Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 15 (15.4.1910)
- Date
- 1910-04-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang Sitzung des Imgeren Aktionskomitees V 1 S-'imtajr, dom 10. mul Montag, dem 11. Y'iil. fand im Zionistischen Zentralbureau;!! K h eine Sitzung des Fiißeren Aktionskoiiiitee- '!;ut, an eler siimtliche Mitglieder desscl- [sen. ‘:׳.isitleiit Wolffsolm, J. II. Kann und •'lofessor W a r b urg, teilnahmcn. .\111n . ei uuitleii zu diu 1*0ratungen ztige*;ogii ■ Vr Yorsit/eiale des J. N'. I־., Herr Dr. Isod.;? lie i m e 1\ der Direktor des J. N, l:. Ikir ' K 1'e 111 e n e / k v aus Wien, sowie der Piivl »los /•.־niralbureaus Hon* S. Hoofi;;n und i: 11׳ Ih-. \\. Roseubliith als Sekretär. i « Mittelpunkte der Beratungen standen wf'011 .י ■Iciie Projekte bezüglich der Arbeit in r.1las11״׳. II, it Kami tmd Herr Prof. Warburg erstatu.1 m .! iieiulen Berieht über die in Palästina in A1 :"״ genommenen 1!1uernelnmmgen. 1' .• ird beschlossen, au den J ii d i s c h e n Xali׳■ n a I f o n <1 s mit dem Besuchen heraimitreten. *Vh an den vom F.A.O. geplanten größeren Pnferncltmunßen im Rahmen seiner iViuuni'“• zu beteiligen. l> u!rd ferner beschlossen, aus den Mitkln der i י a v i cl u 11 d Fanny \V o 1 f f s o h 11* Stiinn g mit dem Dan von zunächst 1י Ar• l-eitcrliauscrn, die über einige jüdische Kolonien verteil! werden sollen, sofort zu beginnen und ׳Jeu!'•.! ■ anderer Arbeiterhäuser mit dem J. N. l\ ziisanur.i n vorzubercitcn. i' wird beschlossen, (las Museum des Be* zalel lii'Z.iigestalten und die nötigen Schritte zur r.ildung des Museum-Vereines zu unter* 1:el1n;r!!. I'r Präsident macht Mitteilung davon, daß für!י. * |ahr 67ר(> noch keine Schckelgel* der e'iigegangen sind, während die Ausgaben der ׳ ,rgaimation von l ag zu Tag wachsen, lauf > wird beschlossen, einen dringenden Appell an die I.Andesorganisationen zu richten und diese •tuf/iifordcrn, den Schekel sofort ein* ׳׳ns1!!mein mul alv.uführen und eine eifrige Sami'ifltäiigkeit für einige wichtige Prcsseun* km•. Innungen der Organisation zu entfalten» vvi! diese trotz guter Anfänge sonst sisticit vanXii müßten. Ferner wird beschlossen, für die Zentralisation und ein beit* 1 i (1! <• Organisation der P r 0 p a * t! a 1: -i a 11 n d O e I d s a tu m l u n g ז ö r d i!• v e r s c h i e d c u e n best e h ende n 1 Mast i״״ - Unteruehm ungen einen 1'hin auszuarbeiten. I>ie Vorschläge für das Agrar-Kredit-Insti* tut werden eingehend besprochenj da sich in dit'HT Angelegenheit die Grundlagen verschoben haben, soll der Sachverhalt zunächst der Koni* misdon zur Kenntnis gebracht werden. Herr Professor Warburg erstattet Bericht '׳her den Stand der Vorbereitungsarbeiten für das Mikro-biologisrhc Institut und teilt mit, da eine Organisation jüdisch«• Acrztc für die Mit* afbeit an demselben in Bildung begriffen ist. c , ״ ••^cr Zionl*n111* mtrebt für da» indische Volk dl» b'clialiunv einer (jf(cntltch>rcchtltch «ctichcflcn Hclmstltie io ™“»'Ina." Ba.clcr Programm. Aus dem Inhalt Sli/ism׳ ,!cs Engeren Aktion« Komitees. — .liiillsclic Nntlnnallilhllothck. — Nadomilloiuis tmd Koloitlalfoiuls. \'<m