Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1908)
- Date
- 1908-07-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAUJ6.xn1.N6.28 Aus der zionistischen Bewegung . Mitteilungen des Hauptbureaus des j ״Vereins Oelbaumspende“ (E. V.) 1. Unser Verein ״Oelbaumspende‘ ‘(E. V.), der sich die Bepflanzung Palästinas mit fruchttragenden Bäumen, besonders mit dem in Palästina altelnhaimischen Oelbaume, zur Aufgabe macht, kann seinen Mitgliedern und Spendern mitteilcn, dass die bisherigen Anpflanzungen des Vereins in Palästina sich recht gut entwickeln. Auf dem von Herrn Qoldbcrg in Wilna dem Jüdischen Nationalfonds geschenkten Terrain in Chedera sind 110 Dunam im Frühjahr 1907 mit Oliven bepflanzt worden. Die Bäumchen sind so gut gewachsen, dass jim Frühjahr 190S bereits der grössere Teil derselben gepfropft w erden konnte. 111 Lydda hat der Verein eine Baumschule angelegt, aus der das Pflanzenmaterial für den Herzl-Wald gewonnen werden soll. Auch der Stand dieser Baumschule ist sehr befriedigend. 2. Ferner erlauben wir uns mitzuteilen, dass der Vorstand unseres Vereins in seiner Sitzung vom 26. Juni beschlossen hat. behufs Aufnahme einer umfassenden Propaganda sowie pünktlicher Versendung der Diplome und Quittungen vom 1. Oktober ds. Js. an ine besondere Sekretärin anzustellcn. Es hat sich nämlich gezeigt, dass es dem Personal des Palästina-Ressorts, das seit Januar von der Agitation für die P.L. D. C. sehr in An- Spruch genommen ist, unmöglich ist, die umfangreichen schriftlichen Arbeiten unseres Vereins pünktlich, zu erledigen. Die rückständigen Diplome und Quittungen für die Zeit von Januar bis Oktober ds. J s. werden daher denSpcndem erst im Oktober zu gehe 11. Der Vorstand des Vereins ״Oelbaumspende“ (E. V.) gez. O. W a r b u r g. Sämtliche Parteiblätter werden um Abdruck vorliegender Mitteilung gebeten. Erder weslislerreiGliisclier Zionistentag Sonntag. den 28. und Montag, den 29. Juni tagte In Brünn der Parteitag der w׳estösterreich!selten Zionisten. Im Aufträge des Ausschusses eröffnet Herr Adolf Böhm (Wien) um 3צי Uhr nachmittags den Parteitag. Er weist auf die Vorgeschichte der B riin n c r Konferenz hin. die die Einberufung des Parteitages beschlossen hatte, begrüsst die Delegierten und nimmt die Wahl des Bureaus vor. Zum Vorsitzenden wurden Bechert (Teplitz), zu Stcllvcrtr. Dr. S. Werner (Iglati) und Dr. Engländer (Wien) gewählt, als Schriftführer Gallus. Altar und S c h ö 1111 o f. Legitimationsausscliuss: Eckstein (Troppau), Lcop. Sitzmann (Wien) und W i d m a n n (Prag). Finzi (Troppau) erläutert seinen Organisationsentwurf. Eine Einigung mit dem Korreferenten Dr. E. M a r g u I i c s war nicht zu erzielen. Die zu schaffende Organisation soll ein Verband der wcstöstcrreicliischcn Distrikte sein, es soll zugleich eine Vereinigung von West und Ost zu einer Gesamt- Organisation angebahnt werden. Kc׳rref. Dr. Emil Margulics (Trautenaii) bestreifet zunächst, dass der Parteitag die Schaffung einer Organisation durch Majorisicrung irgendeiner Gruppe beselilicsscn könne. Dia österreichische landesorganisation kann nur ein föderat i v e r Verband der Distrikte sein. Es muss jeder Distriktorganiation überlassen bleiben, über die Zugehörigkeit ihrer Mitglieder zur Organisation autonom zu entscheiden. Das Zentralkomitee kann nur eine koliegile Behörde sein. Zwischen den Referenten ergeben sieh somit folgende Differenzpunktc. 1. Nach Dr. Margulics soll der Obmann des Zentralkomitees von demselben gewählt werden. Herr Finzi befürwortet die Wahl des Präsidenten durch den Parteitag. 2. Herr Dr. M. verlangt, dass ins Zentralkomitee nur im j Distrikte wohnende Gesinnungsgenossen entsendet werden können- Der Referent verwirft diese Einschränkung. 