Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1914)
- Date
- 1914-06-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4צ JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 257 GedenHet zum 20. Tamus der HerzS- Spende. Jeder Zionist stifte einen . Saum für den Iterzlwald : Der zweite Gesamtausweis der Zentralfonds-Eingänge nach Ortschaften geordnet, wird in der Herzl-Nummcr der ״" eit" erscheinen. Es ergeht die dringende Auffortit;tmg an alle Organisationen und Vertrauens- |cute, tt.!.nr zu sorgen, daß dieser Ausweis ein niögliehst i!;monierendes Bild unserer Sammeltätigkeit ergibt. Max Wollstelner Herr Max Wollsteiner steht am 1. Juli ze 1111 Jahre an der Spitze der Nationalfonds- Verwaltung in Deutschland. Seine zahlreichen Freunde und alle, die seine unermüdliche hingehende Arbeit für den 1■ N. F. kennen und schätzen gelernt haben, wollen sieh die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihm eine Ehrung zu erweisen, die zugleich die zionjstisclic Arbeit fordert. Eine Sammlung, die unter den deutschen Gesinnungsgenossen in den letzten Wochen für einen Max 'Vollsteiner-Hain im Herzlw׳ald uranstaltct wurde, hat schon heute ein, Ergehnis von ca. 170 Bäumen gehabt, die unter der Rubrik Her/lwuM im J.N. F.-Teil dieses Blattes ausgewiesen sind, ",'eitere Spenden werden folgen, aus allen Orten ־-iml namhafte Beträge zu erwarten. Wir sprechen dem verdienten Jubilar unseren herzlichsten Glückwunsch aus und knüpfen daran die Hoffnung, dali ihm noch lange Jahre erfolgreicher zionistischer Arbeit heschicdcn sein mögen. Bekanntmachung Am Sonntag, dem 28. Juni 1011, um II Uhr vormittags, findet in den Räumen des Bezalel-Bureaus, Bleibtreustraße 34/35, die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Vereins Bezalel statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die Tätigkeit für das vergangene Vereiusjalir, abschließend per 30. Sept. 1013. 2. Genehmigung der Bilanz und des Rcchnungsnbsdilusses per 30. September 1013. 3. Entlastung des Ausschusses. 1. Neuwahl des Ausschusses. 5. Eventualia. Berlin W. 15, den 0. Juni 1014. ״Bezalel“ Verein zur Verbreitung von Kunstgewerbe und Haus- Industrie in Palästina und den Nachbarländern. Der Vorsitzende gez. O. W a r b u r g. TURNEN und SPORT Wien. Der 2. Kreis (Westösterrcich) der jüdischen Tu r 11 e r s c h a f t veranstaltet am 21. juni auf der Schreibwaldwicsc in Brün 11 sein zwtius K r e i s s c h a u t u r n e!1. An das Schauturnen schließt sieh Montag, dem 22. Juni, ein Aus- •lug m die Mährische Schweiz. Anfrage an den 2. Kreis (Westösterrcich) der Jüdischen Turnerschaft Wien, IX., Liechtersteinstr. 20. Saniter. Am 4. Juni fand im Scliützeniiuisc lüer-elbst, die erste ordentliche Genevalversammlung des j n d j s e 11 e 11 F r a 11 e 11111 r 11 v e r e i 11 s statt. I )1e Wahl des Vorstandes ergab: Frau S. Rusenberg, erste Vorsitzende, Frl. Else Berg, zweite Vorsitzende, Frl. (uitiml Peyser, Tumwaii, rrl. Rosa Körpel, Kassii itiin, Frl.‘ Paula Wreschncr, Schriftführerin. Nach dem Geschäftsbericht wurde au 37 Turiiabemlcii geturnt, welche durchschnittlich von 14 Turnerinnen besucht waren. Durch die Bereitwilligkeit des 'Herrn Apotheker Kuttncr, welcher zurzeit unsere Turnstunden leitet, waren wir in der Lage, die Ansgaben *u׳' die Reisevergütuiig der Herrn vom Poscner jiidischui Turnverein zu ersparen, so .daß wir am Jahresseliluß einen kleinen Bestand zu verzeichnen haben. Es wurde beschlossen, im August ein Sontwerfest zu veranstalten. Wir wollen nicht versiiun|e11, allen den Herren vom Poscner jüdischen Turn- Y«rei״, welche bisher in bereitwilliger Weise unsere Turnstunden leiteten, unsern Dank auszusprechen. AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Unser