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Jüdische Rundschau · 1913-03-21 · Heft 12 (21.3.1913) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 12 (21.3.1913)
Date
1913-03-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 ו JUEDJSCiiE RUNDSCHAU Seite 119 öffentliche Volksversammlung, welche trotz der ungünstigen Vcrsammlungsstumie - - 4 Uhr nachmittags — von mehr als 250 Personen besucht wurde. Das Referat־hatte Herr Dr. Heinrich Locwc aus Berlin über das Thema ״Das liberale Judentum, wie es ist und wie es sein s o 11“ übernommen. Der Vortragende gab eine interessantc Ucbcrsicht über den Entwicklungsgang des deutschen Judentums seit Moses Mendelssohn an, wobei interessante Streiflichter auf das Entstehen und Verblühen des Reform-Judentums geworfen wurden. Eine längere Diskussion, in welcher auch unser bek,mntcr Gegner, Herr Prof. Dr. Coldschmidt- Kattowitz, am Rednerpulte nicht fehlte, schloß sich an den Vortrag an. In seinem Schlußworte verstand es l>r. Loewe ausgezeichnet, das gesamte i'ublikum für die Erscheinungen der jüdischen Renaissance zu interessieren und für die Ziele des Zionismus zu begeistern. Wir verdanken seinem Vorträge die Neuuh Klung einiger Mitglieder für unsere Ortsgruppe. Kattowitz. Am 24. Februar veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe eine Mitgliederversammlung im Savoy-Hotcl. fferr Davis Tri et sch hielt einen Vortrag mit dem Thema ״Bilder aus Palislina“. Die Versammlung war von 120 Persollen besucht. Der Vortragende gab aus seiner reichen Kenntnis von Land und Leuten in Ercz Israel ein interessantes Bild des neuen jüdischen Lebens, das sich daselbst entwickelt und ging alsdann zu einer politischen Betrachtung über die Folgen des halkaitKrieges für die asiatische Türkei über. Der Vortrag fand allgemeines Interesse, welches sich auch in einer angeregten Diskussion äußerte. München. Dienstag, 4. März, hielt der Zentralvircin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens seine konventionelle Versammlung ab. Chefreelakteur I n. O p p c 11 h c i m - München sprach über das 'liiciiia: ״Die Juden und die Presse“ und tat des schneidigen Tones der zionistischen Presse lobend 1 iwähuiing. Darauf sprach der Syndikus eles Vereins Dr. Holländer über den ״wirtschaftlichen Antiscinitisnius in Bayern“. Aus den Worten des Reelners sprach helle Verzweiflung, und es wäre ein leichtes gewesen, die Ausführungen Holländers eler zionistischen Idee nutzbar zu machen. Uubegrciflicherwcisc meldete sich niemand zur Diskussion. — In diesen Tagen hatten wir die Ehre, Herrn Jehoschnall Feld mann aus Jaffa in unserer Mitte bcgrüßen zu können. Felthnann gab uns am Mittwoch, ilcn 5. März, abends, Gelegenheit, aus seinem reichen Erfahrungsschatz über die verschiedensten palästimusischen Angelegenheiten Aufschluß zu erhalten, was wir uns denn auch gehörig zunutze machten. — Am Donnerstag, den <>. März, sprach Dr. Martin Huber auf einem öffentlichen Vortragsabend der Zionistischen Ortsgruppe über den ״M y t h o s der Juden“. Die Rede machte ersichtlich einen tiefen Eindruck auf die Zuhörerschaft. An den Vortrag schloß B u b c r die Rezitation einiger Legenden an, die er einem im Erscheinen begriffenen Werke eines anonymen hebräischen Schriftstellers entnahm. Essen-Ruhr. In unserer Zionistischen Ortsgruppe sprach am 10, d. M. Fräulein Frieda Treu im Saale des Hofcl Union über ״Sabbatai Zewi und seine Zei t“. Nach einer kurzen Erläuterung des Wesens und Lehrsystems der Kabbala, die beim Auftreten jenes falschen Propheten eine so hochbedeutende Holle spielte, zeichnete Fräulein Treu in ihrem vorzüglichen Referate den Werdegang des Mannes, der fast die gesamte damalige Judenheit in einen wahren Taumel der Begeisterung zu versetzen verstand und der es fertig brachte, in Millionen von Juden den Glauben zu erwecken, daß der jahrtausendelang ersehnte Messias gekommen sei, um sein Volk wieder in die alte Heimat zurüekzuführen, und der dann schließlich selbst als ein erbärmlicher Verräter dieses Volkes endete. