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Jüdische Rundschau · 1914-11-13 · Heft 46 (13.11.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 46 (13.11.1914)
Date
1914-11-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40 J U £ D i S C 11 E RUNDSCHAU Der Nationalfonds und die Bugra 11i ■ km*# R I «I | Die Goldenen Bücher und die Sauiiiiclniitiel des j Jüdischen Natioualioiuls waren bekanntlich aut der 1 Bugra!ח Leipzig Gegemtand großer Aufmerksamkeit! hei den Besuchern. Nunmehr ha! nach Schluß der : Ausstellung die deutsche Sainmelstelle uachstehetules | Schreiben erhalten: ״Das I hrcktorium der iiiicmatimialen Ausstellung Ihr Buchgewerbe und (iraphik, Leipzig l'UI, beehrt sich, Ihnen ergebenst niit/iitcilcn, dall Ihnen vom Preisgericht ihr ihre Beteiligung an der Ausstellung j eine A n e r k e 11 n u n g zuerkamit wenden ist, und | erlaulit steh hierzu die besten Ciltickwünsche aiis/u-; sprechen. : T111. Jüdischer Naitonalfouds, Zentrale ihr I Knitsch-! land, Berlin W. Ix" I Der Vortragszyklus der B. L V. j Dienstag, .!111 17. November, um <1 Uhr, fi 11-! det im Vortragszyklus der Berliner Zionistischen Vereinigung (kleiner Sa.al der Spichentsale) der Vortrag L e o H e r r 111 «111 11: ״ I > i e p ״ I i t i s e h e n Ziele d c 111 1 ׳ d e 11 •) e s t e r r e i c 11 s" statt. Der Vortrag wird über die jüdische Politik in Oesterreich orientieren und die Gesichtspunkte der national jüdischen Politik überhaupt erörtern. Zahlreicher Besuch ist erwünscht. Her V o r s t a n d d e 1־ B. Z. V. Hebräische Universitäts-Bibliothek zu Jerusalem (H n 11 p S s a 111 in c i s 1 e 11 e l)r. Heinrich I. o c w e , Berlin NW. 52, Flcmingstraßc 12.) Trotz der ungewöhnlichen Umstände, in denen wir uns» befinden, wird die Arbeit für die hebräische Universitäts-Bibliothek Jerusalem, wenn auch in etwas beschränkterem Malle, fortgesetzt. Nur die l’ropaganda wurde einstweilen eingestellt und die ganze Tätigkeit der Katalogisierung und Ordnung der bereits erhaltenen und weiter entkommenden Bücher zugewaiull. Fenier werden nicht vollständige Hände umfassende Zeitscliriftenliefte und gar nicht in den Bereich der Bihliotheksaminlmig gehörige Schrifteil ausgesondert, um in den L a z. a r e 11 - B i b I i o * t h e k c n doch noch eine nützliche Verwendung zu finden. Aber auch wahrend des Krieges haben wir, wenn auch in vermindertem Malle gegen früher, Spenden an Büchern erhalten. 111 der allerletzten Zeit vor dem Kriege mul während seiner bisherigen Dauer haben wir aber doch bereits wieder (iahen erhalten, und z.war \on den Herren (ich. Regieruiigsrat Prof, IAr. Jacob Barth in Berlin, der uns noch ganz, kurze Zeit vor seinem schweren Leiden, das ihn uns leider zu früh entrissen hat, persönlich als erste Spende eine Anzahl orientalischer Werke übergab mit der ausgesprochenen Absicht, später diese Schenkungen iortsetzeu zu wollen. Sodann von den 1 lenen Bililio- Iheksbcüiuter 1)1׳. Hugo Bergmann in Prag, Dr. Fritz Leon B e r 11 s t e i u in Oliai'lotteiihurg, Moses Feldstein, Direktor des Keilern, l)r. M. Flors- 11 e i in in Hamburg, Robert Ci u t in a 1111 in Prag, Dozent Dr. H e r s c 11 f i n k e I, /. Z. in Berlin, mit der Zusage, unsere radio logische Literatur weiter zu ergänzen, Dr. Leon Lauter hach in Wien, Dr. pltil. N. I. e b e d i 11 s k v in Halle a. S., Dr. M ii 11 / in Berlin, Rabbiner Dr. N i c 111 i r o w e r!11 Bukarest, stud. S i I b c r s t r o m, z. Z. in Zürich, Direktor Ignaz. T i 111 a r in Berlin (von dem wir schon früher