Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIII (1908)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1908)
- Date
- 1908-06-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2651552-2651577--05710-2662750- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bii läge JUtUISCHE RUNDSCHAUEN־.« AilM. *_» 1• I t~h Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung fiir Deutschland Das Rechnungsjahr der Zionistischen Organisation schlosst am 30. Juni. Wir müssen daher alle Schekel- Kcklcr spätestens am 26. Juni an die Jüdische Kolonialbank ablicfcrn und ersuchen alle Ortsgruppen und Vertraiiensmänncr, die erst einen Teil der Gelder abgeiührt liabe.n. den Rest der Schekel und Landesbeiträge unverziiglich an unseren Schatzmeister, Herrn Max Woll- Steiner, Charlottenburg •I, Sybelstr. 50, abzuschicken. 2. In dem Mitarbeiter -Verzeichnis des von uns herausgegebeneu Zionistischen A-B-C-Buches .sind leider die Namen der Herren I) r. Bruno Blau (Berlin) und Joseph Lin (Berlin) versehentlich nicht aiiigetiihrt worden. Wir holen dies hierdurch mit dem Ausdruck des Bedauerns nach und sprechen den be;den genannten Herren auch an dieser Stelle nochmals unscren Hank für ihre Mitarbeit aus. Aufruf! Am 3•. Tanimus. dem 19. Juli, jahri sieh abermals der Tai׳, aii dem T 11 e o d o r Ilcrzl uns entrissen wurde. Bin Denkmal wollten wir Zionisten ihm set/.cn. ein lebendes 1 Denkmal, das die Jalirlitmderte überdauern sollte. Linen W ald von mindestens 10 0t>» Bäumen planten wir. einen Oclhaumwald im Lande unserer Zukunft zu seinem Gedächtnis. Aber mit Beschämung müssen wir es gestehen: noch haben wir die Mindestzahl von Bäumen nielit erreicht. Und das bei 50 -60 000 organisierten Zionisten. Ist. das der Dank, den wir dem grossen Künder unserer Idee abstatten, der uhs so unendlich viel gab? \\ cim nur jede zionistische Familie einen Baum zu Ehren Theodor Herzls pflanzen Hesse, so wären langst diese 10 000 Räume beisammen. Aber wenn wir mit dem Walde etwas wirklich Grosses. Segenbrittgendes schuften wollen, dürfen wir uns nicht aut 10 tuh» Bäume beschränken. Der Ertrag der Bäume ist ja den kulturellen institutionell des lindes zugedacht, er soll uns später einmal die Möglichkeit geben, unser Schulsystem in Palästina ausv.ubaiicn. Und das fiir den Hcrzl-Wald in Aussicht genommene Terrain fasst auch 20000 Räume. Also wohlan! Sei die vierte Jahrzeit nach unserem grossen!־(ihrer der Anlass für einen Jeden von uns. seinen Bautn der Dankbarkeit für Herzls W irken zu spenden. Ein jeder halte den anderen dazu an. Die Jalirzeit ist ja in der Zelt der Trauerwochcii unseres Volkes, da wir uns nnach altem Brauch Entsagung auferlegen. Die Ersparnis sei dem Hcrzl-Wald geweiht. Die Ortsgruppen mögen schon jetzt mit den Sammlungen beginnen, damit sic am Jalirzeitstagc beendet und zusammen ausgewiesen werden. Der Vorsitzende des Vereins ״Oelbaiimspcnde“ (Eingetragener Verein), gez. O. W a r b 11 r g. Spenden nehmen alle Sammelstcllcii des .1. N.-E. entgegen. Alle Partcibhitter werden gebeten, vorstehenden Aufruf in den nächsten Wochen abzudruckcu. Gruppenverband Oberschlesien Der Gruppenverband ״Oherschiesieti“ umfasst die Ortsiippeu Reuthen. Kattowitz, G1 e 1 w; 11 z.. K a 11 - >r, Kö.iigshütte, Zabrze. R y l> 111 k . Ü r o s s - relitz und die im Oktober 1901 neu gegründete Ortstippe Taruowitz. insgesamt 434 in Vereinen ״rgam־;rten Zionisten (gegen 314 im Vorjahre und y('rnusMcl1tltJ1 h. nach Beendigung der Sammlungen 630 Scliekci/aiiieri. er Gruppenverband hat Ende 1907 insofern eine Ncuorgant- :ruug erfahren, als anstelle der früheren Agitntioiislciter als in leitendes Organ ein sogen. ..E n g e r e r Ausschuss :stellt wurde, der sich in der Hauptsache aus je emun Vert*ter sämtlicher Gruppet! sowie aus sonstigen geeigneten Pcisoncn zusammensetzt. Im November 1907 fand in Katto- Witz ein oberschlesischcr Zionistentag statt, der auch wäll- 1end der internen Verhandlungen gut besucht war und von wertvoller propagandistischer Wirkung insbesondere für Kattowitz. gewesen ist. Die Tätigket des Ausschusses bestand ferner in einer sich auf ganz. Obcrschlcsicn erstreckenden s> stcmatisdien Agitation zu Gunsten der Oelbaumspcuden (im Anschluss an den von Dr. S a n d 1 e r - Breslau veriassten Aufruf), sodann in der Kontrolle der Parteifond- und Nationalfond-istmnilungen, des Einzugs der Schekel- und Landesbeiträge, in der Vorbereitung der Wahlen zum Kongress, aui welchem Obcrschlcsicn durch 3 Delegierte vertreten war. insbesondere aber in der Vermittlung von Rednern. Hier hat sich das System bewährt, die zu Vorträgen geeigneten einheimischen Herrin schon vor Beginn der Winterarbeit auf bestimmte Themen zu verpflichten. So wurde cs möglich, da*.