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Jüdische Rundschau · 1910-09-02 · Heft 35 (2.9.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 35 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 419. No. 35. LITtRA Preisausschreiben! Die Zionistische Vereinigung für Deutschland bc-;ibv/lmgt. das inte resse der reiferen J n g c ח d für 1נ a I ü s t i n a durch die Verbreitung ga cueier J 11 g c 11 d s c 11 r i f t e n , an denen cs b;v:v! völlig fehlt, zu heben. Sic beabsichtigt daher Ja Herausgabe von lungeren Erzählungen, die nach |v mul Inhalt gleich geeignet sind, die Stammes- Inז! * ־• insbesondere die Natur des Landes, das U: u seiner Bewohner und vor allem das der jt ,selten Kolonisten dem Herzen der I« , nahe zu bringen. Zu diesem Zweck ist ein |1י •..iiissclireiben für die besten Arbeiten dieser Art in iilusseit worden. Die Wahl des Stoffes steht dem Autor durchaus 11־ Zur Anregung, die aber keine Vorschrift sein s . erwähnen wir, dal! im Mittelpunkt der Erzählung 1 a ein junger Jude stehen konnte, der seine Heimat \;.issen muli und sich nach mancherlei Fährlichh. .e!1 und Beschwerden in Palästina eine Existenz .1 Kolonist oder Farmer schafft. Religiös austöliige Stellen sind sclbstvcrständ- 1. zu vermeiden. Her Umfang der Schrift darf nicht unter I Pr uek bog eil betragen. Die Einreichung der \ eiten mul) hl* /um 31. Dezember 1910 ver- י. Jossen mit der Aufschrift ..Pretsiiusxelirciben" und e geschrieben an die ,.Zionistische Vereinigung für luuschland", Charlottcnburg, Blcibtrcustrailc 49. eri een. Aullcrdcm muH der Umschlag ein Motto auf• wusch, das auch auf ein verschlossenes Couvert zu su/cn ist, in dem sich Namen und Adresse des \ ut'assers befinden. Für die besten cingcrcichtcn A beiten, die den obigen Bedingungen entsprechen, »itzen wir hierdurch zwei Preise von 600 Mark und 300 Mark hi bar aus. Die preisgekrönten Arbeiten gehen mit allen Rechten ins Eigentum der Zionistischen Verein!• gutte für Deutschland über, die sich Vorbehalt, auch andere geeignete Einsendungen zu angemessenen Hoimr.irsätzcn zu erwerben. Dem PreisrichterkoLieuni gehören an Dr. .Martin Bub er, Georg Hefiiiannn. Dr. Richard li u I d s c 11 i n c r. sowie »־!׳׳seinle Herren vom Zentralkomitee: Rechtsanwalt droii c 111 a 11 n , Di. Jung mann und Hermann 8 t r u c k. Zionistische Vereinigung für Deutschland. 1. A.t 11 a n t k c. Iten-Jehudas hebräisches Wörterbuch Sueben ist in dem bekannten Verlag G. Lan• 1: n s e Ii e i d t das .1. Heft des 2. Handes des 11 '. utiis Totius llcbr.iitatis von Elieser Hcn-Jcliuda i.'Jueiien. Von dem Werke liegen bis jetzt 15 Liefer .:eil vor. die bis zum Buchstaben Gitucl reichen. D s vollständige Werk wird zwölf Bände von üurch> > , uittlieli (1(K1 Seiten umfassen. Per erste Doppel- I .!ul soll mit dem Ende dieses Jahres fertig vor- I .׳en. In den darauffolgenden Jahren soll die II fausgubc eine Beschleunigung erfahren, so daß 1i«> •ganze Werk etwa im Jahre 1915 vollendet sein w׳.\l. Der Subskriptionspreis für das ganze Wörter* III ׳ beträgt 250 Mark. Vercinsllcderbuch für Jung-Juda Wie bereits mehrfach mitgctcilt, wird von dem ״Vueinsliedcrbnch für Jung-Juda“, Verlag der i!. .lisch e n Turnerschaft, Berlin C., Alexande 1r. 39, eine dritte wesentlich verbesserte Auflage vo bereitet. Diese Auflage wird sowohl in ihrem all• gi •!!einen und jüdischen Teil wie auch in ihrem Nmumnhnng eine erhebliche Verstärkung erfahren iiiiü «:ignet sich daher zur Einführung nicht bloß wie ו-.