eine grolle Schenkung erhielten), Rabbiner jcluula Leib Z i r c I s 0 11 n in Kiew mul stud. med. Jizchak A 11 a - rar aus Scrajcwo, endlich von der Jüdischen T 11 r 11 e r sc 11 a f t in Cliarloltcnhurg, Von Interesse ist es auch, dall zionistische junge Leute, die ins Feld gezogen sind, privaiscliriftiiclie letztwillige Verfügungen bei uns liniterlcgt haben, mit der Bestimmung, dall im Falle ihres Todes ihre Biicher zu ihrem .Andenken in der Universitäts- Bibliothek Jerusalem aufgestellt werden sollen, tun dort ihren Namen und ihr Andenken bewahrt z.u wissen, wo ihr Herz seine heiligsten Ideale wulHe. Das Interesse, das unserer so wichtigen Institution sogar in diesen schweren Kriegszeiten treu geblieben ist, wird doppelt erwachen, wenn der wiedergekehrte Frieden zeigen wird, dall unsere Ideale nicht von Zeitumständen abhängen, sondern gerade unter den ungünstigsten Zeitverhältnissen ihren Ewigkeitswert erweisen; Die Hauptsammelstellc nimmt weiter mit vielem Dank gern jedes Büchergcscltenk für die zukünftige hebräische Universitäts-Bibliothek an. Der am 15. Ol.lohet׳ d. J. uligchaltenen diesjährigen (Jener.livers.mmiliiiig der Zionistischen Oits-!:n1!1|>e ging eine schlirhti׳ und eindrucksvolle De-!1,1 e 11 t 11 i s f e i e r f ü r .1) a v i d W p 1 f f s o h 11 '״rau. I )r. Kalmus erzählte in seiner schönen < ietieiikrcde den zahlreich erschienenen liörcrit von Woll'fsolius Werdui und Schaffen, von seinem starken Wollen und Komi! 11 mul lenkte die Erinnerung auf die Luidnieke, die Woiffsolms Auftreten auf dem Hamburger Kongreß hei allen hinterlasseti hat. Darauf ged,׳!eilte Herr Dr, Kalmus .׳mell noch de!» am seihen läge wie Wolt'fsohii verstorbenen Dr. Jeremias- Posen. Zum Andenken der beiden um die zioiiistischc Sache hochverdienten Männer erhob sich die Versammlung. in der nun folgenden Generalversammlung erstattete der Vorsitzende Herr Leop, Landau den Jahresbericht, der beifällig autgenuiiiiuen wurde. Die Zahl der ordentlichen Milgiieder sowie auch der Schekcl/abler blich ungefähr die gleiche wie im Vorjaltrc. An Veranstaltungen sind zu nennen; 1. Gcncrah'crsainmhnig, 2, Dr. Ziocisti: Vortrag über die Palästiuawaiidenm!!, '3. Leop. Landau: Bericht über die Z.-K.-Sitzung־ vom 20, Januar. 3, und 4. zwei Protcstversammlungen gegen die hiscratkimdgebimg des aiitizionistischen Komitees, 5, Mitglieder-Ver- Sammlung: Aussprache über Zeit fragen, (1. Delegiertemvalileii für Leipzig, 7, Dr. Victor: Bericht über l.eip/ig, 8. I lcr/1*( iedächtiiisfcier: Dr. Auf- 11;ins er. Ferner üt I ■!tägigen Kursen folgende Relernte: Dr. B r ii 1t 11: Grundlagen des Zionismus, Stand der Palästina-Kolonisation, städtische und kulturelle Arbeit in Palästina, unsere politische Situation, Dr. Bloetle: Von Fielt bis Hcrzl. Dr. Schloss ing c!־: Erklärung ausgcwälilter Bibelabschnitte: der Prophet Elia in Sage und Geschichte. Weiterhin beteiligte sich die Ortsgruppe wie auch früher an der Veranstaltung anderer jüdischer Vorträge durch andere hiesige Organisationen, Am 11, Januar fand im Curiohatise ein gut Ix׳ sucht er Jiuig-Jiidischer Kunstahciu! statt; am 23. Februar vor 1200 Personen eine Vorführung des Films: Das jüdische Lehen in Palästina. Die M i s r a c hi-(i r 11 p p e , die 227 Mitglieder zählt, veranstaltete au!k׳r ihrer Generalversammlung noch folgende Vorträge: Nalunn Ooldtnanii: Geistige Strömungen im heutigen Palästina; Dr, Sehnielkes u. Dr. Piek: (icgenwartsntifg,׳ dien 1ie» Misrachi; Ales. Adler: Vom positiven Juden- Unit; Dr. Blau; Religionsgesetz, in