Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVII (1912)
- Issue
- Heft 3 (19.1.1912)
- Date
- 1912-01-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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bene 22 JUEDJSCHE RUNDSCHAU Nr. 3 kussio» statt. Gäste, Damen mul Herren, stets her/• lieh willkommen. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Dcrltn. J. T. V. ״Bar Kochlm"! Am Sonntag, den 28. Januar er., nachinillags 3'/.׳ Uhr pünktlich, findet in der Turnhalle des Dora• t h e e n s t n d t i s c h e n R e a I g y 11111 a s i 11 in s, Oe• orgenstr., Ecke Prinz Louis Fcrdinand-Str. (direkt am Bahnhof Friedriehstr.) ein Sch a u t u r!1 e n d e r Jugend-Abteilungen (erste u. zweite Jugend• Abteilung, Mädchen• und Schüler-Abteilung) statt. Oiiste sind herzlichst willkommen. Eintritt frei. Die Ansprache wird Herr Rechtsanwalt Dr. K I e e halten. Berlin. Am Sonntag, den 2t. d. M., nachmittags 5 Uhr, findet in den Miisikcisälen ein jiidisch-literarisclier Tee des Vereins jüdischer Mädchen statt. Wahrend des Tees wird Herr Dr. A. Mir am aus Percz vorlcseii. Nach dem Tee gemütliches Heisammenscin, Kabarett usw. Eintritt, einsehliclilicli Tee, Gebäck und Garderobe 75 Pf. Berlin. Der Verein für jüdische Säuglings- und Kindcrfürsorgc in Palästina bittet uns, mit zuteilen, daü das Bankhaus Veit, Sclbcrg & Cie., Her•!in W., Französischestr. •10, sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt hat, Zahlungen für diesen Verein in Empfang zu nehmen. Berlin, Um Kollisionen mit ähnlichen Veran• staitungen befreundeter Organisationen zu vermei• den, weisen wir schon jetzt darauf hin, dal! die Berliner Zionistische Vereinigung für den 2. März (ine Purim-Feier (Ball usw.) plant. Wir bitten, hiervon Kenntnis zu nehmen. Berlin. Der Jüdisch-dramatische Arbeiterverein ״Gordin“ veranstaltet am Sonnabend, den 20. Januar 1012, in den Sopliicnsälen, Sopliienstr. 16—17 (Bahnhof Börse) einen I i t e r a r i s c 11 c n Abend, an dem Herr Schalom Asch und Herr B. P. Lewin aus• ilfren eigenen Werken und Herr S <;.11 c m a r-j a Corel i k ״I >ie liehe Provinz“ vorleiten werden. Beginn 0 Uhr. Bidets ä I M. und 0,50 M. sind zu haben bei Herrn S. Lifschitz, Linien• Straße 216, Tel. N. 1030. ' , ״ Berlin. Im Verein jüdischer Mädchen sprach am Dienstag, den 16. d. M., Herr Rechtsanwalt Dr. Klee, der in liebenswürdiger Weise für Herrn Dr. Löwe cingetreten war, über verschiedene modern• jüdische Fragen. Der Beifall aller Anwesenden ließ recht deutlich erkennen, daß er ihnen äußerst iuteressante Anregungen in so kurzer Zeit geboten hatte. München. Seit Jahren fand in München zum erstenmal wieder eine richtige M ak k a bä c r f e i e r statt. Der ״Jüdische Turn- und Sport-Verein München“ batte sie veranstaltet und ist damit zum erstenmal vor die Ocffciitlichkeit getreten. Der Turnverein hat mit bestimmter Absicht in den sichen Monaten seines Bestehens nichts von sich verlauten lassen. Er sollte erst etwas werden, und Imt mm bet seiner ersten öffentlichen Veranstaltung gezeigt, daß er etwas geworden ist. Mit lautem Jubel he• grüßten die zahlreich erschienenen (niste die Turner und Turnerinnen, die gleichzeitig von zwei Seilen in tadelloser llaltmig einmarsehierlcii und nach einem exakt durchgeliilirlen Aufmarsch Aufstellung nahmen. Eine wertvolle Bereicherung erfuhr das Fest durch die Anwesenheit des Herrn Kurt Rosen ha um, der eine äußerst wirkungsvolle Festrede hielt. Dieser folgten die turnerischen Vorführungen' der Damen- und Herrenabteilung, bestehend aus Frei- Übungen, Hebungen am Reck, Barren und