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine kurze, aber interessante Aussprache an. Duisburg. Am 5. März fand in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe eine Versammlung statt. Max Strauß-Köln sprach über ״Die Judendebatten des Jahres 1912“. Der Redner charakterisierte in klarster Form die Probleme, die die Ursachen dieser Debatten abgeben und folgerte, daß eine Lösung nur vom jüdisch-nationalen Standpunkt aus zu geben sei. Koblenz. Am 6. d. M. sprach hier in emer vom Gruppenverband ״Rheinland“ einberufenen Versammlung Herr Dr. Strauß-Köln über das Thema: ״Was heißt Zionist sein?“ Der Redner legte das Programm des Zionismus in sehr klarer Weise dar, wofür die Anwesenden ihn mit reichem Beifall zollten. Wir sprechen Herrn Dr. Strauß an dieser Stelle nochmals besten Dank aus. Bisch weiter. Unsere Schckelzahlergruppe, die erst im Dezember vorigen Jahres auf Initiative von Herrn Prof. Dreyfuß-Straßburg begründet wurde,, entfaltet unter der rührigen Leitung des Herrn Achille Ruff eine erfreuliche Tätigkeit. Samstag, den 8. dieses Monats, veranstaltete sie einen Vortragsabend über den ״modernen Antisemitismus“ mit Herrn cana. med. Abraham Löw aus Straßburg als Referenten. In fünfviertelstündigen Ausführungen verstand es der Redner in meisterhafter Weise, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu fesseln und mit den Problemen des modernen Judentums bekannt *zu machen. In der sehr angeregten Diskussion vertraten insbesondere die Repräsentanten der ״haute volee“ unseres Industriestäatehens den Assimilationsstandpunkt. Aber in geschickter Weise wüßte der Referent die gegnerischen Argumente zu entkräften und in einem markigen Schlußwort nochmals die Vorzüge de« zionistischen Oedankens gegenüber der Assimilation hervorzuheben. Eine am Schlüsse des Vortngs vorgeiiommcne Sammlung ergab einen ansehnliehen Udr.t״ für »len N.-F. Hoclifeldcn (Untere!!*,;■ß). Im hiesigen Literaturverein sprach einer Einladung folgend Prof, Preyf 11 ß-Straßburg am 15. März. Das Thema: ״Das Wieder erwachen des jüdischen Volksgcfühls“ fand anscheinend reges Interesse bei dem zahlreichen Auditorium. Eine lebhafte Diskussion füllte den ganzen Abend aus. Zum Schluß forderte Prof. Dreyfuß zum Beitritt zur zionistischen Organisation auf. Es erfolgten verschiedene Neuanmeldungen zur bereits bestehenden Ortsgruppe und drei Herren aus «lern benachbarten Mommenheim traten ebenfalls bei. Kolmar (Elsaß). Sonntag, 16. d. M., veranstalteten die Ortsgruppen BtraBburß, Mülhausen, Basel einen gcmcinscnaf Hielten Ausflug und daran anschließend eine Propaganda Versammlung in Kolmar. Ein sehr schwieriger Boden, auf dein man bisher von jüdischem, geschweige denn zionistischem Interesse nichts verspürt hat. Unter diesen Umstanden ist cs als Erfolg zu buchen, daß sich etwa 120 Personen zum Vortrag eingefuiulcn hatten. Herr Prof. Dreyfuß aus Straßburg und Dr. Elias aus Mülhausen sprachen über ״Das jüdisch« Prob I e m“ und ״D i e Alliance und der Z i o - nismus“ und wußten in klarer und eindringlicher Weise die zionistischen Ideen zu entwickeln, in der Diskussion, die in lebhafter Weise einsetzte, brachten mehrere Herren die bekannten Einwände gegen den zionistischen Gedanken vor, die auf unserer Seite von den Herren Myrtil Bloch, Heinrich Meyer, Prof. Dreyfuß und Abraham Löw leicht widerlegt werden konnten. In vorgerückter Stunde mußte die Diskussion abgebrochen werden, ohne daß wir den Versuch einer Ortsgrupjieiigrüiidung machen konnten, Der Erfolg ist jedenfalls der, daß die Gemüter vorbereitet sind und daß eine künftige Projuigaiulavcranstaltung sicherlich ein positives Resultat zeitigen wird. Eine am Schluß veranstaltete Sammhing ergab einen namhaften Betrag für den N.