Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 14 (3.4.1914)
- Date
- 1914-04-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 14 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 147 Anhänger erfreulicherweise «len Versuch einer Auscilinndersetzung unternahmen, verdient ohne Zweifel unsere ernsthafte Beachtung, denn der lieutha״׳ Jugend bietet sie (inan mag es gutheilkn oder hedauern) ungemein viel Verlockendes. Um so bedaucriclier ist es, dali in «1er Debatte, die ja begrciflicherweise zu einer Auseinandersetzung mit dem organisierten Antizionisnms wurde, nicht melir die Möglichkeit blieb, auf die kluge Rede des Herrn Benjamin emzugehen. Hoffentlich wird sich bald einmal Gelegenheit bieten, im engeren Kreise die (unscrerseds von Hugo Herrinami au diesem Abend bereits begonnene) Diskussion fortzusetzen. Berlin. In der ersten Woclicnversammlimg des Zionistischen Jugcntlvcreins am 26. Mürz sprach Herr Dr. H c rl i t z über die E in a 11 z 1 - pation. Es waren zirka 60 Teilnehmer erschienen, darunter 50 Mitglieder. Die nächste״ Redner sind: Hugo Herrmann, Dr. Wolf, Dr. Löwe. Alsdann beginnt ein Vortragszyklus ״Geschichte des Ziouis- 11111s“; als Redner werden nur Teilnehmer der Kongresse figurieren. Frankfurt a. M. Am 21. Mürz hatte die Zion i s t i s c h e J u g e 11 d g r ״ p p e ihre Mitglieder und deren Freunde und Angehörige zu einem ״Sommerfest“ geladen. Es wurde den ganzen Abend bis in den frühen Morgen hinein sehr eifrig getanzt, und auch die Darbietungen der Mitglieder, die sehr gut gelungen waren, fanden ein recht dankbares Publikum. Saarbrücken. Am 17. Mürz fand die von der hiesigen Ortsgruppe veranstaltete P u r i m f e i e r statt, die einen sehr befriedigenden Verlauf nahm. Die Leitung der Feier lag in den Händen des Herrn Julius Kaufmann. Nach der kurzen Ansprache des Herrn Dr. Löschncr kamen musikalische Vortrüge, Rezitationen und Vorlesungen humoristischer Erzählungen an die Reihe. Hervorzuheben ist die Rezitation einiger ernster und heiterer Dichtungen durch Fräulein Marta Winter und die Wiedergabe eines Volksliedes durch Fräulein E. Schlachter. Besonders verdient machte sich auch Herr BI o c h, dessen Gesang und Klavicrspicl allgemeinen Beifall fand. Leipzig. Der im Herbst letzten Jahres begründete Jüdische Ge m e i 11 d e v erc i 11 hielt am 10. Mürz eine Mitgliederversammlung ab, in welcher der erste Vorsitzende, Herr Hermann Wittner, über ״Zwecke und Ziele des Vereins“ sprach. Der Verein will, unabhängig von allen religiösen Sondcrbcstrcbilligen, möglichst bald die Wahlreform, also die Erteilung des Wahlrechts an die ausländischen Steuerzahler, durchsetzen, da hiervon jede Fortentwicklung des Gcmcindclcbcns bedingt wird. Was soll denn aus einer Gemeinde von 10 000 Seelen werden, in der zwei Drittel aller reifen Männer und Familienviiter vom Wahlrecht ausgeschlossen sind? Der Ge* * mciiulcvcrcin verfolgt somit nicht nur die sclbstverstündliche Forderung der Gerechtigkeit, sondern auch die des gesunden Menschenverstandes, und nicht aus Egoismus, sondern aus stärkstem Interesse unserer Gemeinde, die vor dem Schlimmsten bewahrt werden soll, An der Aussprache beteiligten sich die hervorragcudstcn Persönlichkeiten der hiesigen Gemeinde. Leipzig. Wie im Vorjahre, so war auch diesmal das von der Frau Johanna Birscn veranstaltete zionistische Purim fest, das am 18, Mär/, stattfand, ein glänzendes gesellschaftliches Ereignis. Der Nachmittag war den Kindern gewidmet, vor denen Herr Rabbiner Dr. E. Carlcbach die Festansprache hielt. Das Hauptstück des darauffolgenden Programms war ein Purimfestspiel von Frau