Pferd, bei denen ein achtungswertes turnerisches Können ge• zeigt wurde. Nach dem Schauturnen entwickelte sieh ira ganzen Hause ein äußerst fröhliches Treiben. Während int großen Saal getanzt wurde, fanden im Damenturnsaal, der zu einem stimmungsvollen Kabarcttrauinc inngcstalett worden war, dcklamntorische und musikalische Vorträge namhafter hiesiger Küridler statt, die viel Interessantes brachten und dann auch ein großes, beifallfreudigcs Publikum l'anden. Der Fechtsaal, in dem ebenfalls getanzt wurde, und der Reslaiirationsraum hatten ihre besondere Dekoration erhalten, die viel zur Erhöhung der Stirnmutt? beitrug, die von Anfang bis zum späten Ende eine ausgezeichnete war. Der Turn verein hat mit diesem Fest einen vollen Erfolg erzielt. Es wurde eine große Anzahl neuer Mitglieder gewonnen, mul von der Leitung der Toynbeehalle, die in Händen der Loge liegt, erfolgte die Einladung, dort die turne• rischen Vorführungen zu wiederholen. Noch nie hat die Toynbechahe soviel Menschen gesehen - mehr als 700 — als bei diesem einige Tage später stattefundenen Schauturnen. Nicht cmlcnwollcudcr Beifall anktc den Turnern und Turnerinnen, mul es ist zu hoffen, daß die Begeisterung, die die Turnsache an zwei so verschiedenen Stellen geweckt hat, eine nachhaltige Wirkung üben wird. Der Turnverein wird voraussichtlich die Zahl seiner Mitglieder, die annähernd 200 beträgt, rasch erhöhen können und in Kreisen national erzieherisch wirken, die bis jetzt nicht von der nationalen Sache erfaßt wurden. J. R. Frankfurt n. M. In einer recht zahlreich hesuchten Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe referierte am 8. Januar Herr Rabbiner Dr. Emil Cohn-Kiel über ״Probleme im modernen Juden• tum", ln seinem formvollendete», harmonisch ge• Echlos.iencn, inhaltsreichen Referate besprach der Redner die drei vornehmsten Probleme des modernen Judentums, die alle zusammen eigentlich nur ein einziges Problem, ehe» das Problem des modernen Imieulnms bilden: das 1 11 d i v i d u a h t ä t s p r<>•' itlein, das W i r t s c 11 a f t s |) r o b 1 e in und das K u 1 ( ur p ro b I e ui. Da die Probleme so eng unter• einander Zusammenhängen, gibt es nur eine Methode, sie zu behandeln: die h i s t <> 1־ i s e 11 e. In einer ebenso erschöpfenden wie tiefgründigen Form enlwart mm der Redner in präzisen, schart umrissenc» Worteil ein Bild von der Hulwickliing der deutsehen Judeuheit seit der Emanzipation, von den Ursachen der Assimilation, von ihrem Wirken, schilderte Ihren moralischen Bankrott, der dazu geführt hat. daß der moderne Judo seine Geschlossenheit verloren hat und etwas Halbes geworden ist, daß das moderne Judentum reich au Begabungen, aber arm an Persoiiliclikcite» sei. - Demgegenüber stellt die osteuropäische Judeuheit, die innere, sittliche Kräfte he• sitze, der es aber an der materiellen Kraft leide. Das Problem: Ost• und Westjmleutitm nur streitend, bezeichnet es der Redner als die Aufgabe der westeuropäischen Judeuheit, die notwendige sittliche, der osteuropäischen die materielle Kraft zu verleihen. Auf diese innere Halbheit des modernen Juden läuft auch schließlich das jüdische ׳Wirt s cha t tsprob lern und das jüdische Kulturproblem liinaits: Das jüdische Wirtseliaftsproblein, weil ehe!» der moderne Jude unfähig ist, es historisch zu hegreifen weil er mir momentane Abhilfe kennt, aber mellt auf die Lösung des ganzen Problems als solchen liinaiisgehl; das Kulturproblem, das eigentlich mir die Rückseite des Individmditätsproblems sei. So läuft denn alles im modernen Judentum darauf hinaus, dem modernen Juden