*;.er in den jüdischen Turn- und Studentenver- Uuigungen, sondern in andern sonstigen Gesellig* luisvcrcincn. wie auch überhaupt für alle jüdischen Veranstaltungen in denen das Volkslied gepflegt wird. Insbesondere seien die zahlreichen jüdischen Jugendvereine auf das für sic sehr geeignete Büchlein hingewiesen. Das Erscheinen der neuen Auflage ist In den nächsten Wochen zu erwarten. Vereine und Privat- Personen, die bezüglich der atifzunchmcnden Lieder irgend welche Wünsche haben, mögen sich daher am baldigst an den oben genannten Verlag wenden. Derselbe nimmt auch schon jetzt Vorausbcstcllungcn auf das Büchlein entgegen. Jüdischer ftlmanach In polnischer Sprache 111 den nächsten Tagen erscheint in Lemberg ein jüdischer Almanacli in päolnischer Sprache, herausgegeben von Dr. Leon Reich, dem früheren Redakteur der Zeitschrift ״Woscliod". Sowohl wegen seines ' gediegenen Inliultcs als auch wegen seiner vornehmen | Ausstattung wird der Almanacli bei den polnisch ן lesenden Juden lebhaftes Interesse, nden. Die litcrariselten Beiträge stehen wie die der modernen jüdischen Kunst entnommenen Illustrationen durchaus auf der Höhe der Zeit. Der Preis des Sammelwerkes beträgt 5 Kr. =־• A Mk. Bestellungen nimmt entgegen: Dr. H. Rosmarin, Lemberg. Berstlinagassc 10. Bücher-Besprechungen .Memoiren einer So/Iallstln. — Lehrjahre. — Von lily Braun. Verlag Albert Langen. Lily Braun hat vor etwa zwei Jahren unter dem Titel ״Im Schatten der Titanen" ejine Biographio ihrer Großmutter Jenny von Gustedt erscheinen lassen. Unter den Händen der liebenden Enkelin uttstaud dort das Bild einer!,rau von selten tiefer Bildung des Geistes und des Herzens, von reinster und aufopferungsfrohester Mütterlichkeit. Den Eindruck von der Verfasserin, den jenes Buch hinterläßt, bestätigen diese Memoiren: es wurde so schön, ' weil in der Enkelin die bedeutenden Anlagen der Großmutter sich reicher und entwickelter wiederfinden. Das neue Buch erweckt aus zwei Gründen ungewöhnliches Interesse. Einmal wegen seines kulturgeschichtlichen Wertes. Eingehend und ansehaulich werden die wcchsclreiohcn Schicksale einer preußischen Offiziersfamilie geschildert, bunte Bilder des höfischen und des militärischen Lebens gewähren oft überraschende Einblicke in eine Welt, von der bürgerliche Kreise sonst wenig erfahren — man vermutet, daß manches, was hier erzählt wird, als unangenehme Enthüllung wirken mag —, zur Geschichte der Ethischen Gesellschaft und der sozialistischen Bewegung wird eine Fülle wertvollen Materials vorgebracht, eine Fülle von Persönlichkeilen des öffentlichen Lehens, zum Teil heute noch lebende, lernt man hier ans der Interessanten!,erspektive des privaten Lebens kennen. Gesehen sind all diese Menschen und Dinge durch das revolutionäre Temperament der Verfusscrin. Diese, einer adligen, hochkonscrvativcn Familie entstammend, die dem Herrseherhause recht nahe stellt, geht einen ungewöhnlichen Weg. Intellektuell, moralisch und körperlich auffallend früh reif, empfindet sic die Begrenztheit konservativer Weltanschauung und gesellschaftlicher Exklusivität schon zeitig als unerträgliche Fessel. Die Probleme modernen Lebens locken sic; unzerstörbar lebt in ihr das Streben nach Freiheit und Selbständigkeit, nach einem ernsten, sittlichen, sic selbst befriedigenden Lebensinhalt. Ihr Weg ist ihr im Grunde von Anfang an vorgczcichnct: sic erbte von der Großmutter das tiefe, altruistische Empfinden; beide finden sich seihst nur, wenn sic sieh an andere hittgehen. So schließt sic, die im Ballsaal Triumphe erlebt hat wie keine zweite in ihren Kreisen, ihre erste Ehe mit einem schwer kranken Mann, der von Gehurt an eine last unkörperbchc Existenz führt, bezwungen von seinem reinen und edlen Geiste. Es ist Georg von Gczycki, einer der Begründer der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur. Die Großmutter fand ihre Befriedigung in einem anonymen Dasein, in patriarchalischer Für- sorge für die, die das Leben ihr als Verwandte, als Freunde, als Untergebene nahe brachte. Die Enkelin, von heißerem Blute und stärkeren! Drange nach Tätigkeit, zieht hinaus, um sich ihren Wirkungskreis seihst zu suchen. Mit Stolz darf sic von sich sagen, die Worte: ״Oanz oder gar nicht" seien ihr allmählieh zum Wahlspruch ihres Lebens geworden. Die Bestrebungen der Ethischen Gesellschaft müssen ihr bald als Halbheit erscheinen, ihr prachtvoller Radikalismus, ihre unbedingte Ehrlichkeit gegen sich und andere, ihre politischen und sozialen Erfahrungen und Studien führen sic unaufhaltsam dem Sozialismus zu. Rücksichtslos setzt sic sielt gegen ihre Pamiilc durch, gegen die kühle Mutter, die nie Verständnis für sic hatte, wie gegen den milden