Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1912)
- Date
- 1912-12-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2651763-2651811--08686-2665952- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 49 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 477 hing der Juden vom Agrarvolk /.tun I latulclsvolk mit besonderer Horücksiclitij'iin^ der Geschichte der deutschen Juden, zeigte aber, «laß bei ^imstijxcii Ver• hiiltnissen die Juden bei der Landwirtschaft und »lein Handwerk blieben, entwickelte dann, wie sieh in moderner /.eit die Rückkehr /ur l.aiiilwiitsih.ifl als eine Notwendigkeit /ur UcMiuthing des indischen Lebens allmählich durchsetzte und beleuchtete »lie Verhältnisse der jüdischen Siedlung in Aiiterika und . Crez Israel und die sich daran kuupfemlen Probleme. Dem Redner sei nochmals für seine iitdScrst interessanten Ausführungen gedankt. Berlin. Am Sonntag brachte uns der zweite Her• liner Volksliederahend des Herrn Winz ein neues und erweitertes Programm. Auch diesmal durfte man sieh der schönen Melodien und »ler gediegenen, ut geschulten Vortragskunst freuen. Her Tenorist Ma• i d d s o n entzückte die Zuhörer mit seinem leb• lafteu Vortrag, und l־’rau Hella |•' a I k M i 111 s c h i 11 erwies sich erneut als eine Sopranistin von bestricken• der Eigenart; auch die ()ernenn Betty Tennen• bau in erntete Krolle Beifallsstürme. Neben »lern Veranstalter Leo Winz, verdient Arno Nadel, »ler Bearbeiter der alten Melodien, den Dank für das genußreiche Programm. Berlin. Am 2. Dezember veranstaltete »lie Berliner Zionistische Vereinigung in den l'raehtsäleu des Westens einen Vortragsalrends, au welchem I lerr l>r. S c It in a r j a L c v i n über das Thema ״I) i e A s 8 i nt i Ta t i o n und der nationale (i e ־ dank c" sprach. Ucber tausend Personell, darunter sehr viele Nichtzionisten, folgten mit regster Auf* merksainkeit den interessanten Ausführungen, »lie in eine Würdigung des Zionismus bei »len Westjuden ausklangen. Danzig. Die vergangene Woche brachte uns zwei interessante jüdische Veranstaltungen. Am 21. No• veuiber behandelte in einer öffentlichen Versammlung des Zentralvcreins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Herr l)r. Brodnitz- Berlin ״Die Lebensfrage der deutschen J ml e n.“ Für die Zionisten unter den Zuhörern war dabei von bcsoliderem Interesse, »lall dieser Führer des Zentral- Vereins nachdrücklich betonte, im Programm des Zentralvereins gäbe es nichts, was mit den Bestrebungen des Zionismus unverträglich sei. Filier solchen Auffassung widersprach in der Diskussion ein Vorstamls• mitglied der Jüdischen (ietnciiide auf »las entsehictlenstc, »leim »lie Zionisten seien die Schrittmacher des Antisemitismus und auch nicht vaterlandsliebend. Als die Ausführungen »lieses Herrn von zionistischer Seite richtiggcstcllt wuritcn, erwiderte er unter groller Bewegung der Versammlung, der Zionismus, den er gekennzeichnet habe, sei der ursprüngliche. In• zwischen habe sich der Zionismus freilich gemausert. So könne der Redner alles, was in der Lichlheimsehen Broschüre stelle^ ״Wort für Wort unterschreiben“. Fs scheint fast System »larin zu liegen, »lall man al>- wechselnd den ״früheren“ Zionismus gegen »len ״heutigen" und den ״heutigen“ gegen den ״früheren“ nusspielt. — Am 27. November sprach in einer über Erwarten stark besuchten Versammlung der Zionistl* •eben Ortsgruppe I lerr Dr. R o s e 11 f e I d - Königsberg über ״Ci r u n d f r a g e 11 des Z i 0 n i s in u s.