« einige Herren in den verschiedenen Gruppen sogar 5 bis 6 Mal sprachen und dass ein merklicher Mangel an ciulieimisehen Kräften, wie er früher zu verzeichnen war. nicht bestand. Trotzdem bleibt zu wünschen, dass der Kreis der einheimischen Redrer sich erweitert, dass es insbesondere allerorten Inöglich wird, auch gegenüber den Ereignissen des Tages durch rasche Veranstaltung von Versammlungen in angemessener Weise Stellung zu nehmen. - - Die ParteifoiKlsanimhingen ergaben in O./S. 152h Mark, also (>5 Prozent des auiziibniigeuden Betrages. Die Beiträge der einzelnen Gruppen schwankte zwischen 49 loo Prozent des SoUhetrages. - Die Eingänge fiir N.-E״ Oelbaumspetide etc. sind erheblich hoher gewesen als im Vorjahre und betrugen für die Zeit vom J. 7, (»7 bis I. 5. OS 3017 Mark, also ein Monatsdurchschnitt von 301 Mark gegen 24S Mark vom Vorjahre. Die Sammlungen der einzelnen Orle ergaben pro Ortsgruppenmitglied einen Hochstdürchsclmitt* von 11,25 Mark in Kattowitz und einen Mindestdurchsclmit! von 260 Mark in Königshuttc pr. anno. Die von einem neutralen Komitee angesehenen Personlichkciten auf Grund des schon erwähnten Sandler'sche!! Auirutes ausschliesslich bei Nichtzi.misten eingeleitete Sammh:11g ergab ca. 400 Mark, die in der Gesamtsumme nicht berücksiehtigt sind. Für unsere Zwecke wurden in Ober- Schlesien insgesamt 99C.0 Mark vereinnahmt, ,von denen 5M‘0׳ Mark für unsere Fonds und Parteikassen abgefülirt, der Rest — 3200 Mark für lokale Bedürfnisse (Propaganda, Verwaltung. Rundschau. Broschüren) vawendet worden. Das Amt des Frcssckn m missa r s war mangels einer geeigneten Kraft nur zeitweilig besetzt, die durchaus notwendige Orientierung des nichtzionistischcn Publikums durch die Presse erfolgte daher keineswegs systematisch: gelegentliche Angriffe in der Lokalpresse wurden durch zweckmässige Artikel abgewchrt. Die Berichterstattung über den Kongress wurde in den wichtigsten Blättern durchgeiiihrt. Nielit in allen oberschlesischen Gruppen war die Arbeit zuiricdenstclleiid und von Erfolg begleitet. Der bereits erwähnte Zuwachs von 90 organisierten Zionisten ist in der Hauptsache zunächst auf den Gew inn von 19 Gesinnungsgenossen in L a u r a h ii 11 e und 10 in R o s d z i 11 (besonders organisiert) z.iii iickzufiilireii. ferner aber auf den Aufseliw ung. welchen die Ortsgruppe in KattoWitz. der zweitgrössten jüdischen Gemcinde Schlesiens, dank der dort betriebenen sv.Stematischen Propagandatätigkeit genommen hat. I.aurahütte hat sich au Katto w i t z. angcschlossiii, während R n s d z. i 11 - S c 11 o ppinitz eine besondere gut fimktionieredo Gruppe bildet. Die Nikolaicr Schekelzahlergrunpc hat sich vom 10 aui 24 Mitglieder vermehrt. Netigegriimlet wurde ferner Tarnow itz. Fortschritt hat mich die Ortsgruppe Ratibor gemocht. In de!! übrigen Gruppen ist ein bedauerlicher Stillstand zu verzeichnen, soweit nicht, wie in Koni g s h ii 11 e . von einem direkten Rückschritt, ja von einer Stockung des zionistischen Lebens zu berichten ist. ln R vb n i k ist es anlässlich einer brutalen Vergewaltigung seitens des Vorstehers der dortigen Jüdischen Gemeinde gegenüber einem Kultusbeamtcn nicht möglich gewesen, eine w irksame Gegenaktion in die Wege zu leiten. — 1111 letzten Jahre haben in ObcrseliKsicn insgesamt 60 Ver- Sammlungen (7 nationale Festlichkeiten eingeschlosscn) st^tgefunden, von denen 52 mit Hilfe einheimischer Redner und X mit Hilfe auswärtiger Herren veranstaltet wurden (gegen 45 Versammlungen im Vorjahre, wovon 26 mit einheimischen Kräften. 19 mit auswärtigen!) Was die in diesen Versarmnhingen behandelten Themen annlaiigt. so wurde, abgesehen von den Kongressbcriehteii. die in allen Gruppch erstattet wurden. Palästina und seine Kolonisationsinögliehkciten in einer grösseren Anzahl von Vorträgen behandelt. Denigcgeu- \ / ^*ל־ ״ויי •יי