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Jüdische Rundschau · 1908-07-03 · Heft 27 (3.7.1908) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIII (1908)
Issue
Heft 27 (3.7.1908)
Date
1908-07-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU*.».״,״־ Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der Todestag Dr Theodor Herzls fällt diesmal auf Sonntag, den 19. Juli. Es ist Pflicht alter Ortsgruppen, diesen Tag würdig zu• begehen, sei es durch eine Trauerfeier am Abend oder wo dies nicht angebracht ist, am Vormittag in Form einer Matinee. Bezüglich aller Einzelheiten verweisen wir die Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf das ihnen in diesen Tagen zugegangene Rundschreiben. Zionistische Jahreskonferenz Die zionistische Jahreskonferenz, die für den 11. und 12. August d. J. nach Köln einberufen ist, wird ihre Sitzungen im Saale der Rheinlandloge, Cäcilicnstraße 18 22, abhalten. Die vorläufige Tagesordnung wurde, wie folgt, festgesetzt: 1. Bericht des* E. A. C. 2. Berichte der Lanemannschaften. 3. Bericht des Berliner Bureaus. 4. Bericht des Palästinaressorts. 5. Bankbericht. 6. Bericht des Nationalfonds. 7. Bericht über die Presse (״Welt״ ,״Ha Olam“). 8. Finanzbericht (Schekel, Parteifonds, Budget). 9. Vorlage eines Entwurfs einer neuen Geschäfts- Ordnung des Kongresses. 10. Eventualia. * * # Das zionistische Zentralbureau besorgt auf Wunsch Logis für die Teilnehmer an der Jahreskonferenz gegen vorherige Anmeldung. Deutsches Bureau des Jüdischen Nationalfonds Die neuen Sammelbogen für den Jüdischen Nationallond sind erschienen. Sie haben eine recht handliche, praktische Form von Notizbüchern. Wir bitten die Vertrauensmänner dringend, einen Versuch zu ihrer Einführung in Deutschland zu machen. Wir glauben sicher, dass der Versuch sich als lohnend erweisen wird. Wir bitten um Aufgabe der gewünschten Anzahl. Exemplare der BIERZEITUNG vom Delcgiertentage, deren Ertrag dem Nationalfond zufiiesst, sind von uns gegen .Ein- .sendung von 30 Pfennig in Briefmarken zu haben. Wir nehmen juch Bestellungen auf die sehr gut gelungene Photograp h i c vom Delcgiertentage entgegen. Der Versand erfolgt gegen Nachnahme von 2,50 Mark. Propaganda-Abteilung des Jüdischen Natlonalionds, Breslau VI, Königsplatz 3 b. Thesen des Dr. Heymann bezgl. der Stellung des Zionismus hi den grossen iüdischcn Organisationen. 1. Unter dem Druck des Antisemitismus hat in Deutschland seit 30 Jahren eine zunehmende Organisierung der Juden stattgefunden. Die Organisationen sind immer grösser und immer jüdischer geworden, da sie ausser der Abwehr und Hilfstätigkeit auch bestrebt sein müssen, ihren Mitgliedern Positives zu bieten und in ihnen das jüdische Bewusstsein wachzurufen und zu erhalten. 2. Der Zionismus als die alle Gebiete des Judentums umfassende nationale Bewegung des jüdischen Volkes hat trotz abweichender theoretischer Begründung der einzelnen Schritte mit den übrigen Organisationen überall dort Hand in Hand zu gehen, wo diese jüdische Volksintcrcsscn wahrnehmen. 3. Als solche sind anzusehen: a) Die restlose Durchführung der politischen und sozialen Gleichberechtigung der Juden in ihren Wohnländern, sowie die Anerkennung des Judentums als glcichbercchtigteu Kulturiaktorsb) Schutz der Juden in den Ländern der Unterdrückung und Regelung der Auswanderung unter möglichster Konzentrierung der jüdischen Massen. c) Kolonisierung Palästinas und seiner NcbcnUinücr sowie Hebraisierung der orientalischen Juden. 