“ Die klaren und iiber/eugungsstarken Darlegungen des ausgezeichneten Redners machten einen tiefen Eindruck. Die Ortsgruppe gewann eine beträchtliche Menge neuer Mitglieder. Der Abend war ein erfreulieber Erfolg. Memel. Die Zionistische Vereinigung, die erst vor kurzem reorganisiert worden ist, hatte am Miltwoch zu ihrem ersten Vortragsabend gebeten, mul dieser Einladung war eine gar stattliolic (iäste/ahl gefolgt. Dr. Kallenbach begrünte »lie Hrschie• neuen und erstattete dann einen kurzen Bericht über den Verlauf der Generalversammlung, in der über die Reorganisierung des Vereins Besehhill gefallt worden war. Dann begann Dr. Pelz-Königsberg mit seinen interessanten Ausführungen, in denen er trotz verhältnismälliger Kürze sehr viel Wissenswertes zusamineiizutragen verstand. Posen. Am Montag, den 25. November, fand im ״Viktoria-Restaurant“ die erste Versammlung der Zionistischen Jugendgruppe nach ihrer Reorganishruiig stalt. Die Versammlung wurde durch Herrn Referendar Marlin Cohn eröffne(, der gleichzeitig über das Thema: ״Die Aufgaben der Zio• 11 is t i 8 c 11 e n J 11 g en«l g ru n p »•" referierte. An »lie klaren mul sachlichen Atisiiilirmigcn «les Redners sehlolt sieh eine kurze Debatte. In «ler sich ausclilieltcii- »len Wald des Komitees wurden gewählt: Refereiular M. Cöhn (Vorsitzender), l'ritz Bernstein (stcliv. Vorsit/eiulcr), Walter R o s e 11 b e r g (Schriftführer), Ludwig Neu mann (Kassierer), Else Läufer (für Nationalfomltaligkcit), I )r. (i r z e b 11 i a s c 11 und Martin L i p p in n 1111. Wir hatten an diesem Ahciul einen ühorrasoheiutcii Erfolg zu verzeichnen, »la fast zwei Drittel «ler Anwesenden der Zionistischen Jtigcmlgruppe als Mitglieder beitraten. Duisburg. Am 26. November fand liier ein gut hesuebter Paliistina-Llchtbildervortrag von Herrn Dr. I ch e 1111 ii 11 s e r-Köln statt. Der Erfolg zeigte sich in einigen NeiimcUlungcn zu unserer Gruppe mul im Verkauf von Nationalfoudswerteii. Zu Beginn der Versammlung legte ihr Leiter, Herr Dr. Epstein im Namen des Vorstandes Verwahrung ein gegen die Unterstellungen, die bei der letzten Zentralv c r e i n s V c r s a 111 in I u 11 g liier gegen die Ziauistische Ortsgruppe geändert wurden. ■ Die Tagespresse iiuficrtc sieb in anerkennender Weise über den interessanten und gehaltvollen Vortrag. Elberfeld. Als 11ns vor vierzehn Tagen von Berlin die Nachricht wurde, daß Herr Dr. Schemarjalm L e v i n bei uns sprechen wcrile, »la war die Freude in unseren Kreisen groll mul mit Spannung und Ungeduld sahen wir dem 21. November entgegen. Pünktlich um <) Uhr hielt ein Publikum von mehr als 500 Personen den roten Saal der Stndthallc dicht besetzt und mit einer Aufmerksamkeit, die sich von Minute zu Minute steigerte, so »laß die Versammlung sich nach kurzer Frist vollkommen im Banne des Redners befand, folgte jeder »len faszinierenden Gcdankengäugen unseres Führers. In der Diskussion sprachen zwei Herren, die den Ausführungen Levins das liberale Missionsidcal gegenüberstelltcn. Nicht in »len! Dutzend neuer Zionisten, das uns der Abend brachte, liegt ein