Dr. Wach sn c r. Der Abend gehörte den Erwachsenen und wurde durch ein vorzügliches Programm ausgefüllt, an das sich ein animierter Ball schloß. Leipzig. Am 25, März fand hier eine von einem provisorischen Komitee cinberufenc öffentliche F r a u envcrsamml 1111 g statt, in welcher Frau Rechtsanwalt Lach mann, Köuigsliüttc, über ,Die Aufgaben der Jüdischen Frau“ referierte. Die Rede machte auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck und der Appell der Vortragenden, eine national jüdische Fraueu-Ortsgruppe zu begründen, fand stürmische Zustimmung. Da trotz wiederholter Aufforderung keine Gegnerin sich zur Diskussion meldete, wurde zur Gründung und Wahl des provisorischen Vor- Standes geschritten. Von den etwa 160 anwesenden Frauen meldeten sofort 85 ihren Beitritt an und wählten Frau Johanna Hirsen, die Vorkämpfcrin der hiesigen nationaljüdischcn Frauenbewegung, zur ersten Vorsitzenden. Zwickau. Am 15. März feierte die hiesige zionistischc Ortsgruppe gemeinsam mit dem jüdischen Männerverein ein Purimfest, welches mit einer Ausstellung von Erzeugnissen der B c z a I e I - Werk- Stätten, sowie der Spitzcnschule des Verbandes Deutscher Frauen verbunden war. Durch die Verlosung und den freihändigen Verkauf wurden für die Er* Zeugnisse der Bezalel-Werkstättcn zirka 600,— M., für die Erzeugnisse der Spitzcnschule ca. 160,— M. erlöst. Königsberg. Die Zionistische Föderation M 1 srachi, die in diesem Winter hier eine Ortsgruppe begründet hat, hat mit gutem Erfolge begönne״, durch eine Reihe von Kursen die Kenntnis der licbraisehen Sprache und des hebräischen Schrifttums zu verbreiten. Die Kurse erwarben sich dank den vorzügiiehen Lehrkräften rasch allgemeine Beliebtheit und hatten einen unerwartet groben Zuhorcrkreis. Der hebräische Sprachzirkel für Anfänger ist geschlossen. Für die Teilnahme an dem Kursus für Fortgeschrittenc (an jedem Dienstag und Sonnabend, abends von 1/8״—WO Uhr) sind Meldungen an Herrn Dr. , Louis *Perlmann, Bahnhofstr. 7, I. Treppe, zu richten. Der Th’nachkursus mit anschließendem Vortrag von Agmloth nach der Bialiksclien Systematik an jedem Mittwoch von 8י!;1('--ו/י Uhr ist öffentlich (also auch" für Nichtmitglieder). Sämtliche Kurse finden im 'Sitzungszimmer der Synagoge der israelitischen Rcligionsgesellsclinft Adass Isroel statt. Hohcnsalza. Der zionistische Jugendverein I loheiisal/a hat in der noch kurzen Zeit seines Bestehens eine sehr rege Tätigkeit entfaltet. Durch eine Reihe von Vorträgen, durch Diskussionen und jiingjiidisehc Abende bat er es verstanden, das Interesse für die nationaljüdische Idee in der Jugend I lüheiisal/a’s zu erwecken. Von dein regen jüdischen und geselligen Leben, tlas in dem Verein herrscht, legte auch das P u r i m - V e r g n ti g e n, das am 14. März statt fand, ein beredtes Zeugnis ab. Alle Darbictungen, die mit dem größten Beifall aufgenommen wurden, trugen jüdischen Charakter. Die liier anwesenden V, J, St. trugen dazu bei, dem Verein einen besonderen Schwung zu verleihen. So hielt Herr cand. jur, Georg Sandler vor einem groben Publikum einen Vortrag über ״Die Renaissance des Judentums.“ An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der der Redner Gelegenheit hatte, noch manche Zweifel zu zerstreuen. Vor allem interessierte die Anwesenden die Diskussion über das Verhältnis des Zionismus zur Religion. L. S. Gnescn. Langsam, aber sicher wächst auch hier das Interesse für den Zionismus. Unsere nationaljüdischen Studenten besonders bewähren sich in ihrer zionistischen Arbeit aufs beste. So hielt am 23. März Herr stud. iur. Ludw. Franz Meyer (V. J. St.) in der hiesigen Ortsgruppe einen vortrefflichen Vortrag über den Kampf für die hebräische Sprache. Die Sammlung für das hebräische Seliulwerk hat bereits 100 Mark ergeben. — Ein Beweis für das Erstarken der nationaljüdischcn Idee ist auch die Tatsache, daß sich alle hiesigen jüdischen Abiturienten im Bunde Jüdischer Korporationen (B. J. C.) aktiv gemeldet haben. Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) F r e i t a g, 61/ג Uhr. dienst Ö'/2 3. April: abends: in — Synagoge Lindenstr.; Uhr. י' י allen Synagogen Zweiter Gottes* Predigt: Rabb. Dr. Warschauer. Sonnabend, 4. April, vormittags: in der Alten Synagoge 81/2 Uhr, in der Kaiscrstr.- und Rykc* stralle-Synagügc 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst 7>/n Uhr, Hauptgottesdienst 10 Uhr. Schrifterklärung: Neue Synagoge: Rabb. Dr. Blumentlial. — Synagoge Lindenstr.: Rabb. Gans, — Synagoge Lütz.owstr.: Dr. Fiukel. — Synagoge Fasancnstr.: Dr. Julius Cohn. Abeudgottesdicnst (Sabbatausgang): 7 Uhr 26 Min. (Minclia: in allen Synagogen 1/2 Stunde vor Sabbat- Gottesdienst an den Wochentagen: morgens: in der Alten, Kaiscrstr.- und Rykcstr.-Synagogc: bis 9. April 7 Uhr, am 10. April 62/י Ulir; in den anderen Synagogen: 7 Uhr. — Abends: in allen Synagogen 6>/n Uhr. so daß es an Abwechslung nicht fehlen wird. Die rcilndtinerzahl kann nur eine beschränkte sein. Der ״Kong Harald“ hat erstklassige Kabincueinrichtungeu nur für ca. 100 Personen. * Die ״Hedad-Zißarrc“ — Nr. 10 10 =־ Pf., Nr. 15 15 Pf. — der Firma Siegfried Fröhlich, Ratibor, findet allgemein lebhaften Beifall. Da der Fabrikant 10 0,״ von eingehenden Beträgen zionistisehen Institutionen zufiilirt, werden Zionisten gebeten, überall die ״Hednd-Zigarrc“ zu verlangen. Namentlich jüdische Zigarrengeschäfte mögen sich zwecks Offerte an den Fabrikanten wenden. ationalfonds Zentrale für Deutschland (5«ld»tn<h1n*en •Ind ■uaicblienlich iu richten •n Harra tt•* Wollatal»•» Charlollanbarg, Koacher-Straft• S. Aus dem Geschliftslcbcn ״Toinor“, die koschere mit Mandelmilch hergestellte Pflanzenbutter-Margariue, erfreut sich einer andauernd zunehmenden Aufnahme in den llanshaltungen aller Kreise des Publikums. — Reinheit des Geschmackes und Wohlbekömmlichkcit zeichnen diese Pflaiizenbultcr aus, die auch zum Kochen, Braten und Backen die besten Dienste leistet, _ — Dabei hat sie den großen Vorzug, sowohl fleischig wie milchig verwendbar zu sein. Wer sich einmal von den Vorzügen der ״Tomor“ durch Entnahme einer Probe aus einer der bekannten Verkaufsstellen überzeugte, wird der Tomor-Pflaiizeubutter seine Gunst bewahren. f ♦ Eine Nordlandrcise für rituell lebende Juden wird zum ersten Male im Juni dieses Jahres veranstallet werden. Das ist eine Neuerung auf dem Gebiete der Touristik, die erwähnt zu werden verdient, weil sie eine Lücke ausfüllt und von vielen lebhaft begrüßt werden wird. War es doch bisher allen rituell lebenden Juden unmöglich, eine Nordlandreise zu machen. Sie hätten sonst ihre Lebensgcwolinlicitcii aiifgeben oder sich große Entbehrungen auferlegen müssen. Diesem Ucbelstande soll nun abgeholfen werden. Die Initiative hierzu geht von dem Reisdmrcau von Walter Bamberger, Hamburg, Neuerwall 91/03, aus. Dieses Bureau, welches alljährlich Gesellschaftsreisen nach Norwegen veranstaltet, hat sich cntshlossen, in der Zeit vom 3. bis 10. Juni eine ähnliche Reise für rituell lebende Juden zu organisieren. Dem uns vorliegenden Programm entnehmen wir, daß diese Rciscvcranstaltung unter spezielle Aufsicht des Hamburger Oberrabbiners Dr. Spitzer gestellt worden ist, und'daß eine voif diesem ernannte Vertraucnspersou offiziell au der