seine innere Einheit und Kraft wiederzugeben; dies könne mail nur, indem man ihm sein Judentum wiedergibt, und schon erscheint die Bewegung, die es will: der /.iouismtis. Mit einem ]lackenden Vergleiche zwischen Moses Mendelssohn, der aus dem Judentum in die curopäisehe Kultur hineingetreten ist, und Theodor Herzl, der vom Europäischen ins Judentum hincingckotnmcn ist und ein 'i y p 11 s geworden ist, schloß der Redner sein wirkungsvolles, gemißreielics Referat, das von reichem Beifall belohnt wurde. Da keiner sieli zum Worte meldete, .schloß der Vorsitzende, Dr. S c 11 w a r z s e 11 i I d , die Versammlung mit dem Appell zum Beitritt in die Ortsgruppe. Der Vcr- Sammlung wohnte auch David Wo) ff so hu bei, der gerade in Frankfurt weilte. Halle n. S. Am Montag, den 15. d. M., sprach Herr Kurt B 111 tu v n f e I d in der Zionistischen Ortsgruppe vor einem leider nicht sehr zahlreichen Publi• Kinn (ca. 100 Personen) über das Thema ״Können d e 111 s e 11 e J 11 d e 11 Zionist e 11 sei u?" Es hieße Eulen nach Athen tragen, wenn man über die meisterhafte Vortragsweise des Redners schreiben wollte. So stand denn auch dieses Mal wiederum das ' Publikum ganz unter dem Eindrücke des Gehörten, und wenn auch Ncunumcidiingcn nicht erfolgten, so hoffen wir doch, insbesondere infolge der Verbreitung der Lichtlicim’sehcn Broschüre, in naher Zeit günstige Resultate melden zu können. ׳ Dessau. Einen äußerst interessanten Vortrag hielt in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe Herr Zahn• ar/t Mi eitel so 11 n über ״Die Eroberung Kanaans“. Teilweise an llnud der biblischen Berichte, teilweise aber auch auf Grund von neuen Ausgrabungen mul Papyreii gab er ein äußerst fesselndes Bild des Lehens und Auszuges des Israeliten aus Aegypten, ihren Zügen in der Wüste, ihren Kämpfen und Eindringen in Palästina bis zu dem Tode Justins. An den Vortrag schloß sich eine recht lebhafte eingehende Diskussion, in welcher zuerst Herr Landesrabhiiier Dr. Walter sieh über die Sagen und Legenden über die Entstehung des israelitischen Volkes verbreitete. Audi Herr Rabbiner Dr. N u ß l> a u in trat diesen Ausdi...־^״!*ל,״״j^ ZioiiisiiÄ? Gada Best-Berlin.״ und Oraanisatlon fi!1> IieMMic Sprache und Kultur Vorl esungsz^klus ״״ R. Sokolow Hebräische Literatur Vier Vorlesungen am Montag, den 22, u, 29. Jtuum, 5. 0. 12, Pobruar abends punkt 9 Uhr Im Konservatorium des Westens, Grolmanstr. 27/8 Eingang Otto-Ludvdg-Straßc, direkt am Bahnhof Savlgnyplatz, Mitglieder der beiden Vereine haben gegen Vor. zclqting Ihrer Mitgliedskarte freien Zutritt."* Hörerkarten für den ganzen Zyklus sind zu M. 2,— zu haben bei: Buchhandlung Louis Lamm, Mono Friedriehstr. 61 ״ ü0n20r, Oranlonburgcrstr. Drogerie Lovlt, Runkcstr. 16 Cafe Sozcsslon (am Büfett) Kurfürstendamm und an der Abendkasse. Karton 1U einzelnen Vorlesungon werden nicht abgegeben. 1912 Wochenkalciidcr 5672 חרע״ב סבת ד־" י Januar Tebeth Freitag 19 כס 29 ערב ה״ח שבס Sch’bat Sonnabend 20 א 1 Waßr», N»um1mdtaj; שבת וארא שבת ראש חודש Nnrlit f»,US 21—יו,66 (!■JealJ ני. אסר ה׳ השסים כסאי Sonntag 21 ב 2 Montag 22 ג 3 Dienstag 23 ד 4 Mittwoch 24 ה 5 Donnerstg. 