4. Zur Erleichterung der Kooperation der jüdischen Organisationen, ist die Bildung einer sic allumfassenden Zentral- Organisation an/.ustreben. Jüdische Rundschau Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der E. G. JÜDISCHE RUNDSCHAU 511, b. H. findet am Montag, dem (». Juli I9(,vi. abends 9 Uhr bei Dräsel, Neue Pricdrielistr. 35, statt. A us den Ortsgruppen Berlin. Die am Donnerstag, dem 25. Juni in Dräsels bestsälen tagende Versammlung der Berliner Zionistischen Ortsgruppe beschäftigte sich gleich der vorangegangenen in:ז der Frage des Zusammenarbcitens mit anderen jüdischen Organisatfonen. Den Hauptteil des Abends nahm das Referat des Herrn Feiwcl über ״Philanthropie und Zionismus“ ein. In seiner bekannten vollendeten Form erörterte der Redner dieses Problem vom Standpm’kte eines abgeklärten jüdischen Nationalismus. Besonders interessant waren seine Ausfühjungen über die Mitarbeit der Jüdischnationalen an den Be- Strebungen zur Erlangung der Gleichberechtigung in den Lündern der Zerstreuung, wobei er darauf hinwies, dass zwischen dem Ziel der Jüdischnationalen. der Erhaltung der Nationalität, und der Erlangung einer völligen Emanzipation, namentlich in den Nationalstaaten Westeuropas ein innerer Widerspruch bestände, der die Emanzipation vielleicht als Danaergeschenk für Juden erscheinen lasse. Alsdann kam der Korrcierent des Abends, Herr Dr. Hey mann, zum Wort, der einen bedingungslosen Anschluss au die bestehenden Organisationen empfahl, die seiner Ansicht nach immer jüdischer werden: er begründete seine Forderung mit der Notwendigkeit, durch'; Gewinnung der wohlhabenden Juden die materielle Stosskrait der Bewegung' zu erhöhen, welche zur alsbaldigen Erlangung einer Position in Palästina erforderlich sei. In fünf Jahren sei es vielleicht schon zu spät, dort festen Fuss zu fassen. Die Ausführungen des Redners gipfelten in einer Anzahl Thesen, die neben und über diesen! Berichte wiedergegeben sind. Die anschliessende Debatte crönnetc Dr. Wittkovvsky. der an dem Beispiel der Logen die Biindnisfähigkcit der grossen jüdischen Organisationen iür den Zionismus erörterte. Mit heissender Ironie kritisierte dieser Redner an der Hand des Marctzkischcn Buches und anderer offizieller Druckschriften der Logen deren assimilatorische Tendenzen und ihre ausgesprochene unversöhnlichc Feindschaft gegen de!! Zionsgedanken. Seine Rede, die von dem Beifall der Versammlung׳’ au vielen Stellen unterhrochcn wurde, klang aus in einem flammenden Protest gegen das Verhalten, der Gesinmmggcnosscn. die eine führende Rolle im Zionismus mit der Zugehörigkeit zu den schart autiziomstischeu Logen vereinigen zu können glauben. An der ferneren Debatte beteiligten sich noch die Herren Dr. Pincus. Wagner. Barth. Dr. Lcwin u. a., bis der Vorsitzende kurz vor 12 Uhr den Referenten das Schlusswort erteilte. -- Die Versammlung war ausserordentlich gut besucht, der Sali war tiberfüllt und trotz der drückenden Temperatur harrten fast alle Anwesenden bis zum Schlüsse aus. Das starke Interesse, das diese Erörterungen andauernd Hervorrufen, veranlasst den Vorsitzenden, eine neue Versammlung cinzuberufvn. welche am Mittwoch, dem 8. Juli 1908, abends 9 Uhr. ebenfalls in Dräsels Festsälcii st-Utiiidcn soll. In dieser Versammlung soll die

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