Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1915)
- Date
- 1915-12-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651922-2651972--10423-2667843- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
GVA< u >.*1 1!Ui) k NU & ^«* 1 1 1 Abonnements Hi die wöchentlich am Freitag■ erwieinende ״Jüdische Rundschau“ kosten bei der Expedition und bei allen Postämtern vierteijährlich M. 1,75 innerhalb Deutschlands, in Oesterreich- Ungarn M. 2,50, im Ausland M. 3,—. L I Jüdische Rundschau, G. m. b, H. | 1 BERLIN W. 15, Sächsische Straße 8. | I Telephon: Amt Uhland 815, 846. | Poatscheckkooto: Berlin Nr, 17392. | 3U6DISCH6 RUNDSCHAU Anzeigen kosten für die sechsgespaltene Petitseile oder deren Raum 40 Pf.; Stellen- Angebote und -Gesuche sowie Verein•• Mitteilungen und ״Kleine Anzeigen" O 0 O O nur 30 Pfennig. O O O O Manuskripte werden, wenn Porto bedingt, stets surückgesandt Redaktionssehlnß: Mittwoch vormittags. Redaktion Jüdische Rnndsdm■ BERLIN W. 15, SKdhahche Strafte ft. Telephon: Amt Uhland 845, *46, Postacheckkonte: Berlin Nr. 17392. ALLG6MCIN6 3UCDISCH6 ZCITUNC Nummer 52 Berlin, den 24. Dezember 1915 —17. Tebeth 5676 XX. Jahrgang. Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung• einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm- Unsere Pflicht gegen Palästina Von M. M. Ussischkin Das in Moskau erscheinende Organ der russischen Zionisten, die ,,Jewreiskaja Schisn“, veröffentlicht den im nachfolgenden wiedergegebenen Aufsatz M. Ussischkins. 111 dem Augenblick, da der Weltkrieg über eine Million Juden von ihren Wohnstätten fortgerissen und in alle Himmelsrichtungen zerstreut hat, da die verzweifelten Hilferufe von Greisen, Kindern und Frauen aus Polen, Litauen und anderen Ländern sofortige Unterstützung vorlangen, in dem Augenblick, da alle diejenigen, die in den Wirbel der Ereignisse noch nicht hinein*gerisse 11 sind, ihre letzten Kräfte aufbieten, um diese Hilfe zu bringen, gerade in diesem Augenblick halte ich es für meine Pflicht, die Aufmerksamkeit aller auf ein kleines Häuflein unserer Brüder zu lenken, das sich weitab vom Mittelpunkt der WeHtrzig.iissc befindet,;״,׳? i!c J u d eil in P a i ä s t i n a. Die Anzahl der palästinensischen Juden ist winzig im Vergleich mit eien großen jüdi- ,sehen Massen, die von dem Krieg in Europa heimgesucht worden sind. Man kann auch ihre Notlage mit deren Unglück nicht vergleichen. Wenn ich dennoch mit ruhigem Gewissen die Aufmerksamkeit gerade auf die Jude״ in Erez Israel lenken will, so geschieht es, weil man an verschiedene historische Erscheinungen in verschiedener Weise herantreten muß. In der allgemeinen Geschichte, sowohl wie in unserer eigenen gibt es Beispiele dafür, daß, wenn in einer Zeit zwei Ereignisse eintraten, von denen das eine den Menschen jener Zeit groß, gew altig und mächtig torkam, das andere aber j klein und unwichtig, daß es sich dann im Laufe der Zeit lierausgestellt hat, daß das große Ereignis zusammen mit jenen Menschen spurlos uriterging, während das andere Folgen hatte, die 1 für das Schicksal des Volkes bestimmend waren. Auch heute haben wir die volle Lieberzeugung, daß gerade in den Anfängen der /.ionistisch-palästinensischen Bewegung die zukünftige Umwandlung des ganzen Lebens der jüdischeu Nation enthalten ist, und nicht in jenen ׳ gewaltigen Geschehnissen, die heute das!