lieber Gesinnungsgenosse, Herr Eünnmd Lcvy, Mitglied der Jugcndpropagandakomniissii,״ der 7- V. f. D., hat seinen Vater verloren. Wir sprechen ihm unser herzlichstes Beileid aus. Berlin. Das Mitglied des Kuratoriums der t-chraustalt für die Wissenschaft des Judentums, Herr Geheimer Regierungsrat Prof«sor Dr. Hermann Cohen, wird vom 0. Juni an, Dienstags, abends 8-10 Uhr, Vorlesungen über ״Ethische Lehren nach den Quellen des Judentums“, vom 10. Juni an, Mittwochs, 11 — 1 Uhr vormittags, ״Plijosophisclie Hebungen über Maimonides“ (Fort- Setzung), ferner vom 10. Juni :111, Mittwochs, 1—2 Uhr, ״Uctnu!gen über Psalmen“, halten. Die Vorlesungen sind'öffentlich und unentgeltlich. Meldungen wegen der Zulassung können im Sekretariat, Artillcricstr. 14, vormittags 11 — 12 Uhr, erfolgen. Hamburg. Die neueste Nummer der ״Hambürg er Jüdischen N a e h r i c h t e n“ steht unter dem Zeichen des Leipziger Delcgiertcntages, In dem Leitartikel heißt es: ״Zu lebhaften Debatten wird es in Leipzig kommen bei der Besprechung der Lage der deutsehen Zionisten innerhalb der deutschen Judenheit. Es ist kein Zweifel, daß unser Verhältnis zur deutsehen Assimilniion augenblicklich das denkbar schlechteste ist. Mit aller Entschiedenheit aber müssen wir es zurückwcisen, daß w i r diesen Kriegszustand durch unsere nationale Propaganda herbeigeführt haben. Gewiß haben wir nationale Propaganda getrieben, wie wir dies stets getan haben, so lange ein Zionismus existiert. Aber daß diese Propaganda bcsondeis kräftig eingesetzt lind sieh bedeutend vertieft hat, daran sind nicht wir schuld, sondern das ist das Verdienst der unaufhaltsam fortschreitenden Assimilaiiou innerhalb der deutschen Judenheit, deren Zcrsetzung'Scrscheiiiungen gerade in den letzten zwei Jahren auf jeden aufrechten Juden besonders aufreizend wirken mußten. Wenn wir uns gegenüber dem Ansturm der Assimilation energisch zur Wehr gesetzt und ׳namentlich die nationale Bedeutung u 11 s e r e r Pnlästiiiaarbcit betont haben, so war das die heiligste Pflicht der Selhsterhaltung. Niemand außer unseren böswilligen Gegnern kann 11115 daraus einen Vorwurf machen. Aber trotz des gegnerischen Ansturms, der 1ms durch seine Formen oft das Blut in die Wangen treibt, müssen wir die notwendige radikal nationale Propaganda in ihm vornehmsten Formen führen, je ausiailcirder der Gegner wird, desto inniger und vornehmer müssen wir sein. Demi wir wollen aufbauen und nicht zerstören. Wir wollen den Gegner nicht vernichten, sondern für uns gewinnen. Nicht Persouen, sondern das assimilatorische System hekämpfen wir. Die Form der Propaganda in diesem Sinne fcst/ulegcn, wird Aufgabe des Delegiertentages sein.“ Aus dem weiteren, reichen Inhalt des Heftes heben wir die Fortsetzung der aufschlußreichen Artikclscric über die Hamburger Gemeinde und einen Artikel über die Entscheidung des Ministers in der Duisburger Angelegenheit hervor. Leipzig. Unser Gesinnungsgenosse, Herr Dr. Korber, hat als Dank für die ihm anläßlich seiner Verlobung ztigcg,ingenen Glückwünsche 25 M. zu den Kosten des Delegiertentnges gestiftet. Elberfeld. Der Verein israelitischer Lehrer d e r R h c i 11 p r o v i 11 7. 1111 d Westf n I e n s, der hier seine 58. Jahres-Hnuptversammhing abhielt, fällte nach einem Vortrage des Lehrers Ran seit borg, Neuwied, über die Frage ״Warum sollen jüdische Volksschulen gegründet werden?“ folgende Entschließung: ״So lange in Preußen die konfessionelle Volksschule gesetzlich fcstgelcgt ist, fordert der Verein jüdischer Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens die jüdische Volksschule im Interesse unserer bürgerlichen und politischen Gleich- Stellung, im Interesse der Jugend, der Gemeinden und des Standes. Er hält es für die Pflicht aller, besonders der größeren Gemeinden, jüdische Volksschulen zu errichten.“ VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Der jüdischiintianalc Verein ״II a t i k - tv a 11" veranstaltet am Mittwoch, dem 17. Juni, in den Musikcrvcrcins-Sälcn, Kaiser Wiihelmstr. 31, abends .*) Uhr, eine Versammlung, in der Herr Dr. Zlocisti über die Aditi.sahbewegtmg sprechen wird und Herr Rechtsanwalt Grou emaun einen allgemeinen Bericht über den Dclcgicrtcntng in Leipzig gehen wird. Alle Zionisten sind dazu frcmidlichst eingelailen und werden gebeten, auch Bekannte mitzubringen, die Interesse für die Sache haben, Berlin. Am Donnerstag, dem 18. Juni, wird im Zionistischen J u g e n d v c r e i n Herr I laus Goslar, der Delegierte des Vereins, über den Leipziger Deiegicrtciitag berichten. Berlin. Der 11 e r z 1 - C I n h II veranstaltet atu Sonntag, dem 5. Juli, einen Motorboot-Ausfing nach Rauchfangswerder. Karten in b c - sehr ä 111; t e r A 11 z. n h I, n u r a 11 f den N a m e n lautend, sind zum Preise von 1,75 M., hin und zurück, zu haben bei: Fritz Lewin, Königgrätzer Straße 81, Kurfürst 161S; Willy Preis, Neue König- Straße 81, Kgst. (11311), Kurt Jacoby, Kaiser-Allee 202, Pfl/b. 4375 und im Sekretariat, Gr. Präsidenten- Straße 2. Alles Nähere folgt in der nächsten Nummer. N> Berlin. Der Z i o 11 i s t i s c h c J u g c!1 d v 0 r c i n nahm am vorwöeiicntlichcn Vereinsabend die Wahlen zum Dclegiertciitag vor. Den! Wahlakt ging eine er- 11 eilte lebhafte Debatte über unsere Stellung zu den nicht/iouistisclieu jugeuUvcreineu voraus. Da ein Gegenkandidat nicht vorhanden war, wurde Herr Goslar per Akklamation zum Delegierten, Herr R.-A. Schutz zum Ersat/dclcgierten gewählt. — Trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit entfaltet der Verein eine recht intensive Tätigkeit. Die Sonntagswandeningen, an denen stets neue Gäste tcilncUmcn, sind bereits zur ungern entbehrten Gewohnheit geworden. Die Durchscluiittstcilnehmer/ahl beträgt 25 -30. Der hebräische Kursus wird unter Leitung des Herrn Jacob Lcvy, Jerusalem, an jedem Montagabend in den Räumen des I Icr/.l-Dlub, Grolle Präsidentenstr. 2 abgehalteu, und zwar für Anfänger von 3!-OGi, für Fortgeschrittenc anschließend von 9'.•״ Iög. Uhr. Der Beitrag beträgt 2 M. Der Gcscluehtskursus, welchen Herr Dr. Herlitz leitet, findet an jedem Dienstag, abends <1 Uhr, itti kleinen Zimmer des Tiergartenhofes statt. A11 jedem Donnerstag ist nach wie vor regelmäßiget Vereinsabend und Treffpunkt aller jungen Zionisten. An den letzten Abenden sprachen die Herren Dr. Roseublüth (Institutionen der zionistischen Organisation), Dr. Hamburger (Die Lage der Juden in Deutschland) und Frl. Gertrud Haase (Eindrücke vom XI. Zionisten-Kongress). An jedem Sonntag ferner Tennisspiel, Hamburg-Altona. Am 4. Juni fand eine sehr gut besuchte Onsgruppcnversamnilung statt, deren Tagesordnung die Wahlen unserer Delegierten zum Delegiertentag bildeten. Einleitend gab der Vorsitzende, Herr Leopold L a n d a 11, einen Ucbcrblick über die bedeutsamen jüdischen Ereignisse, die seit dem letzten vor zwei Jahren in Posen abgehaltenen Dclcgiertcntagc die deutsche Judenheit beschäftigt haben, und hob in diesem Zusammenhänge besoiiders hervor: die antiziotiistischc Resolution des Zentralvcrcins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, den Kampf um die hebräische Sprache in Palästina und den im Inseratenteil deutscher Tageszeitungeil abgedruckten und von Führern der deutsehen Judenheit an ihre Brüder gerichtete Aulforderung, zwischen sich und den Zionisten eine ״sichtbare Scheidelinie“ auf/iirichtcn. — Unser Verhältnis zu anderen jüdischen Organisationen bedarf nach