heute in den ״Jcwish Rcligious Education Board“ umgcwandclt ist. Er bemühte sidi nach der Cholera-Epidemie des Jahres 1831 ein jüdische» Waisenhaus zu gründen, woraus sich später das ״Jcw»׳ Ornhan Asylum“ entwickelt hat. — Der ״Jcwish Chix* niete“ diente selbstverständlich zuerst diesen philanthropischen und jüdisch-wissenschaftlidien Bestrebungen und hatte einen glänzenden Mitarbeiter ln Rev. David MeWola, dem geistigen Führer der Spanischen und

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