25 ו 6 Freitag 20 ו 7 Sonnabend 27 ח 8 »<בא ,׳ N«chl 6.Vל שבח Jirmlj.1lי*ע-::1 ,46 ׳ ידבר אשד דבר ה׳ fülirtingcn hei. Herr Dr. Ascher meinte, nicht komme es darauf au, wie sich eine Begebenheit ah. gespielt habe, sondern wie sic sich im I Icr/cn des Volkes wiederspiegek und weiterlcbt. Er sowie auch Herr Dr, Moses exemplifizierten die damaligen Ge• schclmissc in lehrreicher Weise mit den Bestrebungen des Zionismus. Der Vorsitzende, Herr Dr. Moses teilte dann noch den abgeschlossenen •Vertrag des A. C. mit der Baseler Lebeiisversiclicriuigsgesell- Schaft mit und lud am Schlüsse der Versammlung die Anwesenden zu dein am 17, d. Mts. stritt findenden Vorträge des Herrn F e 11 e r r i 11 g Halhcrstadt, ein. Bremen. Am Mittwoch, den 3. Januar HM 2 hielt 1 lerr stud. jur. Julius K a t z e » s t‘e i n , in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe einen Vortrag über die ״R e g c n e r a t i o 11 des J u d e n 111 m s.“ Der Red. ner, der sieh tun das hiesige jüdische Vereinslehen schon früher viele Verdienste erworben, förderte in seinem Referate wohldiirchdncltlc Anschauungen zutage, die Zeugnis von seiner intensiven jüdischen Arbeit ahlegten. In seinen Ausführungen berührte der Redner fast sämtliche jüdische Geistesfragen und auch das religiöse Gebiet blieb nicht unerwähnt. Besonders das regte die zahlreichen •Gäste zu leb• haftcr Diskussion an, die sieh bis Mitternacht liinzog. Königsberg i. Pr. Das Makkabäerfest fand am 17. Dezember in dem üblichen festlichen Rahmen unter Teilnahme \׳on 600 Personen statt. Nachdem in feierlicher Weise der Ciianukalileiichter auge/iimlet war, hielt Dr. Pelz eine eindrucksvolle lestrede, an die sielt eine Reihe gediegener Darbietungen itidi״ sehen Inhaltes anschlossen. Etwas für Königsberg ganz. Neues war das Auftreten jüdischer Turner vom , T u r 11 u n d S p o r t v e r c 111 K ö 11 i g s b e r ״", deren turnerische Leistungen -- Keulenschwingen und Ucbtutgen am Pferd — einen nicht endenwollenden Jubel atislösteu. Erwähnt sei die Schlußszene: ״Ein Winzerfest in Risehon le Zäon“ mit hebräischen Ge* sängen, die in bekannter, mustergültiger Weise von Herrn Ohordirigcntcn Badriau einstudiert waren. Der materielle Erfolg des Festes war auch in diesem Jahre wieder ein recht zufriedenstellender; der Reingewinn betrug ca. 1230 M. Jitdisceh Bücher wurden durch Verkauf und Verlosung für 123 M. umgeset/t. ■- Seit Anfang 1011 besitzt unsere Zionistische Vcrei״ nigtuig ein Speiulcnbueh, das ״Silberne Buch d e r K ö 11 i g s b e r g e r Zionist i s e 11 e n Vcr״ einiguug“, wie cs hier meist genannt wird, in welcher größere Nationnlfomls- und Oclbaumspcnden in würdiger Weise in deutscher und hebräischer Sprache eingetragen werden. Die Spenden — mir solche von 30 M. aufwärts werden in das Buch aut* genommen — erfolgen meist anläßlich größerer Fa« milienfeste. Im ersten Jaluc konnte bei im ganzen 22 Anlässen ein Gesamtbetrag von fast 2(X)U M. in das Buch eingetragen werden. Gnescn. I lerr Lehrer A n e r b n ch (Posen) hielt am 6. Januar in der Aula der Handelsschule einen Lichthildervortrag über Palästina. ״Neues Leben t tt der;\Ut11 Hei m a t des jüdisoh eil V oIk e s" schilderte uns der Redner, die er geschickt mit seinen Reiseerlebnissen zu verflechten wußte. Land und Leute ließ er an unseren Augen an Hand der Lichtbilder vorbei/ielien und zeigte das uns besonders Interessierende von unserer Bewegung ins Lehen Gerufene, wie Bezalel, Tel Awiw. Das zalilreich erschienene Publikum — es waren wohl 150 Personen •— folgten den Ausführungen des Redners mit dem größten Interesse, sahen sie doch zum ersten Male Reales, von dem Zionismus Geschaffenes. Die Z. O. (niesen spricht au dieser Stelle nochmals Herrn Auerbach ihren verbindlichsten Dank aus. י Erklärung Durch ein, mir völlig unerklärliches Versehen, das dem Bureau der hiesigen jüdischen Gemeinde ־zur Last fällt, ist mir das peinliche Mißgeschick widerfahren, in der jüngsten Nummer des .,Gemeinde- Blattes der jüdischen Gemeinde zu Berlin" den Rene-