diesen Zusammenstößen der Klärung und wird in Leipzig zur Sprache kommen. Die dort etwa zu fassenden Beschlüsse aber -- soviel kann, ohne daß wir damit den Verhandlungen vorgreife,1 wollen, gesagt werden - werden im Sinne irgendeines Kompromisses ן oder auch nur des kleinsten Abwcichcns von unscriu prinzipiellen Standpunft nicht austalien. Und gerade den Programnipunkt, dem die heftigsten Angriffe unserer Gegner gelten, unsern N a t i o n a I i s m u s, werden wir am wenigsten preisgehen. Im Gegenteil, mehr denn je ist die deutsche Judenheit, soweit sie zionistisch ist, von dem Sueben nach detn tieferen Erfassen der nationalen Grundlage unserer Bewegung erfüllt. Hier ruhen die Wurzeln unserer Kraft, hier ist der Ausgangspunkt fiir alle spezifisch jüdischschöpferischen Leistungen. Ein so verstandener Natioualisuuts, der mit Chauvinismus nichts gemein hat, wird auch die Jugend, die zu gewännen und zu organisieren mit Recht als eine unserer dringendsten Pflichten bezeichnet wird, nicht mir vorübergehend interessieren, sondern dauernd an uns zu fesseln geeignet sein. Denn die Jugend folgt nur dem, der sie für die Schönheit einer Idee zu begeistern ver- '"afT ~ 111 der Diskussion sprachen die Herren Dr. Weid, Dr. Zadik, Dr, Auerbach, R.-A. i>r Möller,- Michael, Notar Dr. Victor, Lehmann, Salingcr 1'l״J Rabiwnvitz, Bei ailer Verschiedenheit der in der Diskussion zutage getretenen Anschauungen han- (leite es sich mir tun Divergenzen über die Methodik, um Zweckmäßigkeitsfragen, Bezüglich der Ansichten über die Grundlagen der Bewegung Herrschte völlige Uebereiiistiniinung, worauf Herr Emil H. Lip- Stadt midi ausdrücklich liinwics. Am Schlüsse der Versammlung, die außerordentlich angeregt verlief, wurden die Wahlen vorgenommen. Leipzig. Am 5. Juni veranstaltete die Ziott i s t i s c 11 c F r a u e n g r 11 p p e zu Leipzig eine Ver- Sammlung, 1111t eine Delegierte für den kommenden Deiegicrtciitag zu wählen. Frau jettv Katzeneilet! bogen hielt einen interessanten und zugleich aut'klüreiiden Vortrag über die Bedeutung und den Zweck tles Delcgierteiitages. Frl. Amalie F lecker gedachte in ihrem Prcsscrefcral kurz des bevorstdtenden IO. Todestages älteotlor Iler/Js. Nach einer kurzen Pause schritt inan zur Wahl, welche als Delegierte Flau Johanna Hirsen, als Ersatzdelcgierte I ran tetty K a t z e n e 11 e 11 b o g e n, ergab. — Am ft. (I. M. machte dieselbe Gruppe, wie schon vor vierzehn Tagen, einen Ausflug nach Schloß läebraliof,' an dem sich etwa 150 Personen beteiligten. Der Ausflug nahm einen sehn gemütlichen Verlauf. Leipzig. Im Verein Zionistischer Akademiker sprach am 27, Mai Herr Färber über das Sammelhucli ״Vom Judentum“. Er zeigte die einheitliche Grundtendenz, in den einzelnen recht verschiedenen Aufsätzen. Herr Dis e 11 druc k, Sekret tär tier liistadruth Ihritli, liipit am (1. Juni einen Vortrag über ״Acliad Hnam“, der von der sehr gut besuchten Versammlung mit reichem Beifall aufgcnominell wurde. Die Diskussion behandelte vor allem die Frage nach der heutigen Bedeutung Aeliad Hnanis. Frankfurt a. M. Aus Anlaß der hier am 3, und 4. Juni stattgcfundenoii Tagung der Gesells c 11 a f t zur Förderung der Wissenschaft des Judentums veranstaltete die Frankfurter Numismatische Gesellschaft eine Aus- Stellung in der Frankfurt-Loge, die allgemeinen Beifall fand. Die Ausstellng umfaßte in der 1. Abtciluug die Münzen der Juden während ihrer Selbständigkeit bis zum vollständigen Untergang des jü- Bischen Staates nach dem zweiten Autstand gegen Rom. Die 2. Abteilung, die Münzen des Talmuds, umfaßte eine Serie griechischer, römischer und mittelniterlicher Münzen, die im Talmud und in den jüdisehen Schriftstellern als Rechnungsmünzen erwähnt