3. Der I Referent verlangt einen 50% hohen Schekelanteil zur Erhaltung des Zentralkomitees. Dr. Margulies fordert die volle Abführung des Schekels an das Aktfonskomitce. Der Verband ist von den'Distrikten zu erhalten, die für sich auch eine Rückvergütung vom A. K. verlangen können. Im Aufträge eines ad hoc gewählten dreigliedrigen Aus- Schusses stellt Finzi die Bedingungen zusammen, unter welchcn ein Zustandekommen der Organisation möglich erscheint a) Dem zu gründenden Verbände gehören die Distrikte mit ihren Mitgliedern an. b) Die Distrikte behalten die ihnen* zustehende Autonomie, als Teile der österreichischen Landes- Organisation, c) Eine Statutenänderung, die die Einschränkung׳ dieser Autonomie insolvicrt, setzt die Zustimmung aller drei Distrikte voraus, d) Die Vollzugsorgane der Organisation sind der westösterreichische Zionistcntag. Zentralkomitee und Zentralkomitee. In diesem haben auch die geschäftsführenden Leiter der Distrikte Sitz und Stimme, e) Die Kosten zur Erhaltung des Zentralbureaus werden von den drei;D.-K. aufgebracht, eine Heranziehung der Mitglieder zur direkten Beitragslcistung ist nicht statthaft, f) ׳Der Verband scheidet die innncrc Landes- Politik aus seinem Tätigkeitsbereich gänzlich aus. Es wird nunmehr über ■die Vorschläge des Komitees und der Referenten die Generaldebatte eröffnet. Fritz Löw (Prossnitz) wünscht die Vereinigung, den engen Zusammenschluss, der Zionisten und nicht der Distriktskomitees. Das würde eine Macht darstellcn. Das frühere Landeskomitee wer nicht so schlecht. Wir haben keinen Einfluss in den Kultusgcnicindcn. darin liegt die Schwäche der Partei. Das Organisationsstatut ist schliesslich gleichmütig, wenn nur die Männer da sind, die die Arbeit richtig leiten. Redner ist für die volle Ablieferung der Schekel, jedoch; gegen die Sesshaftigkeit der Zentralkomiteemitglicder, d. h. gegen die Bedingung, dass nur in ihrem Distrikte wohnende Gesirmungsgenossen die Distriktsorganisation im Z.-K. vertreten können. Der Obmann des Z.-K. soll vom Parteitag gewählt werden, soll er Führer und nicht bloss Geschäftsführer sein. Dr. Werner (Wien): Wir gehen einer Integration entgegen. Ein gesamtostcrreichisches Landeskomitce gibt es jedoch nicht und wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Redner wendet sich gegen die Sesshaftigkeit der Distriktsvertrctcr. Dic״Beweggründe des Korreferenten Dr. Margulies sind ja zur Genüge evident. Es ist das die Gegnerschaft gegen üb innerpolitische Betätigung, die zu solchen Vorsichtsmaßregeln g’reifen lässt. Man muss aber auch für die Notwendigkeit der Landespolitik Sinn haben. Der Zionismus muss das Volk dirrch Erziehung auf demokratischer Basis zur Selbsthilfe führen. Redner schliesst sich in den Einzelforderungcn seinem Vorredner Herrn Löw an. Dr. J. Margulics (Wien) hofft, dass die nunmehr in Körperschaften organisierten galizischen und westösterrelchisehen Zionisten einen Schritt weiter machen werden auf dem Wege des Zusammenschlusses. Redner bestreitet, dass unser Einfluss Einbussc erlitten hätte. Das Gegenteil sei wahr. Es fehle jedoch eine Institution, die die Früchte unserer, wachsenden Einflussnahme ernten soll. Abgeordneter Dr. Gabfcl begrüßt den Pantci&S im Namen des galizischen Zentralkomitees. Eine Vereinigung der beiden Zentren ist möglich und erwünscht. Die innere Politik w׳ar eine Notwendigkeit. Man muss gegen den Druck der polnischen Herrschaft in Galzfen ankämpfen. Auch Herzl hätte eine jüdische parlamentarische Vertretung seinen Zwecken nutzbar gemacht. Es ist nicht wahr, dass zwischen der Organisation und den Abgeordneten Gegensätze bestehen. Im Aufträge des Ligitimationsausschusses erstattet Herr Leop. Sitzmann Bericht. Ein sind 45 Delegierte anwesend:!5 aus Inncrösterrcich, 6 aus Böhmen und 24 aus Mähren- Schlesien. Der Ausschuss beantragt die Anullicrung von zwei Mandaten (von Gablonz und Mährisch-Ostrau). Wird angenoinmcii. Es wurde dann eine Übereinstimmung der Vorschläge ererzielt, die Herr Dr. J. Margulies dem Parteitag unterbreitet . Der Schekel soll voll an das A.-K. abgcfiihrtJ werden, den D.-K. steht cs jedoch frei, im Wege des Zentralkomitees für sieli Rückvergütungen zu verlangen. Zwei Vertreter einer Distriktsorganisation müssen im Distrikt ansässig1 sein, der dritte kann auch ausserhalb desselben wohnen. Der Obmann der Organisation wird in diesem Jahre vom Zentralkomitee gewählt, in der Zukunft vom Parteitag. זיי ^ויייו^^י״״״ייייייד •יי׳ •* W*1 W;?!מוי״י^יייןייו״יי״וי^^ייי^^י^ןיי"^*^י■ ,י■ •־r*w, ־ •^י-ייי^יי^^*rי^ו^יון^^י^י^יוו«^»זייויו■^ו*■rו■n^^■^ ן "־"""׳*" "X'~" ־|"'.];r-1yj /;״ - ir-;—mni j^n,j1gm1|11fl111 m\* /in־-;; 11 ־<«p•*»,-«rf■