Dr. Anm Sandle r. — Zwei Erklärungen. — Amerikanisches Eorsclimigslnslltut In Palästlmi, l.ii/mil tiutl d!u deutschen Agrarier. — Aus :1!ler Welt. — PalästlnurMiidschau. — Zlottlstlsclie Bewegung. — Vcrdiis-Kuiidschau: Aus «len Ciemelmleu. — Eeitllleton: Die weiße Robbe. Von Rudgurd Kipling. Vcrsammlimusknlvmlcr slclie Seite 171. Cs wird beschlossen, die Jahreskonferenz für den 27. und 28. Juni ds. J$. nach Berlin ein* zu berufen. — lieber die Fage des Zionismus in einigen I.ändern fanden eingehende Beratungen statt. Die inneren Verhältnisse der Organisation wur* den ausführlich besprochen mul eine Reihe liier, auf bezügl. Beschlüsse gefaßt. Die Annähme dieser sowie aller iibri* g c n i ui I auf e d c r Sit z u ng ge t a ß* teil Beschlüsse erfolgte e i n s t i m* m i g. — Jüdische Nationalbibliothek Die Jüdische Zciitral-Bihliotlick in Jeruralem ver* sendet socebeu ein Meines Heftchen, welches über ilitc Entstellung und Entwicklung berichtet. Wenn man die Broschüre in die Hand nimmt, ist man auf den ersten Blick frappiert: Man weil! nicht recht, was man unter dem Ausdruck ״Zcntral-Bibliothck‘' verstellen soll. Br ist uns Zionisten vollkommen 1111bekannt mul tmgelänfig. Wir sagen stets: ״NiUkmal- Bibliothek•־ mul sind sehr erstaunt, auf einmal sehen zu müssen, dall es etwas derartiges, wenigstens nominell, gar nicht gibt. In Wirklichkeit ist cs ja die Nationalbibliothek oder doch wenigstens der Anfang einer solchen. Warum sie diesen Namen aber nicht führt, ist uns unbekannt. Man kann sieh eines gewissen imhehngliclien t'ieiühls nicht erwehren, dall darin eine kleine Verschleierung oder doch wenigstens ein Nichtlicrvortrctenwollcn liegt. Wenn cs das aler sein sollte, so ist eine weitere Duldung derurliccr Zustände ein offenbares moralisches Manko, das absolut unzulässig ist mul wir miiiltcu mit aller l-mergie eine umgehende Nnmcnündcrung herbei* führen. Ucher die Wichtigkeit und den Zweck dieses Instituts brauchen wir wohl kein Wort mehr zu verlicren. Wir brauchen uns Idol! der Kgl. Bibliothek in Berlin zu erinnern, in der Millionen Bücher gesammelt sind. Wir brauclicn mir daran zu denken, ilall jeder, der in Deutschland etwas drucken lädt, verpflichtet ist. der Bibliothek zwei Exemplare davon zur Verfügung zu stellen. Von welch ungeheurer Wichtigkeit ist dann erst eine derartige Einrichtung für uns, das Volk des Buches und der Bücher. Die ersten Anfänge der Bibliothek reichen bis m das Jahr 1875 zurück. Zweimal!nullte dann in den folgenden Jahren die Bibliothek geschlossen werden, weil die radikal-orthodoxen Elemente darauf bcstanden. 1894 begann die eigentliche geordnete Tätigkeit der heutigen Bibliothek und zwar ermöglichstcn dies vor allem die Herren Dr. Joseph Cliasanowitz und Rabbiner R. Samuel Mohllcwcr aus I Bialystock, die sich ihrer warm annuhmen und sie durch Zuwendungen von Biiclicrsaininlungeii uml durch Geldmittel unterstützten. Hs gelang dann, für die Bibliothek ein eigenes Gebäude zu errichten, das sich aber auch schon als zu klein erwiesen hat, so dall ein groiicr Teil der schon .12(1(10 Bücher zählenden Sammlung gar nicht nufgcstclll weiden konnte. Darum fordert der Vorstand zu einer;tilgemeinen intensiven Beteiligung seitens aller Ereunde Palästinas und der jüdischen Kultur auf. 1 ״Von überall sollen die Bausteine zusammengetragen werden, um auf unserem angestammten Boden ein Kulturweik atiszuhatieu, das l'.iiästina zum Hede und dem Gesamtjudentume z.t׳r Eine gereichen wird." Nationalfonds und Kolonialfonds 1111 Vorschlag zur Leistung ״realer Palästluaarhclt.