der Auffassung־ zionistischer Schriftsteller: Berlin: Für den Misrachi in Amerika, Die Zionistische Fr a u e 11 v e r e i n i g u 11 g veranstaltete eine Generalversammlung, eine Clianukn- Feier, einen literarischen Uiuerhaitungsabend, einen Diskussionsabend mit dem Referat der Frau Dr. B 1 i t z s t e i 1! ■ B;1 r k a 11: Wie erziehen wir unsere Kinder zum Judentum; Frau Dr, Fink; Meisterwerke moderner jüdischer Maler mit Lichtbildern, Die ITaiii'iivereinigiing erzielte auch eine erfolgreiche Sammlung für die Tagesferienkolonie, Der 11 c r z 1 - C liih II;1111 b 11 rg veranstaltete während des Wintersemesters unter Leitung seines Llirciiinitglicdes I lernt Dr, W. U 11 na ein zionistisches Seminar, in dem die jüdische Geschichte seit Zer- Störung des zweiten Tempels bis zum ersten Zionisten- Kongreß 1i11r1׳l1geu!nm1H11׳ wurde, Anlicrdcm fanden aliwbeliciillidi Klubabende statt, an denen von den einzelnen Kluhhriidern Vorfriige über jüdische Tlieuten gehalten wurden, Der 1 Icrzl-Ulub veranstaltete im Winter einen Tceabend zugunsten des hebräischen Seliulwcrks. Sonst beteiligte sich der Uerzi-Ctuh, wie steis, an den Arbeiten der N, F,-Kommission, Bei Kriegsausbruch stellte sieli ein grollet• Teil der Mitglieder als Kriegsfreiwillige, Bei der letzten General- Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe besclilolS der l'l.-C,, die N, F,•Arbeiten zu übernehmen. Oeffcntlieh ist er durch seinen Vorstand in der N. F.-Kommissiou vertreten, Die am Schlüsse, des vorigen Jahres begründeten ״I1 a m b u r g e r J ü d i s e 11 e 11 N a c h r i c h t e n" erwiesen sieli als ein gutes Propagamlamittel und Italien wesentlich zur Aufklärung im Spruchenkanipfe, der unserer Winterarheit das Gepräge gab, beigetragen. Für das hebräische Sclutlwerk wurden hier nahezu 3000 M., zum größten Teil als Jahresbeiträge, gezeichnet. ־״ Zum Rosch-Hascliana-Fcste wurde eine Sammlung׳ veranstaltet. Der' Ertrag wurde zum größten Teile dazu verwendet, den seit Beginn des Krieges liier festgehaltenen russischen Juden die Heimreise zu ermöglichen,* Es halle sieli für diesen Zweck ein Komitee gebildet, dein auch Vorstaudsmitglieder und Mitglieder unserer Ortsgruppe angehörten. Am IS. (Oktober konnten endlich die russischen Juden mittelst Extrazuges i Limburg verlassen. Während eine erste Gvuppe von ca, SO bald nach ihrer Ankunft in Hamburg befördert werden konnte, mußte die zweite Gruppe von ca, 450 Personen, die zum größten Teil aus Kissingcr Badegästen bestand, und die etwa 14 Tage auf Pimseuburg hoi Ktilrnbach interniert Seife 423 waren, fast (> Woeilen in Hamburg bleiben. Das Komitee unterstützte die durch den langen Aufenthalt in Deutschland zum Teil imltciio? Gewordenen und sorgte ins zur Ankunft von Geldsendungen aus der Heimat für ihren Unterhalt. U. a. wurde auch ein .Mittagstiseli 111 der Gegend des I lauptbahiiltofcs, wo die meisten sieli atil'lüelleii, eingerichtet; ferner wurde während der Feiertage (ioüesdienst abgehalten. So gelang es, den erzwungenen Aufenthalt in Hamburg einigermaßen erträglich zu machen, worin das Komitee dem schönsten Lolin für seine Arbeit erblickte. Audi den Wohlfahrtskonunissioncn der Hamburger mul Alton,1er jüdischen (icmciiulcn wurden aus unserer kosch-Haschana-Sanunltmg namhafte Beträge zugefülirt. An N. F,-Spenden gingen im Berichtsjahre ein: Kleine Spenden 375,05 M״ Goid. Buch 440,50 M., Hatmispende 1008,•• M., Büchsen (!