-F Zabern (Elsaß). Samstag, den 15. d. M., veraiistaltete die Zionistische Ortsgruppe Straßburg einen Lichtbildcrvortrng über Palästina. Leider konnten infolge eines zufälligen Defektes am Pro׳ jektionsapparat die Bilder nicht vorgeführt werden aber der Referent des Abends, Herr cand. med! Abraham Löw, konnte mit einem Referat über den 111״ o d c r n c 11 Antisemitismus“ elnspr'mgen und die Anwesenden in fesselnden Ausführungen über die wichtigsten Probleme des modernen Juden• tums zu orientieren. Es konnte eine Schekelzahler gruppe begründet werden, der sieh am Abend 13 Mitglieder sofort anschlossen und der ein gedeih lieh es Wachstum sicher beschert ist durch die Hin gebung, mit der Herr Hauptlelircr Feist und Herr ucmcindevorstand Kahn sich der zionistischen Sache annehmen. Schluß des redaktionellen Teil*. |¥om Jüdischen Verlag c 1,fT־ L# VJ IIJ *?-T* <*? .cnIiLilliF. ׳rr, 1!!tu׳ Um den Einheitspreis von M. 0,50 herzustellen, wurde der Preis von Alexander Schucler ״Der Rasscnadcl der Jud e n" herabgesetzt. Die im vorigen Jahre mit großem Beifall aufgenommene ״QeschichtcderKönigin Esther“ des Bar Kochba in Prag wird mit ihren humoristisehen Zeichnungen und den in zierlichen Buchstaben geschriebenen anheimelnden Versen gewiß auch bei diesem Purimfcstc ihre Wirkung auf die Jugend nicht verfehlen. Wir verweisen auch auf das Inserat in dieser Nummer. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst: März, abends: in allen Synagogen Freitag, 21. 6>/a Uhr. Sonnabend, 2 2. März, vormittags: In der Alten Synagoge &/t Uhr, in der Kaiscrstr,- u. Rykestr.- Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdicnst 7»/1 Uhr, H au ptgotteadienst 10 Uhr. Predigt tAlteSynagogc: Rabb. Dr. Petuchowskl. SchrifterklUrungi Neue Synagoge: Rabb. Dr. BlumenthaL Synagoge Lindcnstr.: Rabb. Dr. Warschmier Synagoge Lützowstr.: Rabb. Dr. Hodhfeld. Synagoge Fasanenstr.: Rabb. Dr. Baeck. Gottesdienst am Purimfeste. Sonnabend, 22. März, abends: in allen Synagogen 6•/» Uhr. Predigt ־NeueSynagogc: Rabb. Dr. Warschauer. Synagoge Linde 11 str.: Rabb. Dr. Bergmann. Synagoge Lützowstr.: Synagoge Fasanenstr. fcld. ■ ״ c Sonntag, 2 3. Marz, morgens: in allen Synagogen 7 Uhr. ~ Nachmittags (Minchah) 3 Uhr. Ootte»dienst an den Wochentagen morgens: in der Alten, Kaiscrstr.- und Rykestr.- Synagoge 7 Uhr, in den anderen Synagogen 71/1 Uhr; abends: in allen Synagogen 6'/» Uhr. Sitzung der Rcprüscntanten-Versammjung: Sonntag, 23. März, vorm. 10 Uhr, AriniffihiirtTpr fiir 10, II. Rabb. Dr. Baeck. : Rabb. Dr. Hoch- Jüdischer Nationalfonds Zentrale für Deutschland Galditoüungcti lind »uiichtleiillch tu (ieatea in Htrra Mix Voll• Hin•' CbarloHmiburg, Ro»ch«r-Str»l« 1. Dar JBdiiah• Natlonallondi l«t dun boitlmmt. piISittnluhlB Roden kJi (lei untalgantuin do• tödlichen Voll;«• 1a •rwerb•■ und •uf ewige Zelten »n erhalten. Vom 6. Zlonlitenkongreee 190t gegründet, beillit er heute ein Vermögen ron aber 8 Millionen Merk, ,Yemenlten-Postkarten Der Orient-Verlag, Berlin-Wilmersdorf, hat eine Postkarten-Scrie herausgebracht, deren Sujet• dem Leben der yc m cnit ische n Juden entnommen sind. Die Bilder sind gut ausgewählt und Druck und Material überraschend schön. Die Rückseite jeder Karte enthält einen Aufruf des ״Hilfskomitee■ für die ycmcnitischcn Juden“, dessen Zwecken auch der Ertrag des Verkaufs zugute kommt. Es ist sicher anzunehmen, daß die 16 Karten, die in einer praktischen Tasche zu dem geringen Preis von 1 M. vefw kauft werden, schnellen Absatz finden und »o der Sache der Yemcnitensiedlung gute Dienste leisten werden. Der ״Jüdische Nationalfonds״, Zentrale für Deutschland, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, hat den Vertrieb der Karten gleichfalls übernommen. *Rosa Weinberg!Atelier für!Anfertigung eleganter *Damenlfeider Oofiann Seo'gslraßv t (’ßerfin-fffafensee 6*• *>״•״'׳׳״ •׳*״>/״Mi am Bahnhnf te VORNEHME IINACH/WASS »!, nmw /M=C01DSTEIN CERTMJürEIIsn. mit *mmm j t f I!• I I {I;1 | II s I

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