Erfolg, sondern darin, »lall es auch dem extremsten Liberalen an diesem Abend klar wurde, was unser Problem für die Jiidcuhcit bedeutet. Escbweilcr. Die Zionistische Ortsgruppe Esch• Weiler veranstaltete am 26. November in H ö n g e n eine gut besuchte Versammlung, in der Herr Ref. Frieilr. Andr. M e y c r, Escbweilcr, über ״J e 1111 d a Hnlcvy, ein jüdischer Dichter des Mittelalters" sprach mul für seine interessanten Ausführungen den lebhaften Dank der Erschienenen erntete. Einen Glanzpunkt unserer Veranstaltungen stellte der am 24. November zu Escbweilcr von Frau Dr. S p c i e r K n u f ui a n 11, Köln, über ״Das jüdische Lied" gehaltene Vortrag dar. Nach einem historischen Ucberblick wandte sich die geschätzte Referentin dem modernen Kunstlied und vor allem dem jüdischen Volkslied zu. Sie brachte mit ihrem angenehm klingenden, volltönenden Sopran zahlreiche Proben beider Kunstgattungen /uni Vortrag und begleitete sich selbst hierzu meisterhaft an! Flügel. Besonders unsere ewig schönen Volkslieder ״Josscl mit der Fiedel, Der Alef-Bcin, Des Miilncrs Tränen" 11. a. gefielen, formvollendet gesungen, ungemein, und cntlmasimcrtcii die zahlreichen Zimörer ungemein, so daß sich Frau Dr. Speier-Kaufmann zu wiederholten Zugaben genötigt sah. Die Vcrsnmmlung stiftete als Dank für »len künstlerischen Hoch• gemill zwei üclhüumc auf ihren Namen. Hamborn. /\1n 27. November veranstaltete die Zionistische Vereinigung Duisburg hier einen gut besuchten Vortrag mit Palästina-Lichtbildern. Dr. Königsberger -Mülheim leitete die Vcrsammhing. Der Redner des Abends, Herr Dr. Kolski- Duisburg, verstand es, uns derart für die Palästinaarbeit »les Nationalfonds zu begeistern, daß ein größerer Betrag für den Nationalfonds gesammelt wurde mul einige Meldungen zur Ortsgruppe Duisbürg erfolgten. Wiesbaden. Am 17. November sprach in unserer Zionistischen Ortsgruppe in einer Mitgliedervcr- Sammlung Herr Kurt R «»sc 11 bau in über ״Die Lage in «ler zionistischen Bewegung". In der ihm eigenen trefflichen Art behandelte er sein Thema. Die Diskussion gestaltete sich sehr interessant. 111 ausgezeichneter Replik wandte sieh jjerr R »1 s e 11 b a »1 m gegen die Disknssioiisreilner. Nach dem Vortrag fand die (ieneralvers.iiiiinbing der Ortsgruppe statt. Der V»1rsil/e11«h\ llerr Lehrer S. J. Rosen berg, erstattete den Jahresbericht, der m jeder Beziehung »len Beweis erbrachte, »laß der Vorsit/emle alles getan hatte, um die Ortsgruppe in moralischer und finanzieller Bc/iclumg zu lieben. I in erfreuliches Bild der l'ntwieklung zeigen die Eingänge für «len Jüdischen Nationalfomls im Berichtsjahr. Es gingen ein an: Allgemeine Spenden, Goldenes Buch. Sam• uielbüelier, David 11. Fanny Wolifsolm• Stiftung usw.M. 5S.Ö5 Für Oclb.mmc ., ״ T>,— Für die Tachkeiiumisclmlc. 7,— Aus Sammelbüchsen.152,56 Für ein Yemcnitcnhaus. 