Vater, dessen Liebling sic trotz allem bleibt. Ihr zweiter Qatte ist ein sozialistischer Schriftsteller. Wer das Buch liest, wird die Intelligenz und den Mut dieser Frau respektieren, bewundern wird er ihre elementare Kraft, zu lieben und zu hassen. Und mit doppeltem Verständnis und Mitempfinden wird das Buch lesen, wer Zionist ist und diesen Prozeß der Sclbstbcfrciung mit all seinen Schmerzen und Freuden an sich selber erlebt hat. Erich Cohn. ״Gedichte״ von I d a I) a v i d s 0 n. 115 S. kl. 8 ״. J. Singer. Straßburg. Geb. 2.50 Mark. t ln neuen Nüanccn sucht die Dichterin vom ..Scbmiedclicd des Lebens" uns zu singen. Sie ist ein ülcrquellendes. nach Gestaltung ringendes Naturell, das keine beschauliche Handlung aufkoinmcn läßt, bisweilen unfußltcli-sehriUc Mißlüne anschlägt, oder auch manchen Iterzerhebenden Akkord der Dichterharfe entlockt. Trotz der hypcrallegorischcn Lyrik, der Reim- und Zcilcnfüllerci verraten uns Meistcrparticcn in einzelnen Gedichten, voran die ״Schweizer Ballade". ״Zu viel Fürsorge“. ..Abend in Temtet". ..Der Spiclmann" und ״Das Wiegenlied" eine aifwärtsstrcbcndc. warm empfindende Persönlichkeit. Max Rosenfcld. Psalmvortrügc von Dr. Simon Rosenblü 111. Frankfurt a. M. Verlag von Saenger «Sc Friedberg. 1909. Was unterscheidet unsere Psalmen von den klassischen Schriften der Weltliteratur? Diese haben ilneil vollen Wert nur für die Zeitgenossen und kun• nett von den Folgcgeschlccbtcrn im besten Falle nachempfunden werden. Dagegen behalten die Psalmen Israels lebendigste Aktualität; vor Jahrtau• senden geschaffen, sind sic heute so modern wie ic, weil sie die unmittelbarste Sprache des Herzens reden. Sic sind unabhängig von ihrer historischen Entstehung, und beten wir sic. so will es uns schclncn. als wären sic für uns und von uns heraus ge• schaffen. So sind die Psalmen Israels zum Erbau• ungsbuch der Welt geworden, ein jeder Mensch, ohne Unterschied der Religion und Rasse, kann sein Herz in ihrer Sprache ausschüttcn. — Trotzdem bleibt der Psalter das eigenste Gut Israels, dessen Herz mehr denn ein ander Erdcnvolk von Sturm und Qual zerwühlt ist, und was die Väter gesungen und gerungen, das wird den Enkeln zum persönlichsten Erlebnis. Aus diesem Gefühle heraus hat der Verfasser die schönen Psalmvortrügc geschrieben, deren Lektüre ich jedem empfehlen möchte, den! ein warmes Herz im Busen schlägt. — Wir lernen in dem Verfasser einen begeisterten und überzcugungstrcucn Juden kennen, der nach Kämpfen und Irrungen zur Ueberwindung seiner selbst gelangt ist. und dessen Gedankenwelt in heiilftihlcndtr Liebe um einen Mittelpunkt kreist, um Israel und Israels Golutlisclimcrzcn. die er in den Liedern David's vorausgeahnt glaubt. — Adlige Gedanken treten in prachtvoller Sprache plastisch vor, und niederbeugendes Vcrzweifclnwollcn an Israels na• tionalcr Zukunft wird durch echtes Gottvertrauen zimt Siege geführt. Psalmcnstiimming ist es. die das Büchlein durchweht. Den sprachlichen und in• haltUclicii Schönheiten und der tiefen Durchdrin• gung der ausgcwähltcn Motive können einige cxc• gelisclie Schwächen und Gewaltsamkeiten der In• ternretation keinen Abbruch tun. — Emil Lev y. Eingegangene Bücher nicm *tattimdcn. Die mit beietchneten Werk• sind b• lur Besprechung vergeben. *M. Klclnmann: R. Moschc-Löb Lllienhi sein Lehen und seine Tätigkeit (Jargon). Ve; ״Zionistische Kopikc-Hibliothck". Odessa. 5(170. 1 *UcHclit über die Tätigkeit des InfornialU büreaus Gir Emigranten für das Jahr 1908. (Russis St. Petersburg. 1909. *Illustriertes Famlllcnhlatt. Erscheint ic Donnerstag. Nr. 1-3, (Jargon). Redigiert Meier Hühner in Nndwürna (Galizien)?!*5 '״i״,tJI10rKJ Unsere Banken. (Russis Verlag ..Kadimali". Wilna. 1909. ,Hcbra1schc orthodoxe Wocl P״־iwa ׳1,*1 "״bi"" *• ־■'״«"‘׳1“א nfoUscl,K״Vln Ku״KrlMU Zl0nl8lu In Hamburg. <$ Heines Sämtliche Worko. Band 1-5, Der T pcl. Verlag m Leipzig, ln Leinenband Mk. 3,—. xi ״ u i deutscher Professor ln der Schweiz. ELa.h‘i* Lazarus. Berlin 1910. Fc>d Dür Mk! 4,7ar 8KSbUChhandl״nR• Br• Mk* WO. ן

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