üdische Leben erschüttert haben. Die Ursache ist offenbar. Im Verhältnis zu Palästina sind wir die Arbeitenden, die Schaffenden, das aktive Element, wir machen allein unsere Geschichte. Im großen Gallith dagegen sind wir ein passives Element, d. 11. andere machen unsere Geschichte für uns. Die historische Lebensbahn eines Volkes wird aber stets und inune* durch die aktive Kraft und nicht durch die passive bestimmt. Die Lage der Juden in Erez Israel ist äußerst schwierig. Es ist richtig: die palästinensische Juden hGi ist -;11׳ s ihrer Stätte nw'iit berüisgerissen worden; von den hunderttausend Juden in Erez Israel sind nur 8000 nusgewandert, fast alle mit ihrem freien Willen und fast ausschließlich die-!eiligen Elemente, die mit dem Lande noch nicht verwurzelt waren und die Fäden zur alten Heimat noch nicht gerissen hatten. Unser Bodenbesitz, in Erez Israel, diese 40 Zellen für unser Wiederaufleben, sind nicht;״!getastet worden, nach unseren Wohnstätten hat sich niemandes Hand ausgestreckt, unsere Schulen sind nicht geschlossen. Aber der wirtschaftliche Schlag, der das Land betroffen hat, wird lange fühlbar sein. Allzu stark ist er für unser junges Kolonisationswerk. Millionen jüdischer Flüchtlinge Hilfe zu leisten, ist eine Tat edler Menschlichkeit und Nächstenliebe; hunderttausend Juden in Palästina zu helfen ist eine Tat treuer nationaler Pflichterfüll ung. Das Gefühl für Nächstenliebe und Bannherzigkeit ist jedem Menschen verständlich, insbesondere den Juden, die sich hierdurch von alters her aus/eiclnien, aber das Gefühl nationaler Pflichterfüllung, das ist schon nur einzelnen zu eigen. Bei uns Juden ist dieses Gefühl zu unserem Unglück stark eingediiinmt worden. Die Not- Wendigkeit, den Hungrigen zu speisen, den Nackten zu bekleiden, versteht ein jeder van uns, und diese Art unserer Mildtätigkeit ist in diesen traurigen Tagen in ihrem ganzen Glanz zutage getreten. Aber die Früchte der i*flanzungen aufzulesen, die mit der Mühe Auserlesener während eines Zeitraumes von 33 Jahren an gelegt und bearbeitet wurden, damit sie nicht Schaden erleiden, und alle Kräfte vorzubereiten, auf daß unsere Pflanzen weiterwachsen, die Bedeutung dieser Arbeit für •unser Volk ist leider nicht einem jeden ve־ständlkh Wir müssen zu unsenn Schmerz feststellen, daß während eines ganzen Kriegsjahres die Juden, sogar die Zionisten ihre Pflicht Palästina gegenüber nicht voll und ganz erfüllt haben. Zwei Millionen notleidende Flüchtlinge, das bedeutet zwei Millionen unserer leidenden Brüder, aber hunderttausend Juden in Palästina, das sind die Avantgarde der ganzen Juden heit in ihrer historischen Entwickelung: das Judentum nach dem ersten Exil hat sich nicht aus den Millionen Juden entwickelt, die in Babel gelebt haben, sondern aus den 12 000, die nach P a 1 äst i!1 a zu rückkehrt en. Gerade so einen Augenblick erleben wir jetzt. Palästina verlangt von uns klar und bestimmt eine Antwort auf die Frage: Ist unsere dreißigjährige Arbeit in Erez Israel nur philanthropische Arbeit gewesen, oder war sie vollbewußte, politisch-nationale Arbeit? Wir können uns uni die Beantwortung dieser Frage nicht liertimdrücketi. Unsere Pioniere in Palästina haben uns in ihrer großen Mehrzahl eine Antwort gegeben, sie haben ihre politische Reife bewiesen. Jetzt ist die Reihe an uns! Hilfswerk für Palästina 2. Spendenliste 52 056, - M.: Gesamtbetrag des 1. Ausweises. 