276,22 Marken und Telegramme ca. 22,— Zusammen M. 546,73 Dem Vorsitzenden wurde für seine so erfolgreiche Arbeit «ler herzlichste Dank «ler Generalversammlung ausgesprochen. Auch llerr Rosen bäum «Linkte in warmen Worten Herrn Lehrer Rosen berg namens der Z. V. f. I). für seine unermüdliche Arbeit. In »len Vorstand wurden die Herren Lehrer S. J. Rosen berg (Vorsit/einler), Bryczinier, Outmann, Karpin, Bertram Steril gewühlt. Pforzheim. Der hiesige Verein für jüdische Geschichte und Literatur veranstaltete am 25. No- י veitiher einen Vortragsabend, an dem llerr N. Gold- 111 a 11 n - Frankfurt a. M. über ״P e r s ö n I i c 11 e s 11 n d modernes Judentum" sprach. Der Redner׳ erntete großen Beilall, und wir hoffen, «lafl durch unseren neugegrümlctcn Verein aucii das jüdische Leben in unserer Stadt günstig beeinflußt werden wird. Wir danken Herrn Golduiann auch auf diesem Wege für seinen interessanten Vortrag. München. Seit Jahren beschäftigt »lie Notwendig• keit »ler Acnderung der Judengesetzgebung, welche mit geringen Aemieriingcn seit 1813 in Geltung ist, die politische wie die jüdische Presse; aber bis zur Stunde ist es liier keiner »ler beitlcn sich in die Ver• tretimg der jüdischen Gemeinde teilenden Parteien eingefallen, die Frage in öffentlicher Versammlung zu erörtern. Der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe war cs Vorbehalten, den ersten Schritt zu tun, um in einer allgemeinen Versammlung am 27. November eine Erläuterung zu der Frage zu bieten. — In dieser guthcsuchtcn Versammlung referierte der erste Vorsitzende unserer Ortsgruppe, Herr Dr. Elias Straus in einstmaliger, von vorzüglicher Sachkenntnis zeigenden Weise über Entstehung, Inhalt und not• wendiger Verbesserung »les Judenediktes von 1813. Es ist in diesen Blättern schon mehrfach über das Thema geschrieben warnten und wird wohl bei der gesetzgeberischen Behandlung noch mehr besprochen werden, so daß wir über das mit großem Beifall aufgenommene Referat heute hinweggehen können, um noch einiges über den zweiten Teil der Ver- Sammlung zu sagen. — In Anbetracht der bevor• stellenden Kultuswalilcn hielten wir cs — obwohl wir Zionisten uns diesmal nicht beteiligen — «loch für geboten, einmal unser Programm zu entwickeln, und geschah dies durch Herrn Jacob Frank ei in der Form, wie »lies schon öfter in unserer Presse berichtet wurde. Am Schlüsse seiner Aiisfulmingen kam derselbe auf »lie bevorstehenden Wahlen zu sprechen, wobei er sein Bedauern aussprach, »I.til durch ein Kompromiß zwischen der liberalen und orthodoxen Richtung unsere wertvolle Kraft, welche wir der Gemeinde stellen konnten, nicht kandidieren konnte. Die Orthodoxen behaupten, sic haben unseren Kar.- didaten in erster Reihe vcrgcschlagen, aber die Lilieralen wollten unter keiner Bedingung einen Zionisten in der Verwaltung. Der Redner führte aus, daß, wenn wir auch geschlagen sind, wir Zionisten als Freunde rot= B 30 31 erliner Si©1n1:ii£3־Sis©Ib1© Vep©i11i<nr11x1cr ■ Sa? Bi Montag, den 16. Dezember, abends 9 Uhr im KIindworth*Scharwenkasaal, VV., Lützow•Strasse 76 ■ I II 1 n ZJ ר LUDWIG HARTAU (vom Thontor In dor KOnlgarauorotr.) :: Vortrüge aus der Bibol :: Psalmen 24,90,137, Buch Ruth, Buch Hiob Moderne Autoren Morris Rosenfeld: Sturm; Martin Buber: Jerusalem; :*: Schalem Asch: Im Lande der Väter I ■ ■ * ■ ■ ■ > ■ ■ ■ 9 ■ m ■ ■ ■ ■ als Makkabäerfeier ••••••••••••••••••«••••••••••••••••••י•••»••• MIRJAM HÖR WITZ (vom Oorllnor Kl.ln•* Th..t.r) Vortrüge aus der Bibel Hohes Lied, das fünfte Klagelied Ferner Heinrich Heine: Hebräische Melodien; Jehuda Halevy: Liebeslieder L IE Konzertsüngcr Leo Gollanln trügt Jargonlieder vor BlntrltUprolao Mark 5, 4, 3, 3,1 ElntrltUprolao Mark S, 4, 3, 8, 1 ^יייי■ ךיייייו ןףיייי^ jl