_> Jahr) 1016,01 M., Lamlspende •10 M., Ycmenifeii 809,35׳ M. 111 L c i ין z. i g waren wir vertreten durch die Herren: Leop. L a 11 d a 11, Emil FL Lipstadt, Dr, Möller, Dr. Victor, I)r. P. Z a d i k. In das Z.-K. wurde i)r. Kalmus wiedergewählt, ln das Z.-K. der Z. V. f. I). kamen Dr, Kalmus, Leop, Land a u . Dr. Victor. 1111 Felde stellen über 70 Gesinnungsgenossen, darunter viele Kriegsfreiwillige, '! Aus den Waiden gingen hervor die Herren: R.-A, Hirsch, Vorsitzender; Dr. Hildcshcim e r, 2. Vorsitzender; Dr. S. Möller, Schriftfiilircr; Dr. Aufliäuscr, Kassenverwalter; außerdem als Beisitzer die Herren: Leop, Landau, Leop. A b r a h a m , I >r. T a n n e 11 \v a 1 d , I )r. K a I m u s , Dr. Zatlik. Herr Leop. Landau, der zum allgemeinen Bedauern wegen Uebcrhürdung eien Vorsitz, niederkgte, wurde der Mittelpunkt stürmischer Daitkcsbezcugtiugeii für seine unermüdliche Arbeit im Dienste der Ortsgruppe. In der folgenden freien Aussprache empfing der Vorstand einige Anregungen für die fernere Arbeit. Für Linderung der Kriegsnot soll ebenso gearbeitet werden wie für die fernere zionistisclie Propaganda und das Palästina-Werk, TURNEN und SPORT Ein Aufruf der Jüdischen Turnerschaft I )er Ausschuß der J ü d i s c 11 e n T 11 r!1 e r - schaft liittet uns um Veröffentlichung des folgenden Aufrufs: Sendet unseren Turnern Liebesgaben! Aus den Reihen unserer strammen jüdischen Turner stellt naturgemäß ein ganz erheblicher Prozentsatz unter den Fahnen. Sind doch die vom Krieger verlangten Tugenden gerade die Vorzüge, die das Erzicliungsprogramm der Jüdischen Turnerschaft bedingen, Opferwilligkeit, Maniiesmut, Disziplin, die wir hei manchcin frohen Turnfest zeigten, sie dienen jetzt ernstem, kriegerischem Ziel, Unsere Turner holen Euch in mancher frohen Stunde den erhebenden Anblick einer kraftvoll werdeiiden jüdischen Jugend, sic haben Euch in Feierstunden den Glauben an unsere Zukunft geschenkt. Zeigt Euch dankbar! Eine Ehrenpflicht ist es, den jüdischen Turnern im Felde durch l.iebesgalien den schweren Dienst, den Verwundeten die Schmerzen z.u erleichtern. Damit unsere Prachtjungen selten, daß die jüdische Oeffcntliclikeit in Liebe ihrer gedenkt und gern die Gelegcuheit sucht, einen Teil ihrer Dankesschuld abzutragen. Die jüdische Turuerschaft hat den regelmäßigen Versand von l.iebesgalien an ihre Mitglieder organisied, doel» ist sie aus sieli selbst heraus außerstande, den Ansprüchen auch nur im geringsten zu genügen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um Gaben aller Art (Wollsaciieii, Lebensmittel, Zigarren usw.) reichlich fließen zu lassen. Wir wissen, daß Ihr gebt, gebt schnell! Alle Spenden sind zu adressieren an das Bureau der Jüdischen T u r 11 e r s c Ii a f t, Berlin W, 15, Bleibtreusir, 25. Eingeschriebene und Geldsendungen an Henry Unna, Berlin W. 50, Tauentzienstr. 11, Postscheck* konto Berlin 10 017. Ucber die Spenden w ird in der ״Jüdischen Rundschau" öffentlich quittiert. Ausschuß d. Jüdischen Turnerschaft. U n n a. Auf unseren Aufruf in Nr. 43 dieses Blattes sandten uns bisher Liebesgaben: Fr!. Holländer (Berlin), Herr Katzkv (Berlin), Frau Dr. Simonsolm (Berlin), Herr Louis von Halle (Berlin, durch Frl. A. Pfeifei), Sammlung Frl. Zucker, Herr Fabrikant Frohlieh (Ratibor), Herr Georg Woiff (Charlottenburgj), Paul Egcr, Martin Nachniann (Zigarren), Frl .Else Alterthmn, Gertrud Bernhard, Lilly Pottlitzer (Woll- Sachen und Kolonialwaren), — Wir empfingen folgende Geldspenden: Herr Schicklcr dankt Herrn Sobersky M. 5,-, Herr S. Cohn 2,-, Frl. Ohnstein

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