“ Von Dr. A r 11 יי S a nd I e r - Breslau. Der IX. Kongrc'• hat einmütig die Notwendigkeit der Begründung eines lrsiimts für Agrarkredit 1)0־ kündet. ■Solange die B ideug.set/gebtmg der Turkei. insbesondere die Bestimmungen über das Hypothekenwesen und die Rechte der juristischen Person noch nicht die zu ern artende Acndertmg eriahich haben, und die Anlegung eines modernen Grundlatasters noch nicht Tatsache geworde•! ist. wird eine Agrarbank keine ersprießliche Tätigkeit enttaltu! können. Gleichwohl ist cs notwendig, nicht nur die Vorbereitungen zur Schaffung dieser Bank sofort in Angriff zu nehmen, sondern auch frühzeitig mit der Gedbescltailuug iür die Agrarbank zu bcginnen, damit wir stets cu vedette sind, stets hereit, die durch die Reformierung der Gesetzgebung entstehenden Chancen möglichst als die ersten at’szuniitzcn. Denn nur darin liegt die Möglichkeit des Erfolges für uns. dall wir den an Kapital- Mail uns weit überlegenen Konkurrenten zeitlich z 11 vork o in m e n. A lieh die Sa m m 111 n g c n für den א a t i o •1 a I f o n d s sind ja b c - r c i t s zu einer Zeit begonnen w 0 r - den. z tt der n a c h de m d a m a l i g c n Pa r t c i s t;1 ndputi א t von einem Bodenkauf in g r ö 1; c r c m Stile nicht die Rede sein o 111 c. Nun ist es a' cr der Wunsch der überwiegenden Mehrheit der Zioiuste!!. mit der kolonisierenden Tätigkeit in P.ilastira möglichst sofort zu beginnen. Dieser Wunsch ist in den durch die neue politische Lage geschaffenen Umständen begründet. Gegci. dieses Verlangen sind im wesentlichen zwei BeOcnV.cn ee:0״',e*l worden. Pas eine, dem insbesondere Hot D׳\ N o r J a 11 Ausdruck gegeben hat, stützt sich %nf d׳e sachverständige Aculicrimg unserer Bank'direktoren in Palästina, die einen weitcren ZiifluH von Kapital in die Kassen unserer Ban- Ken nicht für raümm halten, da hei der betrachtliehen Steigerung der Depositen nicht einmal die von ütin Muttcrinstitut in I.ondon gegebenen Darlehen ausreichende Verwendung hätten finden können. Dieser Einwnnd beruht am* einem Mißverständnis. Die nach Ansicht der Baukdirektoron gegebene Begren/ung der Möglichkeit, weiterhin Kapital in Palästina anziilcgen. bezieht sieh natürlich nur auf den Tätigkeitsbereich der Banken, der aber seinerseits durchaus beschränkt ist. Um ihre Mittel nach Moglichkcit flüssig halten zu können, dürfen diese Banken ihr Kapital nicht in Bodenwert unlcgcn. Sie unterstützen Handel und Industrie, geben auch den Kolonisten — mit Hilfe eines ihnen vom Nationalfonds gewährten Darlehens -- Agrarkredit, beschränken diesen Kredit aber auf kleine, kurzfristige Darlehen, die nach der Ernte zurückgezahlt werden müssen. Wie ich höre, werden auch kleinere Dar-