1199,75 M.: S a in in I u ח g d e s b a y e r i s c 11 e 11 Komitees f ii 1־ das P a I ä s t i n a - H i I f s - werk: Alzenau: 1s. Hamburger 2,; Aschaff eilbarg: Otto Wolfsthal 20,; Aufsess: Kultusgem. 12,; Augsburg: I)r. A. Neumeyer 10, , Jakob Binswariger ft Co. 50,; Bamberg: Max Hirnlieitner 10, , L. Fleisdihatker 5, , (iebr. Neulmrgcr '20,; Burgkundstadt: durch W. Lazarus 10, -; Buttenwiesen: Kultusgem. 25,--•; Deniinelsdort': Abr. Heitnann 30,; Ebelsbach: L, Wolfromm 15,; Fürth i. B.: Kultusgeiiieinde 50,-; üeldersbeim: B. Weichselbauin 3,; Hcidiiigsfeld: Kultusgemeinde 10,75; Karlstadt a. M.: W. Franke! 5,—׳; Laudenbach b. Karlstadt: H. Oppenheimer 50, -; Lohr a. M.: durch Beruh. Hirsch 12,; Meinmingen: Kultiisgemeinde 60,; Miltenberg a. M.: Kultusgemciiule 18,; München: Prof. Cohen- Pullach 10, , M. Männlein 5,-, R.-A. Jakob Gold- Schmidt 5, , (justa Strumpf 1, , Adolf Mysli- 1 borski 0,; Mutterstadt: Kultusgemciiule 25,; Neustadt: Kultiisgemeinde 10,; Nördlingen: Kultusgemeinde 183,; Nürnberg: Dr, H. (iessner '20, , Siegfried Schwab 5, , Max Katzenberger 10, , Wolf Uliinaiin 10,-, j. Lautmann 10, Regensburg: Samuel Grünhut 5,; Rodalbcn: Kultusgemeinde 14,; Scheinfeld: Kultusgemeindc 90,.; Schweinflirt: Gebr. Bildstei» 10,; Tauberretters־ heim: Jakob Seemann jr. 3,; Unsieben: Kultusgemeinde 20,; aus d. Felde: Unterarzt Benedikt Nuiibaum-München 30, , Leutn. Willy Wolff-Mündien 10, . 1000, M.: Berlin: Aron Hirsch, Verband Jü diseher Frauen für Kulturarbeit in Palästina. 039, M.: Hamburg: dcli. die Zinn. Föderation Misrachi: Sally Wolff-Antwerpen 200,- , Dr. Franck- Altona 150, , Rüben Cohn-Rotterdam 100, , Eingang vom Israel. Familienbl. 07,50, Sammlg. S. Hazan-Altona 60, , Julius Hollander-Altona 50, , Otto Simon-Mannheim, Assael, Jacob Drucker, Abraham Falk je '20, , Ernst Fink sei. And. 13,—, Sammlg; in der Ortsgruppe 10,85, Frau Durlacher. N. N., Seligm. Goldschmidt, Bondy, Julius Philipp, Louis Burchardt, Warisch, Samson Goldschmidt Aron Auerbach, A. Falk jr., Albert Wolff, Frau Dr. Lew, Gotthok! ft (io., Willy Hirsch 11. F'rau, Carl Bin« u. Frau, 1 leinr. Engei, J. Grünbaum je 10. . Familie Kahnes 8,50, Albert Ellern, Moritz Wolff, Frau 1)., Frau Durlacher, Ludwig Bing, Frau Adolf Warisch, Frau Josef Kronhciiu, Frau Emilie Bing je 5, , Spenden unter 5, -57,50 -■־. 650, JVf.: Hamburg: Verein Bez.alel. 533, M•: A (1 e n s t e i 11: Sammlg. der Synagogen- Gemeinde. 500, M.: F r a n k f ur t a. M.: S. Frank; Kattowitz: Anti, einer Sammlg. der Synagogcn-Gerneinde. 429, M.: Berlin: Herz.l-Bund (Juli-November). 350, M.: Gr. - K a e k s e 11 e n: Sammlg. dch. Heinrieh Neumarck. 330, M.: Berlin: N. N. 324, M.: Wien: 1t. Spezifikation in der Jüd. Zeitung. 320, M.: Posen: Adolf Sniolinski. 310, M.: Bremen: Sammlg. dch. Max Mark׳ reich: Nathan ürünberg 25, , Levy Körbchen, Leo Neuniann je 20, , Max Markrcicli, Fritz Markreich,