Reise teilnehmen wird. Für die Reise, die in Hamburg beginnen und enden wird, ist der erstklassige norwegische Touristendampfer ״Kong Harald“ gechartert worden, der ausschließlich für jüdische Teilnelimer bestimmt sein wird. Der Rciseplan ist derartig zusanuncngestcllt, daß die schönsten Gebiete Westnorwegens bis hinauf zum Nordkap aufgesucht werden. Die Teilnehmer werden demnach neben den bekannten Fjorden südlich von Trondhjcm auch die Gebiete nördlich des Polarkreises kennen lernen: also das eigentliche Land der Mitternachtssonne. Von den Städten Westnorwegens werden Stavanger, Bergen, Aalesund. Molde, Tromsö und Hammerfest — die nördlichste Staut der Erde — angelaufen, Die Büchsenlcerungcn müssen überall in den Zwisehcnfeicrtagen des Pcssach-Festcs vorgenommen werden. Materialien dazu werden auf Bestellung so• fort zugesandt, Salo Grünberger u. Frau, Gleiwitz, kond. herzl. Fam. Louis Pinczower, Ratibor . . 1,— Wolf Cobliner, Berlin, grat. z. Hochzeit Ca r 11■ 11 ac h - Dr. S. Cobliner . . . . 1,— 'Dr. Max Mayer, München, grat. Dr. Felix 1 heil bah er z. llorb/cit u. grat. Dr. E.׳ Straus u. Gemahlin z, Geburt ihres Sohnes je 1.־־.2,— Frau Dr. Alex Jesse|, Frankfurt a. M., dankt nachlrägl. allen Freunden u. Bekannten f. ihre Gratulationen .25.— Mischcbcrach L. Spot hei in im Bochumer Mnijan .2,60 Fam. Siegfried Frohlieh, Ratibor, senden Dr, Adolf P i n c z o w e r herzl, Kondolation . . 1,— Siegfried 1! rünn, Berlin, dankt Iielli \V ״ I f { f. d, neue Freundschaft, Dr. Landau, Danzig, grat. IIariot Sternfeld z. Geburtstag, l'ani. Ahr, Läufer, Metz, grat. z. Hochzeit Weil■ Marx, je--,60..150 Erich llurwitz, Cotlicn, dankt Frau Mar• ■ ' k u s u, d. zion. Jugendverein, f. d. Gratulationen z. s. Abitur.1,_ Max W o 11 s t e i n c r kond. I'ain. E n g I a e n• d c r VV o II s t c i n .1,— Zion. Stammtisch Cassel.11,65 Georg Schreiber u. Frau, Leipzig, grat, T. Spiel mann u. Frau Kella geh, Spitz z. Vermählung .2,— Israel Kalian, Leipzig, dankt Dr. Raphael C 11 a in i z c r.20,— Guten, Nikolassee.2,— Willi N o t h in a n n u. E. Boss, Gr. Strehlitz, kond, E, Pinczower, Ratibor, je --,50 . . 1,— י Ernst Boss b. Torali-Aufruf u. Einsegnung s. Ehe mit Käte Gurassa.2,— Jenny Smoliiansky - T a u b c r dankt Arthur Lehmann f, frdl. Mithilfe I). Samm• lung ti. Büt'bscideeniiig 1! ,10'., ־‘rau Sinfld, dankt Dr, Landau f. ürztl. Rat 1,—.1,50 Leo Jacobowitz, Berlin, dankt Lene Seidel u. Elli R i e s c n f c 1 d f. d. Gratulation ־/, Examen.1,— Aus d. Dresdner Spendenbuch: Fani. II u r• w i t /. VI. Scheycr an!, d, 80. Geburtstages ihres Vaters. 20,— Sally llurwitz u. Frau anl, d, guten Aus• ganges eines Unfalls.10,— Frau Gertrud llurwitz z. 1, Jahrestag ihres sei. Vater».5^ D. zion, Diskutier-Club Glogau grat, Moritz Kr 18 teil er z. silbernen Hochzeit 1,—, Max Pappenheimer grat, Herrn u, F'ratt Kristeiler auch auf diesem Wege z. Ehejubiläum ß! ..4,״* Ema Berger, Loslau.1,20 Refr. F. A. Meyer, Eschwcikr, Thoraspende 1,— E. M,, Hannover, dankt Alfred Schindler Bremen, {, allerlei Auslagen. Dr, Landau, Danzig, grat. z. Niederlassung v. Dr. Moritz L a ״ d ״ u. Dworctzki, Caspcr, Reinsch, Ro semweig, Danzig, grat. K. B r .1 n n z. Pro kura. Frau Julie Wiener, Kattowitz, grat. Hcrri u. Frau Dr. Eli Straus z, Geburt des Söhn chcns u. kond. Dr. Pinczower je 1.— Purintsamml. v, Rccha Dawidow . , Spiclgcwinn aus Wandsbek 2,80, versäumte hehr. Stunden —,50, W. Haller vers. hebr Stunden 1,— ..4(30 Isak Meyer, Hamburg, grat. Herrn u, Frau Dr. Elia» Straus z, Geburt d. Sohnes . 1,— J, L., Altona, dankt Hans Werner f, Bemühungen f. d, N.-F.1- ־,1 1,50 2,- 2.15